Ihre Meinung zu: Gedenken in Auschwitz: "Das Ende eines monströsen Albtraums"

27. Januar 2020 - 20:33 Uhr

Mit mehr als 200 Überlebenden haben hochrangige Staatsvertreter des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz gedacht. Polens Präsident Duda nannte den Holocaust das grausamste Verbrechen in der Geschichte der Menschheit.

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Kommentare

Geschichte inklusive Gegenwart

"Duda nannte den Holocaust das grausamste Verbrechen in der Geschichte der Menschheit"

Das stimmt.
Ebenso ist es Tatsache, dass heute Deutschland nicht nur sehr angesehen in der Welt, sondern auch sehr beliebt ist.

@Bote_der_...., 18:04 (Vorgängerthread)

"Reicht es aus, #weremember-Schilder ins Netz zu halten und gleichzeitig zu negieren, wie vielfältig ein neuer Antisemitismus in Erscheinung tritt?" -
Laut Polizeistatistiken wurden 90% der antisemitischen Straftaten von Rechts ausgeführt. Das ist nicht vielfältig - und leider auch nicht neu.

"Reicht es aus, #weremember zu rufen und gleichzeitig den Feinden unserer jüdischen Mitbürger den roten Teppich auszurollen?" -
Siehe Anmerkung oben. Die Feinde sind schon lange hier, trauen sich nur immer mehr in die Öffentlichkeit.

...ja, warum?

Auszug aus dem Artikel: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte in Auschwitz dazu auf, die Geschichte als Mahnung für die Gegenwart zu verstehen. "Wer den Weg in die Barbarei von Auschwitz kennt, der muss den Anfängen wehren", schrieb er in das Gedenkbuch.
Warum handelt man nicht danach?
Warum spaltet man mehr als man vereint?
Warum lässt man die Gier wieder zu?
Wer kann mir das Beantworten, denn ich verstehe es nicht.

Ein Dankeschön an ...

@Anderes1961, @fathaland slim und @karlheinzfaltermeier (Vorgängerthread) dafür, dass Sie es auf sich genommen haben, meine Position zu verstehen, zu erläutern und auch zu verteidigen. Und ja, es ist natürlich nicht nur „meine“ Position, ich teile sie offenbar mit einigen anderen. Das lässt hoffen ...

Für mich als

Nachkrieg Geborener immer noch unfassbar was in der Zeit von 1933 - 45 unter der Nazi Herrschaft an Verbrechen an den Juden gemacht wurde. Ich sage NIE WIEDER , soll es von Deutschen begangen werden. Deshalb meine ich darüber sollte an den Schulen auch unterrichtet werden.

19.27 Uhr g man

"Wenn jeder glaubt, seine "Ethik", seine "Religion" den Gesetzen entziehen zu können, befördert die Anarchie. Dort herrschen weder Gesetz noch Ethik und Moral."

Schlagen Sie doch nochmal das Lexikon auf zum Thema "Anarchie".
Was Sie beschreiben ist "Anomie".

In den letzten Jahrzehnten

In den letzten Jahrzehnten hatte ich das Glück und die Ehre, Überlebenden der Shoah/des Holocaust zu begegnen, einige Male dem 2016 verstorbenen Max Mannheimer. Die Zeit neigt sich zu Ende, wo wir diesen unschätzbaren Dienst überlebender Zeitzeugen, die sich in den Dienst von Erinnerung, Versöhnung und Achtung gestellt haben, noch erfahren können.
Um so wichtiger ist es, das "nie wieder", die Ächtung von Antisemitismus und anderen Formen von Rassismus tief in unseren Herzen, in unserer Bildung und in unseren politischen Grundhaltungen zu verankern.

Ich...

...hatte die Ehre einen Überlebenden von Auschwitz kennenzulernen.

Seine und auch viele andere Berichte von Überlebenden müssen immer eine Mahnung für alle sein.

Sein Name war Hans Frankenthal.

19:27 von gman (Vorgängerthread)

In einem demokratischen Rechtsstaat steht nichts über dem Gesetz. Wenn jeder glaubt, seine "Ethik", seine "Religion" den Gesetzen entziehen zu können, befördert die Anarchie. Dort herrschen weder Gesetz noch Ethik und Moral.

Erstens stimmt das nicht und zweitens hat der User das auch nicht behauptet. Wieso wird der eigentlich immer so grob falsch `zitiert´ ? Lesekompetenz ? Textverständnis ? Oder Absicht ?

Meine ethische Verpflichtung steht in keinem Gesetz.
Es gibt Dinge, die entziehen sich der gesetzlichen Regelung.

Völlig richtig. Für seine Überzeugungen braucht man keine Gesetzesvorgaben. Die erwirbt man aufgrund moralischer Einstellungen und oft genug einfach Humanität. Wobei das eine und das andere natürlich zusammenhängen.
Grundlage dafür wird (wohl) die Bildung (im weiteren Sinne) sein. In einer aufgeklärten und humanistisch geprägten Gesellschaft wäre Auschwitz wohl nicht möglich gewesen. Aber gibt es solche Gesellschaften, auch heute, irgendwo ?

Historienlüge

In meinen Berufsschuljahren in München wurde uns Schülern angeboten, einen Film über die Tötung in den KZ-Lagern anzusehen. Der Besuch war freiwillig, also keine Pflichtveranstaltung. Dieser Film, an zynischer Grausamkeit nicht zu überbieten, wurde von der SS gedreht als, wie die Schrifteinblendung hinwies, Zeugnis für die ganze Welt, dass die Geschichte dermaleinst den Deutschen das Lob für die "Endlösung der Judenfrage" aussprechen würde. Ich erspare es mir und den Lesern, Details zu diesen Bildern des technisierten und perfektionierten Tötungsablaufes zu beschreiben. Zu behaupten, das alles habe gar nicht stattgefunden, ist eine ungeheuerliche Historienlüge. Ich empfehle, dass alle Schulklassen der Oberstufe eine Studienreise nach Israel unternehmen und dort Yad Vashem besuchen. Das wäre der bleibende Eindruck für das so oft beteuerte "Nie wieder!" Und ich danke mein Leben lang den Israelis, dass ich mehrmals freundlich und warmherzig in Israel aufgenommen wurde.

@Am 27. Januar 2020 um 19:50 von JorisNL

Zitat:""Reicht es aus, #weremember-Schilder ins Netz zu halten und gleichzeitig zu negieren, wie vielfältig ein neuer Antisemitismus in Erscheinung tritt?" -
Laut Polizeistatistiken wurden 90% der antisemitischen Straftaten von Rechts ausgeführt. Das ist nicht vielfältig - und leider auch nicht neu."

Das scheinen Sie sich durch Statistiken in die Irre führen zu lassen, die nicht wirklich die Realität wiederspiegel.

Ich empfehle Ihnen hierzu folgende Artikel:

"https://www.welt.de/politik/deutschland/article193060111/Statistik-in-Berlin-Polizei-ordnet-antisemitische-Taten-Rechtsextremen-zu-ohne-Belege.html"

"https://www.nzz.ch/feuilleton/der-historiker-michael-wolffsohn-sieht-in-einer-radikalisierten-muslimischen-minderheit-den-grund-fuer-wachsenden-antisemitismus-ld.1359869"

Herr Steinmeier ist ein wahrlich ehrenhafter Präsident

Er setzt sich wahrhaftig und ehrlich für Verfolgte und Opfer von Folter und Erniedrigung ein. Unvergessen auch sein persönlicher Einsatz für die Freilassung und Rückholung des Folteropfers Murat Kurnaz. Es gebührt ihm ewiger Dank.

"Das Ende eines monströsen Albtraums"

Es muss das endgültige Ende bleiben.

Um seinen Beitrag dazu zu leisten, dass es das wirklich wird, hat einer derjenigen, die diesen monströsen Alptraum selbst erlebt haben - der polnische Journalist jüdischer Abstammung Marian Turski - in seiner Rede beim (vom ZDF übertragenen) offiziellen Gedenkakt zur Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau etwas ebenso Bemerkenswertes wie Richtiges gesagt: Dass zu den Zehn Geboten heute noch ein elftes hinzukommen müsse:
„Du sollst nicht gleichgültig sein“.

Zitat aus morgenpost.de/politik/article228261703/Auschwitz-gedenkt-der-NS-Opfer-Seid-niemals-gleichgueltig.html: „Denn wenn ihr gleichgültig seid, dann ist all das wieder möglich. Und Turski schließt mit dem mahnenden Satz: „Auschwitz ist nicht vom Himmel gefallen“. Dieses Monster habe sich, wie wir heute wissen, in vielen kleinen Schritten angeschlichen. Geringschätzung, Diskriminierung und Gleichgültigkeit sind für alles, was das Leben lebenswert macht über kurz oder lang tödlich.

Polen muss sich ebenfalls der Geschichte stellen.

"Er [Israels Präsident Reusen Rivlin] nahm seinen Besuch in Polen zum Anlass für eine Warnung davor, das Verhältnis zwischen beiden Ländern durch politische Interventionen in Fragen der Geschichtsdeutung zu schädigen."

Immerhin herrschte im September '38 trotz des gegenseitigen Misstrauens in den deutsch-polnischen Beziehungen hinsichtlich der Lösung der >Judenfrage< durch forcierte Emigration noch weitgehende Übereinstimmung. Der polnische Botschafter in Berlin Józef Lipski erklärte Hitler sogar, man würde "dem Führer ein schönes Denkmal in Warschau errichten, wenn ihm auf diese Weise eine Lösung des >jüdischen Problems< gelänge. (N.Y./London 1968, S. 411, zitiert nach "Die Nürnberger Gesetze, 80 Jahre danach, Vorgeschichte, Entstehung, Auswirkungen" Mit einem Geleitwort von Heiko Maas, Thomas de Maizière, S. 116)

19:49 von WM-Kasparov-Fan

das liegt aber nur an unserer scheckbuchdiplomatie

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