Ihre Meinung zu: Umfrage: Gymnasiallehrer kritisieren hohe Belastung

9. März 2020 - 16:30 Uhr

Hohes Arbeitspensum, lärmende Schüler, kaum Ruhezonen: Nur drei der zahlreichen Punkte, die Lehrer an Gymnasien einer Befragung zufolge im Alltag stark belasten. Der Philologenverband fordert kleinere Klassen und weniger Arbeit.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
3.666665
Durchschnitt: 3.7 (3 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Da zu kann ich nur eins sagen.

Geht mal in die freie Wirtschaft. Dann wisst ihr was Stress und harte Belastung sind.

Wer hat die Studie bezahlt?

Jetzt glaube ichvschon, dass der Lehrerberuf anstrengend ist - aber eben icht pauschal: meine Tochter geht auch ins Gymi und die Lehrer reden GANZ anders. Im Gefenteil: viele Lehrer lesen seit JAHREN die selben Scripte und schreiben zT die identischen Arbeiten. Das sieht jetzt nicht gerade nach Überlastung aus?
---
Und wenn der Philologen-Verband die Studie bezahlt hat, dann bekommt er von der Rostocker oder anderen Uni auch ein "entsprechendes" Gutachten: Wess' Brot ich ess', dess' Lied ich sing. Haben die TS-Redakteure das mal hinterfragt? Jeder Nicht-Akademier käme beim Lesen eines solchen Artikels auf die selbe Idee ...

Tja

Danke An alle die in den Letzten 25 Jahren konsequent den Arbeitnehmerschutz abgeschafft haben.

Heutzutage gilt es doch sogar in Sozialen Berufen als Standard: Rumpfmannschaft sind noch 5 Leute zu viel.

Die Bezahlung ist im Vergleich zu den Lebenskosten kaum gestiegen, trotz 12 Jahren sagenhafter Aufschwung.

Und all das wurde von der SPD losgetreten und den Gewerkschaften mitgetragen.

Wann hat eine Gewerkschaft (abgesehen von den Minis der Piloten und Lockführer) zuletzt mal wirklich was gewuppte das überhalb des Inflationsausgleiches liegt?

Und sich dann über Mitgliederschwund beklagen.

Taylor hat bereits Ende des 18. Jh. davor gewarnt dass wir nur solange blühen solange die Wirtschaft den Menschen dient und in den Abgrund stürzen sobald der Mensch der Wirtschaft dient.

Was soll man sagen, wir sehen den Abgrund, nehmen aber sogar noch Tempo auf.

@Christian1966, 15:34

Da zu kann ich nur eins sagen. Geht mal in die freie Wirtschaft. Dann wisst ihr was Stress und harte Belastung sind.

Schlussfolgerung 1: Da Sie bestens über die Belastung in der freien Wirtschaft Bescheid wissen, sind Sie offenbar dort tätig.

Schlussfolgerung 2: Da Sie in der freien Wirtschaft arbeiten, sind Sie kein Gymnasiallehrer.

Schlussfolgerung 3: Sie wissen vom Stress und der Belastung eines Lehrers nihil, nullum, nix.

Schlussfolgerung 4: Ihr Kommentar bedient einfach nur beliebtes Lehrer-Bashing und liefert keinerlei Beitrag zu diesem Thema.

Zu hohe Belastungen?

Der Philologenverband sollte sich schämen, derartige Forderungen zu stellen. 95% der Lehrer sind überfordert mit zu hohen Leistungsunterschieden der Schüler? Vielleicht liegt es an der mangelnden Ausbildung oder dem Willen, sich mit Kindern auseinander zu setzen und sich mit ihnen zu beschäftigen. Zu wenig Ruhepausen? Zu viele außerunterrichtliche Aufgaben? Willkommen im Club der Grundschullehrer, die das seit vielen Jahren monieren, weniger verdienen und ab nächstem Schuljahr noch mehr arbeiten müssen. Aber wenn natürlich der PHILOLOGENVERBAND jetzt feststellt, dass die armen, gut bezahlten, weniger arbeitenden Gymnasiallehrer so extrem überfordert sind, dann muss natürlich sofort gehandelt werden. Wie eingangs schon gesagt, schämt euch. Fordert dies für alle Lehrer, egal welcher Schulart und lasst uns zusammen für genau diese Punkte Änderungen einfordern.

15:44 von Gassi

"Jetzt glaube ichvschon, dass der Lehrerberuf anstrengend ist - aber eben icht pauschal: meine Tochter geht auch ins Gymi und die Lehrer reden GANZ anders. Im Gefenteil: viele Lehrer lesen seit JAHREN die selben Scripte und schreiben zT die identischen Arbeiten. Das sieht jetzt nicht gerade nach Überlastung aus?"

.-.-.-.

Sie haben vergessen, dass die Lehrer vormittags nicht schulfrei haben.
Und der Stress findet in der Schule statt.

Was die Klausuren betrifft:
die müssen nicht nur geschrieben, sondern auch korrigiert werden.
Haben Sie schon einmal eine Deutscharbeit bei 30 Schülern korrigiert und benotet?

Für mich ist das genauso absurd wie

frühere Berichte über Kritik an Lehrern die via Quereinstieg kamen. Die besten Lehrer die ich je hatte waren Quereinsteiger und haben vorher geforscht oder waren in der Wirtschaft erfolgreich(und dazu gehen Kinder aufs Gymansium um soetwas später auch mal zu sein), die haben nie gemeckert und hatten viele Extrafunktionen inne und haben Gelassenheit ausgestrahlt. Sry, aber Lehrer sein ist nunmal kein Beruf mit viel Freizeit, laute Kinder sind des Lehrers Schuld und ein Zeichen von zuviel pädagogischem Wissen anstatt abrufbarem Fachwissen. Jemand der sein Fach liebt und es auch versteht(und sich nicht nur an der Uni durch die Vorlesungen "gemogelt" hat und denkt ich brauch das ja in der Schule eh nicht) der hat auch keine laute Klasse und kann auch mit 10 zusätzlichen Aufgaben fertig werden. Kinder sollen am Gymnasium gut ausgebildet werden und brauchen Lehrer die vermitteln wie man mit Stress umgeht, die inspirieren und die aus eigener Erfahrung zeigen wie man komplexe Probleme löst.

@ frosthorn

„Da zu kann ich nur eins sagen. Geht mal in die freie Wirtschaft. Dann wisst ihr was Stress und harte Belastung sind.“

„Schlussfolgerung 1: Da Sie bestens über die Belastung in der freien Wirtschaft Bescheid wissen, sind Sie offenbar dort tätig.

Schlussfolgerung 2: Da Sie in der freien Wirtschaft arbeiten, sind Sie kein Gymnasiallehrer.

Schlussfolgerung 3: Sie wissen vom Stress u der Belastung eines Lehrers nihil, nullum, nix.

Schlussfolgerung 4: Ihr Kommentar bedient einfach nur beliebtes Lehrer-Bashing u liefert keinerlei Beitrag zu diesem Thema.“

Zu Schlussfolgerung 1:
Könnte sein

Zu Schlussfolgerung 2:
Könnte sein

Zu Schlussfolgerung 3:
Da könnten Sie falsch liegen, denn auch wenn man nicht selber Lehrer ist, kann man an dem Beruf nah dran sein u diesen einschätzen (Ehepartner, beste Freunde - die könnten Lehrer sein)

Zu Schlussfolgerung 4:
Könnte sein, jedoch habe ich einen Freund, der ist von Claas als Quereinsteiger Lehrer geworden u hat jetzt immens weniger Belastung

Danke, frosthorn

Ich kenne die „freie Wirtschaft“, und ich kenne den Arbeitsalltag eines Gymnasiallehrers.
Im Laufe der Jahre ist der Lehrerberuf so unattraktiv geworden, dass ein gut qualifizierter Akademiker schon fast geisteskrank wäre, wenn er sich für den Lehrerberuf entscheiden würde.
Unzählige unbezahlte Überstunden, durchgearbeitete Wochenenden und Ferien, irrsinnige Lärmbelastung, jedes 2. Jahr neue Verordnungen, mit denen sich irgendein Staatssekretär profilieren möchte, völlig unsinnige Präsenztage in den Schulferien, Inklusion ohne jede Unterstützung, Eltern, deren Kinder natürlich allesamt hochbegabt sind... unsinnige und nicht durchdachte Schulfusionen, um mal wieder eine A16-Stelle zu sparen...
Nein, niemand muss auf Gymnasiallehrer neidisch sein. Und wenn ich Kinder hätte, würde ich ihnen dringendste davon abraten, Lehrer/in zu werden.

frosthorn

Dem Kommentar von frosthorn kann und möchte ich gern zustimmen.
Der Lehrer oder die Lehrerin die mit Liebe bei ihrem Beruf ist hat nicht selten einen 14 Stunden Tag. Die Arbeit endet nicht nach der Schule. Unterrichts Nachbereitung. Unterrichts Vorbereitung. Klausuren korrigieren. Telefonate mit Eltern führen. AG planen und durchführen.
Unbezahlte zusätzliche Aufgaben.
Dazu kommt das Lehrkräfte als Feindbild herhalten müssen.
Ich bin Froh das es solche Mensch gibt die das als Berufung sehen. Ich möchte den Beruf nicht geschenkt haben.

Stress am Gymnasium?

Was sollen denn da die Lehrerinnen und Lehrer von Gesamt- und Sekundarschulen denken? Lehrer sein, einfach so? Ohne Inklusion, ohne Quereinsteiger (geflüchtete Kinder und Jugendliche ohne Deutschkenntnisse), ohne Ganztagsbetrieb, mit heterogenster Schülerschaft? Das geht auch? Die Beliebtheit gerade von Gesamtschulen zeigt, dass die Lehrerinnen und Lehrer dort mit all dem kein Problem. Der Mix aus all diesen ist - und das kann ich als Gesamtschullehrer unterschreiben - das, was den Job anstrengend, aber auch sehr interessant macht. Ich glaube, die Philologen haben noch nicht gemerkt, dass sie mit ihrem Empfinden ziemlich alleine dastehen, die Bevölkerung sieht es anders, was am großen Run auf die Gesamtschulen zu sehen ist.

destruktives System

@Gassi: "viele Lehrer lesen seit Jahren die selben Scripte und schreiben zT die identischen Arbeiten."
- Könnte auch daran liegen dass LehrerInnen unter diesen Bedingungen irgendwann aufgeben, und dann nur noch schauen wie sie in dem System überleben können ohne kaputt zu gehen.
Schlimm. M.E. ist das Schulsystem, so wie es im Moment ist, für alle Beteiligten destruktiv: SchülerInnen, LehrerInnen, Gesellschaft.

@Gassi

"Und wenn der Philologen-Verband die Studie bezahlt hat, dann bekommt er von der Rostocker oder anderen Uni auch ein "entsprechendes" Gutachten"

Naja, nur, weil die Studie vom Philologenverband beauftragt wurde, heißt das aber nicht, dass Gymnasiallehrer nicht überlastet sind. Diese Folgerung ist keineswegs logisch.

@Grundschule

Der Philologenverband ist nun einmal ein Verband der Gymnasiallehrer. Grundschullehrer sind mindestens genau so überlastet, sind aber leider nicht das Thema dieser Studie. Es steht den Grundschullehrern bzw. der GEW frei eine entsprechende Studie in Auftrag zu geben und öffentlich zu machen. Der empörte Ton Ihres Kommentars ist einer sachlichen Auseinandersetzung kaum dienlich.

Grundschulkinder....

...machen noch viel mehr Lärm und weil das so schön ist, dürfen bayerische Lehrer jetzt noch mehr und länger arbeiten - so lange, bis es keinen mehr gibt, auf den man zurückgreifen kann. - Die Verbeamtung ist wertvoll, die flexible Arbeitszeit auch, aber damit die Beamten zu erpressen geht gar nicht....

Nun ja... Soweit ich das von den Schulen hier weiß:

Keine der Schulen startet ins Schuljahr mir 100-prozentiger Abdeckung der Stunden durch Lehrkräfte. Es muss sich immer "irgendetwas noch finden".
Und da sind nicht einmal Krankheiten und Schwangerschaften drin.

Dazu kommt, dass bei uns auch Gymnasien quasi Gesamtschulen sind, die alle Schüler aufnehmen (müssen), weil die Gesamtschulen sich die Schüler aussuchen, damit sie "ihrem Konzept folgen können". Das heißt zum Beispiel 60% Schüler mit Gymnasialempfehlung, 30% mit Realschulempfehlung und 10% mit Hauptschulempfehlung. (Offiziell gibt es keine Empfehlung mehr, aber die Noten stehen auf dem Zeugnis. Das nennt sich "Topf A, B und C".)

Da wir keine Real- und Hauptschulen mehr haben gehen erstmal alle Fünftklässler, die keinen Platz in der Gesamtschule haben halt aufs Gymnasium. Wie haben ja Schulpflicht...

Wenn die Schüler das Gymnasium dann nicht schaffen, dann müssen sie auf eine Schule außerhalb des Stadtgebietes fahren. Das kann schon sehr umständlich werden.

Das deutsche Bildungselend

Einige Kommentare hier sind tatsächlich sehr weltfremd, bzw. von Personen getätigt, die nicht täglich in Schulen ein- und ausgehen.
Lehrer haben definitiv viel Stress in ihrem Job, das kann ich ohne weiteres bestätigen. Die viel zu großen Klassen sind ein Problem und natürlich letztendlich der Personalmangel. Den hat die jeweilige Regierung über Jahre verpennt, denn einerseits gibt es natürlich die alternde Bevölkerung auf der einen Seite, auf der anderen Seite kann man aber auch durch gezielte Werbung und die Verbesserung von Arbeitsbedingungen rechtzeitig inn- wie ausländisches geeignetes Personal an/abwerben, oder zu einem Studium dieses Berufs bewegen. Teilweise müssen aber bestimmte Dinge auch einfach konsequenter durchgeplant und umgesetzt werden. Ich z.B. bin Erzieher an einer Schule und übernehme regelmäßig Gruppen "meiner" Klasse zwecks Unterricht, darf dies aber nur 2 Std. in der Woche tun, dies könnte man in gewissem Rahmen ausbauen. Doch deu. Mühlen mahlen langsam...

Kleinere Klassen und ...

... Lehrplan entrümpeln!
Das Lernen und logisches Denken lehren und nicht irgendwelche unnötige Details pauken lassen, die eh nur bis zur nächsten Klausur oder Klassenarbeit im Gedächtnis bleiben.

es herrscht ja Lehrermangel, deshalb wundert das nicht

bekanntermaßen ist man in Bildungsministerien unfähig, demographische Statistiken zu lesen und Trends zu berechnen. Anders läßt sich die verfehlte Personalpolitik kaum erklären.

@Deeskalator // Tja Danke An

@Deeskalator
// Tja
Danke An alle die in den Letzten 25 Jahren konsequent den Arbeitnehmerschutz abgeschafft haben.

Die Bezahlung ist im Vergleich zu den Lebenskosten kaum gestiegen, trotz 12 Jahren sagenhafter Aufschwung //

Lieber Deeskalator, hier geht es um Lehrer, Gymnasiallehrer, die zum allergrößten Teil mit A 13 verbeamtet sind. Da wurde kein Arbeitnehmerschutz abgeschafft noch kann man von A13 nicht leben. Da haben Sie mal auf die Schnelle irgendwas rausgehauen.
In der Schule würde man jetzt sagen:
„Sechs, setzen“

Über den Tellerrand schauen

Das Problem ist, dass regelmäßig Menschen mit einer gewissen Witschaftsexpertise meinen in sozialen und anderen Bereiche mitreden zu müssen....bleiben Sie mal lieber in Ihrer Wirtschaft, da gehören Sie offenbar wunderbar hin....
Ach übrigens, Ihre Wirtschaft braucht doch gut ausgebildete Arbeitskräfte....viel Spaß in der Zukunft, wenn die Arbeitsbedingungen im Sozialen- und Schulbereich so bleiben wie sie sind! Sie sollten sich mal ein paar normale Schulen im heutigen Deutschland ansehen, da laufen die Dinge anders als in ihrer Kindheit!

15:34 von Christian1966

Zitat:"Geht mal in die freie Wirtschaft. Dann wisst ihr was Stress und harte Belastung sind."
Da redet ein Blinder von der Farbe. Alle, die den Lehrerberuf so einfach finden (und die vielen Ferien so toll !!!), sollten mal ein vierwöchiges Praktikum in der Schule Ihrer Wahl machen, dann würden sie nicht mehr so daherreden. In diesem Beruf hat man mit jungen Menschen zu tun, das ist schön, aber anstrengend. Lärm in den Pausen, ständige Aufmerksamkeit (in diesem Beruf kann man nicht wie im Büro mal 30 sek zu Fenster hinausschauen oder ein kreatives Päuschen machen), die unvermeidlichen gruppendynamischen Konflikte in einer Lerngruppe moderieren und abmildern, das sind nur einige der "Kleinigkeiten", die Lehrererinnen und Lehrer täglich, stündlich, minütlich zu zu ertragen haben. Dazu kommen dann noch Eltern, die jede pädagogische Maßnajme rechtlich überprüfen lassen, ständig neue Bildungspläne uvm. Warum ist dieser Beruf wohl inzwischen so unbeliebt geworden?

@Christian1966 erster Kommentar

"Geht mal in die freie Wirtschaft. Dann wisst ihr was Stress und harte Belastung sind."

Deswegen verstehe ich nicht, wie man freiwillig in die freie Wirtschaft gehen kann. Aber wenn man unglücklich leben möchte, ist das vielleicht so.

@ 15:54 von Sausevind

"Was die Klausuren betrifft:
die müssen nicht nur geschrieben, sondern auch korrigiert werden.
Haben Sie schon einmal eine Deutscharbeit bei 30 Schülern korrigiert und benotet?"
.
Nur Labor-Journale an der Universität.
Das nennt man geläufig im Volksmund "bezahlte Arbeitszeit".

Ausgerechnet die

Ausgerechnet die Gymnasial-Lehrer beschweren sich?
Da geht doch Freitags keiner mehr zur Schule?
Oder laufen die alle mit?

@ Schmoller

... die Bevölkerung sieht es anders, was am großen Run auf die Gesamtschulen zu sehen ist.

Ist doch ok, dann kann das Gymnasium die anderen in Ruhe auf's Studium vorbereiten.

15:53 von Grundschule

Zitat:"Fordert dies für alle Lehrer, egal welcher Schulart und lasst uns zusammen für genau diese Punkte Änderungen einfordern."
Da stimme ich Ihnen ausdrücklich zu. Als ehemaliger Gymnasiallehrer an einer kooperativen Gesamtschule weiß ich aus eigener Efahrung, dass Gymnasiallehrer auf hohem Niveau jammern, verglichen mit den KollegInnen in den anderen Schularten. Nichtsdestoweniger ist auch an den Gymnasien die Belastung in den letzten 20 Jahren enorm gestiegen, nicht zuletzt durch G8. Wenn heute ca. 45% eines Schülerjahrgangs Abitur machen (wollen) im Vergleich zu früher 15% - 20%, dann kann die Begabung des durchschnittlichen Schülers nicht in gleichem Maß gestiegen sein. Frustrationen (das Abitur soll ja nicht verschenkt werden!) führen dann oft zu Aufsässigkeit, Störungen usw. Als ich vor über 40 Jahren Lehrer wurde, hat die GEW gefordert: 25 Kinder in der Klasse sind genug. Diesen Klassenteiler gibt es heute noch nicht!!!

Diese Lehrer gibt es

Diese Lehrer gibt es tatsächlich, diese Art Arbeitsmoral gibt es aber in nahezu JEDEM Beruf, das hat nichts explizit mit Lehrern zu tun!!! Einem Lehrer ,der sich schon kurz vor der Rente befindet und wirklich "aus einer anderen Zeit" stammt, kann man kaum vorwerfen, dass er sich nicht zu 100% mit dem JüL-System heutiger Schulen auskennt. Wenn diese Lehrer alle top motiviert wären, gäbe es das Problem im Großen und Ganzen dennoch, wir haben einfach zu wenige Lehrer,Erzieher, Schulpsychologen, Reinigungskräfte, Räumlichkeiten etc. an deutschen Schulen...gefühlt müsste man da mindestens 30 bis 50 Milliarden reinbuttern (alleine schon für Neubauten,Sanierungen und Material-Modernisierung) und hätten dann immernoch Probleme mit Personal, denn dieses fällt nun bekanntlich nicht einfach so vom Himmel. Die süßen Paketchen die die Politik geschnürt hat,reichen nur fürs allernötigste. Man hat schön gespart in dem Bereich und wundert sich nun, dass alles vermodert...viel Erfolg beim reparieren!!!

@ Christian1966

Da zu kann ich nur eins sagen. Geht mal in die freie Wirtschaft. Dann wisst ihr was Stress und harte Belastung sind.

Das ist eine sehr wohltuende Abwechslung ...

... vom sonst üblichen Politiker-Bashing.

Also mal langsam,

wenn Sie wollen, dass die Kinder am Gymnasium gut ausgebildet werden sollen, brauchen Sie dazu Lehrer, die dafür Zeit haben. Heute haben Lehrer aber so viele Zusatzaufgaben zu erledigen, gerade in der Verwaltung, dass die Unterrichtsvorbereitung, das Erstellen neuer Materialien und die Aktuallisierung des Fachwissens auf der Strecke bleiben.
Wenn Sie wollen, dass die Lehrer im Gymnasium hauptsächlich "Fachwissen" vermitteln sollen, befinden Sie sich nicht auf der Höhe der Zeit. Heutzutage geht es darum, den Schülern und Schülerinnen Kompetenzen näher zu bringen, eine neue, sehr intensive und zeitaufwändige Art des Lernens!
Des Weiteren hat eine laute Klasse nichts mit der Liebe zum Fach zu tun, da können die Musiklehrer ein Lied davon singen! Gerade die Liebe zum Fach ist es oft, die eine große Distanz zwischen Lehrer und SchülerInnen verursacht! Hier braucht ein Lehrer andere Qualitäten, als Liebe zum Fach!
Leherbashing ist leicht. Lehrer zu verstehen, ist schwieriger, aber nötig...

Fakten statt hohler Meinungen

Für das reiche Baden-Württemberg:
- in den letzten 30 Jahren wurde die Arbeitszeit der Gymnasiallehrer um ca. 15 % erhöht.
- Gleichzeitig gab es in dieser Zeit keine EINZIGE Lohnerhöhung über der Inflationsrate, meist darunter. Insgesamt ca. 10 % Reallohn-Verlust.
- Während die geistigen Fächer genug Lehreranwärter haben, fehlen überall Lehrkräfte für Math./Naturwiss. dringend! Denn in der ("stressigen") Wirtschaft verdient man real mehr ...
Für das reiche Bayern: Weil der Lehrerberuf ja so stressfrei ist, hat auch Bayern großen Lehrermangel! Also wurde wieder mal die Arbeitszeit der Lehrkräfte (zuerst Grundschule) um 4 % erhöht ... "Ausbeutung"!
Fakten statt Ideologie ...

Mehr, viel mehr Geld für

Mehr, viel mehr Geld für Bildung, für alle Aspekte, allerdings nicht prioritär für IT-Ausrüstung. Davon ist viel aus dem Fenster geworfen.

Wann kommt die Umwertung aller Werte - der Abschied vom Wettbewerbsextremismus, der auch den Bildungsbereich in die komplett falsche Richtung treibt? Jeder versäumte Tag zählt.

Kaffepause

Die Jungs und Mädels in der freien Wirtschaft machen eine Kaffeepause nach der anderen und chillen in ihrem Meetings, ein Lehrer hat von 7.30 bis 13.00 keine einzige Sekunde freie Zeit und, wenn er Pech hat, von 14.00 bis 16.30 wieder.
Wenn mal ein Externer aus "der freien Wirtschaft" in der Schule auftaucht und sein Wissen kundzutun versucht, sehen wir Lehrer, wie schwer es ist, vor einer Klasse zu sprechen und zu vermitteln. Gradioses Scheitern ist da meist noch die harmlose Variante.
Wenn die aus der "freien Wirtschaft" denken, Lehrer seien faul und haben es leicht, hätten sie doch selber Lehrer werden können. Aber dann verziehen sie ihre Gesichter... :(

@ Christian1966

Da zu kann ich nur eins sagen. Geht mal in die freie Wirtschaft. Dann wisst ihr was Stress und harte Belastung sind.

In der "freien" Wirtschaft (ich bin heute Selbständig) habe ich aber in der Vergangenheit schon jede Menge Dünnbrettbohrer erlebt. Im Vergleich dazu haben wir in der Oberstufe in Mathe richtig schwierige Sachen lösen müssen, unser Lehrer hat uns richtig zum Denken gebracht. Unendliche Reihen, logistisches Wachstum, Standardnormalverteilung, unendlichdimensionale metrische Räume, ...

Vergleich mit freier Wirtschaft

Der Vergleich mit der freien Wirtschaft, den hier viele anführen ist nicht zutreffend. Ich persönlich habe einen Bürojob. Natürlich arbeite ich hart. Aber wenn ich meine Gedanken schweifen lassen will, oder ein Blick aus dem Fenster werfen will, dann tue ich das. Der Lehrer kann das nicht. Für ihn heißt es 3 mal 90 Minuten unter Dauerstrom. Die Schüler sorgen dafür, dass es keine Durchschnaufpausen gibt.
In meinem Bürojob gibt es auch Gespräche mit den Kollegen, im Kaffezimmer, auf dem Flur, mal mehr mal weniger. Beim Lehrer besteht die 20 Minuten Pause aus folgendem: letztes Klassenzimmer Stühle hoch, Fenster zu, Boden fegen(!) (der Putzdienst wischt nur noch, wenn gekehrt wurde), abschließen. Pausenaufsicht (15 Min), Schüler quängeln, wann sie wieder rein dürfen, kurz Klo, Material für nächste Stunde im Lehrerzimmer holen, ein, zwei Schüler abarbeiten, die an der Lehrerzimmertür stehen und was wollen, ab zum nächsten Zimmer. Dort Fenster öffnen, zum Klingeln bereit sein.

Belastung definitiv deutlich gestiegen

Ich bin seit 20 Jahren Gymnasiallehrer und kann bestätigen, dass die
Belastungen definitiv gestiegen sind. Der Gipfel ist jetzt die Inklusion, wo man von uns verlangt
Kinder zu unterrichten, für die wir gar nicht ausgebildet sind. Das ist wie Zahnschmerzen vom Orthopäden behandeln lassen. Fortbildungen bringen da auch nicht weiter, zumal für die keine Zeit besteht. Des Weiteren ist der Dokumentationsaufwand deutlich angestiegen.
Die höhere Bezahlung der Gym.lehrer ggü. den Grundsch.lehrern ist aber berechtigt. Durchkorrigierte Wochenenden oder Ferien sind an der Grundschule unbekannt. Und Kinder in der Pubertät sind auch eine besondere Herausforderung, die an der Grundschule nicht gegeben ist. Ich habe einige Grundschullehrer in meinem Bekanntenkreis, die haben deutlich mehr Freizeit als ich.
Die Stundenzahl für Lehrer muss jedenfalls deutlich runter gehen, ansonsten leidet die Gesundheit.
So, ich gehe jetzt wieder an die Arbeit .... (bis ca. 23 Uhr mit kurzer Essenspause)

16:05 von 140667Red

frosthorn

Dem Kommentar von frosthorn kann und möchte ich gern zustimmen.
Der Lehrer oder die Lehrerin ...ihrem Beruf ist hat nicht selten einen 14 Stunden Tag. ...planen und durchführen.
Unbezahlte zusätzliche Aufgaben.
Dazu kommt das Lehrkräfte als Feindbild herhalten müssen.
Ich bin Froh das es solche Mensch gibt die das als Berufung sehen. Ich möchte den Beruf nicht geschenkt haben.
///
*
*
Richtig nach der heutigen Mainstreammeinung wird nur im öffentlichen Diebst gearbeitet.
*
Dann müssten die damaligen Lehrer mit 40 Schülerklasse ausschließlich Bettnöässer ins Leben entlassen haben.
*
Wenn Intelligenz ist, Unterrichtsausfall mit Stundenverkürzung und Weetschätzungsverbesserung zu bekämpfen, dann graut mir vor dieser nneuen Inteligenz.
*
Ich habe als 75-jähriger nicht vergessen, das "man" nicht für die Wirtshaftt ausbilden wollte und jetzt 40% zur Ausbildungs- und Studierfähigkeit nachbeschult werden müssen.
*
Eine Reform überholt die Unvollendete, tolles Intelligenzsystem.

15:46 von frosthorn

@Christian1966, 15:34

Eine Schlussfolgerung möchte ich noch hinzufügen: In der freien Wirtschaft verdient man auch einiges mehr.

Außerdem haben sie mit ihren Schlussfolgrungen völlig Recht. Zudem ist Lehrer nicht gleich Lehrer.

Ich presönlich wäre mit kleineren Lerngruppen zufrieden, da der Unterricht und seine Ergebnisse von der Unterstufe bis zum Abitur effektiver und nachhaltiger sind. Nach fast 40 Jahren im Schuldienst und bis zum Ende in Lohn und Brot, keine vorzeitige Pensionierung, gesund, kann ich das sehr gut beurteilen.

Sorry...

...aber wir erleben tagtäglich, wie viel Unterricht an den Berufsschulen ausfällt! Wir haben Azubis, die haben nun kurz vorm Ende des Lehrjahres noch keine einzige Arbeit geschrieben. Andere müssen sich in manchen Stunden selbst beschäftigen, weil an der Schule Lehrermangel aus Krankheitsgründen herrscht.

Ich möchte nicht behaupten, dass der Beruf leicht ist. Auch möchte ich nicht in das Horn von Gerhard Schröder blasen, der einst Lehrer als faule Säcke bezeichnet hat! Aber dennoch frage ich mich, ob gerade das Thema Krankheit im öffentlich Dienst nicht allzu sehr auf die leichte Schulter genommen wird. Ich habe schon den Eindruck, der eine oder andere Lehrer bleibt auch gerne mal bei Kleinigkeiten gerne zu Hause. Ich erlebe es im Freundes- und Bekanntenkreis ja auch! Mit Fleiss bekleckern sich nicht alle in dem Beruf!

Liebe Kollegen...

...vom Gymnasium! Die Realität ist nun auch bei Ihnen angekommen. Bedenken Sie trotz allem Frust, dass Sie nach wie vor (deutlich!) höhere Bezüge haben, als Ihre Kollegen der anderen Schularten. Das Ganze bei weniger Deputatsstunden.

weitgehend einheitliche und gute Lehrmaterialien

Eine Möglichkeit die arbeitsbelastung zu senken und gleichzeitig eine gute und vergleichbare lehrqualität zu bieten und dabei auch noch kosten zu sparen sehe ich in der weitgehenden einführung einheitlicher lehrmaterialien. Aktuell ist es so, dass es eine reihe von konkurrierenden verlagen gibt. Die materialien si d z.t. schlecht auf die pläne abgestimmt und auch manchmal fehlerhaft. Besser wäre aus meiner sicht EIN verlag, der exakt auf lernergruppe und lehrpläne (schultyp, grundkurs, leistungskurs) abgestimmte materialien liefert. Das heißt bücher, arbeitshefte, kopiervorlägen etc. - alles aus einer hand, alle schüler desselben kurstypes lernen (weitestgehend) dasselbe (vergleichbarkeit). Für lehrer bedeutet das weniger aufwand bei der suche nach material und mehr sicherheit bei der auswahl der inhalte.
Wird wohl nie so weit kommen - verlage und regionalfürsten machen da sicher nicht mit. Aber ich denke, das hätte eher vorteile

@Christian1966

Der Kommentar zeigt eigentlich nur von Unwissenheit und Ignoranz von dem Lehrerberuf. Meine Freundin ist gymnasial Lehrerin und unterrichtet wöchentlich 26 Schulstunden. Dies erscheint auf den ersten Blick sicherlich nicht viel, wenn man an eine 40 Stundenwoche denkt, aber tatsächlich muss sie ja zusätzlich noch die Stunden vorbereiten, arbeiten korrigieren, an Konferenzen teilnehmen und sonstige Probleme lösen. Ihr Arbeitsalltag sieht meistens so aus, dass sie morgens um 07:00 aus dem Haus geht, dann zwischen 16-18Uhr nach Hause kommt und im Anschluss Arbeiten korrigiert und Stunden vorbereitet. Sie arbeitet meistens bis 23-24 Uhr. Effektiv macht sie häufig um die 12-14 Stunden am Tag. Und am Wochenende werden die Sachen erledigt die unter der Woche liegen geblieben sind. Wer hier über Lehrer herzieht und meint die freie Wirtschaft wäre so anstrengend, macht sich lächerlich. Ich arbeite als Ingenieur, habe eine geregelte Woche, am Wochenende frei und arbeite nur 8 Stunden am Tag.

Interessante Kommentare

die mich schon verwundern, wie viele davon arbeiten als Lehrer im einem Gym ?.
Ich hab bis zur Rente an einem Gym gearbeitet, zirka 1000 Menschen und viele Lehrer. Gym ist eine etwas bessere Klientel von Schülern, da es ein mehrsprachiges Gym war, gab es auch viele Ausländische Schüler.
Freunde aus dem Lehrerkreis hab ich noch heute, was hier einige schrieben ist schlicht nicht wahr und richtig.
Zur Sinnhaftigkeit der Studie sag lieber mal nichts, es liegt auch immer an den Lehrern selber, so ist das aber bei Umfragen immer.
Ich kenne das Schulleben etwas anders.

Fremdwort Solidarität?

Solidarität scheint dem Verband fremd zu sein.
Lehrkräfte anderer Schularten dürften kaum weniger, sondern eher eine höhere Belastung haben.
Und für andere Beschäftigte in Schulen (Sekretariate, Sozialarbeit, Schulbegleitung etc.) gilt ähnliches.

Natürlich ist es das gute Recht des Philologenverbandes, für sich zu sprechen. Bedauerlich ist es in dieser Art und Weise dennoch und sagt vielleicht auch etwas über den Verband.

Um an der Umfrage

Um an der Umfrage teilzunehmen, hatten die Lehrer also Zeit?
Würde man wieder mehr auf Qualität setzen, als auf die schiere Masse an Einserabiturien, löste sich manches Problem von alleine. Dann gäbe es nicht nur weniger Schüler im Gymnasium, sondern auch wieder genügend Lehrlinge. Wer hätte das gedacht? Was gefrustet Lehrer anrichten können, sah ich schon 1988. Da wurde einfach dem Namen nach benotet. Selbst auf den größten mist bekam ich in deutsch meine obligatorischen 5 Punkte. Anstrengen war überflüssig, da es immer nur 5 waren. Und in anderen Fächern sah es nicht besser aus. Alles lief nach Schema F ab. Man kannte die gesamte Oberstufe, also besorgte man sich Klausuren vom jeweiligen Lehrer zum Thema. Inclusive Musterlösung.
Was da jetzt eine Belastung für die Lehrer war, bleibt auf ewig deren Geheimnis.

... unsere „ Lehrer „

Wenn wir das schlechte Abscheiden bei der Bildungsstudie unsere Schüler im Verhältnis zu den übrigen Ländern sehen , dann brauchen wir uns über unsere Lehrer nicht mehr unterhalten .

... unsere „ Lehrer „

Wenn wir das schlechte Abscheiden bei der Bildungsstudie unsere Schüler im Verhältnis zu den übrigen Ländern sehen , dann brauchen wir uns über unsere Lehrer nicht mehr unterhalten .

@YinYangFish, 17:04

Fremdwort Solidarität?
Solidarität scheint dem Verband fremd zu sein. Lehrkräfte anderer Schularten dürften kaum weniger, sondern eher eine höhere Belastung haben.

Was bitte hat denn das mit Solidarität zu tun? Sollen jetzt z.B. LKW-Fahrer unerträgliche Arbeitsbedingungen hinnehmen, weil Taxifahrer auch schlechte Arbeitsbedingungen haben? Hätte ich als Ingenieur Gehaltskürzungen akzeptieren sollen, weil es in meinem Betrieb in der Produktion Kurzarbeit gab? Darf jetzt gar niemand mehr Verbesserungen fordern, solange andere nicht auch Verbesserungen erhalten? Über diese Art "Solidarität" werden sich die Arbeitgeber aber freuen!
Die Lehrkräfte anderer Schulen sollen für sich selbst sprechen, wenn sie ein Anliegen haben, statt sich zu beschweren, dass Gymnasiallehrer ihre Interessen wahrnehmen.

was schreibt da ein user...?

A 16 Stellen....schauen wir mal in die Besoldungstabelle was A 16 so bringt....da kann man aber nicht wirklich über Überstunden meckern.....

@Bender Rodriguez, 17:05

Selbst auf den größten mist bekam ich in deutsch meine obligatorischen 5 Punkte. Anstrengen war überflüssig

Und mit der Tatsache, dass Sie ein fauler Schüler waren, wollen Sie jetzt beweisen, dass Ihre Lehrer ebenfalls faul waren?
In formaler Logik hätten Sie bei mir jedenfalls keine 5 Punkte gekriegt.

@16:02 von Wolebenwirdenn

"...jedes 2. Jahr neue Verordnungen, mit denen sich irgendein Staatssekretär profilieren möchte, völlig unsinnige Präsenztage in den Schulferien, Inklusion ohne jede Unterstützung, Eltern, deren Kinder natürlich allesamt hochbegabt sind... unsinnige und nicht durchdachte Schulfusionen, um mal wieder eine A16-Stelle zu sparen..."

Was Sie schreiben, erinnert mich an die Vorträge und Bücher (u.a. "Deutschland verdummt") von Dr. Michael Winterhoff.
Ich könnte mit vorstellen, dass der Ihnen aus der Seele spricht. Auch er bemängelt die neuen, undurchdachten Verordnungen und kennt die Probleme mit Eltern, "deren Kinder natürlich allesamt hochbegabt sind".

Die Vorträge sind auf YT verfügbar.

@16:06 von Schmoller

"...die Bevölkerung sieht es anders, was am großen Run auf die Gesamtschulen zu sehen ist."
Das wird andere Gründe haben. Wenn heute knapp 50 Prozent der Abiturienten nicht einmal die Reife für einen Ausbildungsberuf mitbringen geschweige denn Studierfähigkeit, dann liegt das wohl auch(!) an unserem Schulsystem. Wenn ich ein schulpflichtiges und hinreichend begabtes Kind hätte, würde ich das Gymnasium der Gesamtschule vorziehen. Einen Teil der Gründe haben Sie selbst schon genannt. Ich mache ausdrücklich NICHT pauschal die Lehrer für die Ausbildungsmängel verantwortlich.

Lehrer *sind* oft überlastet. Aber: Was tun?

Wir brauchen in so vielen sozialen Berufen mehr Angestellte (keine Beamten, aber das ist ein anderes Thema) und bessere Arbeitsbedingungen. Nur: Wer zahlt's? Denn Geld erwirtschaften eben genau die nicht-sozialen Branchen (no pun intended). Entweder sind wir bereit, massiv Einkommen umzukanalisieren... oder die Ungleichheit mit immer neuen Hilferufen wird bleiben.

Ein Thema bleibt aber auch: Wir erzieht (!) man Kinder und Jugendliche so, daß sie ruhiger / weniger anstrengend sind. Früher ging das durch autoritäre Erziehung... heute leider oft überhaupt nicht mehr. Dabei gibt es da gute Ansätze, die z.B. von manchen Grundschulen (aber: meist nicht in Problemgegenden...) gelebt werden. Da wird Kindern beigebracht, kreativ und frei zu sein... und auch mal still zu sein und zu tun, was verlangt wird. Kindern so etwas früh beizubringen (KiGa, Grundschule) zahlt sich wortwörtlich aus, weil dann nämlich eine Personalaufstockung für Jüngere zu geringerer Belastung durch Ältere führt.

@Bender Rodriguez 17:05

"Um an der Umfrage teilzunehmen, hatten die Lehrer also Zeit?"

Falls Sie das Umfragen-Design nicht kennen sollten, zeigt Ihre Frage nur, dass Ihnen an Diffamierung und Lehrerbashing mehr als an einer sachlichen Diskussion liegt.

@18:27 von frosthorn @YinYangFish, 17:04

"Die Lehrkräfte anderer Schulen sollen für sich selbst sprechen, wenn sie ein Anliegen haben, statt sich zu beschweren, dass Gymnasiallehrer ihre Interessen wahrnehmen."

Dem ist nicht hinzuzufügen.

Ich möchte aber noch anfügen, dass es mich immer ärgert, wenn Leute glauben, beurteilen zu können, was an fremden Arbeitsplätzen Stress bedeutet.
Ein Beispiel dazu: Ein Patient in unserer Abteilung wird plötzlich leichenblass, verdreht die Augen, ist nicht mehr ansprechbar. Man trommelt alle Ärzte zusammen, ruft das Notfallteam, alle Sinne sind auf die Anordnungen der Ärzte ausgerichtet, meldet der Intensiv-Stat. den Patienten usw. usw.
Es muss weitergehen. Man entschuldigt sich beim folgenden Patienten für die Wartezeit mit dem Hinweis, dass es unplanmäßig zu einer stressigen Situation gekommen sei. Der Patient meinte daraufhin in verächtlichem Ton: "Sie wissen doch gar nicht, was Stress ist. Ich bin selbstständig...blabla... Ich habe nicht mehr zugehört.

@ 18:27 von frosthorn

"Hätte ich als Ingenieur Gehaltskürzungen akzeptieren sollen, weil es in meinem Betrieb in der Produktion Kurzarbeit gab?".
.
Nee, da wären Sie rausgeflogen.
Geht auf einer Schule mit Bloggern, Astronauten und Prinzessinnen nicht.
Bei uns gibt es gerade einen Boom von überqualifizierten Einsteins.
Die habe ich dann auszubaden....
Ja, der Job ist ja soooo stressig.
Ganz neue Erkentnisse über Lessing, die Mathematik, der Apfel fällt auf einmal den Baum hoch und vollkommen neue Elemente.
Fragen Sie doch mal nach dem Dreisatz?
Oder wieviel ist 9 - 3 *1/3 + 1?

A 16 am Gymnasium

@Zundelheiner 18:29 Uhr:
Interessant, dass es an jedem Gymnasium über 360 Schüler genau eine Person gibt, der A16 bekommt: den Schulleiter bzw. die Schulleiterin...
"Normale Lehrer" haben A13 oder A14.

@YinYangFish, 17:04

Einfach mal nachlesen in der von der GEW Niedersachsen beauftragten Mußmann-Studie von 2016! (Siehe http://webdoc.sub.gwdg.de/pub/mon/2016/5-mussmann.pdf )
Gymnasiallehrer arbeiten - nach dieser Studie - ca. drei Stunden pro Woche mehr als Grundschullehrer und zwei Stunden pro Woche mehr als Gesamtschullehrer.
Kein Wunder, dass die GEW diese Ergebnisse nie lautstark an die Öffentlichkeit gebracht hat...
Leider kommt eben manchmal nicht das raus, was der Auftraggeber gern hätte. So integer sind Wissenschaftler nämlich, wenn sie etwas taugen...

Wie bitte? Seit Wochen gehen

Wie bitte? Seit Wochen gehen die Grund-und Mittelschullehrer auf die Straße, schreiben Petitionen, veranstalten Kundgebungen und bemängeln öffentlich ihre niedrige Bezahlung wie auch die immer schwierigeren Arbeitsbedingungen! Das ist Ihnen nicht mal eine Randnotiz Wert. Kaum schreit der Philologenverband, gibt es einen Beitrag in der Tagesschau? Soll das unabhängige Berichterstattung sein oder spiegelt das Ihre Meinung wider, frei nach dem Motto: den "Kleinen" brauchen wir eh kein Gehör schenken, interessiert uns doch micht?!

Pffff

„laute Kinder sind des Lehrers Schuld und ein Zeichen von zuviel pädagogischem Wissen anstatt abrufbarem Fachwissen. “

Wohl eher umgekehrt. Lehrer zu sein ist heute nicht mehr so einfach, da wird viel mehr pädagogisches abverlangt, als ein Lehrer je gelernt hat, nicht umsonst gibt es extra Pädagogen. Ich bin aber auch der Meinung, dass Gymilehrer da auf hohem Niveau jammern im Gegensatz zu anderen Schulformen.
Ich bin schon seit Jahren der Meinung, dass ein Pädagoge in jede Klasse gehört, so könnte man sich extra Schulbegleiter sparen, die nur für ein Kind der Klasse zuständig sind. Derjenige könnte einem Lehrer viele Aufgaben abnehmen und notfalls auch mal den Vertretungsunterricht übernehmen. Der eine lehrt, der andere ist im pädagogischen Sinne für die Klasse zuständig, natürlich im Team und immer mit Überschneidungen. Dazu müssten Lehrer das aber auch begrüßen und wollen, dass jemand mit im Klassenraum ist und unterstützt. Das ist bei weitem nicht überall so.

@16:15 von Armagedon

Es gibt auch Lehrkräfte, die nicht verbeamtet sind. ;-) Allerdings denke ich auch, dass beim Arbeitnehmerschutz keiner der Gründe für die Belastung zu suchen ist.

Was die Bezahlung angeht, hat Deeskalator recht. Sie ist längst nicht mehr so gut, dass man problemlos eine ganze Familie ernähren kann. Das war früher anders. Allerdings kann man immer noch ordentlich davon leben und wenn der Partner auch arbeitet, geht es auf jeden Fall auch gut. Nichtsdestotrotz hat sich die Situation verschlechtert und damit ist die Attraktivität geringer. Kein Wunder, dass immer weniger Lehrer werden wollen.

@16:52 von DB_EMD

Schon einmal darüber nachgedacht, ob die Belastung an der Berufsschule zu der Krankheit führt? Ich kann es nicht beurteilen, da ich keine Berufsschullehrer kenne. An anderen Schulen liegt der Grund wirklich an der Belastung. Und ein Lehrer kann auch nicht einfach nach Belieben zuhause bleiben. Da gibt es auf jeden Fall Ärzte, die das attestieren.

Frosthorn Sie können also

Frosthorn

Sie können also hellsehen?
Faul war da nur der Lehrer. Ich habe irgendwann aufgegeben. Der Typ war keine Anstrengung wert.
Und der wohl schon deutlich früher.
Das war keine lehrerkritik, sondern Kritik am System.

Dr Breyer wo siehst Du hier Kritik an heutigen Lehrern? Es war einzig eine Feststellung, dass sie Zeit gefunden haben.
Jeder jammert eben auf dem ihm höchsten Niveau.

Überbelastung?

Die Lehrer in meinem Bekanntenkreis verfügen über Immobilien, fahren dreimal im Jahr in den Urlaub und fahren VW Bus. Sie sind privat versichert und genießen die Vorzüge der Beamten. Von der Pension im Ruhestand will ich gar nicht reden. Wieviele Menschen in unserer Gesellschaft können behaupten genauso zu leben?

Damit möchte ich den Stress in diesem Beruf nicht kleinreden, aber m. E. ist das Meckern auf ziemlich hohem Niveau.

Vorbilder

um 19:13 von NeutraleWelt

"Bei uns gibt es gerade einen Boom von überqualifizierten Einsteins.
Die habe ich dann auszubaden....
Ja, der Job ist ja soooo stressig..."

Von meiner Schwester, die Studienrätin ist, weiß ich eine Menge über Schüler von heute und sie ist jung genug geblieben, um gut beurteilen zu können, was vor 50Jahren anders war.

Die Schüler sind heute viel anstrengender. Wer hätte das gedacht.
Wer aber exponentiell viel anstrengender sind, sind Eltern. Von denen sind die Überbeanspruchten, die wenigstens noch Respekt vor dem Beruf haben, noch die Angenehmsten. Die anderen Überforderten aber, denen schon der Zugang zu ihren Kindern fehlt, weil sie nicht verstehen, daß auch der Erziehende zuhause dazulernen darf, aber lieber fff hinterherkrakeelt und die Arbeit von Lehrern herabwürdigt, sind für sie die Hölle. Man muß schon sehr unglücklich im eigenen Job sein, wenn man sich auf so respektlose Weise zum Vorbild macht für Kinder, die Anstand lernen sollen.

Um 15:34 von Christian1966

28 Regelstunden, dazu kommen Vorbereitung, Korrektur und eine Menge an Verwaltungsaufgaben. Dazu fehlende und überaltete Lehrer, Ärger mit den Eltern. Ein Lehrer kommt locker auf 60 Wochenstunden.
Wenn Sie in freien Wirtschaft arbeiten ist nach 38,5 Stunden Schluss.

@frosthorn, 18:27

„[...] Darf jetzt gar niemand mehr Verbesserungen fordern, solange andere nicht auch Verbesserungen erhalten? Über diese Art "Solidarität" werden sich die Arbeitgeber aber freuen! [...]“

Da bin ich mir nicht so sicher.
Mein Punkt wäre, dass das Schulsystem als Ganzes überlastet und unterfinanziert ist. Natürlich können die Gymnasiallehrkräfte fordern, was sie wollen.
Meine These wäre, dass sich gemeinsam mehr für die Lehrkräfte und auch für die Schüler_innen erreichen ließe und das den jeweiligen Arbeitgebern mehr zu schaffen machen könnte.

Und zu Ihrem Bild: Taxi- und LKW-Fahrer arbeiten für mich nicht im gleichen System.

@ Hinterdiefichte - Quereinstieg

18:23 von Hinterdiefichte:
"Kumpel ist Lehrer => Quereinsteiger! Der lacht sich kaputt über die ,Arbeitsbelastung' und die anderen stöhnenden Lehrer!"

Ein Kumpel von mir war Fußballer in der 3. Liga und hat jetzt alle Gelenke usw. kaputt. Daher unterrichtet er an einer Realschule Sport. Der hat natürlich kein Problem mit Eltern, Hausaufgaben, Versetzung und schlechten Noten. Der Job ist wirklich easy. Und wenn er mal keine Lust hat, dann dürfen die Kids Fußball spielen.

Spaltung

um 18:23 von Hinterdiefichte:
"Kumpel ist Lehrer => Quereinsteiger! Der lacht sich kaputt über die ,Arbeitsbelastung' und die anderen stöhnenden Lehrer!"

Ihr Kumpel hätte besser mal was Anständiges gelernt.

Was überhaupt noch nicht erwähnt wurde ist, daß die ausgebildeten Lehrer die Quereinsteiger permanent unterstützen müssen, ohne dafür entsprechende Zeit zu bekommen. Eine TV - Journalistin mit Herz und Intelligenz wurde ohne Vorbereitung auf eine Grundschulklasse losgelassen. Sie hat sich viel Mühe gegeben, um dieser "Selbsterfahrung" keine Tendenz zu geben im Sinne einer Kritik. Es wurde ein Debakel, obwohl sie immerhin Mutter war.

Eine Billiglösung, die für die Politik im Idealfall die Spaltung der Berufsverbände bringt.
Läuft.

Ein Verbrechen an den Kindern.

Ja alle kennen sich aus, denn alle waren in der Schule!

Würde die Pilotenvereinigung Cockpit über die Belastung der Lokführer sich beschweren??? Natürlich nicht...

Natürlich arbeiten andere Lehrkräfte auch überdurchschnittlich viel. Aber es wäre sicherlich auch sehr unprofessionell, wenn die Gewerkschaft der Gymnasiallehrkräfte über andere Arbeitssituationen informierte...

Es wäre toll, wenn der Bund und die Länder endlich planvoll Geld in die Bildung als Investition in die Zukunft investierten.

Und natürlich kennt jeder einen super Quereinsteiger und super unbelastete Lehrkräfte.
Dennoch sind die Ansprüche an diesen Berufstand aufgrund vieler undurchdachter oder unentlasteter Reformen enorm gestiegen und viele Kommentare geben erfreulich differenziert die Situation wieder.

Und zeigen Sie mir bitte mal die Wirtschaftsbetriebe, in denen die Angestellten ihre Werkzeuge nahezu ausnahmslos selber finanzieren und dann noch nicht einmal im Betrieb aufladen dürfen, wie die Länder z. B. bei IPads o. ä. vielfach von Lehrkräften erwarten...

@NutzerW

Dass Erzieher peu à peu den Unterricht übernehmen sollen, ist eine ganz schlechte Idee, denn das liefe lediglich auf eine Ausnutzung nicht dafür qualifizierter Menschen hinaus, die vermutlich kostengünstiger sind. Ich denke, Erzieher haben an den Schulen auch so alle Hände voll zu tun mit dem, was sie eigentlich tun sollen, ohne, dass sie Lehrer "spielen".

Als Überstunden bezahlt wurden, konnten Lehrer sehr viel mehr

Vor etwa 50 Jahren startete ich als SEKII/Gy-Lehrer.
Ab der 4. Überstunde (im Monat) wurde die Mehrarbeit bezahlt. Heute wird ausgeglichen.
Damals rissen sich besonders die Bauherren unter den Lehrern darum, Mehrarbeit leisten zu dürfen. 20 Stunden pro Monat mehr waren durchaus üblich.
Von Überlastung sprach niemand.
Vielleicht ließe sich der Unterrichtsausfall heute auch so beseitigen.

@Squishy_Nobones

Der Grundschulmensch hatte lediglich einen GEMEINSAMEN Kampf gefordert und der hat durchaus seine Berechtigung. Der Philologenverband ist sehr groß und stark und könnte mehr erreichen für ALLE, wenn er über den Tellerrand blicken würde. Aber so werden die kleinen dummen Grundschullehrer nur belächelt, die selbstverständlich dafür sorgen, dass viele Kinder heutzutage überhaupt erst beschulbar werden....
Beste Grüße!

Man muss aber ehrlich sagen:

Wenn die Stimme versagt, selbst wenn die Erkältung ganz leicht ist, dann braucht man gar nicht erst im Klassenzimmer vor den süßen, kleinen Jekylls und Hydes zu erscheinen, dann tanzen sie einem auf der Nase herum und man ist die nächsten Wochen damit beschäftigt denen wieder beizubringen,wer im Klassenzimmer das letzte Wort hat.

Das Mal abgesehen davon, dass meine Lehrer nicht das Problem hatten, dass wir im Unterricht auf dem Handy gespielt haben und sie uns das Handy nicht wegnehmen dürften, ohne von unseren Eltern verklagt zu werden.

@ Barthelmus

Vor etwa 50 Jahren startete ich als SEKII/Gy-Lehrer. Ab der 4. Überstunde (im Monat) wurde die Mehrarbeit bezahlt.

Das hat sich nicht geändert.

@ Tada

... und sie uns das Handy nicht wegnehmen dürften, ohne von unseren Eltern verklagt zu werden.

Wenn ich im Unterricht ein Handy sehe (und ich habe dafür einen 7. Sinn) dann ist es weg. Verklagt hat mich dafür noch keiner. Das wäre auch keine gute Idee.

@Tangomaniac

"Normale Lehrer" haben A13 oder A14." - also in Bayern nicht, Grundschullehrer sowieso nicht, da hockt man auf A12, es sei denn, man wird Schulleiter o.ä.

@ Nachfragerin

An meiner Schule gibt es in den Naturwissenschaften derzeit nur zwei reguläre Laufbahn-Lehrer. Der Unterricht wird maßgeblich von Quereinsteigern getragen, von denen bisher kein einziger gescheitert ist.

Quereinsteiger in den Naturwissenschaften in der Schule? Klar sind die irgendwo gescheitert.
Unser Chemielehrer auf'm Gymi war auch Quereinsteiger. Der konnte vermutlich super Chemie. Wir haben es nie erfahren, aber dafür sind wir über Tische und Bänke. Armer Kerl.

@ Amelia

"Normale Lehrer" haben A13 oder A14." - also in Bayern nicht, Grundschullehrer sowieso nicht, da hockt man auf A12, es sei denn, man wird Schulleiter o.ä.

Auch in Bayern ist die Einstiegsbesoldung am Gymnasium A13 (Studienrat). Ein Schulleiter ist in A16 (Oberstudiendirektor). Das ist die höchste A-Besoldungsgruppe.

@Forengedöns

„Ein Schulleiter hat mir mal gesagt, dass Quereinsteiger oft in ihrem ursprünglichen Job gescheitert sind. Und dass etwa 4 von 5 Quereinsteiger dann auch in der Schule scheitern.“

Das kommt wie immer und überall auf den jeweiligen Charakter an. Manche haben ein Händchen dafür, andere nicht und das gilt auch für Lehrer mit Staatsexamen.
Generell finde ich aber, dass es an Berufsschulen für Quereinsteiger oft einfacher ist, da sitzen dann eher Schüler, die sich für das Thema auch interessieren und mit denen das Arbeiten einfacher ist, als mit Schülern, die Physik schon per se hassen und nur im Unterricht sitzen, weil sie müssen.

21:06 von Amelia

"Normale Lehrer" haben A13 oder A14." - also in Bayern nicht, Grundschullehrer sowieso nicht, da hockt man auf A12, es sei denn, man wird Schulleiter o.ä.
.
finden sie diesen Gehalt unangemessen ?

also ich persönlich halte Beamte im Allgemeinen für unterbezahlt
allerdings wenn ich mir die Ausbildung eines Lehrers betrachte
die leben ja wirklich im Tal der Glückseeligen

@melancholeriker - Denkanstöße

20:45 von melancholeriker:
"Ihr Kumpel hätte besser mal was Anständiges gelernt."
> Wissenschaftler zum Beispiel, der sich ohne Zukunftsperspektive von Projekt zu Projekt hangelt und dann plötzlich auf der Straße steht.

"Was überhaupt noch nicht erwähnt wurde ist, daß die ausgebildeten Lehrer die Quereinsteiger permanent unterstützen müssen, ohne dafür entsprechende Zeit zu bekommen."
> Dafür gibt's sogenannte Mentoren, die eine Ausgleichsstunde erhalten. (Für die genauso hilfebedürftigen regulären Lehramtsanwärter gibt es dieses Mentoring-Programm übrigens nicht.)

"Eine TV - Journalistin mit Herz und Intelligenz wurde ohne Vorbereitung auf eine Grundschulklasse losgelassen. Es wurde ein Debakel."
> Achwas? Welcher Lehrer stellt sich denn unvorbereitet vor eine Klasse?

"Eine Billiglösung [...]"
> Immer.

"Ein Verbrechen an den Kindern."
> Oder eine Beleidigung aller Quereinsteiger. Die Alternative wäre übrigens Unterrichtsausfall.

Schulpsychologen oder lieber nicht?

Zitat:

Um die Lehrkräfte im Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern zu unterstützen, sollten an jeder Schule Schulpsychologen eingesetzt werden.

Eine leise geäußerte Lehrerweisheit lautet:
Wenn du glaubst, ein Problem mit einem Schüler zu haben, schalte den
Schulpsychologen ein.
Dann hast du wirklich ein Problem.

20:50 @Barthelmus ... Überstunden

.. Damals waren viel weniger Schüler an den Gymnasien als heute. Daher wird man das mit Überstunden nicht abfangen können.
Außerdem werden - so meine ich - im ÖD heute keine Überstunden mehr bezahlt, für Beamte ganz sicher nicht.
Die Arbeitsverträge sind heutzutage anders gestaltet.

Mehrarbeit für angestellte Lehrer kann allenfalls mit einem zusätzlichen Honorarvertrag finanziert werden.
Nur das Geld wird unter den Lehrern niemanden motivieren, wenn sie eh schon am Limit arbeiten. Arbeiten/Aufsätze korrigieren ist eine ziemlich frustrierende Arbeit, da würde ich auch nicht noch mehr haben wollen.

@ 20:21 von Forengedöns

"Ein Schulleiter hat mir mal gesagt, dass Quereinsteiger oft in ihrem ursprünglichen Job gescheitert sind. Und dass etwa 4 von 5 Quereinsteiger dann auch in der Schule scheitern."
.
Nun ja, das kann ich eigentlich nur bestätigen.
Die, die untauglich für die Wirtschaft waren, sind Lehrer geworden....

Ausgerechnet Lehrer am

Ausgerechnet Lehrer am Gymnasium sollten sich nicht beschweren.
Die wirklich schwierigen Schüler sitzen nämlich eher auf der Haupt und Realschule.
Ich habe mir jahrelang das Gejammer von Lehrern anhören dürfen.
Erst bei meinen eigenen und dann bei meinen Kindern.
Das Problem ist, das Lehrer gar nicht wissen was harte Arbeit ist.
Sie gehen von der Schule an die Uni und zurück zur Schule.
+
In NRW wird pro Lehrer z.b. nur 21 bis 25 Stunden unterrichtet pro Woche.
Der Rest von 41 Stunden dient dem Korrigieren von Klassenarbeiten, "Unterricht vorbereiten", Kopien anfertigen, ....
Lehrer bezeichnen das gerne als: ihre Freizeit opfern.
+
Sprüche wie, wir müssen die Ferien durcharbeiten, sind völlig fehl am Platz.
+
Lehrer haben nämlich eigentlich gar keine Ferien.
Das ist voll bezahlte Dienstzeit; welche nicht selten am Mittelmeer verbracht wird.
+
Ebenfalls gerne vergessen:
kein Schichtdienst, kein Nachtdienst, kein Wochenenddienst,...
Sonderurlaub in den Ferien.
Dazu top Verdienst.

@eine sex in latein - Geht's auch ohne Pauschalisierung?

21:12 von eine sex in latein:
"Quereinsteiger in den Naturwissenschaften in der Schule? Klar sind die irgendwo gescheitert."

Ich habe einige Jahre auf befristete Stellen in der Wissenschaft gearbeitet und habe nun eine Festanstellung als Quereinsteiger. Meine berufliche Perspektive hat sich dadurch verbessert und ich wüsste nicht, an welcher Stelle ich gescheitert sein sollte.

Aber ich stimme Ihnen zu, dass auch Menschen in den Lehrerberuf wechseln, die es besser lassen sollten. (Das gilt allerdings auch für die regulären Laufbahnlehrer.)

@ Nachfragerin

Ich habe einige Jahre auf befristete Stellen in der Wissenschaft gearbeitet und habe nun eine Festanstellung als Quereinsteiger.

Ich möchte Ihnen persönlich selbstverständlich nicht vorwerfen, gescheitert zu sein. Zumal ich selbst eine unbefristete Stelle in der Wissenschaft habe, nämlich in der Medizin.

Gymnasiallehrer kritisieren hohe Belastung

also der Lehrer meiner Tochter (Gym)
beschwerte sich dass er wegen einer Veranstaltung Samstag arbeiten mußte ....
also wenn bei mir in der Firma ne Fortbildung / Info ist
ein kleines Projekt zu besprechen
trifft man sich am Wochenende im Tagungszentrum
also ich habe noch keinen sich Beklagen gehört ....

@Boris.1945,  21:12

" ... Eigentlich schon beim Umwidmen der Reparaturrücklagen für Klos. ... "
Das machen die Gymnasiallehrer?
Ziemlich abstruse Behauptung.

Übrigens, nicht alle Lehrer/innen sind verbeamtet, bekommen also nicht A1x

21:32 von Thoodoo

Zitat:"Der Rest von 41 Stunden dient dem Korrigieren von Klassenarbeiten, "Unterricht vorbereiten", Kopien anfertigen, ...."
Wieder jemand, der "Bescheid weiß": Die Korrektur eines Deutschaufsatzes in der Mittel- oder Oberstufe dauert mit mehreren Durchgängen im Schnitt 45-60 Minuten, Oberstufenklausuren und Abiturklausuren deutlich länger. Das multiplizieren Sie bitte mit der Anzahl der SchülerInnen (22 - 30). Ein Deutschlehrer hat meistens zwei bis drei Lehraufträge, also das Ganze nochmal mit 3 multiplizieren. Sechs Arbeiten im Schuljahr sind vorgeschrieben, also nochmal mit sechs multiplizieren. Und dann bitte nicht vergessen, dass auch der beste Lehrer nach vier oder fünf Stunden Korrektur eine Pause braucht, weil er sonst richtig nicht mehr von falsch unterscheiden kann. Warum Sie "Unterricht vorbereiten" in Anführungszeichen setzen, wissen auch nur Sie. Der Nacht- und Wochenend-dienst findet regelmäßig zuhause statt, allerdings ohne Zuschläge oder Schichtzulage.

16:05 von 140667Red

Telefonate mit Eltern führen.
Unterrichts Nachbereitung. Unterrichts Vorbereitung
.

also der Lehrer meiner Tochter hat bei mir noch nie angerufen
Unterrichts Nachbereitung .... was macht er denn da ?
Unterrichts Vorbereitung ... jeder ?
oder nimmt er da nicht das Manuskript das er seit 20 Jahren benutzt
zugebenen es mag ja solche Lehrer geben,
aber bei deren Gehalt dürfte das sicherlich, gelegentlich zumindest, drin liegen

@18:21 von 3006

"Wenn wir das schlechte Abscheiden bei der Bildungsstudie unsere Schüler im Verhältnis zu den übrigen Ländern sehen , dann brauchen wir uns über unsere Lehrer nicht mehr unterhalten ."

Auch Lehrer arbeiten weitgehend nach Vorgaben. Wenden Sie sich mit Ihrem berechtigten Unmut an die zuständigen Ministerien.

@21:18 von Gytha

"...da sitzen dann eher Schüler, die sich für das Thema auch interessieren und mit denen das Arbeiten einfacher ist, als mit Schülern, die Physik schon per se hassen und nur im Unterricht sitzen, weil sie müssen."

Gehört es nicht auch zur 'hohen Kunst' des Lehrberufs das Interesse der Schüler für das jeweilige Fachgebiet zu wecken?

Ich habe mal einem Professor beim DESY nach einem Vortrag über dunkle Materie und dunkle Energie gesagt: "Wenn ich einen Lehrer wie Sie gehabt hätte, hätte ich wahrscheinlich nicht so oft Mickey Mouse während des Unterrichts gelesen."

@21:32 von Thoodoo

"Die wirklich schwierigen Schüler sitzen nämlich eher auf der Haupt und Realschule."

Dafür sind es dann am Gymnasium die Eltern?

"Lehrer haben nämlich eigentlich gar keine Ferien.
Das ist voll bezahlte Dienstzeit; welche nicht selten am Mittelmeer verbracht wird."

Wie ist es mit Ihrem Urlaub? Ist der auch unbezahlt?

@Bender Rodriguez 20:08

"Dr Breyer wo siehst Du hier Kritik an heutigen Lehrern? Es war einzig eine Feststellung, dass sie Zeit gefunden haben.
Jeder jammert eben auf dem ihm höchsten Niveau."

Ich bringe Ihnen die Höflichkeit entgegen, Sie mit "Sie" anzureden, und kann von Ihnen das gleiche erwarten.

Falls Ihre Aussage nicht kritisch oder hämisch gemeint gewesen sein sollte, hätten Sie sie sich schlicht schenken sollen. Man kann sie eigentlich gar nicht anders verstehen. Was Sie mit Ihrer Aussage mit dem "Jammern auf dem ihm höchsten Niveau" ja auch bestätigen.

@NeutraleWelt 21:31

"Die, die untauglich für die Wirtschaft waren, sind Lehrer geworden...."

Dass eine solche Aussage, die völlig ohne Fakten auskommt und nur aus Diffamierung besteht, die Moderation passieren konnte, verstehe ich nicht.

Das hat nichts mehr mit 'Meinungsfreiheit' zu tun, sondern ist nur noch Beleidigung.

21:31 von NeutraleWelt

@ 20:21 von Forengedöns

"Ein Schulleiter hat mir mal gesagt, dass Quereinsteiger oft in ihrem ursprünglichen Job gescheitert sind. Und dass etwa 4 von 5 Quereinsteiger dann auch in der Schule scheitern."
.
Nun ja, das kann ich eigentlich nur bestätigen.
Die, die untauglich für die Wirtschaft waren, sind Lehrer geworden....
///
*
*
Ein Schuft der glaubt, die direkten Lehrer hätten schon in der Schule erkannt, das Ihnen wie Pisa-vermittelt, die Wirtschaft zu hektisch und erfolgsbezogen wäre?

@Thoodoo 21:32

"Das Problem ist, das Lehrer gar nicht wissen was harte Arbeit ist."

Mit dieser Aussage zeigen Sie nur, dass Sie gar nicht wissen, wie hart Lehrer arbeiten.
Es gibt auch harte Arbeit außerhalb von Wochenend-, Schicht- oder Nachtarbeit.

@20:50 von Barthelmus

"Vor etwa 50 Jahren startete ich als SEKII/Gy-Lehrer.
...Von Überlastung sprach niemand."

Die Zeiten haben sich drastisch geändert. Einerseits habe ich den Eindruck, dass die Menschen früher belastbarer waren, andererseits scheint heute ein größerer Druck auf den Menschen zu liegen. Die Ansprüche an die optimale Funktionsfähikeit in allen Lebensbereichen scheint mir größer als früher. Auch die ständigen Kontrollen durch Betriebswirte in fast allen Bereichen erzeugen psychischen Druck. Immer mehr Effizienzsteigerung ist das irrsinnige Ziel. Dass dies aber irgendwo an Grenzen stößt, will man nicht sehen.
Und auch die Ablenkungen durch Internet und Co. sollte man nicht unterschätzen.

21:58 von Sisyphos3

Zitat:"also der Lehrer meiner Tochter hat bei mir noch nie angerufen"
Dann gratuliere ich ihnen zu Ihrer Tochter! Leider gibt es auch noch andere Kinder, bei denen der Kontakt zu den Eltern aus den verschiedensten Gründen ( Lern"erfolg", Disziplinprobleme, Krankheit) dringend erforderlich ist.

Zitat:"Unterrichts Vorbereitung ... jeder ?
oder nimmt er da nicht das Manuskript das er seit 20 Jahren benutzt"
Nicht alle Lehrer sind schon seit 20 Jahren im Dienst, ganz davon abgesehen, dass in dieser Zeit in der Regel wenigstens zweimal der Bildungsplan "reformiert" wurde. Zudem ist jede Klasse anders, was in einer funktioniert, kann in einer anderen voll in die Hose gehen. Natürlich kann man schon mal Materialien, die man auch erst irgendwann mal zusammensuchen musste, wieder verwenden. Aber nicht das "was", sondern das "wie " ist entscheidend und damit sind wir wieder bei der Vorbereitung.

21:58 @Sisyphos3

" ... nimmt er da nicht das Manuskript das er seit 20 Jahren benutzt ... "
Aha, die Lehrpläne sind seit 20 Jahren die gleichen?
Im Deutschunterricht werden teilweise jährlich die Lektüren geändert, also jedes Jahr neue Vorbereitung en, selbst wenn der Lehrer das Buch kennen sollte.
Nachbereitung, prüfen was gut, was schlecht lief, um es beim nächsten Mal besser zu machen.
Sie bereiten offenbar keine Projekte in Ihrer Firma nach, sonst würden Sie solch eine Frage nicht stellen.

Sie haben "... noch keinen sich Beklagen gehört ...."
Vielleicht mal die Ohren aufsperren, aber vielleicht drohen Sie ja auch gleich mit Kündigung?

@Sisyphos3

"also der Lehrer meiner Tochter hat bei mir noch nie angerufen"

Hat irgendjemand behauptet, dass solche Telefonate mit allen Eltern anfallen? Nur, weil es bei Ihnen nicht vorgekommen ist, heißt noch lange nicht, dass es nicht trotzdem häufig vorkommen kann!

"Unterrichtsnachbereitung .... was macht er denn da?"

Aufschreiben, wie weit man gekommen ist. Welcher Schüler wobei Probleme hatte. Wo warum welche Stimmung in den Klassen war, um nur ein paar Stichworte zu nennen.

"Unterrichtsvorbereitung ... jeder?"

Nein, aber die meisten.

"zugebenen es mag ja solche Lehrer geben,
aber bei deren Gehalt dürfte das sicherlich, gelegentlich zumindest, drin liegen"

Es geht nicht um "gelegentlich", sondern um "fast immer".
Und wenn der Lehrerberuf ein so gutbezahlter simpler Beruf ist - warum macht ihn dann nicht jeder?

@ Barthelmus

"Vor etwa 50 Jahren startete ich als SEKII/Gy-Lehrer. ...Von Überlastung sprach niemand."

Ja, da war die Welt noch in Ordnung.

Lehrer verdienen wenig

Lehrer verdienen vergleichsweise wenig, wenn man berücksichtigt, dass sie nicht wesentlich kürzer studieren müssen als Ärzte.

///Gymnasiallehrer

///Gymnasiallehrer kritisieren hohe Belastung///
.
Das trifft wohl auf alle Lehrer zu. Kleinere Klassen und eine Reduzierung der Stundenzahl könnte durchaus sinvoll sein, um den Bildungserfolg bei den Schülern zu sichern und die burn-out-Rate bei den Lehrern zu reduzieren. In Bayern ist aber z.B. gerade das Gegenteil passiert: Grundschullehrer müssen auf Grund von Lehrermangel eine Stunde mehr unterrichten. Alle, die meinen, das sei ein " easy job " zeigen dadurch nur, dass sie keine Ahnung haben, wie anstrengend Unterrichten ist und was an den Schulen abgeht.

22:30 von Anna-Elisabeth

Zitat:"Die Zeiten haben sich drastisch geändert."
In meiner Schulzeit in den 60er-Jahren gab es Frontalunterricht, Prügelstrafe (in Bayern!!), drastische Disziplin, Respekt vor den Lehrkräften und nur ein kleiner Prozentsatz einer 4.Grundschulklasse ging überhaupt danach auf ein Gymnasium. Heute haben wir Gott sei Dank andere Verhältnisse, offene Unterrichtsformen, streng geregelte disziplinarische Maßnahmen mit den üblichen Rechtsmitteln, der Respekt vor Lehrkräften ist wie bei anderen Berufen abhanden gekommen und inzwischen gehen ca. 45 - 55% eines Jahrgangs aufs Gymnasium. Das hat Unterrichten nicht einfacher gemacht, zumal Schule inzwischen alle Versäumnisse der Eltern und der Gesellschaft ausbaden und wenn möglich reparieren muss (Sozialkompetenzen, Medienkompetenzen usw.). Meine Brüder mit ähnlicher Hochschulausbildung haben in der "freien Wirtschaft" mehr als doppelt soviel verdient wie ich. Ich war gerne Lehrer, aber heute würde ich die Berufswahl überdenken.

DrBeyer @NeutraleWelt 21:31

"Die, die untauglich für die Wirtschaft waren, sind Lehrer geworden...."

Oder umgekehrt. Ein Schulfreund von mir wollte eigentlich Berufsschullehrer werden, dann hat er aber das Wirtshaus seiner Eltern übernommen.

22:51 @eine sex in latein .. Verdienst

So einfach vergleichbar ist das nicht. Ein niedergelassener Facharzt muss z.B. meist auf Kredit Geräte möglichst auf neuestem Stand anschaffen, seine Angestellten finanzieren usw.

Ein Lehrer hat ein festes Gehalt bzw. festen Sold, der oft höher liegt als bei manchen akademischen Angestellten in der Privatwirtschaft.

um 22:53 @Peter Meffert

" ... Meine Brüder ..."
Auch das hat sich geändert.

@19:23 von Gytha

//„laute Kinder sind des Lehrers Schuld und ein Zeichen von zuviel pädagogischem Wissen anstatt abrufbarem Fachwissen. “

Wohl eher umgekehrt. Lehrer zu sein ist heute nicht mehr so einfach, da wird viel mehr pädagogisches abverlangt, als ein Lehrer je gelernt hat, nicht umsonst gibt es extra Pädagogen.
...--Ich bin schon seit Jahren der Meinung, dass ein Pädagoge in jede Klasse gehört, so könnte man sich extra Schulbegleiter sparen, die nur für ein Kind der Klasse zuständig sind.//

Ist das nicht eher ein Zeichen dafür, dass in unserer Gesellschaft etwas Grundlegendes schief läuft? Wenn ich an meine Schulzeit denke:
3. und 4. Klasse (hieß früher Volksschule) 52 Schüler in einer Klasse. Wer den Unterricht störte, musste nachsitzen und bekam eine Strafarbeit aufs Auge gedrückt. Nicht der Lehrer bekam Stress mit den Eltern, sondern der Schüler.
Später auf dem Gymnasium: 24 Schüler, Frontalunterricht.
Für Fehlverhalten s.oben. Schlechte Noten: "Blaue Briefe".

Man sollte die Kinder ...

.. nicht schon nach Klasse 4 aufteilen. Da kann man doch noch gar nicht bewerten, welches Kind wirklich das Zeug zum Abitur bzw. zum Studium hat.

um 22:53 von Peter Meffert

>>
Das hat Unterrichten nicht einfacher gemacht, zumal Schule inzwischen alle Versäumnisse der Eltern und der Gesellschaft ausbaden und wenn möglich reparieren muss (Sozialkompetenzen, Medienkompetenzen usw.).
<<

Ich denke, das war immer so, natürlich mit anderen Schwerpunkten. Ich bin Jahrgang 1953. Ich habe in meiner Schulzeit so ziemlich jeden Lehrertyp kennengelernt, den man sich vorstellen konnte, angefangen vom Altnazi (Deutschlehrer mit Fremdwortverbot) bis hin zum jungen, aufgeschlossenen "Nachkriegslehrer". Entscheidend war immer die Persönlichkeit des jeweiligen Lehrers und ich kann mir nicht vorstellen, dass das heute wesentlich anders ist. Und nicht jeder Lehrer arbeitet in einem sozialen Brennpunkt.

@21:39 von eine sex in latein @ Nachfragerin

"Ich möchte Ihnen persönlich selbstverständlich nicht vorwerfen, gescheitert zu sein."

Nee, nicht persönlich - nur ganz allgemein.

"Zumal ich selbst eine unbefristete Stelle in der Wissenschaft habe, nämlich in der Medizin."

Und? Wen wollen Sie jetzt damit beeindrrucken?

Peter Meffert

zumal Schule inzwischen alle Versäumnisse der Eltern und der Gesellschaft ausbaden und wenn möglich reparieren muss (Sozialkompetenzen, Medienkompetenzen usw.). "
Ja, und das kann nicht Alles Aufgabe der Schule und der Lehrer sein, wenn die Eltern nicht die einfachsten Verhaltensregeln oder Höflichkeit vermitteln können oder wollen und sich aus der Erziehung verabschieden. Ob es eine Erfolgsmeldung ist, das so große Teile irgendwie irgendein Abitur machen bezweifle ich stark. Ich hatte als Gasthörer an der Uni das zweifelhafte Vergnügen, die "Kompetenzen" der Abiturienten erleben zu dürfen

vom Stress und der Belastung eines Lehrers

frosthorn @

Jeder der mal auf Elternabenden und Kinder in der Schule hat oder hatte weiß das Christian1966 recht hat.

Wichtigster Grund Lehrer zu werden:
Sicher , unkündbar und Juli und August.

22:45 von eine sex in latein

@ Barthelmus

"Vor etwa 50 Jahren startete ich als SEKII/Gy-Lehrer. ...Von Überlastung sprach niemand."

Ja, da war die Welt noch in Ordnung.
////
*
*
Aber mit den 40 Bettnässern in der Klasse funktionierte ein Wirtschaftwunder, bis 1968.

@22:53 von Peter Meffert

"Das hat Unterrichten nicht einfacher gemacht, zumal Schule inzwischen alle Versäumnisse der Eltern und der Gesellschaft ausbaden und wenn möglich reparieren muss (Sozialkompetenzen, Medienkompetenzen usw.)."

Das ist der Punkt. Und genau darauf geht Dr. Winterhoff, den ich weiter oben schon erwähnt hatte, ausführlich ein.
Es ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, wenn Erzieher und Psycholgen in den Schulen gebraucht werden.
Es kann nicht Aufgabe der Schule bzw. der Lehrer sein, die Versäumnisse der Eltern aufzuarbeiten. Aber das Problem fängt ja schon in der Kita an.

Lehrer mal neu denken

Arme Lehrer ... ? Nein, die armen Schüler. Sie ertragen ein Schulsystem, das antiquiert ist und Duckmäuser heranzieht. Müssten Lehrer alle 5 Jahre in die freie Wirtschaft rotieren, wüssten sie, dass wir kreative Problemlöser brauchen...dann klappt’s vielleicht besser mit der Motivation von Schülern, wenn sie endlich relevante Dinge lernen, die sie später brauchen.

Die Darstellung der Überbelastung halte ich angesichts meiner Erfahrungen mit der Belastung in der Industrie, dem Vergleich mit den Gehältern und Belastung von Kindergärtnerin und Grundschullehrern oder auch mit pflegenden Berufen für unangemessen.

@Anna-Elisabeth

„Gehört es nicht auch zur 'hohen Kunst' des Lehrberufs das Interesse der Schüler für das jeweilige Fachgebiet zu wecken?“

Oh...unbedingt! Das wäre der Idealfall, aber leider schaffen das nur die wenigsten, denn das ist tatsächlich sehr „Hohe Kunst“ ;-)
Das braucht es auch nicht unbedingt, dass Schüler willig mitarbeiten ist oft schon schwer genug, vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern. Wer das schafft, mit guten Methoden und Respekt auf Augenhöhe, der darf sich zu den top Lehrern zählen.

@DrBeyer - Wochenend- und Nachtarbeit

"Das Problem ist, das Lehrer gar nicht wissen was harte Arbeit ist." (Thoodoo 21:32)

22:29 von DrBeyer:
"Mit dieser Aussage zeigen Sie nur, dass Sie gar nicht wissen, wie hart Lehrer arbeiten.
Es gibt auch harte Arbeit außerhalb von Wochenend-, Schicht- oder Nachtarbeit."

Den Großteil meiner Arbeit leiste ich außerhalb der Klassenräume - meist am (sehr) späten Abend oder am Wochenende.

Anna-Elisabeth 23.26

Es kann nicht Aufgabe der Schule bzw. der Lehrer sein, die Versäumnisse der Eltern aufzuarbeiten. Aber das Problem fängt ja schon in der Kita an."
Meine Rede! Aber wenn trotz frühester Beschulung durch "Expert*innen in der Kita nachher trotzdem viele nicht schulfähige Kinder in den Klassen sitzen und sich das durchzieht, dann sollte mal das Schulsystem überdacht werden. Will sagen unsere Kinder sind nicht alle hochbegabt, auch wenn die Eltern das denken mögen.

23:27 von Beinchen

Müssten Lehrer alle 5 Jahre in die freie Wirtschaft rotieren,
.
das ist ein sinnvoller Vorschlag
in vielerlei Hinsicht
mir erscheint, dass Lehrer in einem Elfenbeinturm leben
was in der (Arbeits)Welt geschieht sie gar nicht mitbekommen
dass Geld erarbeitet werden muß - ohnehin nicht

@23:32 von Gytha @Anna-Elisabeth

"Wer das schafft, mit guten Methoden und Respekt auf Augenhöhe, der darf sich zu den top Lehrern zählen."

Ich glaube, ein Teil des Geheimnisses der 'hohen Kunst', ist die eigene Begeisterung für das Fach, das man unterrichtet. Ein schönes Beispiel ist da aus meiner Sicht Josef M. Gaßner (Urknall, Weltall und das Leben - Vorträge auf YT). Der Mann ist 'ansteckend' mit seiner Begeisterung für die Dinge über die er spricht. Und immer mit einer Portion Humor.

um 23:34 von Nachfragerin

>>
Den Großteil meiner Arbeit leiste ich außerhalb der Klassenräume - meist am (sehr) späten Abend oder am Wochenende.
<<

Man kann eben nicht alles über einen Kamm scheren. Es gab in MV z.B. einen Richter, der Bußgeldsachen solange in die Schublade gelegt hat, bis die Fälle verjährt waren. Er hat es mit Überlastung begründet. Kann man dadurch auf alle anderen Richter schließen ? Sicher nicht. Und so gibt es eben auch gute und weniger gute Lehrer. Will man etwas verbessern, muss man ganz dicke Bretter bohren.

23:06 von Anna-Elisabeth

3. und 4. Klasse (hieß früher Volksschule) 52 Schüler in einer Klasse.
.
falsch !
wir waren "nur" 43
hatten aber nen Lehrer der fast täglich (!) Ohrfeigen verteilte und das nicht zu knapp
beschweren,
abgesehen dass das damals als üblich angesehen wurde,
wie man es heute ganz selbstverständlich als unüblich betrachtet
wo denn

23:34 von Nachfragerin

@DrBeyer - Wochenend- und Nachtarbeit

"Das Problem ist, das Lehrer gar nicht wissen was harte Arbeit ist." (Thoodoo 21:32)

22:29 von DrBeyer:
"Mit dieser Aussage zeigen Sie nur, dass Sie gar nicht wissen, wie hart Lehrer arbeiten.
Es gibt auch harte Arbeit außerhalb von Wochenend-, Schicht- oder Nachtarbeit."

Den Großteil meiner Arbeit leiste ich außerhalb der Klassenräume - meist am (sehr) späten Abend oder am Wochenende.
///
*
*
Warum eigentlich nicht nach 15:00 Uhr, denn länger ist doch keine Unterricht?

23:16 von deutlich

die "Kompetenzen" der Abiturienten erleben zu dürfen
.
mein Freund arbeitet einige Stunden in einer UNI
als Art Assistent

er ist auch ganz fasziniert
wie wenn man doch wissen kann / muß
um als Student Maschinenbau oder wie man das heute so nennt zu studieren

"Geht mal in die freie

"Geht mal in die freie Wirtschaft. Dann wisst ihr was Stress und harte Belastung sind."

Been there, done that. Und Lehrkraft im gymnasium war/bin ich auch schon gewesen.

Was soll ich sagen? Beides ist Plackerei und beides macht Spaß. Jammern kann man - durchaus brechtigt - immer. Aber man sollte nicht immer a gegen b ausspielen.

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User,

die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Alle wesentlichen Argumente sind genannt. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen die Kommentarfunktion zu schließen.

Die Moderation

Darstellung: