Ihre Meinung zu: Zahl der Organspenden ging 2019 leicht zurück

13. Januar 2020 - 10:56 Uhr

Kurz vor der Abstimmung im Bundestag hat die Deutsche Stiftung Organtransplantationen ihre Spendenbilanz 2019 vorgestellt. Deutschland bleibt im internationalen Vergleich ein Schlusslicht.

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Kommentare

muß man alles verkomplizieren ?

Eintrag in den Personalausweis
Spender ja / nein
ein potentieller Spender hat eine Option - im Fall der Fälle -
auf ein Spenderorgan der andere eben nicht

Der einzig mögliche Weg

Was immer im Parlament beschlossen wird - es muß den Konformitätsbedingungen des Rechtsstaates genügen. Dazu muß der Rechtsstaat auch funktionsfähig sein. Diese Funktionsfähigkeit ist infrage gestellt, wenn geltungsbedürftige Politiker die Justiz mit Gesetzen zumüllen, die nicht zielgerecht oder nicht rechtsstaatkonform oder beides sind.
Die Widerspruchskonstruktion ist in jedem Fall nicht grundgesetzkonform, kommt vor das Verfassungsgericht und muß dort scheitern. Sollte es anders kommen, würden die Verfassungsrichter, bei allem Respekt, nicht verstanden haben, wie Deutschland in seine größte Katastrophe geraten ist. Unvorstellbar !

11:23 von Esche999

Die Widerspruchskonstruktion ist in jedem Fall nicht grundgesetzkonform
.
wen kümmert das / sagt das
ist die Schwulenehe GG konform ?
alles ne Frage der politischen Auslegung

Menschenwürde

Als Bürger habe ich das Recht, frei zu entscheiden, ob ich Organe zur Verfügung stellen möchte oder nicht. Es kann nicht sein, dass darüber andere entscheiden, nur weil sie „gerade keine ausdrücklich negative Erklärung dazu von mir gefunden hat, wo es doch schnell gehen musste...“. Ich wäre gezwungen, ständig eine Erklärung bei mir zu tragen oder mich in ein (nicht existierendes) Register eintragen zu lassen. Und auch das böte keine absolute Sicherheit, dass mein Wille respektiert werden würde. Hier wäre Missbrauch Tür und Tor geöffnet und der menschliche Körper wäre noch zu Lebzeiten ein Objekt. Der Zwang zur Äußerung ist nicht zu rechtfertigen und wäre offensichtlich verfassungswidrig.

Das ist mal wieder typisches Parteien Hickhack...

...damit man bloß keine Wähler vergraulen. Dabei wäre es so einfach.

Wenn jemand tot ist, braucht er seine Organe nicht mehr und jemand anderem kann das Leben gerettet werden.

Wenn das jemand nicht will, muss er dem widersprechen. Somit keine Organspendeausweis, sondern ein "Nein, ich will nicht helfen" Ausweis.

Damit wäre das Spenderproblem gelöst, weil viele nur aus Faulheit keinen Spenderausweis haben und alle die dagegen sind können mit dem Widerspruch weiterhin Ihren Willen durchsetzen.

Wo liegt da bitte schön das Problem?

@Esche999 11:23

Im Gegensatz zu Ihnen bin ich kein Verfassungsrechtsexperte; Aber ich sehe hier nichts was gegen das Grundgesetz geht.
Solange jeder die Freiheit hat zu entscheiden ist alles okay.

Jede sollte selbst

Jede sollte selbst entscheiden, und auch seine Einwilligung zur Organspende schriftlich niederlegen und auch widerrufen können. Ein Parlament darf und sollte darüber nicht entscheiden.

@11:02 von Sisyphos3

„Eintrag in den Personalausweis
Spender ja / nein
ein potentieller Spender hat eine Option - im Fall der Fälle -
auf ein Spenderorgan der andere eben nicht“

Mit Verlaub, aber das ist Unsinn und im Übrigen ungesetzlich:
Mit Hilfe des Personalausweises muss ich mich bei Banken, Behörden etc. legitimieren, und die dort tätigen Personen geht es gar nichts an, ob ich für oder gegen Organspende bin. Das wäre eine ganz massive Verletzung des Datenschutzes.

Jeder hat Anspruch auf ein Spenderorgan

@ Sisyphos3:
Eintrag in den Personalausweis
Spender ja / nein
ein potentieller Spender hat eine Option - im Fall der Fälle - auf ein Spenderorgan der andere eben nicht.

Den anderen wird es nicht geben, weil jeder, der ein Spenderorgan braucht, das ja jederzeit eintragen lassen kann.

Rechtsstaat

"Was immer im Parlament beschlossen wird - es muß den Konformitätsbedingungen des Rechtsstaates genügen."

Selbstverständlich.

"Die Widerspruchskonstruktion ist in jedem Fall nicht grundgesetzkonform, kommt vor das Verfassungsgericht und muß dort scheitern."

Ob etwas grundgesetzkonform ist oder nicht entscheidet allein das Bundesverfassungsgericht.

Glaubwürdigkeit

"Eintrag in den Personalausweis
Spender ja / nein
ein potentieller Spender hat eine Option - im Fall der Fälle -
auf ein Spenderorgan der andere eben nicht"

Damit es klar ist: gemeint ist, dass nur diejenigen Spenderorganen erhalten dürfen, die auch bereit sind, zu spenden. Dies sollte man zunächst einführen. Wenn es immer noch zu wenige gibt, dann die Widerspruchslösung.

Es ist ein typisches Beispiel für die...

...Hilflosigkeit einer Politik, die nicht
im Mindesten verstanden hat, dass
die Frage einer Organspende vor
ALLEM EINE FRAGE DES VERTRAUENS
ist!!
Solange weltweit noch immer und
bisher mit eher steigender Tendenz
Organhandel ein skrupelloses
Geschäft ist, kann man diese Frage
des Vertrauens eben nicht per
Gesetz regeln!! Auch Hierzulande
hat man das Vertrauen ebenso mit
fragwürdigen Methoden zerstört!
Die Würde des Menschen ( auch die
eines Toten) ist unantastbar!
Ein Zweifel daran ist nicht erlaubt
und ich muß dies nicht durch einen
oktruierten Widerspruch auch noch
bestätigen!
Deshalb kann die Bereitschaft ein
Organ zu spenden (!!) nur auf
freiwilliger Basis und ohne JEDEN
Zwang, oder Automatismus
erfolgen!
https://www.bundestag.de/resource
/blob/559594/572de8efca505199d1
d72379ae77dfff/WD-7-023-17-pdf-
data.pdf

12:14 von leider geil

warum so schwerfällig
macht man es eben wie bei einer Versicherung
da kann man auch nicht abschließen
wenn der Versicherungsfall schon eingetreten ist

keine Lücke

"Den anderen wird es nicht geben, weil jeder, der ein Spenderorgan braucht, das ja jederzeit eintragen lassen kann."

Selbstverständlich, wie in etwa bei der Wartezeit bei einer Versicherung, gelten Einträge, die nach der Entdeckung der entsprechenden Krankheit vorgenommen worden sind, nicht.

re sisyphos3

"Die Widerspruchskonstruktion ist in jedem Fall nicht grundgesetzkonform
.
wen kümmert das / sagt das
ist die Schwulenehe GG konform ?
alles ne Frage der politischen Auslegung"

Schon wieder zwei Fehler.
- Es "kümmert" viele, ob irgendwas GG-konform ist.
- Keine Frage der politischen, sondern der verfassungsrechtlichen Auslegung.

Würde des Menschen

"Die Würde des Menschen ( auch die
eines Toten) ist unantastbar!"

Man könnte auch argumentieren, dass ein Organspender mehr Menschenwürde hat.

"Kurz vor der Abstimmung im Bundestag hat die Deutsche Stiftung Organtransplantationen ihre Spendenbilanz 2019 vorgestellt. Deutschland bleibt im internationalen Vergleich ein Schlusslicht"

Das kann so jedenfalls nicht bleiben:

"Laut DSO waren zum Jahresende mehr als 9000 Menschen für eine Transplantation registriert. Außerdem gibt es jährlich mehr als 1000 Patientinnen und Patienten, deren Gesundheitszustand sich seit ihrer Anmeldung auf die Warteliste so verschlechtert hat, dass eine Transplantation nicht mehr möglich war oder die sogar auf der Warteliste verstorben sind".

Es muss sofort nach einer geeigneten Lösung gesucht werden, mit der diesem Missstand abgeholfen UND zugleich das Selbstbestimmungsrecht jedes einzelnen Bürgers gewährleistet werden kann.

@ Sisyphos3

... grundgesetzkonform wen kümmert das / sagt das ist die Schwulenehe GG konform ?
alles ne Frage der politischen Auslegung

Was sonst? Dachten Sie das GG ist gottgegeben. Verfassungsrechtlich in Ordnung ist, was das Verfassungsgericht entscheidet.

Vertrauen

Wenn ich müßte, dass meine Organe im Fall der Fälle wirklich Bedürftige bekommen wäre ich sofort Spender.
ABER. Ich habe lernen müssen, dass auch hier nur Geld zählt.
Verstöße werden typisch deutsch rechtsstaatskonform geahndet - bei einem teuren Anwalt also gar nicht.
Das ist das Problem - nicht nur hier!

Staat hat kein Recht

Wo bleibt da die Körperliche Unversehrtheit?
Der Minister wird verklagt werden.

Widerspruchslösung

Ich bin für die Widerspruchslösung. Wer nicht Spender werden will, dokumentiert das eben. Fertig. Wer nichts unternimmt, kann nach dem Ableben Spender werden.

Und ich sehe keinen Grund, weshalb diese Widerspruchslösung gegen die Menschenrechte oder gegen das GG sein sollte.

GG-Konformität

Das BVerfG könnte zum Ergebnis kommen, dass das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit nach Art. 2 Abs. 2 GG gegenüber den Interessen der Allgemeinheit und des Staates überwiegt, sprich die Widerspruchslösung verstößt dagegen.
Das Leben wird bereits ungeboren geschützt und dieser verfassungsrechtliche Schutz geht über den Tod hinaus (z.B. gibt es eine Totenruhe, eine Obduktion darf nicht anlasslos erfolgen etc.).
Ich wäre gespannt auf ein Urteil aus Karlsruhe. Die Grundrechte sind ein hohes und tolles Gut. Um den Weg für die Widerspruchslösung zu ebnen, müsste dieses Grundrecht eine neue sog. Schranke erfahren. Keine leichte Aufgabe, wie ich finde.
Schade ist aber, dass man diese Diskussion überhaupt führen muss. Ich habe seit über fünf Jahren einen Organspendeausweis, Faulheit ist hier keine passable Ausrede.

1. Die hier zum Teil genannte

1. Die hier zum Teil genannte Forderung, dass nur SpenderInnen auch Organspenden erhalten dürften, ist unmenschlich und an der Realität vorbei. Alle potenziellen Patienten, die (noch) nicht, oder nicht mehr in der Lage sind, sich als SpenderIn zu registrieren, wären damit raus. Unvorstellbar!

2. Eine Spende ist freiwillig, mithin darf von staatlicher Seite keine (noch so kleine) Hürde aufgebaut werden. Eine Spende ist eine individuelle, aktive Entscheidung. Die geplante Regelung wird vor dem Bundesverfassungsgericht in dieser Form scheitern.

3. Es wurde mehrfach festgestellt, dass eine Vielzahl von SpenderInnen als solche in den Kliniken nicht erkannt wird. An dieser Stelle sollten die Herren Spahn und Heil ansetzen.

4. Im Falle einer Widerspruchslösung werden m. A. nach viele Menschen "lieber" widersprechen als ein letztendlich doch entmüdigter Spender zu werden.

@ Esche999

Die Widerspruchskonstruktion ist in jedem Fall nicht grundgesetzkonform

Sorry, das muss das Verfassungsgericht entscheiden. Vorausgesetzt es klagt jemand.

Es wurde berichtet, dass etwa

Es wurde berichtet, dass etwa 40% aller Einwohner Deutschlands über 16 einen Organspenderausweis haben.
Abgesehen davon, dass natürlich zu fragen wäre, ob diese Menschen den auch immer bei sich tragen, wenn sie auf die Intensivstation gefahren werden, bedeutet das doch, dass selbst dann, wenn es eine Pflicht zur Organspende bei Hirntod ohne Widerspruchsmöglichkeit gäbe, es nur gut doppelt so viele Organe zur Transplantation aus Deutschland gäbe.
An anderer Stelle habe ich aber gelesen, dass der Löwenanteil der in Deutschland transplantierten Organe aus dem Ausland kommt.
Was begründet dann die Hoffnung, so viele Organe aus Bewohnern Deutschlands entnehmen zu können, wie sie Patienten in Deutschland transplantiert werden?

11:37 von WB0815

“Als Bürger habe ich das Recht, frei zu entscheiden, ob ich Organe zur Verfügung stellen möchte oder nicht.“
So ist das bzw. sollte das sein.
Dann aber müsste sich der-/diejenige auch darüber klar sein, dass er/sie auch kein Recht auf ein Organ, gespendet durch Andere, haben sollte. Es werden offensichtlich von deutschen Kranken gerne Organe genommen die von ausländischen Spendern kommen. Länder, in denen man einer Spende widersprechen muss und es demzufolge mehr gespendete Organe gibt.
Ich habe einen Organspendeausweis, weil ich im Fall des Falles evt. mit einem gespendeten Organ weiterleben möchte.

irrelevant

"https://www.bundestag.de/resource
/blob/559594/572de8efca505199d1
d72379ae77dfff/WD-7-023-17-pdf-
data.pdf"

Hier geht es um Organhandel. Das ist etwas anderes.

Eigentlich sind das zwei paar Schuhe. Wenn überhaupt würden mehr Spender den Organhandel eindämmen.

@ Esche999

Die Widerspruchskonstruktion ist in jedem Fall nicht grundgesetzkonform, kommt vor das Verfassungsgericht und muß dort scheitern.

Muss? Wieso muss?
Erst einmal müsste jemand (dessen Grundrechte verletzt werden) Klage einreichen. Und dann müsste sich der Kläger fragen lassen, warum er nicht einfach formlos erklärt, nicht Spender sein zu wollen. In dem Moment ist er ja schon nicht mehr klageberechtigt.

@ Sisyphos3

... wen kümmert das / sagt das ist die Schwulenehe GG konform ?

Wer sollte denn gegen die "Schwulenehe" (Ihr Zitat) zur Klage berechtigt sein? Welche Grundrechte werden denn durch eine Gleichberechtigung verletzt?

Solange mir keiner erklärt

Solange mir keiner erklärt warum Organe nur unter Narkose entnommen werden, obwohl der Spender ja eigentlich mausetot ist, solange bekommt niemand meine Organe.

Fragwürdiger Organhandel in Deutschland

In unserem Lande wurde mit Organen fragwürdiger Handel getrieben. Deshalb
weigern sich die Deutschen, dem Handel mit Organen zuzustimmen. "Weil Du reich bist, bekommst Du für viel Geld ein Organ!"
So sah es in unserem Lande aus. Das will ich auf keinen Fall mehr!!

@ Esche999

Was immer im Parlament beschlossen wird - es muß den Konformitätsbedingungen des Rechtsstaates genügen. Dazu muß der Rechtsstaat auch funktionsfähig sein. Diese Funktionsfähigkeit ist infrage gestellt, wenn geltungsbedürftige Politiker ...

Gesetz ist Gesetz, das muss ich einhalten. Da geht es nicht drum, ob ich Bock habe oder Politiker mag oder nicht.

Kopfschütteln

Ich bin entsetzt welche Diskussionen geführt werden.

1. Grundsätzlich ändert sich nichts, NUR man muss nun mal sein Gehirn einschalten und eine Entscheidung treffen. Ja früher, da war es bequem. Man musste gar nicht darüber nachdenken. Man war einfach kein Spender. Wie bequem.
2. Alle die nach Selbstbestimmung schreien, die bleibt bestehen.
3. Alle die es ablehnen zu spenden, versetzt euch in die andere Lage. Lieber sterben mit 50 Jahre, Kinder und Frau alleine lassen, als eine Nierenspende zu erhalten ?
4. Moralapostel spielen und andere Menschen, Kinder und Familienväter sterben lassen.
Ich schäme mich für so viel Dummheit und Unwissenheit was Organspende angeht.

@ Senator1

Deshalb kann die Bereitschaft ein
Organ zu spenden (!!) nur auf
freiwilliger Basis und ohne JEDEN
Zwang, oder Automatismus
erfolgen!

Meines Wissens ist auch nichts anderes geplant. Auch in der Widerspruchslösung ist keinerlei Zwang enthalten.

re daneel !

Bei dieser Frage sollte es nicht um die Frage gehen, ob die Widerspruchslösung dem Grundgesetz entspricht, sondern, wie weit sind hier in D die Menschen bereit, anderen Menschen in großer Not zu helfen, z.B. durch ein Organ, und dies auch nach dem Tod.
Natürlich hat jeder das Recht zu sagen oder zu schreiben, ich will dies nicht, aber ich kann es nicht nach vollziehen, dass so viele so wenig Herz und Mut zeigen, selbst nach dem Tod ein Organ für einen anderen zu geben, um dieser anderen Person damit das Leben zu verlängern.
Dieses Gezerre um die Frage ob die Widerspruchslösung dem Grundgesetz entspricht, ist nur ein Ablenken vom eigentlichen Problem.
All den Nörglern hier empfehle ich den gang in eine Klinik, in der Menschen auf ein neues Organ warten. Dort können sie sich mal mit diesen Personen unterhalten und ihnen dann direkt sagen, ich habe keine Lust aufs Spenden von Organen, weil mir mein Körper heilig ist. Wenn sie den Mut dazu haben !!!

Ein wichtiger Parameter fehlt!

Der tagesschau.de-Artikel bezieht sich auf die neusten Zahlen des Statiastischen Bundesamtes zur Organspende im Jahr 2019.
Ein ganz wichtiger Satz aus der Mitteilung des Statistischen Bundesamtes wird hier allerdings einfach unberücksichtigt gelassen:

"Im Jahr 2018 wurden 67 Prozent der 1.416 möglichen Spender tatsächlich Organspender."
(Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/70873/umfrage/
anzahl-der-postmortalen-organspender-in-deutschland/ )

Das bedeutet, es gab zwar im Jahr 2018 nur 955 Organspender in Deutschland, also etwas mehr als 11 pro Million Einwohner. Aber selbst bei einer Organspenderquote von 100% hätten wir in 2018 nur 1416 Organspender in Deutschland gehabt, was ca. 17 Spender pro Million Einwohner entsprochen hätte.

Es bedeutet auch, dass die Organspenderquote in Deutschland im Jahr 2018 bei 67% lag, da würde ich mal gerne einen Vergleich zu den anderen europäischen Ländern sehen.

Wie kann man eine solch hohe Quote noch steigern?

@ Sisyphos3

muß man alles verkomplizieren ? Eintrag in den Personalausweis Spender ja / nein

In einem Personalausweis haben politische, religiöse oder ethische Überzeugungen nichts, aber auch gar nichts, verloren.

Organhandel

Wäre Organhandel noch rentabel, wenn es genügend Spenderorgane gäbe?
Bekommen auch solche Menschen ein Spenderorgan, die selbst keins spenden würden?
Ist es nicht eine tröstliche Aussicht, dass ein Teil von mir nach meinem Tod in einem anderen Menschen weiterlebt?
Der Organspendeausweis ist so ein "man müsste mal". Viele Menschen haben keinen, weil sie nicht daran denken. Menschen zu informieren und immer wieder mit der Frage zu konfrontieren, sollte das Mindeste sein, was wir für kranke Menschen, die dringend auf ein Organ warten, tun sollten.
Prinzipiell finde ich auch die Widerspruchslösung gut. Bei der Beurteilung derselben könnte
man mal in jenen Ländern nach Erfahrungen fragen, die das schon länger praktizieren. Das fehlte mir bisher in der Berichterstattung.

@Didib57

"Jede sollte selbst entscheiden, und auch seine Einwilligung zur Organspende schriftlich niederlegen und auch widerrufen können."

Das wäre bei allen der diskutierten Varianten ohne weiteres möglich.

"Ein Parlament darf und sollte darüber nicht entscheiden."

Doch, das muss es sogar.
Wir haben sie gewählt, damit sie genau solche Entscheidungen für uns treffen.

Organspende !

Bis jetzt hat natürlich jeder das Recht frei zu entscheiden. Aber genau das ist das Problem, das zeigt sich nicht nur hier so, sondern in etlichen anderen Punkten auch.
Minister setzen bei etlichen Themen z. B. bei Firmen auf Freiwilligkeit. Dann sind es nur sehr wenige, die sich freiwillig verpflichten, etwas zu verbessern.
Bei diesem Thema der Organspende wollen sehr viele es genau so lassen, sonst müssten sie sich ja Gedanken machen und tätig werden, um selbst nach dem Tod ja ihre Organe zu behalten.
Dazu eine ziemlich provozierende Frage : Warum ??? Brauchen sie nach ihrem Ableben all die Organe in einem zweiten Leben ?????

Ich habe das gestern schon gesagt und bin immer noch der...

...Überzeugung, daß eine Organspende auch eine freiwillige Spende bleiben muß ohne irgendwelche Einträge in irgendwelchen Dokumenten etc. p.p..

---

Die Widerrufslösung ist keine Lösung des Problems an sich und verstößt meiner Ansicht nach
gegen das Grundgesetz und der eigenen Selbstbestimmung.
Dieses Recht auf meinen Körper egal ob lebend oder tot, wirkt schwerer, viel schwerer als der Wunsch eines Patienten
auf ein Spenderorgan.
Das hört sich menschenverachtent an, ist es aber nicht.

---

Viel wichtiger wäre die Aufklärung über die Organspende und eine 100% Sicherheit,
daß ein evtl. Spender keinerlei Schaden oder gar Qualen erleiden muß, bei einer Organspende.
Denn eine Organspende wird nie von einem Toten genommen sondern derjenige ist "nur" hirntod.
Die Organe aber werden maschinell künstlich am leben erhalten und der Körper quasi "ausgeschlachtet".

Unter einem würdevollen Sterben stelle ich mir etwas anderes vor.

@ Senator1

Die Würde des Menschen ( auch die
eines Toten) ist unantastbar!

Die Organentnahme post mortem ist in keinem mir bekannten Land rechtlich gesehen ein Widerspruch zur Totenruhe.

Wer entscheidet?

"Keine Frage der politischen, sondern der verfassungsrechtlichen Auslegung."

Richtig. Und darüber entscheidet das Bundesverfassungsgericht, sonst keiner.

@12:16 von daneel - Wie bitte?

...Nur wer selber Spender ist, darf auch Spenderorgane erhalten?
Wie sind Sie denn drauf?

---

Was ist denn mit den Leuten, die vielleicht spenden würden,
es aber nicht können oder dürfen?
Diesen Menschen verbieten Sie quasi, daß ihnen geholfen wird, im Falle des Falles.

Haben Sie darüber vielleicht vorher nachgedacht,
bevor Sie Ihren Beitrag hier reingesetzt haben
oder ist es Ihnen vielleicht sogar bewußt, daß Sie diese Menschen ggf. zum Tode verurteilen?

@ MichlPaul

Staat hat kein Recht. Wo bleibt da die Körperliche Unversehrtheit?
Der Minister wird verklagt werden.

Wo ist das Problem? Wenn Sie in "körperlicher Unversehrtheit" beerdigt werden möchten, brauchen Sie ja nur zu widersprechen. Und fertig. Wollen Sie für diesen Miniaufwand glaubhaft jemanden verklagen?

re denkerist

"Wenn ich müßte, dass meine Organe im Fall der Fälle wirklich Bedürftige bekommen wäre ich sofort Spender.
ABER. Ich habe lernen müssen, dass auch hier nur Geld zählt."

Dass Geld zählt haben Sie gar nicht lernen können, weil keine einzige Manipulation für Geld nachgewiesen worden ist.

Im Übrigen habe ich tendenziell den Eindruck, dass das ein beliebter Vorwand ist, um sich überhaupt vor dem Thema zu drücken.

So nicht!

Die Widerspruschlösung öffnet dem Mißbrauch Tür und Tor. In einer Welt, in der vom "Gesundheitsmarkt" geredet und das auch noch als völlig normal angesehen wird, muß man davon ausgehen, daß der Mißbrauch stattfinden wird. Die Frage wäre nur wann.

@ Senator1

Solange weltweit noch immer und
bisher mit eher steigender Tendenz
Organhandel ein skrupelloses
Geschäft ist ...

Glauben Sie im Ernst, dass Sie dem internationalen Organhandel entgegen wirken, wenn Sie die Widerspruchslösung ablehnen?

Vorweg: Ich bin ein absoluter

Vorweg: Ich bin ein absoluter Befürworter der Organspende und habe seit vielen Jahren den Organspendeausweis. Aber stellvertretend für viele andere Abgeordnete quer durch Parteien und Fraktionen hat Herr Gröhe recht, wenn er sagt "Spende muss Spende bleiben", und es ist ethisch höchst bedenklich, da gerade beim Recht auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit die Situation umzudrehen in der Widerspruchslösung. Allein schon die rechtliche Grauzone bei Fehlern der Registrierung und Dokumentation lässt mich von der Widerspruchslösung Abstand nehmen. Information, Aufklärung und Transparenz bei Entnahme, Vergabe etc. sind erforderlich - kein noch so sanfter Zwang, der das Selbstbestimmungrecht und das recht auf körperliche Unversehrtheit verkehrt.

Hier die Erklärung

@ Kölner1:
Solange mir keiner erklärt warum Organe nur unter Narkose entnommen werden, ...

Hirntod heißt ja nicht, dass es keine Muskelreflexe mehr gibt.

Erstmal ist Organspende keine

Erstmal ist Organspende keine Selbstverständlichkeit. Dann muss man mal sehen, warum etwas kaputt ist. Spenderlunge für Kettenraucher muss ja nicht sein. Dafür wollte ich nichts geben. Und ohne Bereitschaft, Organe zu spenden, braucht man auch keines bekommen.
Aus ganz genau den gleichen Gründen.

Vorschlag: wenn ich mich entschieden

habe, kein Organ Spender zu sein, dann schließe ich mich auch als Organempfänger aus. Die Modalitäten dafür können im Perso vermerkt werden.

@ Biocreature

Dieses Recht auf meinen Körper egal ob lebend oder tot, wirkt schwerer, viel schwerer als der Wunsch eines Patienten
auf ein Spenderorgan.

Das sehe ich genau anders herum.
Aber Sie brauchen ja außerdem einfach nur zu widersprechen.


Das hört sich menschenverachtent an, ist es aber nicht.

Ich kann Ihre Position verstehen (auch wenn ich sie nicht teile) und würde sie nie als menschenverachtend abtun.

re exilrüganer

" Eine Spende ist freiwillig, mithin darf von staatlicher Seite keine (noch so kleine) Hürde aufgebaut werden. Eine Spende ist eine individuelle, aktive Entscheidung. Die geplante Regelung wird vor dem Bundesverfassungsgericht in dieser Form scheitern."

Auch für Sie der eigentlich selbstverständliche Hinweis, dass hierüber Verfassungsrichter und nit x-beliebige Foristen entscheiden.

"Im Falle einer Widerspruchslösung werden m. A. nach viele Menschen "lieber" widersprechen als ein letztendlich doch entmüdigter Spender zu werden."

Reine Spekulation aus Wunschdenken.

Vergleich mit Spanien

In dem Bericht zum Thema bei destatis (Link in meinem vorherigen Beitrag) wird Spanien mit 49 Spendern pro Million Einwohner als Vergleich zu Deutschland (mit ca. 11 tatsächlichen und ca. 17 möglichen Spendern pro Million Einwohner) aufgeführt.

Nun ist ja jeder Spender ein junger und gesunder Mensch, der eines unnatürlichen Todes gestorben ist.
Wäre es da nicht eher angebacht, mal nachzuforschen, warum in Spanien mehr als dreimal soviele junge, gesunde Menschen eines unnatürlichen Todes sterben als in Deutschland, statt Spanien als leuchtendes Vorbild bei der Organspende hinzustellen? (In dem Bericht von destatis)

@Biocreature

"Denn eine Organspende wird nie von einem Toten genommen sondern derjenige ist "nur" hirntod.
Die Organe aber werden maschinell künstlich am leben erhalten und der Körper quasi "ausgeschlachtet"."

Eine Ergänzung: Der Begriff "hirntot" wurde erfunden, um Organtransplantation gesellschaftsfähig zu machen.
Tote Organe können nicht transplantiert werden.

Darstellung: