Kommentare

Es ist sehr traurig was in

Es ist sehr traurig was in Hong Kong geschieht. Dennoch ist es ein mahnendes Beispiel an alle die sich in Deutschland von der Demokratie abwenden wollen.
Ich hoffe auf die Weltgemeinschaft aber das Quäntchen Hoffnung wird nicht reichen.
China ist an einem Scheideweg. Die Wirtschaftszahlen verschlechtern sich, dass wird die Bevölkerung bald spüren und subventionierende Geldpolitik wird nicht mehr greifen. In solchen Zeiten wird die Gewalt und Unterdrückung zur Höchstform auflaufen.

“Bei weitem sind nicht alle Hongkonger...

...mit den Protesten der vergangenen Wochen und Monate einverstanden.“

Das wäre sicher anders, wenn diese “Proteste“ nicht immer wieder in blinde Zerstörungswut umgeschlagen wären, denn das, was da zum Teil zu sehen war, lässt sich mit keinem Argument rechtfertigen.
Damit hat sich die Protestbewegung letztlich sehr geschadet; Erfolg kann man bislang jedenfalls nicht erkennen, und es wäre eher verwunderlich, wenn das Verhalten der Protestierenden bei der heutigen Wahl honoriert würde.

Letztlich ist das natürlich ausgesprochen bedauerlich.

Spannend ist auf jeden Fall, wie es in Hongkong weitergeht - gleich wie das Wahlergebnis ausfällt.

Braucht es Gewalt, um Aufmerksamkeit zu gewinnen?

Hongkong ist seit Monaten in den Schlagzeilen. Aufmerksamkeit zu erzielen ist wohl der eigentliche Sinn der Gewalttätigkeiten dort. China selbst wird sich dadurch kaum abhalten lassen, Hongkong in jetzt weniger als 30 Jahren zu vollständig zu assimilieren. Widerstand ist letztendlich zwecklos. Aber die Hongkonger können es uns wenigstens schwerer machen, dabei wegzugucken.

Und dann gibt es da ja auch noch Taiwan. Dieses Land hat keine Gewalttätigkeiten zu bieten, mit denen die Taiwaner mehr Aufmerksamkeit gewinnen können. Warten wir gemütlich ab, bis China die lebhafte Demokratie in Taiwan gewaltsam beendet?

Falls....

in China in den Medien überhaupt über die gewalttätigen Aktionen berichtet wird, stellt sich die Frage, ob die wirklich "werbewirksam" sind! Ich glaube, daß besonders beim älteren Teil der Bevölkerung die Aktionen eher einen abschreckenden Effekt haben. Jeder ältere Bevölkerungsteil will eher Ruhe und einen "geordneten Gang", auch wenn Fehler enthalten sind. Für Ideologien oder Ideen ist eben der jüngere Bevölkerungsteil zu begeistern. Aber auch diese werden noch den alten Spruch lernen: wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie schon längst verboten!

09:32 von Paule66

wo soll sich China an einem Scheideweg befinden ?

also wenn man durch die Welt jettet
fallen einem nur die Heerscharen chinesischer Touristen auf,
die stolz auf ihr Land und dessen wirtschaftliche Leistungen sind
weil sie jetzt auch Urlaub machen können

Widersprüche

"Viele befürchteten offenbar, dass der Urnengang später gestoppt werden könnte."
> Ist das eine Mutmaßung oder basiert diese Aussage auf Umfragen bei den Wählern?

"Die sieben Millionen Hongkonger genießen - anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik - viele Rechte wie Versammlungs- und Meinungsfreiheit, um die sie jetzt aber fürchten."
> Im Beitrag heißt es, dass drei Viertel der Bezirksratsposten von pro-chinesischen Politikern besetzt sind. Wie kamen diese Politiker auf ihre Posten, wenn 7 Millionen Hongkonger den Einfluss Chinas fürchten?

Negativ

@9:56 von Bandersnatch
"Widerstand ist letztlich zwecklos" ...so einen Pessimismus zu verbreiten, ist mehr als kurios...man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, daß sie es kaum erwarten können, dass der Freiheitswille der Bürger Hongkongs von den Machthabern in Peking gewaltsam gebrochen wird...warum dürfen - laut ihrem Beitrag - die Menschen in dieser Stadt ihr Schicksal nicht selbst bestimmen? Die Hongkonger sind doch keine willfährigen Objekte der KP in Peking...

Alles eine Frage der Zeit

Die Geschichte der Menschheit zeigt, dass alle totalitäten oder autoritären Systeme irgendwann in sich zusammengefallen sind oder überwunden wurden. Nur eine Frage der Zeit.

um 10:24 von karlheinzfaltermeier

>>
Für Ideologien oder Ideen ist eben der jüngere Bevölkerungsteil zu begeistern.
<<

Interessant, dass Sie die Altmännerriege um Xi offenbar für ideologiefrei halten. Es war ja schon immer so dass Ideologie stets nur das Denken der Anderen betraf, nie das eigene.

In den chinesischen Medien wird sehr ausführlich berichtet.

@10:24 von karlheinzfaltermeier
Ein Bekannter, der den Großteil seines Lebens in China verbrachte, meinte, dass die Berichterstattung viel ausführlicher sei als bei uns. Was ja nicht unverständlich ist.
Dabei wurden natürlich sehr früh schon auch Videos von gewaltsamen Demonstrationen gezeigt.
Die asiatimes, die auf Englisch diese Medien referiert, hat allerdings auch Berichte gebracht, dass Anwohner Barrikaden abgebaut hätten.
Vielleicht zeigen ja die Wahlen, was die Bevölkerung tatsächlich will.

um 10:40 von Marmolada

>>
Alles eine Frage der Zeit

Die Geschichte der Menschheit zeigt, dass alle totalitäten oder autoritären Systeme irgendwann in sich zusammengefallen sind oder überwunden wurden. Nur eine Frage der Zeit.
<<

Die Aussage war wohl nicht zu Ende gedacht. Das würde ja bedeuten, dass es keine totalitären oder autoritären Systeme heute mehr gibt, was wohl kaum jemand behaupten würde. Umgekehrt wurde leider auch demokratische Systeme weggeputscht. Von allein wird ganz sicher nicht alles gut werden.

@ Paule66

Zitat: "China ist an einem Scheideweg. Die Wirtschaftszahlen verschlechtern sich, dass wird die Bevölkerung bald spüren und subventionierende Geldpolitik wird nicht mehr greifen. In solchen Zeiten wird die Gewalt und Unterdrückung zur Höchstform auflaufen."
China wird aber auch keinen Augenblick zögern, aufkeimende Bewegungen rücksichtslos im Keim zu ersticken; die Geschehnisse auf dem "Platz des himmlischen Friedens" sind nur ein Beweis, die Umerziehungscamps für Millionen ein anderer.
Und Chinas Wirtschaftskraft ist auch um ein paar Prozent schrumpfend gigantisch. Allein über 90 % aller "seltenen Erden" Lagern in China. Was will die Welt im Falle eines Boykotts tun? Militärisch kann man China nicht einmal erschrecken.
Viele Unruhen sind auf Einmischung fremder Staaten heraufbeschworen. Man muss sich immer genau anschauen wer wo aktiv ist und letztlich einen Nutzen daraus zieht.

@Paule66, 09.32h

Das sehe ich auch so.
Aber Gott sei Dank verharrt die Partei, die in Deutschland neue Wege zum Kommunismus sucht, bei einstelligen Prozentzahlen.
Ob es China derzeit schlecht geht, vermag ich nicht zu beurteilen.

Gespannte Ruhe

„Regierungschefin Carrie Lam äußerte bei ihrer Stimmabgabe die Hoffnung, dass die relative Ruhe der vergangenen Tage anhalte. "Ich hoffe, dass diese Art von Stabilität und Ruhe nicht nur für die heutigen Wahlen gilt", sagte sie. Es müsse vielmehr jeder zeigen, dass man aus diesem Dilemma herauskommen und einen Neuanfang wolle“

Ob es so kommt, hängt allerdings nicht zuletzt von ihr selbst ab. Genauer: Davon, ob sie bereit ist, wirklich die Interessen der Hongkonger (aller!) zu respektieren und ihr Handeln an diesen auszurichten, oder ob dafür nach wie vor allein die Interessen „Pekings“ maßgeblich sind und sie den „Befehlen“ von dort weiterhin blind gehorcht.

Eigentlich egal wie die Wahlen ausgehen...

..gewinnen die einen wird Manipulation unterstellt, im anderen Fall Betrug.
Ich denke, dass eine objektive Stimmabgabe unter diesen Vorzeichen überhaupt nicht möglich sind, die Ergebnisse ohne die Geschehnisse um einiges anders aussehen würden.

11:14 DerVaihinger

"Ob es China derzeit schlecht geht, vermag ich nicht zu beurteilen..."

Um es mit den Worten unserer Kanzlerin zu sagen "den Chinesen ging es noch nie so gut" wie derzeit. Und in China gibte es Licht und Schatten genau wie bei uns.

11:14 von DerVaihinger

Ob es China derzeit schlecht geht, vermag ich nicht zu beurteilen.
.
also von Hungersnöten wie in früheren Jahrzehnten
hört man zumindest nichts ....
und unzählige chinesische Touristen bevölkern (Ballermannmäßig) die Welt
also einigen, aus dem Riesenreich, scheint es gut zu gehen

11:13 von H. Hummel

Allein über 90 % aller "seltenen Erden" Lagern in China
.
35 % !

Die hohe Wahlbeteiligung

ist ein gutes Zeichen. Es gibt offenbar viele Hongkonger, die sich durch die Wahlen vertreten sehen. Allemal besser als die Stadt in Schutt und Asche zu legen. Vielleicht helfen die Wahlen zur Befriedung

11:13 von H. Hummel

"China wird aber auch keinen Augenblick zögern, aufkeimende Bewegungen rücksichtslos im Keim zu ersticken"

China zögert schon die ganze Zeit.
In die Zukunft gucken kann niemand von uns, auch wenn manche das von sich glauben.

"die Geschehnisse auf dem "Platz des himmlischen Friedens" sind nur ein Beweis"

Die sind KEIN Beweis.
Die Vergangenheit ist niemals ein Beweis für die Zukunft.

Nicht einmal die Naturwissenschaften würden eine naturwissenschaftliche Beobachtung des Jetzt als Beweis dafür ansehen, dass sich das NIE ändern kann.

Wahl in Hongkong....

.... ist Angesichts der Demonstrationen ein wichtiger Stimmungstest ??? Sagen die Demonstrationen denn nicht genug aus über die Stimmung ? Und das in so vielen anderen Orten der Welt sehr hart demonstriert wird sollte auch erwähnt werden dürfen ! Weshalb ist das so ? Weil es den Menschen dort so gut geht ?

11:15 von Nettie

<< „Regierungschefin Carrie Lam äußerte bei ihrer Stimmabgabe die Hoffnung, dass die relative Ruhe der vergangenen Tage anhalte. "Ich hoffe, dass diese Art von Stabilität und Ruhe nicht nur für die heutigen Wahlen gilt", sagte sie. Es müsse vielmehr jeder zeigen, dass man aus diesem Dilemma herauskommen und einen Neuanfang wolle

Ob es so kommt, hängt allerdings nicht zuletzt von ihr selbst ab. Genauer: Davon, ob sie bereit ist, wirklich die Interessen der Hongkonger (aller!) zu respektieren und ihr Handeln an diesen auszurichten, oder ob dafür nach wie vor allein die Interessen „Pekings“ maßgeblich sind und sie den „Befehlen“ von dort weiterhin blind gehorcht." <<

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Da Peking ihr verboten hat, zurückzutreten - welchletzteres sie ja wollte - versucht sie vielleicht, das Schlimmste zu verhüten.

Das schließe ich nicht aus.
Und sie hätte vielleicht sogar Erfolg mit ihrer Methode.
Die Bevölkerung weiß ja, dass sie zurücktreten wollte und nicht darf.

@Peter Kock

finnische reporter des senders YLE haben u.a. bei den demonstranten, aber auch bei Pro-China-veranstaltungen nach der meinung gefragt. wunder über wunder, die meinung war bei beiden lagern sehr deutlich. aber eben diese reporter haben auch viele völlig unbeteiligte passanten befragt und da war eine klare mehrheit zu erkennen, die sich klar ablehnend gegenüber den pro-westlichen protesten positionierte.

soviel zu ihrer feststellung, dass die proteste genug über die stimmung aussagen. schon gar nicht über die stimmung der gesamtbevölkerung.

Daumen drücken

Ich drücke der Demokratiebewegung die Daumen. Mobilisiert alle, die gegen die Bevormundung sind.

suomalainen 12.53

da war eine klare mehrheit zu erkennen, die sich klar ablehnend gegenüber den pro-westlichen protesten positionierte."
Dafür spricht auch die hohe Wahlbeteiligung. Ich denke nicht, dass die hardcore-Randalierer zur Wahl gehen, wäre ja inkonsequent. Da wird dann eben die Wahl angezweifelt als Grund für die nächsten Krawalle

Biased.

"Viele befürchteten offenbar, dass der Urnengang später gestoppt werden könnte."

Pure Spekulation der Autorin.

Die Regierung in Hongkong steht auch nicht "treu zur Führung in Peking", sondern bekennt sich zur Einheit des einen chinesischen Staates (trotz unterschiedlicher Systeme).

Unterlasst doch hinsichtlich China endlich einmal das ewige Werten und Urteilen, tagessschau.de! Macht Ihr doch im Westen auch nicht!

12:53 von suomalainen

"aber eben diese reporter haben auch viele völlig unbeteiligte passanten befragt und da war eine klare mehrheit zu erkennen, die sich klar ablehnend gegenüber den pro-westlichen protesten positionierte."

Solche Reporterbefragungen genügen keinem statistischen Anspruch, sagen also überhaupt nichts aus über die Gesamtstimmung der Bevölkerung.

Zumal es ja, wie Sie sagen, finnische Reporter waren, die wohl nur die rausgegriffen haben, die Englisch können.

@ suomalainen

Warum setzen Sie pro-demokratisch mit pro-westlich gleich?

@Sausevind, 12:48

„Da Peking ihr verboten hat, zurückzutreten - welchletzteres sie ja wollte - versucht sie vielleicht, das Schlimmste zu verhüten“

Hoffentlich. Dieses absurde „Verbot“ spricht ja schon Bände über die ganze Perversität dieses „Systems“.

„Das schließe ich nicht aus“

Ich auch nicht. Dann wird sie allerdings nicht nur Glück, sondern vor allem auch breitestmögliche (internationale) Unterstützung aus allen gesellschaftlichen „Schichten“ brauchen (wie gesagt: dann).

Schuld sind immer die anderen

@ H. Hummel:
Viele Unruhen sind auf Einmischung fremder Staaten heraufbeschworen.

Viele? Bei allen Unruhen wurde stets fremde Einmischung als Ursache ausgemacht. Das ist doch Usus bei den Mächtigen. Wer sucht die Schuld schon bei sich? Die kommunistische Partei sicher nicht.

@ Bandersnatch

Hongkong ist seit Monaten in den Schlagzeilen. Aufmerksamkeit zu erzielen ist wohl der eigentliche Sinn der Gewalttätigkeiten dort.

Und der Ausgangspunkt war meines Erachtens die Polizeigewalt.

11 : 15 von Nettie

"Ob es so kommt {zum Neuanfang} hängt allerdings nicht zuletzt von ihr {Carrie Lam} selbst ab. Genauer : Davon, ob sie bereit ist, wirklich die Interessen der Hongkonger (aller! ) zu respektieren und ihr Handeln an diesen auszurichten. .."

Diese Vorstellung halte ich für nicht umsetzbar. Denn die Aktivisten verlangen ja klar und deutlich, dass Carrie Lam zurück treten und dass China quasie Hongkong aufgeben soll. Oder habe ich da bisher etwas falsch verstanden? Und niemand weiß, ob das der Wunsch aller Hongkonger entspricht.

Proteste und Gewalt

Wenn das politische System Chinas nicht demokratie- und reformfähig ist, wird es in Hongkong und erst recht in China noch viele Proteste durch das Volk geben. So perfekt kann eine Zensur und Überwachung gar nicht sein.

@Fabroo 14.13

Sie wollen also suggerieren, dass Polizisten in Zivil die U-Bahnstationen und ganze Ladenzeilen verwüsten und ihre Kollegen mit Brandsätzen und Pflastersteinen angreifen? Interessant, aber wenig logisch. Was ist mit den Bogen- und Katapultschützen?

14:06 von Nettie

<< @Sausevind, 12:48
„Da Peking ihr verboten hat, zurückzutreten - welchletzteres sie ja wollte - versucht sie vielleicht, das Schlimmste zu verhüten“

Hoffentlich. Dieses absurde „Verbot“ spricht ja schon Bände über die ganze Perversität dieses „Systems“. <<

Ganz sicher ist dieses System pervers.

NUR:
Warum zwingt Peking Carrie Lam weiterzumachen, die deutlich mitgeteilt hat, dass sie sich überfordert fühlt, statt dass Peking sie durch eine knallharte Person ersetzt, die keine Zwischentöne kennt?

Ich glaube, man muss in solchen Systemen immer unterschwellige Botschaften dechiffrieren, auch wenn man beim Dechiffrieren sich schwer vertun kann.

Meine Hoffnung dabei ist:
Peking will keine Gewalt, sucht nach einem Ausweg, und Carrie Lam scheint der chinesischen Regierung geeignet, noch einen gewissen Draht zur Bevölkerung zu haben und vermitteln zu können.

14:13 von born in stasi-land

Und der Ausgangspunkt war meines Erachtens die Polizeigewalt.
.
... und daraufhin plünderte ein vermummter Mobb Geschäfte
zerschlug Schaufenster und zündete Autos an
zugegeben das wäre jetzt eine Variante

@Marmolada - Aus der Geschichte lernen.

10:40 von Marmolada:
"Die Geschichte der Menschheit zeigt, dass alle totalitäten oder autoritären Systeme irgendwann in sich zusammengefallen sind oder überwunden wurden. Nur eine Frage der Zeit."

Aha. Und warum gibt es diese Systeme dann noch immer?

von born in stasi-land 14:18

Sie machen sich ja Sorgen um "demokratie-und reformfähigkeit".
Und wie soll das konkret aussehen ? Sich devot verhalten gegenüber den Mächten,die auf dem absteigenden Ast sind ?

@paule66, 09:32

"Die Wirtschaftszahlen verschlechtern sich (…)."

… und sind trotzdem noch um Längen besser als die sämtlicher Staaten im Westen.

Mit Versuchen, aus dem Okzident die chinesische Krise herbeizureden, sind schon viele vor Ihnen gescheitert.

@Sausevind, 14:25

„Warum zwingt Peking Carrie Lam weiterzumachen, die deutlich mitgeteilt hat, dass sie sich überfordert fühlt, statt dass Peking sie durch eine knallharte Person ersetzt, die keine Zwischentöne kennt?
Ich glaube, man muss in solchen Systemen immer unterschwellige Botschaften dechiffrieren (...).
Meine Hoffnung dabei ist:
Peking will keine Gewalt, sucht nach einem Ausweg, und Carrie Lam scheint der chinesischen Regierung geeignet, (...) vermitteln zu können“

Falls das tatsächlich der Fall sein sollte, wäre das auf jeden Fall mehr als wünschenswert. Vielleicht bin ich ja zu pessimistisch (ich hoffe es!), aber meine Vermutung ist eher, dass Peking sich gerade wegen der doch ziemlich eindeutigen Quintessenz aus der Summe der unterschwelligen Botschaften aus der internationalen Politik (der „offiziellen“ wie der Bürger) schlicht nicht mehr traut, Lam durch eine knallharte Person, die keine Zwischentöne kennt zu ersetzen.

Und dass sie sich das jemals „leisten“ können, gilt es zu verhindern.

13:21 von Sausevind

das sind in HK über 80%, da amtssprache. die chin. rücksichtnahme ist doch ganz sicherlich auch den verhandlungen mit den amis geschuldet. peking kann kein desaster gebrauchen, sondern will den wirtschaftspakt.

Hongkong !

Die Wahlen werden auch nichts ändern an der Politik der Chinesen. Die wollen ihr ziemlich bescheuerte Doktrin weiter mit aller Macht durch setzen.
Durch die Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in China steigt aber erst recht die Gefahr, dass die chinesische KP zu sehr drastischen Mitteln greift, nur um ihren Status zu erhalten. Mit dazu beitragen tut aber auch die gesellschaftliche Verrohung, die zur Zeit überall zu spüren ist.
Außerdem merken immer mehr Menschen, wie sie seit vielen Jahren immer wieder beschissen, hintergangen und unterdrückt wurden. Das erzeugt natürlich mit der Zeit einen unbändigen Hass und Wut auf die wohlhabende, politische Elite, die sich ihre Errungenschaften aber nicht mehr nehmen lassen wollen.
Leider haben viele Regierungen in ihren Ländern es versäumt, die Kluft zwischen arm und reich kleiner zu halten. Öfters wurde es sogar forciert, dass die Reichen noch reicher wurden und die Armen immer die Leidtragenden blieben.

Großer Andrang an Hongkongs Wahlurnen....

4,1 Millionen Menschen sind wahlberechtigt.452 kommunale Mandate stehen zur Wahl.
Die Hongkonger wählen und das ohne ausländische Einmischung.

@Sausevind

"Warum zwingt Peking Carrie Lam weiterzumachen, die deutlich mitgeteilt hat, dass sie sich überfordert fühlt, statt dass Peking sie durch eine knallharte Person ersetzt, die keine Zwischentöne kennt?"

Weil Carrie Lam durch Peking eingesetzt wurde. Und wenn man ihr jetzt erlaubt, wegen Überforderung zurückzutreten, würde man indirekt zugeben, einen Fehler bei der Besetzung dieser Stelle gemacht zu haben - ein Zeichen von Schwäche in den Augen der Zentralregierung, das sie keinesfalls geben darf.

@Nachfragerin

"10:40 von Marmolada:
>>Die Geschichte der Menschheit zeigt, dass alle totalitäten oder autoritären Systeme irgendwann in sich zusammengefallen sind oder überwunden wurden. Nur eine Frage der Zeit.<<

Aha. Und warum gibt es diese Systeme dann noch immer?"

Weil es immer machthungrige Menschen gibt und geben wird, die brutal genug sind, einem Land ihren Willen aufzuzwingen, und charmant genug, erst einmal an die Macht zu kommen.
Und weil es immer Menschen gibt, die so etwas wie einen 'starken Mann' oder einen 'Führer' brauchen bzw. zu brauchen meinen, wenn man ihnen nur genug Angst macht oder ihre latente Angst bestätigt.

Kann man aktuell sehr schön in den USA (Trump) und in Deutschland (AfD) sehen.

15:16 von Karl Napf

"peking kann kein desaster gebrauchen, sondern will den wirtschaftspakt."

Das vermute ich auch.

Wenn es außerdem stimmt, dass China die WIRTSCHAFTLICHE Weltmacht will, dann kann es sich ein Blutbad nicht leisten.

Eine der Momente in der Geschichte, wo der Kapitalismus Schlimmeres verhüten kann als sich selbst.

15:53 von DrBeyer

Weil es immer machthungrige Menschen gibt
.
wie schätzen sie den Machthunger einer Politikerin ein,
die seit 14 Jahren im Amt ist
und die Eigenschaften "brutal", "charmant" ebenso wie gerissen
lassen sich gut einsetzen wenn es darum geht das möglich Kommen
von Konkurenten rechtzeitig zu verhindert

Ich wünsche allen Hong

Ich wünsche allen Hong Kongern viel Mut und Kraft, sich dem diktatorischen China zu widersetzen.
Ich persönlich bin (im Gegensatz zu einigen anderen hier) überzeugt davon, dass jedes bisschen Widerstand (natürlich möglichst gewaltfreier) notwendig und sinnvoll ist um die Zukunft Hong Kongs in eine bessere Richtung zu lenken.
Nur durch den Ausdruck von Widerstand kann man Veränderung bewirken. Dies wird sich irgendwann auch auf China übertragen, das wird allerdings wohl noch etwas dauern..

@14:23 von deutlich

"Sie wollen also suggerieren, dass Polizisten in Zivil die U-Bahnstationen [...] verwüsten (...)"

Das behaupte nicht ich, sondern die Mehrheit der lokalen Medien liefert nahezu täglich Beweise für solche dubiosen Aktivitäten. Ich möchte lediglich anmerken, dass, sofern es tatsächlich so passiert(e), damit ein ganz bestimmtes Ziel verfolgt wird. Mit dieser Methode schürt man den Konflikt zwischen den Lagern und lässt friedliche Demonstranten am Sinn der Sache zweifeln. Die Frage sei erlaubt: Wem hilft Letzteres denn?
Das soll natürlich nicht heißen, dass sämtlicher Vandalismus auf das Konto von Undercover-Einheiten geht, jedoch – und da erinnere ich an einen Nutzerkommentar aus der letzten Woche zum gleichen Thema – kann man Totalitarismus nur schwer mit Gänsefedern bekämpfen. Wenn die dt. Polizei vorginge wie die Hongkonger, würde es auch nicht bei Sitzblockaden bleiben. Das Interview des in HK festgenommenen dt. Studenten m.d. Handelsblatt ist diesbezüglich sehr aufschlussreich...

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