Ihre Meinung zu: Parlamentswahl in Spanien: Schwierige Regierungsbildung

11. November 2019 - 7:57 Uhr

Spanien hat zum zweiten Mal in diesem Jahr gewählt - doch die Dauerkrise ist damit nicht beendet. Denn die Sozialisten konnten sich nicht verbessern. Der wahre Sieger ist eine andere Partei. Von Oliver Neuroth.

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Kommentare

Schleichende Gefahren!

Wehe wenn sie losgelassen!
Wie sagte Gauland noch mal nach der Erstärkung der AFD in Deutschland, gegenüber den Regierung.
"Wir werden sie jagen....."

rer Truman Welt

Wir sehen in den demokratischen Ländern die zunehmende "Weimarisierung" -> Zersplitterung aufgrund diversifizierter Wirklichkeiten in der Gesellschaft sowie die Zunahme der Populisten bzw. Nationalisten, die versprechen: "wir alleine und nur noch für uns!" (America first!) - dabei die zunehmende Komplexität einer globalisierten Welt ignorierend zusammendampfend auf Banalitäten bzw. banal naiven Antworten und Lösungen. Das Volk, obwohl zu großen Teilen gebildet, sich emotional leider mehr und mehr zurückentwickelnd auf ein archaisches Niveau -> "raus, weg, vernichten, töten, etc. p. p." Damit sind die Gesellschaften konfrontiert und nichts gibt Zuversicht, dass das sich ohne größere negative Erfahrungen (plötzlich) ändern könnte. Welche Zukunft hatten die Menschen in der Weimarer Republik damals noch einmal ? Sind die Gesellschaften in der Lage eine solche Entwicklung noch zu verhindern oder steuern wir geradewegs darauf zu? Neuwahlen scheinen nicht wirklich weiterzuhelfen.

Irgendwie widersinnig

Da erstarken in Spanien die Kräfte, die Seperatismus energisch bekämpfen. Und ausgerechnet der AM Spaniens, der härteste Bestrafung der Katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen forderte, wird der Außenbeauftragte der EU. Und will als einer der ersten Amtshandlungen das durch seperatistischte Kräfte gewaltsam (unter aktiver Mithilfe der EU) enstandene Kosovo besuchen. Mehr noch, ist doch Spanien die wichtigste Nation der EU, die die Unabhängigkeit des Kosovo bis heute nicht anerkennt. (Israel übrigens auch nicht, wird uns ja gern verschwiegen.) Ist also Separatismus abhängig von der politischen Himmelsrichtung? Ein weiterer Baustein zum inneren Zerfall der EU.

@ 08:12 Meinung zu unse...

Der Vergleich mit "Weimar" erscheint mir schwierig bzw. historisch nicht korrekt. Geschichte wiederholt sich nicht. Wir haben darüber hinaus heute in den meisten Ländern eine ganz andere starke Zivilgesellschaft. Das Regieren mit Notverordnungen und die damit einhergehende Schwächung der Demokratie ist kein Phänomen unserer Tage. Einzig das Erstarken demokratiefeindlicher rechtsextremer und im Kern fremdenfeindlicher Gruppierungen und Parteien - in Spanien aktuell Vox - ist eine Parallele, die allerdings in den allermeisten Ländern entschiedenen Widerstand durch die deutliche Mehrheit der Bevölkerung wachruft.
Die spezifischen Herausforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich: während bei uns neue Koalitionen der auf dem Boden des Grundgesetzes stehenden Parteien jenseits völkisch-nationalistischer Kräfte oder auch eine Minderheitsregierung (in vielen Ländern ein erprobtes Modell) die Herausforderung darstellt, steht Spanien erstmalig vor der Aufgabe, eine Koalition zu schmieden

da sind die nicht anders als hier in DE

Noch sei er nicht der Präsident, sagt Abascal. Aber so etwas wie der heimliche Sieger dieser Wahl

Kenne ich von den deutschen Nationalisten. Den 100-Meter-Lauf hat neuerdings nicht mehr der gewonnen, der als erster durchs Ziel geht, sondern, wer auf den letzten 10 Metern am meisten aufgeholt hat. Das nennen sie dann auch noch "Demokratieverständnis".

Dahinter steht auch Vox-Wähler Diego. "Ich bin stolz, Spanier zu sein. Diese Partei repräsentiert mich als Spanier. Dass separatistische Parteien bei dieser Wahl Sitze im Parlament geholt haben, ist empörend", sagt er.

Und deshalb will er auch nichts anderes sein als "Spanier". Dagegen ist nichts einzuwenden, soll er ruhig. Aber wehe, andere wollen das nicht, dann ist das "empörend".

Wie gesagt, nichts anders als bei uns.

Nur eine Idee

Gibt es Untersuchungen dazu, ob die wachsende Lücke zwischen Arm und Reich dazu beiträgt auch politisch sicher Spaltungen zu verursachen? Oder umgekehrt oder ob es korreliert?

Nur weil man derzeit weniger über Jugendarbeitslosigkeit berichtet muss ja nicht heißen, dass die EU keine Probleme mehr damit hat. Ich kann mich aber erinnern, dass das einer der größten Probleme gewesen ist.

Inflation soll sich auch in Grenzen halten, aber es werden auch Güter berücksichtigt, die man vielleicht alle 10 Jahre kauft. (Unser Kühlschrank ist bald 14, Spülmaschine auch, nur die Waschmaschine hat bei 3 Kindern nach 10 Jahren aufgegeben).

@andererseits

" Geschichte wiederholt sich nicht." Am 11. November 2019 um 08:42 von andererseits

So groß ist die Auswahl an Ereignissen auch wieder nicht. Natürlich wiederholt sich die Geschichte.

Kulturen sind entstanden und untergegangen. Das einzige, das neu ist, ist die Nutzung von fossilen Brennstoffen, sonst nichts. Die Menschen sind dieselben geblieben.

Erschreckend

Es ist erschreckend zu sehen, welche Wahlerfolge die rückwärts gewandten rechten Rattenfänger überall in Europa verbuchen können. Man kann nur hoffen, dass der Widerstand der Mehrheit groß genug bleibt, um auf Dauer eine neue nationalistische Katastrophe zu verhindern und eine offene demokratische Gesellschaft zu bewahren.

08:09 von Jean-Baptiste

Wie sagte Gauland noch mal nach der Erstärkung der AFD in Deutschland, gegenüber den Regierung.
"Wir werden sie jagen....."

Re
was hat das mit Gauland zu tun ?
VOX also die sind hier gegen Kataloniens Selbständigkeit .Schlage vor komm mich mal hier besuchen zur Zeit in SP und da hört sich die Sache anders an als in de auf dem Sofa mit Info nur von TS .Man sollte bei Tatsachen bleiben .

Leider (wie so oft) reden

Leider (wie so oft) reden hier Foristen rein aus deutscher (linker) Sichtweise, habe aber nicht die geringsten Kenntnisse der innerspanischen Situation. Mein Freund Miguel mit Familie (Madrid), der immer die PSOE gewählt hat, sagte mir, er habe für VOX gestimmt, weil es so nicht mehr weitergeht. Und damit steht er ja wohl nicht allein.
MP Sanchez hat kein einziges Problem angegangen, geschweige denn gelöst, mit Rücksicht, nirgendwo anzuecken und es sich bloß mit niemandem zu verderben. (Das kommt uns ja mit Fr. Merkel nicht unbekannt vor).
Spanien braucht 1.) eine klare Meinung zur Einheit und 2.) wird verschwiegen, dass die arbeitende Bevölkerung das steigende Wirtschaftswachstum erbracht hat. Die linke Podemos will natürlich weiter ohne Ende das soziale Füllhorn (für alle) ausschütten und somit weiter Schulden machen.
Sie wurde dafür aber abgestraft. Spanien ist nicht Deutschland und VOX ist keinesfalls "ultrarechts" sondern will erst einmal das größte nationale Problem lösen.

Grauenhaft...

Also "am besten" wieder die katalanische Sprache verbieten, wie unter den Faschisten, und jeden inhaftieren, der Katalanisch Spricht. Mmit spanischen Nationalfahnen und mit dem faschistischen Gruss durch Barcelona marschieren. "Spanien zusammenhalten"? Was für eine euphemistische Beschreibung des Autors für den Faschismus. Was die Tagesschau nicht erwähnt: VOX ist übrigens gegen Frauenrechte.

@Tada, 9:03

Gibt es Untersuchungen dazu, ob die wachsende Lücke zwischen Arm und Reich dazu beiträgt auch politisch sicher Spaltungen zu verursachen? Oder umgekehrt oder ob es korreliert?

Es gibt nicht nur Untersuchungen, sondern es ist hinlänglich belegt. Die Spalter reiten ja auf dieser Welle, weil das so erfolgversprechend ist.
Nicht belegt, weil schlichtweg unsinnig, ist jedoch, dass ein Austausch demokratischer Grundwerte gegen nationalistische Plumpheiten irgendwas dazu beitragen könnte, solche von Ihnen angesprochenen Lücken zu schließen.

09:09 von R. Schmid

"Es ist erschreckend zu sehen, welche Wahlerfolge die rückwärts gewandten rechten Rattenfänger überall in Europa verbuchen können. Man kann nur hoffen, dass der Widerstand der Mehrheit groß genug bleibt, um [...] eine offene demokratische Gesellschaft zu bewahren."
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Teil einer demokratischen Gesellschaft sind freie Wahlen, und dass man deren Ergebnis respektiert. Das ist bei den selbsternannten "echten Demokraten" leider immer noch nicht angekommen.
.
Dass man dann noch einen großen Teil der Wähler als Ratten diffamiert, die vermeintlichen Rattenfängern hinterherlaufen, die wohlgemerkt ordentlich gewählte Vertreter demokratischer Parteien sind, setzt dem Ganzen nur noch das Krönchen auf.

08:12 von Meinung zu unse...

... die Zunahme der Populisten bzw. Nationalisten, die versprechen: "wir alleine und nur noch für uns!" (America first!) - dabei die zunehmende Komplexität einer globalisierten Welt ignorierend zusammendampfend auf Banalitäten bzw. banal naiven Antworten und Lösungen
.
Ist es Ihnen schon einmal in den Sinn gekommen, dass außer den multinationalen Konzernen und deren Marionetten in den Parlamenten eventuell fast niemand sich eine komplexe globale Welt wünscht?
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Dass die Menschen sich ihrer Natur gemäß nach einem überschaubaren Umfeld sehnen, anstatt in einer unübersichtlichen Welt zerrieben zu werden, wo es außer Gelddruck, Zeitdruck und Mobilitätsdruck eigentlich nichts mehr gibt, was den Alltag bestimmt?
.
Wege zurück zu einer etwas mehr egozentrischen Gesellschaft sind daher angesichts der Übermacht der weltwirtschaftlichen Strippenzieher naiv, aber keineswegs banal, und schon gar nichts ins Lächerliche zu ziehen, denn sie erwachsen aus dem Urinstinkt des Homo sapiens.

Keine Zahlen, Prozentpunkte.

Tagesschau veröffentlicht keine Fakten, Gewinne - Verluste, Sitze im Parlament für die Parteien - diese Meldung ist ungenügend. Man kann Daten verlangen - warum wird sowas nicht angegeben ?

@tias

In der Welt wie wir sie heute erleben und wie wir sie über das letzte Jahrhundert auch erlebten und so wie sich alles leider entwickelt hat, hat alles etwas miteinander zu tun, denn sonst wäre der Begriff Globalisierung überflüssig.
Ja sie haben recht, vom Sofa aus lässt sich alles gut beobachten, aber trotzdem gibt es Unterschiede zwischen denen, die das Sofa nutzen um abzuhängen oder um sich das unmöglichste über Netflix reinzuziehen und oft fern jeder Realitäten leben und denen die von zu Hause oder in ihrer Privatzeit sich die Zeit nehmen das Ganze, die Welt, die Politik, genauer zu betrachten.
Aber wenn man als Familie in der Vergangenheit, selbst Gefahren rechtsextremer Gewalt ausgesetzt war, dann ist man eben alarmiert und steht allem was von einer zu rechten Seite herrührt und was solche propagieren oder im Schilde führen skeptisch und vorsichtig gegenüber.
Grösstes Problem sind die sozialen Ungerechtigkeiten!
Was einige Politiker und Parteien dann wirklich verfolgen, das ist ?

@Jean-Baptiste, 008.09h

"Wir werden die Regierung jagen" ist ein Plagiat Gaulands.
Der Urheber dieser Äußerung ist der SPD-Abgeordnete Kahrs.
Das scheint nur niemand zu stören.

"Dass man dann noch einen großen Teil der Wähler als Ratten diffamiert, die vermeintlichen Rattenfängern hinterherlaufen, die wohlgemerkt ordentlich gewählte Vertreter demokratischer Parteien sind, setzt dem Ganzen nur noch das Krönchen auf."

Ganz offensichtlich kennen Sie die Geschichte vom Rattenfänger von Hameln nicht.

Sollten Sie bei Gelegenheit mal lesen. Er führte mit seinem Flötenspiel nämlich nicht nur die Ratten aus der Stadt, sondern holte später die Kinder (Menschen), die seinem Flötenspiel genauso folgten wie zuvor die Ratten.

Und genau das ist gemeint, wenn man sich auf den Rattenfänger bezieht. Die Wähler folgen diesen Rattenfängern wie naive Kinder.

@digitaler Fußabdruck, 9:44

Wege zurück zu einer etwas mehr egozentrischen Gesellschaft sind daher angesichts der Übermacht der weltwirtschaftlichen Strippenzieher naiv, aber keineswegs banal, und schon gar nichts ins Lächerliche zu ziehen, denn sie erwachsen aus dem Urinstinkt des Homo sapiens.

Wie viele Arten Homo Sapiens kennen Sie? Ich jedenfalls kenne viele Menschen, deren Urinstinkt sich ganz und gar nicht in einer "etwas mehr egozentrischen Gesellschaft" widerspiegelt. Und darüber bin ich sehr froh. Was für eine "Gesellschaft" sollte das wohl auch sein? Die Gemeinschaft der Egoisten?

@GeMe

"Ganz offensichtlich kennen Sie die Geschichte vom Rattenfänger von Hameln nicht. Sollten Sie bei Gelegenheit mal lesen. Er führte mit seinem Flötenspiel nämlich nicht nur die Ratten aus der Stadt, sondern holte später die Kinder (Menschen), die seinem Flötenspiel genauso folgten wie zuvor die Ratten" Am 11. November 2019 um 09:49 von GeMe

So gesehen könnten alle Extremisten auch auf Gerechtigkeit pochen, da der Rattenfänger für seine Arbeit nicht bezahlt wurde und nur zur Strafe für die Kinder spielte, die ihm bereitwillig folgten. Böse war er nicht.

Es ist halt ein Märchen.

Was es nicht im 21. Jahrhundert...

...noch “annektierte Nationen” gäbe, ließen sich die legitimen Nationalstaaten auch wieder leichter regieren.

Imperien funktionieren nur als Diktatur.

Demokratie führt immer mittelfristig zu einer Gliederung in natürliche Einheiten.

Spanien sucht gerade seinen Weg:
a) zurück in die Diktatur (España, una y grande) ?b) eine faire Behandlung aller Mitgliedsnationen ?
c) zwei oder mehr koexistierende demokratische Staaten

@Jean-Baptiste, 09.47h

Sehen Sie, so ist das mit den eigenen Erfahrungen.
Ich habe einiges an direkter Gewalt erlebt und die kam dann allerdings von links.
Das lässt mich immer aufhorchen, wenn da etwas von links kommt.
Allerdings bin ich weit davon entfernt, jeden Linken zu stigmatisieren.
Vorsichtig bin ich schon.
Und die Überlegenheit des Sozialismus durfte ich über 70 Jahre lang als Zeitzeuge beobachten.

mittelfristig

drohen durch die Stärke der AFD und die Weigerung der anderen Parteien, mit dieser zu koalieren, auch bei Bundestagswahlen bei uns solche Patt-Situationen.
Lösen könnte man das durch eine höhere Einstiegshürde in den Bundestag, "Bonussitze" für die stärkste Partei (wie in Gr), oder ganz undemokratisch durch den Ausschluss von Parteien, mit denen keine andere koalieren will, aus den Wahlen.

@DerVaihinger

Doch, wenn das so ist stört mich das schon.
Vielleicht muss man aber dann auch den Kontext zuerst betrachten in dem dieser das sagte und auch die SPD, wie auch die CDU/CSU und andere, sind nicht immun gegen irgendwelche extremen Kräfte die sich versuchen in ihren Reihen einzubringen und Parteien aufzumischen, nein, eher zu destabilisieren und zu schwächen.
In der modernen Parteiwelt erlebt man doch fast nichts anderes mehr. Parteien, wie auch die Gesellschaft allgemein, sind zutiefst gespalten und dies fast überall und hier erschliesst sich die grösste Gefahr für weitere Konflikte und den Frieden in der Welt.
Mir liegt es fern zu sehr zu hetzen gegen andere aber Sorgen mach ich mir schon und seit geraumer Zeit immer mehr und wo dies alles uns am Ende hinführen wird und diese Politik und Politiker, teils der verschiedensten Farben, die sich immer weniger als ein wahrer Anker und als vertauensvoll in diesen Zeiten zeigen und wo es immer mehr an den richtigen Lösungsansätzen fehlt und ...

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Ich würde sagen, Hauptsache RECHTS

Spanien ist nicht umsonst eines der Hochburgen als Anlaufstelle für illegale Migranten. Die Ursache liegt in der bisherigen Linksausrichtung dieses Landes. Jetzt aber zu denken dass das alleine eine internes Problem von Spanien ist, ist zu kurz gedacht denn angesichts der mehr als dürftigen Sozielleistungen die ein Flüchtling (ein Migrant bekommt garnichts) in Spanien bekommt, lässt viele von denen einfach nach Norden weiterreisen, u.a. ins sozialleistungsfreundliche Germany. Nur ein Rechtsruck kann hier Ordnung bringen denke ich?

Kein Kompromiss

Nach allem was man über Spanien lesen kann, scheint die mangelnde Kompromissfähigkeit das Hauptproblem zu sein.
Kein Kompromiss innerhalb der Linken, keiner zwischen PP und PSOE, keiner zwischen Zentralisten und Autonomiebewegung. Bezüglich Katalonien gab es ja mal einen, der von Ex-Minsterpräsident Mariano Rajoy blockiert wurde. Ohne Ausgleich zwischen den Interessen wird Spanien wohl nicht zur Ruhe kommen. Da blüht dann der Nationalismus auf allen Seiten. Das ist brandgefährlich

#Frosthorn

Nach 32 Jahren in Spanien, integriert, glaube ich nicht, dass Sie den zitierten Diego kritisieren sollten.
Spanien ist nicht Deutschland, hier sind die Leute stolz Spanier zu sein, hier gibt es keine Nazivergangenheit, wo sich jeder überlegt überhaupt das Wort Deutschland in den Mund zu nehmen, ohne als Nazi diffamiert zu werden.
Ja und zu ihrem letzten Absatz, wer kein Spanier sein will, kann seinen Pass abgeben und gehen. Dass ist nicht die DDR, jeder hat das Recht zu gehen, niemand wird festgehalten.
VIVA ESPANA !!!
VIVA EL REY !!!

@DerVaihinger

Kann das gut nachvollziehen dass Sie das so sehen.
Die neue bessere Zukunft werden wir aber nur über den Austausch von Argumenten und einen neuen und sozialen und sozial gerechten und freundlichen Dialog aufbauen können und genau dieser fehlt all zu oft und was den Osten Deutschlands angeht, wurde dieser Moment sowieso verpasst oder zu spät wahrgenommen, nämlich erst jetzt.
Doch zu spät ist es nie, denn das wäre gerade jetzt sehr törischt, wo doch überall alles aus den Fugen zu geraten scheint, in Europa und in der Welt.
Der Sozialismus des früheren Ostens war sicherlich ein Fehler oder eher ein Falscher und somit nicht der, dessen Befürworter des 19ten Jahrhunderts Marx und Engels meinten, darüber geschrieben haben und sich für uns alle mehr Gleichheit und soziale Gerechtigkeit wünschten und dies propagierten. Was dann daraus entstanden ist in der Welt, ist genau das was dem heutigen sogenannten Neoliberalismus und auch einer Grossmacht wie den USA in die Hände spielt und uns spaltet.

Kompromisse sind nötig

Kennn wir doch bestens aus der Geschichte: Hardliner werden immer mehr zu Diktatoren. Gerade musste einer in Bolivien zurücktreten. Gut angefangen, dann korrupt geworden, dann machtverliebt, dann Wahlen bescheißen ... wie's weitergeht ist klar: Judikative ausschalten, Legislative gleichschalten, Erdogan. Mit den Grünen wollte erst auch keiner koalieren, mit den Linken erst auch nicht. Es führt kein Weg dran vorbei, dass auch mit der AfD koaliert werden muss - sonst werden sie mit ihrer Polemik so stark, dass sie allein regieren können. Nur fällt dann das Hirngespinst der Realität zum Opfer. Aber: solange rechte oder linke Parteien der Verfassung entsprechen, MÜSSEN sie an Politik teilnehmen dürfen - ob mir deren Geschwätz gefällt oder nicht. Jetzt kenne ich den span. Verfassungsschutz nicht, aber VOX scheint nicht verboten - analog die AfD: ich hoffe, die sind wenigstens nicht so rechtsblind wie unserer. Die einzige Lösung ist: Bringt sie in Reg-Verantwortung und sie sind entzaubert.

Mittelfristig

"oder ganz undemokratisch durch den Ausschluss von Parteien, mit denen keine andere koalieren will, aus den Wahlen." (Sparer)

Das hat Adolf nach den Wahlen in den Dreißigern auch gemacht. Nicht nur die ausgeschlossen, die nicht mit ihm koalieren wollten, sondern auch die, mit denen er nicht koalieren wollte.

Die griechische Lösung ist mir da schon sympathischer, auch wenn ebenfalls wohl nicht mit dem GG vereinbar.

#Robert1221

Was schreiben Sie denn da, natürlich kann jeder Catalan sprechen, genau wie in Deutschland Platt, Schwäbisch oder Bayrisch. Nur die Amtssprache ist Castellano, genau wie in Deutschland Hochdeutsch.
Wer hat denn gefordert, dass man mit dem römischen Gruß und spanischen Flaggen durch Barcelona zieht? Wo nehmen Sie das her?
VOX ist nicht gegen Frauenrechte, sondern VOX ist gegen jede Art von Gewalt, nicht nur Gewalt gegen Frauen. Was sollte daran falsch sein?

@10:06 von Sparer: VOX, AfD, LEGA &Co

"mittelfristig drohen durch die Stärke der AFD und die Weigerung der anderen Parteien, mit dieser zu koalieren, auch bei Bundestagswahlen bei uns solche Patt-Situationen."

Die Wahrscheinlichkeit ist doch eher gering. Das Potentail rechtsextremer Parteien liegt je nach Land im Großen und Ganzen bei max. 20% eher darunter.
Ab und zu (siehe Italien) gibt es für Rechtsextremisten mal einen kurzen Aufwind, aber spätestens, wenn sie in Regierungsverantwortung kommen, ist es damit ganz schnell wieder vorbei, weil die Menschen dann merken, dass Rechtsextremisten ihr Leben eben nicht verbessern, sondern verschlechtern.

In Deutschland haben die Rechtsextremisten nur im Osten eine größere Wählerschaft hinter sich. Im Westen, siehe Demo in Bielefeld und Bürgermeisterwahl in Hannover, haben Rechtsextremisten eher nichts zu melden und nur örtlich begrenzt (siehe einige Flecken mit AfD Ergebnissen um 15%) Erfolge.

@09:17 tias

Wenn Sie bei den Tatsachen bleiben wollen, dann sollten Sie nicht verschweigen, dass Vox an alte faschistische Franco-Zeiten anknüpfen will und den Katalonien-Konflikt dafür nur als Schmiermittel instrumentalisiert - so wie unsere Rechtspopulisten auch ihr Lieblingsschmiermittelthema haben. Wie bei uns die afd hat Vox weder Vorschläge für Arbeitsmarktpolitik noch für soziale Sicherheit, aber an Gefühle appelliert niemand so strategisch effektiv wie die Vox-Rechtspopulisten unter Santiago Abascal. Und noch eine Parallele: Die Wahlparty von Vox fand unter Ausschluss eines Teils der spanischen Presse statt. "Pressefreiheit? Definieren wie selbst; wir sind so frei..." Ein ZEIT-Bericht formulierte schon im April (tinyurl.com/ygcndcho):
Vox hat kein politisches Programm, sondern nur ein mythologisches. Ihre politischen Forderungen sind nicht realisierbar, weil sie in offenem Widerspruch zur spanischen Verfassung stehen und am Grundkonsens der spanischen Gesellschaft rütteln.

@10:23 von Paco: Keine Nazi Vergangenheit in Spanien

"Spanien ist nicht Deutschland, hier sind die Leute stolz Spanier zu sein, hier gibt es keine Nazivergangenheit, wo sich jeder überlegt überhaupt das Wort Deutschland in den Mund zu nehmen, ohne als Nazi diffamiert zu werden."

Die Franco-Ära war keine Nazi-Zeit?
Sind die Spanier stolz auf die Franco-Diktatur?
Ist mir da irgendwas entgangen?

8:25 Bernd39

"Ist Separatismus abhängig von der politischen Himmelsrichtung?"
Ein klares Ja.
Es gibt gute Separatisten und andere Separatisten.
Und was dem einen seine Terroristen sind dem anderen seine Freiheitskämpfer oder Aktivisten. Kann auch wechseln.

@digitaler Fußabdruck 9.39

Den Rattenfänger zu zitieren heißt nicht, dessen Opfer als Ratten zu bezeichnen. Wenn Sie die Geschichte kennen, dann wissen Sie auch, dass er mit seinen Floetentoenen Kinder betörte und nicht Ratten. Die rechten Parteien versprechen einfachste Lösungen für komplexe Probleme und fangen damit Wählerstimmen. Gerne berufen sich rechte Parteien und deren Anhänger auf demokratische Rechte für sich, haben jedoch keine Skrupel, auszugrenzen und Andersdenkenden diese Rechte abzusprechen. Man denke nur an Zitate von AfD-Repraesentanten, etwa den "Kulturbetrieb entsiffen" zu wollen. Meinetwegen sollen Leute solche Parteien wählen, noch habe ich aber auch das Recht, dies zu kritisieren, ohne als Antidemokrat bezeichnet zu werden. Auch vertreten so manche Rechte Standpunkte, die in meinen Augen alles andere als demokratisch sind, und nicht jede gewählte Partei ist demokratisch. Auch Hitler kam letzten Endes durch Wahlen an die Macht.

re bernd39

"Ist also Separatismus abhängig von der politischen Himmelsrichtung? Ein weiterer Baustein zum inneren Zerfall der EU."

Man werfe einfach Katalonien und das Kosovo in den großen Topf Separatismus und glaubt, jetzt käme ein Eintopf heraus?

Es sind zwei unterschiedliche Fälle mit unterschiedlichen historischen, juristischen und ethnischen Komponenten.

Alles ganz simpel sehen es nur Populisten.

um 10:33 von GeMe

>>"In Deutschland haben die Rechtsextremisten nur im Osten eine größere Wählerschaft hinter sich. Im Westen, siehe Demo in Bielefeld und Bürgermeisterwahl in Hannover, haben Rechtsextremisten eher nichts zu melden und nur örtlich begrenzt (siehe einige Flecken mit AfD Ergebnissen um 15%) Erfolge."<<

Zur Erinnerung, unsere gute AfD sitzt mittlerweile in allen Landesparlamenten und auch der kleine jüngste Achtungserfolg in Thüringen lassen weiter hoffen.

@10:37 GeMe

Da ist Ihnen nichts entgangen: Aber wie bei uns völkisch-nationalistische Rechtsextreme eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" fordern, ein Holocaust-Mahnmal als Schande diffamieren und von der Nazi-Diktatur als "Vogelschiss der Geschichte" fabulieren, gibt es eben auch in Spanien neofaschistische Bestrebungen, die Franco-Diktatur zu verharmlosen und Franco zu glorifizieren. Das ist - gelinde gesagt - beunruhigend.

um 10:06 von Sparer

>>"mittelfristig drohen durch die Stärke der AFD und die Weigerung der anderen Parteien, mit dieser zu koalieren, auch bei Bundestagswahlen bei uns solche Patt-Situationen..."<<

Das denke ich auch und die sogenannten "Etablierten" (ist mittlerweile denn unsere glorreiche AfD nicht auch "etabliert"?) werden nicht umhin kommen mit der AfD zu koalieren und hier sehe ich in erster Linie die Soft-Linksparteien CSU/CDU. Auf den Landesebenen sind erste Zusammenarbeitsbeziehungen am gedeihen wogegen sich Berlin (noch?) energisch stäubt denn man will ja nicht sein Gesicht verlieren (Berlin) und der in oder andere ewig gestrige AfD-Politikergegener ist noch von persönlichen Eitelkeiten geprägt. Auf der Landesebene sind die Parteien Sachzwängen ausgesetzt und hier ist deshalb eine etwaige Zusammenarbeit notwendig und ratsam wenn es im Sinne der Sache ist? Und wenn diese Zusammenabriet fruchtet, wird sich Berlin immer weniger Koalitionsbestrebungen entgegensetzen.

Bitte was?

Die Tatsache, dass es kein Unrechtsbewustsein bei vielen Spaniern bezueglich Nazivergangenheit gibt, heist noch lange nicht, dass es diese Vergangenheit nicht gibt.
Franco ist erst durch die Hilfe Hitlers zu dem geworden, was er war.
Viele Spanier und nicht nur Basken und Katalanen, sind in deutsche KZ - Einrichtungen deportiert worden.
Aber das wird in Spanien immer wieder verschwiegen.
Und "VIVA EL REY"???. Da haben sie den besten Beweis - eingesetzt vom faschistischen Oberbefehlshaber und bis heute im Amt.
Und solange die Spanier nicht rufen "VIVA LA DEMOCRACIA" sind sie fuer mich fehl am Platz in einer demokratischen EU.

re eine-anmerkung

" um 10:33 von GeMe

>>"In Deutschland haben die Rechtsextremisten nur im Osten eine größere Wählerschaft hinter sich. Im Westen, siehe Demo in Bielefeld und Bürgermeisterwahl in Hannover, haben Rechtsextremisten eher nichts zu melden und nur örtlich begrenzt (siehe einige Flecken mit AfD Ergebnissen um 15%) Erfolge."<<

Zur Erinnerung, unsere gute AfD sitzt mittlerweile in allen Landesparlamenten und auch der kleine jüngste Achtungserfolg in Thüringen lassen weiter hoffen."

Ihre "Erinnerung" ist ein fader Versuch davon abzulenken, dass Ihre gute AfD noch in keiner bundesweiten Umfrage wesentlich über 15% hinausgekommen ist.

Wer im Jahr 2019

Wer im Jahr 2019 Homosexualität als Krankheit bezeichnet und freie Medien beschränken will, kann mit Fug und Recht als Gegner einer offenen demokratischen Gesellschaft bezeichnet werden. In Spanien übernimmt Vox diese unrühmliche Rolle.
Einerseits waren sie - Seit an Seit mit den alten Franco-Faschisten - gegen die Exhumierung des Diktators, andererseits exhumieren sie eben im politischen Kampf viele seiner Haltungen und Vorstellungen und stellten entsprechende Kandidaten auf. Das ist besorgniserregend, denn jahrzehntelang war Spanien davor gefeit.

Ist doch einfach nicht war

VOX hat sich eindeutig dafuer ausgesprochen, dass Gewalt gegen Frauen wenn diese unter Alkoholeinfluss passiert, anders (milder) zu bewerten sei.
VOX ist Fremdenfeindlich,
VOX will Parteien verbieten,
VOX will die Versammlungs und Redefreiheit verbieten,

Und die Anhaenger von VOX zelebrieren mit "A POR ELLOS" was so viel heisst wie "Auf sie mit Gebruell."
Alles sehr demokratische Eigenschaften ...

10:45 karwandler

"Es sind unterschiedliche Fälle...."

Und wer entscheidet wie die unterschiedlichen Fälle gehandhabt werden?

re jukep

"10:45 karwandler

"Es sind unterschiedliche Fälle...."

Und wer entscheidet wie die unterschiedlichen Fälle gehandhabt werden?"

Was für eine Antwort erwarten Sie - der liebe Gott?

Baptiste @tias

von links kommt.
Allerdings bin ich weit davon entfernt, jeden Linken zu stigmatisieren.
Vorsichtig bin ich schon.
Und die Überlegenheit des Sozialismus durfte ich über 70 Jahre lang als Zeitzeuge beobachten.

RE Dann sind wir uns ja einig Teile und herrsche was mit Populismus Grün ,Ökopopulismus zur Zeit betrieben wird ist die Gefahr der Zukunft. Ein Teil der Bevölkerung als Rattenfänger zu bezeichnen geht gar nicht. Demokratie sieht anders aus.

rer Truman Welt

@ Am 11. November 2019 um 09:44 von Digitaler Fußabdruck

Dann frage ich Sie bspw.: wie bewegen Sie sich in Urlaub, wie zahlen sie im Ausland, welche Währung benutzen sie bequem innerhalb der EU, wie kommunizieren Sie (mit der Welt)???
Alles Selbstverständlichkeiten, die wir technisch wie wirtschaftlich nur in der Lage sind zu nutzen, weil wir vernetzt, globalisiert sind. Das alles nutzen wir alle und nehmen das als Selbstverständlichkeit. Die "Nebenwirkungen" wollen wir dann allerdings so nicht. Nein, da wollen wir in unserem Dorf hocken und unter uns bleiben. Hm, tja, irgendwie funktioniert das so aber leider nicht. Wir nehmen gerne alle Vorteile, und für die Nachteile sind "die da oben" schuldig und natürlich die Flüchtlinge oder so. Nein, Entwicklung heißt intelligentere Lösungen finden. Dazu müssen wir uns auch emotional weitentwickeln und nicht nach der Devise verfahren:"So willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein!" So "einfach" geht es nicht!

@ Tada (09:03)

"Gibt es Untersuchungen dazu, ob die wachsende Lücke zwischen Arm und Reich dazu beiträgt auch politisch sicher Spaltungen zu verursachen? Oder umgekehrt oder ob es korreliert?"
------
Eine "Lücke zwischen Arm und Reich" gibt es seit Jahrtausenden. Wer eine (wissenschaftliche) Untersuchung zu den polit. Auswirkungen benötigt, kriegt da genug zu lesen (siehe Unibibliotheken und so ...).
Untersuchungen haben aber keine polit. Relevanz (für die Armen; Auswirkung gleich Null). Die Spaltung (Lücke) ist allgemein akzeptiert. Manchmal ist das Verständnis der Armen schwieriger zu erhalten, aber insgesamt kömmen die Reichen ganz gut damit zurecht. Diese benutzen solche Studien schon, damit sie besser wissen wie das mit der Lücke für sie gut geht.
Zu Ihrer defekten Waschmaschine: ich hatte mal eine gebrauchte WM, die war schon über 15 Jahre alt und ich habe sie noch weitere 12 oder 15 Jahre problemlos genutzt (fing an zu rosten- sonst tiptop). WMs halten nicht mehr so lange. Wegen o. g. "Lücke"!

11:16 karwandler

"Was für eine Antwort erwarten sie - der liebe Gott?"

Nein der hält sich schlauerweise raus.

Ich denke es liegt meistens im Auge des Betrachters und der geopolitischen Interessen diverser Mitspieler.

re jukep

"Ich denke es liegt meistens im Auge des Betrachters und der geopolitischen Interessen diverser Mitspieler.

Dann führen Sie Ihre Frage nach einem "Entscheider" selbst ad absurdum.

Tja, wenn parteien zu sehr

Tja, wenn parteien zu sehr mittelinks politik machen, obwohl die meisten wähler gerne rechts oder links hätten, ist ein niedergang der altparteien völlig normal. I h wüsste nicht, was es da in ejner demokratie zu nölen gibt.
" Äääääh, der Wähler ist doof, der will nicht, was ich anbiete" ? Wenns so weit kommt, können wir uns wahlen schenken.
Noch entscheidet das volk selbst, was es will. Und wenn das linke oder afd ist, hat man das zu akzeptieren und zu respektieren.

Clickbait

@Redaktion: Könnt Ihr in die Kurz-Darstellung des Artikels:
"Spanien hat zum zweiten Mal in diesem Jahr gewählt - doch die Dauerkrise ist damit nicht beendet. Denn die Sozialisten konnten sich nicht verbessern. Der wahre Gewinner ist eine andere Partei."
nicht auch dazuschreiben, wer denn diese "andere Partei ist"? Einfach:
"Der wahre Gewinner ist die rechtsgerichtete Vox."
oder so?
Die Tagesschau finanziert sich über die Rundfunkabgabe und ist damit nun wahrlich nicht auf Clickbaiting angewiesen. Das ist nicht Ausdruck von seriösem Journalismus.
Vielleicht sollte man Leitungsfunktionen eher nicht mit Leuten besetzen, die vorher bei Buzzfeed gelernt haben, wie anständiger Journalismus nicht gemacht wird...?

3 Anmerkungen zu den Berichten

Erstens finde ich es bedenklich, dass viel über Vox, aber nix über die anderen berichtet wird. Genaue Informationen bekommt man bei TVE, nicht bei ARD.
Zweitens fehlt der Bezug zur franquistischen Geschichte. Viva Espana war Francos Schlacht - Ruf, viva la muerte der andere. Hunderttausende Tote waren die Folge dieses Putsches - der illegal war, gegen die Republik, anders als in Deutschland, wo der Nazi Hitler legal an die Macht kam.
Drittens: Es gilt immer noch die im wesentlichen franquistische Verfassung.

Ganz offenbar

haben die teils gewalttätigen Ausschreitungen der intoleranten katalanischen Separatisten der VOX kräftig in die Karten gespielt. Ein Bärendienst für Spanien! Jetzt muss es gelingen, eine Regierung der Vernunft, die handlungsfähig und stabil ist zu bilden. Auch wenn dazu Gräben zu überwinden sind. Was ist eigentlich mit den Ciudadanos? Vielleicht wären die noch in der Lage, Gespräche zu moderieren zwischen den Parteien der Mitte.

Mit guten Bündnissen Rechtsradikale ausschließen

Österreich hat es vorgemacht: Gut ist, wenn sich Parteien zusammenschließen und Rechtsradikale ausschließen. In Österreich wird die grüne Beteiligung sicher positive Früchte tragen und ähnlich verlässliche Konstellationen wünsche ich Spanien auch.
Hierzulande träumen ja kriminelle Neonazis davon, dass die CDU mit ihnen sprechen müsse. Angesichts des Mordes an Walter Lübcke durch einen Neonazi, halte ich das für ausgeschlossen und ringt mir große Respekt und Anerkennung für die CDU ab. Blaubraune Neonazis sind gänzlich ungeeignet ein Land mit Menschen vielerlei Herkunft zu führen und das gilt sowohl in Spanien als auch in Deutschland. Für ganz Europa muss gelten, dass Neonazis und Rassisten per Definition schon gar keine Daseinsberechtigung haben.

"Rechtsruck" ist eine oberflächliche, undifferenzierte ...

... unf faktisch falsche Beschreibung des Wahlergebnisses in Spanien.

Schaut man sich die Ergebnisse der beiden Lager "links" und "rechts" (was schon Holzschnitt ist) an, so stellt man fest, dass es zwischen ihnen kaum Verschiebungen gab. Von der April- zur Novemberwahl hat sich das Ergebnis von PSOE, Podemos/UP und Mas Pais marginal erhöht, von 42,99 % auf 43,1 %.

Auf der Rechten ging das Ergebnis marginal von 42,81 % auf 42,7 % zurück.

Die gravierendste Verschiebung gab es innerhalb des rechten Blocks, weil die PP und Vox die rechtsliberalen Ciudadanos kannibalisiert haben. Letztere waren einst die große Hoffnung darauf, dass sie die Block(ade)bildung zwischen den Lagern durch Koalitionsbereitschaft auflösen könnten. Das haben sie versiebt und wurden dafür mit dem Verlust von fast zwei Dritteln ihrer Wähler abgestraft.

Keiner der Blöcke kann eine Regierung bilden und die Regionalparteien stehen dafür nicht ohne "Preis" zur Verfügung.

Vox ist eine Kraft, die sich in der franquistischen Tradition ..

... Spaniens verortet.

Auf ihren Veranstaltungen ist der mit der erhobenen rechten Hand gezeigte Faschistengruß häufig zu sehen und ihre Anhänger sehen in dem Generalissimo Franco die größte geistig-politische Inspiration. Rückwärtsgewandt, frauen- und emanzipationsfeindlich, autonomie-feindlich, mit dem Spanienbild des Stierkampfes statt dem der Moderne mit Laptop, Hightech und Weltoffenheit verbunden.

Typisch für das Milieu ist, dass man es eher an der Praxis von Äußerungen und Habitus als am veröffentlichten "Programm" festmachen kann.

Der Hauptgrund für das Erstarken von Vox ist die Katalonienkrise, zumal das Thema Migration in der Wahrnehmung der Spanier deutlich nach hinten gerückt ist.

Unter Franco und seinem Zentralstaat wurde der Föderalismus und die Autonomie der Regionen mit brutalen Mitteln bekämpft. Nach dieser Zeit sehnt sich die Klientel von Vox zurück und beschert ihr besagte 15 %.

@Jean-Baptiste, 10.23h

Vielen Dank für Ihre Antworten.
Es ist erbaulich, sich mit jemanden auszutauschen, der nicht auf der Unfehlbarkeit seiner Ideologie beharrt und anderen Argumenten und Betrachtungsweisen zugänglich ist.
Ich muss jetzt leider weg.
Ihnen wünsche ich einen schönen Tag.

2019 um 10:06 von Sparer

für die stärkste Partei (wie in Gr), oder ganz undemokratisch durch den Ausschluss von Parteien, mit denen keine andere koalieren will, 

RE oder manche haben die Demokratie nicht verstanden !
Ok nach ihrer Meinung muss also die grüne Raus die haben ja zur Zeit Stimmenverlust ! Oder entscheiden Sie welche raus müssen .Dachte die Zeiten sind vorbei und die Leute haben Demokratische Bildung .

Die Wahlergebnisse ...

........................April......November

PSOE.............28,67.....28,0
MAS PAIS........0,00.......2,3
Podemos..... 14,32.....12,8
Summe.........42,99.....43,1

PP...................16,69.....20,8
VOX...............10,26.....15,1
Ciudadanos 15,86.......6,8
Summe ........42,81.....42,7

zeigen vor allem eines:

Die politische Landschaft Spaniens ist stärker segmentiert als noch im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrunderts, als PSOE und PP noch Wahlergebnisse von 40+% erreicht haben.

Das ist die Realität einer pluralistischen Gesellschaft. Scharfes Profil bei Programmen, mit denen man in den Wahlkampf zieht und gleichzeitig Kompromissbereitschaft, wenn es um die Umsetzung der Entscheidung des Wählers geht, ist keine Anomalie sondern die Essenz der Demokratie.

Die "Homogenität" des hinter einer Führung versammelten "Volkskörpers" ist eine demokratieferne Erzählung des Populismus abseits der Realität.

Auch das erfahren die Spanier gerade.

09:06 von Tada

<< @andererseits

" Geschichte wiederholt sich nicht."

Natürlich wiederholt sich die Geschichte.

Die Menschen sind dieselben geblieben. <<

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Nicht einmal Sie selber sind im Laufe dieser Diskussion derselbe Mensch geblieben.

Aber wer das nicht erkennen kann, der kann das nicht erkennen. ;-)

Schlimm, wenn Papa oder Mama ihrem Kind erzählt, dass es immer das Gleiche bleiben wird und sich jeden Tag nur wiederholt.

Es gibt kein einziges geschichtliches Ereignis, das sich jemals wiederholt hat.
Und niemand hat das Gegenteil je beweisen können.

Nur eine große Koalition aus PSOE und PP hätte eine ...

... ausreichende Zahl von Mandaten für eine Regierungsbildung.

Aber die beiden "Großen" werden von ihren jeweils ideologisch schärfer positionierten "Lager-Begleitern" festgehalten.

Bewegt sich die PP auf die PSOE zu, muss sie damit rechnen, dass ihr der Anhang in Richtung Vox abhanden kommt.

Die PSOE muss umgekehrt Verluste an Podemos befürchten, wenn sie mit der PP koaliert.

Eine Koalition der "Vielheit" unter Einbeziehung der Regionalparteien wäre nur der PSOE möglich, aber

a) wäre das eine schwer steuerbare Koalition

b) würde das ihre "spanisch-gesinnten" Anhänger in Katalonien verprellen.

Umso mehr müssen die Ciudadanos die Verantwortung dafür übernehmen, eine lagerübergreifende Option verspielt zu haben, als sie rechnersich noch Sinn machte.

Nun gleicht eine Regierungsbildung der Lösung der Quadratur des Kreises.

Die PP wird ihren "rechten Schatten" nicht mehr so einfach ...

... los werden. Vox ist die Loslösung des franquistischen Flügels der PP, den letztere über Jahre in ihren Reihen geduldet hat.

Die Franco-Diktatur ist - anders als der Nationalsozialismus in Deutschland und der Faschismus in Italien - nicht militärisch besiegt worden und zusammen gebrochen, sondern über eine "Transformationsperiode" in die Demokratie überführt worden.

Der Preis dafür war, dass die Verbrechen der Diktatur nie richtig aufgearbeitet und
Verantwortliche nicht zur Rechenschaft gezogen wurden und es keinen offenen gesellschaftlichen Diskurs über die Zeit der spanischen Spielart des Faschismus gab.

Deswegen wurden Relikte des Franquismus in Gesetzgebung, Polizei, Militär, Jusitz, Politik, Gesellschaft und Kultur nur langsam entfernt.

Die PP kann man als schwaches "Verdienst" zu rechnen, dass sie den Franquismus unter Kontrolle hielt und am Schädigen der Demokratie hinderte.

Mit dem Entstehen von Vox aus dem Fleisch der PP feiert er nun eine Wiederbelebung.

Ohne den Machismo von Sanchez und

seiner politische Blindheit hätte es nach den vorherigen Wahlen eine Koalition von PSOE und UP geben können. Dazu war Sanchez nur unter erniedrigenden Bedingungen für die UP bereit: kein Eintritt des Parteiführers Iglesias in die Regierung, nur zwei Ministerposten und keinen sehr wichtigen für eine Partei, die halb soviel Stimmen wie die PSOE erreichte. Vergleichbar wäre es, wenn Schröder 1998 nur eine Koalitionsregierung ohne Fischer und nur mit einem grünen Ministerposten gefordert hätte.

Spanische

Spanische Parlamentarier/Parteien müssen lernen Koalitionen einzugehen. Sie könnten sich ein Beispiel an Österreich nehmen.

@ Cosmopolitan_Citizen

"Nun gleicht eine Regierungsbildung der Lösung der Quadratur des Kreises."
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...es sei den, die Zentralregierung, bzw. PSOE, nimmt eine aktive und nachvollziehbare Haltung zum Separatismus ein; übernimmt das Heft des Handelns - mit allen Konsequenzen und akzeptiert ihre historische Rolle. Was spätestens nach den nächsten Regionalwahlen (Katalonien) erforderlich werden wird. Die Hängepartie wird nur Vox und die Separatisten nutzen.

Die meisten Beiträge zur Spanien-Wahl

dokumentieren hier eine ausgezeichnete Kenntnis der Verhältnisse in diesem Land.
VOX bleibt hoffentlich nur eine vorübergehende Mode, die wir den Separatisten in Katalonien verdanken. Sollte diese Partei jemals Regierungsverantwortung übernehmen, wird sie versuchen, unsere Grundrechte und damit den Rechtsstaat auszuhöhlen. Die altbekannten Parteien der Mitte sind nicht perfekt, aber sie bewahren uns vor populistischen Experimenten von rechts und links.

Es wird wohl nur gehen

wenn PSOE und PP über ihren Schatten springen und Gräben überwinden, um die Blockade zu beenden. Mit den unsicheren Kantonisten der Separatistenpartei oder Populisten an den Rändern ist kein Staat zu machen oder zu führen. Die Blockade nützt nur denen oder den katalanischen Nationalisten

@ Werner40

Spanische Parlamentarier/Parteien müssen lernen Koalitionen einzugehen. Sie könnten sich ein Beispiel an Österreich nehmen.

Sie meinen wahrscheinlich ein abschreckendes Beispiel?

Aufwachen.

Guten Abend,
allen die hier etwas von einer großen Koalition faseln,begreifen zwei Dinge nicht:
Die PP ist nicht ,wie Teile der CDU aus dem Ahlener Programm teilweise aus dem Wiederstand entstanden ,sondern hat die Francoanhaenger aufgesogen.Sie ist auch neoliberal in Steuer -und .
Wirtschaftspolitik.
Die Sozialisten sind es nicht.
Die territoriale Fraktur existiert historisch seit langem ,und die Regionen und Gemeinden haben voellig verschiedene Ansaetze und eine voellig verschiedene Geschichte.
Die Katalanen werden nie nachgeben ,und sie haben Recht!
Europa -und Sanchez haben jetzt die Chance aus Ihren Fehlern zu lernen ,und eine linke Regierung zu foerdern ,bzw.den Autonomieanhaengern politischen Spielraum zu geben.
Sonst wird das irgendwann mal im Buergerkrieg enden!

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