Ihre Meinung zu: Darum geht es bei den Protesten der Landwirte

17. Januar 2020 - 8:59 Uhr

Erneut protestieren die Bauern heute in Berlin. Sie werfen der Politik vor, sie im Stich zu lassen - und sie demonstrieren, weil sie die "alltäglichen Grausamkeiten" satt haben. Von Birgit Schmeitzner.

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Kommentare

Teurer leider nicht immer besser

>>> ... sich an der Ladentheke "für ein qualitativ besseres Lebensmittel zu entscheiden, auch die Entscheidung für Regionalität zu treffen". <<<
.
Im Prinzip der richtige Weg - sofern man es sich leisten kann.
Doch wie kann ich mir sicher sein, dass z.B. der Metzger nicht das gleiche Fleisch vom Schlachthof/Mastbetrieb verkauft wie der Supermarkt?
Oder auch in Supermärkten wird oftmals an der "Frischetheke" das selbe Produkt verkauft, wie abgepackt im Kühlregal - nur eben teurer.
Das ganze System ist intransparent, und eben seit Jahren gewachsen, weil sich unser Discounterland eben den billigsten Lebensmittel verschrieben hat.
Und Klöckner kann ganz ruhig sein. Sie hat in mehreren Jahren nicht geschafft die Lebensmittelampel einzuführen. Ein Armutszeugnis für alle beteiligten. Vom fehlenden Tierschutz ganz zu schweigen.

Qualitativ besser - ein Unwort

Der Bauernpräsident wird zitiert mit "sich an der Ladentheke "für ein qualitativ besseres Lebensmittel zu entscheide": was ist dem ein qualitativ besseres Lebensmittel?? Ein besonders teures? Eins mit bio-Siegel?.... also Preis und Qualität stehen erst mal nicht zwingend in Korrelation zueinander und Qualität ist für Nahrungsmittel wohl eine generell unpassende Wortschöpfung die das Wort teuer ersetzt und damit vermeidet. Wenn dann könnte man von frisch oder gesund sprechen - wobei auch diese Begriffe wenig objektiven Wert haben dürften

Weiterhin: wenn der Käufer im Supermarkt das 3- fache für "qualitatives" zahlt, warum sollte der Bauer dann auch nur einen Cent mehr verdienen? Der Supermarkt zahlt deswegen wohl kaum höhere Einkaufspreise?! Dann müssten die Bauern schon ein Marke haben, unter der die "qualitativen" Lebensmittel verkauft werden....

...realität...

Realität ist, das wir eine Industrielle Landwirtschaft haben, die ohne Subventionen nicht auskommt.
Realität ist auch, das wir ohne diese intensive Landwirtschaft hungern müssten.
Realität ist auch, das es schwierig ist, einen anderen Weg einzuschlagen. Denn mit Kleinbäuerlichen Betrieben geht es in unserer Globaliesierten Welt nicht mehr. Das sollte sich der letzten Öko eingestehen.

Die Grünen stehen am klarsten

Die Grünen stehen am klarsten auf Seiten der Bauern, wenn sie deutlich benennen, "es gehe nicht an, dass Supermärkte den Landwirten die Preise diktieren könnten." Und auch die Erleichterung von Zusammenschlüssen der Landwirte, um besser gegen den ruinösen Preisdruck der Supermarktketten vorzugehen, charakterisiert die Landwirtschaftspolitik der Grünen, die längst auch vom Bauernverband - früher fest in C-Parteien-Hand - anerkannt wird. Die Grünen stehen nicht nur für gesunde Lebensmittel und Tierwohl sondern auch für faire Vermarktungsstrukturen.

Natürlich sind bei uns die Lebensmittel...

...viel zu billig - das ist ja der Grund, weshalb sie nicht wertgeschätzt werden.
So wenig, wie wir in D für Lebensmittel ausgeben, ist das in keinem anderen EU-Land möglich. Devise: Viel, aber billig, Qualität spielt meist eine untergeordnete Rolle.
Bsp.: Ein Bekannter gibt seit Jahren von max. 30 €/Woche für seine Ernährung aus. Sowas ist möglich.

Aber meist geht das so:
Kurzer Blick auf das MHD: Oh, läuft ja morgen ab! Weg damit in die Tonne.
Das hört und sieht man leider überall, unabhängig von Bildungsgrad oder Einkommenshöhe.

Der Liter Milch kostet die Hälfte dessen, was man für 1 Liter Sprit bezahlt, Fleisch verkommt zum Pfennigartikel, wenn ich die bunte Werbung einer Fleischtheke sehen, überkommt mich der blanke Kopfschütteln.

Natürlich gehe ich als Verbraucher nicht zum Supermarktleiter und beschwere mich über zu niedrige Preise - das Regulativ sitzt an anderer Stelle.
Zweifellos ist der Handel derjenige, der absahnt.

Mir sind die Proteste völlig unverständlich ...

.. Gegen alles was heute zur Debatte steht haben sie sich, teilweise Jahrzehnte erfolgreich gewährt.
Auf Druck der Bauernverbände wurden ständig Ausnahmen genehmigt die der übrigen Bevölkerung geschadet haben und es weiter tun: die Menge der auszubringenden Gülle und damit einen ständig wachsenden Viehbestand unter teilweise erbärmlichen Bedingungen (Schweine, Hühner), die Grundwasser ruinierende Nitrataufbringung bis auf unser Grundwasser, die Nutzung von Unkrautvernichtern die in Verdacht stehend Krebs zu erregen, der Einsatz von Reserveantibiotika in den Hühnerfarmen, die Gabe von Hormonen in der Kälbermast und vieles Mehr.
Sie wussten, dass sie sich nur auf Ausnahmen bewegen ... auf schlechten Ausnahmen. Und sie wussten, dass die EU dem nicht ewig zuschauen wird.
Im Prinzip beklagen sie die Bedingungen die SIE einst wollten, schieben die Verantwortung aber beiseite. "Wir müssen etwas ändern" hab ich auf keiner ihrer Demos gehört ...

Wieder das z.Zt. typisch deutsche Kompetenzgerangel

>... wer denn am Ende die Umsetzung im Markt überwachen soll. Das Kartellamt (oder ob) ...Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung BLE den Zuschlag bekommt.<
---
Und wieder wird ein altbekanntes - und mittlerweile existenzbedrohendes Problem - vorerst mal in nächste Jahr ´rübergerettet; Entscheidung nicht vor 2021.
Wohin man auch schaut; DE ist gefühlt Weltmeister: Im Verschieben von Problemen in die Zukunft - und im Zerreden (Verbal-Schreddern) von Lösungen.

@ Surki005

>>> Dann müssten die Bauern schon ein Marke haben, unter der die "qualitativen" Lebensmittel verkauft werden.... <<<
.
Gibt es doch. Es gibt Bio, es gibt Tierschutz-Labels, Fair Mast, Fair Trade (für Importware), usw.
Ein Bio-Bauer bekommt natürlich für ein Bio-Produkt mehr Geld als für den Standard.
Die Produktion davon ist natülich auch mit wesentlich höheren Kosten verbunden.
Nur an der Kontrolle hapert es oftmals. Ist wirklich drin was draufsteht?

Die gesamte Menschheit

muss man umerziehen.

Lebensmittel wurden weltweit zur Spekulationsware. Verdient wird an der Boersen und nicht mehr auf dem Feld oder im Stall. Lebensmittel sind kein Mittel zum Leben mehr, sondern billiges Spekulationsobjekt.

Die Subventionsprogramme der Industrienationen haben der Landwirtschaft in den Entwicklungslaendern den Todesstoss versetzt. Bauern wurden mit Billigimporten massenweise in den Selbsmord getrieben. Die EU Agrarpolitik hat mehr Landwirte auf dem Gewissen ( hier und dort) als alle Naturkatastrophen zusammen. Danben spricht man scheinheilig von Nachhaltigkeit, Regionalitaet und Ausschaltung von Migrationsursachen.

Die zig tausende Lobbyisten in Bruessel haben es fertoggebracht, dass der Handel und nicht mehr die Produktion das Geld verdient. Je mehr weggeworfen wird, umso besser fuer die Wirtschaft.

Diese EU Politik muss sich aendern. Als ersten Schritt empfehle ich Leute auszuwechseln.

Die Landwirte wurden von ihren Funktionären betrogen

Die haben eine Subventionspolitik gefördert, die die flächenmäßig großen bevorzugt, die auf Masse gesetzt hat, die nur mit entsprechenden Pestizid- und Hormoneinsatz erreichbar ist.

Eine bayerische Großgrundbesitzerin - wo wurde vor einigen Jahren öffentlich - bekam ca. eine halbe Million Euro an Agrarsubventionen.

Der Verbraucher geht natürlich nach dem Preis. Mit Ausnahme des Biosektors, wo man hoffen kann, dass auch die Qualität und ein verantwortbarer Umgang mit der Umwelt stimmen.

Das Modell "Raiffeisen"...

damals, 1848 für den Einkauf -
nun, bald 175 Jahre später für den Verkauf...
Regionale Verkaufsgenossenschaften für den Endverbraucher...
Im Verbund sind all die Kleinen erfolgreicher - das macht doch die Natur vor... In der Natur weiß sich das gesamte Leben vor dem zu schützen, was ausbeutet...
Hat der Landwirt diesen Blick in die Natur durch seine Abhängigkeit bereits verloren?
Doch manche Ansätze keimen bereits - sie könnten Vorbild werden...

Proteste

Das ist es: "ruinöser Preiswettbewerb der Supermärkte" und dann sollte vor diesen Konzernen protestiert werden. Der Kunde wird in Haftung genommen, da er die Produkte so billig wie möglich erwerben will. Dann sollte die Werbung eingestellt werden, die den Verbraucher billige Ware verspricht.
Brüssel hat mit ihrer Agrarpolitik doch dazu beigetragen, dass die Bauern Äcker und Wiesen überdüngen und mit Pestiziden vergiften.
Zu lesen ist: Mit den über die Gemeinsame Agrarpolitik bereitgestellten Mitteln werden sowohl die Landwirte als auch die ländlichen Regionen gefördert. Insgesamt stehen für die Agrarförderung in Deutschland von 2014 bis 2020 jährlich rund 6,2 Milliarden Euro an EU-Mitteln zur Verfügung. Und das Resultat sind Großdemstrationen der Bauern.

@ andererseits

>>> Die Grünen stehen nicht nur für gesunde Lebensmittel und Tierwohl sondern auch für faire Vermarktungsstrukturen. <<<
.
Die Grünen stehen aber auch für strengere Auflagen bezüglich Dünger, Pflanzenschutzmitteln, usw.
Viele Bauern protestieren gerade GEGEN die Grüne Verbotspolitik.

Viel zu billig

Warum wieder der Anklang auf "... die es sich leisten können"?
Was Lebensmittel für alle Menschen in prekären Situationen, z.B. Hartz IV oder das sogenannte "Existenzminimum" bei den Rentnern, kosten dürfen, wird akribisch im Warenkorb festgelegt, der auch dem Hartz IV Satz zugrundegelegt. Die allgemeine Verunglimpfung von Menschen, die ihre Lebensmittel beim Discounter einkaufen und ausdrücklich darauf verwiesen werden, falls sie Mehrbedarf geltend machen, ist völlig fehl am Platze.

Qualitativ hochwertige Lebensmittel

Die dann auch einen höheren Preis haben. Genau das ist der Punkt über den ich einmal vor vielen Jahren mit einem hochrangigen Mann der Lebensmittelbranche diskutiert habe.
Ich wurde da das Bauchgefühl für das ich natürlich keine Beweise habe nicht los dass deutsche Vertreter der Lebensmittelbranche sowieso glauben dass unsere Lebensmittel besonders hochwertig sind und dass der Verbraucher mehr bezahlen soll. Und am eigentlichen Lebensmittel ändert sich vielleicht bei dem ganzen Vorgang gar nichts.
Also nochmals das war damals mein Bauchgefühl. Es könnte natürlich auch ganz anders sein.
Und dass Landwirte einfach zu wenig bekommen stimmt ja auf jeden Fall. Vielleicht könnte man Landwirten etwas bezahlen für die Herstellung schöner Naturflächen ohne dass das von der produzierten Menge abhängig ist!

Am 17. Januar 2020 um 09:34 von harry_up

" Der Liter Milch kostet die Hälfte dessen, was man für 1 Liter Sprit bezahlt "
Kein guter Vergleich, ziehen Sie mal die die mehrfachen erfundenen Steuern bei Sprit ab, dann sieht das ganz anders aus.

Aber davon abgesehen was Sprit und Milch betrifft, das ist sicher gefühlt 1 Millionste EU Verordnung, meist gehen sie am Verbraucher vorbei.
Auf die Ware muss Name und Adresse und Land, dann kann der Verbraucher entscheiden ob er das Produkt kaufen will.
Kehrseite, ist, wenn die Preise Steigen, muss man dann auch H4 und andere Sozialleistungen anpassen, das betrifft auch Renten, alles auf Knappe Kante genäht.
Denn rund ein Drittel oder mehr können gar nicht mehr bezahlen, und ein Drittel von 82-83 Millionen Menschen, ist eine ganze Menge.

@ Surki005, um 09:27

Sie haben schon Recht: Qualität lässt sich nicht unmittelbar am Preis ablesen oder umgekehrt.
Man kann sich jedoch wenigstens bei ausgewählten Produkten die Mühe machen und diese dort kaufen, wo man ihrer Qualität sicher sein kann - ja, und dann wird's freilich teurer.
Es sind oft die Essgewohnheiten, die uns zu billigen Fleischprodukten verführen, denn allzu viele Menschen leben mental noch im Körper ihrer Großväter, die körperlich in aller Regel weitaus mehr gefordert waren als das heute der Fall ist.
Da wird die Nutztierhaltung (zu Recht!) angeprangert, gleichzeitig wird das Grillen zum Nationalsport erhoben.
Klar, kost' ja nix...

Landwirtschaft 2020

Deutschland ist bereits zwei Stufen über dem Status eines Agrarstaates. Wir haben selbst das Industriezeitalter hinter uns gelassen und sind ein Informationsstaat. Landwirtschaft ist antiquiert.

Es ist sehr tragisch und schade um die die Tradition und die Arbeitsplätze. Ja, das ist es. Keine Frage. Aber das ändert nichts daran, dass irgendwann mal Schluss sein muss und dieser Moment ist sehr nahe.

Vertretbare Forderung

Die Bauern haben mit den Preisen recht und da zeigt sich doch wieder ein Kernproblem des entfesselten Kapitalismus. Die Konkurrenz ermöglicht den Preiskampf und die mangelnden Informationen lässt mich als Verbraucher damit allein zu entscheiden was denn nun qualitativ oder ökologisch Wertvoll ist. Bio und Öko schließen sich zum Teil gegenseitig aus. Die Auswahl ist da, aber mangels Informationen kann ich genauso gut billig wie teuer kaufen, insbesondere weil auch Verstöße und Misinformationen aus wirtschaftlichen Gründen nicht veröffentlicht werden, so dass private Organisationen mit eigenem Aufwand solche Dinge aufdecken, wo man sich auch immer fragen muss Cui Bono.

Grüne auf Seiten der Bauern

Die Grünen stehen am klarsten auf Seiten der Bauern, halte ich für einen Lüge
Für manche Vertreter der Grünen scheint es Bauern erster und zweiter Klasse zu geben. Bauernfamilien, die aufgeben müssen, scheinen ihnen egal zu sein, wenn es keine Biobetriebe sind. Nur wer grün anbaut wird von den Grünen akzeptiert , baust du kein Bio an bist du den egal

um 09:36 von H. Hummel

Dem stimme ich zu, es sollte gegen diverse Machenschaften der industriellen Lebensmittelindustrie protestiert werden.

09:43 von Rupert Krömer

"Das Modell "Raiffeisen"..."

als Genossenchaftlicher Zusammenschluss von Erzeugern wurde von der EU 0 Zins Politik ebenfalls schwer beschaedigt, da man als Genosse nichts mehr verdienen kann. Verdient wird nur noch als Grossaktionaer oder im globalisierten Handel.

Das Prinzip, dass sich die Kleinen gegenseitig helfen wurde durch die NULL Zins Politik der EZB ‚‚erfolgreich ausgeschaltet. Geldverdienen wurde zum Monopol von Spekulanten und Zockern.

re mischpoke

"Die Grünen stehen aber auch für strengere Auflagen bezüglich Dünger, Pflanzenschutzmitteln, usw.
Viele Bauern protestieren gerade GEGEN die Grüne Verbotspolitik."

Und was haben Sie gegen strengere Auflagen?
Sind Sie für Nitrat im Grundwasser und Pestizidreste im Gemüse?

Wahrscheinlich nicht - aber kommentieren reflexartig wegen "grüner Verbotspolitik".

@Mir sind die Proteste völlig unverständlich ...

Man muss da sehr differenzieren: "Die Bauernverbände" sind da sehr unterschiedlich. Der Deutsche Bauernverband hat zusammen mit der Politik auf Weltmarkt und immer größere Strukturen gesetzt. Die jüngsten Bauerndemos sind spontan initiiert worden, eher ein Kanal um langaufgebauten Frust über die Lage der Bauern zu äußern und der Bauernverband ist nur aufgesprungen.
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft dagegen beteiligt sich an der Wir-haben-es-satt Demo, morgen zum 10.Mal. Da geht es um nachhaltige Landwirtschaft und faire Preise

@ Zuschauer49, um 09:49

Da Sie offensichtlich auf meinen Kommentar anspielen, will ich Ihnen folgendes dazu sagen:
Es ist absolut möglich, preiswert einzukaufen, ohne hungern zu müssen, weil das Geld nicht zum Essen reicht.
Ich stehe mit sehr offenen Augen an der Supermarktkasse und sehe ja nun, was wer aufs Band packt.

Hier wird niemand verunglimpft, ich plädiere jedoch nachdrücklich, unabhängig vom Einkommen, für einen vernünftigen Einkauf und einen überlegten Umgang mit Lebensmitteln.
Damit ziele ich weiß Gott nicht nur auf Menschen am Existenzminimum, denn diese sind nicht die Regel.

Was taten die CSU-Landwirtschaftsminister?

Seit Jahrzehnten ist die Bauernlobby höchst aktiv und erfolgreich - laut vertreten durch die CSU-Landwirtschaftsminister. Glyphosat, Nicotinoide, Insektensterben, Tierunwohl-Transporte, Nitrat im Trinkwasser - die schuldige Landwirtschaft wurde immer geschont ... und kassierte jährlich viele Mrd. von der EU !
Bei den seit langen bekannten Mißständen im Handel - haben die CSU-LW-Minister aber auch nichts gemacht ... das müssen jetzt wieder EU-Richtlinien klären ...

Wer so lange gut durch die Politik gepampert wurde, ist bei den Protesten heute nur unglaubwürdig: Viele Jahrzehnte CDU/CSU wählen, EU-Gelder kassieren und dann "fehlenden Respekt" beklagen - sooo einfach kann man es sich mit den notwendigen Refomern nicht machen!

Grüne und Bauern?

Es gaben Umfragen bei Landwirten 2013 und 2017 welche Parteien sie lieber wählen würden. Die Grünen sind von 15 % im Jahr 2013 auf 4 % im Jahr 2017 bei den Landwirten gesunken. Quelle Agrarheute

Schließlich wissen die Bauern wohl selber am besten welche Partei auf Seiten der Bauern stehen.
Ausserdem kündigt das video bei agrarheute an, dass die Demonstration gegen eine neue grüne Verordnung und für faire Preise ist bzw. demonstrieren sie erst recht gegen die Grünen.

@09:53 von Toni B.

"Deutschland ist bereits zwei Stufen über dem Status eines Agrarstaates. Wir haben selbst das Industriezeitalter hinter uns gelassen und sind ein Informationsstaat. Landwirtschaft ist antiquiert."

Das ist Unsinn, was Sie schreiben. Deutschland hat bei sehr vielen Lebensmittel ( Getreide, Kartoffeln, Fleisch, Kaese, Butter) einen Selbsversorgungsgrad von ueber 100%. Das ist auch Notwendig, wenn man nicht hungern will.

Korrekt ist, dass ein Landwirt heute ca 155 Leute ernaehrt und um 1900 ca 4. Auch deswegen gab es frueher mehr Bauern.

Landwirtschaft ist nicht antiquiert, hat sich lediglich entwickelt. Wenn man Energie und Ressourcen sparen will und die Regenwaelder in Indonesien und Brasilien schonen will braucht man regionale Landwirtschaft.

Feudalzeitalter die 2.

Auch früher schon waren die Bauern arm, die Großgrundbesitzer aber reich. Und entgegen dem "volksnahen" Politikergesülze von den wertvollen "Familienbetrieben", bekommen die großen Agrarunternehmen enorme Subventionen und treiben mit ihrer Preispolitik die kleinen Bauern in den Ruin, wodurch sie wiederum günstig an mehr Land und mehr Subventionen kommen. Diese werden nach Fläche gezahlt, nicht etwa nach Erzeugerqualität.
.
Aber tröstet euch, das ist weltweit so. Und weder der Bauernkrieg noch die Traktorkolonnen werden daran etwas ändern.

Das ist selbstgemachtes Leid.

Das ist selbstgemachtes Leid. Die Bauern haben sich durch ihre verbohrten und einzig der Agrarindustrie verpflichteten Verbandsfunktionäre über die letzten Jahrzehnte immer mehr ins gesellschaftliche Abseits manövrieren lassen.

Massentierhaltung mit der damit verbundenen Tierquälerei, als Düngung getarnte Entsorgung der Fäkalien in der Landschaft, Antibiotikamissbrauch in der Tierhaltung, Totspritzen ganzer Landstriche mit Glyphosat, und bei jeder Änderung nur dagegen sein. So sieht die Realität aus, dagegen helfen keine Imagekampagnen sondern nur radikale Veränderungen, die durch die Blockadehaltung der Landwirte nur per Gesetz, Verbot, Kontrolle und drastische Strafen durchgesetzt werden können.

Es ist eine Frechheit, was sich diese subventionsgemästete Branche hier mit ihren Traktorenkorsos und Blockaden gerade erlaubt. Dazu kommen die zig Tonnen sinnlos verbrauchter Diesel, ebenfalls vom Staat subventioniert. Aufhören!

09:45 von Mischpoke West

"Viele Bauern protestieren gerade GEGEN die Grüne Verbotspolitik."
.
Seit wann sind die Grünen in der Bundesregierung und somit in der Lage, etwas zu verbieten?

um 09:30 von Knorlo

"Realität ist auch, das wir ohne diese intensive Landwirtschaft hungern müssten."
.
Realität ist, dass wir es uns leisten können, Lebensmittel tonnenweise in den Müll zu werfen. Dass wir hungern müsten, ist Unsinn.

@ wenigfahrer, um 09:52

Ihr Argument mit den Spritsteuern verstehe ich nicht, denn ausschlaggebend ist doch, was man letztlich für das Produkt bezahlt.

Das “Gefährliche“ bei diesem Thema ist, dass man sehr schnell Gefahr läuft, sich in die Angelegenheiten anderer, damit meine ich deren Einkaufs-, Ess- und damit auch Lebensgewohnheiten, einzumischen, was verständlicherweise nicht geht.
Die mich, das darf ich hier vielleicht so formulieren, doch zuweilen den Kopf schütteln lassen.

@ 09:45 von Mischpoke West

ja natürlich stehen die Grünen für strengere Auflagen bezüglich Dünger, Pflanzenschutzmittel etc., was denn sonst? Da steht auch die überweältigende Mehrheit der Landwirt*innen. Die Bauern, die das als "Verbotspolitik" brandmarken, sägen am eigenen Ast: Gesunde Böden und pestizidfreie Lebensmittel sind die einzige Zukunft. Insofern kann man differenzierter sagen: die Grünen stehen auf der Seite der Bauern, die verstanden haben, was die Verbraucher*innen schätzen, was aber einige in ihren Ställen und auf ihren Äckern nicht umsetzen wollen.

Der Staat ist verantwortlich

für die Landwirtschaft .
Die Produkte unserer Landwirtschaft sollten auch den Vorrang in den Geschäften haben . Damit sichern wir auch die Qualität der bäuerlichen Erzeugnisse . Denn diese Produkte werden nach unseren Festlegungen von unseren Landwirten erzeugt . Das erfordert aber auch ein Umdenken der Verbraucher . Ich kaufe meine Lebensmittel in den Geschäften wo ich Erfahrung mit guten einheimischen Lebensmitteln gemacht habe .

@ 09:57 Helder

Gerade die Grünen stehen auf Seiten der Kleinbetriebe und prangern seit Jahren die Tendenz zu industriellen Großbetrieben an (Motto: "grüner statt größer"); woher Sie die Behauptung nehmen, den Grünen scheine egal zu sein, wenn Bauernfamilien aufgeben müssen, ist mir schleierhaft - vielleicht sitzen Sie da eher einem Vorurteil auf?

...wer garantiert mir...

Wer garantiert mir das die höheren Preise bei den Tieren ankommen?
Wer garantiert das bei höheren Preisen ökologischer produziert wird.
Die Schuld liegt an unseren Wirtschaftssystem.
Wir brauchen Staatliche Kontrolle. Aber dann wird es noch teurer.
Also wie?

@ Stefan T

>>> Seit wann sind die Grünen in der Bundesregierung und somit in der Lage, etwas zu verbieten? <<<
.
Ihnen ist aber schon bekannt, dass auch die Oppositionsparteien im Bundestag zu Wort kommen? Und schon mal was vom Bundesrat gehört? Hier können die Grünen sehr wohl bei der Gesetzgebung mitwirken bzw. blockieren.
Aber auch Ihnen sei gesagt, dass mein Beitrag eine Antwort an einen Kommentator war, der die Grünen ins Spiel gebracht hat, nicht ich.

Wir leben gut

in einem Ueberflussszenarium, das ist Fakt. Daran ändern auch 1000+1 Trecker nichts. Diese Bauern kämpfen um jedes Stückchen ankaufbare Ackerflaeche und um EU-Geschenke, wofür sie jede möglichst groesste Kraftmaschine auf die Straße schicken. 2 und mehr vollgestopfte Grossdiscounter nur einige 100 m auseinanderliegend verraten einen unnatuerlichen und im Grunde -verzeihlichen Zustand der Fülle.

Ich kanns nicht mehr hören.

Ich kanns nicht mehr hören. Man müsse sich an der Ladentheke für hochwertigere Lebensmittel entscheiden. Gerade diese Woche ein Bericht im Fernsehen über Biofleisch, obwohl es an der Ladentheke im Schnitt 30% teurer ist ist es keinen Deut besser und die Tiere leben auch nicht besser. Die Bauern sollten mal ihre Großeltern fragen wie die es gemacht haben das könnte helfen. Solange denen aber nichts anderes einfällt als noch mehr zu produzieren wenn der Preis sink dann wird sich auch nichts ändern. Angebot und Nachfrage.

Zögerliches Handeln der Regierung

Frau Klöckner setzt viel zu oft auf Freiwilligkeit, ja nicht an bestehenden Strukturen rühren. Nur diese Strukturen funktionieren nicht mehr, werden von vielen ausgenutzt. Wir haben inzwischen an etlichen Stellen den Mindestlohn, wie sieht es denn z.B. mit einem Mindestmilchpreis aus den die Bauern vom Handel erhalten müssten. Wenn kleine Bauern sich zusammenschließen droht die Kartellbehörde, wenn Supermarktketten die Preise diktieren ist das freier Handel....da passt einiges nicht wirklich zusammen.

Hat jemand den Artikel gelesen?

Es geht nicht einmal um Preishöhe.

Die Landwirte bekommen nicht einmal die Ware rechtzeitig bezahlt und warten ewig. Rechnungen haben sie aber zu bezahlen.

Und wenn verderbliche Ware kurzfristig abbestellt wird, wie der Beispiel mit dem Salat zeigt, dann kann der Landwirt die absolut frische Lebensmittel in die Tonne kloppen.
Das hat nichts mit MHD zu tun.

10:02, IBELIN

>>09:43 von Rupert Krömer
"Das Modell "Raiffeisen"..."

als Genossenchaftlicher Zusammenschluss von Erzeugern wurde von der EU 0 Zins Politik ebenfalls schwer beschaedigt, da man als Genosse nichts mehr verdienen kann. Verdient wird nur noch als Grossaktionaer oder im globalisierten Handel.

Das Prinzip, dass sich die Kleinen gegenseitig helfen wurde durch die NULL Zins Politik der EZB ‚‚erfolgreich ausgeschaltet. Geldverdienen wurde zum Monopol von Spekulanten und Zockern.<<

Könnten Sie das bitte näher erläutern?

Der Zusammenhang zwischen Nullzinspolitik und genossenschaftlichem Wirtschaften erschließt sich mir nämlich nicht.

@ andererseits

>>> ... die Grünen stehen auf der Seite der Bauern, die verstanden haben, was die Verbraucher*innen schätzen, was aber einige in ihren Ställen und auf ihren Äckern nicht umsetzen wollen. <<<
.
Sie können sicher sein, dass KEIN Bauer zum Spaß seine Böden überdüngt, bzw. mit Pestiziden arbeitet. Alleine schon aus kostengründen wird so wenig wie möglich, aber soviel wie nötig an Zusatzstoffen auf die Felder gebracht.
Hier sind wir doch beim eigentlichen Problem. Alle wollen bezahlbare Lebensmittel, und gleichzeitig soll der Bauer auf die Chemie verzichten, die das möglich macht.

Demeter und Bioland

Ich kaufe nur Produkte mit dem Demeter- bzw. Bioland-Siegel.
Auch würde ich niemals Fleisch aus Massentierhaltung kaufen, denn das ist ein Verbrechen an den Tieren.

Die konventionellen Bauern behandeln die Tiere mit Antibiotika, vergiften die Felder und das Grundwasser mit Pestiziden und Gülle, füttern die Tiere mit Produkten aus Lateinamerika, hierfür werden dann die Wälder abgebrannt, um immer mehr Anbaufläche zu haben.
Wofür protestieren die Bauern?!

Die Bauern haben sich weit entfernt von der Natur. Somit fressen die Menschen immer mehr Gifte... aber alles muss ja billig sein.

Wir brauchen endlich eine*n Landwirtschaftsminister*in

Es reicht einfach nicht mehr an ein paar Schräubchen zu drehen. Eine richtige Reform ist notwendig (so wie in vielen Bereichen)

Nicht die Grösse des Hofs darf subventioniert werden, sondern die Qualität der Produkte, z.B. die Tierhaltung. Dabei muss eine Regelung gefunden werden, das ausländische Produkte nicht billiger sein können als einheimische.

Von der Menge her ist das problemlos machbar. 20% der Agrarprodukte wird ins Ausland verkauft. Die müssten in Deutschland gar nicht hergestellt werden. Weitere 20% landen direkt im Müll. Die brauchen wir auch nicht.
Der Rest muss dann eben so gut bezahlt werden, dass es den Bauern zum vernünftig leben reicht.

09:52 von wenigfahrer

Kehrseite, ist, wenn die Preise Steigen, muss man dann auch H4 und andere Sozialleistungen anpassen, das betrifft auch Renten, alles auf Knappe Kante genäht.
Denn rund ein Drittel oder mehr können gar nicht mehr bezahlen, und ein Drittel von 82-83 Millionen Menschen, ist eine ganze Menge.
H4
So ist es. 145,04 Euro für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke = 4,77 Euro/Tag.
Lustiger Posten:
10,35 Euro für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen.
Den kann der H4 Empfänger natürlich beim Lebensmittelkauf mit einrechnen.

Bauern für Planwirtschaft?

@10:13 von Orfee
Wenn das zutrifft, was Sie über die Präferenz der Bauern schreiben, würde das ja bedeuten, dass die Bauern und die CSU im Agrarsektor für eine Planwirtschaft à la DDR sind.

Ob es aber nicht doch kurzsichtig war, einfach Glyphosat zu verlängern??
Die CSU gibt sich doch seit Kurzem ziemlich "Grün"?

Die Demos sind o.k., ...

... doch warum müssen die der Umweltverschmutzung (Mit)Angeklagten mit Traktoren nach Berlin fahren und dabei unmengen Feinstaub produzieren. Genauso verhält es sich mit der Gülle: Was früher der Düngung des Bodens dienen sollte, ist heute reine Entsorgung von Produktionsabfällen - wenn ich mein Müll in die Landschaft werfe ...

@10:17 von Basil Disco

"Das ist selbstgemachtes Leid. ...................Massentierhaltung......Entsorgung der Fäkalien in der Landschaft, Antibiotikamissbrauch in der Tierhaltung, Totspritzen ganzer Landstriche mit Glyphosat............"

Was ist Massentierhaltung. Auch BIO Betriebe halten heute Tiere in Massen. Anders gehts nicht. Mit Stereotypen kommt man nicht weiter. Ich glaube nicht, dass Sie wissen, was Landwirtschaft heisst.

Die Landwirtschaft steckt u.a. auch deswegen in der Krise, weil sie von "Experten" wie Ihnen ideologisch gefuehrt wird. Das gilt fuer beide Richtungen.

Der Landwirt ist aussen vor. Hauptsache man muss nicht zuhoehren.

@Tada

Wenn der Bauer seine Ware nicht rechtzeitig bekommt, sollte er diesen Abnehmer nicht ein zweites mal beliefern. Direkt abrechnen: Bei Lieferung der Ware muss bezahlt werden.

@09:53 von Toni B.

"Deutschland ist bereits zwei Stufen über dem Status eines Agrarstaates. Wir haben selbst das Industriezeitalter hinter uns gelassen und sind ein Informationsstaat. Landwirtschaft ist antiquiert."

Ibelin hat ja bereits darauf geantwortet. Landwirtschaft macht schlichtweg keinen so großen Teil unserer Wertschöpfung mehr aus. Antiquiert ist sie aber erst, wenn wir keine Nahrungsmittel mehr brauchen oder alles im Labor züchten können.

Was lernen wir daraus?

Freie Marktwirtschaft ist gut. Jeder _vernünftige_ Eingriff ist besser.

09:34 von harry_up

«Natürlich sind bei uns die Lebensmittel … viel zu billig - das ist ja der Grund, weshalb sie nicht wertgeschätzt werden … Zweifellos ist der Handel derjenige, der absahnt.»

Weiß ich gar nicht, ob das tatsächlich so ist.

Bzw. ich bezweifle es eher, wenn ich es auf den Lebensmittel-Einzelhandel à la Aldi, Lidl & Co. beziehe. Dort, wo ja das Billig in großen Warenmengen wohnt.

Die großen Discounter zahlen den Produzenten der Lebensmittel zwar geringe bis … sehr geringe … Einkaufspreise. Konkurrieren aber auch untereinander mit 0,98 € gegen 0,99 € für das gleiche Produkt A "was zum Essen ist".
In der Schnäppchen-Woche dann mit 0,95 €.

Beworben mit regelmäßigen Prospekten in Briefkästen.
Stellt man auch nicht umsonst her.
Dafür gibt's dann T-Shirts, Jogging-Hosen, Strümpfe, Schulbedarf zu Zeiten von Einschulung, "Elektro-Schnäppchen" à la Toaster & Co. dazu.

Dort sind höhere Margen zu verdienen.
Die dann 3% bis 5% real bei was zum Essen kompensieren.

Menge zählt. Und nur die …!

@10:42 von h.elise

"Ich kaufe nur Produkte mit dem Demeter- bzw. Bioland-Siegel.
Auch würde ich niemals Fleisch aus Massentierhaltung kaufen, denn das ist ein Verbrechen an den Tieren.

Die konventionellen Bauern behandeln die Tiere mit Antibiotika, vergiften die Felder und das Grundwasser mit Pestiziden und Gülle, füttern die Tiere mit Produkten aus Lateinamerika, hierfür werden dann die Wälder abgebrannt, um immer mehr Anbaufläche zu haben.
Wofür protestieren die Bauern?!"

Auch BIO Bauern halten Tiere in Massen. Anders gehts nicht. Haben Sie mal ueberlegt wie ansonsten die guestigen Preise furt BIO Produkte zustandekommen.

Ihre Ansichten ueber "konventionelle Bauern" sind entwuerdigend und unterstellend.

Wofuer die Bauern protestieren interessiert Sie kaum. Sie haben ja bereits eine "gefestigteet" Meinung.

Oligopol

Es war der Minister Gabriel der bei der Übernahme von Kaisers mal eben das Kartellamt überstimmt hat.
Das Kartellamt hatte gute Gründe ein vorhandenes Oligopol nicht noch zu verschärfen.
Wenn es natürlich so ist , das ein Minister der von VWL keine Ahnung hat, dann einfach das Kartellamt überstimmen darf, brauchen wir aus der Politik nicht unbedingt auf Lösungen hoffen.
Das ist nicht Wurzel des Problems aber eine weitere Zuspitzung.

@harry_up

Was ist denn Qualität bei Lebensmitteln?
Ich habe erhebliche Probleme hierauf eine Definition zu finden!
Ist bio und ohne Maschinen produziertes qualitativer als industriell produziertes? Warum?
Über "Gentechnik-" und "Pflanzenschutzmittelfrei" kann ich mir was vorstellen - aber selbst das würde keine Rückschlüsse auf die Qualität zulassen!

Ich meine der einzelne Bauer müsste eine Marke haben - zB bei Bananen gibt es das

Aber selbst das wäre kein Garant für Qualität

10:44 von rainer4528 - Preise

Danke, auf nichts anderes wollte ich hinaus. Dies auch an harry_up.
Meine Lebensmittelausgaben sind - ohne Geldnot - als Einzelperson im Einzelhaushalt um 132 Euro monatlich. Meine Rente, obwohl angeblich an der Armutsgrenze, gibt das her. Wenn ich mehr Geld für irgendwas brauche und dennoch nicht Verzicht leisten möchte, kann ich nicht Überstunden machen oder einen Zweitjob annehmen. Ich muss überlegt einkaufen. Urlaubsreisen mache ich sowieso nicht, und wenn ich mal verreise, dann mit dem Grünen Bus oder irgend welchen Studentenreisen.
Prekärer ist es in meinem Freundeskreis (Behindertenszene). Da wird beim kaputten Mantel eben ein Flicken mit Textilkleber drübergeklebt und auf neue Winterschuhe das Jahr über gespart. Ein Auto hat keiner.
Vor diesem Hintergrund kommt bei mir eine Ministerin (aus meiner Gegend) nicht gut an, die uns vorwirft, dem Motoröl zuviel Ausgaben zu widmen, anstatt teureres Fleisch kaufen zu gehen.

um 09:33 von andererseits

"...faire Vermarktungsstrukturen."

Würde ich so glatt unterschreiben! Jedoch solange der Verbraucher bereit ist, für ungesunde Cola mehr zu bezahlen als für Milch, solange wird sich auch nichts ändern. Es ist ein Witz, dass ein Liter Zuckerwasser 1 Euro kosten darf, während wir bei Milch gerade einmal die Hälfte im Angebot zahlen. Und das schlimme daran ist auch noch, dass die Supermärkte mit dazu beigetragen haben, dass diese Produkte zu Tiefstpreisen in die Regale kommen.

Naja, letztlich ist es eh egal! In Zeiten, in denen Kunstkäse, Fleisch aus dem Labor und Tabletten als Vitaminersatz sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, ist der Bauer wohl ohnehin nur noch ein Relitk aus vergangenen Tagen. Schöne neue Welt!

@ h.elise

>>> ... nur Demeter und Bioland ...
... füttern die Tiere mit Produkten aus Lateinamerika, hierfür werden dann die Wälder abgebrannt ... <<<
.
Es ist alles richtig was Sie sagen. Ich kaufe ebenfalls nach Möglichkeit Bio-Produkte.
Nur wäre es leider nicht möglich, die gesamte Bevölkerung von Deutschland ausschließlich mit in Deutschland hergestellten Bio-Lebensmitteln zu versorgen.
Sonst müssten wir selbst unsere Wälder roden, um Platz für Anbauflächen zu schaffen. Vom Kostenfaktor ganz zu schweigen. Ich denke es ist z.B. keinem Geringverdiener möglich, nur Bio zu kaufen, geschweige denn, damit eine Familie zu ernähren. Leider.

@ 10:33 von Wiederstand Jezt

Wenn Sie überzeugt sind, dass die Tiere in ökologischer Landwirtschaft "es keinen Deut besser" haben (eine abenteuerliche These, die eher ihre Unkenntnis der Unterschiede wie auch der Überprüfungsmechanismen widerzuspiegeln scheint), dann bleibt ja für einen ethisch verantwortlichen Menschen nur eines: Vegetarier werden.

Differenziert sehen

Unterstützung brauchen die Bauern für Zusammenschlüsse, um der Marktmacht der Supermärkte etwas Wirksames entgegensetzen zu können. Hier sind die Vorschläge der Grünen zielführend. Kartellrechtlich bedenklich ist die Marktmacht der Supermärkte und nicht die der Bauern, die haben relativ geringe Macht.
Aber beleidigt sein, weil Glyphosat, Gülle u.a. die Umwelt in nicht erträglicher Weise belasten und die Gesundheit der Bevölkerung gefährden, und die Bauern sich jetzt bewegen müssen, das geht gar nicht. Die „Ich bin Schmidt“-Entscheidung dieses CSU-Mannes, der die Blockierung von Glyphosat, z.B., verhindert hat, war ein Skandal, die Korrektur dieser Entscheidung muss schnell kommen. Und die Grundwasserverseuchung, darüber muss man eigentlich nicht mehr reden, hier muss nur noch gehandelt werden.

@10:30 von Knorlo

"Wer garantiert mir das die höheren Preise bei den Tieren ankommen?
Wer garantiert das bei höheren Preisen ökologischer produziert wird.
Die Schuld liegt an unseren Wirtschaftssystem.
Wir brauchen Staatliche Kontrolle. Aber dann wird es noch teurer.
Also wie?"

Das wäre bei den meisten Wirtschaftssystemen so, nicht nur in unserem. Selbst wenn das Geld bei den Tieren ankommen würde, wüssten Sie nicht ob es wirklich zu ihrem Wohl eingesetzt werden würde oder damit Misswirtschaft betrieben wird.
Transparenz herzustellen ist bei einem System dieser Größe immens schwierig.

BWL 4.0 Manager

Kurz vor Auslieferung stornieren, so dass ein gepflückter Salat nur noch Kompost ist, extreme Zahlungsziele, das Liefern auf Abruf.

Erinnert mich an Manager aus der Automobilindustrie, die Zulieferer bis aufs Blut knebeln und dann von einer Win-Win Situation schwafeln.

Aber grundsätzlich hört sich das für mich nach einer Überproduktion an, weshalb die Bauern in einer schlechten Verhandlungsposition sind.

"Sie werfen der Politik vor, sie im Stich zu lassen"
Im Grunde sind es ja nicht alle Politiker, korrekterweise muss man hier von den Regierenden sprechen, von denen fühlen sich heute noch mehr im Stich gelassen, außer vielleicht die Kohlekraftwerksbetreiber, denen man für teils schon abgeschriebene Dreckschleudern Milliarden in den Rachen wirft.

@10:37 von Mischpoke West

>>Sie können sicher sein, dass KEIN Bauer zum Spaß seine Böden überdüngt, bzw. mit Pestiziden arbeitet. Alleine schon aus kostengründen wird so wenig wie möglich, aber soviel wie nötig an Zusatzstoffen auf die Felder gebracht.<<

Wieso sind die Böden dann allerdings in Deutschland so überdüngt, in anderen EU Ländern gibt es das Problem in diesem Ausmaß jedoch nicht?

Liebe(r) IBELIN (10:02), alles ist komplex:

doch irgendwo müssen wir anfangen - jeder in seinem Bereich.
Unterhalte ich mich mit Menschen unterschiedlicher Bereiche, so höre ich jeden klagen. Versuche ich dies zu abstrahieren, so sehe und erlebe ich:
(1) Einen systembedingt stets wachsende Regulierungswahn der Exekutive - hatten wir in monarchischer Zeit etwa drei Hierarchiestufen, so ertragen wir zurzeit bereits sieben...
(2) Mangelnde Kontrolle - die ursprüngliche Gewaltenteilung von Legislative, Exekutive und Judikative funktioniert nicht, weil deren jeweilige Vertreter mit ihren Aufgaben überfordert...
(3) die ursprünglich "4.Gewalt" der Kontrolle durch die Medien ist auch an ihren Grenzen - und überfordert...
Wir können aus meiner Erfahrung nur im Kleinen wieder von vorne beginnen - vieles muss geändert werden, sehr Vieles...

@10:44 von rainer4528

>>Kehrseite, ist, wenn die Preise Steigen, muss man dann auch H4 und andere Sozialleistungen anpassen<<

Klar, die waren sowieso immer zu niedrig.
Es sind sich doch auch alle einig, das 12€ ein angemessener Mindestlohn in Deutschland wäre, trotzdem sind es gerade mal 9,36€.
Selbst im kapitalitischen Kapitalismus, in Amerika, werden 12$ Mindestlohn gezahlt.

Der kleine Bauer ist nur das Opfer

Ich wohne in der Stadt, wo heute die Traktoren fahren. Schaue ich mich so um, werden hier 3,6 Millionen Menschen zum überwiegenden Teil von der kleinen Gruppe der Discounterriesen versorgt.
Die Lebensmittel stammen aus ganz Europa, aber nur sehr wenige aus der Region vor Ort. Auf den Feldern wachsen Raps und Mais für die Biogasanlagen, bewirtschaftet von sehr wenigen Menschen. Viele Bewohner können sich teure Biolebensmittel nicht leisten, deshalb sind sie froh, das der Aldi um die Ecke sie günstig versorgt.
Gesund ist das alles nicht, die Landwirtschaft gefangen in Lobbyistennetzen , undurchschaubaren Subventionen und Politikern ohne Visionen, Mut und Tatendrang, da wird der Bauer mit dem Traktor nichts ändern. Die Lösung wäre ein kompletter Neuanfang, regionales Wirtschaften, Einkaufen vor Ort und die Lobbyisten und Co. sind dann überflüssig.

@10:42 von silverbeard

>>Es reicht einfach nicht mehr an ein paar Schräubchen zu drehen. Eine richtige Reform ist notwendig (so wie in vielen Bereichen)<<

Aber Vorsicht: Wo gehobelt wird, da fallen Spähne, sprich: da gehen Betriebe pleite.

>>Nicht die Grösse des Hofs darf subventioniert werden, sondern die Qualität der Produkte, z.B. die Tierhaltung. Dabei muss eine Regelung gefunden werden, das ausländische Produkte nicht billiger sein können als einheimische.<<

Der letzte Teil davon ist allerdings illegal und verstößt gegen EU-Recht.

>>Von der Menge her ist das problemlos machbar. 20% der Agrarprodukte wird ins Ausland verkauft. Die müssten in Deutschland gar nicht hergestellt werden.<<

Wenn das alle so machen gibt es hier demnächst allerdings eine kleinere Auswahl als in der DDR.

>>Weitere 20% landen direkt im Müll. Die brauchen wir auch nicht.<<

Man weiß im Vorfeld jedoch nie, welche 20% in den Müll wandern.
Das ist ein Effizienzproblem. Niemand will seine Lebensmittel wegwerfen.

@10:45 von krittkritt

>>Wenn das zutrifft, was Sie über die Präferenz der Bauern schreiben, würde das ja bedeuten, dass die Bauern und die CSU im Agrarsektor für eine Planwirtschaft à la DDR sind.<<

Was glauben Sie denn, wie das in der Landwirtschaft im Moment aussieht?
In der EU werden jedes Jahr 300 Milliarden Euro Subventionen an die Landwirtschaft gezahlt. Dazu kommen noch die deutschen Subventionen für die deutschen Bauern.
Was genau ist daran noch Marktwirtschaft?

Am 17. Januar 2020 um 10:23 von harry_up

" Ihr Argument mit den Spritsteuern verstehe ich nicht, denn ausschlaggebend ist doch, was man letztlich für das Produkt bezahlt. "

Es ist ein Unterschied, zwischen dem was ich für ein Produkt bezahlen muss, und dem was es wirklich wert ist.
Ich zahle an der Milchtheke rund 1 Euro bis 1,10 für meine regionale Milch, ohne Zwischenhandel.
Das ist sie sicher Wert, die Kühe sehe die meiste Zeit draußen auf der Wiese, Vorteil wenn man Dörflich wohnt.
Sprit kostet, 1,30 - 1,50 je nach Art und Jahreszeit oder wie auch immer.
Aktuell kann man bei Ministerium abrufen, bei einem Benzinpreis von 1,38 beträgt der Anteil 0,87 Cent.
Benzin ist also nicht viel Wert, sondern nur extra teuer durch die Steuer.

Also ist es nicht nur ausschlaggebend was ich bezahle, sondern beim Benzin verdient der Staat, an meiner Milchtheke gehen die 1-1,10 aber an den Bauern, minus der 7 % Märchensteuer ;-).

Und übrigens, Milch ist für Erwachse nicht unbedingt sehr förderlich, besser wenn sie verarbeitet ist.

Darum geht es bei den Protesten der Landwirte.....

"Wir bekommen zu wenig,für daß was wir produzieren",werden die Landwirte in dem Artikel zitiert.
Und weiter steht im Artikel "eine EU-Richtlinie soll Abhilfe schaffen".
Aber eher läuft die Entwicklung doch auf das Gegenteil hinaus:Es drohen Billigimporte aus den südamerikanischen Ländern,durch daß kürzlich abgeschlossene Freihandelsabkommen.

Komisch

"Es gehe nicht an, dass Supermärkte den Landwirten die Preise diktieren könnten."

Da haben doch die Bauern selber Schuldt das sie sich diktieren lassen.

Man stelle sich mal vor der Autohändler diktiert den Autohersteller den Preis.

@ WiPoEthik

>>> Wieso sind die Böden dann allerdings in Deutschland so überdüngt, in anderen EU Ländern gibt es das Problem in diesem Ausmaß jedoch nicht? <<<
.
Ganz einfach. Weil in keinem anderen EU-Land die Lebensmittel im Verhältnis zum Einkommen so billig sein müssen wie hierzulande. Zudem haben wir eine höhere Bevölkerungsdichte als die meisten anderen Länder, was ebenfall zu höherem Produktionsdruck führt.
Dann importieren wir sogar noch Gülle aus NL, was selbsverständlich untersagt gehört.

@karwandler 10.04

Niemand wird Nitrat im Grundwasser oder Pestizide im Gemüse wollen. Aber die Grünen schießen hier oft übers Ziel hinaus, z.B. die Landesregierung in B-W, obwohl wir hier kein Problem mit Überdüngung haben.
Ich kann den Frust der Bauern verstehen. Gängelung, x Vorschriften, unzureichende Erlöse. Zusammenschlüsse nach genossenschaftlichem Muster können vielleicht der Marktmacht des Handels etwas entgegensetzen, das wäre mal ein Anfang.

Es ist also schon Ideologie,

Es ist also schon Ideologie, wenn man einfach nur die Tatsachen darstellt. Ich denk, dass es völlig klar ist, was ich mit dem Begriff "Massentierhaltung" mit dem Zusatz Tierquälerei meine. Es sind immer die gleichen, die versuchen mit dem Hinweis auf zahlenmäßig hohe Tierbestände bei Bio- oder Ökobetrieben eine Gleichsetzung zu suggerieren. Wenn man die widerlichen Zustände in der "Massentierhaltung" schon nicht schönreden kann, muss man wenigstens die besser Wirtschaftenden irgendwie runterziehen.

Grausamkeiten

Nun, auch die Landwirte beherrschen die Grausamkeiten:
Das Nitrat kommt nicht von alleine ins Grundwasser, die "Pflanzenschutzmittel" sollen Schädlinge vergiften, tun das aber eben auch bei Nützlingen und Menschen, immer schwerere Geräte verdichten die und selbst Kleinigkeiten wie hemmungslose Verschmutzung von Wegen durch Rücksichtslosigkeit sind keine Seltenheit.

Aber auch hier gilt: Natürlich trifft das nicht auf alle Landwirte zu, es gibt auch solche, die verantwortungsvoll bei der Düngung handeln … und auch die Wege nur im wirklich unvermeidbaren Umfang verschmutzen.

Und ja: Die Landwirte müssen in gewissem Umfang vor der Marktmacht der Discounter geschützt werden - dafür gab es dereinst Genossenschaften …

Wir müssen sämtliche Prozesse umweltverträglich gestalten, da kann auch die Landwirtschaft nicht außen vor bleiben. Möglich, dass Nahrungsmittel damit etwas teurer werden, verhungern wird deshalb sicher niemand.

@11:09 von Giselbert

>>Aber grundsätzlich hört sich das für mich nach einer Überproduktion an, weshalb die Bauern in einer schlechten Verhandlungsposition sind.<<

Da nicht jeder Kunde im Supermarkt vorbestellt und ankündigt was er kauft haben Sie immer entweder eine Überproduktion oder einen Mangel. Das lässt sich nicht verhindern. Hinzu kommt, dass der Bauer ja nicht auf Abruf ein paar Gurken produzieren kann, sondern hier ein Weilchen braucht, bis seine Gewächse reif sind.

Die schlechte Verhandlungsposition kommt v.A. aufgrund der unterschiedlichen Marktmacht. Die Discounter, die insgesamt durchaus marktbeherrschend sind stehen vielen kleinen Anbietern gegenüber.
Wenn Aldi Sie nicht mehr will, stehen viele Bauern bereit, die gern die Ware liefern.
Wenn Sie Aldi als Kunde verlieren haben Sie allerdings jede Menge Ware, die Sie bei lokalen Kleinstanbietern in der Menge gar nicht loswerden können.

re silverbeard

"Selbst im kapitalitischen Kapitalismus, in Amerika, werden 12$ Mindestlohn gezahlt."

Das ist aber sowas von falsch.

Seit 2009 beträgt der Mindestlohn in den USA 7,25 Dollar. Abweichungen davon - nach oben oder nach unten - können die Bundesstaaten festlegen.

Genaueres dazu im Wikipedia Artikel Mindestlohn.

Idee der Grünen - bloß nicht übersteuern

Die Idee der Grünen, den Bauern durch Zusammenschlüsse mehr Verhandlungsmacht zu verschaffen ist erst einmal naheliegend, jedoch mit Vorsicht zu genießen.

Haben wir auf der Seite der Bauern nur noch einen Player, dreht sich das Gleichgewicht. Wir sollten jedoch nicht glauben, dass die Bauern im Interesse der Verbraucher verhandeln. Die handeln im Eigeninteresse. Sie würden dann die Preise durchsetzen, die durchsetzbar sind. Diese Preise zahlen erst die Supermärkte - und dann wir.
Dadurch bekommen wir nicht unbedingt bessere Produkte, jedoch einen höheren Preis.

Es mag durchaus sein, dass einige Bauern für ihre Arbeit nicht fair entlohnt werden (ich weiß von einigen, denen es wirklich nicht schlecht geht...) - aber niemand kann bei einem Systemwechsel garantieren, dass der Stop eingelegt wird, sobald die Vergütung fair ist.

recht und unrecht....

recht ist, die bauern müssen für ihre produkte anständig bezahlt werden, 33cent für milch wo die produktionskosten eigentlich bei 44cent liegen geht nicht.

ich bin gerne bereit gar statt 1.09€ 150€ für meine milch zu zahlen, WENN DAS GELD BEIM BAUERN ANKOMMT und nicht auf dem weg dahin versickert!

unrecht:tags zuvor bestellen, morgens stornieren. dasgehört verboten, weil lebensmittel das geerntet werden muss, und wenn geerntet nicht wieder auf's feld gesetzt werden kann.
eine mail, jetzt geerntet, nichtmehr stornierbar, könnte das regeln.

recht gebe ich den bauern, wenn sie sagen sie können nicht verhandeln wegen ihrer schlechten position, bauern, wozu habt ihr euren bauernverband? tut der nix tauscht die führung aus!

unrecht: übelste tierhaltungen, weswegen sich alle angegriffen fühlen.
kann ich verstehen, aber dann tut was gegen solche 'kollegen' und schaut nicht weg, das gillt auch für den bauernverband!

recht: es muss was gegen grosskonzerne getan werden die pachten aufkaufen

@anderseits informieren Sie

@anderseits informieren Sie sich doch einfach bei YouTube über die Zustände der Tierhaltung in vielen Biobetrieben da werden sie aber Augen machen. Natürlich gibt es auch viele vorbildliche Biobauern, deren Fleisch wird man aber nicht in den Supermärkten finden in denen die meisten von uns einkaufen gehen weil sie sich kein Demeter leisten können.

@ 10:37 Mischpoke West

Wie kommen Sie darauf, ich würde behaupten, dass ein Bauer "zum Spaß seine Böden überdüngt..." Ich komme aus der Landwirtschaft und kenne mich aus; so primitive Vorwürfe finden Sie bei mir nicht. Die Grundprobleme sind die Entwicklung - auch durch eine falsche Politik und falsche Förderungsstrukturen - hin zu einer Agrarindustrie, in dessen Folge auch die Überdüngung mit den Folgen einer zu hohen Nitratbelastung entstehen, und die zu einem dramatischen Höfesterben geführt haben; und der vermehrte Einsatz von Pestiziden und Antibiotika hat mit dem Zwang zu Ertragssteigerungen zu tun.
Übrigens ist eine Statistik interessant: Während in den 50er Jahren noch ca 44% des Einkommens in D für Lebensmittel/Ernährung ausgegeben wurde, sind es seit dem Jahr 2000 im Schnitt 13-14%. "Billig" bringt viele Probleme für die Bäuerinnen und Landwirte mit sich...

@10:36 von fathaland slim

"Der Zusammenhang zwischen Nullzinspolitik und genossenschaftlichem Wirtschaften erschließt sich mir nämlich nicht."

Ich bin bei einer genossenschaftlichen Bank. Diese Bank wurde gegruendet, dass viele Kleinanleger ueber Kredite Starthilfen fuer Gruender insbesondere landwirtschaftliche Gruender bereitstellen. Verdient haben beide, die Kleinanleger und die Gruender.

Das geht heute nicht mehr.

Klar, "kauft die teure Milch"

Klar, "kauft die teure Milch" - Und wieviel mehr bekommt der Bauer da für den Liter?

@ Mischpoke West

„Dann importieren wir sogar noch Gülle aus NL, was selbsverständlich untersagt gehört.“

Da gehört allerdings auch zur Wahrheit, das die nur deshalb aus der NL kommt, weil die Gülle da nicht mehr so auf die Felder „entsorgt“ werden darf. Jetzt muss der Niederländische Landwirt seine Gülle loswerden und bezahlt den deutschen Landwirten Geld für die Entsorgung auf ihren Feldern.

@ 11:34 von WiPoEthik

Die Konsequenz Ihrer Überlegungen wäre, weiter ein rein kapitalistisches Agrarsystem zu fördern, dass zu weiterem Höfesterben und Verdrängungswettbewerb und zu weiterem Auslaugen der Böden, schlechterer Lebensmittel-Qualität und einem Hintanstellen von Tierwohl führt.
Nicht meine Linie.
Wir brauchen in der Landwirtschaft wie im Wohnungmarkt Steuerungsmechanismen, die für Fairness und Qualität und gegen Machtkumulation arbeiten.

@ 11:40 Wiederstand Jezt

Das Märchen, sich "Demeter" nicht leisten zu können, zieht bei mir längst nicht mehr, denn es gibt eine leicht zu schaffende win-win-win-win-Situation: Ich zahle nicht mehr wie "früher" für meinen Fleischkonsum, denn ich konsumiere weniger Fleisch als früher, dafür aber in Bio-Qualität und nach deren strengeren Richtlinien der Tierhaltung:
Ich ernähre mich dadurch gesünder (1),
es braucht weniger (am liebsten auf Dauer keine...) Massentierhaltung (2),
dadurch weniger Nitrat-Belastung der Böden (3)
- und eine faire Bezahlung der Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern ist ein weiterer positiver Effekt (4).
Im übrigen kenne ich genügend konventionelle Familienbetriebe, die sehr auf Qualität, Tierwohl und niedrige Umweltbelastung arbeiten. Ich kaufe neben Bioland, Demeter u.a. auch bei ihnen.

9:33 von andererseits

Supermarktketten können die Preise nur diktieren wenn es Überangebote auf den Märkten gibt. Leider können viel zu wenig Menschen auf Direktvermarktung zurück greifen.

Am 17. Januar 2020 um 11:18 von Mischpoke West

" Zudem haben wir eine höhere Bevölkerungsdichte als die meisten anderen Länder, was ebenfall zu höherem Produktionsdruck führt.
Dann importieren wir sogar noch Gülle aus NL, was selbsverständlich untersagt gehört. "

Das wichtigste vergessen, wir exportieren eine große Menge Fleisch, unter anderem Schweinefleisch nach China.
Dort ist der Punkt wo eingegriffen werden muss, wenn die Menge nicht produziert werden muss, dann ist auch Platz auf der Wiese.
Aber da wird dann lieber für Energie angebaut, statt für Lebensmittel, sind einige Schieflagen bei den Bauern in Deutschland.

@ 11:43 ZZZ

Sie können sich darüber leicht informieren: Unter der Prämisse "fairer Milchpreis" zahlt z.B. die Molkerei "Berchtesgadener Land" den Landwirt*innen seit Jahren überdurchschnittliche Milchpreise. Auch Milch mit dem Siegel „Naturland Fair“ steht für einen höheren fairen Milchpreis an die Bauern. 40 Cent für jeden verkauften Liter Milch gehen z.B. garantiert bei der Marke "Sternenfair" an die Bäuerin. Bio-Milch ist nicht automatisch faire Milch, aber sie wird oft fairer gehandelt als konventionelle.
Gegen einen fairen Milchpreis für die Landwirt*innen stehen leider immer noch die Dumpingpreis-Logik vieler Discounter und die Schnäppchenmentalität vieler Verbraucher*innen.

@11:39 von geist4711

>>recht gebe ich den bauern, wenn sie sagen sie können nicht verhandeln wegen ihrer schlechten position, bauern, wozu habt ihr euren bauernverband? tut der nix tauscht die führung aus!<<

Sie haben sicherlich überlesen, dass das aus kartellrechtlichen Aspekten schwierig wird.

Marktversagen

Nicht umsonst sind die 3 reichsten Deutschen (Albrechts & Schwarz) die Zwischenhändler, die dieses Dilemma mit verursachen.
Man kann dazu auch bei Karl Marx die Grundlagen der Akkumulation studieren.
"Moralische" Gesetze zu erlassen ohne alle Prozessbeteiligte auch in die "moralische" Pflicht zu nehmen ist m. E. politisch wieder mal ziemlich "ungeschickt".

17. Januar 2020 um 11:10 von WiPoEthik

"
@10:37 von Mischpoke West
>>Sie können sicher sein, dass KEIN Bauer zum Spaß seine Böden überdüngt, bzw. mit Pestiziden arbeitet. Alleine schon aus kostengründen wird so wenig wie möglich, aber soviel wie nötig an Zusatzstoffen auf die Felder gebracht.<<

Wieso sind die Böden dann allerdings in Deutschland so überdüngt, in anderen EU Ländern gibt es das Problem in diesem Ausmaß jedoch nicht?
"
Ein Bauer berichtete mal vom Düngen ohne Pflanzen. Also im Grunde ging es um ein Feld, das nur gedüngt wurde, aber sonst nicht bestellt. Hintergrund, so die Vermutung, ist der Import von Gülle aus den Niederlanden, denn dafür kann man Geld bekommen, und dann das billige austragen. Ob der ausführende "Bauer" dann noch Subventionen für das brach liegende Land bekam war nicht genau klar. Eindeutige Fehlentwicklungen.
Gülle ist Biomasse mit der wir Energie erzeugen können. Es stellt sich nur die Frage, ob die Reststoffe verwertbar sind oder ob wir sie kostengünstig wegräumen können. Das wär winwin

Protesten der Landwirte

Aber Sie sind auch selbst mit dem handel schuld an den Problemen.

Gerade der Handel und die Erzeuger haben dem Kunden ja gezeigt das höhere Preise selten besser Qualität bedueten und nur zu einem kleinen teil der Umwelt oder dem Tierwohl dient.

Die vielen aufgedekten Verbrechen mit Lebensmittel werden aber auch zum Teil jahrelang von den Mitarbeitern aller in diesem System tätigen mitgetragen und gedeckt.

Und zum Schluß freut sich nur der Finazminister über höhere Preise ob der hohen Steuereinnahmen.

am klarsten auf Seiten der Bauern

andererseits @

Sie schreiben aber jetzt nicht von unseren Grünen in D?

Die kennen die Bürger und Bauer eigentlich nur als Verbotis.
jeder selbständie Bauer der wirtschftlich sinnvoll lebensmittel produzieren muss um sein Familie und Steuern zu bezahlen weiß das.

@11:46 von andererseits

>>Die Konsequenz Ihrer Überlegungen wäre, weiter ein rein kapitalistisches Agrarsystem zu fördern, dass zu weiterem Höfesterben und Verdrängungswettbewerb und zu weiterem Auslaugen der Böden, schlechterer Lebensmittel-Qualität und einem Hintanstellen von Tierwohl führt.
Nicht meine Linie.<<

Meine ebensowenig. Wie gesagt - mir ging es darum, dass wir mit dieser Idee der Grünen nicht das Agrarwunderland schaffen das sich viele wünschen. Wir schaffen uns lediglich einen Goliath für die Seite der Agrarbranche.
Ich bin mir allerdings sicher, dass dies nur ein kleiner Aspekt der Landwirtschaftspolitik der Grünen ist.

>>Wir brauchen in der Landwirtschaft wie im Wohnungmarkt Steuerungsmechanismen, die für Fairness und Qualität und gegen Machtkumulation arbeiten.<<

Sehe ich auch so. Der Markt entwickelt sich entsprechend der Rahmenbedingungen. Die müssen entsprechend unseren Zielen gesetzt werden. Das ist komplex, das Bedarf auch Korrekturen - und es ist sicher noch ein weiter Weg.

Keine ständigen Gängelungen mehr

Darum geht es vielen Bauern, nicht unbedingt um höher Preise, selbst wenn alle sagen Lebensmittel müssen teuer werden.
Denn Preisgünstige Lebensmittel sind ja immer ein Zeichen des Wohlstandes, der bei uns sehr schnell dahin schmelzen wird, überall wird Geld gezogen.
Wir Bauern wie auch andere Berufsgruppen haben es satt immer verurteilt zu werden von Leuten die keine Ahnung haben.

Ach ,die armen Bauern.

Hier in Schleswig Holstein kann man durchs halbe Land fahren ,und sieht nur Mais und nochmal Mais für Biogasanlagen.
Seit neuerster Zeit verpachten sie riesige Flächen für Solaranlagen, diese werden dann Diebstahlsicher eingezäunt, und kein Wildtier ausser dem Maulwurf darf da hinein.
Da wird doch wohl viel Geld verdient, von den verpachteten Flächen , der Windmühlen braucht niemand zu reden.

17. Januar 2020 um 11:17 von sprutz

"
Komisch
"Es gehe nicht an, dass Supermärkte den Landwirten die Preise diktieren könnten."

Da haben doch die Bauern selber Schuldt das sie sich diktieren lassen.

Man stelle sich mal vor der Autohändler diktiert den Autohersteller den Preis.
"
Dem möchte ich widersprechen. Es gibt signifikante Marktunterschiede zwischen Dingen des täglichen Bedarfs und Gebrauchs-/Luxusgüter. Alles was zur Grundversorgung gehört wird immer benötigt, verkauft sich also auch immer. Hier _muss_ die Politik steuernd eingreifen. Das gilt für Nahrung, Wasser, Strom und Wohnen, sonst drohen Mondpreise und innergesellschaftliche Konflikte.

11:12, silverbeard

>>Selbst im kapitalitischen Kapitalismus, in Amerika, werden 12$ Mindestlohn gezahlt.<<

Nein.

Hier muss ich Sie leider korrigieren.

Es sind 7,25 USD.

Bio

Es werden deutlich mehr Bio-Lebensmittel in Deutschland verkauft als in Deutschland und Europa überhaupt produziert werden.

Was sagt uns das? Nicht alles ist Bio, wo Bio draufsteht.

Am 17. Januar 2020 um 09:39 von IBELIN

Auf Kommentar antworten
>>Die gesamte Menschheit muss man umerziehen.
Lebensmittel wurden weltweit zur Spekulationsware. Verdient wird an der Boersen und nicht mehr auf dem Feld oder im Stall. Lebensmittel sind kein Mittel zum Leben mehr, sondern billiges Spekulationsobjekt.<<
---
Genau das ist das Kranke an der Situation - und nicht nur im Bereich Landwirtschaft; dass die die ein Produkt herstellen, am Ende weniger Gewinn machen, als die die damit handeln und über den Nachfrage-Hebel, Kartellbildung und Knebelverträge die Erzeuger-Preise diktieren.
Letztendlich geschieht dies zum Schaden der Verbraucher; der z.T. reglrecht auf die Billigschiene gedrängt wird. Jeder sollte sich fragen; wie wohl 1kg Schweinefleisch inklusive Mast + Gewinnmarge für den Mäster, Transport, Schlachtung, Zerlegung, Verpackung, nochmal Transport, plus Einlagerung und Pflege im Laden, plus Gewinn für 3,95€ verkauft werden kann.

Die meisten Bauern

halten von den Grünen gar nichts, sie erreichen gerade immer das Gegenteil war sie wollen.Die Bio Betriebe sind je ha in Bayern und Deutschland im Durchschnitt größer als die der Konventionellen Betriebe.
Es gibt keine Partei mehr welche auf der Seite der Bauern steht nicht mal die AfD.

17. Januar 2020 um 11:43 von ZZZ

"
Klar, "kauft die teure Milch"
Klar, "kauft die teure Milch" - Und wieviel mehr bekommt der Bauer da für den Liter?
"
Schlimmer geht es auch. Meine Standardmilch kostet zwischen 80 Cent und 1,40 Euro und das zum Teil gleichzeitig in verschiedenen Geschäften.
Wenn ich sie für 1,40€ kaufe, verdient der Bauer mehr? Ich befürchte nicht.

11:40, Wiederstand Jezt

>>@anderseits informieren Sie sich doch einfach bei YouTube über die Zustände der Tierhaltung in vielen Biobetrieben da werden sie aber Augen machen.<<

Nicht in vielen, sondern in manchen Biobetrieben.

Niemand behauptet, Biobauern seien Heilige, ebenso wie niemand behauptet, daß die Kontrollsysteme fehlerlos seien.

Bei YouTube findet man immer das, was den eigenen Standpunkt stützt. Sie finden dort auch Videos, in denen paradiesische Bauernhöfe voller glücklicher Schweinchen, Kühlein und Hühnerli zu sehen sind. Die sind ebenso aussagekräftig wie die Videos, von denen Sie reden. Auf der Basis solcher Videos lässt sich jedenfalls keine ernsthafte Diskussion führen.

Kein Verständnis für Proteste

Nur zur Erinnerung: jährlich werden aus den Niederlanden über eine Milliarde Liter Gülle aus Holland nach Deutschland transportiert. Ein einträgliches Geschäft für die Bauern, denn meist gibt´s die Gülle umsonst. Kein Wunder, dass in Deutschland die Nitratwerte im Trinkwasser steigen und gegen EU-Richtlinien verstoßen. Niemand kontrolliert diese Gülletransporte. Die Politik schaut weg. Wie bei so vielem, wie etwa dem Tierschutz, wo Freiwilligkeit das Zauberwort ist. Als ob Bauern etwas freiwillig tun würden. Zweifellos muss man die Landwirtschaft unterstützen. ABER: es müssen die richtigen Bauern sein. Es kann nicht sein, dass Brüssel Geld an jene ausschüttet, die das meiste Land haben. Landbesitzer sind die letzten, die an Bio oder Öko interessiert sind. Sie bauen endlose Maisfelder an und beliefern Biogasanlagen. Nein, unterstützt werden müssen Biobauern, und zwar massiv. Je mehr Biobauern, desto weniger Massentierhaltung. Je mehr Biobauern desto preisgünstiger kann Fleisch werden.

Kein Verständnis für Proteste

Nur zur Erinnerung: jährlich werden aus den Niederlanden über eine Milliarde Liter Gülle aus Holland nach Deutschland transportiert. Ein einträgliches Geschäft für die Bauern, denn meist gibt´s die Gülle umsonst. Kein Wunder, dass in Deutschland die Nitratwerte im Trinkwasser steigen und gegen EU-Richtlinien verstoßen. Niemand kontrolliert diese Gülletransporte. Die Politik schaut weg. Wie bei so vielem, wie etwa dem Tierschutz, wo Freiwilligkeit das Zauberwort ist. Als ob Bauern etwas freiwillig tun würden. Zweifellos muss man die Landwirtschaft unterstützen. ABER: es müssen die richtigen Bauern sein. Es kann nicht sein, dass Brüssel Geld an jene ausschüttet, die das meiste Land haben. Landbesitzer sind die letzten, die an Bio oder Öko interessiert sind. Sie bauen endlose Maisfelder an und beliefern Biogasanlagen. Nein, unterstützt werden müssen Biobauern, und zwar massiv. Je mehr Biobauern, desto weniger Massentierhaltung. Je mehr Biobauern desto preisgünstiger kann Fleisch werden.

@ andererseits

>>> Wie kommen Sie darauf, ich würde behaupten, dass ein Bauer "zum Spaß seine Böden überdüngt... <<<
.
Ok, dann habe ich Ihren Beitrag falsch gedeutet.
.
>>>... "Billig" bringt viele Probleme für die Bäuerinnen und Landwirte mit sich... <<<
.
Meine Rede. Billig und Bio vertragen sich halt miteinander nicht.

11:42, IBELIN

>>@10:36 von fathaland slim
"Der Zusammenhang zwischen Nullzinspolitik und genossenschaftlichem Wirtschaften erschließt sich mir nämlich nicht."

Ich bin bei einer genossenschaftlichen Bank. Diese Bank wurde gegruendet, dass viele Kleinanleger ueber Kredite Starthilfen fuer Gruender insbesondere landwirtschaftliche Gruender bereitstellen. Verdient haben beide, die Kleinanleger und die Gruender.

Das geht heute nicht mehr.<<

Die Raiffeisenbanken vergeben keine Kredite mehr, weil sie nicht mehr genügend Zinsen dafür bekommen?

Verstehe ich Sie da richtig?

@ Francis Ricardo

>>> ... Da gehört allerdings auch zur Wahrheit, das die nur deshalb aus der NL kommt ... <<<
.
Das macht es doch nicht besser, oder?
Was habe ich hier jetzt "unwahres" gesagt?

Nein, nein und nochmals nein

Die Bauern produzieren auf Teufel komm raus und am Markt vorbei und wollen eine Gesicherte Abnahme. Wenn sie im Wettbewerb nicht bestehen können dann haben sie halt Pech wie jeder andere Unternehmer auch. Unsere Bauern genießen schon viel zu viele Privilegien klar das sie sich gegen den Abbau solcher wehren. Klar ist aber auch das sie dabei die Bevölkerung nicht im Rücken haben.

re werner1955

"Sie schreiben aber jetzt nicht von unseren Grünen in D?

Die kennen die Bürger und Bauer eigentlich nur als Verbotis.
jeder selbständie Bauer der wirtschftlich sinnvoll lebensmittel produzieren muss um sein Familie und Steuern zu bezahlen weiß das."

Man kann mit "wirtschaftlich sinnvoll" jeden Einwand für Verschmutzung, Umweltschäden etc. abschmettern, denn für den Bauern ist es sehr sinnvoll, dass er die Folgekosten nicht tragen muss.

Die rechte Phrase von der Verbotspartei kommentiere ich schon gar nicht mehr.

„Die Grünen-Politikerin glaubt nicht daran, dass solche Entscheidungen wirklich einvernehmlich getroffen werden - der Landwirt sei selten in der Position, gut zu verhandeln“

Das ist wohl offensichtlich. Da die Landwirte, wenn sie als „Einzelkämpfer“ ihre Interessen (und letzten Endes auch die von Verbraucher, Tier und Umwelt) auf einem von einem gnadenlosen Preiskampf beherrschten „regulären“ Markt gegen die Platzhirsche (Supermarktketten) durchzusetzen versuchen kaum eine Chance auf Fairness haben (siehe „unstrittig ist, dass Bauern gegen den Preisdruck ihrer Abnehmer wenig in der Hand haben. Branchenkenner sprechen von "alltäglichen Grausamkeiten', mit denen viele Landwirte konfrontiert seien (...): "Abends werden 30 Paletten Salatköpfe bestellt, und morgens um 4:30 Uhr werden 15 davon storniert. Der Landwirt bleibe dann auf diesen Salatköpfen sitzen, und "wenn er sich beschwert, ist er ausgelistet") wäre es in der Tat sinnvoll, sich die Landwirte leichter zusammenschließen könnten.

@ 12:24 Marmolada

Was sagt uns das? Dass Sie falsch informiert sind: "Ökologisch korrekte Nahrungsmittel sind in Deutschland so begehrt, dass die heimischen Erzeuger die Nachfrage gar nicht komplett bedienen können. Die Supermärkte decken sich deshalb mit Biomilch, -käse und -joghurt aus dem Ausland ein." (ZEIT, 2016-05)

Die Verbraucher*innen können

Die Verbraucher*innen können sich in Deutschland in überwältigender Zahl "bio" leisten; das Problem heißt eher umgekehrt formuliert : "Der Bauer muss sich bio leisten können", die Umstellung eines Betriebes erfordert erst einmal gewaltige Investitionen, die viele Familienbetriebe nicht aufbringen können, weil sie sich eh kaum über Wasser halten können. Dafür müssten Struktruhilfen und eine Landwirtschaftspolitik sorgen, die den Namen auch verdient.

@ 12:12 werner1955

Ach Gottchen, der abgedroschene Begriff jetzt sogar in der Verniedlichungsform: "Verbotis"... Während Sie das unkritisch nachplappern, lachen sich die Supermarktketten und große Teile der Agrarindustrie ins Fäustchen darüber, dass an der falschen Front gekämpft wird, und streichen weiter Fördergelder im Verdrängungswettbewerb ein, die dringend woanders gebraucht würden. Die Grünen sind die einzige Partei, die ökologisch hochwertige Produkte, Tierwohl, Bodenqualität und Zukunftssicherung für bäuerliche Klein- und Familienbetriebe zusammen in den Blick nehmen - das wissen übrigens auch mehr und mehr konventionelle Landwirt*innen zu schätzen.

Mal nachdenken...

Es gab mal eine Zeit in DE, als die Geldbeutel novj voller waren, da wussten die Verbraucher den Wert einer Ware und faire Preise dafür noch einzuschätzen. Dann kam die "Geiz-ist-geil"-Phase, und plötzlich wollte jeder ein Schnäppchenjäger sein. Nicht nur bei Lebensmitteln, sondern in fast allen Branchen. Dabei muß eigentlich jedem klar sein, daß zB. ein Fug nach Malle für 19,90 Euro genauso ruinös ist wie 1 Kg. Hackfleisch für 2 Euro oder ein Kopfsalat für 20 Cent. Und zwar ruinös für die Dienstleister (Personal) ebenso wie für Erzeuger (Landwirte).
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Nun könnte man langfe philosophieren, ob Ei oder Henne zuerst da waren... soll heißen, ob erst zu niedrige Löhne die Billigpreismentalität ausprägten.
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Fakt ist allerdings, daß bspw. im Vergleich zu DE Verbraucher in Kulturnationen wie Frankreich oder Italien deutlich mehr Geld für gute Lebensmittel ausgeben (übrigens auch für gutes Mobiliar)... dafür aber weniger für Statussymbole wie Auto etc.
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Mal nachdenken...

Das stimmt nur zum Teil:

Das stimmt nur zum Teil: Einerseits hat das Ende der EU-Kontigentierung den Milchsee vergrößert; andererseits hat Aldi seine marktbeherrschende Stellung vor einiger Zeit ausgenutzt und eine Billigstmilchkampagne gestartet, um vor allem die Konkurrenz anderer Ketten unter Druck und Zugzwang zu setzen, selbst wenn dann für einige Zeit für den Discounter mit der Milch nichts zu verdienen war; Resultat: die anderen zogen nach, der Milchpreis ging so in den Keller, dass er existenzbedrohend und für manche bäuerlichen Kleinbetriebe vernichtend niedrig war.

@andererseits 13.21

ich bin durchaus für Bio-Lebensmittel, nur muss man sich die auch leisten können. Die Verbraucher sind durch niedrige Löhne und Renten, steigende Mieten und Energiekosten schon reichlich unter Druck und wenn am Ende des Geldes noch viel Monat übrig ist, dann bleiben nur wenige Einsparmöglichkeiten. Und was Bio aus dem Ausland angeht-Gemüse aus China? Da habe ich meine Zweifel am Bio-Siegel und bei Einigem andern auch. Insofern teile ich Ihre Einschätzung nur teilweise- ist halt die reine Lehre....

Schwarzweiß Diskussionen

Mir gehen hier die zum Teil sehr einfach gestrickten Beiträge auf den Zeiger. Bio und grün gut, Grossbauer böse, konventionell sehr böse. Bei den Biosiegeln muss man schon sehr genau hinschauen, was sie wirklich bedeuten, nicht alles was grün aussieht verdient dieses Siegel. Wenn ich zum Teil vermackte, unansehnliche Bio-Äpfel ohne besonderen Geschmack für mehr Geld probiert habe, habe ich danach auch den aromatischer schmeckenden, ästhetischer aussehenderen günstigeren genommen und ich schäme mich nicht dafür. Also bitte hier etwas ideologisch abrüsten und ein wenig Respekt vor Bauern, die von morgens bis nachts bei jedem Wetter schuften und seit Jahren keinen Urlaub mehr hatten, darf hier schon geäußert werden.

Hier wird immer von hochwertigen Produkten gefaselt.

Was sollen denn etwa hochwertige Produkte sein , meine Kartoffeln ohne Blaukorn ,im Garten wären es wohl .
Ob nun Bio oder Konventuell gewachsene Kartoffeln sind im Geschmack nicht unterschiedlich.
Bei der Milch ist es kaum anders, also was sind hochwertige Produkte?

13:52 von deutlich

so spektakulär ist es sicherlich nicht
der Anteil den wir für Lebensmittel bezahlen - eigentlich zu zahlen bereits sind - wird immer geringer
hochwertiges Olivenöl für 10 Euro ist jedem zu teuer
aber 10 Euro fürs Motorenöl auszugeben .....

Bio-Obst Getreide aus China, Bio-Obst aus Ghane - wer's glaubt

Kein Bauer hat etwas gegen tier- und menschenfreundliche Produkte, kein Bauer möchte sich und seine MItmenschen mit Spritzmitteln vergiften - was wird da für eine Front aufgebaut?
Die Bauern haben nichts gegen Bio-Lebensmittel und ökologisch wirtschaftende Betriebe. Die Bauern wollen ihrer Arbeit nachgehen, Lebensmittel anbauen oder in der Milch- und Viehwirtschaft erfolgreich tätig sein. Dabei haben sie viele Vorschriften zu beachten und halten sie auch ein. Ob ein Betrieb bio, /Demeter arbeitet oder nicht, sollte ihm selbst überlassen sein und kenntlich gemacht werden. Mehr muss nicht sein.

Der Regulierungswahn der Grünen zielt doch nur darauf ab, Zertifikate zu vergeben, dafür zu kassieren, Kontrollen auszuüben und überall reinzuquatschen.
Ich war heute morgen beim Markt und habe mir Äpfel und Birnen vom Obstbauern aus dem Alten Land gekauft. Manche Früchte haben leichte Hagelschäden, ein Wurmloch ist auch mal drin. Ja und? Ist "Bio-Obst" aus China oder Ghana besser? Wer's glaubt

@10:23 von andererseits

Einfach super ... genau so muß das sein ... oder es wird passend formuliert...
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Ich stelle mir gerade Jürgen Trittin als saturierten Altbauer, mit Dr. Anton Hofreiter als Ziehsohn, Robert Habeck als Altknecht, und als Hofmägde mit bäuerlichem Kopftuch und Kittel die Dorfschönen Claudia und Kathrin vor, helfend umwirbelt von der Jungmagd Annalena mit ihren Kobolden...
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Wenn ich aber die "Grüne Brille" abetze und die Realitäten sehe, ist alles "Grüne" weg...

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