Ihre Meinung zu: Merkel empfindet in Auschwitz "tiefe Scham"

6. Dezember 2019 - 15:00 Uhr

Erstmals hat Kanzlerin Merkel das einstige Vernichtungslager Auschwitz besucht, um dort der Opfer der Shoa zu gedenken. Sie empfinde tiefe Scham angesichts der Verbrechen, die Deutsche dort begangen haben, sagte sie.

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Kommentare

Deutscher Sinti und Roma

erstaunlicherweise hört man von dem an Sinti und Roma verübten Verbrechen kaum was
auch nicht von den 14 Mill russischen Zivilisten wo liegen da die Gründe

Ich denke, man muss sich natürlich....

an den Holocaust erinnern und als Warnung vor totalitären Regimen im Gedanken haben. Man kann auch Trauer für die vielen Toten empfinden.

Aber eine Scham empfinde ich für Taten von Verbrechern vor mehr als 70 Jahren genauso wenig wie es die Russen für Stalin, die Franzosen für Indochina oder die Spanier für die Azteken empfinden.

Gegen das Vergessen !

Und gegen einen laxen Umgang mit diesem Teil der Geschichte. Das Erinnern an das Geschehene und vor allem auch die Aufklärung neuer Generationen über die Zusammenhänge sind auch unsere Aufgabe.

Ja, man schämt sich, Deutsche zu sein, denn

der aufkeimende Rechtsextremismus verbunden mit einer enormen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland zeigt doch, dass das Gedankengut aus der Zeit vor rd. 80 Jahren immer noch in vielen (nicht allen) Köpfen existiert. Ich denke, dass es innerhalb etlicher Familien von der älteren Generation an die jeweils nächste Generation "weitergegeben" wurde.
Natürlich kann jeder Mensch frei entscheiden, wie er denkt.
Aber es ist leider oft so, dass man das, was die Eltern für gut und richtig halten, man selbst, ohne es zu merken, verinnerlicht.
D. h. meiner Meinung nach sind daher die Deutschen besonders anfällig für dieses schreckliche Gedankengut.
Dennoch hoffe ich darauf, dass die Deutschen es schaffen, weniger fremdenfeindlich und rechtsextrem zu sein/werden.
Dennoch schäme ich mich, dass unsere Vorfahren so grausame Morde verübt haben und sich nicht widersetzt haben.

Diesen Artikel...

...sollte man so zur Kenntnis nehmen, der Opfer gedenken und eigentlich auf Kommentare dazu verzichten. Auch wenn ich dieses nun selber tue.

In meinen Augen ist es eine Selbstverständlichkeit, dass zumindest europäische Staatsoberhäupter einmal in ihrer Amtszeit, ob früh oder spät, diesen Ort aufsuchen und sich dessen bewusst werden, wozu Menschen fähig sein können, wenn man sie nur lässt!

Wider das Vergessen

Die beiden ersten Kommentare zeigen mal wieder, auf welch perfide Art das Gedenken an die grauenhafte Verbrechen klein geredet wird.
Ich war als Studentin in Yad Vashem in Israel. Vor wenigen Jahren in Auschwitz. Beide Besuche haben mich tief beeindruckt. Schon allein, weil viele Texte in Deutsch vorlagen. Es geht nicht darum, ob man selbst Schuld trägt, aber man darf es trotzdem als beschämend empfinden.
Ich bin schon von meiner Familie auf meine Aufgabe hingewiesen worden:Eine Wiederholung der Greuel zu verhindern.
Mit dem Verweis auf andere Opfer oder andere "Täterländer" kann man sich so nett aus dieser Verantwortung ziehen...
Da kann mir nur schlecht werden.

Die Relativierer des Holocaust,

der bürokratisch hoch effizient geplanten industriellen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Europas innerhalb weniger Jahre, sind sofort auf dem Plan, wenn es um Auschwitz geht.

Gleich die ersten Kommentare hier im Thread zeigen dies deutlich.

Getreu dem bitteren jüdischen Bonmot:

"Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen."

Relativierung

Ihr Kommentar ist der subtile Versuch der Relativierung, der aber bei kundigen Leser*innen nach hinten losgeht. Er passt in die Zeit, wo man die eigene historische Verantwortung verniedlichen will durch das Zitieren anderer Verbrechen. Woher wissen Sie, wieviel Russen sich nicht für Stalin schämen?

15:21 von Margitt.

Ja, man schämt sich, Deutsche zu sein,
.
warum ?
schämten sie sich dann auch Spanier zu sein
was die den Inkas /Azteken angetan haben oder war das kein Völkermord
die Belgiern im Kongo taten
was war bei den Hutus und Tutsis
die USA mit den Indianern
lief in Jugoslawien so alles korrekt ab
Armenier in der Türkei
und mein Beispiel mit den Amalekitern
ein Wort des Bedauerns ?

Spät aber doch

jeder Bundeskanzler und -Präsident sollte an einer der grauenhaften Stätten gewesen sein. Da wird der Schrecken heute noch spürbar.
Ich war in Yad Vashem- das vergeß ich nie. Auch Verdun ist so ein Platz, der ewige Mahnung sein müsste.

@15:10 dummschwaetzer

Wer Auschwitz oder ein anderes Vernichtungslager der Nazis besucht hat, die ermordeten Menschen dort geehrt hat, sich mit der Geschichte befasst hat, empfindet Scham, natürlich auch heute noch. Mir ging es so in Dachau, in Buchenwald, in Auschwitz.
Und neben der Scham gab es den kräftigen Impuls: Nie wieder! Nie wieder dürfen rassistische, ethnische oder andere Ausgrenzung und Verfolgung eine Chance in unserem Land bekommen. Unsere Erinnerungskultur wird die Scham nicht vergessen, damit die Kraft für eine offene solidarische Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Verfolgung nicht nachlässt.

Millionenfacher Mord verjährt nicht

@ Sisyphos3
"erstaunlicherweise hört man von dem an Sinti und Roma verübten Verbrechen kaum was auch nicht von den 14 Mill russischen Zivilisten wo liegen da die Gründe"

Wo die Gründe dafür liegen? Nun, weil es hier und heute in erster Linie um die 6 Mio. von Deutschen ermordeten Menschen jüdischen Glaubens und hier speziell um die in Auschwitz Getöteten geht! Ich weiß nicht genau, was Sie mit ihrem Kommentar eigentlich bezwecken wollen? Außerdem schließt dieses Gedenken an die Opfer in Auschwitz ja nicht zwangsläufig das Gedenken an alle anderen Opfer von Krieg, Verfolgung und Vernichtung aus! Auch, wenn Sie hier den gegenteiligen Eindruck zu erwecken versuchen. Es wird nichts und niemand vergessen, da können Sie gewiss sein!

Große Schuld

Eine große Schuld und eine große Schande für uns Deutsche und für Deutschland sind beispielhaft diese beiden Konzentrationslager Auschwitz und Auschwitz-Birkenau. Viele, viele andere möchte ich hier nicht aufzählen. Darum war der Besuch der Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland längst überfällig. Allerdings wäre es ein Zeichen, wenn Kanzlerin Dr. Merkel am 27. Januar 2020 zum 75. Jahrestag der Befreiung anwesend sein würde.

Schämen? @Sisyphos

Und wieder relativieren Sie.
Können Sie denn nicht ein einziges Mal beim Thema bleiben?

Ja, ich schäme mich auch als Christin für die unfassbaren Verbrechen, die früher und auch heute noch von anderen Christen verübt worden sind.
Aber auch das gehört hier nicht hin.

15:32, Sisyphos3 @15:21 von Margitt.

>>
"Ja, man schämt sich, Deutsche zu sein,"
.
warum ?
schämten sie sich dann auch Spanier zu sein
was die den Inkas /Azteken angetan haben oder war das kein Völkermord
die Belgiern im Kongo taten
was war bei den Hutus und Tutsis
die USA mit den Indianern
lief in Jugoslawien so alles korrekt ab
Armenier in der Türkei
und mein Beispiel mit den Amalekitern
ein Wort des Bedauerns ?<<

Ein Paradebeispiel für verkürztes, sinnentstellendes Zitieren. Ich möchte deswegen die Foristin in Gänze zitieren, dann ist auch Ihre "Warum"Frage beantwortet:

"Ja, man schämt sich, Deutsche zu sein, denn
der aufkeimende Rechtsextremismus verbunden mit einer enormen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland zeigt doch, dass das Gedankengut aus der Zeit vor rd. 80 Jahren immer noch in vielen (nicht allen) Köpfen existiert. Ich denke, dass es innerhalb etlicher Familien von der älteren Generation an die jeweils nächste Generation "weitergegeben" wurde."

Im Übrigen läuft Ihre Relativierungsmaschine auf Hochtouren.

15:28 von Neue Nachteule

Mit dem Verweis auf andere Opfer oder andere "Täterländer" kann man sich so nett aus dieser Verantwortung ziehen...
.
kann man das ?
ich habe mich immer gegen den Begriff der Nazi Krieg oder die Verbrechen der Nazis gewehrt ..... wir Deutsche waren das !
aber ebenso stelle ich fest das derlei Verbrechen keine typisch deutsche Eigenart sind
das eigentlich in jedem Volk vorkommen
ob es dadurch besser wird ?
festzustellen es ist ein menschlicher Problem statt ein spezifisch deutsches

Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung

@ dummschwaetzer, am 06. Dezember 2019 um 15:10

"Aber eine Scham empfinde ich für Taten von Verbrechern vor mehr als 70 Jahren genauso wenig wie es die Russen für Stalin, die Franzosen für Indochina oder die Spanier für die Azteken empfinden."

Tja, vielleichten sollten Sie aber genau das tun (das gilt übrigens für uns alle)! Oder, woll(t)en Sie als Deutscher unbedingt mit Nationen in einem Atemzug genannt werden, die die dunkelsten Kapitel ihrer eigenen Geschichte nie richtig (und vor allem: selbstkritisch!) aufgearbeitet haben!? Also, ich hielte dieses Verdrängen und Verleugnen von Geschichte nicht unbedingt für etwas sonderlich Erstrebenswertes, auf das man sich womöglich als Nation noch etwas einbilden oder gar noch betont stolz darauf sein könnte. "Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung" . . . das sagt zumindest ein altes jüdisches Sprichwort, das ich persönlich für so verkehrt nicht halte!

Als Bundeskanzler / Bundeskanzlerin eigentlich eine Pflicht

Etwas spät, das Angela Merkel erst am Ende ihrer Amtszeit Auschwitz besuchte. So wie es für jeden Schüler Pflicht sein sollte, solche Orte zu besuchen, so erwarte ich eigentlich von jedem - international agierenden - deutschen Politiker einen Besuch und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem NS-Regime.
.
Insofern bin ich etwas sehr verwundert, das Angela Merkel erst ganz am Schluss diesen Schritt tat. Viel zu spät.

@ 15:32 von Sisyphos3

Was ist das bloß für ein unbedachter Whataboutism...

Sie sollten bitte vorsichtiger mit ihren „Argumenten“ sein. Man kann das schnell auffassen als:
„Weil die Spanier die Azteken ermordeten, durften wir Deutsche auch die Juden ermorden.“

Um auf Ihre Frage nach dem „Schämen“ zu kommen: Darüber kann man vielleicht streiten, zumindest aber sollte man Verantwortung übernehmen.

Das tut man jedenfalls nicht durch Relativierung der Taten, wie sie in dem angesprochenen Post.

Grüße

@ 15:21 von Margitt.

D. h. meiner Meinung nach sind daher die Deutschen besonders anfällig für dieses schreckliche Gedankengut.

Es gibt fast kein Land auf der Welt wo so wenig Menschen heute rechtsextrem wählen wie in Deutschland, unter 1% bei der letzten Bundestagswahl. Die oft gezogenen historischen Parallen sind nur Panikmache. In Polen regiert Rechts und dort besteht null Gefahr. Zwischen Rechts und Rechtsextrem wird zu wenig differenziert.

Der Holocaust konnte geschehen weil sich viel zu viele Menschen bedingungslos dem Staat unterwarfen. Das ist die größte Gefahr. Daraus sollte man lernen. Natürlich will eine Regierung darüber lieber nicht reden.

re sisyphos3

"15:21 von Margitt.

Ja, man schämt sich, Deutsche zu sein,
.
warum ?
schämten sie sich dann auch Spanier zu sein
was die den Inkas /Azteken angetan haben oder war das kein Völkermord
die Belgiern im Kongo taten
was war bei den Hutus und Tutsis
die USA mit den Indianern
lief in Jugoslawien so alles korrekt ab
Armenier in der Türkei
und mein Beispiel mit den Amalekitern
ein Wort des Bedauerns ?"

Eine besonders zynische Art des Relativierens ist Ihre:

Auschwitz? War doch nur eins in einer langen Reihe ...

Gefühle und Vernunft zulassen

Die Relativierung der Verbrechen der Nazis zeugt von Unmenschlichkeit und Unvernunft.

merkel-empfindet-in-auschwitz-tiefe-scham#comment-4009867

Liebe Margitt, Sie schreiben, dass Sie sich schämen, dass Ihre Vorfahren so grausame Morde verübt haben und sich nicht widersetzt haben....."
Liebe Margitt, =>Sie<= müssen sich nur schämen, was Sie selbst an schändlichen Taten volbracht haben !
Es gibt keine Sippenhaft, also gibt es auch keine KollektivSchuld !
Wenn dem =>nicht<= so wäre, dann müssten Sie sich für die gesamte Deutsche Geschichte schämen
sozusagen "von der Steinzeit bis heute".
Zum besseren Verständnis:
Frage : Haben Sie sich widersetzt, als "wir" (mit der Nato) das Land Afghanistan überfallen haben ? Wieviele Menschen wurden dort seit 2001 umgebracht ?

Ich kann Sie beruhigen : Sie persönlich brauchen sich nicht dafür zu schämen, falls Sie nicht dort "dabei-waren"!
Bitte bedenken Sie, die gesamte Zeit seit der Mensch diesen Globus bewohnt, ist vollgefüllt mit Mord und Totschlag!
=>Auschwitz<= bedeutet einen Zeitabschnitt aus dieser Menschheits-Geschichte: =>Homo homini lupus !!
(=der Mensch ist der Wolf des Menschen

Scham, was Menschen Menschen

antun.
Wenn Menschen auf andere herabsehen, sie herabwürdigen, dann verlieren diese ihre Menschlichkeit. Wenn sie ausbeuten, quälen und töten.
Dann verlieren diese, die das tun, ihre Menschlichkeit. Auch ich war geschockt, betroffen und voller Trauer beim Besuch eines Vernichtungslagers und auch bei der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel.
Jedes einzelne Opfer, Sinti, Roma, politische und christliche Opfer, Soldaten ist ein ganzes Leben, trifft eine Familie. Und die Trauer vergeht nicht.

Scham / Schuld

Wer als Deutscher stolz ist auf die wunderbaren Leistungen von Beethoven und Bach, Goethe und Schiller, der sollte auch tiefe Scham empfinden für die entsetzlichen Verbrechen, die von den Nazis begangen wurden. Und zwar unabhängig davon, welche Nationen sonst noch im Laufe der Geschichte Gräuel gegenüber anderen Völkern begangen haben. Die Nazis waren nicht die ersten und leider auch nicht die letzten, wie uns die Geschichte nach dem zweiten Weltkrieg gelehrt hat.
Ich bin weit nach dem Ende des 2. Weltkriegs geboren. Ich fühle daher keine Schuld an den Verbrechen, aber Scham als Deutscher empfinde ich sehr wohl.

15:48 von reuenthal

Relativierung
wo tat ich das ?
nur weil ich schrieb Völkermord ist kein spezifisch deutsches Phänomen

Kontinuität bis heute - der Ungeist kehrt wieder

Wenn eidesstattliche, gerichtsfeste Zeuginnen-Aussagen vorliegen, die eine A.H.tler-Büste auf dem Flügel in der elterlichen Wohnung einer Vorsitzenden der momentan größten Oppositions-Bundestagsfraktion gesehen haben,-mehrere und von einander unabhängige -, dann ist doch allein an diesem verstörenden Beispiel eines klipp&klar deutlich,

Es gibt eine Kontinuität bis heute:

Die psychotischen Wahngebäude der Nazis haben bis heute überlebt und ihr Stern befindet sich wieder am Steigen,leider. Ihr Wesen ist der Verlust rationaler Denkmuster zugunsten von wahnhaftem Hass mit Schwarz-Weiß-Mustern. Im paranoiden Modus wähnt man sich den Vernichtungsplänen dunkler, verschwörerischer Mächte ausgesetzt und daher müsse man sofort,präventiv und dringend selbst mit dem Vernichten anfangen, um der eigenen,fieberfantasierten Auslöschung zuvor zu kommen.

Posener Geheimreden Heinrich Himmler: "Wir haben das moralische Recht,wir haben die die Pflicht,dieses Volk,das uns umbringen wollte, umzubringen."

15:49 von karwandler

Auschwitz? War doch nur eins in einer langen Reihe ...
.
ja das war ein Ereignis in einer langen Reihe
wie Menschen sich Menschen gegenüber verhalten
das bedauerliche für mich
kaum einer der Verantwortlichen damals, ebenso wenig der Verantwortlichen
bei anderen Völkermorden danach, wurde zur Rechenschaft gezogen

@15:49 von Gelenkte-Dem-DE Panikmache

"Es gibt fast kein Land auf der Welt wo so wenig Menschen heute rechtsextrem wählen wie in Deutschland, unter 1% bei der letzten Bundestagswahl."

Da muss mir etwas entgangen sein. Wenn nur 1% rechtsextrem gewählt haben, wie ist dann die AfD in den Bundestag gekommen?

In Brandenburg ist die AfD unter Herrn Kalbitz bei der letzten Wahl auf 23,5% gekommen. Herr Kalbitz hat beste Verbindungen in rechtsextreme Kreise.

"Der Holocaust konnte geschehen weil sich viel zu viele Menschen bedingungslos dem Staat unterwarfen. Das ist die größte Gefahr. Daraus sollte man lernen. Natürlich will eine Regierung darüber lieber nicht reden."

Der Holocaust konnte geschehen, weil Faschisten an der Macht waren und "das Volk" diesen Rassisten und Antisemiten auf den Leim gegangen sind.

Genau darüber muss unsere Regierung reden. Zum Glück wacht die Politik langsam auf, nachdem jahrelang die rechtsextreme Gefahr ignoriert wurde.

unglaublich

Es ist unglaublich wie hier von sehr vielen Foristen dieser unglaubliche Massenmord kommentiert wird. Es müssen viel mehr Schulklassen Ausflüge in die ehemaligen KZ machen um junge Menschen mit unserer Vergangenheit zu Konfrontieren und aufzuzeigen wohin Nationallismus, Rassismus, Gewalt und Mord gegen Andersdenkende führt.

Die Erinnerungskultur ist für Barbaren

eine ernstzunehmende Bedrohung. Für Menschen, die durch die Nazibarbarei Angehörige verloren haben, eine wichtiges und zukunftsfreudiges Ereignis: denn sie können mitreden und die Demokratie besser begleiten.

re sisyphos3

"Relativierung
wo tat ich das ?
nur weil ich schrieb Völkermord ist kein spezifisch deutsches Phänomen"

Entweder wollen oder können Sie es nicht kapieren.

Die Einordnung als "just another genocide" entzieht dem Holocaust sowohl seine spezielle geschichtliche Bedeutung als auch den Deutschen ihre spezielle geschichtliche Verantwortung.

Offenbar so gewollt.

Warum erst jetzt Frau Bundeskanzlerin?

Dieses und viele andere Symbole der grausamen Verbrechen, die wir Deutsche an Juden und unseren Nachbarn begegangen haben, muss uns Verpflichtung sein, fuer Menschenrechte einzutreten , überall da, wo sie gebrochen werden! Die Nazidiktatur war eine Schande, und man fragt sich immer wieder, wie es dazu hat kommen koennen. Es versagen alle Erklaerungen. Angesichts dessen Frage ich mich, warum unsere Kanzlerin Auschwitz erst heute besucht hat? Wieso?
Das ist voellig unverständlich!

@ 15:45 Sisyphos3

In jedem Volk kommen/kamen die unvorstellbaren Gräueltaten der Nazis, Ihrer Anhänger, Mitläufer und Erfüllungsgehilfen vor? Wollen Sie das wirklich behaupten? Dann sind Sie im besten Fall geschichtsvergessen, im nicht so günstigen Fall schlichtweg ein Relativierer, bei dem man über die Motive spekulieren mag.

Das "Nie wieder" klingt in der heutigen Politik immer hohler

"Erstmals hat Kanzlerin Merkel das einstige Vernichtungslager Auschwitz besucht, um dort der Opfer der Shoa zu gedenken. Sie empfinde tiefe Scham angesichts der Verbrechen, die Deutsche dort begangen haben, sagte sie"

Was ich empfinde, ist nicht Scham, sondern Fassungslosigkeit. Auch darüber, dass unter der Bevölkerung ganz offensichtlich immer noch nicht genug gesellschaftlicher Wille vorhanden ist, den Ursachen dieser Hassexzesse auf den Grund zu gehen, damit sie sich nie wiederholen können (diesen Willen von der sogenannten "etablierten Politik" zu erwarten, wäre wohl reichlich naiv).

Ich schäme mich nicht. Ich

Ich schäme mich nicht. Ich war nicht dabei. Das geht mich nicht mehr an, als zb einen franzosen. Ich bin ja auch nicht stolz auf goethe oder einstein.
Das ist ein thema, das jeder berücksichtigrn muss, nationalität egal.
Jeder weis über das thema.

16:00 von Sonnenmeer

Die psychotischen Wahngebäude der Nazis haben bis heute überlebt
,
ein Erlebnis in einem indischen Zug vor gut 20 Jahren
junger indischer Student: wo her ich käme - Deutschland
Hitler das wäre ein großer Held
ich ...
das könnte man ja so wohl nicht sagen,
das wäre ein skrupelloser Massenmörder gewesen
das ließ der nicht gelten,
sicherlich aber für die deutschen wäre es doch ein Held
ich hatte nicht den Eindruck das die beiden anderen Inder im Abteil da anders drüber dachten
frei nach dem Motto "American first"

Erschreckende Relativierungsversuche hier!

@ Gelenkte-Dem-DE, am 06. Dezember

"Es gibt fast kein Land auf der Welt wo so wenig Menschen heute rechtsextrem wählen wie in Deutschland, unter 1% bei der letzten BTW."

Unnötige Panikmache? (siehe unlängst den Anschlag in Halle, Ermordung von Walter Lübcke, NSU etc.!) Wohl kaum! Und die Existenz bzw. Nicht-Existenz von Rechtsextremismus in einer Gesellschaft einzig und allein für die geringe prozentuale Zustimmung für eine bestimme Partei (z.B. NPD) abhängig zu machen, halte ich für entweder naiv oder aber für grob fahrlässig! Inzwischen gibt es ohnehin längst weitere "demokratische" Parteien, die dieses Wählerpotential längst absorbiert haben!

"Der Holocaust konnte geschehen weil sich viel zu viele Menschen bedingungslos dem Staat unterwarfen.(…) Natürlich will eine Regierung darüber lieber nicht reden."

Soll also heißen: Wer sich nicht gegen die Regierung (z.B. unsere aktuell amtierende) auflehnt, läuft automatisch Gefahr,rechtsextrem zu werden? Nicht Ihr Ernst, oder!?

Dann soll sie sich doch schämen. Ich bin der Meinung, dass ...

... unter anderem dieses indoktrinierte Schämen, was man als Deutscher von klein auf beigebracht bekommt , zu mehr Rassismus führt. Es ist falsch ein Kind für die Verbrechen der Eltern zu "bestrafen".
Ich will nicht das dies in Vergessenheit gerät, aber das permanente in Erinnerung rufen finde ich nicht richtig. Z.B.: besteht gefühlt die hälfte des ZDFInfo Programms aus Dokumentationen über das dritte Reich.
Zudem finde ich die Denke, dass die Deutschen ewig in der Schuld sind Rassistisch. Die ganze Welt sollte sich schämen und gedenken, da die Verbrechen vom MENSCHEN begannen wurden.

@dummschwaetzer, 15:10 Uhr- Schamgefühl ist zeitlos

Ich denke, jeder humanistisch erzogene Mensch empfindet tiefe Scham vor den Greueltaten gegen die Juden durch den Nationalsozialismus. Insoweit sagt die Kanzlerin genau das, was die Bürger fühlen. Dieses Schamgefühl ist zeitlos und trägt hoffentlich mit dazu bei, dass sich derartiges nicht wiederholt.

@16:03 GeMe - Auf den Leim gegangen? Falsch. Fanatisch gewollt.

Sie schrieben:
Der Holocaust konnte geschehen, weil Faschisten an der Macht waren und"das Volk" diesen Rassisten und Antisemiten auf den Leim gegangen sind.

Wir wissen längst aus der historischen Forschung,dass diese Art der Erinnerung eine kollektive Lüge war, die Schuldgefühle reduzieren sollte:Die an sich guten Deutschen,aber verführt zum Bösen durch Rattenfänger.

Die historischen Fakten sind ganz anders. Z.B. quantitative Untersuchungen belegen, dass die Ausleihquoten der Schmutzschrift A.H.lers "Mein Kampf" in den regionalen Büchereien signifikant und stark anstiegen,als dieser vor Ort eine öffentliche Rede gehalten hatte.

Aber auch an vielen anderen Fakten ist klar, dass ca. 2/3 der Deutschen die u.a. in"Mein Kampf" geäußerten Mordpläne der Nazis kannte und selbst wollte.Ggf. wollte man das nicht so direkt denken, um sich nicht als Mörder zu fühlen, aber es war mehr als Billigung:Die Leute wurden nicht verführt,sie haben es zu ca. 2/3 selbst gewollt.

Wir brauchen uns nicht zu

Wir brauchen uns nicht zu schämen. Die industrielle Vernichtung von Menschen ist Vergangenheit. Wir sollten durchaus selbstbewusster sein, und uns nicht demütig mit der Vergangenheit des Dritten Reiches befassen. Es ist Geschichte der Deutschen, es ist keine Erblast unserer Grossväter die wir zu tragen haben. Wir haben eine Verfassung und ich hoffe, daß es uns vor Andersdenkenden für alle Menschen in unsren Land schützt.

15:33 von ONYEALI

Kriege sind schlimm haben aber mit dem Industriell betriebenen Massenmord an wehrlosen Kindern, Frauen und Männer nicht viel gemeinsam.

16:09 von andererseits

In jedem Volk kommen/kamen die unvorstellbaren Gräueltaten der Nazis, Ihrer Anhänger, Mitläufer und Erfüllungsgehilfen vor
Wollen Sie das wirklich behaupten?
.
Ruanda
genau 100 Tage benötrigten die Hutu-Mehrheit um 75 % der in Ruanda lebende Tutsi immerhin 1 Mill Menschen zu erschlagen mit Macheten, Stöcke mehr hatten die nicht

glauben sie da war ne einzelne Gruppe Hutus
oder nicht der Großteil der Menschen mit involviert

Gegen das Vergessen....

...dafür sorgen an jedem Tag irgendein Sender, der auf die schlimme Zeit der Deutschen erinnert.

Gegen das Vergessen.....

sorgen alle Schulen im Geschichtsunterricht in Deutschland, damit der Schuldkult der Deutschen erhalten bleibt!

Ich war nicht dabei und empfinde keine Schuld!

PS: Machen das alle anderen Nationen der Welt auch oder sind Deutsche die einzigen?

Wer kann mir dazu Informationen geben?

15:55 von Spitze Feder§

Die unvergessene Rede Richard von Weizsäckers 1985 mag auch heute angesichts des Besuches von Kanzlerin Merkels in Auschwitz in Erinnerung gerufen werden: "Der ganz überwiegende Teil unserer heutigen Bevölkerung war zur damaligen Zeit entweder im Kindesalter oder noch gar nicht geboren. Sie können nicht eine eigene Schuld bekennen für Taten, die sie gar nicht begangen haben. Aber die Vorfahren haben ihnen eine schwere Erbschaft hinterlassen. Jüngere und Ältere müssen und können sich gegenseitig helfen zu verstehen, warum es lebenswichtig ist, die Erinnerung wachzuhalten.Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren.
Die Jungen sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird."
Zuviele arbeiten heute in eine andere Richtung als die, die Weizsäcker aufzeigte.

16:12, "Superschlau"

>>Ich schäme mich nicht. Ich war nicht dabei. Das geht mich nicht mehr an, als zb einen franzosen. Ich bin ja auch nicht stolz auf goethe oder einstein.
Das ist ein thema, das jeder berücksichtigrn muss, nationalität egal.
Jeder weis über das thema.<<

Es erübrigt sich, auf diesen Kommentar inhaltlich einzugehen.

@Sisyphos3 - Si tacuisses...

Massenmord lässt sich nicht relativieren. Insoweit ist Ihre Aufzählung ein untauglicher Versuch, von den Greueltaten unter dem Nazi-Regime abzulenken und diese ein Stück weit zu verharmlosen. Von den US-Bürgern weiß ich, dass viele sehr wohl Scham empfinden mit Blick auf das Leid, welches den Indianern zugefügt wurde. Und diese Erinnerung daran ist noch immer wach. Genau dies ist auch die Aufgabe einer aufgeklärten Gesellschaft, damit sich eine scheckliche Vergangenheit nicht wiederholt. Manchmal ist es besser zu schweigen, finden Sie nicht auch...

Tiefe Scham

von einer Kanzlerin, welche endlich nach 14 J. im Amt nun den Weg nach Auschwitz fand... da fehlen die Argumente, wirklich...
...
Ich war bereits in 1978 als 27 j. BRD-Buerger dort, von Katovice aus. Einem Standort eines Huettenprojektes.
...
aber weiter zum Thema Voelkermord.
nichts gegen Belgien, Ich mag das Land.
Aber vergessen wurden die 15 Mio abgeschlachteter Congolesen, welche in 25 J. unter Koenig Leopold....
...
Friede auf Erden...
...

Erschreckend und beschämend!!!

@ ONYEALI, Am 06. Dezember 2019 um

"=>Auschwitz<= bedeutet einen Zeitabschnitt aus dieser Menschheits-Geschichte"

Woran erinnert mich diese so "wunderbar" verharmlosende Formulierung doch gerade spontan wieder!? Stimmt, da isser ja wieder, der "Vogelschiss der Geschichte"!

Sorry, aber wer im Zusammenhang mit dem würdevollen Gedenken an die Ermordung von 6. Mio. Juden und darob berechtigter Gefühle der Scham ernsthaft von "Sippenhaft" spricht, zeigt nach meinem Verständnis, dass er aus der Geschichte nichts, aber auch rein gar nichts gelernt hat! Manchmal schäme ich mich regelrecht, Deutscher zu sein, wenn ich lese, was mancher meiner Landsleute für hanebüchene Unreflektiertheiten absondern, dass einem regelrecht die Haare zu Berge stehen. Erschreckend und beschämend, gerade auch an so einem Tag wieder!

@Sisyphos3

"[...] auch nicht von den 14 Mill russischen Zivilisten wo liegen da die Gründe"

Wenn über einen Besuch in Auschwitz berichtet wird, liegt es natürlich in der Natur der Sache, dass man die russischen Opfer nicht speziell erwähnt.

Aber Sie haben schon Recht: die Sowjetunion (nicht nur Russland!) ist das Land (Kriegspartei) mit den höchsten Opferzahlen im 2. Weltkrieg und zwar mit großem Abstand. Man spricht von 26 Mill. Opfern auf sowjetischer Seite, viele davon Zivilisten, die dem deutschen Großmachtstreben zum Opfer gefallen sind. Selbst in Deutschland ist es wenig bekannt, dass die Leningrader Blockade wahrscheinlich mehr als 1 Mill. Tote gefordert hat. Diese enormen Opfer in der Zivilbevölkerung war durch die deutsche Heeresleitung beabsichtigt. Die Menschen wurden ausgehungert.

All dies relativiert natürlich in keinster Weise den Völkermord an den Juden, insbesondere weil die maschinelle Art und Weise der Vernichtung besonders perfide ist: 6 Mill. Tote, mehr als 4000 jeden Tag.

16:12 von Superschlau

Ich schäme mich nicht. Ich war nicht dabei.
.
weiß ja nicht wie andere Denken
ich war nicht dabei - zugegeben
selbst meine Eltern/Groß/Urgroßeltern lebten außerhalb des Reichsgebietes
aber ich schäme mich dafür, was diese Generation
in wenigen Jahren anderen Völkern angetan hat
vor allem aber die eigenen Nation, auf die ich eigentlich Stolz bin,
mit Unehre befleckt

@ karwandler et al.

Ich glaube, jeder wird dahingehend zustimmen, dass dieser perfide industrialisierte Massenmord an Millionen Menschen ein historisches Alleinstellungsmerkmal hat.

Kein fühlender Zeitgenosse wird dieses Grauen relativieren.

Ich vermute, der gewisse Widerwillen, der sich bei einigen Kommentatoren als Anschein vermeintlicher Relativierung äußern mag, resultiert aus einer einfachen Tatsache:

In allen Bereichen wird uns Deutschen von klein auf beigebracht, dass Nationalgefühl etwas per se Schlechtes sei.
Nationalismus, der Stolz auf nichts weiter als die zufällige Zugehörigkeit zu einem bestimmten Staat, ist zurecht albern.

Warum soll aber die negative Form dieses Nationalismus, die kollektive Scham eines ganzen Volkes für die deutschen Taten von damals nun korrekt sein?

Dieses Messen mit zweierlei Maß ist unangebracht.

Solange dem Bürger immer wieder nahegelegt wird, nicht auf sein "Deutschsein" stolz sein zu sollen, wird er auch nicht das Gegenteil eben dieser Tatsache empfinden.

16:24 von Adeo60

Von den US-Bürgern weiß ich, dass viele sehr wohl Scham empfinden mit Blick auf das Leid, welches den Indianern zugefügt wurde.
.
" Scham empfinden"
was glauben sie, wenn ich (ich fliege häufig) neben Israelis im Flugzeug sitze
wie es mir geht

16:16 von HotDog81

Keiner will Kinder für Verbrechen der Eltern bestrafen. Die Schuld und der Massenmord waren Rassistisch motiviert, nach zu lesen in den Nürnberger Rassegesetzen. Die Schuld an diesen Verbrechen ist Ewig das Gedenken an die Opfer und die Mahnung das so etwas nie wieder vorkommt nicht Rassistisch.

@onyeali, 15:53 Uhr

Wenn Sie schon lateinische Texte zitieren, so sollten Sie dies richtig tun. Die Übersetzung lautet: "Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf". Aber abgesehen davon: Unrechtsbewußtsein ist die notwendige Distanz zu einer Straftat und die Grundlage dafür, dass sich selbige nicht wiederholt. Auch diejenigen sind ein Stück weit (Mit-)Täter, die einfach nur wegsehen, wenn ein Verbrechen geschieht - und dies waren viele unter der Nazi-Herrschaft, auch bis dahin ehrbare Bürger. Wenn Sie Mord und Totschlag im Sinne von Massenvernichtung als ein selbstverständliches, sich stetig wiederholendes Momentum der Geschichte, ansehen, dann dürften Sie mit dieser Meinung ziemlich alleine stehen, wenn Sie nicht zugleich ein Gefühl von Scham und Abscheu empfinden. Wir leben nicht mehr in der Steinzeit, sondern in einer (grds.) zivilisierten Welt mit tradierten Werten. Sie war und ist auch die Basis für viele Jahre des Friedens in Europa. Kanzlerin Merkel hat genau die richtigen Worte gefunden.

@superschlau, 16:12 Uhr

Ausschwitz geht uns alle an, es ist ein Teil der dunkelsten deutschen Geschichte.

@ 16:03 von GeMe

Der Holocaust konnte geschehen, weil Faschisten an der Macht waren und "das Volk" diesen Rassisten und Antisemiten auf den Leim gegangen sind.

Ja, so war es. Und man hat ihnen geglaubt als sie behaupteten sie wären "die Guten" und würden "das Böse" bekämpfen.

Die Geschichte lehrt uns, man sollte immer mißtrauisch gegenüber den Machthabern sein. Es ist gut, dass weniger als 1% der Deutschen rechtsextrem Wählen. Aber wenn die Extremismusgefahren andere sind, schaut man weg, wie damals! Nichts aus der Geschichte gelernt!

Für Deutschland ist die größte Gefahr, dass wir keine starke Gewaltenteilung und keine Debattenkultur haben wie in den etablierten freiheitlichen Demokratien. Statt Debatten gibt's massive pro-Regierung und anti-Oppositionelle Propaganda. So kann ein Land wieder in die Barbarei abdriften.

Gedenken ist wichtig!

Es ist wichtig sich an diese grausame Vergangenheit zu erinnern, um zu verhindern, dass sich so etwas niiiiiie wiederholen wird!

Aber jetzt einigen Mitforisten Relativierung vorzuwerfen, nur weil sie sich nicht schämen finde ich jetzt auch schräg. Warum soll sich jemand schämen / verantwortlich fühlen, der in keinster Weise beteiligt war oder es alleine schon aus dem Grund nicht verhindern konnte, weil schon mehrere Generationen dazwischen liegen?

Dummheit und Stolz wachsen aus demselben Holz

@ Lutz Jüncke, am 06. Dezember 2019 um

"Ich vermute, der gewisse Widerwillen, der sich bei einigen Kommentatoren als Anschein vermeintlicher Relativierung äußern mag, resultiert aus einer einfachen Tatsache: (…)?"

Der Grund ist ein ganz anderer . .. und das hier in einem Kommentar gebrauchte Wort "Schuldkult" macht deutlich, worum es diesen Leuten in Wahrheit geht: Hier soll das Erinnern an ein höchst unangenehmes Kapitel deutscher Geschichte gezielt verunglimpft und desavouiert,besser noch: ganz getilgt werden! Damit man sich nach dem 'großen Schlussstrich' ohne 'schlechtes Gewissen' wieder ganz ungeniert und enthemmt einem übersteigerten, vermeintlichem "Patriotismus"-Gefühl hingeben kann, das in Wirklichkeit nichts anderes als notdürftig verbrämter Nationalismus ist. "Dummheit und Stolz wachsen aus demselben Holz", pflegte meine Großmutter immer zu sagen. Und meine Großmutter war eine kluge Frau... nicht zuletzt auch, weil sie selber erlebt hatte, was der NS verbrochen hat.

re Lutz Jüncke: Kollektive Scham?

>>In allen Bereichen wird uns Deutschen von klein auf beigebracht, dass Nationalgefühl etwas per se Schlechtes sei.<<

Pardon, aber aus einer falschen Annahme können Sie nie eine richtige Schlussfolgerung ziehen. Niemandem wurde und wird dieses „beigebracht“.

>>Nationalismus, der Stolz auf nichts weiter als die zufällige Zugehörigkeit zu einem bestimmten Staat, ist zurecht albern.

Warum soll aber die negative Form dieses Nationalismus, die kollektive Scham eines ganzen Volkes für die deutschen Taten von damals nun korrekt sein?<<

Was bitte ist eine „kollektive Scham“? Auch diese fordert niemand, nur wird sie von denen, die sich partout persönlich nicht schämen „wollen“ oder können, als solche verunstaltet.

Es gibt nur eine persönliche Scham und mir tun alle Diejenigen leid, die nicht in der Lage sind, diese zu empfinden.

Und natürlich muss man nicht Ausschwitz besucht haben, um zu spüren (!), was damals passiert ist. Aber es hilft ungemein!

@HotDog81, 16:16 Uhr

"Rassismus" erleben wir leider auch noch heute. So ganz aktuell, wenn die AFD die Stadt Frankfurt auffordert, eine Tafel abzumontieren, die sich gegen Rassismus wendet. Als Begründung wird angegeben, dass der Bürgermeister damit gegen die Neutralitätspflicht verstosse, weil man ja mit der Tafel die AFD in Verbindung bringen könne. Man kann nur hoffen, dass die AFD nun auch noch den Klageweg beschreitet, um sich vor Gericht outen zu können. Da fehlen mir die Worte...

Ich schäme mich nicht ein Deutscher zu sein!

Die Judenvernichtung wurde von normalen Menschen durchgeführt, die von Verbrechern an der Regierung dazu aufgehetzt wurden. Ein damals junger Wachsoldat der jetzt noch vor Gericht gezerrt wird hätte natürlich den Dienst im KZ verweigern können.
Er wäre dann aber an die Front gekommen, wahrscheinlich sogar in ein Strafbataillon, da war die Überlebenszeit sehr kurz.

"Schuster bewertete den

"Schuster bewertete den Besuch als "ganz wichtiges Zeichen" in einer Zeit, in der ein Rechtsruck in der Gesellschaft spürbar werde."

Leider erklärt Schuster aber nicht, was an einem Rechtsruck schlimm ist. Denn solange er nicht ins Extreme abgleitet, gibt es da kein Problem. Leider zeigt sich an dieser undifferenzierten Aussage wieder, dass die Gräueltaten der Nazis gerne auch als (Totschlag-)Argument für die eigenen Ansichten missbraucht werden. Und das darf nicht sein. Jede Weltanschauung kann bis ins Perverse getrieben werden (egal ob links oder rechts), da nun mal der Mensch die Ursache allen Übels ist und nicht irgendwelche politische Ansichten.

@16:20 Sisyphos3

Schon nachdenklich machend, dass Sie wortreich einerseits eine Zugfahrtgeschichte aus Indien und andererseits Zahlen des schrecklichen Völkermordes in Ruanda präsentieren können, zu den millionenfachen Morden der Nazis und ihrer Schergen allerdings keine einzige Geschichte oder Zahl haben (Während des Nazi-Faschismis wurden von 1941-45 mehr als 6 Millionen Juden, Sinti & Roma, Behinderte, Homosexuelle und Oppositionelle ermordet) und lediglich sagen, Sie schämen sich nicht. Es wirkt doch arg so, dass Sie sich hier davonstehlen...

re gelenkte-dem-de

"Für Deutschland ist die größte Gefahr, dass wir keine starke Gewaltenteilung und keine Debattenkultur haben wie in den etablierten freiheitlichen Demokratien."

Wen zählen Sie denn dazu? Etwa die USA?

@ Felina2

Die Judenvernichtung wurde von normalen Menschen durchgeführt, die von Verbrechern an der Regierung dazu aufgehetzt wurden.

Das waren aber auch Menschen. Die Nazi-Regierung aus dem Menschsein auszugrenzen und die Helfer freizusprechen ist doch vollkommen unhistorisch.

Die Warnung vor totalitären

Die Warnung vor totalitären Regimen ist auch grade heute wieder hochaktuell. Schon der Liedermacher Reinhard Mey hat uns gewarnt, Seid wachsam !

@ 16:31 Sisyphos3

Ach so, für Sie ist das entscheidende, dass "die eigenen Nation, auf die ich eigentlich Stolz bin, mit Unehre befleckt" wurde. Verstehe. Aufschlussreich, was so Ihre Kriterien und Prioritäten sind... von Opfern, einem Erinnern, Gedenken und - ja - auch einer Scham sprechen Sie nicht, sondern von der eigenen Nation, die mit Unehre befleckt wurde.

Fuer mich sind diese damaligen Nazi-Verbrecher keine Deutschen

Als Besucherin der KZ in Dachau und Buchenwald möchte ich doch zu Merkel antworten:

https://www.tagesschau.de/ausland/merkel-auschwitz-103.html

Erstmals hat Kanzlerin Merkel das einstige Vernichtungslager Auschwitz besucht, um dort der Opfer der Shoa zu gedenken. Sie empfinde tiefe Scham angesichts der Verbrechen, die Deutsche dort begangen haben, sagte sie.

Diese Nationalsozialisten waren fuer mich KEINE Deutschen sondern Kriegsverbrecher und mehr nicht. Und ja, es ist grausam was da damals geschehen ist. Denn das was da damals passiert ist, hätte niemals geschehen duerfen. Aber: warum soll ich mich fuer die Taten von den damaligen Nationalsozialisten heute schämen??

Ich bin zwar sehr traurig darueber, dass es geschehen ist. Aber: Scham?? Fuer die Verbrechen der Nationalsozialisten?? Wenn, dann muessten sich - wenn diese Nationalsozialisten noch leben wuerden - diese dafuer schämen. Aber nicht mehr wir heutigen Generationen.

@Giselbert, 16:46 Uhr

Schamgefühl ist eine sehr persönliche Gefühlsregung. Man kann und sollte niemand dazu verpflichten wollen. Es gibt auch aufgrund des Zeitablaufs keine persönliche Verantwortung mehr für das Geschehene, sehr wohl aber eine geschichtliche Verantwortung. Und zu dieser sollte ein Volk auch stehen in dem Bewußtsein, dass sich derartige Greueltaten nie mehr wiederholen dürfen. Deren Ächtung ist insoweit Teil eines Schutzmechanismus. Nicht umsonst erwartet man auch von einem Verbrecher tätige Reue, wenn er wieder vorzeitig in die Gesellschaft integriert werden möchte.

re felina2

"Die Judenvernichtung wurde von normalen Menschen durchgeführt, die von Verbrechern an der Regierung dazu aufgehetzt wurden."

Ja klar. Es gab höchstens 100 Verbrecher und ansonsten lauter aufgehetzte Unschuldige.

@ margitt

"Ja, man schämt sich, Deutsche zu sein, denn..."

das muss man nicht. Man kann sich aber fremdschämen für Tattergreise, die diese Episode der deutschen Geschichte als "Vogelschiss" bezeichnen - und natürlich für deren Anhänger.

Diese Tat hätte überall passieren können. Ich befürchte das liegt in der Natur des Menschen. Entsprechend muss man halt darauf achten, dass nicht Bauernfänger an die Macht kommen, die wieder von Umvolkung, Rassenschande etc. schwadronieren.

15:21 von Margitt.

>>....der aufkeimende Rechtsextremismus verbunden mit einer enormen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland zeigt doch, dass das Gedankengut aus der Zeit vor rd. 80 Jahren immer noch in vielen (nicht allen) Köpfen existiert.<<

Es gibt keinen aufkeimenden Rechtsextremismus!

Den hat es immer gegeben!

Sie können statt Deutschland jedes beliebige Land einsetzen!

Warum?

Weil es in jedem Land dieser Erde Fremdenfeindliche gibt!

Ich persönlich bin es leid, immer nur lesen zu müssen, dass nur Deutsche fremdenfeindlich sind!

PS.
Deutschland hat mittlerweile einen Gesamt- Ausländeranteil von über 25%! In verschiedenen Großstädten (Stuttgart, Frankfurt) liegt die Zahl über 50%!

Wenn Deutschland soooo fremdenfeindlich ist, warum kommen jedes Jahr 100.000de Ausländer nach Deutschland, um hier leben zu wollen?

Gefühlsdeutsch?

@ Demokratieschue...
Fuer mich sind diese damaligen Nazi-Verbrecher keine Deutschen

In der überwiegenden Mehrheit waren es aber Deutsche. Nationalität ist ein objektiver Zustand, keine Sache des Gefühls von Foristen.

Antisemitismus ist keine Meinung.

"Antisemitismus ist keine Meinung."
Jacques Chirac

„Antisemitismus ist keine Meinung“
Christine Lambrecht

„Antisemitismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“
Wolfgang Thierse i

„Antisemitismus ist keine Meinung…“
Bischof Ulrich Neymeyr von Erfurt,

„Sie empfinde in Auschwitz tiefe Scham, sagte Merkel.
Es gebe aber eine besorgniserregende Entwicklung zu mehr antisemitischen und rassistischen Angriffen.

"Eigentlich gebietet dieser Ort zu schweigen", sagte er damals, "aber ich bin sicher, dass der deutsche Bundeskanzler hier nicht schweigen darf".
Helmut Schmidt

So ist es.

Es war ein Anfang, aber welche Taten folgen den schönen Worten.

Vor Gott gleich

Jede Gedenkstätte, ob für Sinti, Roma, Juden, Soldaten oder Zivilisten ist ein Ort wo man den Menschen gedenken kann und muss . Nur wir sollten nicht einer Gruppen mehr gedenken , weil alle Menschen vor Gott gleich sind.

Was soll die Frau auch sonst

Was soll die Frau auch sonst sagen. Ich frage mich allerdings, wie ich für etwas, womit ich nichts zu tuen habe, Scham empfinden kann. Ich kann betrübt sein, mich beklemmt fühlen, Entsetzen empfinden. Ich kann mich fragen, wie Menschen nur so etwas grausames anrichten konnten und daraus besonderes Engagement entwickeln, dass so etwas schlimmes, von dem ich hautnahe Eindrücke erlangt habe, nie wieder geschieht.
MfG

@Felina2, 16:52 Uhr

Ich bezweifle, dass die Judenvernichtung von "normalen" Menschen durchgeführt wurde. Im Einzelfall mögen die Täter selbst Opfer gewesen sein, aber mit dem Begriff "Normalität" bagatellisieren sie einen Vorgang, der zu den abscheulichsten der Geschichte zählt. "Scham" ist im übrigen ein ganz natürliches Empfinden für ein zutiefst als abstoßend empfundenes Ereignis, zu dem man einen gewissen, vielleicht auch nur historischen Bezg hat. Ich persönlich empfinde in der Tat Scham und schäme mich auch nicht dafür, dies zum Ausdruck zu bringen. Menschen, vor allem auch Kinder wurden nicht einfach nur ermordert, sondern oft zu Tode gequält. Diese Bilder sollten uns allen "nahe gehen", wen Sie schon dem Begriff der Scham nicht verwenden möchten.

@von ѽ…

Natürlich waren die Leute um Hitler auch Menschen, aber halt Politverbrecher, wie es sie noch heute weltweit gibt.
Die Helfer spreche ich nicht frei, aber ich kann verstehen dass der Dienst im KZ für das Überleben des Krieges sehr vorteilhaft war.
Eine Anklage für die 70 Jahre lang Zeit war nun einem 90 jährigen zu präsentieren halte ich für unakzeptabel.
Ich bedaure das Geschehene zutiefst.

@ 16:50 von teachers voice

Lutz Jüncke:
>>In allen Bereichen wird uns Deutschen von klein auf beigebracht, dass Nationalgefühl etwas per se Schlechtes sei.<<

teachers voice:
Pardon, aber aus einer falschen Annahme können Sie nie eine richtige Schlussfolgerung ziehen. Niemandem wurde und wird dieses „beigebracht“. /em>

Mit Verlaub, Sie irren an dieser Stelle.

Es sei denn natürlich, Sie versicherten mir, Sie brächten Ihren Schülern tatsächlich von klein auf bei, das Nationalgefühl etwas Erstrebenswertes sei.

Dann allerdings deckte sich unser beider Wertekanon nicht.

@ 16:31 Sisyphos3-mit Unehre befleckt-Syntax aus der Mottenkiste

Sie schrieben:
"vor allem aber die eigenen Nation, auf die ich eigentlich Stolz bin, mit Unehre befleckt."

Danke für den Einblick in das, was in Fachkreisen als "Verschmutzungs-Fantasien" bekannt ist.

Im gespaltenen Schwarz-Weiß-Modus der Nazis geht es um den hühnenhaften Helden, zäh wie Leder und hart wie Krupp-Stahl (by the way, Krupp war ein wichtiger Finanzier A.H.lers und damit war dieser berüchtigte Satz eben auch Schleichwerbung und ein Sich-Revangieren),um das Pure, das Reine, das Güldene, das im Glanze Strahlende, das Göttlich-Überlegene, das Edele, das Ehrenhafte - und auf der anderen Seite um das vernichtenswerte Minderwertige,das Degenerierte, das Durchtriebene, das Schwache,Schmutzige und Dreckige.

Allein die Abfolge Stolz ... (Un)Ehre ... Befleckung in Ihrem Kommentar atmet den Pesthauch der Syntax aus der geschichtlichen Mottenkiste. Diese "Verschmutzungsfantasien" sind eine tiefere Ursache für das, was geschah. "Desinfektoren" nannten sich die Vergaser.

Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung

Zum Ursprung des Zitates.

Aus der Gedenkstätte Jad Vaschem stammt das in unseren Diskussionen oft zitierte Wort: "In der Erinnerung liegt das Geheimnis der Erlösung." Auch dieser Import belegt eine beachtliche Gedankenlosigkeit. Der Satz stammt von Baal Schem Tov (1700 bis 1760), dem Gründer des Chassidismus, einer ostjüdischen Erweckungsbewegung, und nicht, wie immer wieder behauptet wird, aus dem Talmud. Vollständig heißt er: "Vergessen verlängert das Exil, in der Erinnerung liegt das Geheimnis der Erlösung." Gemeint ist also ein religiöses Erinnern an das Heilige Land und den zerstörten Tempel.

Aus einem Artikel Bei Zeit Online aus dem Jahr 1999

Ich finde es gut, dass daran

Ich finde es gut, dass daran erinnert wird. Ich finde es nicht gut das immer nur von jüdischen Opfern gesprochen wird in den KZ der Nazis wurden systematisch Juden, Homosexuelle, Kommunisten, Behinderte , Sinti und Roma und viele andere ermordet die meist unerwähnt bleiben. Viel erschreckender aber finde ich das sich kaum noch wer ernsthaft Gedanken macht wie es soweit kommen konnte. Ich habe viel mit meinem Großvater darüber gesprochen warum ein ganzes Volk so verblendet sein konnte. Leider Stelle ich immer mehr Parallelen zur heutigen Zeit fest und befürchte fast das sich die Geschichte wiederholt nur mit einem anderen Feindbild.

@ Werner Krauss (17:07): Antisemitismus ist ein Verbrechen

hi Werner Krauss

„Antisemitismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“
Wolfgang Thierse

Auch ich sage, dass Antisemitismus keine Meinung sondern ein Vebrechen ist. Und gegen diese besorgniserregende Zunahme von antisemitischen und rassistischen Angriffen - auch durch die werte Bundesregierung gegen Muslime - muss in der Tat vorgegangen werden. Aber mit den demokratischen Mitteln und nicht mit Generalverdächtigung gegen alle Internetuser. Sowas muss auf einfachem Weg gemeldet werden können und die Moderation muss sowas auch löschen und dafuer die entsprechenden Mittel bereitgestellt bekommen. Denn nicht alle Moderationen können sich sowas finanziell leisten. Ganz besonders die kleinen nicht. Die brauchen Hilfe dabei.

Und auch mit dem hier:

Es war ein Anfang, aber welche Taten folgen den schönen Worten.

haben Sie recht. Ein Anfang von Taten wäre zum Beispiel die vollständige Beendigung der weltweiten Ruestungslieferungen.

@ Gelenkte-Dem-...

Für Deutschland ist die größte Gefahr, dass wir keine starke Gewaltenteilung und keine Debattenkultur haben wie in den etablierten freiheitlichen Demokratien.

Deutschland hat eine hervorragende Debattenkultur. In unserem Parlament und außerhalb geht es weitgehend höflich und respektvoll zu.
Und Deutschland ist eine gestandene freiheitliche Demokratie.

Scham

Sie selbst müssen durchaus keine Scham empfinden, aber Frau Merkel und vielen anderen dürfen sie diese schon zugestehen.

16:56 von andererseits

ich gab mein Statement um 16:31 ab

und meine " Zugfahrtgeschichte", ich gab die Meinung einiger Inder ab
die ich allerdings für repräsentativ halte
wie man in Ruanda über seine Vergangenheit denkt, das weiß ich nicht
in Kambodscha wo auch 25 % der Bevölkerung ermordet wurden, gibt es keine "Aufarbeitung" wie hier
in Japan ... da gibt es exzellente Japan Kenner hier im Thread - fragen sie diese, allerdings Reue glaube ich herrscht dort nicht
und davon stehlen .... ich stehe zu meiner Nation
zu ihren glanzvollen Zeiten ebenso wie zu ihren düsteren

@ Felina2 (17:10): mit dem hier haben Sie generell recht

hi Felina2

Mit dem hier:

Eine Anklage für die 70 Jahre lang Zeit war nun einem 90 jährigen zu präsentieren halte ich für unakzeptabel.

haben sie generell recht. Man zerrt keine Menschen die 90 Jahre und älter sind, mehr vor Gericht. Sowas halte ich fuer menschenrechtsverletztend. Die Justiz möge sich lieber um die ganzen heutigen Neonazis, um die AfD, um solche weiteren Parteien wie Dritter Weg, DVU, Republikaner und solche kuemmern (z.B. Parteiverbote, Nazis vor Gericht bringen).

Ich bedaure das Geschehene zutiefst.

Ja, das was damals dort an Kriegsverbrechen - so nenne ich es - geschehen ist, ist traurig und es hätte niemals passieren duerfen.

Ich schäme mich...

...für die Taten meiner Vorfahren und für viele Kommentatoren hier wie Sisyphos3.

Wir müssen sicher keine Schuldgefühle empfinden für das, was damals geschehen ist. Aber wir müssen uns schuldig fühlen, wenn wir widerstandlos zulassen, dass Vertreter dieser menschenverachtenden Ideologie heute wieder im Bundestag sitzen und dass die schändlichen Taten von damals heute online wie offline von immer mehr Mitbürgern relativiert oder gar verherrlicht werden.

Ich habe nicht gegen Gedenken

Aber ständig zu hören "wir [die Deutschen] habe eine besondere Verantwortung" und ähnliches ist mehr als nur Gedenken. Es ist ein permanentes sich schuldig Fühlen. Und obwohl ich definitiv kein Freund der AFD bin, verstehe ich was Höcke (ich glaube er hat es gesagt) mit Denkmal der Schande gemeint hat.
Denn dann frage ich:
- wo sind die Mahnmale für die zwei Atombombenabwürfe und den Völkermord an der indigenen Bevölkerung in Amerika
-Wo sind die Mahnmale für die vielen Opfer des Kolonialismus in Frankreich, England, Spanien, Portugal, etc.
- Wo sind die Mahnmale für die Kreuzzüge im Vatikan.

In Deutschland wird nicht erinnert, sondern sich schuldig gefühlt. Und dieses ständige vor Augen führen der Vergangenheit hängt mir als Ausländer zum Hals raus. Wäre ich in Deutschland geboren worden würde ich dies unter Umständen auch als Angriff gegen mich sehen. Als unschuldiger Deutscher wird man permanent mit dieser Erniedrigung konfrontiert, dass die Vorfahren Verbrecher wahren.

re lutz jüncke

"@ 16:50 von teachers voice

Lutz Jüncke:
>>In allen Bereichen wird uns Deutschen von klein auf beigebracht, dass Nationalgefühl etwas per se Schlechtes sei.<<

teachers voice:
Pardon, aber aus einer falschen Annahme können Sie nie eine richtige Schlussfolgerung ziehen. Niemandem wurde und wird dieses „beigebracht“. /em>

Mit Verlaub, Sie irren an dieser Stelle.

Es sei denn natürlich, Sie versicherten mir, Sie brächten Ihren Schülern tatsächlich von klein auf bei, das Nationalgefühl etwas Erstrebenswertes sei."

Denken Sie nur schwarz/weiß?

Als ob es zwischen " Nationalgefühl etwas per se Schlechtes" und "Nationalgefühl etwas Erstrebenswertes" nicht ein paar Graustufen geben würde ...

Reaktion der AFD?

Hab gerade in Facebook lesen müssen, wie sich die ersten Regionalfunktionäre der AFD über den Besuch der Kanzlerin in Auschwitz äußern? Respektlos.

aktives Zuhören

Also ich höre von den "anderen" Verbrechen genug um mir ein Bild machen zu können und mich bezüglich Rassismus und Rechtsextremismus aufmerksam und wachsam bleiben zu lassen. Vielleicht können Sie sich ja darum bemühen, mehr und aktiver zuzuhören. Die 20 - Uhr - Nachrichten (resp. 10 Uhr beim ZDF) sind ja nicht die einzigen Informationsquellen.
Und Frau Merkel kann ja beim nächsten Besuch in Russland eine dortige Gedenkstätte besichtigen und uns an die Vergangenheit erinnern.
Als Mahnung wohlgemerkt, ich empfinde das nicht als Schuldzuweisung an meine Generation.

@ 17:16 Sisyphos3

Es geht hier um das Gedenken der Kanzlerin im Vernichtungslager Auschwitz und um die Scham, die natürlich zum Erinnern an dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte dazugehört. Und dazu kommt von Ihnen... nichts. Das sagt auch viel aus.

Ich denke, dass ich mich

nicht schaemen muss Deutscher zu sein, genausowenig wie sich jemand anderer seiner Herkunft schaemen muesste oder Grund haette stolz darauf zu sein. Ich denke , dass ich keione unmittelbare Verantwortung fuer die Verbrechen anderer uebernehmen muss.

Keiner kann fuer seine Herkunft.

Ich dachte wir waeren bereits weiter. Die ethnische oder Geburtsherkunft fuer irgendwas heranzuziehen empfinde ich als archaisch und ueberkommen.

Ich denke aber, dass man tief darueber betroffen sein muss, wqas die Nazis und ihre Helfer Leuten angetan haben. Ich denke auch, dass man Antsemitismus und anderen Diskrimnierungen aufgrund der Herkunft, oder eines anderen Merkmals entschieden entgegentreten muss.

Ich denke, die Menschheit sollte endlich erwachsen werden und die Zoepfe der Vergangenheit abschneiden.

17:00 von Demokratieschuetzerin

«Diese Nationalsozialisten waren fuer mich KEINE Deutschen sondern Kriegsverbrecher und mehr nicht.»

"Diese Nationalsozialisten" hatten eine Staatsangehörigkeit.
Und das war die deutsche.
"Staatsangehörigkeit Kriegsverbrecher" gab und gibt es nicht.

Andere Kriegsverbrecher hatten in WK2 andere Staatsangehörigkeit.
Viele die japanische. Dort gab es zwar damals keine "Vernichtungslager" wie in Auschwitz. Aber eine sehr ähnliche Art der Verbrechen aufgrund nationalistisch-faschistischen Wahns "der Überlegenheit der Rasse".

Das deutsche Wort "Scham" trägt in seiner Herkunft die Bedeutung "Schande" mit in sich. Es war und ist eine Schande, was "damals" in DEU (und JAP) geschah.

Niemand derjenigen, die bis 1945 Kinder waren, oder erst nach dem Krieg geboren wurden, trägt Verantwortung für die Ereignisse. Eine Schande für DEU (und JAP) als Nationen war die Zeit von 1933 bis 1945 aber in jedem Fall.

In dieser Beziehung gibt es die Gedenkanlässe zu diversen Ereignissen …
hier und dort.

@Sisyphos3 um 15:57

"Relativierung
wo tat ich das ?
nur weil ich schrieb Völkermord ist kein spezifisch deutsches Phänomen"

Natürlich relativieren Sie.
Eine fabrikmäßige Tötung, so wie sie bei der Vernichtung der 6 Millionen Juden, der bis zu 500.000 Sinti und Roma und der großen Zahl nichtjüdischer Polen von DEUTSCHEN praktiziert wurde, hat es weder vorher, noch nachher gegeben. Damit ist der Holocaust natürlich ein spezifisch deutsches Problem.

Und wenn Sie sagen, dass es doch auch andere Völkermorde gegeben habe, dann ist d. nur ein weiterer Versuch zu relativieren. Die Deutschen haben Menschen wegen ihrer Religion (darunter bis zu 195.000 deutsche Juden + 65.000 österreichische Juden) bzw. ihrer Abstammung mit industriellen Methoden millionenf. getötet, die Zuführung zur Vernichtung (Deportation) wurde dabei mitunter minutiös geplant, sodass sogar milit. Transporte nachrangig behandelt wurden. Hauptsache es wurden die Soll-Zahlen für die Vernichtung erfüllt. Beispiellos in der Menschheitsgeschichte.

17:11 von Sonnenmeer

erstaunlich
selbst wenn man die Zeit des Nationalsozialismus als "unehrenhaft" anprangert
finden Zeitgenossen immer Wege einen als Nazi zu beschimpfen und anzuprangern

@HotDog81, 17:19 Uhr

Ich verstehe nicht, dass Höcke von einem Denkmal der Schande gesprochen hat und schäme mich in der Tat für eine solche Formulierung!

Stolz und Scham überbewertet?

Ich gebe zu, ich habe Nationalstolz nie so recht verstanden. Wie kann ich auf etwas stolz sein, wofür ich 0 was getan habe? Ich bin doch nur zufällig Deutscher. Aber ich bin froh und dankbar in einem sehr freien und reichen Land wie dem unseren zu leben.

Genauso schwer tue ich mich mit persönlicher Schuld und Scham für die Greul, die meine Großelterngeneration verursacht haben. Daran hatte ich keinen Anteil. Bin ich deswegen ein schlechter Deutscher?

Aber die Erinnerung ist wichtig und man muss daraus lernen. Mir bereitet die zunehmende Fremdenfeindlichkeit und das Vogelgeschiss Gerede Sorge.

Ich finde nicht, dass ich mich für die Vergangenheit persönlich schämen muss. Sie macht mich betroffen, keine Frage. Aber schämen müsste ich mich nur, wenn ich die Augen verschließen würde und z. B. dem Vogelschiss Gerede nicht widersprechen würde und aufhören würde, mich für unsere freiheitliche Demokratie einzusetzen.

Rede von Weizäcker

06.12. 2019 um 16:22 von @andererseits
ich stimme Ihnen zu. Diese Rede ist immer noch aktuell. Schade, dass das einige Foristen hier immer noch nicht begriffen haben. Vielleicht sollten diese die Rede mal ganz gründlich studieren.

@ Goldenmichel (16:59): Mit dem hier haben Sie recht

hi Goldenmichel

Mit dem hier:

Die Warnung vor totalitären Regimen ist auch grade heute wieder hochaktuell.

haben Sie recht. Ganz besonders betreffend Trump, Johnson, Erdogan, Netanjahu, Haftar, Putin, Xi, Duterte und viele andere solche Kriegsverbrecher.

Schon der Liedermacher Reinhard Mey hat uns gewarnt, Seid wachsam !

Den Titel kenne ich zwar jetzt nicht, weil ich nicht alle Titel von Reinhard May kenne, aber ich glaube Ihnen trotzdem. Und ja, Wachsamkeit ist bei solchen wie der AfD, diesem "Konservativen Kreis" aus der CDU, bei diesen Identitären, bei anderen rechten Parteien in Deutschland wie Dritter Weg, DVU, Republikanern und anderen sehr wohl geboten. Damit haben Sie recht und ich bin sehr wohl dafuer, solche Parteien unter Beobachtung zu stellen bis hin zu Parteiverboten und auch dafuer, Neonazis vor Gericht zu bringen.

Denn was die machen, sind Straftaten und nichts anderes.

Rund 40 Prozent der

Rund 40 Prozent der Schüler*innen bei uns wissen nicht, dass Auschwitz ein Vernichtungslager war: Die Erinnerungsarbeit und die Erinnerungskultur braucht neben dem Wissen auch eine emotionale Arbeit, um Verantwortung dafür übernehmen zu können, dass Faschismus, rechtsextremes völkisch-nationalistisches Denken und Agieren sowie Hetze gegen Minderheiten und anders lebende Menschen keine Chance mehr bekommen darf, in unserem Land die Oberhand zu bekommen.

@17:15 von 2019 um 13։13 von ѽ…

"Deutschland hat eine hervorragende Debattenkultur. In unserem Parlament und außerhalb geht es weitgehend höflich und respektvoll zu."

Dem muss ich widersprechen. Die Vorfälle an einige Universitäten in der letzten Zeit, bei denen Leute mit unliebsamen Meinungen am reden gehindert wurden (und dies nicht nur in Verbindung mit der AfD), geben Anlass zur Sorge. Dann gab es zuletzt eine Studie, wie die Deutschen die Lage der Meinungsfreiheit einschätzen:

"59 Prozent der 1283 Befragten ab 16 Jahren gaben an, sie könnten sich unter Freunden frei äußern, nur 18 Prozent sehen aber im öffentlichen Raum eine vergleichbare Freiheit."

Quelle: https://www.welt.de/politik/article193977845/Deutsche-sehen-Meinungsfrei...

Dies hat viel mit der politischen Korrektheit zu tun, die immer mehr Überhand nimmt, denn wie schnell hat man einen "shit storm" heraufbeschworen, der einen sozial ruinieren kann.

Stolz

können Sie und ich nicht auf Goethe oder Luther sein. Aber z.B. darauf, dass Sie in ihrem Verein, Ihrer Nachbarschaft oder als "hier lebender" (um nicht Deutscher zu sagen) etwas gemeinsam angepackt und geschafft haben, wie z.B. ein neues Vereinsheim oder die humane und herzliche Aufnahme von Flüchtlingen. Und in genau in dieser Kategorie kann man sich auch schämen, wenn man das unterlassen oder gar Miesmacher solcher gemeinsamer Aktionen unterstützt und angefeuert hat. Kann man, darf man, muss man nicht wenn es einem nichts bringt.

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