Ihre Meinung zu: Darum schneidet Singapur so gut bei PISA ab

3. Dezember 2019 - 15:28 Uhr

Warum schneidet Singapur bei PISA-Studien so gut ab? Ein Grund sind moderne Klassenzimmer und Unterrichtsmethoden. Die Schüler lernen aber auch deutlich länger - etwa am Nachmittag und in den Ferien. Von Holger Senzel.

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Kommentare

Unvollständig

Wieviele Schüler bleiben in Singapur auf der Strecke und was wird dann für sie getan?
Wie hoch ist die Jugendarbeitslosigkeit dort?
Welchen Beruf ergreift man, wenn man nicht studiert?
Wie hoch sind die jeweiligen Gehälter und wie hoch die Lebenshaltungskosten?
Aber sonst ein netter Bericht.
Vielleicht einfach mal Frau Merkel vorlegen.
Für die Aufrüstung reicht es ja dicke.
In Deutschland kann man schon froh sein, wenn es in der Schule nicht reinregnet, nirgendwo schimmelt und die Toiletten benutzbar sind.

Habe eine Vermutung

Habe das Bild relativ lange angesehen und eine Vermutung, wo ran es liegen könnte.

Die Digitalisierung hat damit aber gar nichts zu tun - da bin ich mir sicher. Wenn man dieses Bild mit einem Klassenzimmer in deutschen Großstädten vergleicht fallem einem viele Unterschiede auf, die in ihrer Gesamtheit ein Bild ergeben.

Aber alles was ich schreiben könnte sagt das Bild wesentlich besser. Und nein - da werden wir nie hin kommen.

Kurzsichtigkeit

Man beachte bitte auf dem Bild den Anteil der Brillenträger unter den Schülern.
Neuen Erkenntnissen zufolge ist fehlendes Tageslicht ein großer begünstigender Faktor zur Entstehung von Kurzsichtigkeit. In der Gegend dort schon fast eine Epedimie.
Ich bin mir nicht sicher ob es gut ist, die Kinder so stark auf Bildungsleistung zu trimmen, dass sie kaum noch aus geschlossenen Räumen heraus kommen und nur noch selten Gegenstände sehen, die weiter als 3m weit weg sind....

"Der Druck auf die Schüler

"Der Druck auf die Schüler ist in einer durch und durch auf Leistung gepolten Gesellschaft natürlich hoch"

Und genau deshalb schneiden sie bei der PISA Studie so gut ab. Bei uns orientiert man sich inzwischen am schwächsten und veranstaltet Schulexperimente ala Schreiben nach Gehör und zieht alle Schüler durch. Wer dann doch mal 1/3 der Klasse durchfallen lässt wegen mangelnder Leistung hat das Schulamt an der Backe und darf sich rechtfertigen warum man es nicht geschafft hat den Lehrstoff zu vermitteln - So einer befreundeten Lehrerin passiert.

Dann darf man sich auch nicht wundern das sowas wie bei der Kranzniederlegung der SPD passiert oder das Bewerber teilweise katastrophale Mängel haben...

Fakenews?

"Schultafeln haben schon lange ausgedient in Singapur"

Ja klar und deswegen sieht man auf zwei unterschiedlichen Bildern und Klassen die Lehrer vor einer großen weißen Tafel.
Auf der einen eindeutig beschriftet, auf der anderen schreibt die Lehrerin gerade.

Unterschiede

Gute Schulnoten haben einen extrem hohen Stellenwert, undenkbar dass in Singapur jemand damit kokettiert, immer schlecht in Mathe gewesen zu sein.

Der westliche Einwand der gestohlenen Kindheit stößt daher eher auf Ratlosigkeit: "Kindheit ist doch dafür da, um sich bestmöglich aufs Leben vorzubereiten." Momentan sind übrigens Schulferien in Singapur, die meisten Schüler verbringen sie in Lerncamps mit Büffeln.

Ich glaube, das trägt mehr zum Erfolg der Schüler von Singapur bei, als die Frage Kreidetafel oder Bildschirm. Natürlich hat man mit moderner Technik mehr Möglichkeiten, aber lernen muss man am Ende doch, deswegen wohl "Lerncamps mit Büffeln".

Bei uns ging die Welt unter (v.a. für manche Eltern), als durch das G8 mehr Nachmittagsunterricht angesagt war.

"Applied Learning" gab es an der Schule meiner Tochter auch (Roboter bauen, Theater...). Hängt aber wohl sehr von der Schule und vom Engagement der einzelnen LehrerInnen ab.

Vermutlich sind nicht nur die Eltern ehgeiziger

sondern auch die Schüler und motivierter auch. In Singapur gibt es ein Verständnis, wie wichtig Bildung und Bildungschancen sind und Leistung ist nicht negativ besetzt. Bei uns dagegen wird über Leistungserwartung gejammert, gegen Lehrer und Noten geklagt und für Versagen immer Andere verantwortlich gemacht

Man kann auch des Guten zuviel tun – Kinder brauchen Freiraum

Singapurs Erfolg bei den PISA-Studien spricht für sich. Man kann also anderen Ländern nur Raten, sich, was das grundsätzliche Lernkonzept angeht an deren Unterrichtsmethoden zu orientieren.

Allerdings: Auch hier kommt es, wie überall sonst auch, auf das richtige Maß an. Und vor allem auch darauf, beim Streben nach maximalem Bildungserfolg nicht das eigentliche Ziel, nämlich das (zukünftige) Wohl der Kinder aus den Augen zu verlieren. Und dieses beruht nicht nur auf möglichst viel Wissen und Problemlösungskompetenz, sondern auch auf sozialen Kompetenzen wie Empathie und der Fähigkeit, uneingeschränkt und vorurteilslos Kontakt zu Menschen aus anderen Weltregionen, gesellschaftlichen Schichten und Kulturkreisen aufnehmen zu können.

Solange Kinder tatsächlich Spaß an diesem bildungstechnischen Parforcemarsch haben und sich nicht unter Druck gesetzt fühlen, ist ja alles in bester Ordnung. Angesichts des geschilderten extremen Leistungsdrucks sind da allerdings einige Zweifel angebracht.

In Singapur ist der Druck auf

In Singapur ist der Druck auf Lehrer*innen und Schüler*innen immens; die naive technische Fortschrittsgläubigkeit nimmt dabei mitunter merkwürdige Gestalten an, u.a. die reine Effizienzberechnung, wieviele Schüler*innen per Instant-Messenger-Tool ihre Fragen stellen können - der Blick auf "Lernen in Beziehung" verschwindet dabei...
PISA differenziert leider nicht zwischen "lernen" und "drillen"; auch Japan schneidet deshalb gut ab, weil die Lehrer*innen hier bis zu 60 Stunden pro Woche arbeiten und den Druck, den sie selber erleben, 1 zu 1 weitergeben. Da kommen Schüler*innen raus, die lesen und rechnen können, okay... Was sie an sozialer und emotionaler Bildung und Reife mitbekommen, sei mal dahingestellt. Ich sehe den PISA-Hype äußerst kritisch.

Unser Schulsystem war vorbildich&wurde deshalb zerstört?

1985 stellte ich dem Expertenseminar des leit. Oberschulrates Prof.. von Berlin ein Mikroterrminal mit über 254 real time Multitask Möglichkeiten (OS9 Betriebsystem) vor(vergleichbar dem
Terminal des bekannten Geschäftsmodell Appels erst 5 Jahre nach o.a. Modell !).
Dieses wollte von den Schülern im Arbeitslehreunterricht mit den vorhandenen Massenfertigungs Printplatten, Gussformen CPU's , Unterricchtsplänen usw. mittels Zusammenarbeit mit Firmen als moderner Inhalt: " Digit-Analog Unterricht "Lizenz-frei gebaut werden gemäß einem praktisch erprobten + vom leit.Prof.O.Schulrat ...sehr empfohlenen U-Modell seitens des Päd.Zentrums.
"Was sollen den wir mit so nen Komputer?"
meinten dort anwesende Schulräte, Direktoren... entgegen der des L.Schulrates:" Zur H-Zeit verloren wir unsre Leistungsspitzen ans Ausland denn: Fehler verzeihen sie Dir selten, Erfolg nie!)
(Es war ein Laptop-ähnl. Pat.+Welt-Spitzen-Erzeugnis, das danach von Siem. DeTeWe gekauft wurde)
Welche Chance war das!

Von Nichts kommt Nichts...

Man muss sich entscheiden, was man will. Wer über die strengen bayerischen Schulen herzieht wird sich Singapur nicht als Vorbild nehmen.

Mathe oder Sprachen lernt man nicht in noch so gut gemachten Youtube-Tutorials, sondern durch rechnen und sprechen. Und dafür muss man die Grundregeln und Vokabeln mal gelernt haben. Und dann muss man es anwenden in z.B. Übungsaufgaben, die man selbst gerechnet hat. Wer nie selber einen Dreisatz gerechnet hat wird nie herausbekommen, wie viel € MwSt. in einem Produkt mit einem Verkaufspreis von 100€ sind (19% MwSt). Kleiner Tipp 19€ ist falsch.

Und da ist es dann auch egal, ob die Lehrerin mit Kreide oder mit einem Filzschreiber auf die Tafel schreibt.

Ich will nicht tauschen

Ich würde nicht tauschen wollen mit den Singapurern.

Die Menschen sollten ein glückliches Leben haben. Und das heißt für mich: Individuelle Freiheit, weniger Leistungsdruck aber dafür etwas weniger Bruttoinlandsprodukt.

Eine solche Leistungsgesellschaft wie in Singapur degradiert Menschen zu Robotern. Für mich ist das grausam und inhuman.
Man sollte sich daher nicht zu viel auf "PISA"-Ergebnisse scheren....

Japan ist anders.

@16:17 von andererseits
Der Stress ist dort eher "intrinsisch", also von innen kommend.
Und entsteht, weil die Kinder und natürlich auch Eltern beim nächsten Übergang z.B. Grundschule-Mittelschule in einer Prüfung versuchen, in eine qualitativ hochwertige Schule zu kommen. Für die Vorbereitung dazu wird Nachhilfeunterricht und Lernen in der "Freizeit" in Kauf genommen.

Die Schule selbst ist dagegen dann wieder erstaunlich relaxt. Der Lehrer ist ebenfalls der gegenseitigen Achtung verpflichtet und wird deshalb sogar schlechte Noten vermeiden.

andererseits 16.17

Da kommen Schüler*innen raus, die lesen und rechnen können, okay... Was sie an sozialer und emotionaler Bildung und Reife mitbekommen, sei mal dahingestellt. "
Immerhin können sie lesen und rechnen, unsere nicht. Das sollte aber die Schule vermitteln können- soziale Bildung kann im Elternhaus oder auf dem Spielplatz, auch im Sportverein erworben werden. Sie erwecken für mich den Eindruck, als wäre Ihnen klassische Bildung und Grundfertigkeiten nicht so wichtig. Das brauchts aber zur Ausbildungs- oder Studierfähigkeit- nicht die Kopfnoten

um 16:33 von desputin

>>"Die Menschen sollten ein glückliches Leben haben. Und das heißt für mich: Individuelle Freiheit, weniger Leistungsdruck aber dafür etwas weniger Bruttoinlandsprodukt."<<

Woher wollen Sie wissen das die Menschen nicht glücklich sind in Singapur? Könnte es nicht gar sein das diese Menschen vielleicht glücklicher sind als wir?

Immer wieder werden...

mit Pisa unterschiedliche Länder und Systeme verglichen...und aus Gründen der "political correcctness" werden kaum die wirklichen Ursachen bzw. Unterschiede genannt. Unterschiedliche kulturelle Traditionen, Klassenverbände, in denen viele Schüler nicht die nationale Sprache von zu Hause erlernt haben vs. sprachlich einheitliche Lerngruppen,
der unterschiedliche Lernstil z.B. hoher Lerndrill vs. offener Unterricht, unterschiedliche Lernförderung durch die Eltern, ökopsychologische- und Quartierfaktoren, unterschiedlicher Erziehungsstil der Eltern...und und. Äpfel sollte man nicht mit Birnen vergleichen. Bezogen auf unsere Schulklassen mit ihrer großen Schülerheterogenität leisten unsere Lehrer eine bewundernswerte Sisyphus-Arbeit. Auf diesem Hintergrund steht Deutschland vergleichbar mit diesen Indikatoren eindeutig an der Spitze.

@desputin um 16:33 Uhr

"Ich will nicht tauschen
Ich würde nicht tauschen wollen mit den Singapurern.
Die Menschen sollten ein glückliches Leben haben. Und das heißt für mich: Individuelle Freiheit, weniger Leistungsdruck aber dafür etwas weniger Bruttoinlandsprodukt.
Eine solche Leistungsgesellschaft wie in Singapur degradiert Menschen zu Robotern. Für mich ist das grausam und inhuman.
Man sollte sich daher nicht zu viel auf "PISA"-Ergebnisse scheren...."

Genau dasselbe würde ein Mitglied irgend eines indigenen Volkes in Südamerika z.B. oder ein Buddhist aus Bhutan auch über Deutschland schreiben, man braucht nur Singapur gegen Deutschland austauschen.

Als ob die

Schultafel ausgedient hätte.
Was hat das denn mit Lernerfolg zu tun?
Das Problem ist doch der fehlende Beamer, die fehlende Dokumentenkamera.
Und falls diese Systeme dann doch da sind, in der Regel von den Lehrern selber installiert, gibt es Niemanden, der sie wartet oder sich um defekte Geräte kümmert.
Klassenzimmer sind bei uns runtergekommen und das Mobiliar sowas von in die Jahre gekommen.
Bildungspläne haben tollen Praxisbezug - allein die praktische Umsetzung ist oftmals mangels entsprechender Räumlichkeiten nicht möglich.
Viele Lehrer verwenden private Geräte, damit der Unterricht überhaupt einigermaßen gelingt.
Und zu den Kritikern des "Leistungsdrucks". Den haben wir in unseren Gymnasium sowieso. Was ist aber mit den anderen Schülern? Was ist mit der Disziplin, der für gelingenden Unterricht notwendig ist?
Wir sind leider sehr weit von dem Punkt entfernt, bei dem wir vor Singapur warnen sollten. Im Gegenteil!

Birnen mit

Aepfel vergleichen geht nicht.

Benchmarking ist eine schwierige Uebung. Unter anderem deswegen, weil man erst eine benchmark schaffen muss um eine Vergleichbarkeit herzustellen.

Da das so schwierig ist benchmarken sich Firmen ueblicherweise ueber den Nettogewinn. Fuer alle anderen Parameter (Umweltfreundlichkeit, Kundenbezogenheit, Innovation, usw) muesste man eben erst eine benchmark herstellen, um vergleichen zu koennen. Ohne das wird der Vergleich primitiv und nichtssagend, Aepfel mit Birnen halt.

Auch Bildung ist nicht so eindimensional, dass man einfach Parameter so vergleichen koennte. Wenn man in der Wueste am Boden sitzt ist noch lange nicht gesagt, dass das auch am Nordpol gesund ist.

Singulärer Stadtstaat und Deutschland

Was soll das...einen kleinen Insel- und Stadtstaat mit einem Land mit 84 Mio. Einwohnern zu vergleichen...trotz des Lerndrills von früher Kindheit an kommt doch wohl nicht soviel dabei heraus...die Klassen dort sind weitgehend homogen, bei uns höchst heterogen...die Unterrichtsausstattung ist nicht anders als bei unseren Schulen - schlecht reden kann man alles - wenig wird gesagt über das pädagogische Konzept und die Qualifikation der Lehrenden. Deutschland hat hier eine nicht vergleichbare pädagogische Tradition, die im Weltmaßstab keine Vergleiche scheuen muß. Anders wäre es nicht möglich, seit Jahrzehnten Exportweltmeister zu sein und eine einzigartige Ingenieurqualität auszubilden. Damit sollen die Leistungen der Schulen und der Kinder in Singapur nicht geschmälert werden...differenziert werden muß aber auch.

zu Am 03. Dezember 2019 um

zu Am 03. Dezember 2019 um 16:11 von Nettie ... sozialen Kompetenzen wie Empathie und ...

ich denke darin liegt unser Irrtum: zu Glauben das Wohl der Kinder ist darin zu suchen, möglichst wenig Herausforderungen zu haben und gemeinsames Herumchillen und nett sein wäre der Höhepunkt sozialer Kompetenz.

Im Gegenteil, sozialen Kompetenzen wie Empathie und der Fähigkeit mit anderen zu können entwickeln sich am besten, wenn gemeinsam an hohen Anforderungen gearbeitet wird und diese auch gemeinsam gemeinster werden.

Und so was geht am Besten in ganztägigem Unterricht, mit Interaktion zu Lehrern und Mitschülern, ohne einsam Hausaufgaben machen zu müssen.

Kinder lieben auch höchste Anforderungen und schwierigste Inhalte, so lange ihnen auch die Mittel zum Lernen und die pädagogische sowie fachliche Hilfe jederzeit abrufbar bereit gestellt wird.

Was machen wir?

Bei uns geben Politiker damit an an, dass in ihren Ländern der Anteil der Abiturienten stetig steigt. Auf den Fussball übertragen heißt das, wir stocken die Bundesliga auf 40 Vereine auf und behaupten, wir haben das Niveau des deutschen Fußballs erhöht, weil wir mehr Erstligisten haben als die anderen Länder.
Unser Bildungssystem ist ein Flickenteppich, wo sich jede Landesregierung ideologisch austobt.
Ganztagsschule ist Teufelszeug. Unsere Kinder sollen nachmittags daheim sein.
Wen wundert es, wenn Singapur da besser abschneidet als wir?
Vielleicht werden wir wach, wenn die immer schlechtere Bildung sich auf den Wohlstand auswirkt. Die Wirkung von Gegenmaßnahmen dann greifen allerdings erst nach Jahrzehnten.

16:17, andererseits

>> Da kommen Schüler*innen raus, die lesen und rechnen können, okay... Was sie an sozialer und emotionaler Bildung und Reife mitbekommen, sei mal dahingestellt. Ich sehe den PISA-Hype äußerst kritisch.<<

Das geht mir ganz genau so.

Man nennt Singapur ja auch "Disneyland mit Todesstrafe".

Vielleicht ist dieser Artikel hier im Zusammenhang ganz interessant:

"https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/pisa-testsieger-singapur-wie-schueler-auf-erfolg-getrimmt-werden-a-1127153.html"

Ich weiß nicht, ob das Ideal des menschlichen Roboters für die Zukunft der Menschheit wirklich erstrebenswert ist.

16:37 von krittkritt / @16:17 von andererseits

«Japan ist anders. Der Stress ist dort eher "intrinsisch", also von innen kommend.
Und entsteht, weil die Kinder und natürlich auch Eltern beim nächsten Übergang z.B. Grundschule-Mittelschule in einer Prüfung versuchen, in eine qualitativ hochwertige Schule zu kommen … Die Schule selbst ist dagegen dann wieder erstaunlich relaxt. Der Lehrer ist ebenfalls der gegenseitigen Achtung verpflichtet und wird deshalb sogar schlechte Noten vermeiden.»

"In gewisser Weise" stimmt das.

Der Leistungsdruck, den Lehrer im Unterricht auf Schüler ausüben, ist in JAP gering. Der Umgangston an Schulen zw. Lehrern / Schülern sehr respektvoll.

Unter Schülern gegenüber anderen in vielen Fällen aber nicht.
Stress durch "das Damoklesschwert der Überforderung" für den nächsten Schul-Übergang fördert in JAP "als Ventil":

苛め・ijime・Schikanen unter Schülern.

Die Suizid-Rate unter Schülern in JAP ist grotesk hoch.
Eine der, wenn nicht die höchste weltweit.
Oft an landschaftlich herausragend schönen Orten …

Aha, jetzt wissen wir ja, wie

Aha, jetzt wissen wir ja, wie und warum Singapur so weit vorne ist im Bildungsranking und wir wissen ja mindestens genauso lange, warum es hier immer mehr abwärts geht, mit der Bildung und dass die notwendigen Schritte, um dies wieder einzurenken, nur deshalb nicht getan werden, weil damit die Weltbilder bestimmter weisungsimmanenter Gruppierungen nicht mehr stimmen würden. Also gefährdet, ja opfert man auch an diesem Punkt lieber unsere Gesellschaft, als die Sache entsprechend anzugehen, nur um ein erzwungenes Kartenhausgleichgewicht zu erhalten. Lieber kriminalisiert man Kritiker die die verursachenden Dinge beim Namen nennen und stellt sie, wie mittlerweile bei so vielen Themen in dieser Gesellschaft, mit Messenmördern gleich. Da werden dann auch 40 jährige Erfahrungen, die direkt zu diesem Thema erlebt und gemacht wurden, so einfach abgetan. Und die Gesellschaft verblödet weiter immer mehr. Es ist nicht zu glauben und dieses Tun ist das wirklich kriminelle!

Am 03. Dezember 2019 um 16:11 von Nettie

Das zukünftige Wohl der Kinder basiert an allererster Stelle auf dem was sie können und wissen. Wer hier wie dort durchs Raster fällt wird im Zweifelsfall von der Gesellschaft aussortiert oder an den Rand gedrängt.
Und wenn sie es noch so sehr wollen, das wird sich nicht ändern. Sonst haben wir genau das Problem was alle Versuche den Kommunismus/Sozialismus zu etablieren bisher immer alle zum Scheitern gebracht hat - der Stillstand aufgrund fehlender Leistungsanreize.
Darum wird auch Deutschland so man sich nicht wieder auf den Leistungsgedanken (der eigenen Leistung) besinnt, über kurz oder lang vollends den Anschluß verlieren.

warum sind Singapores Schüler gut

weil die Gesellschaft dort hungrig ist
da quatscht man nicht über bedingungsloses Grundeinkommen
genau so wenig wie man sich bei uns ano 1946 Gedanken
über die 35 Stunden Woche machte oder das Recht auf Wohnraum
Da haben die Leute die Trümmer weggeräumt sich hurtig ein Dach überm Kopf gebaut
Dort herrscht eben in der Gesellschaft der allgemeine Wille weiter zu kommen
Gruppenzwang könnte man sagen, wer will ausgegrenzt werden
umsonst haben dort nicht viel Probleme, (auch Selbstmordmässig)
und ne ganz andere Sache die ich aber nur mutmaßen kann
wir Deutschen geben uns ja manchmal naiv

ob in jedem europäischen Land PISA korrekt abläuft
nicht gelegentlich der Lehrer nochmals über die Prüfungen geht ....

Preis für hohes Bildungsniveau

Es gab mal einen Bericht über Schulen in Singapur. Dort wurde neben dem hohen Niveau auch der Drill thematisiert. Folge: hohe Selbstmordraten unter Schülern weil diese mit dem Druck nicht klarkommen.

Nebenbei sei bemerkt, dass in vielen erfolgreichen Ländern, gerade in Asien, nach einem Artikel den ich gelesen habe, der "gute alte" Frontalunterricht Mittel der Wahl ist.

16:17 von andererseits

«PISA differenziert leider nicht zwischen "lernen" und "drillen"; auch Japan schneidet deshalb gut ab, weil die Lehrer*innen hier bis zu 60 Stunden pro Woche arbeiten und den Druck, den sie selber erleben, 1 zu 1 weitergeben.»

Das stimmt definitiv nicht.

Der hohe Leistungsdruck auf die Schüler in JAP rührt nicht von der Schule + "despotischen" Lehrern her. Es ist der gesellschaftliche Erfolgsdruck + "der Wunsch des Gleich + Gut-Sein-Wollens", der Schüler in JAP malträtiert.

Das gute Abschneiden der Asiaten bei den PISA-Tests hat u.a. auch den Hintergrund, dass in CHN + JAP + KOR die gleichen CHN Schriftzeichen zu lernen sind.

Nicht in der 1. Klasse "Zum-Dann-Wissen".
In JAP kontinuierlich "in Häppchen" bis zum Ende von Kl. 9.
Dann sollte man 2.136 Stück können. Von … bis:

口・kuchi・Mund
人・hito・Mensch
膚・hada・Oberfläche
曇・kumori・Bewölkung

Hat nix mit Mathe + Naturwissenschaften zu tun.
Aber viel mit Aufmerksamkeit + Lesekompetenz.

"Asien ist anders". Und nicht nur "schülermies".

Verlorene Generation

Als Schulkundiger tun mir unsere Kinder nur noch leid. Deutsch, Mathe und Englisch, Textverständnis und Rechtschreibung, Mint-Fächer und Sport, es brennt überall. Jahrzehnte wurde Sozialromantik und Noteninflation betrieben. Aber dieses Land und jeder Fortschritt, sie basieren auf Leistung und Fleiß. Was Pisa sagt zeigt noch lange nicht die echte Misere in den Schulen. Elementares ist nicht mehr da. Leidtragende sind aber die Schülerinnen und Schüler. Ohne Bildung keine Zukunft. Weiß jeder! Nur nicht die Politik. Diese Schönrederei ist grotesk. Milliarden fehlen und noch viel mehr - Ehrlichkeit zur Offenbarung, dass die Bildungspolitik versagt. Unsere Gesellschaft ebenso.

@ schabernack (17:33)

>>16:37 von krittkritt / @16:17 von andererseits
«Japan ist anders. Der Stress ist dort eher "intrinsisch", also von innen kommend.
Und entsteht, weil die Kinder und natürlich auch Eltern beim nächsten Übergang z.B. Grundschule-Mittelschule in einer Prüfung versuchen, in eine qualitativ hochwertige Schule zu kommen … Die Schule selbst ist dagegen dann wieder erstaunlich relaxt. Der Lehrer ist ebenfalls der gegenseitigen Achtung verpflichtet und wird deshalb sogar schlechte Noten vermeiden.»

"In gewisser Weise" stimmt das.
Der Leistungsdruck, den Lehrer im Unterricht auf Schüler ausüben, ist in JAP gering. Der Umgangston an Schulen zw. Lehrern / Schülern sehr respektvoll.
Unter Schülern gegenüber anderen in vielen Fällen aber nicht.
Stress durch "das Damoklesschwert der Überforderung" für den nächsten Schul-Übergang fördert in JAP "als Ventil":
苛め・ijime・Schikanen unter Schülern.
Die Suizid-Rate unter Schülern in JAP ist grotesk hoch.
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Angeboren? Verstehe diese Andeutungen nicht.

ich glaube eher das ständige Stieren auf das Smartphone

macht kurzsichtig

Aber wir haben ja Softskills

Das hoere ich immer wieder, die Asiaten ueberholen uns in den Naturwissenschaften, aber dafuer haben wir Softskills.
Problem ist nur, dass man die
a) nicht messen kann (darum kann man die ja so gut fuer sich reklamieren)
b) die nicht so nuetzlich sind
c) wir die Softskills auch nicht haben. Das wird mir jeden mal bewusst wenn ich mal wieder nach Deutschland komme.

Schon in meiner Schulzeit wollten viele Schueler nicht lernen. Es war ja so uncool ein Streber zu sein. Schule wurde abgesessen, da konnte der Lehrer machen was er wolte. Doof ist halt nur dass es Streber braucht um die Gesellschaft als solches vorwaerts zu bringen.
Spitzenforschung wird von Spitzentalenten gemacht, und die muessen durch Spitzenfoerderung herangezogen werden.
Das war ja lange genug politisch verpoent, ist es vermutlich heute noch.
Das sich auch hier Leute damit schmuecken keine Mathe zu koennen oder keine Buecher zu lesen, passt genau da hin.

Homogenitaet der Klassen

stimmt auch nicht. Solche Argumente kommen meistens aus der ideologischen Ecke, wo selbst die homogenste Klasse keinen Unterschied macht.

Viele (Vor-)Urteile statt tatsächlichen Einblicken

Einer meiner Söhne ist auf eigenen Wunsch 6 Monate in Singapur zur Schule gegangen.

Das Schulsystem in Singapur ist wesentlich facettenreicher als das deutsche.
Die (hier) vielfache Reduktion auf "Leistungsdruck und Drill" wird ihm annähernd so gerecht, als würde im Ausland kolportiert werden, in D machten alle Schüler nur Hauptschulabschluss...

Singapur: Keine Ressourcen; 20% des Staatshaushalts fliessen in das Bildungssystem aus der Erkenntnis, dass nur aus guter Bildung Wirtschaftskraft geschöpft werden kann.
Schulpflicht: 6 Jahre. Wem das reicht, der hört auf.
Bereits in der Grundschule werden neben Grund-Basis-Pflichtfächern (weniger als in D) Wahlfächer angeboten, die den Neigungen/Talenten der Schüler entsprechen. Das fördert die Motivation, denn gelernt werden darf, was interessiert/ wo man Erfolg hat.
Diese System wird in der Mittel-/Oberschule verstärkt angewandt: Frühe Spezialisierung in Neigungsfächern bei Fortsetzung der "Grundbildung".

Usw usf.
1000 Zeichen

Interessant,

daß gerade die Foristen hier, die jenseits der Sechzig sind und oft durch ausgesprochene Bildungsferne glänzen, den Rückfall Deutschlands im PISA-Ranking auf die vielen Fremden im Lande zurückführen.

Ich kann mich nicht erinnern, daß die Klassen zu meiner Schulzeit (ich bin 63) von Ausländern überflutet gewesen wären. Trotzdem ist die Bildungsferne meiner Generation oft ganz erstaunlich.

Aber schön, daß es einen Sündenbock gibt...

Langer Rede kurzer Sinn

Das Schulsystem in Singapur hat, wie jedes andere auch, Stärken und Schwächen.

Leistungsdruck bis hin zu Drill sind im Durchschnitt stärker ausgeprägt als in D, aber nicht allgegenwärtig oder allein-ausschlaggebendes Charakteristikum.

Gleichzeitig gewährt es die Möglichkeit eines viel individueller ausgelegten, deutlich mehr neigungs- und leistungsgerechten Lernens bereits ab der Grundschule via wenig Basisunterrichts und viel Wahlunterrichts.

Vielleicht wären mehr deutsche Schüler interessierte und erfolgreichere Schüler, wenn sie mehr Freiheiten hätten lernen zu dürfen, was sie interessiert und wofür sie eine Begabung aufweisen.

Nichts ist nur schwarz-weiss.

Am 03. Dezember 2019 um 17:59 von schabernack

"Hat nix mit Mathe + Naturwissenschaften zu tun.
Aber viel mit Aufmerksamkeit + Lesekompetenz.
"Asien ist anders". Und nicht nur "schülermies".

So ist es.

In vielen Teilen Asiens, gibt es keine schlechten Schüler, sondern schlechte Lehrer.

Wenn die Schüler den Lernstoff nicht begreifen, dann hat der Lehrer das schlecht erklärt.

Aus diesem Grund müssen sich Schüler, die studieren wollen, auch bei Professoren bewerben.

Ebenfalls wählen Studenten jedes Jahr die beliebtesten Professoren,
was dann auch positiv für die Karriere der Professoren ist.

Also Achtung, nur gute Schüler/Studenten annehmen.

@fathaland slim 18.37

den Rückfall Deutschlands im PISA-Ranking auf die vielen Fremden im Lande zurückführen."
Sicher nicht der einzige Grund, aber mangelnde Sprachkenntnisse sicher. Wenn die Kinder in der Familie und im Umfeld kein Deutsch sprechen ist es eben schwer, dem Unterricht zu folgen. Und wenn die Eltern Bildung als unwichtig betrachten, z.B. für Töchter, dann wird es auch schwierig mit Motivation- unabhängig ob deutsche oder syrische oder türkische Eltern- oder nicht? Lehrer sollen mittlerweile alles leisten:Bildung, Erziehung, Integration- wie soll das funktionieren?

Nicht die Pisa-Studie ist das Erschreckende, sondern

die erwiesene Unfähigkeit der Entlassschüler, die sie für die Wirtschaft oft unbrauchbar macht.

18:09 von Ist Wahr / @ schabernack (17:33)

«Angeboren? Verstehe diese Andeutungen nicht.»

"Angeboren" … was?
"Andeutungen" … welche?

Die Gesellschaften in Asien (in verschiedenen Staaten) legen weniger Augenmerk ("Wert") auf Individualität, als es in EUR der Fall ist.

"Gesellschaftliches Wohlverhalten" hat aber einen höheren Stellenwert (im Vergleich zu EUR). Sei es bei schulischen Leistungen, sei es im Umfeld der Berufstätigkeit, sei es im Bereich der Familie.

"Angeboren" ist das nicht. Aber stark durch Konventionen bestimmt.
Nicht alle Japaner laufen als "uniformierte Roboter" auf dem gleichen Weg der Bildung daher. Nicht alle Individuen heißen mögl. viel "Uniformität" gut. Aber es ist schwieriger, andere Wege zu gehen, die "nicht-uniform" sind.

Suchen sich Schüler "Entkommen" vor dem Bildungsdruck.
Erwachsene (Männer) Ventile der Erleichterung in der Arbeitswelt. Ist:

打つ,飲む,買う・utsu, nomu, kau・schlagen, trinken, kaufen

das Ventil "der arbeitenden Männer".

Flipper spielen, saufen, "Liebe kaufen".

Nicht angeboren …

@16:38 deutlich

Die Frage nach "klassischer Bildung" steht gar nicht zur Debatte und ist erst recht kein Gegensatz zu dem, was Sie noch "Kopfnoten" nennen. Es geht darum, endlich die Erkenntnisse ernst zu nehmen, dass Lernen besser gelingt und nachhaltiger ist, wo es in soziales Lernen eingebettet ist. Warum sonst erzielen die Bildungssysteme, die auf gemeinsames Lernen in einem einzigen Schulsystem setzen, durchgängig bessere Ergebnisse als das deutsche Aussortiersystem?

17:54 von Sisyphos3

«… ob in jedem europäischen Land PISA korrekt abläuft
nicht gelegentlich der Lehrer nochmals über die Prüfungen geht ....»

Die Lehrer an den Schulen haben mit den PISA-Tests gar nichts zu tun. Sie kennen die Fragen + Aufgabenstellungen genau so wenig wie die befragten Schüler.

Und wenn die Lehrer "was davon wüssten". Warum sollten es dann ausgerechnet die in EUR sein, "die den Schülern beim Schummeln helfen"?

Das ergibt gar keinen Sinn. Es müssten dann eher diejenigen in den Ländern sein, die "auf den hinteren Plätzen" im Ranking der Länderwertung stehen.

Die Länder in EUR stehen dort nicht …

@ um 16:17 von andererseits

"...auch Japan schneidet deshalb gut ab, weil die Lehrer*innen hier bis zu 60 Stunden pro Woche arbeiten und den Druck, den sie selber erleben, 1 zu 1 weitergeben. Da kommen Schüler*innen raus, die lesen und rechnen können, okay... Was sie an sozialer und emotionaler Bildung und Reife mitbekommen, sei mal dahingestellt. ..."
.
Ich habe jährlich ein- bis zweimal mit japanischen Jugendlichen zu tun, die hier verschiedene Schulen besuchen. Die soziale und emotionale Bildung und Reife dieser Kinder ist exzellent und deutlich besser und höher als die meisten Kinder einer besuchten BBS. Die Kinder einer besuchten Privatschule sind auf gleichem Niveau wie die japanischen Kinder. Ich spreche auch mit den begleitenden Lehrern. Diese arbeiten in etwa 40 Stunden die Woche und keine 60 Stunden.
Wenn man etwas mies machen will, stellt man es einfach mal dahin. Allein dieser Spruch zeigt, dass Sie kein Argument für Ihre abwertende Meinung haben.

18:50 von träumensollteerlaubtsein

«Vielleicht wären mehr deutsche Schüler interessierte und erfolgreichere Schüler, wenn sie mehr Freiheiten hätten lernen zu dürfen, was sie interessiert und wofür sie eine Begabung aufweisen.»

Das lernen, wozu man Neigung + Begabung hat, kann ja nie verkehrt sein. Und Kinder ab jungem Alter gezielt in ihren Interessen zu fördern, erst recht nicht.

Hört sich "eher positiv" an, was Sie über das Schulsystem in Singapur zu berichten wissen. Ist es evtl. doch nicht so sehr "nur Drill", wie man es als des Landes (der Stadt) nur wenig Kundiger aus dem fernen DEU vermuten mag …

"Bildung beginnt hier früh,

"Bildung beginnt hier früh, das ist ein Geheimnis des PISA-Erfolgs."

Das denke ich auch. Ja, warum sollte Lernen den Kindern keinen Spaß machen? Das Gegenteil ist der Fall. Nie wieder wird die Neugier auf buchstäblich ALLES größer sein als im Kindesalter. Neurowissenschaftlich ist ebenfalls erwiesen, das das Erlenen von Musikinstrumenten die Intelligenz fördert. Leider ist dies bei uns wohl immer noch eine Frage des Geldes und/oder der Bildung der Eltern. Ich war als Kleinkind geradezu versessen darauf, Klavier zu spielen. Für Unterricht war kein Geld da. So habe ich mir das Klavierspielen und das Notenlesen selbst beigebracht. Leider hatte ich mir dabei einen falschen Fingersatz angewöhnt.

2.136 Zeichen am Ende der 9. Klasse? Auch nicht berühmt.

Das ist ja auch halbes Analphabetentum, 4.000 sollte ein Chinese schon können, zumindest lesen können. J&K haben ja noch Silbenschriften. Also nicht verrückt machen lassen von PISA - aber mehr Geld von Krippe bis Postdocs ist nötig, vor allem aber Krippe und Kitas und Offene Jugendarbeit, denn da bringt das Geld am meisten.

@ fatahland slim (18:37)

"Interessant,
daß gerade die Foristen hier, die jenseits der Sechzig sind und oft durch ausgesprochene Bildungsferne glänzen, den Rückfall Deutschlands im PISA-Ranking auf die vielen Fremden im Lande zurückführen.

Ich kann mich nicht erinnern, daß die Klassen zu meiner Schulzeit (ich bin 63) von Ausländern überflutet gewesen wären. Trotzdem ist die Bildungsferne meiner Generation oft ganz erstaunlich.

Aber schön, daß es einen Sündenbock gibt..."
------
Also gut, jetzt sage ich Ihnen mal was. Zu meiner Zeit, ich bin nicht älter als Sie, gab es in meiner Klasse (durchgängig bis zur 13. und dem Abi) genau einen Ausländer. Der war mit neun Jahren in den schönen Taunus verschleppt worden. Dort wurde er eingeschult, konnte kein bisschen deutsch und wunderte sich bald, wie ungern mancher Mitschüler und Lehrer in die Schule ging (er war tatsächlich nicht das Hindernis).
Was ich sagen will, Sie haben Ihre Schulzeit u. Ihre Generation gut beschrieben. Der Ausländer meckert nicht, er grüßt Sie.

18:37 von fathaland slim

«… den Rückfall Deutschlands im PISA-Ranking auf die vielen Fremden im Lande zurückführen.»

"Der Rückfall" bewegt sich in der vergebenen Gesamt-Punktebewertung eh nur im Bereich von ± 5 bis ± 10 Punkten bei insg. ± 500 Punkten.

Geht's dann "im Feld" 3 bis 5 Plätze rauf oder runter bei 10 bis 15 anderen Ländern, die ganz genau im Bereich der gleichen Punktebewertung liegen.

Die Veränderungen der Bewertung von DEU von 2018 zu 2015 bewegen sich im Bereich von ≈ minus 1% bis ≈ minus 2%.

"So'ne Art von" Erfassungs-Toleranz.

2015 lagen lediglich 8 Länder mit + 15 Punkten (oder mehr) vor DEU.
Auch hier Singapur auf Platz 1 (vor Hongkong + JAP).

Sooo gravierend sind die Änderungen 2018 zu 2015 bei keinem einzigen der insg. 72 Länder, in denen Schüler befragt wurden …

@16:25 von dr.bashir

"Mathe oder Sprachen lernt man nicht in noch so gut gemachten Youtube-Tutorials, sondern durch rechnen und sprechen. Und dafür muss man die Grundregeln und Vokabeln mal gelernt haben. Und dann muss man es anwenden in z.B. Übungsaufgaben, die man selbst gerechnet hat...
Und da ist es dann auch egal, ob die Lehrerin mit Kreide oder mit einem Filzschreiber auf die Tafel schreibt."

Das sehe ich auch so. Wichtig scheint mir aber schon im Vorschulalter zu sein, dass die Kinder eine Bezugsperson haben, die sich Zeit nimmt, geduldig die Unzahl der Kinderfragen mit den Kleinen durchzukauen und so die Neugier wachzuhalten. Ich denke da gerade an meine Nachbarin, die gedulgig ihrem 2 1/2 jährigen Sohn alle Fragen zu den Pflanzen auf dem Balkon beantwortet hat.
"Warum ist die da rot und die blau?" ist nicht so leicht zu beantworten.

@16:33 von desputin

"Die Menschen sollten ein glückliches Leben haben. Und das heißt für mich: Individuelle Freiheit, weniger Leistungsdruck aber dafür etwas weniger Bruttoinlandsprodukt."

Das Problem ist nur, dass die Menschen sehr verschieden sind. Die Einen sind ehrgeizig und brauchen keinen Druck von außen während die Anderen - durchaus mit guten Gaben ausgestattet - ohne Druck rein gar nichts gebacken bekommen. Da wäre es doch schade um das vergeudete Potential?

Sachliche und themenorientierte Diskussion erwünscht

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@17:59 schabernack

Sie sind ja hier nicht der einzige, der versucht, die japanische Situation an den Schulen zu verharmlosen. Wenn Sie Kenner der japanischen Bildungslandschaft sind, dann wissen Sie sicherlich, dass japanische Lehrer*innen eher eine 60- als eine 40-Stunden-Woche haben, dass es - für Japan durchaus ungewöhnlich - von Lehrer*innen organisierte Proteste gibt, mehr Lehrer*innen einzustellen, die Regierung das vehement ablehnt - und natürlich der Druck und Stress dann das Lernsystem des Landes prägt.
Die Versuche, hier eine entspannte idyllische japanische Lernathmospäre an den Schulen zu konstruieren, haben mit der Wirklichkeit so gut wie nichts (mehr) zu tun.

@19:42 Ritchi

Bei allem Respekt vor Ihren privaten Begegnungen: Sie scheinen keinen Einblick zu haben in die Situation japanischer Lehrer*innen und die japanische Schulpolitik. Falls Sie dazu etwas lesen möchten: tinyurl.com/r4nqgmx

19:50 von Coachcoach / @schabernack

«2.136 Zeichen am Ende der 9. Klasse [in JAP]? Auch nicht berühmt.

«Das ist ja auch halbes Analphabetentum,
4.000 sollte ein Chinese schon können, zumindest lesen können.»

Diese 2.136 Zeichen sind die sog. "Zeichen für den Alltagsgebrauch".

In JAP festgelegt vom Bildungs-Ministerium.
In unregelmäßigen Abständen aktualisiert.

In CHN gibt es eine vergleichbare Liste mit ≈ 2.000 Zeichen.
Sind die Listen, an die sich Behörden in Schriftstücken halten müssen.
Zeitungen, Zeitschriften, Magazine, TV, … halten sollen.

Für ein Studium in JAP braucht man ≈ 4.000 Zeichen.
In CHN wird es nicht gravierend anders sein.
In KOR ersetzt die Silbenschrift häufig (wegen der großen Vielfalt an Lauten) die CHN Zeichenschrift.

"Lebenslanges Lernen" in JAP + CHN, die Vielfalt der Zeichen.
"Beliebter Denksport" bis ins hohe Alter.
An entsprechenden Tests der Fähigkeiten teilzunehmen.

"Keine PISA-Angelegenheit".
Aber Jungbrunnen für die Birne.
Mögl. viele der ≈ 40.000 Zeichen zu kennen …

Was sind Kinder

Was sind Kinder eigentlich?

Und was müssen sie?

Und was dürfen sie ?

Und was müssen sie nicht?

Bevor man Kinder mästet sollte man sich vielleicht auch mal Gedanken machen, was noch Kindgerecht ist und was nicht mehr.

Für Bildung brauchts vor

Für Bildung brauchts vor allem eins:

Fachkräfte und Zeit

@fathaland slim 18:37

"Ich kann mich nicht erinnern, daß die Klassen zu meiner Schulzeit (ich bin 63) von Ausländern überflutet gewesen wären. Trotzdem ist die Bildungsferne meiner Generation oft ganz erstaunlich.
Aber schön, daß es einen Sündenbock gibt..."
Vielleicht sollten Sie sich vor dem Kommentieren erst einmal die Pisa-Studie zu Gemüte führen... auch wenn es nicht in Ihre Schablone passt und Sie es nicht wahrhaben wollen: die aktuellen Pisa-Ergebnisse zeigen, dass vor allem Jugendliche, deren beide Eltern im Ausland geboren wurden, meist erheblich schlechtere Leistungen als Kinder deutscher Herkunft erbringen, und das drückt selbstverständlich den Schnitt.

@18:37 von fathaland slim

"Interessant, daß gerade die Foristen hier, die jenseits der Sechzig sind und oft durch ausgesprochene Bildungsferne glänzen…"

"Jenseits der Sechzig" woher wissen Sie das?

Meinung vor oder jenseits der Sechzig egal!. Geht doch um die Meinung, nicht um das Alter!

19:42 von Ritchi

«Ich habe jährlich ein- bis zweimal mit japanischen Jugendlichen zu tun, die hier verschiedene Schulen besuchen. Die soziale und emotionale Bildung und Reife dieser Kinder ist exzellent und deutlich besser und höher als die meisten Kinder einer besuchten BBS.»

Nicht an Schulen, nicht ausdrücklich auf Schüler bezogen.
Aber auf Menschen aus / in JAP "so bis 25 Jahren Alter".

Deckt sich das zu 100% mit meinen persönlichen Erfahrungen, die ich in JAP machte. Nicht nur mit Japanern. Sind ja auch nicht wenige "andere Asiaten" dort, die dort als Permanent-Residents leben. Zur Schule gehen, arbeiten.

"Nicht unverständlich", dass über Singapur, JAP "& Co." in EUR relativ gesehen recht wenig Wissen vorhanden ist. Weit weg, nur selten im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Es sei denn, PISA oder ein Erdbeben kommt …

"Muss man vorsichtig sein", Länder in Asien zu beurteilen.
Ist manchmal … bis öfter … so, wie es scheint.
Nicht selten aber auch … bis völlig anders, als vermutet …

@fathaland slim

Zunehmende Diversität in den deutschen Schulklassen stellt schon die wirklich hervorragend ausgebildeten Pädagogen hier in Deutschland vor ziemliche Herausforderungen, NUR...

..das wir heutzutage mangels vorhandener ausgebildeter Pädagogen vermehrt auf die sogenannten Seiteneinsteiger als Lehrkräfte zurückgreifen müssen!

Und sobald die sogenannten Baby Boomer Jahrgänge bei den deutschen Lehrern SELBST dauerhaft in ihren wohlverdienten Ruhestand eintreten werden, wird der extreme Fachkräftemangel an deutschen Schulen hinsichtlich der wirklich hervorragend ausgebildeten Pädagogen sogar noch sehr viel schlimmer werden!

Daher mein Fazit:
Nicht nur hervorragend qualifizierte IT-Spezialisten, technische Ingenieure und sonstige technische Mitarbeiter, SONDERN auch hervorragend qualifizierte Pädagogen für die deutschen Schulen fallen auch zukünftig ausdrücklich NICHT einfach so vom Himmel!

@Komplex einfach, 17:41

„Stillstand aufgrund fehlender Leistungsanreize“

Kinder müssen nicht von anderen „angereizt“ werden - sie von „von Natur“ aus neugierig. Und überaus „motiviert“, sich mit anderen auszutauschen, sich an ihnen zu messen und dabei ihre individuellen Fähigkeiten und Begabungen „auszutesten“. Es sei denn, diese Grundbedürfnisse ihnen durch widrige „äußere Umstände“ nachhaltig ausgetrieben. Der Fokus bei "Schule" sollte daher grundsätzlich weniger auf technischer Wissensvermittlung und weit mehr darauf liegen, die Aufmerksamkeit der Kinder, die soziale Interaktion untereinander und ihre (Selbst)Kritikfähigkeit zu stärken und ihnen so zu ermöglichen, eigenständige Denk- und Lösungsansätze zu entwickeln. Und die Lehrer ihnen dabei nicht nur mit Wissen, auch mit Hinweisen auf zuverlässige Informationsquellen zur Seite stehen. Dass „Bereiche wie Politik, Wirtschaft, Geschichte, Kultur oder Musik [in der Schule] gar nicht einbezogen werden“ (siehe "PISA wird überinterpretiert"), ist ein Skandal.

@ 20:11 von schabernack

"Ist es evtl. doch nicht so sehr "nur Drill", wie man es als des Landes (der Stadt) nur wenig Kundiger aus dem fernen DEU vermuten mag …"

Es ist, wie das Meiste im Leben, eher ein "sowohl als auch" denn ein "entweder oder".

Das Schüler-Austauschprogramm wurde nach 3 Jahren eingestellt, weil es nicht gelang, den singapurischen Schulbehörden "Sinn und Zweck" zu vermitteln. Sie sahen ein "Auslandsschuljahr" grundsätzlich als "Zeitverschwendung" bzw. als "Urlaub" an.
Und hängten für die wenigen Schüler, die akzeptiert wurden (10/Jahr), die Latte entsprechend hoch: Maximal 2er im Zeugnis. Eine 3 = Ablehnung der Bewerbung.

In der Junior High School (gezielte Uni-Vorbereitung) erfolgte der Unterricht zunächst frontal ("Hörsaal"). Nachfolgend wurde er in Kleingruppen-Tutorien vertieft.

Für eine einmal fehlende Hausaufgabe wollte die Lehrerin meinen Sohn (16) vor der Klasse mit Stockschlägen bestrafen.

Die Berufung auf Menschenrechte reichte...

Er fand seine Schulzeit dort klasse.

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