Ihre Meinung zu: Sexueller Missbrauch: Lambrecht nun doch für härtere Strafen

11. Juni 2020 - 14:25 Uhr

Nach wiederholten Forderungen der CDU will Justizministerin Lambrecht nun doch die Strafen unter anderem für Kinderpornografie verschärfen. Die Taten sollen künftig zwingend als Verbrechen behandelt werden.

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Kommentare

Sexueller Missbrauch

Über die politische Ausrichtung der jetzigen SPD kann man sich nur wundern.
Die alte SPD Schröder Köpf, Gabriel, Müntefering usw. war eine sozial ausgerichtete bürgerliche Partei dieses Klientel hat ja nun eindeutig die CDU übernommen die jetzige SPD wetteifert mit den Linken und anderen utopischen politische Strömungen. Na die nächsten Wahlen werden es zeigen ob Deutschland mehr zu diesen Utopen neigt.

Von der CDU getrieben

Kindesmissbrauch zieht immer. Die Strafen können für viele nicht hart genug sein. Von Verhältnismäßigkeit will da keiner mehr was hören.

Lambrecht den Anforderungen nicht gewachsen

Wie kann man denn überhaupt auf die Idee kommen, eine Strafverschärfung wäre nicht zielführend, wenn die Händler und Käufer solcher Videos nur auf dem Niveau eines Ladendiebes bestraft werden können? Es ist so unfassbar schrecklich, wie kann man das nicht als Verbrechen sehen und entsprechend hart bestrafen? Wenn eine Justizministerin dafür erst den Aufschrei der eigenen Partei benötigt, dann hat sie in dem Amt nichts verloren!
Ich denke nicht, härtere Strafen führen grundsätzlich zu weniger Kriminalität, ob man jemandem 15, oder 20 Jahre Haft androht, ändert nichts, nur die Verdienste privater Haftanstalten(siehe USA). Aber wenn ein Täter nicht mal mit Gefängnis, Vorstrafe und existenzieller Geldstrafe rechnen muss, dann ist der Abschreckungseffekt gleich Null. Hier wird in unfassbarer Weise einem Menschen Gewalt angetan, wer damit Geld verdient und so etwas kauft muss einfach hart bestraft werden. Hilfe für Pädophile ja, aber ganz sicher vor allem Schutz und Hilfe für die Opfer!

„Es ist ein abscheuliches Verbrechen, mit dem Missbrauch von Kindern Geld zu machen (...)".

Das Problem ist, das damit überhaupt „Geld zu machen“ ist.

"Dann müssen die sozialen Netzwerke Kinderpornografie nicht nur wie bisher löschen, sondern auch dem Bundeskriminalamt melden“

Der Haken dabei ist allerdings, dass sich die „Kundschaft“ der „Anbieter“ von Kinderpornografie gemeinhin nicht in sozialen Netzwerken herumtreibt, sondern im Darknet.

Für das Problematischste halte ich allerdings, dass diese Verbrechen durch den Umstand regelrecht „befeuert“ werden, dass in unserer heutigen - aus meiner Sicht „übersexualisierten“ - Zeit Dinge, die selbstverständlich dem Privatbereich angehören aus kommerziellen Gründen bis zum Erbrechen in aller Öffentlichkeit ausgebreitet werden (getreu der Devise „Sex sells“).

Es ist daher leider unumgänglich, man Kinder explizit darauf hinweist, dass das alles alles andere als „normal“ ist. Und dass sie, wenn sie sich hier unwohl fühlen, im Recht sind.

Populistischen Aktionismus

Die Erhöhung der Mindeststrafe bei sexuellem Missbrauch auf ein Jahr ist nichts als populistischer Aktionismus. Die schweren Fälle,über die in den letzten Tagen diskutiert wird, stellen zugleich auch immer sexuelle Nötigung dar und sind daher schon jetzt mit einer Mindeststrafe von mehr als einem Jahr bedroht.

Sexueller Missbrauch ist jede sexuelle Berührung einer Person unter 14 Jahren, auch über der Kleidung, unabhängig von geäußertem Willen. Es ist rational nicht zu vermitteln, warum ein und dieselbe nicht-nötigende Handlung bei einer Person im Alter von 13 Jahren und 364 Tagen Verbrechen mit Mindeststrafe von einem Jahr sein soll - einen Tag später begangen wäre sie aber vollkommen straflos. Der aktuelle breite Strafrahmen ermöglicht angemessene Sanktionen.

Populistischen Aktionismus?

Tino255 @
Aber die Opfer stehn jetzt mal im zentrum, und einigen wird das helfen jetzt endlich Anzeigen zu erstatten.

bei den Strafen sehe ich das so wie Sie, wir brauchen nur Richter die auch gewissenhaft alle möglichkeiten und freigaben ausschöfen.

Es ist nur eine Änderung dringend nötig.
Die Verjährung muss ersatzlos wie bei Mord gestrichen werden.

Kinderpornografie gehört hart bestraft

... Kinderpornografie sind keine Familienfotos.
Vorab,
Eltern sollten generell keine Fotos, insbesondere keine Nacktfotos, von ihren Kindern ins Netz stellen.

Bei Kinderpornografie,
wie sie jetzt die Ermittler anschauen müssen, weiß jeder, der sich so etwas anschaut und verbreitet, dass ein Missbrauch (ein Verbrechen) vorher von statten gegangen ist.

Also gehört das für mich auch härter bestraft, als jetzt Mindestrafen erhöhen, keine Bewährung.

Allen,
die meinen, die (Mindest-)Strafen seien in Ordnung, empfehle ich dringend, die Paragraphen 174 - 184 StGB gründlich zu lesen - insbesondere zu Kindern, Schutzbefohlenen, Kranken.

Hilf- und wehrlose Menschen können missbraucht werden,
und mit 3 Monaten davon kommen.

Zum Schutz:
Beim Missbrauch von Kindern kommen die Täter meist aus familiärem Umfeld, die Kinder vertrauen i.d.R. diesen Menschen.

Daher ist der Schutz auch so verdammt schwer.

Es geht weniger um die Triebtäter

Es ist völlig richtig, dass man einen Triebtäter nicht mit höheren Strafen von seinem Trieb abbringen kann, wichtig ist es aber, denen, die damit Geld verdienen mit angemessenen Strafen entgegenzuwirken. Und denen, die nicht der sexuelle Trieb, sondern der Reiz des Verbotenen als Grund für den Kauf solcher Videos dient, mit angemessenen Strafen eine höhere Hemmschwelle entgegenzusetzen. Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahr(zehnt)en in einer Weise entwickelt, dass besonders ungewöhnliche Dinge, egal in welchem Bereich, für immer mehr Menschen eine höhere Selbstbestätigung zu bringen scheint. Wo die Gründe für diese Entwicklung liegen vermag ich nicht im Detail zu sagen, aber offensichtlich ist dies auch im Bereich der Sexualität der Fall. Plötzlich finden Millionen von Menschen "50 shades of grey" total spannend und anregend. Nun gut, jeder wie er mag, solange volljährige einvernehmlich handeln, aber bei Kindern muss eine sehr klare, schmerzliche Strafgrenze Schutz bieten.

Ach, Reul...

Herbert Reul (CDU):
"Wenn die Herstellung und Verbreitung von Missbrauchsbildern immer noch genauso bestraft wird wie Ladendiebstahl, dann fehlt mir dafür jedes Verständnis." Schon im Juli 2019 habe die Innenministerkonferenz vorgeschlagen, jede Form von Kinderpornografie als Verbrechen einzustufen und nicht mehr als Vergehen, sagte Reul dem RND. "Dass die Bundesjustizministerin da nicht aus dem Quark kommt, ist ärgerlich."

Ja, jetzt große Klappe und bei den Ermittlungspannen im Fall Lüdge wegen Nichtverfolgung von Anzeigen und verschwundenem Beweismaterial sah sich Reul nicht mal in der Verantwortung.

Vielleicht sollten jene, die da jetzt nach härteren Strafen blöken sich mal klar machen, wie es um die personelle Ausstattung bei Justiz, Jugendämtern und der Polizei bestellt ist, was eigentlich die Grundlage einer zielführenden Strafverfolgung ausmacht.
Solange da noch aus Überforderung zu selten, zu ungenau und zu spät reagiert wird, geht das am Kern des Problems vorbei.

Am oberen Ende des

Am oberen Ende des Strafrahmens sollte angesetzt werden, nicht am unteren. Den Gerichten sollte ein weiterer Rahmen zur Verfuegung stehen um auf die individuelle Situation zu reagieren. Ueberhaupt ist das Strafmass bei Vergewaltigungen in Deutschland im internationalen Vergleich oft niedrig bei den besonders schlimmen Faellen.

Ich habe mich mit den

Ich habe mich mit den Aussagen dieser Frau nicht befasst. Dennoch möchte ich sagen: Wer innerhalb einer Woche seine Meinung ändert, hat keine fundierte Meinung gehabt oder taktiert. Für mich sind solche Menschen unglaubwürdig.
MfG

...Lambrecht nun doch für härtere...

Nun ja, wer mag sich schon der Komplizenschaft mit den Tätern bezichtigen lassen.
Blub, demnächst wird die eine Hälfte der Menschheit ihre Kids nicht mehr auf den Arm nehmen können, man könnte ja wo an kommen und die andere hälfte wird, Mangel Körperkontakt entsinnlichte Kunstwesen erzeugen, mal sehen wohin die Uhr ausschlägt.
Wir brauchen ein konsequentes und durchaus auch ein strenges Recht (ist in diesem Sinne, z. B. eine Beschneidung ein Missbrauch, dann hätte das ja sein gutes), aber wir brauchen keine undurchschaubaren Rechte - ein Recht für alle gefälligst so einfach und gradlinig, dass das mit der Rechtsprechung künftig nicht so lange dauert und nicht so viel kostet und überhaupt umgehend auch vom Computer erledigt werden kann.

Die Netzwerke sollen ..

... an das BKA melden.

Alle, die sich in solchen dunklen Netzwerken bewegen, werden sich kaum melden -man muss sich nicht selbst beschuldigen.

Mittels neuer Medien ist doch ein ganz anderes Ausmaß entstanden.
Auch dem muss Rechnung getragen werden, indem man intensiver recherchieren, Einhalt gebieten und m.E. härter bestrafen muss.

viel zu spät und nicht hart genug

Die Maßnahmen sind viel zu spät geplant und nur auf der Druck der Öffentlichkeit. Die Leute können und wollen das nicht mehr akzeptieren! Und wenn schon Corona-App gibt's wünsche ich mir auch eine App die mich warnt, ob ein vorbestrafter Pädophile Täter in der Nähe meiner Kinder wohnt. Datenschutz soll normale Bürger schützen und nicht die Täter! Diese Leute sind nicht therapierbar und stellen immer Gefahr da. Alle diese Maßnahmen werden sicher manche potenzielle Täter abschrecken.

Warum so spät..

..warum reagiert die Politik so schwerfällig ? Das Thema Sexueller Kindesmissbrauch wurde schon in der Zeitschrift STERN Heft Nr. 40 aus dem Jahr 2003 thematisiert. Leider hat überhaupt kein Aufschrei stattgefunden. Die Gleichgültigkeit der Gesellschaft, hat danach schon wieder zig. Tausende Opfer zu verantworten. Wenn Strafen ausgesprochen werden, ist es für die Opfern schon längst zu spät. Die Gesellschaft muss mehr sensibilisiert werden.Für die Opfer muss mehr getan werden, auch für die Opfer, die vor 60 Jahren, als Kinder missbraucht wurden und heute noch gekennzeichnet sind. Der Gesetzgeber , muss die Exekutive und Judikative mehr Handlungsspielraum geben.

Korrektur zu 16:06 Uhr, Entschuldigung

16:06 @Leipzigerin59

Hilf- und wehrlose Menschen können missbraucht werden,
und

die Täter

mit 3 Monaten davon kommen.

Eine Welt in der bald das Atmen verboten ist ...

... wie ist dieser Titel gemeint ?

Ganz einfach.
Nazis, KiPo, Rassismus und Prostitution ziehen immer.

Alles dinge bei denen NIEMAND öffentlich sagen würde, "Ich bin gegen eine (härtere) Bestrafung".
Einfach weil man sich damit immer zu einem "Handlanger" macht.
Dieser Umkehrschluss ist aber nicht zulässig.

Und wir bewegen uns auf eine Welt zu in der bald nichts mehr erlaubt ist und man sich immer schon mit einem Bein im Knast befindet.

Was ist denn "eine sexuelle Berührung" bitte schön?
Wer leg solche Kriterien den fest?
Wenn mein Nachbar etwas gegen mich hat und ich seine Tochter mal im vorbeigehen "berühre" (anstupsen an der Schulter z.B.) weil ich ihr hallo sagen will ...
Dann laufe ich bereits Gefahr bei einem Foto der Situation und ein paar Nachbarn die gegen mich aussagen auf ewig weggesperrt zu werden?

Wie absurd.

Wir sollten aufpassen in welche Richtung wir uns mit unserem Rechtsstaat bewegen.

15:41 Erich Kästner

"von der CDU getrieben......."

ich denke Frau Lamprecht muss nicht getrieben werden ihr Ansatz war und ist, dass es gilt im Vorfeld alles menschenmögliche zu tun um sollche grauenhafte Taten zu verhindern. Ich denke das wäre noch wichtiger als populistisch reflexhaft nach höheren Strafen rufen.
Anmerkung: die gleiche CDU hat sich aber als es um den Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen ging nicht besonders hervorgetan was härtere Strafen angeht.

Was nutzt ein härterer

Was nutzt ein härterer Strafrahmen, wenn dieser nicht voll ausgeschöpft wird?

Wenn eine Straferhöhung dieselben ...

... Wirkungen hat, wie die "nahezu" Verdopplung der Strafen im Straßenverkehr, dann wäre das ein richtiger Weg. Ich jedenfalls achte derzeit genauer auf den Tacho.

Insgesamt muss der Ansatz aus meiner Sicht aber weiterhin sein, dass man im Netz nur noch "legitimiert" agieren darf, heißt, dass der Zugang zum Netz nur noch mit Fingerabdruck oder Iris-Scan (o. Ä.) und mit Klarnamen erfolgen sollte.

Ob es eine Meinung oder der Upload von Dateien sind, wer etwas (mit)teilen möchte, muss dafür mit seinem Namen gerade stehen.

Alles andere ist Stückwerk und letztendlich sogar die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, wenn es z. B. eben um Kinderpornographie ist. Die Täter haben mit den derzeitigen Möglichkeiten viel zu lange Zeit, anderen Leid anzutun. Und genau das ist ein wesentlicher Punkt, der verdammt falsch läuft.

Am 11. Juni 2020 um 15:51 von Tino255

„Populistischen Aktionismus
Sexueller Missbrauch ist jede sexuelle Berührung einer Person unter 14 Jahren, auch über der Kleidung, unabhängig von geäußertem Willen. Es ist rational nicht zu vermitteln, warum ein und dieselbe nicht-nötigende Handlung bei einer Person im Alter von 13 Jahren und 364 Tagen Verbrechen mit Mindeststrafe von einem Jahr sein soll - einen Tag später begangen wäre sie aber vollkommen straflos. Der aktuelle breite Strafrahmen ermöglicht angemessene Sanktionen.“

An Ihren Überlegungen ist was dran,

aber

"Selbstverständlich werde ich auch Bundesfamilienministerin Giffey und Bundesinnenminister Seehofer dazu einladen", sagte Lambrecht.“

Gut so, Frau Justizministerin macht eben keinen Schnellschuss, sondern

zuerst wissen, dann entscheiden.

Begriff "Kinderpronografie"

Dieses flächendeckende Verwenden des Begriffs "Kinderpornografie" ist sehr problematisch. Pornografie ist die Darstellung von Sex und Lust. Das, worum es aber in dem hier adressierten Kontext geht, ist die Darstellung von Folter, Gewalt und sexualisierter Gewalt. Die Verwendung des Begriffs "Pornografie" verschleiert die Gewalt und verharmlost die dort dargestellten schweren und brutalen Verbrechen an Kindern.

Nicht Jugendliche bestrafen

Vorsicht bei Strafverschärfung, die Jugendliche gefährden kann! Dazu ein Beispiel:

Zwei verliebte 14jährige haben miteinander Sex. Das ist legal. Dabei machen sie ein paar Fotos und schicken sie sich gegenseitig, als Erinnerung an schöne Stunden. Keiner von beiden zeigt sie rum, keiner verbreitet sie. Trotzdem fliegt die Sache durch einen blöden Zufall auf. Jetzt ist jeder der beiden Produzent, Verbreiter und Besitzer von Jugendpornographie. Heute kann der Staatsanwalt von Verfolgung absehen, und das ist gut so. Soll er in Zukunft gezwungen sein, zu agieren, und so zwei Verliebten einen Eintrag ins Führungszeugnis als Sexualstraftäter verpassen?? Noch schlimmer, wenn einer der beiden gerade 14, der andere gerade noch 13 ist, denn dann ist der 14jährige in Zukunft wegen Kinderpornographie und wegen sexuellem Kindesmissbrach dran. Obwohl beide einfach nur verliebt, naiv und wenige Wochen altersmäßig auseinander sind.

Also bitte Vorsicht und Maß halten!

Härtere Strafen für

Härtere Strafen für gewerbsmäßigen Handel möglich zu machen halte ich auch für sinnvoll. Den Besitz härter zu bestrafen in minderschweren Fällen, wäre nicht richtig. Man darf hier nicht vergessen, dass erstmal alles Besitz ist. Man muss nur mal online auf den falschen Link klicken und schon war es ein paar Sekunden im Speicher. Tja vielleicht hat man ja Teens gesucht...also selber schuld, wenns dann mal echte Teens waren? Da gleich von einer Straftat zu sprechen ist doch beknackt. Selbst jemanden, der sich das Zeug absichtlich heruntergeladen hat, kann ich wohl kaum angemessener Weise gleich bestrafen, wie jemanden, der dafür zahlt, oder es herstellt. Was bringt es wenn jemand mit dieser Neigung, der gerade um sie nicht auszuleben sowas hatte, ins Gefängnis kommt? Gerade in minderschweren Fällen ist die Verordnung einer Therapie doch viel zielführender. So lernt die Person sich die eigene Neigung einzugestehen und damit gesellschaftkonform umzugehen.

Am 11. Juni 2020 um 15:44 von Forfuture

Zitat: Hier wird in unfassbarer Weise einem Menschen Gewalt angetan, wer damit Geld verdient und so etwas kauft muss einfach hart bestraft werden.

Um diese Fälle geht es nicht. Solche Fälle werden hart bestraft. Die Täter von Staufen und Lüdge haben 12/13 Jahre gefangen. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei den Tätern von Münster noch mehr sein werden. Das würde ich begrüßen.

Die jetzigen Strafverschärfungsvorstellungen der Politik sind purer Populismus. Tino255 um 15:51 hat das ausgezeichnet herausgearbeitet.

nicht nur die Opfer sollten gestraft sein

Es ist erschreckend, wie gnädig bei selbst bei nachgewiesenem sexuellem Missbrauch von Kindern mit den Tätern umgegangen wird, während den Opfern meist lebenslänglich schwere seelische und psychosomatische Schäden bleiben.
Die Dunkelziffer ist exorbitant, weil die meisten Opfer leidend schweigen.
Die Gerissenheit der Täter und ihrer Anwälte macht sie ohne stichhaltige Beweise - die ein Kind seltenst vorlegen kann - im Falle einer Anzeige erneut zum Opfer.
Dem Täter wird sein Leugnen geglaubt und dem Opfer das Lügen unterstellt !
Es gibt viel zu wenig Trauma-Therapiemöglichkeiten für die unzähligen Opfer.
Die einzige Zeit, in der ein Täter kein weiteres Unheil anrichtet, ist, wenn er hinter Mauern sitzt, denn die wenigsten sind auch nach Therapie in der Lage, von Ihren Neigungen Abstand zu nehmen, und die meisten werden zu Wiederholungstätern.
Viel zu selten wird von der Sicherheitsverwahrung Gebrauch gemacht.
Kindesmissbrauch ist Mord an der Seele eines unschuldigen Menschen !

um 16:15 von Wanderfalke

"Vielleicht sollten jene, die da jetzt nach härteren Strafen blöken sich mal klar machen, wie es um die personelle Ausstattung bei Justiz, Jugendämtern und der Polizei bestellt ist, was eigentlich die Grundlage einer zielführenden Strafverfolgung ausmacht."

Da haben Sie natürlich Recht und ganz sicher muss da unbedingt etwas getan werden, aber es darf keinesfalls als Entschuldigung für ungenügende Strafverfolgung und ein unzureichendes Strafmaß sein. Wir haben die digitale Entwicklung ja sehr umfassend in beinahe allen Bereichen verschlafen, wir müssen nun endlich handeln. Man benötigt mehr Personal zu Strafverfolgung im INternet, nun dann muss man sich darum kümmern. Wie an anderer Stelle gesagt, ich bin sehr offen dafür, Straftätern zu rersozialisieren, in ein "normales" Leben zu integrieren. Ich denke nicht, dass hohe Strafen per se Kriminaität mindern, aber es muss einfach eine dem Leid der Opfer angemessene Strafe für Menschen her, die aus Profitgier mit solchen Videos handeln.

16:15 Wanderfalke

"Ach Reul......"

Bin ganz bei ihnen.
Was in Seinem Land unter seinen Fitichen passiert ist, dafür ist er (Herr Reul) zuständig und nicht die Bundesjustizministerin.
Es ist schon bemerkenswert wie die CDU/CSU versucht ihr eigenes Versagen den anderen in die Schuhe zu schieben.

Unterschied zwischen Real und Fiktiv

Gerne härtere Strafen für realen Kindesmißbrauch.

Man sollte beim geforderten Mindeststrafrahmen aber nicht vergessen, dass die derzeitige deutsche Gesetzgebung keinen Unterschied zwischen echten Bildern, Computeranimationen, Zeichnungen und selbst Texten macht. Außerdem ist durch die letzten Verschärfungen auch ehemals frei erhältliches Material, wie alte Bilder aus der Bravo, enthalten. Deswegen gibt es bisher keine Mindeststrafe, weil ein Jahr Gefängnis dafür, mangels Opfern, unverhältnismäßig wäre.

Die Meinung von Herrn Ziemiak, das es keine besonders leichten Fälle gebe, ist insofern fragwürdig.

Strafmaß

"Es ist völlig richtig, dass man einen Triebtäter nicht mit höheren Strafen von seinem Trieb abbringen kann..."

Ja? Ist das so?
Es gibt bestimmt Strafen, die durch eine gut dosierte Abschreckung viele Straftaten verhindern würden.
Eine Grundeinstellung nach dem Motto "Strafen bringen eh nichts..." oder "Strafen machen die Straftaten nicht rückgängig oder bringen die Opfer nicht zurück..." zeigen entweder eine Gleichgültigkeit oder aber (ich hoffe, ich irre mich), dass man selber eine innere Neigung zu was auch immer hat.

Am 11. Juni 2020 um 16:30 von Melanie Groß

Zitat: Das, worum es aber in dem hier adressierten Kontext geht, ist die Darstellung von Folter, Gewalt und sexualisierter Gewalt.

Das ist nicht richtig. Es geht eben gerade um die anderen Fälle (zumindest in der hiesigen Diskussion).

Populistische Forderungen

Nach jedem grauenvollen Verbrechen erschallt der Ruf nach Strafverschärfungen. Immer. Das ist eine Gesetzmäßigkeit der Empörung. Ebenso gesetzmäßig macht sich die Bildzeitung zum Sprachrohr dieser Empörung. Für einen Politiker bzw. eine Politikerin ist es sehr schwer, sich diesem populistischen Sog zu entziehen. Die Versuchung, sich als "harter Hund" zu profilieren und so Wählerstimmen rechts der Mitte zu generieren ist groß, und Stimmen der Vernunft werden oft als Verharmlosung und Relativierung mißverstanden. In Zeiten emotionaler Aufgewühltheit hat es die Vernunft naturgemäß schwer. Das kennt man ja auch von Auseinandersetzungen im privaten Bereich.

Aber wenn es um Verbrechen und ihre Bekämpfung geht, ist ein kühler Kopf und eine klare Analyse der Problemlage das wichtigste überhaupt. Was nützt es, den Strafrahmen für minderschwere Delikte wie beispielsweise den Besitz von Nacktbildern dem für schwerste körperliche Übergriffe anzugleichen? Da geht die Verhältnismäßigkeit verloren.

16:24 von AtomicOne

"Eine Welt in der bald das Atmen verboten ist ...

Was ist denn "eine sexuelle Berührung" bitte schön?
Wer leg solche Kriterien den fest?"

,.,.,.,

Die Gemeinschaft der Bürger. Sie und ich gehören dazu.

---

"Wenn mein Nachbar etwas gegen mich hat und ich seine Tochter mal im vorbeigehen "berühre" (anstupsen an der Schulter z.B.) weil ich ihr hallo sagen will ...
Dann laufe ich bereits Gefahr bei einem Foto der Situation und ein paar Nachbarn die gegen mich aussagen auf ewig weggesperrt zu werden?"

,.,.,.,

Um was geht es Ihnen?
Dass Kinderpornographie erlaubt sein soll?
Was anderes kann ich Ihrem post nicht entnehmen.

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"Und wir bewegen uns auf eine Welt zu in der bald nichts mehr erlaubt ist und man sich immer schon mit einem Bein im Knast befindet."

,.,.,

Wenn Sie die Finger von Kindern lassen - und zwar unter eindeutig sexueller Absicht -, dann haben Sie nichts zu befürchten.

Verfügbarkeit von Pornographie im Netz

Das Problem fängt doch schon bei der Verfügbarkeit von Pornographie im Netz an. Das Netz kennt Null Jugendschutz.
Die Gesellschaft wurde mit den privaten und neuen Medien "Pornographisiert". Es ist ein Fehler der Deutschen und Europäischen Politik den Jugendschutz im Internet zu Vernachlässigen.

Am 11. Juni 2020 um 16:36 von kabe

Zitat: Dem Täter wird sein Leugnen geglaubt und dem Opfer das Lügen unterstellt !

Das ist falsch. Eher wird beiden gleich geglaubt bzw. nicht geglaubt. Das führt, sofern nicht weitere Beweise oder starke Indizien gegen den Täter sprechen, in dubio pro reo zum Freispruch und das ist gut so.

16:51, Sausevind

>>Wenn Sie die Finger von Kindern lassen - und zwar unter eindeutig sexueller Absicht -, dann haben Sie nichts zu befürchten.<<

Das wäre schön, wenn es so wäre.

Ein Fall, der mehr als vierzig Jahre zurückliegt:

Ein Kollege meiner Mutter hatte ein Foto seiner Tochter in der Schreibtischschublade. Nackt auf den Flokati. Der Klassiker der Säuglingsbilder eben. Eine "wohlmeinende" Kollegin sah dieses Bild und rief die Polizei. Es gab einen ungeheuren Tumult, und der arme Mann hatte es sehr schwer, nachzuweisen, daß die ungeheuerlichen Verdächtigungen komplett haltlos waren.

Nein, so einfach und eindeutig, wie Sie schreiben, ist das alles nicht.

um 16:36 von falsa demonstratio

"Um diese Fälle geht es nicht. Solche Fälle werden hart bestraft."

Sehr wahrscheinlich haben Sie Recht und ich habe mich von einem Impuls und mangelnder Sachkenntnis leiten lassen. Ich finde es wichtig möglichst viele solcher Vorfälle wie Lüdge, oder Münster, zu verhindern. Das diese Straftaten hart bestraft wurden und hoffentlich werden war mir bekannt, darum ging es mir auch nicht. Ich hatte den Eindruck gewonnen, der Handel und der Austausch solchen Bild- und Videomaterials würde nicht in angemessener Weise verfolgt. Offenbar gibt es aber in diesem Bereich durchaus empfindliche Strafen und ich war nur nicht gut genug informiert, habe ich soeben nachgeholt. Danke für den Hinweis.

Ehrlich?

Es scheint mir so, als hätte man das Problem nicht begriffen, ...wie so viel andere Probleme übrigens auch nicht. Die Frage muss doch sein, warum sich solche kranken Auswüchse mehren und wie wir das verhindern können. Durch härtere Strafen sicher nicht! Was kein Plädoyer gegen härtere Strafen sin soll. Härtere Strafen ja klar, aber helfen wird es nichts. Wieviele regelmässige Pornografiekonsumenten gibt es in Deutschland. Wieviele konsumieren heimlich und ist ihr Verhalten, ihre Sucht peinlich? Wieviele sind süchtig? Wieviel Kinder konsumieren schon Pornografie und finden wir das in Ordnung? Ist es in Ordnung wenn Sprache und Umgang verrohen und wir wirklich glauben, dass gewaltverherrlichende Spiele nicht die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung verringern? Sind wir so blind oder wollen wir nur nicht sehen was in unserer Gesellschaft passiert?

Am 11. Juni 2020 um 16:51 von fathaland slim

Zitat: Was nützt es, den Strafrahmen für minderschwere Delikte wie beispielsweise den Besitz von Nacktbildern dem für schwerste körperliche Übergriffe anzugleichen? Da geht die Verhältnismäßigkeit verloren.

Es geht nicht nur die Verhältnismäßigkeit verloren. Es dürfte zudem auch völlig nitzlos sein. Ich bezweifele, dass ein erhöhter Mindeststrarahmen Täter von ihren Taten abhalten wird. Das widerspräche jeder kriminologischen Erkenntnis. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein potenzieller Täter sich sagt: Obacht, jetzt gibt es eine erhöhte Mindeststrafe. Da lasse ich aber lieber ab von meinem verwerflichen Tun.

Anstatt Strafverschärfungen unter das Volk zu bringen, sollten lieber die Strafverfolgungsbehörden gestärkt werden. Der Fahndungsdruck ist es, was hilft. Wenn die realistische Gefahr besteht, ertappt zu werden, ist das abschreckend.

Zudem sollte tatsächlich, wie es schon werner 1955 um 16:00 ausgeführt wird, die Verjährung überdacht werden.

Es genügt nicht, nur das Strafmaß zu verschärfen

Es fokussieren sich derzeit viele über die Verschärfung des Strafmaßes bei der Verbreitung von Kinderpornografie und des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen.
Ich frage mich, warum die Diskussion über die Strafverschärfung erst jetzt stattfindet und nicht schon vor Jahrzehnten geführt wurde. Hat man Pädophilie als Problem nicht ernst genug genommen?
Wer nur über eine Strafverschärfung redet, sollte bitte darüber nachdenkt, ob wir nicht auch noch andere "Werkzeuge" im Instrumentenkasten haben, um die Gefährdung von Kindern in den Griff zu bekommen, wie z.B. Dialog und Aufklärung in der Gesellschaft oder schnellere digitale Ermittlungen und konsequente Verurteilung von Straftätern. Hier muss mehr investiert werden, als nur in eine Strafverschärfung. Letztere schreckt Personen nicht davon ab, ihrer kriminellen Neigung nachzugehen.

Am 11. Juni 2020 um 16:51 von Sausevind

Zitat: @ 16:24 von AtomicOne --- Um was geht es Ihnen?
Dass Kinderpornographie erlaubt sein soll?
Was anderes kann ich Ihrem post nicht entnehmen.

Das ist ein Totschlagsargument, das jedem entgegengehalten werden kann, der den aktuelle Strafverschärfungshype nicht mitmacht.

17:10, falsa demonstratio

>>Anstatt Strafverschärfungen unter das Volk zu bringen, sollten lieber die Strafverfolgungsbehörden gestärkt werden. Der Fahndungsdruck ist es, was hilft. Wenn die realistische Gefahr besteht, ertappt zu werden, ist das abschreckend.<<

Genau so sehe ich das auch und bin völlig Ihrer Meinung.

Das Problem der ineffektiven Strafverfolgung schafft man nicht mit höheren Strafen aus der Welt.

Am 11. Juni 2020 um 17:05 von Forfuture

Zitat: Danke für den Hinweis.

Ich habe zu danken für Ihr Posting: Alle Achtung ! Solche Größe findet man hier selten.

Zitat: Ich finde es wichtig möglichst viele solcher Vorfälle wie Lüdge, oder Münster, zu verhindern.

Da sind wir uns vollkommen einig.

Ich bin aber überzeugt, dass Strafverschärfungen nich viel bringen. Das Mittel heißt: Polizeiausstattung und Verfolgungsdruck.

16:19 von wosu0106

... Und wenn schon Corona-App gibt's wünsche ich mir auch eine App die mich warnt, ob ein vorbestrafter Pädophile Täter in der Nähe meiner Kinder wohnt.

Und? Wie würden Sie auf eine solche Warnung reagieren? Was bedeutet hier „Nähe“? 100 Meter, 500 Meter, 5 Kilometer?

Genauso gut können Sie ein öffentlich einsehbares Register von Straftätern fordern.

täterinnen

sowohl in dem artikel als auch in den hierzu verfassten kommentaren ist ausschließlich von tätern die rede. sexualisierte gewalt durch frauen, also täterinnen, wird nach wie vor komplett tabuisiert. ein drittel all dieser straftaten wird durch frauen begangen, die oft genug aufgrund dieser tabuisierung auch keine strafverfolgung zu befürchten haben. für die minderjährigen opfer eine doppelte katastrophe und höchste zeit, dass sich daran mal irgendetwas ändert. (siehe hierzu auf der seite von zartbitter e.v. die studie zu"sexualisierter gewalt durch frauen und jugendliche mädchen")

17:12, HSG

>>Ich frage mich, warum die Diskussion über die Strafverschärfung erst jetzt stattfindet und nicht schon vor Jahrzehnten geführt wurde. Hat man Pädophilie als Problem nicht ernst genug genommen?<<

Diese Diskussion findet nach jedem spektakulären Kriminalfall statt, und zwar solange ich denken kann.

RE: AfroDieter um 16:33

***Gerade in minderschweren Fällen ist die Verordnung einer Therapie doch viel zielführender. So lernt die Person sich die eigene Neigung einzugestehen und damit gesellschaftkonform umzugehen.***

Vor einigen Jahen kam eine Reportage zum Thema Pä­do­phi­lie. Auf die Frage warum Betroffene, die durchaus bereit für eine Therapie wären und sich bei den entsprechenden Stellen trotzdem nicht melden würden, kam heraus, dass Angst vor gesellschaftlicher Ächtung im Privat- und Berufslebenund der Aufnahme in eine Datei es für viele unmöglich macht, sich zu melden um Hilfe zu erhalten.

An dieser Stelle müsste man dringend ansetzen !

Gruß Hador

16:45 von odhrain

Die Meinung von Herrn Ziemiak, das es keine besonders leichten Fälle gebe, ist insofern fragwürdig.

Nicht nur das, sie ist schlicht falsch.
Ich halte es sogar für kontraproduktiv, diese `leichten Fälle´ (wie schon jemand angeführt hat, betrifft das vielfach auch nicht-reale Darstellungen) zu verfolgen, denn die Kapazitäten bei der Strafverfolgung und der Justiz sind bekanntlich nicht so wirklich riesig.
Das führt eher dazu, dass wirkliche Verbrechen nicht verfolgt werden können, weil man mit Kleinkram beschäftigt ist.

@fathaland slim um 16:51Uhr

Ich weiß ja wieder einmal nicht, ob ich hier meine Meinung sagen darf, aber ich habe Zweifel daran, ob der Ruf nach härteren Strafen nur auf die Wähler rechts der Mitte abzielt. Offenbar haben Sie die empfängliche Zielgruppe schon geortet und links-orientierte Wähler grundsätzlich ausgeschlossen. Ob das wirklich nur mit der politischen Orientierung zu tun hat? Oder wollen Sie ernsthaft behaupten, daß nur Linke jeden Sachverhalt immer ganz kühl und emotionslos analysieren? Dabei haben Sie aus anderen Gründen recht! Was nützt ein härteres Strafmaß, wenn es aus verschiedensten Gründen nicht angewendet wird? Es ist Aktionismus, tauglich nur für Wahlkampf! Aber auf diese Problematik brauche ich einen echten Linken wie Sie nicht hinzuweisen, oder?

Hintergrundinformationen

Gibt es denn schon Erkenntnisse dazu, inwieweit eine Strafverschärfung, egal zu welcher Straftat, dazu führt, dass weniger Straftaten verübt werden?
Denn eine Grundlage für die Strafverschärfung muss ja existieren. Oder wird einfach nur Aufgrund der Rachegelüste der Bevölkerung eine Strafveschärfung erwogen?

Wer so einen Trieb hat

wird wohl auch von einem höheren Strafmaß nicht davon loskommen. Die Hintermänner die solche Sachen ins Netz stellen müssen ausgemacht und bestraft werden.M.M.

Jeder, der für die Erstellung

Jeder, der für die Erstellung solcher Bilder im Internet verantwortlich ist, trägt selbstverständlich eine Mitschuld und ist sich dessen durchaus bewusst.
Und jedem, der gegen härtere Strafen für dieses Milieu plädiert, unterstelle ich mal, selber keine Kinder zu haben. Anders kann ich mir diese Empathielosigkeit nicht erklären, dass es ok sein soll, dass Straftäter mit evtl ein paar Monaten auf Bewährung davon kommen.
Und selbstverständlich sind solche Strafen bisher eher eine Lachnummer statt als Abschreckung zu dienen.
Lambrecht war bisher ständig damit beschäftigt, sich um härtere Strafen gegen Hass & Hetze im Netz zu kümmern.
Und dann bei Pädophilie so zögerlich?
Die "linke" Justizminsterin eben.

 17:10 @falsa demonstratio .. @16:51 fat

Ich gehöre hier ausnahmsweise auch zu Verfechtern höherer Mindeststrafen.

Meinen Sie nicht, dass manche Verbreiter und Konsumenten von Kinderpornografie
oder manche Täter, die ein Kind missbrauchen bei 1 Jahr Gefängnis ohne Bewährung anders handeln als wenn sie mit 3 Monaten auf Bewährung rechnen können?

Der Schutz der Kinder vor solchen Taten ist sehr schwierig, das schrieb ich schon.

RE: von fathaland slim um 17:04; 16:51, Sausevind

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an den Verein Wildwasser e.V. und den "Wormser Prozessen", bei dem dieser Verein eine äußerst unrühmliche Rolle spielte. Familien wurden auseinandergerissen, sozial und finanziell ruiniert und das Ganze trotz Freisprüchen - eine unglaublich Anmaßung und Ungerechtigkeit.

Gruß Hador

16:48 von _Adam_

Eine Grundeinstellung nach dem Motto "Strafen bringen eh nichts..." oder "Strafen machen die Straftaten nicht rückgängig oder bringen die Opfer nicht zurück..." zeigen entweder eine Gleichgültigkeit oder aber (ich hoffe, ich irre mich), dass man selber eine innere Neigung zu was auch immer hat.

Genau das ist der Effekt. Man fühlt sich ja schon unsicher, wenn man nicht in den Tenor einstimmt. Weil vielleicht innere Neigung und so.
So macht man Kritiker an Dingen, die eigentlich gar nichts mit dem Thema zu tun haben, mundtot und sogar gleich mit verdächtig. Mindestens aber ein wenig suspekt.

Wenn man sich mit dem Thema `Gewalt gegen Kinder´ ein wenig auskennt, weiß man, dass weder höhere Strafen für Randbereiche dieses Themas noch die Kriminalisierung jener an der Gewalt auch nur das Geringste ändert.
Man lenkt einfach nur vom eigentlichen Thema ab.

17:28 von nie wieder spd

Gibt es denn schon Erkenntnisse dazu, inwieweit eine Strafverschärfung, egal zu welcher Straftat, dazu führt, dass weniger Straftaten verübt werden? ...

Ja, gibt es, haufenweise und schon sehr lange. Kann man googeln.

Die häufigsten Aussagen sind, dass hohe Strafen nicht zur Reduzierung der zugrunde liegenden Straftaten führen. Bekanntestes Beispiel ist die relativ wirkungslose Todesstrafe in den USA.

17:28, karlheinzfaltermeier @fathaland slim um 16:51Uhr

>>Ich weiß ja wieder einmal nicht, ob ich hier meine Meinung sagen darf<<

Ja, warum denn nicht?

>>aber ich habe Zweifel daran, ob der Ruf nach härteren Strafen nur auf die Wähler rechts der Mitte abzielt. Offenbar haben Sie die empfängliche Zielgruppe schon geortet und links-orientierte Wähler grundsätzlich ausgeschlossen. Ob das wirklich nur mit der politischen Orientierung zu tun hat? Oder wollen Sie ernsthaft behaupten, daß nur Linke jeden Sachverhalt immer ganz kühl und emotionslos analysieren?<<

Nein, natürlich nicht.

Aber es ist eine Eigenart derjenigen, die man landläufig als "rechts" bezeichnet, das Heil in möglichst drakonischen Strafen zu sehen. Das geht bis zum Ruf nach der Todesstrafe. So genannte Law and Order-Politik ist das Kennzeichen von Parteien rechts der Mitte.

>>Was nützt ein härteres Strafmaß, wenn es aus verschiedensten Gründen nicht angewendet wird? Es ist Aktionismus, tauglich nur für Wahlkampf!<<

Das sehe ich genauso.

Antwort auf den Kommentar

>>Das Problem fängt doch schon bei der Verfügbarkeit von Pornographie im Netz an.<<
Ganz genau. Es hat in der Vergangenheit Zeiten gegeben, in denen es noch so etwas wie Scham gegeben hat, wenn sich Menschen mit so etwas beschäftigt haben. Damit meine ich die Zeiten, als es noch nicht das Internet und damit den freien Zugang zu solch einem pornographischen Dreck per Mouseclick gegeben hat. Eine gesund dosierte Scham ist nicht verkehrt und schon gar nicht hierbei.
Seit dem Ende der 1990er Jahre ist diese angesprochene Verfügbarkeit im Netz ungebremst und niemand denkt wirklich daran, etwas zu ändern, weil es ganz im Gegenteil auch noch häufig heruntergespielt und verharmlost wird. Die Begründung ist ja eben auch häufig, dass die über 18 Jährigen für ihr Leben selbst zuständig sind.
Der Besitz und der Vertrieb von Kinderpornografie muss als Verbrechen bestraft werden, wobei natürlich auch die Frage geklärt gehört, ob die Grenze generell bei 18 Jahren liegt. Was gilt für Jugendliche?

Am Ziel vorbei

Und wieder hört man, wie nach jeder gravierenden Tat, dass man die erforderlichen Gesetze verschärfen müsse. Hier wird vollkommen vergessen, dass bestehende Gesetze in der Regel ausreichen würden, wenn, ja wenn man diese auch in ihrer ganzen Breite ausnützen würde. Schon heute können solche Täter mit bis zu 15 Jahren bestraft werden; doch werden sie dies in der Regel auch? Weiterhin muss man sich fragen, in wie weit solche "unentdeckten" Taten solch einen langen Zeitraum unentdeckt bleiben konnten? Hier scheint in der Gesellschaft, Familie, Gemeinschaft doch etwas arg im Argen zu liegen. Und weiterhin, warum sind nicht die notwendigen und erforderlichen Voraussetzungen (Personal, Material etc.)vorhanden bereits in der Vergangenheit bereitgestellt worden?

Für Kinderschänder brauchen

Für Kinderschänder brauchen wir keine neuen Strafen, man muss die bestehenden nur mal richtig anwenden.

17:31, Leipzigerin59

>>Meinen Sie nicht, dass manche Verbreiter und Konsumenten von Kinderpornografie
oder manche Täter, die ein Kind missbrauchen bei 1 Jahr Gefängnis ohne Bewährung anders handeln als wenn sie mit 3 Monaten auf Bewährung rechnen können?<<

Das bezweifle ich. Wäre das so, dann müsste ja generell die Kriminalität zurückgehen, wenn man den Strafrahmen anhebt, und Länder mit den drakonischsten Strafen müssten die niedrigsten Kriminalitätsraten haben.

Dem ist aber nicht so, sondern sogar eher im Gegenteil.

Das Problem in Deutschland ist IMHO ein anderes: Eigentumsdelikte werden generell härter bestraft als Delikte gegen Seele, Leib und Leben. Das wirft, finde ich, ein bezeichnendes Licht auf die Gesellschaft, in der wir leben.

Sexueller Missbrauch

Vor Kurzem las ich einen Artikel über Jugendarbeit in Vereinen. Vor 25 Jahren war ich selber in meinem Fußballverein für die Jugendarbeit tätig. Und wir waren damals richtig unbedarft, ja regelrecht naiv, was den Umgang mit den Kindern anging.
Heute gilt für manche Zeitgenossen ein männlicher Trainer/Betreuer als potentielle Gefahr für das Kind, und um dem vorzubeugen treffen die heutigen Jugendarbeiter entsprechende Maßnahmen. Durch das Misstrauen und Selbstschutz sind Leichtigkeit und Unbedarftheit verlorengegangen, womöglich notwendig, aber trotzdem sehr schade.

Gruß Hador

Am 11. Juni 2020 um 17:31 von Leipzigerin59

Zitat: Meinen Sie nicht, dass manche Verbreiter und Konsumenten von Kinderpornografie
oder manche Täter, die ein Kind missbrauchen bei 1 Jahr Gefängnis ohne Bewährung anders handeln als wenn sie mit 3 Monaten auf Bewährung rechnen können?

Ich kann nicht erkennen, dass es für den Täter einen großen Unterschied macht, ob er drei Monate oder ein Jahr oder zwei Jahre auf Bewährung bekommt.

Im übrigen muss man bei Taten und Tätern differenzieren, was die Schuld des Täters, die Auswirkungen der Tat auf das Opfer und die Wirkung der Strafandohung betrifft.

Ich wiederhole mich: Maßgeblich ist der Druck, entdeckt zu werden. Dazu braucht es eine personell und sächlich gut ausgestattete Polizei.

16:15 Wanderfalke

>>Vielleicht sollten jene, die da jetzt nach härteren Strafen blöken sich mal klar machen, wie es um die personelle Ausstattung bei Justiz, Jugendämtern und der Polizei bestellt ist, was eigentlich die Grundlage einer zielführenden Strafverfolgung ausmacht.
Solange da noch aus Überforderung zu selten, zu ungenau und zu spät reagiert wird, geht das am Kern des Problems vorbei.<<

Stimmt, da muss unbedingt dran gearbeitet werden. Sollte das aber allein der Grund sein diese Täter nicht weiter härter zu verfolgen?
Bitte mal an die Opfer denken und nicht nur an die Täter.

Da angeblich höhere Strafen

Da angeblich höhere Strafen nicht abschrecken, könnte mann dann strafen nicht gleich ganz lassen?
Diese Logik kann ja nicht ernst gemeint sein. Längere strafen schützen auf alle Fälle vor zu frühen Rückfällen.

17:43, Robert Wypchlo

>>>>Das Problem fängt doch schon bei der Verfügbarkeit von Pornographie im Netz an.<<
Ganz genau. Es hat in der Vergangenheit Zeiten gegeben, in denen es noch so etwas wie Scham gegeben hat, wenn sich Menschen mit so etwas beschäftigt haben. Damit meine ich die Zeiten, als es noch nicht das Internet und damit den freien Zugang zu solch einem pornographischen Dreck per Mouseclick gegeben hat. Eine gesund dosierte Scham ist nicht verkehrt und schon gar nicht hierbei.<<

Meine Pubertät fand Ende der sechziger/Anfang der siebziger Jahre statt.

Lange vor dem Internet.

In unserer Klasse kursierte die Pornografie in gedruckter Form, und zwar reichlich.

Die unschuldigen Zeiten gab es nie.

17:49 von fathaland slim

Eigentumsdelikte werden generell härter bestraft als Delikte gegen Seele, Leib und Leben.
Das wirft, finde ich, ein bezeichnendes Licht auf die Gesellschaft, in der wir leben.
.
das ist bezeichnend !
aber wie will man überhaupt ein Strafmaß festlegen
wenn ich einen Mörder statt 10 Jahre eben 25 Jahre einbuchte
wird der Tote auch nicht wieder lebendig
die Angehörigen leiden nicht weniger unter dem Verlust
ob ne Strafe abschreckt ..... ? eine unendliche Geschichte
ist die Gefahr erwischt zu werden nicht eher ein Abschreckungsgrund ?

Am 11. Juni 2020 um 17:40 von fathaland slim

"17:28, karlheinzfaltermeier @fathaland slim um 16:51Uhr
>>Ich weiß ja wieder einmal nicht, ob ich hier meine Meinung sagen darf<<
Ja, warum denn nicht?
„Das geht bis zum Ruf nach der Todesstrafe. So genannte Law and Order-Politik ist das Kennzeichen von Parteien rechts der Mitte.“

So ist es.

Selbst wenn man weiß, dass etwas mit der Todesstrafe bestraft wird, ändert das an dem jeweiligen Vorhaben nichts.

Meine Begründung hierzu, wurde unverständlicherweise blockiert.

17:40 von fathaland slim Ja,

17:40 von fathaland slim

Ja, warum denn nicht?

Das könnte ich Ihnen theoretisch beantworten XD

Die Law&Order-Fraktion weiß sehr genau, wie Sie ihre Interessen durchsetzen kann und was sie wie darstellen und kommunizieren muss, um dafür Rückhalt zu bekommen.
Und ja, die findet sich kaum links der Mitte.
Themen zu emotionalisieren ist eine der bewährten Strategien, um gerade in Bereichen, in denen nur wenige Leute Erfahrung oder echtes Wissen haben, Ziele zu erreichen. Die zudem auch nicht immer gleich erkennbar sind.
Dieses Thema hier ist ein gutes Beispiel dafür.

Hmmm

Auch wenn das Alles nicht den Weg durch die Filter gefunden hat...
Das ist doch kein 'Missbrauch'
Das ist einfach VERGEWALTIGUNG.

15:41 von Erich Kästner

“Die Strafen können für viele nicht hart genug sein. Von Verhältnismäßigkeit will da keiner mehr was hören.“

Welche Verhältnismäßig meinen Sie?
Welche Verhältnismäßigkeit lassen die Täter den missbrauchten Kindern angedeihen?
Die Verhältnismäßigkeit, bei der sogar erfahrene Polizisten mit dem Grauen kämpfen?
Bitte um Erklärung.

Am 11. Juni 2020 um 17:30 von Jacko08

Zitat: Und dann bei Pädophilie so zögerlich?

Pädophilie ist nicht strafbar.

Zitat: Und jedem, der gegen

Zitat: Und jedem, der gegen härtere Strafen für dieses Milieu plädiert, unterstelle ich mal, selber keine Kinder zu haben. Anders kann ich mir diese Empathielosigkeit nicht erklären, dass es ok sein soll, dass Straftäter mit evtl ein paar Monaten auf Bewährung davon kommen.

Ich habe drei Kinder, sechs Enkel und eine juristische Ausbildung mit über dreißig Jahren Berufserfahrung im Strafrecht.

Ich bin trotzdem (oder gerade deshalb) der Meinung, dass eine Erhöhung der Mindeststrafe nichts bringt (übrigens auch nicht im Hinblick auf die Bewährung, die es dann immer noch geben wird).

Strafrahmen

Über einen angemessenen Strafrahmen kann man lange streiten. Meine Meinung ist erstens, dass der reine Besitz von Kinderpornographie keine Lappalie ist. Schließlich muss irgendwer diese Bilder mit Kindern herstellen, damit jemand sie runterladen kann. Nachfrage erzeugt Angebot.
Andererseits dürfte kaum einer dieser Hardcore-Täter sich darum scheren, ob er im Zweifelsfall einJahr mehr oder weniger in den Knast wandert. Er geht ja davon aus, nicht erwischt zu werden. Man verhindert also kaum etwas, allerdings sind die Typen dann wenigstens länger von der Straße.

16:36 von falsa demonstratio

“Um diese Fälle geht es nicht. Solche Fälle werden hart bestraft. Die Täter von Staufen und Lüdge haben 12/13 Jahre gefangen.“

Die Opfer haben lebenslänglich!

um 17:04 von fathaland slim

Lieber Fatha,

was man allerdings berücksichtigen muss, im Vergleich zu dem harmlosen Foto vor vierzig Jahren, ist, das heute über die asozialen Plattformen kinderpornografisches Bildmaterial in Lichtgeschwindigkeit und in Massen verteilt wird. Und hinter jedem einzelnen dieser Bilder steckt ein Missbrauch.

Ich bin selbst später Vater eines sechsjährigen Kindes, und glauben Sie mir, bei all meinen Versuchen, das Thema rational zu betrachten, kann und will ich nicht verleugnen, dass bei mir dabei sehr böse Gefühle aufkommen. Ich habe keine Lösung aber eben diese Bauchgefühle. Und das dürfte sicherlich einigen Foristen so gehen.

Gruß Jan

Das ist unsere Gesellschaft

Wie wir mit unseren Kindern umgehen zeigt, in welcher Gesellschaft wir leben.
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Kinder sind hier nicht wichtig. Interessanterweise werden auch die Eltern nie zur Verantwortung gezogen. In den schlimmsten Fällen hat das Jugendamt nicht richtig hingeguckt.
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Die Schulen schimpfen auf die Eltern, die Eltern auf die Politik, die Politik sucht Bauernopfer.
.
Am Ende scheint vergessen zu werden, dass Kinder Menschen sind. Menschen, denen Menschenrechte zustehen, zumindest aber die Grundrechte.
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Allerdings hat Corona uns auch gezeigt, dass die Rechte nahezu aller anderen wichtiger sind, als die von Kindern. Wozu Schulbildung, wenn dadurch 80jahrige ggf. nicht ins Schwimmbad dürfen?
.
Tja, Kinder meckern nicht, Kinder wählen nicht, Kinder klagen nicht. Und wenn sie für eine bessere Zukunft demonstrieren, werden sie von Erwachsenen angepöbelt.
.
Aber so ist es.... In Deutschland 2019 und 2020.

Am 11. Juni 2020 um 17:59 von Margareta K.

15:41 von Erich Kästner : “Die Strafen können für viele nicht hart genug sein. Von Verhältnismäßigkeit will da keiner mehr was hören.“

Zitat: Welche Verhältnismäßig meinen Sie?
[ ..... ]
Die Verhältnismäßigkeit, bei der sogar erfahrene Polizisten mit dem Grauen kämpfen?
Bitte um Erklärung.

Delikte, bei denen "sogar erfahrene Polizisten mit dem Grauen kämpfen" stehen hier doch gar nicht in Rede. Dafür gibt es saftige Strafen (Staufen und Lüdge: 12/13 Jahre).

Verhältnismäßigkeit bedeutet, jeden Einzelfall schuld- und tatangemessen zu beurteilen.

@dr.bashir 18.07

ich stimme Ihnen zu, mehr ist mir heute offenbar nicht vergönnt. aber vielleicht wenigstens das?

Politische Stimmungsmache

Die Behauptung von erfahrenen Polizisten, der Fall erschüttere selbst sie und mache sie fertig, ist doch schon seit Jahren eingeschliffen. Das wird regelmäßig wiederholt und dient dem Zweck, auf diese Art und Weise besser gehört zu werden, damit die Politik Forderungen der Polizei erfüllt.

Solch ein Auftreten von Ermittlern kommt in der Öffentlichkeit offensichtlich gut an, ist aber tatsächlich in höchstem Maße unprofessionell. Selbst wenn ein Ermittler von einem Fall besonders emotional berührt sein sollte, gehört es zu einem vernünftigen Berufsverständnis, dies im privaten Bereich zu besprechen, aber nicht in die behördliche Pressearbeit einfließen zu lassen. Solche eine Vermengung von Pressearbeit, die eigentlich sachliche Arbeit sein soll, mit persönlichen Gefühlen, ist gefährlich.

17:59 von Margareta K.

Auf den Umstand, dass die Ermittler mit dem Grauen kämpften, haben die Medien ja deutlich hingewiesen.
Dabei geht es aber um den Fall in Münster.
Trotzdem, diese Aussage ist hängengeblieben und hat man im Kopf.
Und so finden wir alles aus diesem Bereich ganz furchtbar schlimm.
Wenn man sich aber mal das Beispiel von M.Höffling um 16:30 Uhr ansieht, was relativ gut beschreibt, was `Kipo´ eben auch sein kann, oder den Beitrag um 16:45 Uhr, dann erkennt man vielleicht, dass die medienwirksamen Fälle längst nicht alles sind.
Wenn es z.B. heißt, dass unter Jugendlichen immer mehr Kipo kursiert, denken wir (fast) alle an schlimme Darstellungen und Gewalt/Missbrauch. Was aber tatsächlich kursiert, erfahren wir nicht. Sind die plötzlich alle im Darknet an den schlimmsten Orten unterwegs ?
Schlagzeilen und Schlagworte, ohne Differenzierung oder `Verhältnismäßigkeit´. Dabei ist die Spanne riesig.

Am 11. Juni 2020 um 18:07 von Margareta K.

@ Am 11. Juni 2020 um 18:07 von Margareta K. “Um diese Fälle geht es nicht. Solche Fälle werden hart bestraft. Die Täter von Staufen und Lüdge haben 12/13 Jahre gefangen.“

Zitat: Die Opfer haben lebenslänglich!

Diese Diskussion können wir gerne auch aufmachen. Ich befürchte aber, dass sie auf Dauer nicht durch die Moderation kommt, weil sie mit dem herrschenden Thema nichts zu tun hat.

Sie wollen offensichtlich nicht (nur) die Mindestsrafe, die her in Rede steht erhöhen, sondern (auch) die Höchststrafe. Sagen Sie es frei heraus: Wollen Sie lebenslänglich ?

17:54 von Bender Rodriguez

Zitat:"Da angeblich höhere Strafen nicht abschrecken, könnte mann dann strafen nicht gleich ganz lassen?
Diese Logik kann ja nicht ernst gemeint sein. Längere strafen schützen auf alle Fälle vor zu frühen Rückfällen."

Das ist alles ein bisschen komplexer als Sie es hier darstellen. Selbstverständlich muss es Strafen für Verbrechen und Vergehen geben, sonst macht sich eine Rechtsordnung lächerlich und lässt dem Stärkeren/"Böseren" freie Hand. Eine ganz andere Sache ist, was man damit erreicht. Die Todesstrafe als ultimative Höchststrafe schreckt potentielle Mörder offensichtlich genausowenig ab wie schlimmste Folter und Hinrichtungsmethoden in früheren Zeiten. Täter glauben fast immer, sie würden nie erwischt, deshalb ist die Strafandrohung für die Tat meist irrelevant. Andererseits weiß man auch, dass Freiheitsstrafen nicht unbedingt zu einer Läuterung des Straftäters führen. Das alles ist ein Dilemma, bei dem ich auch keinen Ausweg weiß, höchstens stärkerer Ermittlungsdruck.

Bock zum Gärtner

Die CDU hat bei diesem Thema eher aktive Vertuschung betrieben, siehe z.B Kirche und andere "christliche" Verbände, siehe häusliche Gewalt.
Es ist wieder mal typisch für die rechtskonservative Fraktion dieser Partei alles, aber auch wirklich alles, ohne Respekt vor dem menschlichen Leben Wahlkampf technisch zu missbrauchen.
Ansonsten, natürlich ist Kindesmissbrauch ein Verbrechen, was gibt es da noch rum zu eiern wenn eine Ministerin endlich mal entsprechende Konsequenzen fordert und, gottlob, ihre Meinung geändert hat.
Ach so, sie ist in der "falschen" Partei, ja dann........

18:10 von Jan Sensibelius

Und hinter jedem einzelnen dieser Bilder steckt ein Missbrauch.

Informieren Sie sich doch mal wirklich über das Thema. Es sind ja sogar hier heute, obwohl die Moderation offenbar enorm `kritisch´ ist, Hinweise auf die Definition von Kipo durchgekommen.
Es steckt eben längst nicht hinter jedem einzelnen Bild ein Missbrauch. Hinter sehr vielen sicher, aber es gibt auch ganz viele Fälle, wo das gar nicht so ist.
Das ist auch das Problem an Paragraf 184b. Meines Wissens nach übrigens der einzige, bei dem auch `Verbrechen´ bestraft werden, die gar keine sind und wo es kein Opfer gibt.
Da ist die Gesetzgebung mit der Zeit über das eigentliche Ziel, nämlich Opfer zu schützen oder idealerweise zu verhindern, weit hinausgeschossen.

17:46 Leser_Home

Ihr Kommentar ist durchaus eine Überlegung wert. Das bereits bestehende Gesetze nicht in ihrer vollen Breite genutzt werden, ist sicher kein Einzelfall.

>>Weiterhin muss man sich fragen, in wie weit solche "unentdeckten" Taten solch einen langen Zeitraum unentdeckt bleiben konnten? Hier scheint in der Gesellschaft, Familie, Gemeinschaft doch etwas arg im Argen zu liegen. <<

Da stimme ich Ihnen ebenfalls zu.

18:19 von Tino255

Solche eine Vermengung von Pressearbeit, die eigentlich sachliche Arbeit sein soll, mit persönlichen Gefühlen, ist gefährlich.

Nein, sie ist zielführend.

@fathaland slim & @falsa demonstratio

17:49 @fathaland slim @Leipzigerin59

Volle Zustimmung für Ihren letzten Absatz.

Mag sein, dass härtere Strafen nicht abschrecken.

* * * * * * * * *

17:52 @falsa demonstratio @17:31 Leipzigerin59

Ich meinte ohne Bewährung.

* * * * * * * * * *

Kinderpornografie
ist das Ergebnis von Missbrauch von Kindern,
ersteres mag mit gründlicheren, intensiveren Maßnahmen besser verfolgbar sein und den Druck erhöhen.

(unabhängig von der Diskussion zum Stafmaß)
Doch wie verhindert man besser
die Taten vorher?
Das halte ich für äußerst schwierig.

Und manche Taten gelangen nicht ins Netz.

Sinn von Strafe

Wenn meine Informationen stimmen, dann findet Kindesmissbrauch in den meisten Fällen innerhalb der Familie statt. Staufen, Lügde und Münster sind dafür Beispiele. Ich frage mich: Wenn ein Vater (oder manchmal auch eine Mutter), ein Onkel oder sonst ein dem Kind nahestehender Mensch offenbar kein Schuldgefühl entwickelt, dem eigenen (!) Kind so ein Verbrechen anzutun, wie soll dann eine wie auch immer geartete Strafe solche Verbrechen an Kindern verhindern? Natürlich müssen Strafen dann sein, aber wichtiger scheint mir, besser hinzuschauen und auf Kinder zu achten.

Antwort auf den Kommentar

>>Die unschuldigen Zeiten gab es nie<<
Und auch das wirkt auf mich auch schon wieder wie eine Art Herunterspielung und Verharmlosung.
Aber das Problem, das ich hier auch sehe, ist, dass in den Zeiten, in denen so etwas nur in gedruckter Form vorgelegen hatte, es noch genug Nischen gegeben hatte, um solch einem ungewollten Konsum zu entgehen. Mit der Erfindung des Videos bzw. des Internets ist ist neben (Kinder-)Pornografie ebenso digital noch dazu gekommen. Oder andersrum gesagt: der Dreck wird immer mehr und was immer mehr wird - das gilt übrigens für alle Dinge des Lebens - wird auch immer unübersichtlicher.
Zeitgleich werden die angesprochenen Nischen, um dem zu entgehen, immer weniger.
Es wird leider so auch immer schwieriger diesem überflutenden Dreck zu entkommen.
Ich zitiere aus einer Talkshow eine bekannte Moderatorin: Wie kannst Du in einer Zeit, in der die ganze Welt über ..x redet, dem entkommen?

@Jacko08 - 17:54

"Stimmt, da muss unbedingt dran gearbeitet werden.
Sollte das aber allein der Grund sein diese Täter nicht weiter härter zu verfolgen?
Bitte mal an die Opfer denken und nicht nur an die Täter."

Mir geht es doch nicht um die Schonung der Täter zulasten der Opfer.

Ich sehe in den härteren Strafen den üblichen Reflex, der erst im 2. Schritt wirksam wird.
Wenn die von mir beschriebenen Behörden 7 - 12% der Täter dingfest machen, dann werden auch nur diese 7 - 12% härter bestraft - wo liegt da die Erfolgsquote, diesen Problemen Herr zu werden?

18:06 von falsa demonstratio

«Ich habe 3 Kinder, 6 Enkel und eine jur. Ausbildung mit über 30 Jahren Berufserfahrung im Strafrecht.

Ich bin trotzdem (oder gerade deshalb) der Meinung, dass eine Erhöhung der Mindeststrafe nichts bringt (übrigens auch nicht im Hinblick auf die Bewährung, die es dann immer noch geben wird).»

Keine eigenen Kinder, 5 Neffen & Nichten. Keine jur. Ausbildung.
Die Kleinen = 2 Mädels im Alter von 8 / 11 J.

Vom Gesetzgeber erlassene Strafrahmen sollen auch eine Einordnung (der Schwere) von div. Straftaten untereinander bewirken.

Bei Sexualstraftaten gegen Kinder ist die Relation bspw. zu "Bewaffnetem Raub" weit jenseits jeder jur. Vernunft. Wie viele Strafrahmen von Delikten gegen Leib / Leben … vs. … Eigentum / Besitz. Unwürdig !

"Nicht für jedes Bild-Kinderporno". Aber für jede Art von organ. Verbreitung solcher Bilder im Netz・muss (!)・ein "unterer" Strafrahmen sein, der schon bei der・allerersten (!)・Tat Bewährung・unmöglich (!)・macht !

"Als Wert-Zeichen" i.d. Gesellschaft …!

Verhältnismäßig...

Das ist eine gute Idee, die Urteile verhältnismäßig zu fällen! Im Verhältnis zum Leid, das die Täter und Förderer von Missbrauch den Kindern und Jugendlichen antun. Denn die Folgen sind für die Geschädigten meist lebenslang und gravierend spürbar. Im Verhältnis dazu sollten die Strafen fallen: Unter anderem lebenslange "Wiedergutmachung" durch Zahlung an einen Fond der Geschädigten hilft!
Die vielen Freisprüche (=Bewährungsstrafen) für den Besitz von Kinderpornographie sind ein Hohn für die Opfer! An der Stelle schäme ich mich für unser Rechtssystem: Kaum mehr als mit diesem Vergehen kann man gegen die Würde des Menschen verstoßen!

Unterscheidung

> was man allerdings berücksichtigen muss, im Vergleich zu dem harmlosen Foto vor vierzig Jahren, ist, das heute über die asozialen Plattformen kinderpornografisches Bildmaterial in Lichtgeschwindigkeit und in Massen verteilt wird. Und hinter jedem einzelnen dieser Bilder steckt ein Missbrauch.

Leider ist dem mitnichten so. Die Gesetzesänderungen der letzten Jahre haben dazu geführt, dass Kinderpornographie mittlerweile sehr weit gefasst ist, was letztendlich dazu führt dass sämtliche Nacktheit von Minderjährigen mindestens in der Grauzone zu verorten ist. Das führt dazu, dass immer mehr Jugendliche regelrecht kriminialisiert werden, wegen Anfertigung und Verbreitung von Kinderpornographie.

Den Opfern von sexueller Gewalt und Ausbeutung hilft das kein bißchen weiter, genausowenig wie den Strafrahmen dafür zu verschärfen. Ganz im Gegenteil lenken zu viele banale Fälle vom eigentlichen Problem ab und absorbieren die dringen notwändigen (aber knappen) Resourcen für die Verfolgung.

Sexuelle Gewalt an Kindern

Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist ein Verbrechen, auch in Form der Kinderpornografie. Keine Frage.

@Tino255 18.19

Sie sollten nicht vergessen, dass Polizisten auch Menschen sind und menschliche Gefühle haben. Wenn die dann solche Bilder und Filme sehen müssen, packt die auch das Grauen. Ich bin sicher, sie würden nicht mit denen tauschen wollen. Ich bin selbst Vater und will mir nicht vorstellen, was die Polizei bei Ermittlungen ansehen muss.
Dass die das öffentlich machen und an die Politik Erwartungen haben finde ich nur legitim. Und natürlich auch Erwartungen an die Justiz.

17:04 von fathaland slim

<<< 16:51, Sausevind
>>Wenn Sie die Finger von Kindern lassen - und zwar unter eindeutig sexueller Absicht -, dann haben Sie nichts zu befürchten.<<

Nein, so einfach und eindeutig, wie Sie schreiben, ist das alles nicht <<<

.-.-.-.

Meine Schwierigkeit in solchen Fällen ist, dass ich ganz konkret auf einen bestimmten Beitrag reagiert habe, auf diesen hier:
16:24 von AtomicOne

Mir ist bekannt, dass auch zu Unrecht etwas "gedreht" werden kann.

Aber obenerwähnter Beitrag zog eine Schlussfolgerung, die mich tief entsetzt hat.
Darum habe ich so geschrieben, wie ich geschrieben habe, und würde es erneut so tun.

Aber ich schreibe hier immer seltener, weil es mir immer unmöglicher scheint, in dieser Diskussionsform zu vermeiden, dass das auf einen User Bezogene gleichzeitig für alle gelten soll.

Schänder?

@ Bender Rodriguez:
Für Kinderschänder brauchen wir ...

Mir ist egal, was wir Ihrer Meinung nach brauchen. Aber der Begriff "Kinderschänder" stammt aus einer anderen Epoche, in der es noch keinen Rechtsstaat gab. In seriösen Medien findet man solche stigmatisierenden Begriffe heute nicht mehr.

Am 11. Juni 2020 um 18:31 von Leipzigerin59

Zitat: 17:52 @falsa demonstratio @17:31 Leipzigerin59

Ich meinte ohne Bewährung.

Dann müssen Sie den Mindestrafrahmen auf über zwei Jahre erhöhen.

Ministerin Lambrecht nebelt ja nur populistisch durch die Gegend. Mal sehen, was dereinst im Gesetzentwurf stehen wird.

17:15 von falsa demonstratio

<< Am 11. Juni 2020 um 16:51 von Sausevind
Zitat: @ 16:24 von AtomicOne --- Um was geht es Ihnen?
Dass Kinderpornographie erlaubt sein soll?
Was anderes kann ich Ihrem post nicht entnehmen.

Das ist ein Totschlagsargument, das jedem entgegengehalten werden kann, der den aktuelle Strafverschärfungshype nicht mitmacht.<<

,.,.,.

Kann gut sein.

Aber ich habe es nur DIESEM User entgegengehalten, und das würde ich erneut tun, wenn er seine grauenvolle Position nicht erklärt.

17:54 von Bender Rodriguez

Da angeblich höhere Strafen nicht abschrecken, könnte mann dann strafen nicht gleich ganz lassen? ...

Das ist Unfug und ich unterstelle, dass Sie das auch wissen!

Und es ist nicht „angeblich“, sondern eine Tatsache (siehe Todesstrafe in den USA).

18:31 @Peter Meffert ... Sinn von Strafe

"... Ich frage mich: Wenn ein Vater (oder manchmal auch eine Mutter), ein Onkel oder sonst ein dem Kind nahestehender Mensch offenbar kein Schuldgefühl entwickelt, dem eigenen (!) Kind so ein Verbrechen anzutun, wie soll dann eine wie auch immer geartete Strafe solche Verbrechen an Kindern verhindern?  ..."

Ja, die Frage stelle ich mir auch oft.
Was geht in den Köpfen vor?
Kein Unrechtsbewusstsein, keine Empathie!

Keine Liebe zum Kind?
Vor allem, wenn es das leibliche, das eigene ist?
Manche Täter suchen sich Frauen mit Kindern nur zu diesem verbrecherischen Zweck.

Alternative

Wenn viele der Meinung sind, höhere Strafen bringen nicht viel und die Todesstrafe kommt nicht in Frage, könnte man ja mal versuchen, vergessene Tugenden wie Gottesfurcht, Rechtschaffenheit, Erbarmen usw. der Gesellschaft zu vermitteln. Ich weiss nicht, wie sowas umgesetzt werden soll, aber eine Gesellschaft, die tagtäglich mit solchen Eigenschaften konfrontiert wird, begeht freiwillig viel weniger Straftaten als durch Abschreckung durch Gesetze möglich wäre.

@tirilei, 16.15h

Wenn ein Vergehens- zum Verbrechenstatbestand hochgestuft wird, bewegt sich automatisch auch der Strafrahmen.
Dass in Deutschland die Strafen für Vergewaltigung z. T. niedriger als in anderen Länder ausfallen, liegt teilweise daran, dass der Tatbestand anders definiert wird.

@ Robert Wypchlo

Es hat in der Vergangenheit Zeiten gegeben, in denen es noch so etwas wie Scham gegeben hat, wenn sich Menschen ...

Wenn eine Sache klar ist, dann die, dass das ewige Nostalgie-Mantra sicher kein sinnvoller Beitrag zur Zukunft ist.

18:53 von _Adam_

Zitat:"Wenn viele der Meinung sind, höhere Strafen bringen nicht viel und die Todesstrafe kommt nicht in Frage, könnte man ja mal versuchen, vergessene Tugenden wie Gottesfurcht, Rechtschaffenheit, Erbarmen usw. der Gesellschaft zu vermitteln. Ich weiss nicht, wie sowas umgesetzt werden soll, aber eine Gesellschaft, die tagtäglich mit solchen Eigenschaften konfrontiert wird, begeht freiwillig viel weniger Straftaten als durch Abschreckung durch Gesetze möglich wäre."

Ein, wie ich finde, höchst bedenkenswerter Gedanke. Aber in einer säkularisierten, geldwertorientierten Gesellschaft, in der Empathie mit anderen gerne mal als "Gutmenschentum" abqualifiert wird, wohl wirklich schwer umzusetzen. Wie ich weiter oben schon schrieb: Wenn bei einem Vater oder einer Mutter, die dem eigenen Kind so etwas antun, der "innere Kompass" (früher sagte man Gewissen) nicht stimmt, dann ist etwas ganz furchtbar schiefgelaufen.

18:31 von Leipzigerin59

«… (unabhängig von der Diskussion zum Stafmaß)
Doch wie verhindert man besser
die Taten vorher?
Das halte ich für äußerst schwierig.»

Ohne deutlich mehr finanzielle Mittel zur Prävention.
Ohne deutlich mehr Women- & Man-Power bei Beratungsstellen.
Ohne deutlich mehr "Täterarbeit" bei Staffälligen + Noch-Nicht-Solchen.
Ohne deutlich mehr "Fahndungsdruck" durch personell + technisch gut aufgestellte + ausgerüstete Polizeibehörden.

Ist es nicht schwierig … aber unmöglich.

"Therapie" ist nicht der Begriff, den in der Materie kundige Praktiker zu pädophil veranlagten Menschen verwenden. Eine bestehende sexuelle Präferenz ist nicht "weg-therapierbar". "Täterarbeit" ist Konfrontation mit "Vorlieben" + Strategien zur Vermeidung, nicht Neigungen zum Schaden anderer auszuleben. Die "Charitée" in Berlin ist die Institution, die hierzu Anlaufstellen bündelt.

"Plus es muss sehr Zeichen des Gesetzgebers":
Bei Sexualtaten gegen Kinder.
Ist Schluss mit jeder (!) Art (!) von Lustig-Bewährung !

@Forengeschwätz 18.47

Aber der Begriff "Kinderschänder" stammt aus einer anderen Epoche, in der es noch keinen Rechtsstaat gab. In seriösen Medien findet man solche stigmatisierenden Begriffe heute nicht mehr."
Genau den Begriff fand man übrigens gestern noch exakt hier im Forum. Und man nutzte und kannte ihn in der gesamten bisherigen Epoche der Bundesrepublik im Rechtsstaat Deutschland.

@Leipzigerin59

> Kinderpornografie
ist das Ergebnis von Missbrauch von Kindern,

Nein, das war es einmal. Nach StGB §184b ist mittlerweise jede (halb-)entblösste Aufnahme von unter-14-jährigen potentiell Kinderpornographie und löst Ermittlungen aus, ob der erforderliche Tatbestand "in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung" erfüllt ist.

Das hat mit dem Missbrauch von Kindern erst einmal gar nichts zu tun und führt nur unnötig zur Kriminalisierung von Teenagern die Bilder von ihren Klassenkameraden anfertigen, die in diese Kategorie fallen. Den Betroffenen ist das häufig noch nicht mal bewusst und die Behörden ächzen schon über die zusätzliche Last, die solche sinnfreien Ermittlungen erzeugen. Eine Verschärfung der Bestrafung verschlimmert die Lage nur noch.
Ein echter Bärendienst für die tatsächlichen Opfer von Missbrauch!

Da bekommt der Begriff "Gedankenverbrechen" einen neuen Klang.

Wenn das Anfertigen, Verbreiten oder der Besitz von Kinderpornografie tatsächlich als Verbrechen mit 1 Jahr Mindeststrafe belegt wird, dann gibt es im wahrsten Sinn des Wortes in Deutschland auch Gedankenverbrechen als Straftat, denn als Kinderpornografie gilt auch Fiktion, sofern die Darstellung als ausreichend plastisch angesehen wird.

Das ist ein Aspekt, den diejenigen, die hier eine Erhöhung der Mindeststrafe fordern, wohl gerne ausblenden.

Viel sinniger wäre es, wenn man schon verschärfen will, die Höchststrafe zu erhöhen und nicht die Mindeststrafe.

Am 11. Juni 2020 um 18:31 von Leipzigerin59

Zitat: Kinderpornografie
ist das Ergebnis von Missbrauch von Kindern,

Nicht unbedingt.

Strafbar gem. § 184b StGB ist auch Fiktivpornograpfie (Comics, Zeichentrickfilme, Animes).

18:59 von Forengeschwätz

Zitat:"Wenn eine Sache klar ist, dann die, dass das ewige Nostalgie-Mantra sicher kein sinnvoller Beitrag zur Zukunft ist."

Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch sinnvoll sich zu fragen, warum manche wertvollen Dinge oder Einstellungen, wie z.B. Scham oder Mitgefühl oder Gewissen, in unserer heutigen Gesellschaft scheinbar verschwunden sind.

bei allem guten Willen

alle Argumente hier ernst zu nehmen, werde ich das Gefühl nicht los, dass es Kommentatoren gibt, die vorgeben, durch Abschreckung mit hohen Strafen die Zahl der Taten vermindern zu wollen, denen es aber in Wirklichkeit darum geht, dem Vergeltungsgedanken zu mehr Gewicht zu verhelfen. Sätze wie "die Opfer haben lebenslänglich!" zeigen mir eben, dass mit einem möglichst drakonischen Urteil eine Art Gerechtigkeit hergestellt werden soll, die Strafen danach bewertet, ob (nicht einmal das Opfer, sondern) die Öffentlichkeit in ihrem Racheverlangen befriedigt wird. Das ist der Grund, warum ich per se nicht sofort in einen solchen Kanon einstimme. Mein Verständnis vom Sinn von Strafen ist ein anderes.
Gleichzeitig wird, wie andere schon schrieben, mir und anderen, die solche Forderungen nicht unterstützen, unterstellt, die Opfer wären uns egal, oder gar, wir hätten Sympathien mit den Tätern, im schlimmsten Falle, wir hätten selbst entsprechende Neigungen.
Was für eine Diskussion!

18:52 von Thomas D.

17:54 von Bender Rodriguez

Da angeblich höhere Strafen nicht abschrecken, könnte mann dann strafen nicht gleich ganz lassen? ...

Das ist Unfug und ich unterstelle, dass Sie das auch wissen!

Und es ist nicht „angeblich“, sondern eine Tatsache (siehe Todesstrafe in den USA).
///
*
*
Und wie sehen Sie es dort bei der Wiederholungsgefahr.
*
Bei unseren bisherigen Spezialisten für Täterschutz?

18:51 @Sausevind ... AtomicOne

Das Beispiel des Users
AtomicOne sehe ich als etwas provokativ an.

Wenn AtomicOne weiß,
dass sein Nachbar ihn nicht leiden kann,
muss er nicht provozierend
dessen Tochter anstupsen,
um ggf. ein Foto dafür als Druckmittel
zu bekommen.

Ein Hallo geht auch ohne Stupsen.

Also tatsächlich beim konkreten Beispiel bleiben
und nicht auf Kinderpornografie verallgemeinern.

@ MrEnigma

Das ist unsere Gesellschaft
Wie wir mit unseren Kindern umgehen zeigt, in welcher Gesellschaft wir leben.

Wir? Ich kenne Sie nicht und kann Ihr Handeln nicht beurteilen. Aber mich zählen Sie beim "Umgehen" bitte mal nicht mit.

18:47 von Sausevind

«Aber ich schreibe hier immer seltener, weil es mir immer unmöglicher scheint, in dieser Diskussionsform zu vermeiden, dass das auf einen User Bezogene gleichzeitig für alle gelten soll.»

Schreiben Sie nicht noch seltener.
Aber wieder häufiger …!

Antwort / Bezugnahme zu @XY gilt für @XY.
Für gar niemand wen sonst …!

19:00 von schabernack

was tut man
wenn kein Unrechtsbewußtsein vorhanden ist ?

Populistische Forderungen sind kein Kinderschutz

Das Verbrechen in Münster war grausam und abscheulich, aber wir sollten alle mal tief Luft holen und uns vor Augen führen, dass es sich hier um einen Extremfall handelt, der auch angemessen hart bestraft werden wird.

In der Realität erfüllt es juristisch aber bereits den Tatbestand von Kindesmissbrauch, wenn 13-jährige Teenager mit einem älteren Jugendlichen einvernehmlich einen Zungenkuss oder Petting durchführen. Sowas dürfte Alltag sein, soll aber laut der CDU und Frau Lambrecht zukünftig zwangsweise immer als Verbrechen behandelt werden, sobald es jemand anzeigt. Dies wäre maßlos überzogen. In seltenen Fällen kann es sogar zu einvernehmlichen Beziehungen von 13-jährigen Pubertierenden mit Erwachsenen kommen. Auch hier wäre eine automatische Einstufung als Verbrechen unverhältnismäßig.

Ein ausgewogenes Strafrecht muss immer die gesamte Bandbreite der möglichen Fälle im Blick haben. Nur so ist es möglich Urteile zu verhängen, die im Verhältnis zur Schwere der Tat stehen.

19:03 @prof & 19:04 @falsa demonstratio

Ja, ok.
Schwierig, ich meinte natürlich die Kinderpornografie mit Gewalttaten an Kindern.

Muss evtl. eine detailliertere Beschreibung des Tatbestandes geschaffen werden?

Immer

wieder erstaunlich und ärgerlich finde ich, dass es aktueller Fälle bedarf, um altbekannte Probleme und den Umgang damit endlich auf die Tagesordnung gesetzt zu bekommen. Die Politik zeigt keine Spur von ehrgeizigem und zielführenden Streben nach Prävention, solange in der Öffentlichkeit kein Druck entsteht und man um Wählerstimmen fürchtet.
Wie bei Zebrastreifen, die gewöhnlich an lange vorher als gefährlich bekannten Stellen erst dann errichtet werden, wenn jemand zu Schaden gekommen ist.
Die wahre Schwäche der Politik liegt nicht In ihrem Handeln, sondern in ihrer Untätigkeit.

@ Peter Meffert

Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch sinnvoll sich zu fragen, warum manche wertvollen Dinge oder Einstellungen, wie z.B. Scham oder Mitgefühl oder Gewissen, in unserer heutigen Gesellschaft scheinbar verschwunden sind.

Was verschwunden ist, müsste ja auch erst mal da gewesen sein.

Es fühl sich gut an ein Populist zu sein

Wenn man im Fall des Kindesmissbrauchs und den Kampf um härtere Strafen von blindem Populismus spricht, dann bin ich gerne Populist, denn wenn durch diese härteren Strafen nur ein Missbrauch verhindert werden kann, dann stehe ich dazu!

Antwort auf den Kommentar

>>Wenn eine Sache klar ist, dann die, dass das ewige Nostalgie-Mantra sicher kein sinnvoller Beitrag zur Zukunft ist<<
Seit es den Menschen gibt, gibt es nicht nur die fatale Fähigkeit, die Vergangenheit zu den "guten alten Zeiten" darzustellen bzw. auch manchmal zu verfälschen, sondern der Mensch ist auch immer in der Lage die Zukunft ausschließlich grundsätzlich schwarz zu sehen oder eben durch die rosarote Brille zu sehen und in den Himmel zu loben.
Manchmal brauchen wir auch die Fehler aus der Vergangenheit, um die entsprechenden Fehler in der Zukunft nicht wieder zu machen. Und das gleiche gilt eben auch für die guten Dinge aus der Vergangenheit, die festgehalten werden können, um sie von den schlechten Dingen des Lebens, die keinesfalls gut tun, zu unterscheiden.
Oder andersrum gesagt: es nicht alles aus der Vergangenheit sofort schlecht, doch vieles war vor den digitalen Zeiten schlicht und ergreifend eben einfacher.
(Kinder)-Pornografie ist eben nicht in den Himmel zu heben.

@ Sisyphos3

was tut man wenn kein Unrechtsbewußtsein vorhanden ist ?

Nichts. Der Angeklagte kann nicht gezwungen werden, Unrecht zu empfinden.

19:07 von Boris.1945

... Und wie sehen Sie es dort bei der Wiederholungsgefahr.
*
Bei unseren bisherigen Spezialisten für Täterschutz?

Was meinen Sie? Dass Sie die Todesstrafe wollen wegen ihrer durchschlagenden Wirkung auf die Wiederholungsgefahr?

um 19:08 von Leipzigerin59

18:51 @Sausevind ... AtomicOne

"Also tatsächlich beim konkreten Beispiel bleiben
und nicht auf Kinderpornografie verallgemeinern."

.-.-.-
Das Beispiel des Users war ein Beleg einer Verallgemeinerung des USERS ->

'Und wir bewegen uns auf eine Welt zu in der bald nichts mehr erlaubt ist und man sich immer schon mit einem Bein im Knast befindet.'

Daraus habe ich gelesen:
Wir dürfen Schändung an Kindern nicht verbieten, weil man sonst ja gar nichts mehr dürfe.
Denn - begründet er weiter -, wer könne schon unterscheiden, ob man ein Kind angrabscht oder nur freundlich anfasst.

@ Icke 1

dann bin ich gerne Populist, denn wenn durch diese härteren Strafen nur ein Missbrauch verhindert werden kann, dann stehe ich dazu!

Forderungen nach Strafverschärfungen aus einer Wut oder populistischen Laune heraus sind abzulehnen. Am besten können Richter das Strafmaß beurteilen. Und zwar ruhig und vernünftig.

19:19, Forengeschwätz

>>@ Peter Meffert
"Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch sinnvoll sich zu fragen, warum manche wertvollen Dinge oder Einstellungen, wie z.B. Scham oder Mitgefühl oder Gewissen, in unserer heutigen Gesellschaft scheinbar verschwunden sind."

Was verschwunden ist, müsste ja auch erst mal da gewesen sein.<<

Sehr wahre Worte.

um 19:16 von Leipzigerin59

Muss evtl. eine detailliertere Beschreibung des Tatbestandes geschaffen werden?

Wenn man höhere Mindeststrafen will, wäre genau das angebracht. Derzeit fassen die Paragrafen 184b und c praktisch alles von der Dokumentation brutalsten Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen über von Kindern und Jugendlichen von sich selbst erstellten Bildern und Videos bis hin zu rein fiktiven Werken, bei denen nicht klar ist, ob es überhaupt einen Missbrauch gab, der als Vorlage für das Werk diente. Demenentaprechend versucht der Strafrahmen diesem großen Umfang gerecht zu werden.

Antwort auf den Kommentar

>>...warum manche wertvollen Dinge oder Einstellungen, wie zum Beispiel Scham oder Mitgefühl oder Gewissen, in unserer heutigen Gesellschaft scheinbar verschwunden sind...<<
Ja. Ganz genau. Die Digitalisierung von Gesellschaft und Welt hat auf jeden Fall dazu geführt, dass tägliche Abläufe im Leben immer schneller und hektischer geworden sind. Dann sitzen natürlich auch Scham, Mitgefühl und das Gewissen auf den Sitzplätzen des Kettenkarussels der Hektikwelt und fallen irgendwann wenn es zu schnell wird, möglicherweise herunter.
Leider führt eine Hektikwelt eben auch zu einer Verbreitung von Kinderpornografie in schneller Eile und Hektik.

Billig... billig...

Diese Forderungen sind aus meiner Sicht verlogen bis dorthinaus. Denn diese Forderungen sind billig zu haben, gut für gemeinsamen Applaus - und ändern? Ändern wird sich nichts für die Kinder! Garnichts!
.
Tatsächlich zeigen alle Untersuchungen, das höhere Strafrahmen bei Triebtätern nichts bringen. Diese Forderungen sind typisch Biedermeier-Gut-Bürgerlich! Schneller Applaus, der Empörung ist genüge getan, das Volk beruhigt und wir können ein neues Thema aufmachen. Und die Kinder? Denen hilft so eine billige Lösung überhaupt nichts! Denn es wird weiter in fast jedem Bundesland an der Justiz gespart, an den Strafverfolgungsbehörden, an der kommunalen Sozialarbeit, am Schulwesen, und und und... kurzum: an allem, was wirklich Geld kostet - aber etwas bringen könnte!

19:11 von Sisyphos3 / @schabernack

«was tut man
wenn kein Unrechtsbewußtsein (UB) vorhanden ist ?»

Wenn trotz "Ansprache" kein UB vorhanden ist.
Muss man sehen, ob die Uneinsichtigen tatsächlich Straftaten begehen.
Wenn nicht … müssen sie uneinsichtig weiter "im Leben taumeln".
Bestrafung von "Nur-Kein-UB" gibt es nicht.

Bei Sexualstraftaten gegen Kinder ist "Rückfall-Wahrscheinlichkeit" außerordentlich hoch. "Überproportional hoch" im Vergleich zu fast allen anderen Straftaten.

(Spätesten) beim 2. Mal strafbewehrter Uneineinsichtigkeit + in Täterschaft verwirklichtem nicht vorhandenen UB.

Gibts es Sicherungverwahrung (SV) des Täters zum Schutz der Gesellschaft. Bedeutet nicht zwangsweise "lebenslang", da ja auch die weiterhin bestehende Notwendigkeit der SV regelmäßig überprüft wird.

Sollte auch das nicht zur Einsicht plus nicht zu UB führen.
Dann ist SV allerdings tatsächlich "lebenslang" !

"Springt nicht von heute auf morgen".
Aber so, wie bisher, kann + darf es "schlicht & einfach" nicht weiter gehen …!

Am 11. Juni 2020 um 19:16 von Leipzigerin59

Zitat: ich meinte natürlich die Kinderpornografie mit Gewalttaten an Kindern.

Sorry - Ich kann nur das lesen, was Sie schreiben, nicht, was sie meinen.

Zitat: Muss evtl. eine detailliertere Beschreibung des Tatbestandes geschaffen werden?

Das Einordnung einer Tat in den Strafrahmen ist Sache der Gerichte.

Ich habe gerade in der Legal Tribune Online gelesen. Dort wird der Münchner Strafrechtler und Krimnologe Prof Dr. Ralf Kölbel zitiert: " "Wer jeden Fall des § 184b als Verbrechen einstufen will, hat keine Ahnung von der Breite des real vorkommenden Spektrums."

19:21 von Icke 1

... Wenn man im Fall des Kindesmissbrauchs und den Kampf um härtere Strafen von blindem Populismus spricht, dann bin ich gerne Populist, denn wenn durch diese härteren Strafen nur ein Missbrauch verhindert werden kann, dann stehe ich dazu!

Das ist - mit Verlaub - wohlfeiles und blindes populistisches Geblubber.

Wie sollte man den Beweis führen, aus welchem Grund ein Verbrechen nicht stattgefunden hat?

„Ich habe das Verbrechen, welches ich gestern Abend begehen wollte, nun doch nicht begangen. Die Strafandrohung war mir dann doch zu hoch!“

So, oder so ähnlich?

Strafmaß

Das Strafmaß vom 10 Jahren für die Zerstörung eines Lebens ist einfach nicht genug. Noch dazu kommt es nur in einem von 30 Fällen überhaupt zu einer Verurteilung. Die Verurteilung wird dann noch für wenige Jahre und zur Bewährung ausgesetzt. Ein so traumatisches Ereignis, wie sexueller Missbrauch, Pornografie, etc. beeinträchtigt das Leben eines Kindes für immer. Es wird Ängste entwickeln, Vertrauensprobleme bekommen und insgesamt sein Potenzial nie ausschöpfen können. Deutschland sollte jedem betroffenen Kind ein Leben lang Strafe zahlen müssen, dann würde ganz schnell mehr getan.
Aber Kinder wählen ja nicht, was interessieren dann deren Interessen? Diese Kinder Fristen ein Leben aus Selbstzweifeln, Selbstzerstörung und Schmerz. Noch dazu meist in Armut. Man sollte mal in eine Traumaklinik gehen und sehen wie viele Jahre die Kinder leiden ohne gesund zu werden!

Menschen, die bei Nutzung von sexuellem Missbrauch egal ob in Bild-,Film- oder realer Form kein Unrechtsbewusstsein haben, sind eine ernste Gefahr für dritte, d.h. für jeden von uns, und sollten daher nicht frei rumlaufen dürfen !

@sausevind, 19:34

"Und wir bewegen uns auf eine Welt zu in der bald nichts mehr erlaubt ist und man sich immer schon mit einem Bein im Knast befindet. Daraus habe ich gelesen:
Wir dürfen Schändung an Kindern nicht verbieten, weil man sonst ja gar nichts mehr dürfe."

Das ist ja interessant, was Sie "daraus gelesen" haben.

Was Sie "daraus gelesen" haben, hat der User nur nicht geschrieben...

19:39 von Thomas Mainthal

Zitat:"Tatsächlich zeigen alle Untersuchungen, das höhere Strafrahmen bei Triebtätern nichts bringen. Diese Forderungen sind typisch Biedermeier-Gut-Bürgerlich! Schneller Applaus, der Empörung ist genüge getan, das Volk beruhigt und wir können ein neues Thema aufmachen. Und die Kinder? Denen hilft so eine billige Lösung überhaupt nichts! Denn es wird weiter in fast jedem Bundesland an der Justiz gespart, an den Strafverfolgungsbehörden, an der kommunalen Sozialarbeit, am Schulwesen, und und und... kurzum: an allem, was wirklich Geld kostet - aber etwas bringen könnte!"

So ist es - leider!

@ Sparer

Wie bei Zebrastreifen, die gewöhnlich an lange vorher als gefährlich bekannten Stellen erst dann errichtet werden, wenn jemand zu Schaden gekommen ist.
Die wahre Schwäche der Politik liegt nicht In ihrem Handeln, sondern in ihrer Untätigkeit.

Das kann nicht sein, Deutschland hat die höchste Dichte an Zebrastreifen.
Die wahre Schwäche der Politik besteht darin, dass sie auch nur von Menschen gemacht wird. Immerhin von Menschen, bei denen wir nicht mit Kritik sparen.

19:21 von Icke 1 - Leider gibt es solches Gelichter immer öfter

"Es fühl sich gut an ein Populist zu sein" - und meine Überschrift ist genau solch ein Populismus. Fühlen Sie sich jetzt besser?
.
"[...]wenn durch diese härteren Strafen nur ein Missbrauch verhindert werden kann, dann stehe ich dazu!"
.
Dann stehen Sie allein im Walde, denn es wird kein Kind davon verschont. Sie sind auf dem Holzweg. Sie müssen die Kinder stärken, sie müssen die Familien stärken, Sie müssen die Justiz verbessern, Sie müssen die Jugendämter stärken, Sie müssen die Stafverfolgung besser aufstellen.
.
Passt alles nicht in Ihren empörungswütigen Brainstorm und ist aufwendiger und wieder teuerer. Aber es wäre ehrlich und es würde Kinderseelen schützen! Und nun?

@Forengeschwätz 18.47 ---

@Forengeschwätz 18.47 --- Aber der Begriff "Kinderschänder" stammt aus einer anderen Epoche, in der es noch keinen Rechtsstaat gab. In seriösen Medien findet man solche stigmatisierenden Begriffe heute nicht mehr."

Zitat: Genau den Begriff fand man übrigens gestern noch exakt hier im Forum. Und man nutzte und kannte ihn in der gesamten bisherigen Epoche der Bundesrepublik im Rechtsstaat Deutschland.

Das wurde bereits gestern hier im Forum von anderen bemängelt.

Ich halte den Begriff für überholt und deshalb für verfehlt. Er bedeutet "Schande über das Kind bringen" Das Kind lebt aber nach dem Missbrauch nicht in Schande. Es hat, trotz aller Verletzungen, immer noch seine Ehre.

Mal kombinieren!

"Tatsächlich zeigen alle Untersuchungen, das höhere Strafrahmen bei Triebtätern nichts bringen." @Thomas Mainthal
.
Das ist ja gerade der Haken: es wurde bisher nicht intensiv genug gefahndet. Die aktuellen "Erfolge" (Münster etc.) haben 4 x so viel Personal, wie früher.
.
Natürlich bringen höhere Strafen nix, wenn sie nicht angewendet werden (50 x Bewährung, weil der Täter geschluchzt hat), und vor allem, wenn nur jeder 20. erwischt wird. Häufig kommt der Gerichtsprozess erst lange nach der Tat zustande.
.
Intensive und zeitnahe Strafverfolgung gepaart mit harten Strafen, das wird sich rumsprechen und seine Wirkung haben. Diese Kombination wird´s bringen, ganz sicher!.

um 19:15 von vernunft_statt_

>>....In seltenen Fällen kann es sogar zu einvernehmlichen Beziehungen von 13-jährigen Pubertierenden mit Erwachsenen kommen. Auch hier wäre eine automatische Einstufung als Verbrechen unverhältnismäßig.<<

Das kommt aber ganz auf die Art der Beziehung an. Wenn sie sexueller Natur ist, dann ist sie sicherlich strafbar.

Justizministerin zu sexuellem Missbrauch

Damit die Verhältnisse vorab geklärt sind: Kinderpornografie und damit sexueller Kindesmissbrauch ist und bleibt ein schweres Verbrechen – warum diese Form von Verbrechen bisher lediglich als VERGEHEN eingestuft worden ist, ist ein Armutszeugnis für jede Gesellschaft , unabhängig von politischer Ausrichtung und Orientierung.
Wer allerdings mit der Einführung eines höheren Strafmaßes eine abschreckende Wirkung und eine geringere Anzahl an Straftaten aus dieser Kategorie erwartet, wird enttäuscht werden. Es handelt sich bei den fraglichen Straftätern ausnahmslos um kranke Menschen, Menschen mit einer Suchterkrankung, Menschen mit einer psychischen Störung.
Einhergehend mit einem deutlich höheren Strafmaß sollte diese Zeit genutzt werden, entsprechende psychotherapeutische Maßnahmen durchzuführen, da diese Gruppe von Straftätern aus eigenem Antrieb solche Maßnahmen sonst niemals durchführen würden.

19:41, falsa demonstratio

>>Ich habe gerade in der Legal Tribune Online gelesen. Dort wird der Münchner Strafrechtler und Krimnologe Prof Dr. Ralf Kölbel zitiert: " "Wer jeden Fall des § 184b als Verbrechen einstufen will, hat keine Ahnung von der Breite des real vorkommenden Spektrums."<<

Keine Ahnung und das Propagieren von pauschalisierenden Patentlösungen geht oft Hand in Hand.

19:46 von rossundreiter

"Was Sie "daraus gelesen" haben, hat der User nur nicht geschrieben..."

,.,.,

Wäre ja auch menschenunmöglich.
Wie soll er nachträglich meine eigenen Worte geschrieben haben.

Was er geschrieben hat, habe ich ja zitiert.

19:41 von falsa demonstratio

«Das Einordnung einer Tat in den Strafrahmen ist Sache der Gerichte.

Ich habe gerade in der Legal Tribune Online gelesen. Dort wird der Münchner Strafrechtler und Krimnologe Prof Dr. Ralf Kölbel zitiert: " "Wer jeden Fall des § 184b als Verbrechen einstufen will, hat keine Ahnung von der Breite des real vorkommenden Spektrums."»

Und die Vorgabe von Gesetzen mit Paragraphen + dazu gehörenden Strafrahmen ist Sache des Gesetzgebers.

Nur in bestehende Gesetzesrahmen können Gerichte (Richter) in Urteilen einordnen. Bzw. schon Staatsanwaltschaften sich bei Ermittlungen orientieren.

Wenn die aktuell existenten Paragraphen nun eben "zu viel Sammelsurium" einzelner Tatbestände in einem Paragraphen (mit Unterpunkten) zusammenfassen. Viele verschiedene Delikte mit einem einzigen zum Paragraphen gehörenden Strafrahmen belegen.

Dann・muss (!)・der Gesetzheber das eben "aufdröseln" und in geänderten (neuen) Paragraphen anders bewerten + in Relation bringen, die Richtern "vorschreiben" …

Am 11. Juni 2020 um 19:39 von Thomas Mainthal

Zitat: Diese Forderungen sind aus meiner Sicht verlogen bis dorthinaus. Denn diese Forderungen sind billig zu haben, gut für gemeinsamen Applaus - und ändern? Ändern wird sich nichts für die Kinder! Garnichts!
.
Tatsächlich zeigen alle Untersuchungen, das höhere Strafrahmen bei Triebtätern nichts bringen. Diese Forderungen sind typisch Biedermeier-Gut-Bürgerlich! Schneller Applaus, der Empörung ist genüge getan, das Volk beruhigt und wir können ein neues Thema aufmachen.

Der Münchner Strafrechtler und Kriminologe Prof Dr. Ralf Kölbel hat gegenüber der Legal tribune Online gesagt: "Solche Positionierungen sind von ermüdender Vorhersehbarkeit, gerade für die Law-and-Order-Ecke. Immer das gleiche Muster: Gar nichts tun schaut bei all der öffentlichen Aufregung irgendwie schlecht aus. Also beweist man 'Handlungsfähigkeit' und schwingt die strafrechtliche Keule

20:01, serpentes

>>Einhergehend mit einem deutlich höheren Strafmaß sollte diese Zeit genutzt werden, entsprechende psychotherapeutische Maßnahmen durchzuführen, da diese Gruppe von Straftätern aus eigenem Antrieb solche Maßnahmen sonst niemals durchführen würden.<<

Psychotherapeutische Maßnahmen setzen die Bereitschaft dazu voraus.

Ohne eine solche Bereitschaft des Delinquenten bleiben sie wirkungslos.

auf ewig weggesperrt zu werden?

von AtomicOne @
Also wollen Sie es alles so lassen wie es ist.

Wichtig ist meiner persönlichen Meinung nach das die Verjährung gelöscht wird und die Behörden mehr Befugnisse und Personal bekommen.

@17:21 von g.lassen

"täterinnen
sowohl in dem artikel als auch in den hierzu verfassten kommentaren ist ausschließlich von tätern die rede. sexualisierte gewalt durch frauen, also täterinnen, wird nach wie vor komplett tabuisiert."
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Das stimmt nicht!
Wenn weniger oft darüber berichtet wird, dann wohl deshalb, weil es weniger häufig vorkommt.
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"ein drittel all dieser straftaten wird durch frauen begangen..."
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Wo kann man die entsprechende Statistik finden? Sind Sie sicher, dass Sie da nicht etwas durcheinanderbringen?
Z.B. mit dem hier:
***Ein Drittel der Frauen zwischen 15 und 74 Jahren gaben an, „körperliche und/oder sexuelle Gewalt“ erfahren zu haben. Das entspricht 62 Millionen Frauen. Fünf Prozent erklärten, Opfer einer Vergewaltigung, zwölf Prozent als Kinder Opfer sexueller Gewalt gewesen zu sein.***

Darstellung: