Kommentare

Zustimmungslösung bei Organspenden

wie ich finde die sauberste Lösung

man zieht ja auch keine "Spende" vom Konto ab
wenn einer nicht ausdrücklich davor widerspricht

Das Hinwegsetzen über Menschenwillen wäre absurd

Gut so.
Niemand hat das Recht auf Anspruch dessen, was dem anderen gehört....auch nicht auf seine Organe nach dem Tod.
Wer aber gern bereitwillig geben will, der kann, sollte und muss das nun deutlich erklären, wie bisher auch.

Es wäre furchtbar, wenn man Menschen einfach ausräumen würde, ohne dass sie zuvor ihre Zustimmung gegeben hätten.
Es gibt kein moralisches Anrecht, zum Schutz des eigenen Lebens, einem anderen Menschen seine Organe zu nehmen.
Jeder muss sein Päckchen selbst tragen, es sei denn, durch die Bereitwilligkeit und Hilfsanstrengungen anderer, wird das Päckchen geschmälert.
Und darüber müssen die Menschen freiwillig und selbstbestimmt je nach Lebenszyklus und momentaner Verfassung selbst entscheiden.

Euer Ja bedeute Ja und Euer Nein bedeute Nein! So ist die christliche Botschaft Jesu an die Christdemokraten, hoffe ich.

Organspende !

Leider hat der deutsche Bundestag wieder einmal es versäumt, sich für eine große Anzahl an Spenden von Organen zu positionieren.
Dabei wäre auch bei einer Widerspruchslösung die freie Entscheidung für jeden geblieben. Nur diejenige Person, die auf keinen Fall, auch nicht nach dem Tod, ein Organ spenden will, muss dies halt mündlich und schriftlich festhalten und dokumentieren.
Nun bleibt aber leider alles beim Alten, nun könne alle, die dieses Thema schon immer gerne nach hinten schieben, dies weiter tun und somit etliche Menschen indirekt zum Tode verurteilen, durch ihre gedankenlose Untätigkeit.

Bundestag votiert für Zustimmungslösung bei Organspenden....

Eine Entscheidung im Interesse der Freiheit der Bürger.
Diese Niederlage ist Jens Spahn und seinem Spannemann Karl Lauterbach zu gönnen.Letztlich wollten sie die Bürger bevormunden.

Wieso schon wieder online?Das

Wieso schon wieder online?Das ist für mich schon ein KO Kriterium!Man schaue sich die Datenlecks bei der Krankenkasse und den Ärzten an!Da kann man sich das ja gleich auf die Stirn Tätowieren!Und wer versichert mir das mein Nein dort nicht in ein Ja von irgendwelchen Hackern gedreht wird!

Selbstbestimmungsrecht

und unantastbare Würde. Sagt alles und wird schon viel zu oft untergraben.

Nur die

Widerspruchsregelung ist geeignet, die diesbezügliche Lage in Deutschland nachhaltig und merkbar zu verbessern.Die jetzt angenommene Einwilligungslösung ist lediglich ein "Wischi waschi" und wird nichts bewirken, vor allem wird die Spendenbereitschaft nicht erhöht werden.Schlechter Tag für diejenigen, die ein Spenderorgan benötigen!

Die Entscheidung

Spahn war der Ansicht, daß beide Verfahren gleich respektabel seien, aber nur die Widerspruchskonstruktion wirklich zielführend seien würde. Welch ein fundamentaler Irrtum hinsichtlich der ethischen Einordnung ! Die Mehrheit des Bundestages hat das begriffen. Es ist erschreckend, daß ein Bundesminister nicht erkennt ,daß hinter der Widerspruchsvariante eine fatale Demontage des Menschenbildes steht, auf dem unsere gesamte Rechtsauffassung beruht. Wenn man die unantastbare Integrität des Menschen, ganz unabhängig von seinem physischen und mentalen Zustand, nicht allem voran setzt, reißt man jene Schranke ein, die uns vor der Barberei bewahrt. Angesichts der Begrenztheit aller materiellen Resourcen kann man dann den Toten als wiederverwendbare Recource betrachten. Es ist jederman unbenommen, per Patientenverfügung sich als solche Resource zu deklarieren, wenn es sein Weltbild erlaubt. Aber a priori und per Gesetz als für alle gültiges Verfahren ,ist das ausgeschlossen.

Ich muss sagen

ich kann die Argumente beider Seiten nachvollziehen und fand die Debatte gut und die Abstimmung ohne Fraktionszwang eine Sternstunde! Erfrischend, welche Mehrheiten ohne Fraktionszwang über die Parteien hinweg möglich sind. Für mich selbst ist Organspende eine Selbstverständlichkeit, wenn ich damit Menschen in existentieller Not helfen kann. Leider haben wir zu wenige Spender.

Re Yolo !

Natürlich hat jeder das Recht auf seinen unversehrten Körper, dies wird keinem auch nicht bei der Widerspruchslösung genommen.
Wenn eine Person nach dem Tod "nicht ausgeräumt" werden will, kann diese Person ja widersprechen und dies am Besten schriftlich.
Was aber die christlichen Werte betrifft, sollte doch so mancher Mal in sich gehen und über das Miteinander, Füreinander und Mitmenschlichkeit gut nachdenken.
Leider sieht es heute so aus, dass zu viele erst einmal nur sich sehen und jegliches "Wir" vollkommen aus den Augen verlieren.
Alleine der Satz, jeder muss sein Päckchen selbst tragen, drückt dies deutlich aus.
Dies zeigt sich in vielen Bereichen, dass die Hilfsbereitschaft und Miteinander immer mehr abnimmt und der Egoismus immer mehr zunimmt. Leider !!

Diese Entscheidung...

...ist zu respektieren. Obwohl ich sonst (fast) alles, was von den Grünen und Linken kommt, für Sülz halte, aber diesesmal hatten sie mMn eine gute Idee. Obwohl die Grünen ja sonst immer gern so ziemlich alles vorschreiben wollen... aber über seine eigenen Organe sollte wirklich jede Person selbst bestimmend entscheiden können.
Herr Lauterbach nennt hier gerne Spanien als den Vorreiter für Organtransplantation, aber er lässt dabei immer außen vor, dass in diesem Land auch bei Herztod gespendet wird und in DE nur der Hirntod in Frage kommt.

Zustimmung von Kirchen

Dass diese Zustimmung so ausführlich und ausdrücklich und offensichtlich bereits vorgefertigt erfolgte, lässt tief blicken. Da zeigt sich ganz deutlich, wie wenig Staat und Kirche hier voneinander getrennt sind, und wie massiv die Kirchen Einfluss ausgeübt haben, ohne in irgendeinem Lobbyverzeichnis überhaupt erwähnt zu werden.

Da wollte der Herr Spahn einmal etwas wirklich Sinnvolles...

15:30 von Traumfahrer

nun könne alle, die dieses Thema schon immer gerne nach hinten schieben, dies weiter tun und somit etliche Menschen indirekt zum Tode verurteilen, durch ihre gedankenlose Untätigkeit.
.
finden sie die Meinung nicht etwas arrogant ?
und wer wird zum Tod verurteilt ?
hat man ein Grundrecht gegen sein eigenes Ableben
und vorallem, wer gibt ihnen das Recht andere Menschen dazu zu zwingen
sich über ihren eigenen Tod Gedanken zu machen

@15:30 von Traumfahrer

....."somit etliche Menschen indirekt zum Tode verurteilen...." ?
ich spende nicht, fühle mich aber trotzdem nicht als jemand, der andere indirekt dem Tod aussetzt....es hindert doch niemand zu spenden der da möchte.....

Vielen Dank...

ich habe diese Widerspruchslösung nie verstanden.
Wie kann der Staat (oder irgendeiner) sich erdreisten, mir etwas zur Pflicht zu machen, dem ich nur bei explizitem Widerspruch entgehe?

Wäre das so durchgegangen, wären Schleusen geöffnet worden, die niemand mehr je zubekommen hätte.

Danke an alle im Bundestag, die das genauso sehen und noch nicht blinde dem Ochsen der Macht hinterher rennen.

@chunga, 15:38

"Nur die
Widerspruchsregelung ist geeignet, die diesbezügliche Lage in Deutschland nachhaltig und merkbar zu verbessern."

Und wenn die nichts gebracht hätte, hätte an die "Spende" vermutlich verpflichtend machen müssen.

Denn nur das hätte die Lage dann schließlich "nachhaltig und merkbar verbessert".

Sehr gefährliche Gedankengänge.

Organspende !

Re Bernd Kevesligeti !
Wie ich ihrem Kommentar entnehmen kann, haben sie sich nicht wirklich mit dem Thema beschäftigt und sehen statt dessen immer gleich eine Bevormundung.
Hoffentlich kommen sie nie in die Situation, ein neues Organ zu benötigen. Dann monatelang darauf zu warten, all die körperlichen Beschwerden, die seelischen Leiden, das lange Warten und immer wieder der Gedanke, es gibt kein neues Organ, also kommt der Tod. Eine schreckliche Vorstellung, die ich niemand wünsche, aber ich habe es schon bei Menschen gesehen und gespürt.
Deshalb mein Wunsch an sie, denken sie mal wirklich darüber nach....... und dann schreiben !!!!!

Erst mal selber

Mann sieht schon das sich hier manche Gedanken gemacht haben wie es eventuell mal selber ausschauen kann. Von dem her ist das Ergebnis zu begrüßen. Wir wollen alle hoffen das sich hier noch Wissenschaftliche Fortschritte ergeben die es ermöglichen alternativ Lösungen zu finden die Organe ersetzen können. Und es sollte schon auch klar sein das es in dem Bereich auch viel Geld geht. Und wo die Organe zum Teil herkommen sollte auch mal erwähnt werden.
Von dem her will ich selber entscheiden.

Schade!

Ich hätte eine Widerspruchslösung, oder eine Lösung, wo man sich (z.B. beim Beantragen eines Personalausweises) aktiv entscheiden muss bevorzugt. So hat jeder weiterhin die Möglichkeit, vor der Not der anderen einfach Augen und Ohren zu verschließen.

Organkauf ersetzt Spende

Wer kann, kauft sich weiterhin ein Organ - auch ein Risiko mit der Bundestagsentscheidung.

Wo ist das Problem?

Es ist doch nicht zuviel verlangt, wenn sich ein Erwachsener mit dem eigenen Tod auseinander setzt und sich entscheidet. Ich bin für die Organspende und für die Widerspruchslösung. Eine Entscheidung gegen die Organspende akzeptiere ich. Das ist das gute Recht. Wer aber die Entscheidung anderen, den nächsten Angehörigen in einer seelischen Ausnahmesituation überlässt, ist feige.
Im Zweifelsfall kann man jederzeit widerrufen.
Wieviele qualifizierte, also potentielle, Organspender hat Deutschland eigentlich? Ich meine damit nicht die 932, die letztes Jahr gespendet, sonder wirklich alle, die gekonnt hätten.
Wie schwer muss die Entscheidung von Eltern für die Organspende sein? Da kann man wirklich einen Widerspruch von erwachsenen Menschen erwarten.
Die Kirche hat in der Hinsicht kein moralisches Mitspracherecht. Das hat sie vor langer Zeit verwirkt.

Die Debatte war von

Die Debatte war von engagiertem wie achtsamem Diskursbemühen und respektvollem Umgang mit den unterschiedlichen Positionen gekennzeichnet, was für die Debattenkultur im Bundestag nur förderlich sein kann. Dass die Grenzen nicht zwischen Parteien, sondern unterschiedlichen ethischen Einschätzungen quer durch die Parteien/Fraktionen verliefen, täte manch anderem Thema ebenfalls gut.
Ich persönlich halte die Zustimmungslösung auch aus ethischen Gesichtspunkten für die beste und tragfähigste Lösung; sie berücksichtigt das Selbstbestimmungsrecht und die Unverletzlichkeit der persönlichen Grenzen auch in einer rechtlich klaren Form. Und ich sage das als jemand, der seit vielen Jahren seinen Organspendeausweis bei sich trägt.

Es gibt viel zu tun, Herr Spahn!

Ich bin sehr froh über diese Entscheidung der Bundestagsmitglieder und möchte Jens Spahn auffordern, zuerst all das zu verbessern, was in unserem Gesundheitssystem aufgrund seiner Profit-Orientierung nicht gut läuft und funktioniert. Das ist vorrangig und betrifft viel mehr Kranke und Patienten!

Spahn und auch Lauterbach wollten nichts er-klären, sondern nach Organen Lebender greifen ... Das ist verwerflich und offenbart eine Rechtsverdrehung im Sinne des Profits. Viele Sterbende sollten in ihrem Sterbeprozess ausgeschlachtet werden können, was ethisch und juristisch unhaltbar ist. Es geht in unserem Gesundheitssystem immer auch um Milliarden an Profit. Deshalb horcht man auf. Fast 200.000 Betroffene von Behandlungsfehlern sterben jährlich in unseren Krankenhäusern. Sie und ihre Angehörigen werden immer noch in eine Tabu-Zone gestoßen, über die man sich ausschweigt und erhalten keine Entschädigung. Auch dieser Problematik sollte man sich annehmen, wenn man Gesundheitsminister ist.

Schwache schützen!!

Kirsten Kappert-Gonther hat heute im Plenum die vielleicht entscheidende Frage gestellt:

Was ist mit den Obdachlosen und psychisch Kranken?

Selbst, wenn man einen Widerspruch allen anderen Menschen zumuten wollen würde:

Schon an dieser Frage kann eine Widerspruchslösung nur scheitern.

Sehr gute Entscheidung!

Jeder Mensch soll selbst und freiwillig zustimmen müssen; jeden als pauschal-potentiellen Spender einzustufen bis auf Widerspruch ist moralisch verwerflich, nicht zu vergessen sogar grundgesetzwidrig.

Wäre die Widerspruchslösung gekommen, hätte ich sofort einen Organspendeausweis besorgt und NEIN angegeben. Jetzt überlege ich noch.

Der Grund ist für mich simpel: Ich traue der Gesundheitsindustrie und den Ärzten nach den Transplatationsskandalen nicht mehr vollständig. Damals wurden zwar "nur" die Listen der Empfänger manipuliert, aber das sagt eben gar nichts über die Zukunft aus. Und ein Arzt, der einen Patienten aus welchen Motiven auch immer, na, sagen wir mal "vorschnell" als Organspender deklariert, ist mehr als wahrscheinlich.

Wurde übrigens auch Zeit, dass unser übereifriger Minister Spahn mal eingebremst wird.

Geben und nehmen

Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass ich mit einem fremden Organ nicht leben wollen würde!

... ich könnte mir vorstellen, dass man eine Regelung einführt, wonach nur organspendewillige auch selbst ein Anrecht auf fremde Organe erhalten ...

... aber einfach Organe entnehmen, es sei denn, man widerspricht ausdrücklich, wäre eine absolute Unverschämtheit gewesen!

Das Recht auf Unversehrtheit hat Vorrang!

Meine Organe stehen nicht zur Verfügung - aber ich würde auch keine fremden akzeptieren!

@Zundelheimer

ich spende nicht, fühle mich aber trotzdem nicht als jemand, der andere indirekt dem Tod aussetzt....es hindert doch niemand zu spenden der da möchte.....

Was Sie fühlen ist Ihre Sache. Letztlich ist es doch so, dass hunderte (oder tausende?) Menschen gesunde Organe mit ins Grab nehmen, mit denen Leben hätten gerettet werden können. Was kann wichtiger sein, als Leben zu retten?

Richtige Entscheidung!

Es gibt keinen Rechtsanspruch auf ein Spender Organ!

Es dürfen weder Staat noch Ärzte, Krankenhäuser usw. über meine Organe entscheiden, das ist allein meine persönliche Entscheidung, da darf es auch nicht sein das ich ohne aktiv zu werden ein Ersatzteillager für die für den Staat werde.

Wenn angeblich 85% für eine Organspende sind, wieso bekundet man es nicht mit einem JA im Organspende Ausweis, wenn man das nicht tut kann man auch nicht sagen man ist für Organspende. Von daher haben die Angeordneten völlig richtig entschieden.

15:50 von Traumfahrer

es gibt kein neues Organ, also kommt der Tod
.
sorry wenn ich jetzt etwas platt für sie oder gefühlskalt antworte

aber dann ist es eben so !
so ist das Leben
man hat eben seinen Körper wie er eben von der Natur ist
es gibt kein Anrecht auf Gesundheit

vor allem wo wollen sie das letztlich einfordern
beim Allmächtigen ?

Zustimmungslösung statt Widerspruchslösung

Damit ist - in meinen Augen - die grauenvollste Attacke auf die Würde und psychische und körperliche Unversehrbarkeit des Menschen seit Kriegsende vom Tisch.

So steht es in einem Bei-Artikel:

"Ärzte behandeln Organspender am Lebensende anders als Nicht-Organspender: Spender werden manchmal mehrere Tage lang künstlich am Leben erhalten - ohne darüber aufgeklärt worden zu sein."

Und diese Zwischenzeit erlebt möglicherweise der Patient, und auch die Organ-Entnahme, bewusst. ->

"Gleichwohl weisen Kritiker darauf hin, dass mit dem Hirntod noch nicht der komplette Sterbevorgang des Körpers abgeschlossen ist."

Ein Mensch, der aus psychischen Gründen nicht in der Lage ist, einen Widerspruch zu hinterlegen, wäre automatisch in diese grauenvolle Situation gezwungen worden.

@ 15:42 Dubemulo

Möglicherweise verwechseln Sie da etwas: Staat und Kirche sind getrennt, aber das Subsidiaritätsprinzip erlaubt und erfordert in unserem Staat und unserer Gesellschaft das Engagement der verschiedenen Gruppierungen unterschiedlicher Träger. Und bei aller - notwendigen - Kritik an manchem in usneren Kirchen: Dass sie in ethischen Fragen eine wichtige Stimme sind, wird niemand ernsthaft bestreiten, der sich mit diesen Fragen beschäftigt.

Lösung mit Onlineregister

Das Onlineregister ist nur dann brauchbar, wenn es schon vor dem Tod des möglichen Organspenders einsehbar ist. Anderenfalls werden bei einem möglichen Organspender umfangreiche intensivmedizinische Maßnahmen durchgeführt, um dann nach seinem Tod feststellen zu müssen, dass er einer Organspende nicht zugestimmt hat. Dies ist weder für den möglichen Spender noch seine Angehörigen und auch nicht für die behandelnden Ärzte zumutbar.
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass Personen, die einer Organspende nicht zugestimmt haben, bei der Vergabe von Organen hinten anzustellen sind. Wer selbst nicht bereit ist Organe zu spenden, hat auch nur einen geringeren Anspruch auf Hilfe.

Re Sisyphos3

Leider ist es doch so in D, dass zwar viele sagen, sie würden spenden wollen, aber sich nur wenige tatsächlich dazu eintragen und registrieren lassen. Oft ist es bei vielen Menschen ein kurzer Gedanke, dies möglicherweise zu tun, aber sich wirklich damit beschäftigen tun die Wenigsten.
Aber genau dadurch sterben jedes Jahr etliche Tausend Menschen, die ein neues Organ benötigt hätten, durch die Untätigkeit Vieler.
Und außerdem muss sich jeder einmal irgend wann mit seinem eigenen Ableben auseinander setzen, ob er will oder nicht. Wir alle kommen auf die Erde und sind somit auch schon zum Tode verurteilt, auch wenn dies manchem sicher nicht gefällt.
Zudem zwinge ich niemand dazu.

@15:38 von chunga50

„Die jetzt angenommene Einwilligungslösung … wird nichts bewirken, vor allem wird die Spendenbereitschaft nicht erhöht werden.“

Die Widerspruchslösung hätte die Spendenbereitschaft auch nicht erhöht: man hat lediglich darauf spekuliert, dass viele das Thema verdrängen oder schlicht zu träge sind zu widersprechen.

15:39 von Esche999

"Es ist erschreckend, daß ein Bundesminister nicht erkennt ,daß hinter der Widerspruchsvariante eine fatale Demontage des Menschenbildes steht, auf dem unsere gesamte Rechtsauffassung beruht. Wenn man die unantastbare Integrität des Menschen, ganz unabhängig von seinem physischen und mentalen Zustand, nicht allem voran setzt, reißt man jene Schranke ein, die uns vor der Barberei bewahrt."

.-.-.-.-.-.-.-

Sie sagen es!

Und mir ist wichtig, welcher Abgeordnete mittels Abstimmung genau dazu bereit war.

@Johanna Darka

Spahn und auch Lauterbach wollten [...] nach Organen Lebender greifen ...

Irgendwelche Beweise für diese Behauptung?

Anmerkungen:

1. Die Entscheidung ist m.E. richtig.
2. Warum sind bei einer so wichtigen Abstimmung einmal 674 Stimmen und einmal nur 669 Stimmen abgegeben/gezählt? Pflichterfüllung der Abgeordneten?
3. Es ist sehr viel mehr Aufklärung erforderlich. Auch über die Risiken der Spende, des Hirntods, Unterschied zwischen Gewebe- und Organspende sowie deren jeweilige Voruassetzungen ect. Eine tatsächlich selbstbestimmte Entscheidung kann nur nach umfassender Aufklärung und darauf beruhender Entscheidung erfolgen.
4. Die Diskussion muss frei von emotionalen Einflüssen geführt werden. Wer sich weigert, ist kein "Henker" und wer zustimmt, ist nicht für ein "Menschenschlachten".

Eine unterstellte stillschweigende Zustimmung erscheint mir nicht der richtige und vor dem BVerfG beständige Weg.

Zunächst sollte alles unternommen werden, dass die bisher vorhandenen Spenden auch tatsächlich genutzt werden. Letztlich, nicht jeder gute Zweck heiligt ungute Mittel.

Re Zundelheiner !

Wenn sie nicht spenden wollen, dann ist dies ihre ureigene Angelegenheit, und dies respektiere ich auch so.
Dann dürfte es für sie ja auch kein Problem sein, dies so registrieren zu lassen !!!

@15:52 von BotschafterSarek

„So hat jeder weiterhin die Möglichkeit, vor der Not der anderen einfach Augen und Ohren zu verschließen.“

Kann man so interpretieren.
Aber selbst wenn diese Unterstellung stimmt, gehört es zur persönlichen Freiheit, sich so zu verhalten.

Mit dem Thema befassen

Ich habe seit vielen Jahren einen Organspendeausweis, aber daß jeder von vornherein zum Organspender erklärt werden soll, der nicht explizit widerspricht- geht gar nicht!
Warum lässt der Staat nicht jeden Bürger, z.B. Im Zuge einer Personalausweisbeantragung oder Verlängerung eine Erklärung ausfüllen ob er Organspender sein möchte..ja oder nein...und stellt dazu eine entsprechende Karte für ihn aus...? Hierbei wird er dazu angehalten,bzw. gezwungen, sich einfach nur mit dem Thema auseinanderzusetzen und kann frei entscheiden !Der potentielle Organspender hat dadurch genauso seinen Ausweis wie der Nichtspender....bei jeder Ausweisverlängerung wird er neu befragt, außerdem könnte er jederzeit seine Willigkeit/Verweigerung behördlich wieder abändern lassen.Das wäre alles so einfach zu regeln...wo ist das Problem?

16:08 von Traumfahrer

Dann dürfte es für sie ja auch kein Problem sein, dies so registrieren zu lassen !!!
.
hat jeder Mensch ein Testament ?

also warum zwingen sie da nicht jeden
sich über das unausweichliche Gedanken zu machen
der eigene Tod ist so etwas persönliches und Intimes
da sollte man sich sehr zurückhalten als Aussenstehender

re von Traumfahrer 15:50

Sie sind für die im Bundestag durchgefallene Widerspruchslösung.
Nun,ja,Sie und wir alle werden jetzt gefragt,bei der Abholung eines neuen Personalausweises,Reisepasses oder Führerscheins,ob jemand Organspender sein will.
Das müßte doch reichen.

@BotschafterSarek

Meine Entscheidung muss es sein und bleiben, ob ich meine Organe spende oder sie in mein Grab mitnehme, es ist mein Körper da will ich nicht das ein anderer darüber verfügt, ich will nicht ausdrücklich widersprechen müssen damit meine Organe nicht zum Allgemeingut werden und einfach entnommen werden. In einer Demokratie darf ein nicht bekunden kein automatisches JA sein.

@BotschafterSarek

Das ist ja die Lösung, die es in den USA gibt - hier wird der Organspender-Status bei Beantragung des Führerscheins abgefragt.

Nur: Wie wohlüberlegt ist eine Entscheidung, die unter Zeitdruck getroffen wird? Es bleibt ein Fakt, dass viele Menschen sich bei den "End of life" decisions (auch Testament, Patientenverfügung usw.) unsicher sind und sich tendenziell ungern damit beschäftigen.

Bei der Patientenverfügung führt die Überforderung dazu, dass sich die meisten Menschen gar nicht darum kümmern oder irgendeinen Vordruck aus dem Internet besorgen, der oft vollkommen realitätsfremde Formulierungen enthält.

Würde man eine Entscheidung erzwingen, würden sicherlich >95% der noch Unentschlossenen bei der Vorauswahl bleiben - und die ist nun einmal "Nein".

Die Niederlande hatten in den letzten 20 Jahren ein Modell wie es der Bundestag jetzt beschlossen hat - es hat nicht zu mehr Organspenden geführt. Es ist vom Bundestag irgendwie naiv anzunehmen, dass das bei uns anders sein wird.

@15:59 von BotschafterSarek

„Was kann wichtiger sein, als Leben zu retten?“

Offenbar finden viele Menschen es wichtiger, dass ihnen ihre Organe zur Weiterverwertung nicht entnommen werden.
Sie sehen das anders, und das ist völlig in Ordnung.
Gestatten Sie doch einfach anderen Menschen, eine andere Überzeugung zu haben als Sie.

@BotschafterSarek

Wie sonst erklären Sie sich die Hoffnung auf viele zusätzliche Spender, wenn jeder automatisch Spender wird, der aus irgendwelchen Hinderungsgründen nicht antworten konnte? Was wäre mit Analphabeten, Menschen mit psychischen Problemen, Obdachlosen usw.?
Der Patient, der zu einer Transplantation freigegeben wird, befindet sich im Sterbeprozess und die Definition des Hirntods ist eine Abgrenzung, damit Ärzten keine Körperverletzung vorgeworfen werden kann, und weil man dies so sehen mag oder kann, aber nicht so sehen muss. Ethisch und von unserem Grundgesetz her wäre die Widerspruchslösung bedenklich und bliebe ein Eingriff in das verbürgte Recht auf den eigenen Sterbeprozess und die Unversehrtheit des Körpers bis zum letzten Ende. Die Organe eines real Gestorbenen sind nicht transplantierbar.

re sisyphos3

"man zieht ja auch keine "Spende" vom Konto ab
wenn einer nicht ausdrücklich davor widerspricht"

Schlechter Vergleich.

Es gibt Dauerspenden, die der Begünstigte vom Konto abbucht, bis der Spender seine Zustimmung zurückzieht.

Die einzig vernünftige Lösung

Auch wenn jetzt wieder einige jammern: Das heute vom Bundestag verabschiedete Gesetz ist das einzig vernünftige, denn es ist im Gegensatz zur Widerspruchslösung eindeutig verfassungskonform und respektiert zudem den rechtlichen Grundsatz, dass eine Nicht-Äußerung weder als Zustimmung noch als Ablehnung gewertet werden kann, sondern nur als das, was sie ist, nämlich nichts.
Jetzt ist es Aufgabe des Staates, offensiver für die Organspende zu werben und das Vertrauen in das System zu erhöhen. Möge das gelingen!

re bernd kevesligeti

"Diese Niederlage ist Jens Spahn und seinem Spannemann Karl Lauterbach zu gönnen.Letztlich wollten sie die Bürger bevormunden."

Und die Bürger in allen Ländern mit Widerspruchslösung halten Sie für bevormundungsfreudig?

16:04 von Traumfahrer

Und außerdem muss sich jeder einmal irgend wann
mit seinem eigenen Ableben auseinander setzen
.
muß er das ?

geben sie mir ein Beispiel
gibt's ein Gesetz welches ein Testament vorschreibt
oder nen Platz auf dem Friedhof zu buchen
die Art der Bestattung Feuer/Erd oder Seebestattung

und mit dem Begriff "Spende" ist was freiwilliges gemeint
bei ihnen nicht ?

Organspende

Es ist in Ordnung, dass man auch nach dem Tod eine gewisse Verfügungsmacht über seinen Körper hat. Beim Vererben von Vermögen kann man ja in gewissem Rahmen (Pflichtteile u.ä. müssen beachtet werden) fast beliebige Bestimmungen treffen. Wenn man das nicht tut, übernimmt der Staat die Entscheidung. Im Falle von zu "vererbenden" Organen allerdings geht es oft um Leben und Tod von Mitmenschen! Deshalb muss man zumindest erwarten können, dass jedermann eine Entscheidung trifft. Diese muss vom Staat irgendwie erzwungen werden können. Wer sich völlig verweigert, also sich nicht einmal zur einer möglichen Spende erklärt, soll auf Transplantationslisten den letzten Platz einnehmen. Keine Spende, nicht einmal eine Erklärung dazu, hat dann mit einiger Wahrscheinlichkeit, den eigenen Tod zur Folge. Falls es mal eilt, ist auch keine Zeit mehr, eine Erklärung nachzureichen.

Eine gute Entscheidung. Denn

Eine gute Entscheidung. Denn jeder, der Spenden möchte (ich habe einen Organspendeausweis) kann sich ganz bewusst dazu entscheiden.
Mit der Widerspruchslösung war einfach das Ziel, die Menschen als Spender zu erreichen, die zu bequem sind, sich aktiv dagegen zu entscheiden.
Der Körper eines Menschen gehört nicht dem Staat / der Allgemeinheit, daher kann es nur eine Lösung geben.
Man muss sich bewusst für das Spenden entscheiden, was ja jeder sehr gerne machen kann, weil es Leben rettet

@ karwandler

"man zieht ja auch keine "Spende" vom Konto ab
wenn einer nicht ausdrücklich davor widerspricht"

Schlechter Vergleich.

Es gibt Dauerspenden, die der Begünstigte vom Konto abbucht, bis der Spender seine Zustimmung zurückzieht.„

Schlechter Vergleich

Denn zuvor hat sich der Spender aktiv für die Spende entschieden und die AGB‘s zur Kenntnis genommen

@15:42 von deutlich

Ich kann Ihnen in allen Punkten zustimmen. Dennoch hätte ich im Falle der Widerspruchslösung als "Widersprechender" das ungute Gefühl, daß im Unglücksfalle und ich ich das Dokument zuhause vergessen hätte, gegen meinen Willen gehandelt wird.

16:20 von karwandler

falsches Beispiel !

bei Dauerspenden habe ich irgendwann mal meine Einwilligung gegeben
bei dieser Widerspruchslösung eben nicht !
sie schreiben ja selbst
"bis der Spender seine Zustimmung zurückzieht."

Organspende ist wichtig!

Die Bereitschaft, seine Organe nach dem Tod zu spenden, ist eine tolle Sache. Diese Bereitschaft muß aber jeder für sich persönlich entscheiden. Wichtig ist dabei, daß sich jeder mal mit dem Thema intensiv beschäftigt, dazu gehören auch die Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Blutspende. Wir müssen mehr Eigenverantwortug übernehmen, dann wäre Spahns unsinniger Gesetzesentwurf erst gar nicht entstanden.

Vertrauen in medizinisches System

solange ein gesundes Misstrauen gegenüber unserer lieben Ärzteschaft und dem medizinischen System (leider) immer noch angebracht ist, muss man sich nicht wundern, wenn die Leute gegen eine Organspende sind.
.
Vielleicht sollte man erstmal an der Vertrauenswürdigkeit des Systems arbeiten statt erwachsenen Menschen eine Entscheidung aufzuzwingen.
.
Übrigens: hört doch mal auf mit dem Totschlagargument "wenn Du das nicht willst, kannst Du ja widersprechen". Das wird immer bei solchen Diskussionen (egal, um was es geht) angeführt und ist schwachsinnig (im Sinne des Wortes). Wenn man danach Vorschriften erstellen würde, hätten wir bald eine sehr lange Liste der Dinge, die man eigentlich von rechts wegen gar nicht entscheiden müsste. Und wehe, man vergisst dann irgendwo zu widersprechen....

Organspender bei der Vergabe priorisieren

Wäre es jetzt nicht auch fair dass diejenigen die beispielsweise in den letzten 3 Jahren selbst keine Organspender waren, im Fall der Fälle weiter hinten auf die Liste gesetzt werden? Ich entscheide mich doch auch Organspender zu sein, weil ich möchte dass mir selbst im Notfall geholfen wird.

Re: Kommentare

@FreierGeist: Eine Widerspruchslösung ist nicht grundgesetzwidrig. Das hat das Bundesverfassungsgericht bereits im Verfahren BVR 2156/98 entschieden.

@Deutsche-Elite: Würde man eine Regelung einführen, die nur Spendewilligen den Empfang von Organen gestattet, würde die Möglichkeit der Umentscheidung wegfallen. Außerdem werden Organe nach der medizinischen Notwendigkeit priorisiert und nicht nach Jahren mit Organspendeausweis.

Chapeau für ihre Standhaftigkeit - die meisten Menschen hängen doch zu sehr an ihrem Leben. Gerade im Bereich Krebstherapien gibt es haarsträubende Beispiele bei denen austherapierte Menschen hunderttausende Euro für irgendwelche Wunderheiler ausgegeben haben.

@Sisyphos3 : Es gibt kein Anrecht auf Gesundheit, wohl aber eines auf Hilfe und Solidarität. Die Widerspruchslösung hätte niemand zur Spende gezwungen, nur zur aktiven Auseinandersetzung mit einem wichtigen Thema.

re von karwandler 16:22

Aber es muß doch reichen,wenn man bei künftigen Behördengängen danach gefragt wird,ob man spenden will oder nicht.

Zum Glück waren die Politiker endlich einmal vernüftig.

...Denn die doppelte Widerspruchlösung wäre nie zu 100% sicher gewesen
und hätte im schlimmsten Fall ernst Folgen für einen noch nicht toten Menschen.

---

Ich glaube sowieso nicht, daß mit der Spahnschen Organspendelösung
auch nur 1 Organ hätte mehr gespendet werden können.
Aber nun kann und sollte sich jeder mündige Bürger
einen Organspendeausweis zulegen und darüber hinaus seinen Willen
auch noch mal extra schriftlich äußern (gesondertes Blatt Papier,
welches sicher hinterlegt wird) worauf dann im Fall der Fälle auch
z.B. Angehörige Zugriff haben falls man mal seinen Organspendeausweis nicht dabei hat.

-

Alles is' gut so mit dieser Lösung.

-

Vielleicht sollte man sich aber mal klar machen, daß das Leben eben keine Garantie gibt
ewig gesund zu bleiben und immer Menschen da sind die Organe spenden.
Es hört sich hart und herzlos an aber das ist nunmal Natur.

Und die is' nun mal kein Ponyhof sondern ein ständiger Kampf.

Die richtige Lösung wurde

gefunden, und man sieht daran, wenn der Fraktionszwang weg ist, sehen Entscheidungen in der Regel anders aus.
Eine Spende sollte eine Spende bleiben, und nicht eine Sache der man Widersprechen muss, sonst spendet man einfach.
Jetzt muss ich keinen Zettel mehr haben, und meine Nachfahren wissen was ich will, und was nicht, also kein Problem.
Und ein Zettel kann auch nicht verloren gehen, oder rein zufällig nicht gefunden werden.
Es tut uns leid, aber wir keinen Widerspruch gefunden geht nun nicht mehr, das ist gut so.

Ich würde es eine Frechheit

Ich würde es eine Frechheit finden wenn man von vornhinein allen das „JA“ zur Organspende vorgibt.
Ich bin zwar selbst auf der Liste der Suchenden aber es ist menschenverachtend über andere zu entscheiden.
Ich bin zwar dankbar wenn ich was bekommen sollte aber bin denen nicht böse die ein klares Nein sagen. Wenn nicht dann habe ich mein Leben gelebt und genossen!
Es ist meine Meinung und Punkt!

Der Organspendeausweis...

... wurde mir automatisch bereits im Jahr 2014 von meiner Krankenkasse zugestellt. Darauf kann man dann ja sein Kreuzchen machen.
Spätestens als ich ihn zugestellt bekam habe ich mich bereits mit der Thematik auseinander gesetzt.
Darauf gibt es ja auch den Spalt mit: "Ja, ich gestatte dies mit Ausnahme folgender Organe".
Oder "Nein, ich widerspreche einer Einnahme" usw... Ich dachte, es sei so üblich, dass die Kassen einen solche Spendeausweise zustellen. Spätestens dann beschäftigt man sich auf jeden Fall intensiver damit.

16:25 von siegmai

Im Falle von zu "vererbenden" Organen
.
wenn man das natürlich so sieht

das man einen Sterbenden !! das ist ja das nächste,
seine Organe sind nicht tot, sonst wären sie ja unbrauchbar ...
"ausschlachten" darf, wenn er nicht widerspricht
ein für mich untragbarer Gedanke

@15:30 von Traumfahrer - Weder die Politiker in Berlin noch Sie

...entscheiden über meine Organe!

---

Der Widerspruchlösung wären Tür und Tor zum Mißbrauch
geöffnet worden.
Denn wer garantiert mir, wenn ich denn mal Hirntod bin,
das meine Rechte und mein Wille gewahrt bleiben,
wenn man z.B. die Unterlagen auf dem mein Widerspruch vermerkt ist z.B. nicht gefunden werden
oder einfach ignoriert werden weil ich vielleicht gerade ein perfekter Spender für andere wäre?
-
Keiner kann das garantieren, auch Sie nicht.
Und somit ist die freiwillge Spende immer noch der richtige Weg.
Und wo steht geschrieben, daß Menschen überhaupt für Kranke Organe spenden sollen/ müssen?

15:17 von Sisyphos3

>>>man zieht ja auch keine "Spende" vom Konto ab
wenn einer nicht ausdrücklich davor widerspricht<<<

Gesundheit ist bei uns als Solidarleistung organisiert. Man könnte sagen, in Sachen Organen regeln wir die Teilnahme freiwillig. Das würde dann bedeuten, Organe kriegt nur wer vorher erklärt hat selbst Spender zu sein. Die Vorstellung dessen wirkt sicherlich bizarr. Es ist aber auch bizarr aus einer Solidarleistung zu beziehen ohne selbst "eingezahlt" zu haben.

Unterm Strich bleibt also nur eine "saubere", nicht bizarre Lösung. Jeder nimmt teil. Und in dem Fall mit der Möglichkeit von "Einzahlungen" zurück zu treten, und trotzdem beziehen zu können, was es bei anderen Solidarleistungen nicht gibt.

Sprich, die Widerspruchslösung wäre der natürlichste Weg gewesen, der trotzdem allen seine Freiheit lässt. Damit wäre das eigentliche Problem, der Organmangel vermutlich gelöst gewesen. Mit der jetzigen Regelung ist vermutlich wieder nichts gelöst. Man steht also wieder am Anfang.

@Johanna Darka

Der Patient, der zu einer Transplantation freigegeben wird, befindet sich im Sterbeprozess und die Definition des Hirntods ist eine Abgrenzung, damit Ärzten keine Körperverletzung vorgeworfen werden kann.

Das Hirn als unser zentrales Organ ist durchaus der richtige Ansatz, den Tod zu definieren. Wenn das Hirn tot ist, ist unsere Existenz als denkender, fühlender Mensch unwiderruflich beendet.

Eins bleibt jedenfalls für künftige Debatten im Forum

Wer dann hier vertritt, das Parlament müsste den "Volkswillen" ausführen, muss sich erinnern lassen, wie es heute mit der Meinung in Umfragen und der Abstimmung im Parlament ausgesehen hat.

Insofern kann ich dem Ergebnis als positiv abgewinnen, dass der Bundestag seine Souveränität als demokratische Institution demonstriert hat.

Interessante Debatte

Ich war für die Widerspruchslösung.
Leider waren die Redner schlecht.
Bei Otto-Solms dachte ich, der bricht gleich zusammen und Lauterbach war kein guter Auftaktredner.
Für mich am logischsten argumentiert haben
Spahn und Spangenberg, Oppermann und diese tolle CDU-Abgeordnete zum Schluss.
Ich fand nicht gut, dass diese Ethik-Vorwürfe immer nur einseitig sind.
Es gibt auch eine Ethik gegenüber Kranken und Ärzten, die uns helfen.
Interessant auch AfD und GRÜNE mit Zweckgemeinschaft.

Christliche Botschaft

Eine der wichtigsten christlichen Botschaften Jesu lautet:
“LIebe deinen nächsten, wie dich selbst.“
Wer also kein Heuchler, sondern echter Christ ist, spendet seine Organe nach seinem tot.
Es geht hier doch nicht um Anspruch oder Recht, es geht darum zu helfen und das richtige zu tun.
Was glauben Sie denn, wie die Welt sich verändern würde, würde man die Wiederspruchs-Lösung einführen? Haben sie Angst, dass dann ein Haufen Menschen, die ein neues Organ brauchen, sie beim Shoppen durch die Stadt verfolgt und “Anspruch“ auf ihre Organe erhebt? So ist die Welt seit ca. 300 Jahren nicht mehr.

Schade!

Wirklich schade, die Widerspruchslösung hätte für viele auf ein Organ wartende Betroffene Hoffnung und Zuversicht bedeutet. Sind wir doch alle einmal ehrlich: dass es aktuell so wenige Organspender gibt, resultiert doch überwiegend aus Gründen der Bequemlichkeit. Und so wie es jetzt geregelt wurde, wird sich daran nicht viel ändern. Leider! Nur sehr viel mehr Bürokratie. Wir Deutschen kriegen es einfach nicht geregelt. Und dabei wäre niemand zu Schaden gekommen, denn wer nicht spenden will, hätte immer das Widerspruchsrecht gehabt.

16:00 globalplayer58

Niemand wird im Falle einer Organspende "ein Ersatzteilager für den Staat". Sie spenden doch nicht an den Staat?!

Hirntot ist nicht tot

Der Begriff des Hirntodes ist unter Fachleuten sehr umstritten. In USA wird inzwischen eher von "justified killing", also "gerechtfertigtem Töten" gesprochen.
Einem Toten kann man keine lebenden Organe entnehmen. Die Menschen sterben erst durch die Organentnahme.
Wer sich dennoch für eine Organspende entscheidet, sollte zumindest darauf bestehen, dass dies unter Vollnarkose passiert und nicht nur mit muskelentspannenden Medikamenten!

Das Online-Register macht auch mir Bauchschmerzen, weil leicht manipulierbar. Und Organe von Menschen sind begehrt von der Transplantationsmedizin.

guter Tag heute

ich persönlich glaube,daß das ein ganz entscheidender Grund für die Nichtbereitschaft zur Organspende mangelndes Vertrauen in die zuständigen Institutionen ist und nicht zuletzt auch mangelndes Vertrauen in die Definition von Tod,die in dieser Form lediglich geschaffen wurde,um Organe transplantieren zu können und ebenso glaube ich ,daß sich dies im Abstimmungsverhalten der Bundestagsabgeordneten wiedergespiegelt hat. Und auch grundsätzlich finde ich es schwierig,wenn Menschen ein schlechtes Gewissen gémacht werden soll,weil sie nicht bereit sind,Organe spenden zu wollen. Vielleicht kann man das auch einfach mal akzeptieren und auch respektieren,selbst wenn man anderer Meinung sein mag und sich selbst für die Organspende entschieden hat.

Danke für die jetzige Lösung

Es ist gut, dass parteiübergreifend gegen eine Widerspruchslösung entschieden wurde. Und ja, nun geht die Politik nicht den einfachsten Weg, denn nun heist es weiter Aufklärung betreiben für Organspende. Und es heist auch ein Stück Freiheit behalten. Nämlich die Freiheit, dass ein Mensch selbst über sich und seinen organischen Nachlass entscheidet. Bei der Widerspruchslösung wäre eine Enthaltung zu einem ja geworden. Und ob das im Interesse des Betroffenen ist, mag man berechtigter Weise bezweifeln. Denn ein eigenes ja würde den Ausweis in der Tasche bedeuten. Eine Enthaltung signalisiert weder ja, noch nein. Das muss man akzeptieren, wie den Wunsch nach der Widerspruchslösung auch.
Die Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen können dürfen. Das ist das Selbstbestimmungsrecht eines jeden, der unter der deutschen Verfassung lebt. Eine Zustimmungslösung greift nicht in die Grundrechte ein.

@Johanna Darka

Sterben ist immer ein Prozess. Selbst bei Toten mit Leichenstarre und Totenflecken gibt es noch lebende Zellen - die Fettzellen im Knochenmark können den klin. Tod noch mehrere Wochen überleben.

Andererseits sterben wir dauernd ein bisschen: Jeden Tag sterben Millionen Hautzellen oder rote Blutkörperchen ab, ohne das man als Ganzes stirbt. Wenn man einen Herzinfarkt hat, sterben Zellen des Herzmuskels ab, selbst wenn man den Herzinfarkt überleben sollte. Während der Embryonalentwicklung stirbt schon ein Teil des Ungeborenen bereits wieder (z.B. die Zellen zwischen den Fingern).

Durch die Intensivmedizin ist es möglich geworden, auch zwei ehemals eng miteinander verknüpfte Sterbeprozesse – den Atem- und den Herzstillstand – zeitlich zumindest um einige Tage voneinander zu trennen, sodass der Zustand des Hirntods überhaupt erst praktische Relevanz erhielt. Allerdings bricht z.B. die Nierenfunktion schnell zusammen - der Sterbeprozess beim Hirntoten ist unumkehrbar.

Zuerstmal was vorweg zu diesem Thema

Zuerstmal vorweg:

dieses Thema ist ein schwieriges Thema und da spielen Grundueberzeugungen und Gewissen eine große Rolle und die Totenwuerde. Denn ich kann auch verstehen, wenn es sich fuer die Angehörigen eventuell wie Leichenfledderei anfuehlt und wenn Menschen aus Ueberzeugung sagen, dass Menschen keine lebenden Ersatzteillager sind. Weiterhin gibt es mit Organzuechtungen im Labor (planet-wissen.de) eine andere sauberere Lösung.

Aber andererseits tut mit auch Spahn ein bischen leid, weil die Niederlage so hoch war. Das muss sich wie eine Ohrfeige fuer ihn angefuehlt haben.

Allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass auch ich es richtig finde, dass es jetzt diese erweiterte Zustimmungslösung gibt. Denn es geht immerhin um engste Angehörige und die sollten sehr wohl ein Mitbestimmungsrecht haben, wenn der Tote zu Lebzeiten nichts bestimmtes verfuegt hat. Und auch ein Abschied in Wuerde sollte möglich sein so wie es bei uns der Fall war.

Fehler

Da brauchen wir uns nicht wundern, wenn es in unserem Land zu wenig Spender gibt. Welcher Otto-Normalverbraucher wird schon seine Einwilligung geben? Genauso viele wie aktuell zum Blutspenden gehen, obwohl viel mehr könnten? Ein normaler Arbeiter beschäftigt sich damit doch gar nicht..

Ich danke dem Deutschen Bundestag für diese Entscheidung

Gleichzeitig sollte jeder seine Entscheidung möglichst bald dokumentieren, damit im Zweifelsfall nicht die Angehörigen für einen entscheiden.
Ich hoffe außerdem, dass endlich mehr Geld in die Erforschung von anderen Möglichkeiten (z.B. in-vitro-organe) investiert wird, statt immer nur auf die bequeme Nutzung Sterbender zu bauen. Organspende war ursprünglich nur als Übergangslösung gedacht, bis andere medizinische Lösungen gefunden werden.

@ mlz um 16:35 - Widerspruchslösung grundgesetzwidrig?

"@FreierGeist: Eine Widerspruchslösung ist nicht grundgesetzwidrig. Das hat das Bundesverfassungsgericht bereits im Verfahren BVR 2156/98 entschieden."

Falsch.

In dem angegebenen Fall ging es um den § 4, "Entnahme mit Zustimmung anderer Personen", des Transplantationsgesetzes (TPG). Darin geht es NICHT um eine Widerspruchslösung, sondern den Fall, dass weder eine "....schriftliche Einwilligung noch ein schriftlicher Widerspruch des möglichen Organ- oder Gewebespenders..." vorliegt. Dies ist etwas völlig anderes.

Im Übrigen hat das BVG den Fall nicht zu Entscheidung angenommen, da die Voraussetzungen nicht vorgelegen haben.

"...Letztlich wollten sie die Bürger bevormunden!"

...und nun machen sie/Sie sich zum Entscheider über Tod oder Leben! Die Bequermlichkeit des Einzelnen geht wieder einmal vor Nächstenliebe!

Auch diese Freiwilligkeit finde ich absolut richtig

Auch diese Freiwilligkeit finde ich absolut richtig weil sowas eben auch eine Gewissensentscheidung ist und auch religiöse Gruende mit reinspielen und die Totenwuerde. Organspende kann und darf meiner Meinung nach nicht erzwungen werden, weshalb ich diese Lösung auch richtig finde:

Freiwilligkeit wird abgefragt

Eingebracht hatte den Gesetzentwurf eine Abgeordnetengruppe um Annalena Baerbock (Grüne) und Katja Kipping (Linke). Zentral für die Zustimmungslösung ist, dass eine Organentnahme nur möglich ist, wenn der Spender zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt hat. Bürger sollen aber künftig mindestens alle zehn Jahre auf Organspenden angesprochen werden, beispielsweise wenn sie einen Personalausweis beantragen oder einen Arzt besuchen. In der Debatte sagte Baerbock, das Grundgesetz schreibe vor, das Selbstbestimmungsrecht eines jeden Menschen zu respektieren: "Der Mensch gehört sich selbst, ungefragt, ohne Widerspruch."

Ganz besoners dieser letzte Satz stimmt.

@Ruja

Wer sich dennoch für eine Organspende entscheidet, sollte zumindest darauf bestehen, dass dies unter Vollnarkose passiert und nicht nur mit muskelentspannenden Medikamenten!

Wo soll denn Schmerz wahrgenommen werden, wenn das Hirn tot ist??

@sisyphos3

Stellen Sie sich vor ihr Geld auf dem Konto würde nach ihrem Tod vergraben, wenn sie nicht explizite Anweisungen treffen würden. Wäre es da nicht sinnvoll automatisch eine Regelung zu treffen, dass es anderen zugute kommt, falls Sie keine Anweisungen gegeben haben.

Typisch

...Deutsch: mehr bürokratischer Aufwand, Ängste, Religiosität.
Konkret, MUSS nun jeder der spenden will aktiv werden. Bequemlichkeit, das Vergessen z.B. , werden dazu beitragen, dass die Zahl der Spender immer niedrig bleiben wird.
Demgegenüber würden wird alle dabei sein und NUR die, die das ablehnen hätten wiedersprechen können.
Schade, Chance vergeudet!

@ Felix Orth um 16.50 - Christliche Botschaft

Jesus hat aber auch den Menschen immer die Wahl gelassen und sie nur aufgefordert, aber niemals zu irgendetwas gezwungen.

Im Übrigen verwahre ich mich dagegen, von Ihnen als Heuchler betitelt zu werden.

Auch ist Ihr angeführtes Beispiel mehr als absurd.

Richtige

Gute und richtige Entscheidung. Menschen duerfen nicht dazu gezwungen werden an ihrem Lebensende automatisch als Ersatzteillager betrachtet zu werden wenn sie vielleicht nicht mehr die Kraft haben ihren Widerspruch noch registrieren zu lassen und in juengeren Jahren vielleicht zu viel Stress um die Ohren hatten um sich mit dem Thema zu befassen. Langfristig sind nur kuenstliche Organe aus dem Labor eine Loesung. Es laesst sich nunmal nicht jeder Mensch retten und es gibt keinen Anspruch auf das Organ eines anderen.

Diese erweiterte Zustimmung passt hierzu am Besten

Und diese erweiterte Zustimmungslösung passt meiner persönlichen Meinung nach auch am Besten zur EU-Grundrechte-Charta Artikel 3:

https://tinyurl.com/y62tp5w2
europarl.europa.eu: EU-Grundrechte-Charta

Artikel 3
Recht auf Unversehrtheit
(1) Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit.
(2) Im Rahmen der Medizin und der Biologie muss insbesondere Folgendes beachtet werden:

a) die freie Einwilligung des Betroffenen nach vorheriger Aufklärung entsprechend den gesetzlich festgelegten Einzelheiten,
b) das Verbot eugenischer Praktiken, insbesondere derjenigen, welche die Selektion von Menschen zum Ziel haben,
c) das Verbot, den menschlichen Körper und Teile davon als solche zur Erzielung von Gewinnen zu nutzen,
d) das Verbot des reproduktiven Klonens von Menschen.

Man hätte es auch ganz anders

Man hätte es auch ganz anders regeln können. Man hätte eine Pflicht einführen können sich zu entscheiden. Das wäre im Prinzip das gleiche wie die Widerspruchslösung. Einziger Unterschied, das Argument gegen die Widerspruchslösung, wonach man verpflichtet wäre Organe zu spenden, was nicht stimmt, wäre vom Tisch.

Wenn der Unterschied zwischen zwei Lösungen lediglich ein rhetorischer und zudem auf einer Unwahrheit basierender ist, dann wird doppelt klar, dass das Argument nur ein Pseudoargument ist.

Tatsächlich wäre ein Entscheidungszwang noch restriktiver als die Widerspruchslösung wenngleich die vermeintlichen Restriktionsgegner es gelassener aufgenommen hätten.

Ich kann es nicht mit Grundgesetzartikel 1 gegenüber den auf Organen Wartenden in Übereinstimmung bringen, wenn man auf einer rein rhetorischen und um nichtige Details erbittert kämpfenden Ebene argumentiert, die das eigentliche Problem vollkommen ignoriert und somit "nebenbei" Betroffene indirekt zum Tode verurteilt.

Typisch „Grüner“ Gesetzesentwurf

Nach der neuen Regelung werden bei der Beantragung des Ausweises Infos zur Organspende ausgehändigt.

Fehler Nummer 1:

Was ist mit den Bürgern, die keine deutsche Staatsbürgerschaft haben?
Sind die Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft Menschen 2. Klasse und dürfen nicht spenden?

Bei der Abholung des Ausweises soll man dann gefragt werden, ob man der Organspende nach dem Tod zustimmt oder nicht.

Fehler Nummer 2:

Was ist, wenn man bis dahin keine Entscheidung getroffen hat?
Wird einem dann der Ausweis nicht ausgehändigt?
Wird man in Haft genommen, bis man eine Entscheidung trifft?

@ Traumfahrer Re: Re Yolo !

Wenn eine Person nach dem Tod "nicht ausgeräumt" werden will, kann diese Person ja widersprechen und dies am Besten schriftlich.
Nun muß sich eben derjenige, der "ausgeräumt werden will" entsprechend, am besten schriftlich, dazu bereit melden. WO ist für Sie das Problem?
Und lassen Sie bitte die "christlichen Werte aus dem Spiel"
1. steht nichts davon in der Bibel, dass man seine Organe spenden soll oder das der Menschliche Körper als Ersatzteillager dienen soll.
2. "WIE christlich" sind denn die potentiellen Empfänger?
Die darauf hoffen, das ein passender Spender nicht sofort tot ist (Die Organe können nicht verwertet werden) sondern es ihm so schlecht geht, dass der Körper am leben erhalten werden kann, er für Hirntot erklärt wird, damit dann ein passendes Organ das eigen Leben verlängert.
Also lassen Sie bitte die Christlichkeit aus dem Spiel

Organspende

Dass sich der Bundestag über die Meinung von mehr als 80 Prozent der Bevölkerung erhebt ist erst einmal mutig. Die Konstellation ist da nicht unbeachtet zu lassen: fast geschlossen in der Disziplin AfD, Grüne und Linke. Den anderen nimmt man die ernsthafte Auseinandersetzung irgendwie eher ab. Liegt es vielleicht daran, dass bei einem solchen Thema ideologische Faktoren für jedermann so einfach erkennbar sind? Allein die Argumente sind so fadenscheinig, ob die Angabe bei Meldeangelegenheiten oder gar die Online Erklärung. Ich habe versucht das Onlineportal zu bedienen. Es ist quasi unmöglich, da ihm fast die gleichen Hürden wie bei der Eröffnung eines Bankkontos zugrunde liegen. Was widerstrebt den überwiegendst weiblichen Gegnern der Widerspruchsregelung, diese nach 23 europäischen Ländern auch hierzulande zu akzeptieren? Aber die Organe von Eurotransplant die größtenteils über die Widerspruchsregelung kommen sind dann doch gern genommen. Das ist verlogen. Eben ideologisch.

Organspende.. Pharmaindustrie

Alles ist ein kommen und gehen..die gehen machen Platz für die neuen.. klingt rational..ist so..wer verdient an der Organspende ??? Und der kurzen weitere Zeit...die Pharmaindustrie mit Immunsuppressiva..und die Pflegeindustrie...siehe Nikki Lauda..auch bei der Krebsmedizin ist da so...it's all money business...wer spenden will soll's tun..aber nicht ohne Nachfrage vorher...und der Tod ist eine individuelle Betrachtung..und die Menschen kurz vor dem unabänderlich en werden noch als blanko Scheck an die Industrie weitergereicht.. generiert ja auch Steuern...money makes the world go round

Was sind Sie nur für ein Mensch?

Zitat: „Jeder muss sein Päckchen selbst tragen“

Sind also Menschen, die auf ein Spenderorgan warten, selbst Schuld?

Im Übrigen ist die jetzige Entscheidung absurd.

1. Was ist mit Bürgern, die keine deutsche Staatsbürgerschaft haben? Diese beantragen ihren Ausweis in der jeweiligen Botschaft. Sie werden also nicht mit in die Verantwortung gezogen.

2. Was ist, wenn jemand sich bei der Abholung des Ausweises nicht entschieden hat? Ich bezweifle, dass dann der Ausweis nicht ausgehändigt, geschweige denn eine Erzwingungshaft vorgenommen wird.

Wer als Spender...

...registriert ist sollte auch bei eigenem Bedarf berücksichtigt werden. Alle die nicht bereit sind selbst zu spenden sollte bei der jetzt beschlossenen Lösung auch gleichzeitig von einer ggf. irgendwann für sie selbst notwendigen Spende ausgeschlossen werden. Nur so würde damit eine faire Lösung erzielt werden und jeder würde sich tatsächlich mit dem Thema auseinandersetzen.

Ich danke ebenso ...

... wie unser Mitforist Ruja (16.01. 17 Uhr) für die Entscheidung, die in meinen Augen die einzig mögliche war, sofern man das Recht auf Selbstbestimmung noch ernst nimmt. Dies sollte m.E. ebenso bei der Sterbehilfe an oberster Stelle stehen. Leider hat Minister Sphan die Tendenz, das Selbstbestimmungsrecht immer mehr aufzuweichen - eine wie ich finde äußerst gefährliche Tendenz!

Nicht nachvollziehbar

In Deutschland gibt es viele die ein Organ brauchen, aber warum werden den Toten es nciht entnommen? Was sollen sie damit den noch? Es wird nur verbrand oder verfault im Boden!!
Da ist es besser es jemanden zu geben der es benötigt, so tut der Tote sogar im Tod noch gutes (wie die Kirchen ja immer wollen)

Also mich darf man ausschlachten und das was noch gebraucht werden kann anderen geben die es brauchen, ehe man mich verbrennt. Und das hätte ich/habe ich schon mit der alten Lösung gesagt.

Die neue wäre, wie im Bericht gesagt Burogratiefreier.
Eventuell sollte die EU dazu etwas beisteuern :)

Wie wäre es mit einer

Wie wäre es mit einer Gegenleistung für die Spende? Zb die Übernahme der Bestattungskosten?
Und man könnte dahingehend reformieren, dass man Spender sein muss, um überhaupt etwas empfangen zu können.
Irgendwie muss man die Leute zum Nachdenken bewegen. Ob das fair ist?
Ich denke schon.

@ Weber112 (16:59): es gibt eine bessere Lösung

hi Weber112

Es gibt eine bessere Lösung. Schauen Sie mal hier:

https://tinyurl.com/woak9b4
planet-wissen.de: Organe züchten Stand: 06.05.2019, 12:59

Trotz Organmangels könnte es einen Ausweg geben. Wissenschaftler überall auf der Welt forschen fieberhaft an einer unglaublich klingenden Vision: In Zukunft soll es möglich sein, maßgeschneiderte Organe für jeden Patienten im Labor zu züchten. Vorbei wäre das endlose Warten auf ein Spenderorgan. Und vorbei wäre die Zeit der quälenden Abstoßungsreaktionen, mit denen der Körper auf ein neues Organ reagiert, da die gezüchtete Variante aus den eigenen Zellen des jeweiligen Patienten stammen soll.

Damit gäbe es mehr Spenderorgane und auch die Gefahr der Abstoßung wäre beseitigt. Und da dafuer die Zellen des Betreffenden benutzt werden, kann daraus auch kein Gewinn erzielt werden. Außerdem sind Patente auf menschliches Leben eh verboten.

@Birgit Ziehm

"Typisch „Grüner“ Gesetzesentwurf"

Lassen Sie doch bitte solch hetzerische Rhetorik.

Der Gesetzentwurf (wie auch der konkurrierende) war ein fraktionsübergreifender und wurde von einer großen Mehrheit des Bundestages in allen möglichen Farben, nicht nur grün, angenommen.

Kluge Entscheidung

Eine kluge Entscheidung des Bundestags, die dem Aktionismus eines aufstrebenden jungen Ministers erstmal Einhalt gebietet. Was als "Spende" einen so wohlklingenden, harmlosen Namen hat , dringt tief in die ethischen Wurzeln des menschlichen Seins ein. Man braucht nur die Kritik der beiden Professoren der Freiburger Uni Klinik im Faktenfinder lesen, dann wird schnell klar, dass man sich gut überlegen sollte, ob man seine Organe "spendet". Durch eine Widerspruchslösung die Menschen zu zwingen, aktiv gegen die postume Entnahme eigener Organe vorzugehen, wäre eine schiere Zumutung gewesen, die höchstwahrscheinlich auch ein Urteil in Karlsruhe nicht überlebt hätte.

@15:30 von Traumfahrer

Danke, ich stimme Ihnen hier vollumfänglich zu!

15:42 von Sisyphos3
>>hat man ein Grundrecht gegen sein eigenes Ableben<<

Den Anspruch erhebt niemand. Er würde sich ja auch nicht dauerhaft durchsetzen lassen.

>>und vorallem, wer gibt ihnen das Recht andere Menschen dazu zu zwingen
sich über ihren eigenen Tod Gedanken zu machen<<

Das hat der User Traumfahrer nie für sich reklamiert. Sich nicht damit auseinanderzusetzen würde jemanden jedoch im von ihm favourisierten Szenario zum Spender machen. Das Selbstbestimmungsrecht bleibt - und es steht jedem frei es zu nutzen.
Ihr Kritikpunkt ist übrigens fehl am Platze - denn was Sie hier kritisieren ist Teil der nun gültigen Lösung, aber nicht der Widerspruchsregelung.

Aus dem Artikel:
"Bürger sollen aber künftig mindestens alle zehn Jahre auf Organspenden angesprochen werden, beispielsweise wenn sie einen Personalausweis beantragen oder einen Arzt besuchen."

Ein kaum beachteter Aspekt zum Thema:

Unser Bewusstsein ist überall, nicht nur im Gehirn. Bewusstsein und Zellen hängen zusammen. Da ich sicher gehen möchte, dass kein auch noch so kleiner Teil von mir meinen Tod überdauert und so vielleicht ein kleiner Teil von mir weiterlebt, den geistigen "Rest" von mir dadurch vielleicht auch noch an diese Welt hier bindet - Gott, was für eine alptraumhafte Vorstellung! -, möchte ich auf gar keinen Fall, dass irgend ein Teil von mir weiter existiert. Das schließt eine Organspende in jedem Fall aus. Und umgekehrt möchte ich auch kein Fremdorgan in mir haben, nur um weiterleben zu können. Daher ist die heutige Entscheidung ganz in meinem Sinne und meinem Glauben gemäß.

re birgit ziehm

"Typisch „Grüner“ Gesetzesentwurf
Fehler Nummer 1:

Was ist mit den Bürgern, die keine deutsche Staatsbürgerschaft haben?
Sind die Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft Menschen 2. Klasse und dürfen nicht spenden?"

Sie tun jetzt so, als würde man nur und ausschließlich Infos mit dem Personalausweis bekommen.
Die Wege zum Organspendeausweis sind vielfältig und jedem offen.

"Fehler Nummer 2:

Was ist, wenn man bis dahin keine Entscheidung getroffen hat?
Wird einem dann der Ausweis nicht ausgehändigt?
Wird man in Haft genommen, bis man eine Entscheidung trifft?"

Der Teil ist offensichtlich als Grünen-Bashing gedacht (s. Überschrift) und muss nicht kommentiert werden.

@ 16:53 von Ruja

Dann wäre es ihnen also lieber bei Hirntod noch so lange am Leben erhalten zu werden bis alle Organe versagen?

Ich wäre jedenfalls froh, wenn man dann die Sache schnell beendet.

Ich habe kein Verständnis dafür, dass jemand nicht einmal nach seinem Tod ein anderes Leben retten will. Wo ist denn der Unterschied für eigenen Toten, ob er Organe entnommen bekommt, verbrannt wird oder von Würmern und Bakterien zerfressen wird, außer dass ich bei den letzten beiden Möglichkeiten niemandes Leben retten kann?

und es gibt keinen Anspruch auf das Organ eines anderen

...aber es gibt einen Anspruch auf Nächstenliebe, zumindest moralisch!

Nicht zu fassen

Jeder muss über sich und seinen Körper selbst bestimmen können. Ich sehe es aber nicht als Bevormundung , wenn ich mich einmal im Leben hinsetzen muss um zu widersprechen. Ich sehe es allerdings sehr wohl als Zumutung , dass ich evtl. meine Organe an jemanden spenden soll, der selber dazu nicht bereit ist oder dem es zuviel ist zu widersprechen.
Ich hatte bisher immer einen Organspendeausweis und habe diesen mir sogar AKTIV besorgt.
Den habe ich jetzt allerdings entsorgt nachdem ich mich etwas in diesem Forum umgesehen habe.

Nur die Widerspruchsregelung

chunga50 @
Nein, das Glaube ich nicht.
Die Menschen gehn für Hund, Zoos und KLima auf die Straße und zur organspende sind sie nicht bereit?

Damit machen wir es uns zu einfach. Die große Mehrheit hat Angst vor dem undurchsichtigen System Organspende.

@ Birgit Ziehn (17:18): Damit zu ihrem weiteren Punkt

@ Birgit Ziehn

Damit komme ich zu Ihrem weiteren Punkt:

Wird einem dann der Ausweis nicht ausgehändigt?

Der Ausweis wird ueberall ausgehändigt und den kann man sich sogar selber abholen. Zum Beispiel bei den Krankenkassen oder anderen Organisationen. Das ist gar nicht schwer.

Und dieser letzte Punkt von Ihnen:

Wird man in Haft genommen, bis man eine Entscheidung trifft?

ist Blödsinn. Aber Organspende kann man nicht erzwingen weil es dabei um religiöse Gefuehle, Gewissensentscheidungen und um die Totenwuerde geht. Aus dem Grund kann ich verstehen wenn Angehörige Nein sagen, weil es sich fuer sie wie Leichenfledderei anfuehlt und weil ich es auch so sehe dass Menschen keine lebenden Ersatzteillager sind. Weiterhin gibt es mit Organzuechtung im Labor aus menschlichen Zellen eine bessere Alternative:

https://tinyurl.com/woak9b4
planet-wissen.de: Organe züchten Stand: 06.05.2019, 12:59

Deswegen: Organspende kann nicht erzwungen werden.

Gute Entscheidung

Die Entscheidung für
eine Zustimmungs lösung entspricht meiner persönlichen Vorstellung. Ich hätte gerne nähere
Informationen dazu, inwieweit SeniorInnen
als Organspender infrage kommen.

...Kann man so interpretieren.

...aber dann muss man auch die Stirn haben, sich der Kritik zu stellen!

@16:01 von Sausevind

"Damit ist - in meinen Augen - die grauenvollste Attacke auf die Würde und psychische und körperliche Unversehrbarkeit des Menschen seit Kriegsende vom Tisch."

Ein meiner Meinung nach völlig deplatzierter Vergleich.

>>"Ärzte behandeln Organspender am Lebensende anders als Nicht-Organspender: Spender werden manchmal mehrere Tage lang künstlich am Leben erhalten - ohne darüber aufgeklärt worden zu sein."

Und diese Zwischenzeit erlebt möglicherweise der Patient, und auch die Organ-Entnahme, bewusst.<<

Es ist äußert unwahrscheinlich, dass jemand dessen Gehirn keinerlei Funktionen mehr erfüllt irgendetwas bewusst erlebt.

>>Ein Mensch, der aus psychischen Gründen nicht in der Lage ist, einen Widerspruch zu hinterlegen, wäre automatisch in diese grauenvolle Situation gezwungen worden.<<

Ich hätte überhaupt kein Problem damit Minderjährige und Menschen die Zeit ihres Lebens nicht vollständig entscheidungsfähig sind auszunehmen.

@ KSMBln Re: Nicht nachvollziehbar

Ganz einfach, weil man Organe von Toten nicht verwerten kann. Es ist wichtig den Körper und diese Organe durch Maschinen künstlich am leben zu erhalten. Und um nicht des Mordes bezichtigt werden zu können, hat man den Hirntot definiert. Und nein ein Toter tut DAMIT nicht in seinem Tot etwas Gutes, weil man erst Tot ist wenn die Verwesung beginnt. noch Tage nach dem Tot können Nägel und Haare wachsen.
Kein Mensch kann ernsthaft beweisen, dass ein Hirntoter ABSOLUT NICHTS mehr erlebt oder mitbekommt/fühlt . Es geht nur so weit wie heute die Technik die Hirnströme messen kann. Was jenseits des heute messbaren hinausgeht weis kein Mensch. Vielleicht wird man die, die Heute den Hirntot feststellen und Körper zur Organspende frei geben in 50Jahren als Monster bezeichnen, weil die Wissenschaft weiter ist und die Messmethoden viel feiner.

re q1

" Daher ist die heutige Entscheidung ganz in meinem Sinne und meinem Glauben gemäß."

Nur alles, was Sie vorher ausführen: Nicht spenden wollen und nicht gespendet werden, wäre auch mit der Widerspruchslösung gegangen.

Insofern verstehe ich nicht was die heutige Entscheidung für Sie positiv bewirkt.

Fakt ist, Spahn hat eine

Fakt ist, Spahn hat eine derbe Niederlage erlitten. Zum wiederholten Mal tritt dieser Minister mit fragwürdigen Ansichten, übertriebenes Selbstbewußtsein und eine merkwürdige Vorstellung von Demokratie auf. Das die übergroße Mehrheit des Bundestages dem erst mal einen Riegel vorgeschoben hat, war längst überfällig.

@Am 16. Januar 2020 um 15:28 von yolo

"Gut so.
Niemand hat das Recht auf Anspruch dessen, was dem anderen gehört....auch nicht auf seine Organe nach dem Tod."
Ist das so? Dann werden die Menschen also mit ihrem gesamten Besitz beerdigt?
Bisher habe ich naiver Trottel das mit dem erben immer falsch verstanden, dank ihnen weiß ich dass Erben der klaren Zustimmung bedarf.

Organspende

Die Entscheidung des Bundestages zum zukünftigen Umgang mit dem Thema Organspende empfinde ich als richtig und gut. Allerdings, in einem anderen Beitrag zu diesem Thema bei der Tagesschau (sterben und Tod) wird auf einen nicht unwichtigen Punkt hingewiesen, nämlich nach dem Hirntod bleibt der Körper an die Maschinen angeschlossen. Das erfolgt solange bis klar ist welche Organe gebraucht und entnommen werden. Ich selber bin zur Organspende bereit und trage den Ausweis bei mir. Gleichzeitig, möchte ich aber nicht nur durch Apparate biologisch existieren, dies wäre für mich kein Leben. Dieser Zusammenhang war mir bisher so nicht klar. Rene

Sehr schlecht...

...ich sehe es ja an mir selber. Dadurch, dass ich kaum den Hausarzt konsultiere und ich mich noch nicht schlau gemacht habe wie das läuft habe ich aus "Faulheit" noch keinen Organspendeausweis mir ausstellen lassen, obwohl ich an sich "spendenbereit" wäre. Ich denke so wie ich handeln millionen Menschen hier in Deutschland. Die Widerspruchslösung wäre 1A gewesen und ich kann auch die Menschen jetzt verstehen die fordern, dass man nur ein Organ bekommt, wenn man selber auf der Spenderliste steht. Vielleicht gäbe es mit der Widerspruchslösung Organe "für alle", die sie dringend bräuchten.

Schwache Kür, Deutschland...

Fraktionszwang

Ich hätte mit beiden Lösungen leben können, weil sie durch eine Mehrheitsentscheidung des Bundestages ohne Fraktionszwang zustande gekommen ist.

Was wir daraus im besonderen lernen können ist, dass der Fraktionszwang für eine verantwortungsvolle Entscheidungsfindung kontraproduktiv ist und deshalb abgeschafft werden sollte.

Konkretes Beispiel:
Ich habe meinen zuständigen Abgeordneten gefragt, warum er für die Maut gestimmt habe, das würde eigentlich nicht zu seinen Ansichten passen. Er hat mir sehr ehrlich geantwortet: Ich bin gegen die PKw Maut, aber ich habe einmal gegen meine Fraktion gestimmt, und das Theater danach tue ich mir nicht nochmal an.

RE: PeteDeLete

...aber es gibt einen Anspruch auf Nächstenliebe, zumindest moralisch!

Nein, den gibt es nicht, es gibt überhaupt keine "moralischen Ansprüche". Liebe gibt es nicht ohne völlige Freiheit. Bei irgendwelchen Ansprüchen mache die Liebe sofort einen Rückzieher.

@17:38 von Q1

>>Da ich sicher gehen möchte, dass kein auch noch so kleiner Teil von mir meinen Tod überdauert und so vielleicht ein kleiner Teil von mir weiterlebt, den geistigen "Rest" von mir dadurch vielleicht auch noch an diese Welt hier bindet(...), möchte ich auf gar keinen Fall, dass irgend ein Teil von mir weiter existiert. Das schließt eine Organspende in jedem Fall aus. Und umgekehrt möchte ich auch kein Fremdorgan in mir haben, nur um weiterleben zu können. Daher ist die heutige Entscheidung ganz in meinem Sinne und meinem Glauben gemäß.<<

Völlig in Ordnung, dass Ihnen das so wichtig ist. Ihnen wird jedoch ohnehin niemand ohne Ihre Zustimmung ein fremdes Organ einsetzen. Weiterhin lässt sich auch bei der Widerspruchslösung sehr einfach erreichen, dass Ihre Organe nicht angerührt werden.

Nach aktueller Entscheidung müssen viele Menschen über den Jordan gehen, damit ein paar Menschen kein Kreuz machen müssen.
Ich finde das absolut krass.

Das Problem liegt woanders

Egal welche Lösung hier vorgezogen wurde, das Problem sind potentielle Spender und ihr kaum durchdachtes Handeln. Da macht eine Nachricht Schlagzeilen dass Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe in einem Krankenhaus festgestellt wurden, dabei handelt es sich nicht um finanzielles Interesse von Ärtzen, sondern dass sie manchmal menschlicher reagieren als sie sollten - da wird versucht dem eigenen Patienten schneller zu einem Organ zu verhelfen, ganz einfach weil die die wir kennen uns nunmal näher stehen als ein Name auf einer Liste. Verständlich, aber es darf nicht sein.
Um aber dem Problem am besten zu begegnen wäre es logisch alles zu versuchen die Zahl der zur Verfügung stehenden Organe zu erhöhen, zumal es bei tausenden keine Unregelmäßigkeiten gab, die die Organe brauchen haben es nicht verdient unter etwaigen Mißbrauch zu leiden.
Sterben und Tod sind Themen über die man nicht nachdenken will, da ist es viel einfacher einfach nein zu sagen. Rationale Gründe gibt es kaum.

@Demokratieschue...

Es soll bei der Abholung des Personalausweises gefragt werden, ob man seine Organe spenden will oder nicht. Mit Ausweis habe ich daher den Personalausweis gemeint!

Und meinen Sarkasmus verstehen Sie wohl auch nicht. Mir ist durchaus bewusst, dass man nicht gezwungen werden kann, eine Entscheidung abzugeben.

Deshalb finde ich diesen Gesetzesentwurf auch vollkommen daneben.

@ PeteDeLete

...aber es gibt einen Anspruch auf Nächstenliebe, zumindest moralisch!
Selbst darauf gibt es keinen Anspruch.
Aber aus Menschenliebe wünsche ich JEDEM und gaaanz eigennützig mir ein schnelles und schmerzfreies Ende, ohne durch Maschinen künstlich am Leben erhalten und ausgeweidet zu werden.

@16:38 von wenigfahrer

"Jetzt muss ich keinen Zettel mehr haben, und meine Nachfahren wissen was ich will, und was nicht, also kein Problem.
Und ein Zettel kann auch nicht verloren gehen, oder rein zufällig nicht gefunden werden.
Es tut uns leid, aber wir keinen Widerspruch gefunden geht nun nicht mehr, das ist gut so."

Das ganze ließe sich auch bei der Widerspruchslösung zentral speichern und wäre damit entsprechend abruf- und 'unverlierbar'.

Damit komme ich zu Ihrem weiteren Punkt:

Ich denke mit dem Ausweis meinte mein Vorredner wohl eher den Personalausweis. Und den gibt es meines Erachtens nicht bei der Krankenkasse.

Ich verstehe allerdings nicht Ihre Angst vor einem Zwang. Wenn ich nicht spenden will ist das völlig in Ordnung und muss auch nicht weiter begründet werden.
Wo wäre dann also das Problem sich einmal hinzusetzen und zu widersprechen. Dann ist der Drops gelutscht.
Dann wäre auch das Problem der Angehörigen vom Tisch, weil sich jeder mit diesem Thema beschäftigen MUSS.

Statt dessen soll ich jetzt in einer Datenbank mich registrieren und werde alle 10 Jahre belästigt mit Anfragen.

Wenn diese Diskussion bei mir eins bewirkt hat, dann das ich meine Bereitschaft der Bevölkerung gegenüber zurückziehe und jetzt auch nicht mehr spenden werde.
Gratulation

Gut so ...

... vor allem weil viele cohnisch Kranke Menschen oft kein Blut oder Rückenmark spenden dürfen.

Eigentlich müsste vor einem spenden von Organen ohne hin eine vollständige Testreihe abgearbeitet werden.

Möchte nur ein paar Beispiele nennen, HIV oder Hepatitis.

Allerdings gibt's auch cohnische die nicht so einfach durch eine Blut Untersuchung erkennbar sind, aber doch den Spendeempfänger gesundheitlich gefährden können.

Normalerweise müssten Personen die aus gesundheitlichen Gründen nie Spender werden können, in einer Spenderkartei ausgeschlossen werden.

Da oft diverse Krankeiten auch Angehörigen nicht bekannt sind. Nur wie ist es da mit Datenschutz?

@Sisyphos3

"Zustimmungslösung bei Organspenden
wie ich finde die sauberste Lösung

man zieht ja auch keine "Spende" vom Konto ab
wenn einer nicht ausdrücklich davor widerspricht
"
Naja, da jeder auch mal Empfänger sein könnte ist das keine klassische Spende.

Ich werde auch nicht um Zustimmung gefragt ob ich meine ALG Versicherungsbeiträge oder Rentenversicherungsbeiträge abgezogen bekomme.

Ich finde es schade: Ich würde bei einer Widerspruchslösung nicht widersprechen, da ich bereit wäre Organspender zu sein, wenn es praktisch alle sind. Ich würde aber niemals selber aktiv zustimmen, auch nicht bei dauernder Nachfrage, weil ich Bedenken habe einer von wenigen zu sein.

>>>>Wird man in Haft

>>>>Wird man in Haft genommen, bis man eine Entscheidung trifft?<<<<

>>
ist Blödsinn. Aber Organspende kann man nicht erzwingen weil es dabei um religiöse Gefuehle, Gewissensentscheidungen und um die Totenwuerde geht
....
Weiterhin gibt es mit Organzuechtung [...] eine bessere Alternative:<<

Inwiefern tangiert eine Pflicht zur Entscheidung die Totenwürde und so so weiter? Wa ist mit der Würde derjenigen die auf Organe warten? Ist es wirklich so unangemessen eine Entscheidung zu verlangen, die so oder so ausfallen kann, angesichts von sterbenden Menschen?

In diesem Kommentarbereich und auch anderswo wird doch mittlerweile sehr viel erfunden. Wen es so weit geht, dass einige ungeniert behaupten die Widerspruchslösung wäre eine Organspendepflicht gewesen, dann kann man nur fragen ob diejenigen nicht wissen wovon sie reden oder ob sie bewusst lügen.

Zu der Organzüchtung. Das ist noch Science-Fiction, damit kann heute keinem geholfen werden. Wir reden von Menschen die im Jetzt sterben!

@16:44 von Biocreature

>>Der Widerspruchlösung wären Tür und Tor zum Mißbrauch
geöffnet worden.
Denn wer garantiert mir, wenn ich denn mal Hirntod bin,
das meine Rechte und mein Wille gewahrt bleiben,
wenn man z.B. die Unterlagen auf dem mein Widerspruch vermerkt ist z.B. nicht gefunden werden
oder einfach ignoriert werden weil ich vielleicht gerade ein perfekter Spender für andere wäre?<<

Nach aktueller Lösung soll der Willen in einer zentralen Datenbank festgehalten werden. Wenn Sie nicht abstimmen steht da jetzt ein "nein". Wenn Sie bei der Widerspruchslösung nicht abstimmen, stünde bei Organspender ein "ja".

In wiefern ist es schwerer Ihre Rechte und Pflichten bei der Widerspruchslösung zu wahren als jetzt? In wiefern wäre es bei der Widerspruchslösung leichter Ihre Entscheidung zu ignorieren?

Bei einer Widerspruchslösung ist es viel weniger interessant Ihre Entscheidung zu ignorieren, da es viel mehr Alternativspender gibt.

Nur für Spender

Ich bin bereit, Organe zu spenden, allerdings nur an Personen, die sich selbst als Spender registrieren lassen oder Minderjährig sind. Ich bin nicht bereit, Egoisten zu helfen, die zwar selbst gerne Leistungen anderer in Anspruch nehmen, sich selbst aber nicht an diesem System beteiligen. Ich erwarte, dass eine solche eingeschränkte Spendenbereitschaft ermöglicht wird und bin mir recht sicher, dass viele potentielle Spender diese Möglichkeit wählen würden.

@longtawan

"Wie kann der Staat (oder irgendeiner) sich erdreisten, mir etwas zur Pflicht zu machen, dem ich nur bei explizitem Widerspruch entgehe?"

Nunja, Sie entgehen ihm nur im Falle Ihres Todes- wie Sie dann noch gehen wollen bleibt mir etwas unklar.

Im übrigen ist das doch noch eine nette Hintertür: Es gibt genügend Dinge denen sie bereits zu Lebzeiten nicht entgehen können, da der Staat Sie zwingend dazu verpflichtet.

@16:55 von Rainer Bros

"Und auch grundsätzlich finde ich es schwierig,wenn Menschen ein schlechtes Gewissen gémacht werden soll,weil sie nicht bereit sind,Organe spenden zu wollen."

Dazu sollte man tatsächlich niemanden zwingen. Ich kann allerdings verstehen, dass einige Menschen es nicht für fair halten, wenn diese Personen ein Spenderorgan bekommen.

"Vielleicht kann man das auch einfach mal akzeptieren und auch respektieren,selbst wenn man anderer Meinung sein mag und sich selbst für die Organspende entschieden hat."

Das ist doch meistens gar nicht der Kritikpunkt. Der Kritikpunkt ist, dass die Nichtspende fpr alle als Standard festgelegt wird. Die meisten Menschen treffen schlichtweg Zeit ihres Lebens keine Entscheidung.
Wenn dann jeder der ein echtes Problem damit hat sich zum Nichtspender erklärt und das auch entsprechend eingehalten wird, dann haben wir immernoch bedeutend mehr Spender als jetzt. Ich könnte damit gut leben.

15:44 von longtawan

>>Wie kann der Staat (oder irgendeiner) sich erdreisten, mir etwas zur Pflicht zu machen, dem ich nur bei explizitem Widerspruch entgehe?<<

Pflicht ist wenn man KEINE Wahl hat.

@17:41 von werner1955

>>Damit machen wir es uns zu einfach. Die große Mehrheit hat Angst vor dem undurchsichtigen System Organspende.<<

Das Thema ist komplex und man trifft bei komplexen Themen ungern eine Entscheidung.
Ich glaube die meisten Menschen sehen in dem Thema für sich persönlich weder eine hohe relevanz, noch sehen sie die Entscheidung als dringlich an. Zudem betrifft einen die Entscheidung nicht - denn was nach dem eigenen Tod passiert kann einem im Endeffekt egal sein. Die Organe bekommen ja Andere.

Aufschieben ist einfacher - und so wird das auch von der Mehrheit gemacht. Das will ich gar nicht werten.

Naja

Ich finde, dass dies die falsche Entscheidung war. Natürlich wollen viele Menschen Organspender werden, die meisten sind einfach nur zu faul, sich einen Organspendeausweis zu holen. Und außerdem ist es ja nichts schlechtes ein "Ersatzteillager" zu werden. Immerhin wird damit Menschen das Leben gerettet. Und man wird ja auch nicht unwürdig behandelt. Ein Organ zu entnehmen ist ein wichtiger Prozess und dabei wird mit äußerster Vorsicht gearbeitet. Und man können ja auch immernoch nein sagen. Aber vermutlich wäre es einfacher wenn die wenigen Menschen, die dass wirklich nicht wollen einfach nein sagen, als dass die Menschen, die Organspender werden wollen alle sich einen Ausweis holen müssten.

@Sisyphos3

"es gibt kein Anrecht auf Gesundheit"

Das stimmt so nicht: Es GIBT das Anrecht, dass die Ärzte alles tun um Ihre Gesundheit bzw. das Leben zu retten. Dazu gibt es die Krankenversicherungspflicht, aber selbst ohne Versicherung muss man Ihnen zunächst helfen.

18:04 von teenriot

Oder man hat andere Schwerpunkte bei der Wahrnehmung.
Ich z.B. bin mir ganz sicher, dass es bei der Widerspruchslösung genau darum ging, all diejenigen als `Spender´ zu gewinnen, die aus verschiedenen Gründen nicht widersprechen, obwohl sie es eigentlich tun würden. Das kann übrigens allein schon Zeitmangel sein !

Dazu kommt dann noch, dass es seit ein paar Jahren mehr Menschen im Land gibt, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Oder hätte das Gesetz nur Deutsche betroffen ?

Mehr Geld für Transplantationen hat Spahn den Krankenhäusern ja schonmal vorsorglich eingeräumt. Aber klar, hierzulande würde natürlich nie und nimmer irgendwas passieren, was etwas mit Geld zu tun hat. Siehe Glyphosat, Impfzwang, (für den Patienten) sinnlose Operationen, Küken schreddern und andere `ethische´ Probleme (kleine Auswahl). Das zu ignorieren kann man, wenn man sich vorsichtig ausdrückt, noch naiv nennen.

Hierzulande werden Studien gekauft, verschwinden Akten, schreiben Lobbyisten Gesetze, ..

@18:00 von WiPoEthik

Das ganze ließe sich auch bei der Widerspruchslösung zentral speichern und wäre damit entsprechend abruf- und 'unverlierbar'.

Noch niemals, garantiert niemals, also wirklich absolut niemals in der Menschheitsgeschichte ist es vorgekommen, dass irgendwelche Urkunden/Einträge/Datenbanken bei Bedarf gefälscht wurden. Das müssen sie mir jetzt glauben und alle Fälle, in denen genau das aufgedeckt wurde mal einfach ignorieren.

Schade wieder eine Chance vertan

Ich bin aus Überzeugung Organspender, empfinde es allerdings als ungerecht, dass Nichtspender durch meine Organe gerettet werden sollen. Jeder Nichtorganspender sollte doch das Rückgrat beweisen und auf gespendete Organe verzichten! Oder es sollte die Möglichkeit geben seine Organe nur Organspendern zu überlassen. Das wäre aus meiner Sicht nur gerecht.

Sprachgebrauch.

Eins vorweg: Ich habe einen Spenderausweis und trage ihn ständig bei mir; meine Entscheidung vor etlichen Jahren.
Aber das nur nebenbei.

Was mich bei den vielen Kommentaren freut, ist die zumeist sachliche und angemessene Wortwahl, wenn es um Organentnahme geht.
Dafür meinen Dank allen Kommentatoren.

Was mich hingegen erheblich stört, ist die Verwendung von Begriffen wie "ausweiden", "ausräumen", "ausschlachten", "Ersatzteillager" o. ä.,
nur um seiner Abwehr gegen eine Widerspruchsregelung Nachdruck zu verleihen.

Ich bitte zu bedenken, dass der Mensch auch nach seinem Tode oder während des Sterbens kein Schrottauto ist, für das diese o.g. Begriffe einst geprägt wurden und dort sicherlich angemessen sind.
Insofern wünschte ich mir, dass ein Zusammenhang, in dem es um sehr ernste und bedenkenswerte Entscheidungen geht, nicht durch die Benutzung derart herunterziehender Begriffe herabgewürdigt wird.

Mehr Organe – Durch Widerspruchslösung?

Für die Mehrheit der etwa 400000 Patienten, die jährlich in deutschen Krankenhäusern sterben, endet das Leben durch den Herztod. Nur bei etwa 1 Prozent der Versterbenden - das sind 4000 Personen - wird der Hirntod festgestellt.

Wer sagt eigentlich, dass gerade diese 4000 Hirntoten der Organspende zu ihren Lebzeiten nicht widersprochen haben? Dies ist nämlich der Denkfehler, dem die Befürworter der sogenannten Widerspruchslösung erliegen. Die bringt vielleicht einige hundert Organe mehr, macht jedoch die Wartelisten für die Organempfänger nicht kürzer oder gar überflüssig. Kurz: Die Widerspruchslösung ist keine.

Die Frage sollte jährlich durch den Hausarzt gestellt werden.

Das jeweilige Resultat sollte auf der Gesundheitskarte gespeichert werden.

@18:10 von WiPoEthik

Der Kritikpunkt ist, dass die Nichtspende fpr alle als Standard festgelegt wird.
Diese "Nichtzustimmung = will ich nicht" ist aber in allen Bereichen des Lebens Standard. Kein Zeitschriftenabo oder Mietvertrag kann ohne ihre Zustimmung abgeschlossen werden.

Leute,

auch heute wird hier im Forum wieder deutlich, dass einige immer noch nicht zwischen tot und hirntot unterscheiden können oder wollen. Also noch einmal: Die Organe von Toten können nicht transplantiert werden.
Was immer wieder – ärgerlicherweise auch in den Medien - ausgeblendet wird, ist der hohe Personalaufwand vor einer Organspende - u.a. für die zur Bestimmung des Hirntods. Und auch hierbei werden nicht immer die Regeln beachtet bzw. eingehalten. (Es handelt sich ja auch hierbei nur um Empfehlungen und nicht um Gesetze.) Auch das ist ein Grund, warum potentielle Organspender nicht der DSO gemeldet werden, denn das notwendige Personal mit der geforderten Erfahrung, steht nicht immer und überall zur Verfügung.
Das System ist krank und niemand scheint ein Interesse daran zu haben, es zu verbessern und durchschaubarer zu machen.
Ein würdevoller Umgang mit Organspendern ist kaum möglich, denn ALLES MUSS schnell gehen. Dem Spender kann das egal sein, vielen Angehörigen aber nicht.

@ Johann Darka

*Spahn und auch Lauterbach wollten nichts er-klären, sondern nach Organen Lebender greifen ... Das ist verwerflich und offenbart eine Rechtsverdrehung im Sinne des Profits. Viele Sterbende sollten in ihrem Sterbeprozess ausgeschlachtet werden können, was ethisch und juristisch unhaltbar ist.*
Was behaupten Sie denn da für ein unverantwortliches Zeug? Das ist nach der ernsthaften Diskussion und der schwierigen Entscheidungsfindung einfach unverantwortlich, dumm und populistisch.

@15:31 von XXX99

"Wieso schon wieder online?"

Gute Frage. Aber auch Eintragungen in Papierausweisen werden nicht immer beachtet.
Die meisten Fehler im Krankenhaus passieren m.E. durch mangelnde Kommunikation bzw. Information.

Wenn es zu einer Mehrheit für

Wenn es zu einer Mehrheit für die Widerspruchsregelung gekommen wäre, hätte ich das akzeptiert und dennoch meine Einwände (Selbstbestimmungsrecht; Recht auf körperliche Unversehrtheit) benannt. Genauso finde ich in Ordnung, dass die Vertreter*innen der Widerspruchslösung ihre Bedenken weiter anbringen - vor allem den Widerspruch, dass Menschen von der Organspende anderer Menschen profitieren, obwohl sie nicht zur eigenen Spende bereit waren - und auf den hohen Wert der Lebensrettung verweisen.
Insgesamt finde ich den Weg zur Entscheidung und den Respekt, den die Vertreterinnen der unterschiedlichen Modelle füreinander haben, für wegweisend auch bei der Auseinandersetzung mit anderen Themen.

@15:42 von Traumfahrer Re Yolo !

"Dies zeigt sich in vielen Bereichen, dass die Hilfsbereitschaft und Miteinander immer mehr abnimmt und der Egoismus immer mehr zunimmt. Leider !!"

Das ist wohl so, aber für diese Feststellung haben Sie sich das falsche Thema ausgesucht. Wie jemand mit dem Zustand des Hirntods eines geliebten Menschen umgeht bzw. wie er das emfindet und welche Schlüsse er für sich selbst daraus zieht, ist eine zutiefst private Angelegenheit. Das sollten auch Sie respektieren.

15:53 von GrafStepenitz

Es ist doch nicht zuviel verlangt, wenn sich ein Erwachsener mit dem eigenen Tod auseinander setzt und sich entscheidet.
.
es ist zu viel verlangt !
ich will mein Schicksal nicht kennen
wissen wann meine letzte Stunde schlägt
wollen sie vorschreiben,
dass ein Mensch sich mit dem Unausweichlichen zu beschäftigen hat
statt es zu verdrängen ?

@19:58 von harry_up

Ich bitte zu bedenken, dass der Mensch auch nach seinem Tode oder während des Sterbens kein Schrottauto ist, für das diese o.g. Begriffe einst geprägt wurden und dort sicherlich angemessen sind.

Nun, genau das ist das Problem. Erstens: möchte ich im Zweifel schnell und in Ruhe sterben und nicht künstlich in einem Zustand gehalten wird, in dem mein Körper zwar endlich hirntot wird, aber eben noch nicht vollständig tot ist. (Stichwort Auto => Schrottplatz) Zweitens: So lange ich keine Einflussmöglichkeit habe, an wen ich letztlich meine Organe verschenke, bleiben sie unwiderruflich mein Eigentum. Gibt da einige, denen ich meinen Körper nicht gönne. Was mich letztlich zur dritten Frage führt: Würde ich weiterleben wollen, falls das nur durch die Organe eines Massenmörders möglich wäre? Nein, will ich nicht. Er soll nicht in irgendeiner Form in mir weiterleben dürfen. Ich lehne für mich sowohl Organspende, als auch -empfang ab.

Die Kirchen dürfen ihre

Die Kirchen dürfen ihre Meinung ja gerne haben, aber interessieren sollte sie die Politik in der Tat nicht.

Wunderbar hier ist natürlich auch die nicht vorhandene Logik bei der Meinung der Kirchen, denn wie stehen die wohl zu einer Zustimmungspflicht bei der Religionszugehörigkeit? Hier widersprichen die Kirchen sich also selber.

Nicht nur muss man, sollte man als Kind christlicher Eltern geboren sein, seiner Religionszugehörigkeit widersprechen, nein man muss auch noch für den Verwaltungsakt bezahlen!

@20:01 von collie4711

Zitat „ Die Frage sollte jährlich durch den Hausarzt gestellt werden.
Das jeweilige Resultat sollte auf der Gesundheitskarte gespeichert werden“

Es wird doch noch nicht einmal gespeichert, welche Krankheiten bestehen oder welche Medikamente genommen werde. Ihr Vorschlag ist daher nutzlos.

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