Ihre Meinung zu: Pakistans Ex-Präsident Musharraf in Abwesenheit zum Tode verurteilt

17. Dezember 2019 - 11:29 Uhr

Pakistans ehemaliger Militärdiktator Musharraf ist in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden. Ein Sondergericht wirft ihm Hochverrat aufgrund der Verhängung des Ausnahmezustands im Jahr 2007 vor.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
1
Durchschnitt: 1 (1 vote)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Verrat am Volk

Immer häufiger wehren sich Menschen gegen Politiker und Macht-Cliquen, die einen Staat und dessen Bevölkerung für ihre eigenen Interessen - Macht und Geld - radikal ausquetschen.

Und gottlob werden auch einige von ihnen - aber noch viel zu wenige - vor den Kadi gezerrt und zur Verantwortung gezogen.

Ein wichtiger Grundgedanke der Aufklärung - der Staat gehört dem Volk und nicht einer kleinen Clique - wirkt also noch.

Hoffentlich werden bald auch die Geschichtsbücher umgeschrieben, und der Glorienschein von den schlimmsten Schlächtern der Menschheits-Geschichte entfernt. Sie taugen heute nicht mehr als Vorbilder.

Andere Länder, andere Strafen

Die katalanischen Separatisten wurden auch wegen Hochverrats verurteilt, da haben die echt Glück gehabt in einem Land wie Spanien zu leben. Jetzt werden sie von Sanchez wahrscheinlich begnadigt, weil er für die Regierungsbildung ihre Stimmen braucht.

@ um 11:11 von Wolfgang E S

"Hoffentlich werden bald auch die Geschichtsbücher umgeschrieben, und der Glorienschein von den schlimmsten Schlächtern der Menschheits-Geschichte entfernt. Sie taugen heute nicht mehr als Vorbilder."
.
Wen meinen Sie denn? Stalin? Hitler? Caligula? Che Guevara? Oder noch lebende Politiker?

11:11 von Wolfgang E S

Zitar TS: “Fünf Jahre später kehrte er als Vorsitzender der zuvor neu gegründeten politischen Partei "All Pakistan Muslim League" zurück, um bei den Parlamentswahlen anzutreten. Kurz darauf eröffnete ein Sondergericht den Prozess wegen Hochverrats.“

Nicht das Volk hat sich gewehrt.
Warum wohl wurde kurz nach Bekanntwerden seiner Kandidatur der Prozess eröffnet? Von einem “Sonder“gericht, das eigens für diesen Prozess eingerichtet wurde. Eingerichtet von seinem politischen Gegner Nawaz Sharif.
Ich gehe davon aus (und auch meine pakistanische Verwandtschaft), dass Herr Musharraf mit seiner Begründung recht hat.
@Wolfgang E S, Herr Musharraf kam durch einen unblutigen! Putsch an die Macht und war laizistisch eingestellt. Eigentlich das, was Pakistan gut getan hat. Ich z.B. kann mich an die Regierungszeit gut erinnern. Die meisten Bürger (natürlich nicht die Anhänger Sharifs und religiöser Gruppen) waren mit der Regierung Musharraf zufrieden.

Am 17. Dezember 2019 um 11:24 von Ritchi

Wir sollten spätestens bei Alexander dem Großen anfangen, Karl den Großen nicht außen vor lassen und auch Napoleon als das sehen was er war, ein machtberauschter Eroberer, dem kein Leben etwas galt.

Aber das sind nur einige "Lichtgestalten" aus unseren Geschichtsbüchern. Die Liste könnte man endlos fortführen.

Todesstrafe?

Das ist heute nicht mehr zeitgemäß! Heutzutage wäre eine Haftstrafe für schweres Unrecht angemessen- Nicht Rache, sondern Schutz der redlichen Bevölkerung, sollte in fortschrittlichen Ländern für Strafe leitend sein.
Eine Verurteilung zum Tod, ohne dass sich der Beschuldigte in angemessener Weise verteidigen konnte, wäre auch in früheren Zeiten, als barbarisch empfunden worden!

@Feo

Von welchen früheren Zeiten reden sie ? Selbst in DE wurde die Todesstrafe erst 1945 abgeschafft. Im Landesrecht von Hessen ist die Todesstrafe immer noch verankert.

Meiner Meinung nach hat die Todesstrafe auch nichts mit Rache zu tun, da nur in wenigen Ländern die geschädigte Partei den Henker spielt.

Je nach schwere der Tat bin ich durchaus für die Todesstrafe, wieso soll der Steuerzahler für ne Lebenslange Unterbringung Zahlen ?

Allerdings setzt das einen brauchbaren Justizapparat voraus, den gibt's in Pakistan sicher nicht.

Am 17. Dezember 2019 um 11:34 von Margareta K.

Ich kenne die Geschichte Pakistans nicht gut genug, um eine eigene profunde Meinung über Herrn Musharraf entwickeln zu können. Deshalb habe ich die Verurteilung des Herrn M. zum Anlass für meinen Kommentar genommen, aber nicht diesen speziellen Fall kommentiert.
Was man jedoch auch als Außenstehender zum Fall M. sagen kann:
1. Er hat sich an die Macht geputscht, ist also nicht auf legale Art und Weise an die Macht gelangt.
2. Er hat eine Menge missliebiger Richter entlassen.
3. Gegen ihn gab es Amtsenthebungsverfahren.
4. Sein Versuch, später in einer legalen Wahl an die Macht zu kommen, ist gescheitert. So beliebt und geachtet wie Sie schreiben, kann er also nicht gewesen sein.
5. Die Nützlichkeit eines pakistanischen Präsidenten für die westliche Welt ist nicht objektiver Maßstab für ein Urteil über ihn. Jeder Staat ist souverän und entscheidet allein, von wem und nach welchem Wertesystem er regiert wird - jedenfalls soll es so sein.

Todesstrafe

In Pakistan reicht es schon das jemand behauptet man habe den Propheten beleidigt um zu Tode verurteilt zu werden. Bekanntestes Beispiel ist die Christin Asia Bibi. Oft kommt es gar nicht zu einem Prozess weil ein blutrünstiger Mob den angeblichen Täter lyncht.

Nicht mehr zeitgemäß?

Ein Kindesmord hat sich in der Jetztzeit nicht verändert, er bleibt ein Kindesmord und verdient die Todesstrafe wenn die Beweise stimmen (Gäfken). Das gilt auch für einige andere Morde, nach m.M.

@ 11:58 von Meddl-Kaschper 67

Ich bin gespannt ob Sie die Todesstrafe immer noch so toll fänden, wenn Sie unschuldig angeklagt sind (kommt auch in den westlichen freiheitlichen Demokratien vor)...
Ansonsten ist Pakistan weit von Gewaltenteilung entfernt, da stimme ich Ihnen zu!

Alles Gute an Herrn

Alles Gute an Herrn Musharraf.
Sehr guter Politiker. Er war ein Glücksfall und ein Lichtblick für Pakistan.

Todesstrafe ist keine Lösung..

..denn sie kann nicht mehr revidiert werden...

Oft kommen Delinquenten nach Jahrzehnten frei, deren Unschuld sich erwiesen hat..dies wäre bei vollzogener Todesstrafe nicht mehr mehr möglich..

@Glücklicher Leser

Kein System ist perfekt. Allerdings denke ich, dass bei unserem laschen Justizsystem die Gefahr größer ist von nem Widerholungstäter abgestochen oder von nem vorverurteilten Raser überfahren zu werden.

Mal davon abgesehen, halte ich unseren kaputtgesparten Justizapparat auch nicht für geeignet nen guten Job abzuliefern.

11:58 von Meddl-Kaschper 67 : Todesstrafe

1. Im Landesrecht Hessens ist die Todesstrafe inzwischen auch abgeschafft.
2. Der einzige Grund für die Todesstrafe ist Rache an einem Menschen, der schlimmes verbrochen hat (meistens Mord).
3. Bei der Todesstrafe handelt es sich im staatlich sanktionierten Mord, aber es bleibt trotzdem Mord.
4. Eine Lebenslange Haft kostet den Staat weniger als die Todesstrafe. Das haben viele Verfahren in den USA gezeigt.

5. Das wichtigste Argument gegen die Todesstrafe ist aber, dass man sie im Falle eines Justizirrtums nicht rückgängig machen kann. Auch dazu gibt es Untersuchungen aus den USA. Dort hat sich gezeigt, dass bei ca. 4% der Hingerichteten später festgestellt wurde, dass sie unschuldig waren.

Die Todesstrafe ist in jedem Fall unmenschlich und daher abzulehnen.

Todesstrafe !

In den Ländern dieser Region ist es leider noch üblich, dass verschiedene Clans versuchen, sich durch zu setzen, an die Macht kommen wollen und dafür drastische Strafen verhängen, für oft kleine Vergehen. Dann sind dort halt sehr viele Muslime, die ihre uralten und verstaubten regeln gnadenlos durch ziehen.
So war es aber auch sehr viel früher im Christentum, da wurde oft auch so manches Unrecht begangen. Und es gibt heute leider auch noch verschiedene kleinere religiöse Gruppen, die vorsintflutliche Regeln haben und sie anwenden.
Das mit der Todesstrafe kann man ziemlich gemischt betrachten. Einerseits ja, bei bestimmten sehr schweren Verbrechen, aber bei einem angeblichen Hochverrat, finde ich es nicht angebracht.
Da soll doch nur ein politischer Gegner eliminiert werden, mehr nicht !

Am 17. Dezember 2019 um 12:20 von sagen

"Alles Gute an Herrn Musharraf.
Sehr guter Politiker. Er war ein Glücksfall und ein Lichtblick für Pakistan."

Zumindest war er ein Glücksfall für den Westen und insbesondere Herrn Bush.
Ob er ein ein Glücksfall für Pakistan war, darf bezweifelt werden. Er hat sich einer demokratischen Wahl gestellt und ist durchgefallen. Vielleicht war das Staatsvolk nicht das richtige für ihn.

Menschenverachtende Anmaßung

"Ein Sondergericht wirft ihm Hochverrat aufgrund der Verhängung des Ausnahmezustands im Jahr 2007 vor"

Was auch immer wer wem mit welcher Begründung vorwirft und ob diese Vorwürfe tatsächlich zutreffend sind oder nicht: Man kann Unrecht nicht mit Unrecht "vergelten".

Die Todesstrafe ist immer eine ungeheuerliche Anmaßung, hat erwiesenermaßen keine abschreckende Wirkung (ganz im Gegenteil!) und gehört abgeschafft. Weltweit.

@Meddl-Kaschper 67

Bitte entschuldigen Sie einen Korrekturvorschlag: Die Todesstrafe auf deutschem Boden wurde erst 1987 abgeschafft.

Wolfgang ES um11:11

Leider kann ich Ihnen nicht zustimmen. An Musharraf kann auch ich mich gut erinnern. Ein umgänglicher und gemäßigter Offizier. Im Inneren und nach Außen auf Ausgleich bedacht. Er war wenig religiös, relativ westlich und wohl deshalb bei Fundamentalisten verhasst; bis heute.

Andere Länder, andere Sitten

Andere Länder, andere Sitten. In Indien wurden vor kurzem vier Männer, die als Massenvergealtiger und Mörder bei der Tatortsbegehung auf der Flucht erschossen! Und trauert jemand um diese? Nein, die Bevölkerung war der Meinung, wer Böses getan hat und flüchten will, muss neutralisiert werden.

Notstand ausrufen

Lesson's learned: Notstand nur ausrufen, wenn's tatsächlich zutrifft. Die Opposition tot machen und die Justiz "geradebiegen" geht halt gar nicht. Ein Todesurteil ist allerdings nicht richtig - wenngleich manche Haft grausamer sein kann als ein Ende.

Die Todesstrafe ist abzulehnen!

Wenn in einem Land wie Pakistan ein Gericht eine Strafe gegen einen Ex-Politiker verhängt, sollten ohnehin alle Alarmglocken läuten. Aber abseits davon:

Die Todesstrafe hat in einem zivilisierten Land nichts zu suchen! Es kann nicht sein, dass ein Staat ein Verfahren vorhält, um bewusst/vorsätzlich einem Menschen das Leben zu nehmen. Das ist sowohl mit der Würde des Menschen, als auch mit der eines funktionierenden Rechtsstaats nicht zu vereinbaren. Die absurden Vorkommnisse bei der Vollstreckung solcher Strafen in den USA, über die man immer mal wieder hört, zeigen das m. E. mehr als deutlich.

Völlig daneben finde ich, die Kosten der Haftunterbringung anzuführen. Einen Menschen zu töten, weil der Gesellschaft sein Weiterleben zu teuer ist, geht gar nicht! Selbst wenn es der furchtbarste Verbrecher ist!

Alle anderen Argumente dagegen, z.B. dass man nichts revidieren kann, sind richtig, aber letztlich nebensächlich. Es ist schlicht eine Wertefrage!

re:Meddl-Kaschper 67 um 11:58

„Von welchen früheren Zeiten reden Sie“?

Ich nehme in meiner Anmerkung Bezug auf „früheren Zeiten“,
weil auch seinerzeit der Aufwand für eine lange Unterbringung von Strafgefangenen gar nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand, oder mit dem Risiko für die redliche Bevölkerung verbunden war. Beispiele: bei Hungersnot oder nomadischer Lebensweise, kann der Schutz der Bevölkerung nicht hinreichend hergestellt werden.

Die Ausübung von Rache kann auch durch einen Staat stellvertretend ausgeübt werden. Rache heißt Vergeltung und ist eben nicht auf eine persönliche Fehde beschränkt. Allerdings sollte ein Staat eher in der Lage sein stellvertretend eine angemessene Entscheidung zu treffen, als der Betroffene.
Zudem hat sich die frühere Strafrechtstheorie Rache als Strafgrund nicht bewährt. Denn die Tötung des Täters macht das Opfer nicht lebendig. Der Verlust eines Menschen vergeht dadurch nicht.

""Bei der Todesstrafe handelt es sich im

staatlich sanktionierten Mord, aber es bleibt trotzdem Mord.""
Nein, denn für Mord fehlen die geforderten niederen Beweggründe. :)

12:41 von Wolfgang E S

“Ob er ein ein Glücksfall für Pakistan war, darf bezweifelt werden.“

Wie Sie selbst geschrieben haben, haben Sie keine Ahnung von (der Geschichte) Pakistan(s). Woran also machen Sie Ihre Zweifel fest?
Sie sollten sich über Herrn Sharif und “Mr. 10%“ Asif Ali Zadari informieren. Dann wird auch klar, warum es zum Amtsenthebungsverfahren und zur verlorenen Wahl kam. Die Niederlage betraf die Partei, Herrn Musharraf war es nicht erlaubt anzutreten.
Ich zitiere aus einem Bericht seinerzeit im Spiegel “Nun hofft er (Sharif), den ungeliebten Ex-General absetzen zu können. Es wäre eine späte und doch mehr als erfolgreiche Rache.“

@Felina2; 13:05

Rache ist ein niederer Beweggrund!

re: felina2

Todesstrafe sei sanktionierter Mord?

Das hängt davon ab, aufgrund welcher Strafrechtstheorie die Todesstrafe verhängt wurde.
Soweit mit der Tötung auch nur die Beschränkung von Rache beabsichtigt ist, handelt es sich um staatlich verhängter Mord. (Rache erfüllt im deutschen Strafrecht das Mordmerkmal niedriger Beweggrund) Soweit in Staaten die Tötung durch den Staat allein Schutzfunktion hätte wäre es kein Mord. Es wäre eine Form des übergesetzlichen Notstands. Dieser liegt im konkreten Fall in Pakistan nicht vor.

Ex-Präsident in Abwesenheit verurteilt

Das ist oberste Rechtsstaatlichkeit, wo sich niemand der mal an der Macht war und Entscheidungen gegen die Verfassung und das Volk getroffen hat seiner Bestrafung entziehen kann und Richter den Mut haben unabhängig zu urteilen. Das sollte den westlichen Demokratien als Vorbild dienen und Schule machen. Dann wären viele der westlichen anführer sehr viel vorsichtiger.

@Margareta K. 11:34

"Eigentlich das, was Pakistan gut getan hat. Ich z.B. kann mich an die Regierungszeit gut erinnern. Die meisten Bürger (natürlich nicht die Anhänger Sharifs und religiöser Gruppen) waren mit der Regierung Musharraf zufrieden."

Haben Sie das direkt in Pakistan bei langen Aufenthalten vor Ort erfahren? Oder von den westlichen etablierten Medien?
Herr Musharraf war ein Liebling der USA, der CIA und somit der westlichen Medien, genauso wie es der Schah von Persien viel Jahre davor war.

Darstellung: