Ihre Meinung zu: Bezirksratswahlen in Hongkong: Klarer Sieg für die Demokraten

25. November 2019 - 7:58 Uhr

Das demokratische Lager in Hongkong hat bei den Bezirkswahlen einen klaren Sieg errungen. Laut Medienberichten entfiel deutlich über die Hälfte der Mandate auf demokratische Kandidaten. Von Ruth Kirchner.

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Kommentare

Da kann man nur gratulieren.

Hoffentlich beruhigt sich dadurch die Lage in Hongkong. Es wäre Allen zu wünschen.

@ collie4711

Warum auch immer sich die Lage dadurch beruhigen soll, verstehe ich nicht.

Man könnte eher das Gegenteil vermuten: Die Demonstranten fühlen sich bestätigt und die Regierung interessiert sich nicht für demokratische Wahlergebnisse (,die dazu, laut Text, auch eher irrelevant sind).

Interessant

Das finde ich interessant, da hier viele meinten das nur wenige für die Demokratie dort demonstrieren und die meisten das negieren; wirkt nun nicht mehr ganz realistisch oder? (Ps. Könnte jetzt viele User hier zitieren die das meinten.... danke aber jeder weiß wen/ welche ich meine.....
schachmatt!
Ps als ich vier Wochen in China war und dann die letzte Woche (die fünfte) in Hongkong, es war ein unterschied wie Tag und Nacht; nur als Beispiel, ich konnte wieder Google nutzen und mit den Kindern über WhatsApp kommunizieren. In China nicht möglich.

Wahl

Eine Wahl die eine Partei gewonnen wird, aber lt. der Berichterstattung im Grunde nicht viel ändert , ist keine gewonnene Wahl .

Nun bin ich aber gespannt...

Die Gewalt seitens der Demonstranten sollte jetzt abrupt enden.
Wenn eine Demonstrantin Molotowcoctails als Antwort auf Tränengas der Polizei für gerechtfertigt hält beeindruckt mich das stark.

Uninteressante Wahlen

Wer glaubt, dass Hongkong eine kleine Insel der Demokratie im gewaltigen China werden könnte, dem seien noch einmal die Worte von Staatschef Xi Jinping in Erinnerung gerufen:
Alle Versuche, China zu spalten, führen dazu, dass “ die Leichen zerschlagen und ihre Knochen zu Pulver zermahlen werden“.
Quelle: http://thailandtip.info/

Auch Chinesen "können" Demokratie

Es gab ja viele, die glaubten Demokratie vertrüge sich nicht mit chinesischen Werten. Ich vermute, dass die politische Entwicklung in Hong Kong über kurz oder lang auch ein Umdenken in China (außerhalb der KP Chinas) auslösen wird.

China (und Nordkorea!) sind mit ihrer aus dem Boden gestampften Glitzerwelt schon längst an das "westliche" Bild herangekommen, infrastrukturmäßig hat China den sogar längst überholt.
Uns schwebt noch das Bild der blauen Rad-fahrenden Ameisen vor Augen, und - hoppla- sieht die Wirklichkeit doch ganz anders und viel moderner aus. Die Hongkonger leben doch nur noch von ihrem Glücksspiel-Finanzplatz, wo wer? eigentlich sein Geld investiert hat?
Und warum wird nie als Verstehensvergleich die Nachbarinsel Macao herangezogen, die völlig in China integriert ist? Geht es denen in ihrer Glücksspielstadt schlechter? Unter ernährungswirtschaftlichen Gesichtspunkten können beide nur mit und in China integriert überleben! Da brauchts keine Rosinenbomber.

Ich gebe zu,...

dass ich das nicht vermutet habe.
Es hätte mich nicht verwundert, wenn die Wähler den gewaltsamen Demonstrationen der vergangenen Monate die Quittung ausgestellt hätten.
Nun hoffe ich, dass China weiterhin stillhält, doch möchte ich dafür nicht die Hand ins Feuer legen. Ich denke dabei an den Satz, der bei Anne Will fiel:
“China hat die Diktatur neu erfunden, hat sie digitalisiert.“
Das Land hat sich längst zum digitalen Überwachungsstaat entwickelt, der auch in Hongkong längst seine “Strippen“ gezogen haben dürfte.
(Herr Altmaier sieht das ja, ähnlich wie unsere Kanzlerin, nicht ganz so eng.)

@ zöpfchen, 09:13

Es gab ja viele, die glaubten Demokratie vertrüge sich nicht mit chinesischen Werten.“

Es g i b t auch noch viele, die das bis heute nicht glauben!
Ich denke nicht, dass sich eine mit derart großer Intensität und perfekter Organisation geformte chinesische Diktatur sich von der vergleichsweise kleinen Handvoll demokratischer Wähler in Hongkong nachhaltig beeindrucken lässt.
Da gibt es viel zu viel zu verlieren.

ARD und ZDF haben sehr viel,

ARD und ZDF haben sehr viel, fast täglich, über die Demonstrationen berichtet. Die, man muss das auch anführen, von staatlicher Seite im Verhältnis vorsichtig angegangen wurden. Es ist nun mal Tatsache, dass Hongkong nach der britischen Kolonialzeit lt. Vertrag, allmählich nach China wieder eingegliedert wird. Es wird, so scheint's mir, hier eine regionale Angelegenheit sehr intensiv von den ö/r Anstalten behandelt. Das ein solcher geschichtlicher Übergang nicht ganz reibungslos vonstatten geht, müsste jedem klar sein.
Was mich allerdings stört ist, wie leicht man über die Gewaltaktionen mit vielen Toten und Verletzten in Mittel- und Südamerika im Verhältnis zu den hongkonger Berichterstattung hin weg geht.

bei Licht betrachtet

haben die Unruhen den Bewohnern von Hongkong eher geschadet : Sachschäden, Personenschäden, wirtschaftliche Schäden, Streit innerhalb der Bevölkerung - und das ohne die Zentralregierung wirklich zu beeindrucken ! Die kann in aller Ruhe abwarten, bis dieser nur z.T. aufmüpfige Stadtstaat wieder komplett zum Festland gehört. In weniger als 25 Jahren ist das der Fall. Auch der Wahlerfolg der Demokraten ist kein richtiger Sieg, denn denen ist jetzt die schwierige Aufgabe zugefallen , wieder für geordnete Verhältnisse zu sorgen. Da dürfen sie zeigen, was sie tatsächlich für Hongkong zu leisten in der Lage sind.

Die Wahlen sind doch eine demokratische Möglichkeit

seinen Willen auszudrücken und das haben die HK-Chinesen in großer Zahl wahr genommen. Bleibt zu hoffen, dass sich jetzt die Krawalle legen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.....

Glückwunsch an die Menschen in Hongkong. Diese Menschen setzten sich zur Währ, andere sitzen auf der Couch und beschimpfen diese Menschen auch noch. Ein Fingerzeig an Peking, ihr kriegt uns nicht, ihr kriegt uns nicht.

Internationaler Vertrag von 1984

Ihre Darstellung weist einige Fehler auf.
In dem zwischen dem UK und China vereinbarten völkerrechtlich verbindlichen Vertrag von 1984 wurde eine 50-jährige Teilautonomie mit genaue Regularien vereinbart. Dort sind Rechtsstaatsprinzipien wie Pressefreiheit, unabhängige Justiz oder Demonstrationsfreiheit garantiert. Später dokumentiert im Basic Law.

China verstößt seit dem Handover 1997 permanent gegen diese Vereinbarung in dem schleichend aber kontinuierlich diese Teilautonomie untergraben wird.

Bildungswesen, Medieneinfluss, Pressebehinderung, Geheimdiensttätigkeit auf HK Boden (2016 wurden einige Buchhändler, die China-kritische Bücher verkauften, kurzerhand nach China entführt).

Dunkelste autoritäre, subversive Taktiken.

Im Basic Law wurde den Hongkongern zum anderen die Direktwahl ihres Chief Exec versprochen. Jahre später einfach ignoriert. Lam ist wie alle zuvor von einem chin. Marionettengremium mit Xis 'OK' installiert worden.

Kurz und schlecht: China ist das Problem.

Gut für uns zu wissen, dass

Gut für uns zu wissen, dass die HKer die Gewalt bei den Demos akzeptieren.

Wahlen, bei denen die Opposition siegen kann, sind Zeichen für

eine funktionierende Demokratie.
Alle, die das in China nicht für möglich gehalten haben, sind hiermit widerlegt.

Mir ist aber immer noch nicht klar, was die Demonstranten erreichen wollen durch die Zerstörung ihrer Stadt.
Die Pauschale Forderung einer Amnestie auch für richtige Straftäter unter den Demonstranten dürfte auch keine westliche Demokratie erfüllen.
Die Forderung, dass ein Mörder nicht ausgeliefert werden darf, wie im Falle des Täters in Taiwan, erscheint mir nach wie vor absurd.

Glückwunsch zum ersten Etappensieg

Ein eindrucksvoller Sieg für die Demokratiebewegung. Man kann ihr nur wünschen, nicht nachzulassen, denn solange Hongkong im Fokus der Weltöffentlichkeit steht, werden Xi und seine Komplizen sich nicht trauen, sichtbar Gewalt anzuwenden, weil das das Ende der Träume von der Weltmacht Nr. 1 wäre.
Und diejenigen hier im Forum, die die Demokratiebewegung für illegitim erklärt haben, indem sie behaupteten, die Mehrheit in Hongkong würde die Knechtschaft bevorzugen, sollten einfach ihren Irrtum eingestehen und nicht versuchen die Bedeutung der Wahl zu relativieren.

@Ich gebe zu,... 09:21 von harry_up

"dass ich das nicht vermutet habe."

Doch ich habe das vermutet, denn wie schon geschrieben,
das war wohl die letzte Wahl dieser Art, denn wie Sie das richtig sehen
"Das Land hat sich längst zum digitalen Überwachungsstaat entwickelt"

In gewisser Weise schon über 1984 hinaus,
in anderer Weise noch hinter der NSA zurück.
China wird diese historische Tatsache nie dulden, nämlich
das wiedermal offenbar ist, das bei einer freien, unmanipulierten Wahl,
sie niemals die Mehrheit allein erreichen kann.

Das wissen alle autokratischen/diktatorischen Systeme.
Wie auch die SED vor sehr langer Zeit,
die in der letzten freien Wahl dort bei 19% landete.

Um das Narrativ von der angeblichen ausländischen Steuerung zu untermauern,
werden jetzt wieder solche Unruhen mittelfristig befördert werden,
damit man endlich die gesamte Kontrolle gegen die 'Aufrührer der Misstände'
armeetechnisch in Stellung bringen kann.

Geschichte wiederholt sich doch,
wie schon Charly M. zynisch bemerkte.

Die Demokraten haben gewonnen ...

.. was mich dabei beschäftigt ist die Frage "was nun"?
Kehrt jetzt Frieden ein? Für wie lange? Ich erlaube mir da Zweifel.
Im Endeffekt mündet das ganze in 25 Jahren in einen vollständigen, vertraglich geregelten Anschluss an China .. zu chinesischen Regeln, nach deren Recht und Gesetz.
Die heutigen Gewaltdemonstranten dürften dann knappe 60 sein,empfehlen sie ihren Kindern dann dass was sie auf den Straßen trieben?
Gut, keiner weiß, was in 25 Jahren ist. Aber für heute kann ich nichts erkennen, was den Menschen durch die ganze Gewalt geholfen ist. Die staatlichen Organe können immer noch machen was sie wollen ... dann eben nicht so öffentlich.
Demokratisch gewählt zu haben heißt ja noch lange nicht demokratisch leben zu dürfen. Demokratie heißt ja auch, Mehrheiten und deren Beschlüsse anzuerkennen. Da dürfte Hong Kong soweit von entfernt sein wie von Berlin.

@smirker 09:11

Die chinesische Regierung und ihr Handeln bietet genügend Ansätze zur Kritik.

Bitte lassen Sie es schlecht belegte Aussagen aus zweifelhaften Quellen an zuführen. Oder bringen Sie einen direkten Beleg dafür. Ich konnte kein Video oder ähnliches finden indem Xi dies wirklich so gesagt hat. Dafür aber Diskussionen, dass es sich um einen typischen Fehler für eine falsche Übersetzung einer chinesischen Redensart handelt.

Am 25. November 2019 um 08:57 von Felina2

Zitat: von Antifa
"...Wenn eine Demonstrantin Molotowcoctails als Antwort auf Tränengas der Polizei für gerechtfertigt hält beeindruckt mich das stark..."

Mit einer geballten Faust kann man keinen Händedruck wechseln.

Indira Gandhi

""Mörder nicht ausgeliefert werden darf""

Was ist daran absurd? Deutschland liefert auch nicht aus wenn dem Mörder der Tod droht!

Und jetzt nur in einer geduldeten Übergangszeit lebt, die auf sanftem Weg zum Ziel führen muß. Die Hongkonger scheinen diese vorbereitende Sanftheit nicht zu akzeptieren bzw. zu verstehen, obwohl sie doch sehen müßten, wie fortschrittlich China geworden ist und daß sie dort enden werden müssen.
Da werden vom Westen wohl gezielt Dissonanzen geschürt, wie zwischen Taiwan und China sowie Süd- und Nordkorea.
Es geht nur um Einflußgebiete und Systemwettstreit, der die lokalen Gegebenheiten und Natürlichkeiten ausblendet.
Das riecht doch wie woanders auch nach gewolltem "Regimechange". Der Westen läßt da nicht nach, ständig zu bohren und zu stänkern.
Der zu Hongkong parallele Fall Macao zeigt doch, wie geräuschlos die Integration verlaufen kann, und wird.

Krawalle als Wahlwerbung ?

Na also, geht doch auch ganz ohne Chaos und Gewalt.
Warum eigentlich nicht gleich so?

Eine klassische Protestwahl sollte man nicht überbewerten, zumal der Schuss auch nach hinten losgehen kann.
Eine Menge Aktivisten mit keiner oder nur geringer politischer Erfahrung, die sich nun im politischen Klein-Klein bewähren müssen.
Die Frage ist, ob die Menschen in Hongkong tatsächlich einen Vorteil sehen, wenn die Müllentsorgung nun von prodemokratischen Kräften organisiert wird.
Peking wird natürlich auch darauf reagieren müssen und den Neuen die Arbeit nicht leicht machen.

Es mag auch sein, dass nun die Bevölkerung auch ein Ende der Proteste erwartet, schließlich hat man jetzt gewählt.
Wenn von den Aktivisten aber weiter Maximalforderungen gestellt werden und das Chaos so weiter geht oder sich gar verschärft ist auch denkbar, dass diejenigen, die jetzt in polit. Verantwortung stehen sich mit den Krawallmachern auf der Straße über den weiteren Weg entzweien.

Komisch

ich dachte, da herrscht ein Unterdrückungsapparat.
Und dann siegt eine Opposition?
Was aber ist, wenn diese sich - wie im Westen - zum Sieger erklärt?
Oder putscht, wie im Westen? (Bolivien)

10:12 von krittkritt

"... funktionierende Demokratie.
Alle, die das in China nicht für möglich gehalten haben, sind hiermit widerlegt."

Welche funktionierende Demokratie meinen Sie? HK hat lediglich eine Teilautonomie mit beschränkten Rechtsstaatsgarantien. Freie geheime Wahlen gibt es nur auf unterster lokaler Ebene, vergleichbar mit Bezirksratswahlen in Berlin. Die Wahl vom Sonntag hat somit lediglich Symbolcharakter & beweist die Demokratiefestigkeit derjenigen, die jetzt gewonnen haben.

Die einzige vollkommene Demokratie in einem ethnisch-chinesisch dominierten defakto-Staat gibt es in Taiwan. Dort hat seit dem Ende der autoritären Diktatur Chiang Kai-sheks seit Anfang der 90er Jahre ein bewundernswerter Wechsel zu einer Vorzeigedemokratie mit lebendiger Zivilgesellschaft stattgefunden, friedliche Regierungswechsel inbegriffen.

Nur Taiwan ist der lebendige Beweis, dass liberale Demokratie und chinesische (hier: taiwanische)Traditionen & Kultur zusammen funktionieren.

Genau das passt China nicht.

10:51 von paule2 ... autoritäres Politikverständnis

Seit Wochen überschlagen sich hier die meist durch unverhohlene Sympathien für eine dt. Rechtsaußenpartei bekannten Foristen in ihren Ehrerbietungen an ein spätestens seit dem Machtantritt Xi Jinpings zunehmend aggressives, expansionistisches China.

Xi hat einen militaristisch, ultra-nationalistischen Weg befördert. Das politische System des "KP"-Einparteienstaats ist pure Fassade eines Raubtierkapitalismus mit ausgeprägter Korruption regionaler Parteifürsten und eng mit dem Establishment verflochtener Privatunternehmen & ihren CEOs.

Die HK Tycoons und Profiteure mit UK-Zweitpass und Condos in London in dem die Kids leben, sind die engsten Kollaborateure dieses Systems auf HK-Territorium.

Die chin. Infiltration der Zivilgesellschaft , das Versagen der Stadtregierung bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, die Ausrichtung der grenznahen Gebiete auf tägl. in Massen einfallender Festlandschinesen, die die Läden leerkaufen, all dass sind die Gründe des Widerstands. Und nicht "der Westen"!

Ein Gefühl von Demokratie

"Die politische Macht der Bezirksräte ist tatsächlich eher gering. Sie können keine Gesetze erlassen und spielen auch bei der Wahl des nächsten Regierungschefs oder der nächsten Regierungschefin nur eine marginale Rolle."

Den Bürgern wird also das Gefühl vermittelt, dass Sie ein Mitspracherecht hätten, während die wichtigen Entscheidungen woanders getroffen werden.

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