Ihre Meinung zu: Studie zu Kinderarmut: "Kein unausweichliches Schicksal"

6. Februar 2020 - 13:27 Uhr

Rund 1,5 Millionen Kinder in Deutschland leben von Hartz IV - das hat eine aktuelle Studie ergeben. Doch sie zeigt auch: Wer arm geboren wird, bleibt nicht immer arm. Von Michael Heussen.

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Kommentare

Big Oof

Traurig diese Kinderarmut

Ein harter Weg

Der Weg heraus aus Hartz-IV ist hart und kostet viel Disziplin. Das muss man den jungen Menschen klar sagen. Ich hab diesen Weg hinter mir. Wer sich jedoch hängen lässt, muss bleiben wo er ist und auf Kosten anderer leben.

wer ist verantwortlich ?

wenn Menschen in der 3. Generation auf Hartz4/Sozialhilfe angewiesen sind
ist da nicht vielleicht die Grosszuegigkeit - das Zuviel an Unterstuetzung schuld ?
waere nicht etwas mehr Druck seitens der Gesellschaft notwendig
statt die Einstellung zu unterstuetzen man kann ja andere fuer sich arbeiten lassen

Kinder haben keine Chance

Aber wenn die Kinder älter werden, kommt die Chance. Sie müssen eine solide Berufsausbildung machen und ihr eigenes Geld verdienen. Wer zu faul ist, kommt nicht aus Hartz IV raus. Schade, aber da kann man nix machen.

14:08 von KowaIski

Der Weg heraus aus Hartz-IV ist hart und kostet viel Disziplin.
.
ansichtssache

als fuer mich war morgens aufstehen und zur Arbeit zu gehen ne Selbstverstaendlichkeit

ueberhaupt wie machen das Menschen in Laendern wo es keine Stuetze gibt

Das ist so

wer aus einfachen Verhältnissen kommt, bekommt eben auch von den Eltern nichts zusätzlich mit auf den Weg, Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.
Wer von den Eltern Haus und Grundstück bekommt, haben eben mehr, als die die diesen Sprung nie geschafft haben.
Weil es geht ja nicht nur um Einkommen, sondern eben auch um Vermögensverhältnisse.
Die AWO sollte nicht ganz so die dicke Lippe riskieren, und jeder der schon älter ist, sollte mal aufzählen was er für Unterstützung für Kinder bekommen hat.
Jemand muss das Geld erst mal einbringen, bevor man es verteilen kann.
Wir kommen immer mehr ins Ungleichgewicht in Deutschland.

Studie zu Kinderarmut: "Kein unausweichliches Schicksal"

Kinderarmut ist eines der gravierendsten Probleme in einem der reichsten Länder dieser Welt. In einem Land, in dem es reiche Menschen mit leistungslosem Einkommen gibt, die eigentlich dieses Einkommen nicht besitzen und verwerten dürften, sollten sich diese Menschen dafür doppelt schämen. Da sie das aber nicht tun, bleibt die Kinderarmut genauso wie die Altersarmut ein Langzeitproblem, weil auch dieses Land das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit kennt. Und leider kennt dieses Land auch ständig die Schwierigkeiten im Umgang mit Langzeitregierungen bzw. Langzeitwählermentalitäten, wie man es seit Adenauers Zeiten auch heute nicht anders kennt und nicht ändern wird können.

@ Sisyphos3

"ueberhaupt wie machen das Menschen in Laendern wo es keine Stuetze gibt" Am 06. Februar 2020 um 14:15 von Sisyphos3

Sie wandern in andere Länder aus.

Oho, es geht auch andersrum.

Oho, es geht auch andersrum. Wer früher viel hatte und dann aus irgendeinem Grund h4 bekommt, ist ganz schnell arm. Ich muss mich schon stark anstrengen, um zur ausgebeuteten Mittelschicht gehören zu dürfen. Nur ein bisschen weniger und Arbeit würde sich einfach nicht mehr lohnen. Dafür hätte ich dann sehr viel frei.

@ Sisyphos3

... ueberhaupt wie machen das Menschen in Laendern wo es keine Stuetze gibt?

In Russland z. B.
Die sozialistische Tradition gebietet, dass Menschen, die nicht arbeiten wollen auch nicht alimentiert werden. Der deutsche Ansatz mit Hartz IV ist ja schon ein recht bürgerlicher.

14:21 von Tada

ich war gerade in Brasilien nen alten Kollegen besuchen
wer arbeitslos wird kriegt Arbeitslosengeld 100 % (das finde ich gut)
aber nur fuer 3 Monate
danach kann er schauen wo er bleibt ....

14:21 von Bender Rodriguez

vielleicht ist auch gerade dies Teil unseres Problems
wenn man keine hohen Ansprueche an Leben stellt
ist man mit nichtarbeiten und Hartz4 gut bedient

Aber...

Man braucht schon etwas Vitamin B, um an einen guten Job zu kommen.

Bestes Beispiel ist die hochbegabte Tochter eines ehemaligen Arbeitskollegen.
Medizinstudentin, unter den 5 besten.

Im Studium ging das noch, die Dozenten wussten genau, wer sich den Studienplatz erklagt hatte, entsprechend waren die Noten.

Aber als es um die Doktorarbeit ging, da brauchte man sehr viel Vitamin B, um an ein gutes Thema zu kommen (bahnbrechend genug für eine Karriere), das gut finanziert war und bei der der Doktorand entsprechend Unterstützung bekam (vorbereitete Daten, Hilfe beim Zusammenschreiben).

Da hatte die Tochter eines einfachen Arbeiters deutlich weniger Chancen, als Ärztekinder, die die Stelle nicht Mal selbst suchen mussten.

Der Geldadel bleibt weiterhin lieber unter sich.

Studie zu Kinderarmut:"Kein unausweichliches Schi......

Es gibt 5,5 Millionen Hartz 4-Empfänger.Davon sind 2,2 Millionen arbeitslos.Daran sieht man,daß auch eine Arbeitsstelle nicht vor Armut schützt.
Und wie sollte es in diesem Zusammenhang keine Kinderarmut geben,oder sie überwunden werden ?
Die Studie ist,wie im Artikel steht vom "Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik" erstellt worden.Von der AWO gegründet wird es auch vom Bundesfamilienministerium finanziert.

Einmal arm, immer arm

Studiengebühren und ein Bafögsystem der schwarzen Null führt dazu, dass nur Kinder der Betuchten studieren können.
Aber selbst nach dem Studium würden Kinder der unteren sozialen Schichten niemals eine Firmen-Gründung gestemmt bekommen.
Welche Bank gibt Kredite, wenn man nichts auf der hohen Kante hat. Gründungskredit ade. Heute gilt mehr als je. Wer hat, dem wird gegeben.
Internettrusts und Konzerne haben den unteren Mittelstand weiter nach unten gedrückt. Und hier wird uns die Mär aufgewärmt, unsere sozialen Kasten wären noch durchlässig?
Was soll das für eine Studie sein? Eine Studie von Begünstigten, für Begünstigte, um Armen und Verarmten die Gleichstellung vorzulügen?

Sorry, da habe ich etwas zu sagen. Ich habs versucht. Vom Start weg benachteiligt. Ich habe gearbeitet, um mein Studium zu finanzieren, ich habe gegründet, ohne Bürgen, ohne Kredit. Man kommt nicht weit. Man scheitert an Konkurrenz mit längerem Atem..... mit Geld.

@Sisyphos

„wenn Menschen in der 3. Generation auf Hartz4/Sozialhilfe angewiesen sind
ist da nicht vielleicht die Grosszuegigkeit - das Zuviel an Unterstuetzung schuld ?
waere nicht etwas mehr Druck seitens der Gesellschaft notwendig
statt die Einstellung zu unterstuetzen man kann ja andere fuer sich arbeiten lassen“

Vielleicht denken sie mal daran, dass der überwiegende Teil der H4-Empfänger durchaus arbeiten geht, aber aufstocken muss, weil das Geld sonst nicht zum Leben reicht.
Bei solchen Kommentaren kommt mir echt die Galle hoch!

Rentenerhöhung: 21,8% , Kindergeld: 10%

Erhöhung Rente (west) / Kindergeld (1.Kind)

2014: 2,53 / 1 Prozent (2€)
2015 2,50 / 1 Prozent
2016: 5,95 / 1 Prozent
2017: 3,59 / 1 Prozent
2018: 3,37 / 1 Prozent
2019: 3,91 / ca. 5 Prozent

Summe: 21,8% / 10%

Die Politik kümmert sich nicht genug um unsere Kinder, dafür viel zu sehr um die Rentner. Bei der Einführung der Grundrente stellt sich raus: es liegen keine Zahlen über Bedürftigkeit vor, da nicht bekannt ist, welcher Rentner beispielsweise zwei Renten bekommt. Wie sich wohl die Statistik verändert, wenn man zwei niedrige Renten zu einer stattlichen Rente zusammenrechnet? Der Begriff der Rentnerarmut an sich ist auf jeden Fall ein Hype.
Demhingegen ist die Kinderarmut Realität. Und eine Schande für unser reiches Land. Eine Kindergelderhöhung von 2€ in den vergangen Jahren zeigt die abschätzige Haltung der Politik den Familien gegenüber.

Kinderarmut !

In den heutigen Systemen, wie sie hier in D nun mal herrschen und immer erst auf die Wirtschaft und Industrie geschaut und die Reichen immer geschützt werden, haben es Kinder von selbst normalen Familien sehr schwer, sich frei entwickeln zu können.
So lange sich die Politik nicht wirklich um die Menschen, alle Menschen kümmert, wird sich auch nichts ändern.
Vielen jungen Menschen wird schon in der Entwicklung durch das Schulsystem und der Klassifizierung ein besserer Weg verbaut, es gibt zu wenig Förderung und viel zu wenig Anreize, zu wenige Motivation von außen, und oft leider zu viel Benachteiligungen.
Die Politik legt zu wenig Wert auf die Bildung und Ausbildung, und die wohlhabende Schicht kennt nur sich und kein Gramm an Solidarität und Gemeinsinn.

Re rOltO !

Genau so sehe ich dies auch, das will die Politik unserer Regierung genau so. Sonst hätte sie schon längst deutliche Veränderungen beschlossen und bessere Voraussetzungen geschaffen, und mehr in Bildung und Ausbildung investiert. Auch hätten sie eine bessere Chancengleichheit geschaffen, und auch für junge aufstrebende Menschen, die eine Firma gründen wollen, deutliche Unterstützungen für die ersten schweren Jahre geschaffen.
Aber auch Banken und große Konzerne könnten da sehr viel mehr tun, und junge Menschen unterstützen, aber gerade Banken wollen doch nur immer noch mehr Geld einnehmen, und verteuern jegliche Kredite.
Diese System aus Politik und Haien, die blockieren und verhindern für viele einen besseren Start und Weg.

„Jeder habe seine eigene Sicht, wie er Armut definiert. Eine rein auf das Einkommen bezogene Definition gehe an der Lebenswelt der jungen Menschen vorbei, sagen die Autoren der Studie. Mit anderen Worten: Geld allein macht nicht reich“

Das wussten fast alle Bürger der Welt zwar eigentlich schon immer, aber diese bislang nur auf „Annahmen“ beruhende These wäre damit auf Basis der international allgemein als gültig anerkannten Kriterien der Wissenschaft "bewiesen".

Was kein Grund sein sollte, die Stolpersteine und Fallstricke, die es Kindern aus weniger "begüterten" Familien bislang völlig ungerechtfertigterweise unnötig schwerer machen als anderen, die gleichen Ziele zu erreichen (wenn sie das denn überhaupt "trotzdem" schaffen) nicht endlich aus dem Weg zu räumen. Und zwar zügig, und das nicht nur bei uns in Deutschland.

@ 14:12 von Sisyphos3

Ihr Kommentar lässt mich vermuten, dass Sie nicht viel Kontakt zu Menschen haben, die "in Hartz IV" gelandet sind: Es geht zumeist nicht um ein Zuviel an Unterstützung, sondern eher um die Frage, wie wirksame Unterstützung aussieht, wie schnell wir Menschen fallen lassen und ihnen das Gefühl von Zugehörigkeit nehmen.

@ 14:15 Sisyphos3

Viele Menschen, die derzeit in Hartz IV sind, sehnen sich danach, morgens aufzustehen und zur Arbeit gehen zu können.

15:52 von andererseits

Ihr Kommentar lässt mich vermuten, dass Sie nicht viel Kontakt zu Menschen haben, die "in Hartz IV" gelandet sind

.
stimmt !!!
wer (eigentlich) noch nie arbeitslos war 35 Jahre ne gut dotierte Stelle hatte
(sicherlich auch mit mehr einsatzfreude als ueblich) hat damit ein Problem !
deshalb habe ich ja ehrenamtlich begonnen bei der Tafel zu arbeit ....
um mal ne andere Seite des Lebens kennen zu lernen
zugegeben das war sehr interessant
wie sich die dort taetigen Menschen unterscheiden
und auch wenn man mir hier einseitige Betrachtung vorwirft
ich habe durchaus auch eine differenzierte Einstellung
aber es ist schwarz / weiss gefragt und dem Diskussionspartner ne Schablone zu verpassen wenn er nicht 100 % die eigene Meinung widerspiegelt

15:52 von andererseits

sondern eher um die Frage, wie wirksame Unterstützung aussieht

.
da gebe ich ihnen allerdings 100 % Recht
das scheint mir auch das wirkliche Problem zu sein

Eine nicht repräsentative ...

Studie zu nutzen, um das sonst recht gute Portal der Tagesschau.de zu nutzen, die angebliche (finanzielle) Notlage, in denen sich (arme) Eltern befinden, klein zu reden, ist sehr bedauerlich.

So scheint es, als ob darüber hinweggetäuscht werden soll, dass das gesellschaftliche Umfeld armer Kinder das Gleiche sei als von reichen Familien.

Diese Studie kommt dem Familienministerium und unserer Gesellschaft also sehr gelegen, um nicht fundamentale und anstrengende Prozesse einzuleiten, um die Bedingungen von armen Familien zu verbessern.....

Mit Sicherheit steckt viel Arbeit in dieser Studie, allerdings hat sie mit der Veröffentlichung auf Tagesschau.de eine erheblich größere Aufmerksam erhalten, als sie (da nicht repräsentativ) verdient hätte.

Was also war das Ziel dieser Veröffentlichung auf diesem Portal?

VG

@ 14:44 von r0lt0

Sie bringen es auf den Punkt.

"Die Studie …, ist nicht repräsentativ" also wenig aussagekräftig, was wollen Sie davon erwarten?

Hinzufügen würde ich noch:
Die Ungerechtigkeit fängt heute schon viel früher an. Derjenige der was auf sich hält (und es sich leisten kann) schickt seine Kinder auf Privatschulen, während das Niveau auf den staatlichen Schulen immer weiter sinkt.

@14:44 von r0lt0

>>Studiengebühren und ein Bafögsystem der schwarzen Null führt dazu, dass nur Kinder der Betuchten studieren können.<<

Die deutschen Studiengebühren sind international ein totaler Witz. Das Bafögsystem ist äußerst hilfreich und sehr fair.

>>Aber selbst nach dem Studium würden Kinder der unteren sozialen Schichten niemals eine Firmen-Gründung gestemmt bekommen.
Welche Bank gibt Kredite, wenn man nichts auf der hohen Kante hat.<<

Besonders im technischen Bereich gibt es staatliche Förderungen bei denen Sie 1-2 Jahre ein (überschaubares) Gehalt bekommen (EXIST-Förderung). Viele Unis stellen auch Räumlichkeiten.

Gründen geht - besonders wenn der Kopf das Kapital ist. Es ist aber unheimlich schwer und ein enormes Risiko.

14:08 von KowaIski ...auf Kosten anderer leben....

Ach, das ist was hier immer so überbewertet wird, das "auf Kosten anderer" - alles geschieht auf Kosten anderer, der Bau von Straßen, das Retten von Tieren, das Unterstellen ministerialer Fahrzeuge, selbst wenn der Klempner eine neue Dachrinne anbringt, geschieht das in der Regel auf Kosten anderer.
Das wirkliche Problem ist doch viel mehr, das "Drama der Perspektivlosigkeit" in dem der vom Phlegma gebeutelte Harzer sein weniges Geld hegt. Egel ob es dann in der Spielhalle, im Schnapsladen oder bei "Aldi" landet, einer kommt immer zu kurz - der gemeine Harzer und seine Kinder. Die jedenfalls, deren Leistungen der ALG II Empfänger ersteht, die bekommen ihr Geld und leben davon so gut wie von jedem anderen Geld, nur der arme Harzer nicht, wenn es ihm am Monatsende am Gelde gebricht - in Deutschland ist das Denken verdreht, nicht das Arbeitslose Einkommen ist Problem oder Skandal, sondern die breite Menge derer, die trotz Arbeit nicht besser leben. Aber teile und herrsche heißt es ja.

@15:06 von RickF

>>Die meisten Menschen haben Probleme, weil sie viel zu Hohe Ansprüche haben. Eine warme Wohnung,Essen und Kleidung reichen nicht mehr. Dadurch entstehen erst die Probleme, weil alle immer mehr wollen... Mit wenig klar kommen und das Leben genießen ist aus der Mode gekommen. Was wir als Kinderarmut bezeichnen sollte man mal im internationalen Vergleich betrachten....<<

Wie im Artikel gesagt wird - Reichtum ist nicht nur vom Einkommen abhängig. Wenn man sich die verfügbaren Finanzmittel der Studenten anschaut liegen viele von ihnen unter der Armutsgrenze. Trotzdem fühlen die sich nicht arm. Die wissen jedoch auch, dass sie nicht das Ende ihrer finanziellen Fahnenstange erreicht haben.

Es lässt sich sehr viel Lebensqualität günstig "erkaufen". Es ist jedoch äußerst schwierig jemandem Vorschriften zu machen was er nun zu brauchen hat und was nicht.
Dennoch gibt es natürlich eine finanzielle Grenze die nicht unterschritten werden darf - sonst wird es lebensfeindlich.

Kinder, die bereits mit dem

Kinder, die bereits mit dem Stigma Hartz Vl aufwachsen, brauchen sehr lange, um ein Selbstwertgefühl zu entwickeln, dass ihnen die Chance gibt, ihre Fähigkeiten zu entdecken und zu entfalten. In vielen Rahmenlernplänen und Schulcurricula werden häufige Ausflüge und Exkursionen angeregt. Aber manchmal fehlen dann eben die 6 Euro für den Bus. Sicherlich für größere Ausflüge gibt es die Fahrkostenerstatung für Notfälle, immerhin!.
Die Eltern müssen nur im Elternabend sagen. "Wir können uns das nicht leisten, wir sind eine Hartz4 Familie."

Am 06. Februar 2020 um 15:13 von TrautSich

Ihre Zahlen sind schlicht falsch.
Sie schreiben West, dann vergleichen sie mal Ihre Zahlen mit meinen.

14 - 1,67
15 - 2,10
16 - 4,25
17 - 1,90
18 - 3,22
19 - 3,18

von TrautSich....Rentenerhöung/Kinderarmut

ich möchte nur darauf hinweisen dass man um eine Rente zu bekommen gearbeitet und in die Rentenkasse einbezahlt haben muss.
Und wenn man zwei Renten bekommt, hat man sicher auch etwas dafür getan. Inzwischen haben ja auch junge Menschen mehrere Jobs um über die Runden zu kommen. Viele Rentner haben einen Beruf erlernt jahrzentelang geschuftet und bekommen eine Rente die nicht zum Leben reicht.
Traurig dass es die Rentnerarmut und Kinderarmut gibt. Beides ist Realität.

@14:12 von Sisyphos3

>>wenn Menschen in der 3. Generation auf Hartz4/Sozialhilfe angewiesen sind
ist da nicht vielleicht die Grosszuegigkeit - das Zuviel an Unterstuetzung schuld ?
waere nicht etwas mehr Druck seitens der Gesellschaft notwendig (...) <<

Wenn Menschen generationenübergreifend von Hartz4 betroffen sind spricht vieles dafür, dass es nicht nur um einen individuellen Faktor oder die Persönlichkeit geht.

Die Frage ist doch wie die Unterstützung aussieht. Ich glaube nicht, dass wir Leute aus Hartz4 herausholen können, indem wir sie mit Geld überhäufen - indem wir ihnen alle Gelder streichen aber auch nicht.
Ich denke, dass einige Menschen unheimlich davon von einer stärkeren individuellen Begleitung profitieren würden.

Sinnvoll und trotzdem schade.

Warum können Langzeit-Studien dieser Art nicht über 20 bis 30 Jahre vom Bundesarbeitsministerium finanziert werden?

Wieso müssen Träger sozialer Belange mit direkten Verflechtungen zu politischen Parteien das tun.
So etwas entwertet die wichtige Arbeit der Sozialforschung.
Ideologische Vorgaben im Studiendesign zwischen den Zeilen wären dann weniger präsent.
Wenn dann noch mediale Skandale, zufällig wars grad die AWO, kurz vorher gerade in sind, erweist man den Studienforschern einen Bärendienst.

Gute Ansätze zu mehr Durchlässigkeit der Gesellschaft könnten so verbessert werden.
Unser Land braucht jeden der will.

Der Staat muss auch umdenken

Für manche ist es ein Lebensmodell, mit Hartz IV und mehreren subventionierten Kindern über die Runden zu kommen. Das ist keine Basis für die Kinder zu lernen, es später besser zu machen.

Andere Eltern oder alleinerziehende Mütter sind völlig unverschuldet in einer Situation, in der die Kinder den ganzen Frust mitbekommen, vielleicht noch wenn der Strom abgeschaltet wird, weil die Rechnung nicht bezahlt werden kann.

Aufgabe des Staates (Jugendamtes) wäre in beiden Beispielen, in der Gestalt einzugreifen, dass die Kinder UNBÜROKRATISCH alle Unterstützung erhalten, damit sie nicht schon in der Schule an den Rand gedrängt werden. Stattdessen hört man, dass auch Kinder kein Hinderungsgrund für Sanktionen des Sozialamts sind oder dass Formulare ohne Ende auszufüllen sind.

Ich vergleiche oft die selbsternannte "soziale Marktwirtschaft" mit den sozialen Verhältnissen in der DDR. Dort gab es zwar auch selbstgewollte asoziale Verhältnisse, aber auch eine wirksamere staatliche Fürsorge.

Noch mehr Umverteilung

Das ALG II sichert in seiner Höhe nebst den zusätzlichen Leistungen das Existenzminimum, denn das und nicht anderes ist sein Zweck. Es scheitert nicht an der Höhe der Bezüge sondern an der (teilweise) nicht vorhandenen Fähigkeit der Prioritätensetzung derjenigen, die diese Leistungen beziehen. Wer der Schachtel Zigaretten und/ oder Alkohol einen größeren Stellenwert als dem Einkauf oder dem Bezahlen der Stromrechnung beimisst, benötigt eine Beratung, keine höheren Leistungen.

@ 16:16 von Sisyphos3

Ihr ehrenamtliches Engagement bei der Tafel in Ehren: warum antworten Sie nicht inhaltlich auf meinen Kommentar, in dem ich schrieb, es ghe "um die Frage, wie wirksame Unterstützung aussieht, wie schnell wir Menschen fallen lassen und ihnen das Gefühl von Zugehörigkeit nehmen." Sehen Sie das anders? Dann interessiert mich Ihre Meinung.
Das Geschreibsel über "Schablone" und "wenn ernicht 100% die eigene Meinung widerspiegelt" kommt nicht von mir und hat mit meinem Kommentar nichts zu tun.

@Traumfahrer

Wo sie die freie Entwicklung von Kindern ansprechen...da gibt es auch noch einen anderen Punkt in unserer heutigen Gesellschaft. IdR möchte jedes Elternteil, dass es seinem Kind später mal gut geht, sprich, es soll einen Beruf erlernen, mit dem es gut verdient. Das setzt viele unter Druck, Eltern, wie Kinder. Wenn ich unsere Schüler heute höre, dann orientieren sich die meisten daran, wieviel sie später verdienen können und nicht an dem was ihnen eigentlich liegt.
Mit ach und krach zum Gymi, am besten studieren und dann bitte bloß nicht irgendwas brotloses. Ausbildung? Nein danke, Handwerker sind nicht gut genug angesehen und verdienen auch nicht mehr so gut wie früher. Das gilt es für viele Berufe, mal abgesehen davon, dass man sich in einigen wirklich nur mühsam über Wasser hält. O-Ton einer Mutter: „Oh nein, Friseurin, da kann sie ja später nicht mal eine Wohnung leisten!“ Und wenn man das tatsächlich nicht kann, weil man vielleicht noch alleinerziehend ist, dann gehts zum Amt.

@ 16:18 Sisyphos3

Also gibt es doch ein Thema, über das wir diskutieren können. In meinen Augen gehört zur wirklichen Unterstützung nicht nur eine angemessene finanzielle Absicherung gerade von Familien und nicht nur Warteschleifenangebote der Arbeitsagentur, sondern auch ein Unterstützungsangebot bei der Punkten wie diesen, wie man mit Fragen der Scham, des Selbstwertgefühls, der aktiven Beteiligung an gesellschaftlichem Leben, dem Aufrechterhalten von Beziehungen und sicher auch der Aktivierung von eigenen Ressourcen umgeht.
Was gehört für Sie zu einer wirksamen Unterstützung?

Natürlich ist es kein

Natürlich ist es kein unausweichliches Schicksal. So einen esoterischen Quatsch gibt es eh nicht.

Aber es ist eben schon so, dass es schwer ist, von unten hoch zu kommen. Und dabei ist das Geld an sich nur ein Teil des Problems. Ohne Geld verliert man die sozialen Kontakte. Oder bekommt gar nicht erst welche.
Sofern ich hier von `typischen´ Hartz IV-Empfängern schreiben darf, so haben diese noch andere Probleme. Oft gibt es gar nicht die `Einsicht´, dass die Kinder bestimmte Dinge brauchen. Strukturen, Regeln, klare Linien. Man hat die im Leben dann oft selbst nicht und kann die somit gar nicht vermitteln.
Im Gründe bräuchten viel mehr Familien SPFH. Aber dafür gibt es nicht genug Stellen. Also Geld.

@ 14:08 von KowaIski

Interessanterweise fallen mir beim Thema "auf Kosten anderer leben" zunächst ganz andere Leute ein, die eher zu den oberen 5% unserer Gesellschaft gehören und über Spekulationsobjekte, horrende Gewinnmargen bei Grundbesitz oder auch Steuerbetrug, Geldwäsche etc. auf Kosten unserer Gesellschaft leben.

16:51 von WiPoEthik

Wenn Menschen generationenübergreifend von Hartz4 betroffen sind spricht vieles dafür, dass es nicht nur um einen individuellen Faktor oder die Persönlichkeit geht.
.
.... und ich meine ein klares Zeichen dass es um die persoenliche Einstellung geht
weil die Familie den Menschen formt

ich weiss auch nicht wie das Problem zu loesen geht
dem Einzelnen muss die Gesellschaft beistehen wenn er in Not geraet
da denke ich herrscht konsens
aber dass problemlos ohne Arbeit sich durchmogeln,
das entspricht wohl nicht dem sozialen Aspekt unserer Gesellschaft
kann nicht geduldet werden

manchmal fehlen dann eben die 6 Euro für den Bus

wie obennbereits gesagt: "In vielen Rahmenlernplänen und Schulcurricula werden häufige Ausflüge und Exkursionen angeregt. Aber manchmal fehlen dann eben die 6 Euro für den Bus."

Das ist in Deutschland das Problem, das Kinder immer auf die Einsicht, Klugheit und Einkommen der Eltern angewiesen sind.

Fehlt das Geld, oder bei knappem Einkommen die Einsicht den Kinder Priorität einzuräumen müssen diese das Geld für Schulmittel und Ausflüge erbetteln. Manche Eltern sind sogar unfähig Anträge auf Beihilfe zu stellen.

Was wir brauchen ist die völlige Lernmittelfreiheit, einschließlich Kleidung und Freikarten für Sport-und Musikschulen.

Dann würde sich jedes Kind aus jeder Schicht mit gleichem Respekt behandelt fühlen und keines käme sich besonders hervorgehoben oder herabgesetzt vor.

Wir sollten vor den nächsten Wahlen das als Forderung artikelurieren.

16:49 von briboan

Traurig ...
.
fuer mich ist es traurig und nicht hinnehmbar
dass ein Mensch der sein ganzes Leben arbeitete moeglicherweise schlechter steht,
als einer der noch nie was tat
und da kann man streiten ob Hart4 zu hoch ist oder die Rente / Gehaelter zu gering
also ich persoenlich neige dazu
Hartz4, wie angedacht, so zu senken, dass es gerade zum Ueberleben reicht
und der Anreiz vorhanden ist "was zu tun"
im Gegenzug die Renten Gehaelter anzuheben

Warum ...

... kann eine Reinigungskraft nicht ein Leben lang als solche arbeiten und dabei eine auskömmliche Rente erreichen?
Renigungskräfte werden immer gebraucht, genau wie so viele andere Jobs, die unsere Gesellschaft am laufen halten. Genau das ist es doch was die Kinder miterleben müssen. Minimale Bezahlung bei maximaler Auslastung bemerkt ein Kind auch schon in jungen Jahren. Das Elternteil ist selten da und wenn es da ist, ist es erschöpft, hat mit der psychischen Belastung zu kämpfen und wird womöglich noch von anderen herabgewürdigt. Das Kind wird mit dem Nötigsten versorgt und hat in der Schule nur ein Telefon Version 8, obwohl in den gemeinsamen Einrichtungen alle schon Version 23 haben und und und.
Allein mit dieser Vorbelastung aus der Schule zu kommen demotiviert massiv ordentlich in die Zukunft einzusteigen. Ganz abgesehen, dass die fördernden Maßnahmen oft Geld kosten, welches die ärmeren nur durch einen demütigenden Prozess von den Ämtern zurück bekommen.

re andererseits

"@ 14:15 Sisyphos3

Viele Menschen, die derzeit in Hartz IV sind, sehnen sich danach, morgens aufzustehen und zur Arbeit gehen zu können."

Das ist eine Sprechblase, komplementär zu: "Viele aber auch nicht".

Also Kinder mit Hartz 4 sind

Also Kinder mit Hartz 4 sind jetzt schon deutlich besser dran, als Kinder deren Eltern kaum mehr als Hartz 4 verdienen.

Schulgeldförderung, Vereinsmitgliedschaft wird gezahlt, Hort wird gezahlt, Nachhilfe wird gezahlt und je nach Bundesland noch Vergünstigungen im ÖPNV und andere Späße, man muss nur die Formulare ausfüllen.

Das Hartz 4 Kinder öfter in Hartz 4 gehen liegt einfach in der Familie.

Eltern die den ganzen Tag daheim hocken hätten genug Zeit ihre Kinder zu unterstützen, leben aber meist vor:"Geht auch ohne Arbeit super" und die Politik die dafür sorgt das Hartz 4 nicht selten lukrativer ist als arbeiten trägt ihren Teil zu bei. Schwarzarbeit ist auch keine Seltenheit.

Für nen Minijob angestellt und schon steht Schwarzarbeit Tür und Tor offen. Arbeit lohnt sich in Deutschland in vielen Jobs nicht wirklich, wer Hartz 4 kassiert ist besser dran, wenn er die Tricks kennt.

@WiPoEthik

"Wenn Menschen generationenübergreifend von Hartz4 betroffen sind spricht vieles dafür, dass es nicht nur um einen individuellen Faktor oder die Persönlichkeit geht." Am 06. Februar 2020 um 16:51 von WiPoEthik

Es kann durchaus erbliche Faktoren geben. Ich denke da an Legasthenie, Analphabetismus, psychische Erkrankungen. (Frühe Schwangerschaften scheinen auch in der Familie nachgeahmt zu werden.)

Die Arbeitswelt ist auch nicht ohne.
Früher gab es Mechaniker, das konnte man gut mit Hauptschulabschluss machen, wenn man handwerklich begabt war.
Heute haben 1/3 der Mechatroniker Abitur.
Zahntechniker: heute haben 46% Abitur.
(Und da sind vermutlich die älteren Jahrgänge mitgerechnet - es gibt Berufssteckbriefe bei der Agentur für Arbeit.)

Als Elternteil, der nicht geerbt hat und kein Vitamin B besitzt, versuche ich also alles, damit die Kinder irgendwie Abi machen. Sie sollen ja später auch feste Arbeit bekommen können. Es ist zum Verrücktwerden.

Ob das jeder so machen kann?

@ 14:15 Sisyphos3

Viele Menschen, die derzeit in Hartz IV sind, sehnen sich danach, morgens aufzustehen und zur Arbeit gehen zu können.
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Wenn es aber nur 23,4% sind, ist das ja vernachlässigbar?

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