Kommentare

@teachers voice

">>Das eine denken und etwas anderes sagen, konnte man in der DDR. Das wusste man auch.<<

Für mich ein Schlüsselsatz."

Da haben Sie völlig recht. Ich war zur Maueröffnung noch ziemlich jung (noch keine 15 Jahre alt), aber diese Schizophrenie habe auch ich als sehr seltsam empfunden. Sie gehörte zwar zur DDR-Sozialisation dazu, aber seltsam war sie doch ...

Peinlich

Mir ist im Vorgängerthread ein peinlicher Fehler passiert.
Habe die Reichsprogromnacht auf 1989 datiert und nicht auf 1938.

12:11, DrBeyer @teachers voice 11:21, Vorgängerthread

>>Vielen Dank für Ihren Beitrag!
Wahrscheinlich liegen Sie damit sogar richtig, aber trotzdem kann ich bis heute nicht verstehen (vielleicht schaffe ich es auch nie), wie man die wirklich fundamentalen Unterschiede zwischen damals und heute so negieren kann, dass man die Systeme gleichsetzt.Vor allem, wenn man (wie z.B. ich) dort gelebt hat und die Unterschiede hautnah erleben konnte.<<

Erst einmal möchte ich mich Ihrem Dank an the teach anschließen.

Ich verstehe es auch nicht wirklich. Ich kann mich allerdings erinnern, daß mir bei meinen Besuchen in der DDR in den 70ern und 80ern auffiel, wie sehr dort das bundesrepublikanische System idealisiert wurde. Die BRD war das Land, wo Milch und Honig floss, die Schattenseiten des Landes wollten viele DDR-Bürger nicht sehen. Arbeitslosigkeit, Armut, Obdachlosigkeit, der Radikalenerlass, alles solche Sachen, von denen viele meiner DDR-Gesprächspartner absolut nichts hören wollten.

Umso größer war dann natürlich später die Enttäuschung.

Man sollte bei aller Freude auch eine Person

nicht vergessen.
Ein Nichtdeutscher, der seinenTeil dazu beigetragen hat,
dass keine 'chinesische Lösung' stattfand:
Michail Gorbatschow

Und das beantwortet zugleich die Frage von krittkritt aus dem Vorgängerthread:
"Warum hielt RU still und ebenfalls die DDR-Volkspolizei?"

Einfach mal das Interview von Gorbatschow in der heutigen Frankfurter Rundschau lesen.

Da steht die Antwort. Und einige Kader in der SED kannten sie.
Eine Lösung a la China (Tian Men) wurde von Russland NICHT unterstützt.

In diesem Fall war die offiziell immer noch gültige 'Breschnew-Doktrin'
mal auch zu etwas gut.

Wiedervereinigung

Das Wiedervereinigungsgesülze ist mehr als peinlich:
Dreißig Jahre danach ist Deutschland gespaltener als vor der Wende.
Die sog. Wiedervereinigung ist schlichtweg gescheitert.
1952 bot uns die SU die Wiedervereinigung an.
Diese wurde von Adenauer abgelehnt. Damals hätte es noch funktioniert, aber nicht mehr 1989.

Was für ein Tag, welche Erinnerungen

Wie so viele weiß auch ich, was damals war. Meine Großmutter kam 1963 auf nie erzählten Wegen aus Köpenick zu uns nach Süddeutschland (weswegen wir an der Zonen-Grenze immer lange angehalten wurden), mit wenigen Ost-Verwandten von Freunden feierten wir im August 89 die Einschulung ihrer Zwillinge - und am 10.11. standen endlich alle der Familie vor der Tür. Ein unvergleichliches Weihnachten (ich war jeweils eingeladen) folgte. Mein halbes Leben ohne Mauer - bei mir ist bei jeder Fahrt in den Osten Gänsehaut dabei. Freude über die friedliche Revolution aber immer wieder auch Bedauern über die, die zwar viele der neuen Errungenschaften (Freiheit in vielen Bereichen) gerne nehmen, der Diktatur aber mE dennoch nicht den Rücken kehren wollen, ihr nachtrauern. Später die vielen Begegnungen mit Kollegen oder bei Besuchen - meine Freude über diesen Umbruch, meine Dankbarkeit für die seinerzeitigen Mitwirkenden ist GRENZENLOS.

12:45 von fathaland slim

Arbeitslosigkeit, Armut, Obdachlosigkeit, der Radikalenerlass,
.
Arbeitslosigkeit => besser sinnlos als arbeitslos !
Armut ? was gab es an Sozialhilfe im Westen - was war der Gehalt in der DDR
Obdachlosigkeit => was musste man im Osten tun um ne Wohnung zu bekommen ?
heiraten !
Radikalenerlass was war das Gegenstück im Osten
vielleicht die freie Meinungsäußerung
und wer durfte studieren ?

also man sollte auch da fair sein !
als unzufriedener BRD Bürger hätte man ja immerhin die Option gehabt in die DDR zu gehen
als DDR Bürger gab es da ne Option ?

@fathaland slim

"Die BRD war das Land, wo Milch und Honig floss"

Da ist viel dran. Den Geruch von "Westpaketen" wird kaum ein DDR-Bürger, der das Glück hatte, immer mal wieder welche zu bekommen, so schnell vergessen. Ich schaffe es jedenfalls auch nach 30 Jahren noch, diesen Geruch hervorzuholen, und ich kenne genug Leute, denen es ähnlich geht.
Und es stimmt - dieser Geruch ist in der Tat verbunden mit einem diffusen Gefühl von "gelobtem Land".

Vielleicht habe ich auch einfach Glück mit meinen Eltern und meiner großen Schwester gehabt, die alle nach der Wende zu kämpfen hatten, sich aber nicht unterkriegen ließen.
Und so konnte ich noch während ein paar sorgenloser Endkindheitsjahre beobachten, dass auch das neue Land nicht perfekt war, und lernen, dass es auf eine viel freiere Art nicht perfekt ist.

@Sisyphos3 13:03

Mir ist nicht ganz klar, was Sie mit Ihrem Beitrag eigentlich genau sagen wollen, aber ich glaube, Sie haben fathaland slim falsch verstanden.
Er wollte in keiner Weise die DDR glorifizieren o.ä., sondern darauf aufmerksam machen, dass die BRD vor der Wende von vielen Ostdeutschen durch die rosarote Brille betrachtet wurde, eine Brille, die die Schattenseiten ausblendet, die es selbstverständlich auch in der BRD gab und gibt.

13:10, DrBeyer

>>Vielleicht habe ich auch einfach Glück mit meinen Eltern und meiner großen Schwester gehabt, die alle nach der Wende zu kämpfen hatten, sich aber nicht unterkriegen ließen.
Und so konnte ich noch während ein paar sorgenloser Endkindheitsjahre beobachten, dass auch das neue Land nicht perfekt war, und lernen, dass es auf eine viel freiere Art nicht perfekt ist.<<

Man kann wohl wirklich sagen, Sie hatten großes Glück.

Und vor allem aber auch den Verstand, um es zu würdigen und um zu verstehen.

Auf eine viel freiere Art nicht perfekt.

Was für eine wundervolle Beschreibung.

Die Sturheit überwinden

@ Bigbirl:
Das Wiedervereinigungsgesülze ist mehr als peinlich: Dreißig Jahre danach ist Deutschland gespaltener als vor der Wende.

Das kann nur jemand sagen, der noch nie von Unter den Linden kommend vorbei am Pariser Platz durch das Brandenburger Tor Richtung Tiergarten geschlendert ist.
Die Mauer ist weg, jetzt überwinden wir noch die Mauer und Frustration in unseren Köpfen.

Und ich sage es auch hier heute noch und werde...

...werde meine Meinung dazu auch nicht mehr ändern.
Der Mauerfall am 09.11.1989 und die Wiedervereinigung am 03.10.1990 waren überwältigend und vor allem richtig.

---

Ein großer Tag und ein noch größerer ein Jahr später.
Ein großer Dank an die damaligen Ostdeutschen, die es gewagt haben friedlichen Widerstand zu leisten und somit die DDR als System der Einengung und auch teils des Unrechts zu Fall zu bringen.

P.S.:
Das soll nicht bedeuten, daß ich alles aus der DDR verfluche.
Aber das System war kein sozialistisches System, wie man es sich in der Theorie gut vorstellen kann sondern ein Staat in der die meisten Bürger eben nicht frei waren bzw. frei handeln konnten.

@12:56 Bigbirl

Da widerspreche ich Ihnen entschieden; auch den verhöhnenden Begriff "Wiedervereinigungsgesülze" finde ich äußerst unangemessen: Die Wiedervereinigung hat unserem Land gut getan, im Osten wie im Westen; ein menschenverachtendes undemokratisches Bespitzelungs- und Gängelungssystem kam an sein Ende. Ergebnis waren Meinungsfreiheit, Reisefreiheit, Parteienvielfalt, Pluralismus, freie Berufs- und Studienwahl... Die ersten Begriffe einer langen Liste... Unter 30jährige verstehen das Gerede (um nicht "Gesülze" zu verwenden) von "Ost und West" eh zum großen Teil nicht mehr.
Es gibt Probleme und Herausforderungen für Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur auch noch nach 30 Jahren, ja. Aber wir schaffen das - solange wir völkisch-nationalistische Bestrebungen, die Freiheit und Selbstbestimmung wieder zurückdrängen wollen, im Zaum halten. Das geht, wenn wir die beiden Erinnerung an den 9. November 1989 und 1938 wachhalten und als Auftrag begreifen.

13:18, DrBeyer @Sisyphos3 13:03

Danke, daß Sie meinen Kommentar erklären. Ich hätte es selbst nicht besser gekonnt und wollte es eigentlich auch gar nicht versuchen. Deswegen nochmals meinen ganz herzlichen Dank. Mir fehlt leider oft die Geduld, und ich werde dann leicht ungehalten. Ich muss da noch an mir arbeiten.

Die DDR war nicht in Gänze schlecht

@ Biocreature:
P.S.:
Das soll nicht bedeuten, daß ich alles aus der DDR verfluche.

Nein, die DDR war nicht per se schlecht, ich kann mich an eine schöne Kindheit und viele unvergessliche Momente erinnern.
Mein Großvater schwärmte aber auch immer von dem Sommer an der Ostsee, als er meine Großmutter kennenlente. Es gab also auch Glücksmomente im Dritten Reich.

Die Nazi- und die Stasi-Diktatur lehne ich trotzdem ab.

re fathaland, Dr.Beyer: Richtig gut!

>>Auf eine viel freiere Art nicht perfekt.<<

„Was für eine wundervolle Beschreibung.“

Danke Ihnen Beiden! Gleich zwei großartige Aussagen.
Da macht das Lesen Spass.

Und mehr noch: Es tut richtig gut!

@fathaland slim, 12:45 Uhr

Die BRD war und ist natürlich kein Land, wo Milch und Honig fließt. Ein solches Land gibt es nirgendwo auf der Welt. Aber Deutschland mit Arbeitslosigkeit, Armut, Obdachlosigkeit und Radikalenerlass gleichsetzen zu wollen, entspricht nun sicherlich nicht der Realität. Die Chance in der DDR eine verbünftige Wohnung zu bekommen, war wahrlich keine Selbstverständlichkeit, ganz abgesehen von bestimmLebensmitteln oder Autos. Ein Sozialsystem wie in der BRD, wo jeder zweite Euro in die Sozialkassen fließt, ist ebenfalls keine Selbstverständlichkeit. Die Arbeitslosigkeit bewegt sich auf einem Rekordtief. Die Deutschen sind überwiegend mit ihrer persönlichen Situation zufrieden. Armut finden Sie selbst in den reichsten Staaten, aber die Mär von Flaschen vielen sammelnden Rentnern stimmt einfach nicht.
Und der Radikalenerlass war absolut gerechtfertigt. In der DDR wurden mißliebige Subjekte sehr schnell in Verwahrung genommen, ohne dass diese in der BRD unter den Radikalenerlass gefallen wären

13:03 von Sisyphos3

aber so verklären unsere altsocialisten immer noch ihre brüder und schwestern in der ostzone.

@Bigbirl, 12:56 Uhr - Glücksfall Wiedervereinigung

Die Wiedervereinigung war und ist ein Glücksfall der Deutschen Geschichte. Auch wenn es noch manch Trennendes gibt, kenne ich niemanden, insbesondere nicht aus den neuen Bundesländern, der von einem Scheitern der Wiedervereinigung spricht. Auch sollten wir nicht vergessen, welch ein politischer, finanzieller und sozialer Kraftakt zu leisten war und wie beispielhaft die DDR- Bürger für die Freiheit gekämpft haben. Wir Deutsche haben allen Grund dankbar und stolz auf das Erreichte zu sein, auch wenn es noch einige Baustellen gibt.

@fathaland slim

"Arbeitslosigkeit, Armut, Obdachlosigkeit, der Radikalenerlass, alles solche Sachen, von denen viele meiner DDR-Gesprächspartner absolut nichts hören wollten."

Eine Viertelstunde Nachdenken später kann ich das sogar verstehen: Gut, obdachlos wurde man in der DDR, glaube ich zumindest, nicht, aber arbeitslos (bzw. vollständig sinnfrei beschäftigt, was kein großer Unterschied ist), arm und (ungerechtfertigt so tituliert) radikal konnte man auch in der DDR sein, mit dem großen Unterschied, dass man im Westen in Freiheit arm, in Freiheit arbeitslos und in Freiheit radikal war, während die DDR nun einmal ein Gefängnis war, ein sehr großes und sehr schönes zwar, aber doch ein Gefängnis.

Teilvereinigung

Die sogenannte Wiedervereinigung ist nur ein kleiner Teil der Vereinigung. Wenn ich mir alte Landkarten ansehe, erkenne ich wie groß das deutscsprachige Gebiet einmal war.
Der Kaiser hat mit dem Eintritt in den 1. Weltkrieg den Grundstein gelegt. Die SPD hat zugestimmt. Als Folge dann der 2. Weltkrieg.
Wieder Gebietsverluste und dazu Vertreibung.
Das darf man alles nicht bei den Feierlichkeiten vergessen.
Rückgängig kann man es nicht machen und wir können uns glücklich schätzen, dass wir so lange eine Friedenszeit hatte.

Gorbatschow

Ja, da war doch was. Z. B. die ersten einigermassen freien Wahlen im Juni 89.
Wo? In Polen. Hat die Welt fast vergessen, daß es die Solidarnosc mit ihren über 11 Mio Gewerkschaftern, die über 10 Jahre lang der Sowjetmacht Widerstand, gewesen war, ohne die der tapfere Generalsekretär in den 80ern verloren hätte mit Glasnost/Perestroika.
Das wiederum hat der Befreiungsbewegung in der DDR so viel Mut und Zuversicht gegeben. Gab neulich eine tolle Doku auf arte dazu.

Hallo Herr Steinmeier,

Herr Gorbatschow ist wohl kein Wort wert? Das finde ich außerordentlich bedauerlich.
Wenn es um die Wiedervereinigung geht, wird Herr Kohl genannt. Auch Ronald Reagan mit seinem “Tear down this wall“ wird gerne zitiert. Aber Herr Gorbatschow, dem das heute vereinte Deutschland so vieles zu verdanken hat, wo bleibt der Dank an ihn? Wo die Einladung?
Dafür hat er sein Ansehen in der ehemaligen Sowjetunion/dem heutigen Russland eingebüßt.

re von fathaland slim 13:27

Sie schreiben von dem Bewußtsein vieler dort,von Ihren (richtigen) Beobachtungen bei Besuchen.

Und diese Einstellungen haben später dazu geführt,daß fast alles hingenommen wurde.Treuhandpolitik,Verdrängung durch "Alteigentümer",heute kaum gewerkschaftliche Organisierung und die Entindustrialisierung.

Nicht umsonst wird die Bevölkerung heute dafür von Politikern und Medien "gelobt".

@um 13:27 von fathaland slim

Manchmal lohnt es sich vielleicht auch nicht, was zu erklären. Es gibt ein weisen Satz bei uns:
"Wörter sind nur soviel wert, wie der gegenüber die versteht bzw. aufnehmen kann."
Wenn jemandem die Kapazität fehlt was zu verstehen oder einfach nicht möchte zu verstehen, dann bringt auch die beste Erklärung nichts.

Wunderbare Freiheit

Als ich 10 war, flüchtete unsere Mutter mit meiner Schwester und mir aus Ost-Berlin nach Hamburg. Dort wohnten wir 2 1/2 Jahre in einer Baracke mit 25m2. Dort besuchte uns ein Verwandter aus Wismar (DDR), der wegen Schiffbausachen auch in den Westen reisen durfte. Und der Fragte meine Mutter ganz aufgebracht, warum wir noch keine Teflon-Pfanne hätten.
.
In der DDR habe ich das "Seid bereit!" - "Immer bereit!" gehasst. Aber in Hamburg wurde ich wegen meines Dialektes und der Klamotten ("Ist heute Mülltag?", damals trugen die Müllarbeiter in Hamburg schwarze Korsdanzüge) gehänselt.
.
Es dauert eben, bis man integriert ist. Insgesamt bin ich froh über den Systemwechsel, denn in der DDR wäre ich wohl im Knast gelandet. Allerdings gibt es nun zunehmend Armut, steigende Mieten etc., und da könnte ein kleiner Volksaufstand gegen Leute wie Altmaier, Scheuer, Klöckner und Konsorten nicht schaden, denn das sind ganauso wenig Volksvertreter, wie die Mitglieder des ZK der SED!

Warum denn Gorbatschow erwähnen?

So, wie die Zeit alle Wunden heilt, so vergisst diese auch den Erbauer der
Wiedervereinigung. Es ist die Zeit selber, die alles verdreht und verstellt! Der menschliche Geist hat daran keinen Anteil.

@Adeo60

"Armut finden Sie selbst in den reichsten Staaten, aber die Mär von Flaschen vielen sammelnden Rentnern stimmt einfach nicht.
Und der Radikalenerlass war absolut gerechtfertigt"

Sie laufen Gefahr, hier eine neue Art von "Rentenlüge" salonfähig zu machen, ist aber nicht das Thema hier. Aber man braucht ja nur sehenden Auges durch die Großstadt zu gehen um zu sehen, wer mittlerweile so alles konkurriert im Land der (Schnäppchen) Jäger und (Flaschen) Sammler. Ich hatte übrigens auch so ein "missliebiges Subjekt" als Arbeitskollegen, dessen Verbrechen es war, für die DKP zu kandidieren. Dafür und für vieles andere darf es kein Kritiktabu geben so wie Sie es hier barsch und grob kundtun. Wo kommen wir denn hin?

@um 13:57 von Margareta K.

Ja, da ist was wahres dran.

Am 09. November 2019 um 13:23 von born in stasi-land

" @ Bigbirl:
Das Wiedervereinigungsgesülze ist mehr als peinlich: Dreißig Jahre danach ist Deutschland gespaltener als vor der Wende.

Das kann nur jemand sagen, der noch nie von Unter den Linden kommend vorbei am Pariser Platz durch das Brandenburger Tor Richtung Tiergarten geschlendert ist.
Die Mauer ist weg, jetzt überwinden wir noch die Mauer und Frustration in unseren Köpfen. "

Und und genau hier ist das Problem, der unterschiedlichen Meinungen die oft mehr als Gefühle sind.

Berlin ist nur ein ganz kleiner Teil von den 5 Ländern, sieht man deutlich an den beiden unterschiedlichen Aussagen.

In 2 Generationen ist das verschwunden, dann gibt es keine Zeitzeugen aus der DDR mehr, alles braucht seine Zeit um sich zu verändern.
Die Generation die heute geboren wird, hat das Problem nicht mehr, weil jeglicher Bezug fehlt.

re bigbirl: Wiedervereinigung

>>Das Wiedervereinigungsgesülze ist mehr als peinlich:
Dreißig Jahre danach ist Deutschland gespaltener als vor der Wende.
Die sog. Wiedervereinigung ist schlichtweg gescheitert. 1952 bot uns die SU die Wiedervereinigung an.<<

Vielleicht trauern Sie ein wenig der gescheiterten „Vereinigung“ von SU und DDR nach. Aus dieser Sicht würde sich natürlich die „Wiedervereinigung“ wie ein Stachel anfühlen.
Denn die „DDR“ hatte sich 1989 (1990) nicht nur mit der „BRD“ zu „D“ tatsächlich wiedervereinigt. Nein, sie hatte sich auch explizit vom Sowjetsystem losgesagt. Im Einklang mit Gorbatschow, der dafür von Anhängern alter vermeintlicher Sowjetgröße auch heute noch als „Verräter“ gebrandmarkt wird.

Nein, der wahre Riss besteht heute nicht mehr zwischen Ost- und Westdeutschland. Der wird nach meiner Wahrnehmung bei weitem überbetont.

Sondern deutlich weiter östlich. Vielleicht spüren Sie genau diesen Riss? Das wäre dann ähnlich einem Phantomschmerz.

David Hasselhoff

Der gehört für mich noch unbedingt in die Reihe mit Reagan und Kohl dazu. Sie eint, daß die Mauer trotz ihrer Show oder trotz der aggressiven Polemik, mit der der deutsche Kanzler über viele Jahre lang billig Punkte sammelte, endlich fiel.

13:45, DrBeyer

>>Gut, obdachlos wurde man in der DDR, glaube ich zumindest, nicht, aber arbeitslos (bzw. vollständig sinnfrei beschäftigt, was kein großer Unterschied ist), arm und (ungerechtfertigt so tituliert) radikal konnte man auch in der DDR sein, mit dem großen Unterschied, dass man im Westen in Freiheit arm, in Freiheit arbeitslos und in Freiheit radikal war, während die DDR nun einmal ein Gefängnis war, ein sehr großes und sehr schönes zwar, aber doch ein Gefängnis.<<

Man konnte, im Gegensatz zur BRD, in der DDR nicht ins Bodenlose fallen, wenn man einigermaßen brav und folgsam war.

Aber wehe, man war das nicht.

@Margareta K.

"Herr Gorbatschow ist wohl kein Wort wert? Das finde ich außerordentlich bedauerlich.
Wenn es um die Wiedervereinigung geht, wird Herr Kohl genannt. Auch Ronald Reagan mit seinem “Tear down this wall“ wird gerne zitiert. Aber Herr Gorbatschow, dem das heute vereinte Deutschland so vieles zu verdanken hat, wo bleibt der Dank an ihn? Wo die Einladung?"

Ich möchte Sie bitten, den Artikel noch einmal aufmerksam zu lesen.
Herr Steinmeier hat in seiner Rede offensichtlich den Fokus einmal auf auf eine ganz andere Personengruppe richten wollen, nicht auf die Besatzungsmächte, denen (zu Recht!) bisher immer gedankt worden ist, sondern den Menschen in Polen, CSSR und Ungarn, die in den vergangenen 30 Jahren in dieser Hinsicht vielleicht etwas zu wenig gewürdigt wurden.

Im Artikel finde ich keinen Hinweis darauf, dass Herr Steinmeier zwar Kohl und Reagan, nicht aber Gorbatschow gedankt habe.

Mauerfall-Gedenken?

Es war beispiellos, was 1989 passierte. Der "Fall" der Mauer, richtiger sollte es wohl heißen, die durch die DDR-Bürger erzwungene Öffnung, war ja nur ein Teil einer Reihe von Ereignissen, die mit dem Gorbatschow-Besuch 10/1989 begannen. Eine kurze Zeit lang sah es so aus, als hätten wir wirklich, "hüben wie drüben", die Chance, etwas wirklich Gutes zu schaffen. Was daraus wurde, sehen wir heute.
Auch wenn es ungern gehört wird und sicher absolut gegen den pol. Mainstream ist, sollte man sich an diesem Tag auch mal fragen, warum es in der DDR nicht wie seinerzeit in Rumänien endete. Es stand zeitweise kurz davor.
Und vielleicht ist es nach 30 Jahren, in denen blinder Zorn vielleicht verrauchte, auch mal an der Zeit, den Grenzern, "Unauffälligen" an den Straßenecken und den s.g. "bewaffneten Organen" dafür zu danken, daß sie eben NICHT schossen? Und vielleicht erinnert sich auch der eine oder andere an die toten Grenzer, die auch an der Mauer starben, weil sie vlt. nicht schossen?

Gorbatschow

Man kann noch weiter zurückgehen: Ohne die neue Ostpolitik von Willy Brandt 1972 (von CDU/CSU damals auf das schärfste bekämpft) wäre auch einem Gorbatschow keine Perestroika und Glasnost möglich gewesen. Dass Gorbatschow dann die mögliche Wiedervereinigung eingeleitet hat, ist unzweifelhaft sein Verdienst. Helmut Kohl ist nur insofern "Kanzler der Einheit", weil er gerade Kanzler war, als um ihn herum die Ereignisse ohne sein Zutun ihren Lauf nahmen. Sein Verdienst war dann aber sein Management NACH dem Mauerfall. Da hätte man zwar vieles besser, aber manches auch schlechter machen können.

re Hackonya2: Weisheit und Worte

>>Manchmal lohnt es sich vielleicht auch nicht, was zu erklären. Es gibt ein weisen Satz bei uns:
"Wörter sind nur soviel wert, wie der gegenüber die versteht bzw. aufnehmen kann."<<

Pardon, aber ich halte diesen Satz nicht für besonders weise. Eine solche Ergebnisorientierung (neudeutsch: Outputorientierung) dreht einfach die Verantwortlichkeiten um.
Ich muss immer und immer wieder mir selber und Anderen „erklären“. Für dieses stetige Erklären bin ICH verantwortlich.
Für das Verstehen sind die „Anderen“ verantwortlich. Ganz allein.

Was nichts daran ändert, dass man sich freut, sollte der „Andere“ einen verstanden haben. Aber das weiß man nie ganz sicher.

@ 13:45 Karl Napf

Sie scheinen nichts von einer differenzierten Diskussion und Argumentation zu halten - oder woher kommen Ihre abstrusen Gedanken "... so verklären unsere altsocialisten immer noch ihre brüder und schwestern in der ostzone": In keinem einzigen Beitrag findet sich so ein plumper Unsinn. Warum also posten Sie das statt sich an einem argumentativen Diskurs hier zu beteiligen? An dem Bespitzelungs- und Gängelungsstaat DDR, der seinen Bürger*innen per se misstraute, keine Pluralität und Meinungsfreiheit und keine freie Organisation von Parteien und Gewerkschaften zuließ, gibt es nichts zu verklären. Gleichzeitig lebten unsere "Brüder und Schwestern" auch 30 Jahre einen Alltag in diesem Staat, der übrigens außer in seiner Staatsideologie wenig wirklich sozialistisches hatte. Der 9. November ist die Krönung der Bürgerbewegungen, die den maroden Staat von innen heraus zum Einsturz brachten.

re bigbirl

"Das Wiedervereinigungsgesülze ist mehr als peinlich:
Dreißig Jahre danach ist Deutschland gespaltener als vor der Wende.
Die sog. Wiedervereinigung ist schlichtweg gescheitert."

Noch mehr als peinlich ist es, wenn einer das Ende eines repressiven Unrechtsstaats als Misserfolg bezeichnet.

Ein Gedenktag voller Peinlichkeiten

Es begann schon gestern mit der unerträglichen Hetze gegen Russland und seinen Präsidenten, den Pompeo der deutschen Öffentlichkeit als Inkarnation des Bösen und als Feindbild schlechthin darzustellen versuchte. Jedermann in Deutschland weiß, dass wir die Wiedervereinigung in erster Linie der mutigen Politik Gorbatschows zu verdanken haben, welche die allenthalben - zu Recht -bewunderten Männer und Frauen in den ehemaligen Ostblockstaaten und der DDR ermutigt hat, mit der Forderung nach Veränderungen und Freiheit auf die Straße zu gehen. Die jetzt zu beobachtende Umdeutung der Geschichte dient einzig der Bedienung des Feindbildes eines aggressiven Russlands, demgegenüber mit der "Sprache der Macht" (v.d.L. ) zu begegnen sei. Eine solche Haltung dient nicht dem Frieden und entspricht auch nicht dem Bedürfnis der Völker nach Verständigung. Sie lässt jegliche Einsicht in die eigenen historische Schuld vermissen, welche wir als Deutsche 45 Jahre zu tragen,

@ 13:03 Sisyphos3

Als "unzufriedener BRD Bürger" hatte man die Chance, bei freien Wahlen eine Partei aus einem breiten Sprektrum zu wählen, sich in Parteien, Gewerkschaften, Initiativen und auch Protestbewegungen zu engagieren. Dieser dumme Spruch ("Geh doch rüber!" = Ihre Formulierung: "...die Option gehabt in die DDR zu gehen") kam schon damals von Leuten, denen Meinungsfreiheit und Protest hier oft zu weit gingen und die mit dieser dumpfen Parole eine Diskussion und einen politischen Diskurs eher verhindern wollten.
Man sieht: Manche Phänomene gibt es auch nach über 30 Jahren Mauerfall noch...

Als die Menschen aus

Als die Menschen aus Ostdeutschland am 9.11. 1989 sich über die wieder offene Grenze freuten, hatten sie noch keine Ahnung, dass einige im Westen unter Wiedervereinigung Deutschlands die Ausplünderung Ostdeutschlands durch Millionäre und Milliardäre mittels der Treuhand verstanden.
Dementsprechend enttäuscht sind viele Menschen in Ostdeutschland und sie haben gelernt Politikern zu misstrauen.

14:29 von Ich bin der Volker

einfach herrlich hier wieder. jetzt kommt die verklärung der kommunisten noch hinzu. gorbaschow hat nix eingeleitet. reagan hat die russen einfach pleite gerüstet. und gorbi hat erkannt, daß er die ddr gut zu geld machen konnte. mit kohl und vor allen dingen bush s. wurde das dann ausgelotet, was man france und GB bieten muss, damit die zustimmen. die Deutschmark war es. so wird ein schuh draus, auch wenn es unsere verdienten genossen/ene nicht gerne hören. falls ich das hier in der ARD am tage der vereinigung denn so offen sagen darf!

13:57 Margareta K.

Wie Recht sie haben.Herr Gorbatschow wurde so gut wie gar nicht erwähnt in den letzten Wochen. Und Herr Pompeo schmückt sich mit Aussagen über die Anstrengungen des Westens. Es sollte nicht vergessen werden, dass Frankreich und GB sich zunächst mit "Händen und Füßen" gegen eine deutsche Wiedervereinigung ausgesprochen haben. Und es war auch ein Verdienst Gorbatschows, diese zu bewerkstelligen. Besonders ihr letzter Satz zeigt deutlich was danach in RU passiert ist. Sehr gut, dass sie es thematisiert haben.

14:09 von DeHahn

"Als ich 10 war, flüchtete unsere Mutter mit meiner Schwester und mir aus Ost-Berlin nach Hamburg.

[...]

In der DDR habe ich das "Seid bereit!" - "Immer bereit!" gehasst. "

.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-

Man hätte den Pioniergruß nicht mitmachen müssen.
Man war nicht gezwungen, Junger Pionier zu sein.

Und auch nicht gezwungen, in der Partei zu sein.

"in der DDR wäre ich wohl im Knast gelandet."

Im Alter von 10 Jahren?
Und:
Systemverweigerung führte nicht automatisch in den Knast.

Wir haben viele - und auch berühmte -Beispiele, die sich verweigert haben und keineswegs ins Gefängnis mussten.

Mauerfall !

Sicher, auch ich finde es sehr gut, dass die Mauer gefallen ist und somit die zwei Teile von Deutschland so zu sagen, wieder vereinigt sind.
Aber leider muss man auch feststellen, dass seither auch viele Fehler begangen wurden und somit das Wiedervereinigen deutlich erschwert hat. Es ist, soweit ich es mit bekommen habe, viel Geld der DDR verschwunden in dunklen Kanälen, es wurden Firmen einfach weg saniert und etliche Menschen verloren ihre Arbeitsplätze. Sicher, es gibt noch heute den Solidarzuschlag, aber der wurde falsch und unzweckmäßig verwendet und verschleudert, strukturelle Probleme wurden übersehen und die Politik hat bis heute nicht hin bekommen, für gleichen Lohn in Ost und West zu sorgen, genauso bei der Rente.
Auch wurden Personen aus dem SED Kader einfach übernommen, obwohl sie an so mancher Schweinerei dort beteiligt waren.
Nun kommen immer mehr Personen auf die Idee, alles wieder zurück zu drehen auf ziemlich schwarze Jahre. Eine totale Idiotie !

@fathaland slim

"Man konnte, im Gegensatz zur BRD, in der DDR nicht ins Bodenlose fallen, wenn man einigermaßen brav und folgsam war.

Aber wehe, man war das nicht."

Vollkommen richtig. Sowohl die Grundsicherung als auch deren Einschränkung.

Worauf ich hinauswollte: Möglicherweise war den DDR-Bürgern, die Sie kennengelernt haben, die Einschränkung der Grundsicherung wichtiger als die 100%ige Grundsicherung selber. Was eine Erklärung für die rosa Brille sein könnte.

Möglicherweise haben aber auch einfach die Bilder von Bananen und Melonen die anderen Gedanken verdrängt.

Aus meiner Erfahrung heraus würde ich sagen, dass der Eindruck, dass die Menschen im Westen viel freier sind und es ihnen dabei auch noch im allgemeinen viel besser geht, dazu geführt haben könnte, dass diese Einschränkungen ("im allgemeinen") als nicht relevant erachtet wurden.

13.38 von Adeo 60

Es ist leider häufig so, was man nicht sehen will gibt es auch nicht. Ich empfehle einen Besuch des Hbf. Frankfurt, für mich ist es beschämend in einem Land zu leben in dem so viele Menschen Flaschen sammeln müssen um zu existieren.

Zu meinem Freund*innenkreis

Zu meinem Freund*innenkreis gehört sowohl jemand, der zu den Flüchtlingen in der Prager Botschaft gehört wie auch zum Pfarrerkollegium der Nikolaikirche 1989. Was in der Erinnerung heute oft zu kurz kommt ist, dass es sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber gab, wie es weitergehen sollte und könnte mit dem damaligen Staat. So gut wie alle Überlegungen waren getragen von substantiellen demokratischen, pluralen, menschenrechtlichen, rechtsstaatlichen Zielen, aber eben auch darauf fußenden Alternativen zu einer Wiedervereinigung, die am 9.11.89 eine von mehreren Optionen war und für die Menschen im Osten längst nicht die einzige. Aber an einer friedlichen Wende hin zu echter Demokratie, zu Bürgerrechten und neuen Freiheiten waren auf den Straßen Leipzigs, am Berliner Alexanderplatz und anderswo, im Neuen Forum und auch im September 89 in der Prager Botschaft die allermeisten interessiert und dafür engagiert, auch wenn für manche die Flucht/Ausreise persönlich die erste Option war.

@ 14:40 Karl Napf

Sie dürfen den größten Unsinn "hier in der ARD am tage der vereinigung" sagen, wie Sie sehen. Dass Sie die Rolle von Gorbatschow kleinreden und anscheinend keinen Einblick in die Bedeutung von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) auch für die Prozesse und Bewegungen in der DDR haben, kann man Ihnen nicht zum Vorwurf machen, aber man kann Sie anregen, einfach mal geschichtlich etwas nachzulesen und sich etwas umfassender zu informieren: "einfach pleite gerüstet" ist gelinde gesagt eine Verengung der geschichtlichen Entwicklungen.

Versuch einer Annäherung

"Das eine denken und etwas anderes sagen, konnte man in der DDR."

"Aber sie waren ja geübt, sich anzupassen, die eigenen Gedanken zu haben und etwas anderes zu machen".

"Wir hatten unsere geheimen Gedanken und Gefühle, die man nicht äußern konnte"

Das sind drei Zitate von Frau Unterlauf, der damaligen Sprecherin der 'Aktuellen Kamera' in einem einzigen kurzen Interview.

Diese Gefühl des Nichtsagenkönnens der eigenen Meinung in der Öffentlichkeit scheint ihr sehr wichtig zu sein.

Ich hatte das Glück, in beiden deutschen Staaten zu leben.
Frau Unterlauf hat völlig recht.
In der DDR hatten die allermeisten Bürger eine der Parteidoktrin teils diametrale Meinung, fürchteten aber zurecht heftige Konsequenzen.

Mittlerweile wurde die Parteidoktrin durch die harmlosere politische Korrektheit ersetzt.

Die Angst, abweichende Meinungen zu äußern, ist häufig geblieben; nur sind die Konsequenzen viel subtiler und natürlich weniger drastisch oder augenfällig.

@Karl Napf, re Ich bin der Volker

"jetzt kommt die verklärung der kommunisten noch hinzu. gorbaschow hat nix eingeleitet. reagan hat die russen einfach pleite gerüstet. und gorbi hat erkannt, daß er die ddr gut zu geld machen konnte."

Das ist Unfug. Niemand verklärt hier die Kommunisten, aber Sie blenden Glasnost und Perestroika einfach mal aus, ohne die es die Wende niemals gegeben hätte. Selbstverständlich hat Gorbatschow diesen ganzen Prozess eingeleitet. Das steht überhaupt nicht in Frage.

Hingegen ist Ihre These, dass Reagan die Russen pleitegerüstet habe, mehr als zweifelhaft, da die SU dermaßen groß war, dass sie gar nicht hätte pleitegehen können, bzw. eine Pleite ihr aufgrund der Größe nicht allzu sehr geschadet hätte, da sie im schlimmsten Fall auch ohne äußere Hilfe irgendwie wieder auf die Beine hätte kommen können.

Wiedervereinigung !

Die Wiedervereinigung war schon gut, aber was die superreichen Wessis dann taten, ist eine Schande: Sie haben den Osten aus geplündert und sich mit Hilfe der Treuhand immens bereichert zu Lasten der Ostdeutschen Länder und Menschen. Das Furchtbare daran ist, die Politik hat es zu gelassen und zu geschaut, und bestimmt hat so mancher Politiker daran mit verdient.
Auch haben es alle Regierungen seither nicht zu gelassen, dass es im Osten gleicher Lohn und Rente gibt wie im Westen. Das ist eine absolute, bodenlose Frechheit und Unverschämtheit diesen Menschen gegenüber.
Deshalb sind viele im Osten frustriert und super misstrauisch gegenüber den Politikern.
Leider sitzen auch heute noch ehemalige DDR- Schergen in führenden Positionen, das ist auch eine ziemliche Schande und zeugt von einer großen Unverfrorenheit, einfach im neuen Terrain weiter zu machen.
Was bringt da eine große Einheitsfeier, das ist nur Kosmetik, mehr nicht !

@andererseits

"Ergebnis waren Meinungsfreiheit, Reisefreiheit, Parteienvielfalt, Pluralismus, freie Berufs- und Studienwahl... Die ersten Begriffe einer langen Liste."

Ergebnis war auch die Treuhandanstalt und damit verbunden die Ausplünderung Ostdeutschlands durch Multi-Millionäre und Milliardäre. Wenn Sie das ausblenden, können Sie die Menschen in Ostdeutschland nie verstehen.
Wenn Sie politisch links wären, würden Sie diese massenhaften Privatisierung energisch kritisiern und sie als wesentlich ursächlich für heutige Situation in Ostdetschland erkennen.

@ 14:50 Traumfahrer

Für die wirtschaftliche Entwicklung und - leider viel zu oft - Abwicklung der DDR-Betriebe hat die Treuhandanstalt federführend die Verantwortung; da gibt es noch einiges an Fehlentwicklungen, Undurchsichtigkeiten und haarsträubendem Fördergeldermissbrauch aufzuarbeiten.

14:40 von Karl Napf

Sehr gewagte These. Niemand, auch Gorbi nicht, konnte wissen, wie die DDR- Führung auf die Situation reagierte. Es standen nebst der NVA auch genug Kampfgruppen- Einheiten in den Startlöchern um die Demonstrationen blutig nierschlagen zu können. Wenn es nach Mielke gegangen wäre, wäre der Verlauf ein Anderer gewesen.

14:25 von DrBeyer

In meinem Kommentar hatte ich nicht geschrieben, dass Herr Steinmeier die Herren Kohl und Reagan gewürdigt hat. Lesen Sie bitte richtig.
Was ich ausdrücken wollte, in vielen Reportagen über die Wiedervereinigung werden diese beiden Herren aber ausdrücklich hervorgehoben. Von Herrn Gorbatschow ist dabei in den seltensten Fällen die Rede. Gehört der nicht zur Geschichte?
Vielleicht sollten Sie Reportagen zu diesem Thema ganz bewusst anschauen. Dann stellen Sie fest, dass ganz besonders Herr Kohl hervorgehoben wird.
Ohne Herrn Gorbatschow aber, gäbe es diese Wiedervereinigung aber vielleicht garnicht.

@ 14:38 Shuusui

Kleine Korrektur: Die meisten - älteren - Menschen im Osten haben in der DDR-Zeit schon gelernt, Politikern zu misstrauen; nach der Maueröffnung und den Prozessen derr Demokratisierung haben sie alles in allem eher gelernt, Politikern einerseits "kritisch auf die Finger zu schauen", aber andererseits dem demokratischen Parlamentarismus als ganzes zu trauen.

@ 14:40 von Karl Napf

reagan hat die russen einfach pleite gerüstet.

So ist es.

Reagan war gegen die Beschwichtigungspolitik gegenüber dem Kommunismus. Sein Motto zum Kalten Krieg
lautete: "wir gewinnen, sie verlieren." Genau die richtige Einstellung.

Wenn im Westen die "Friedensbewegungen" an der Macht gewesen wären, hätten die Sowjets nie den Reformdruck gespürt, und der gemäßigte Gorbatschow wäre nicht an die Macht gekommen.

Die einen hatten den Mut,

die anderen keinen Skrupel. Danach ging der Anstand auch noch verloren.

13:03 von Sisyphos3

«… als unzufriedener BRD Bürger hätte man ja immerhin die Option gehabt in die DDR zu gehen …»

Hätte man als unzufriedener BRD-Bürger vor 1989 auch nach ÖST, oder in die CH gehen können, wenn man außer Deutsch keine andere Sprache sprach.

Unzufrieden womit in der Ex-BRD …?

Wäre wer in die Ex-DDR gegangen. Hätte die Stasi genauestens hingeschaut, "was das denn für einer / eine ist". Warum kommt er / sie hierher?
Was will er / sie hier?

Spione, Agenten, politische Agitatoren, "Zersetzungskräfte" …?
Kriminelle auf der Flucht vor Bestrafung …?
"Die Normalbevölkerung" hätte "Spinner" gesagt.

«… als DDR Bürger gab es da ne Option ?»

"Die Option" für die Übersiedelung in die Ex-BRD, die am häufigsten genutzt wurde, waren Besuche bei Verwandten + "dann einfach bleiben".

"Die Mauer" war in beide Richtungen undurchlässig.

Ich durfte nie in die Ex-DDR einreisen, weil Teile der Verwandtschaft bei der Stasi waren. Die Durchreise mit Visa für Polen oder die CSSR war mir aber möglich.

@um 14:25 von fathaland slim

Ich würde gerne erfahren wollen, was Sie mit "ins Bodenlose fallen in der BRD" meinen.

Zum Glück wieder vereinigt.

Ich feiere heute und hoffe, dass viele von uns es ebenfalls tun, auch wenn bei manchen eine gewisse Nostalgie dazukommt. Ich wurde in der UDSSR geboren und bin froh, dass meine Eltern die Entscheidung getroffen haben, nach der Wende in die BRD zu ziehen. Kapitalismus gepaart mit einer freiheitlichen, demokratischen gesellschaftlichen Ordnung in einem Wohlfahrtsstaat mögen kein perfektes System bilden und reformbedürftig sein, aber sie ist meiner Meinung nach das beste, das wir je hatten. Kein anderes System bietet so viel Sicherheit, Freiheit und Entfaltungsmöglichkeiten - das ist mir als Person wichtig und dafür bin ich Europa und Deutschland dankbar. Prost auf die deutsche Wiedervereinigung und schönen Tag Euch allen!

Ach, Herr Karl Napf!

Nachdem der Kalte Krieg vorbei ist, könnten auch Sie Ihren strammen Anti-Kommunismus-Kurs und erzkonservative West-Ost-Sichtweise etwas der Realität anpassen und vor allem nicht so flapsig-oberflächlich über Menschen reden.

re andererseits: Optionen

>>Aber an einer friedlichen Wende hin zu echter Demokratie, zu Bürgerrechten und neuen Freiheiten waren auf den Straßen Leipzigs, am Berliner Alexanderplatz und anderswo, im Neuen Forum und auch im September 89 in der Prager Botschaft die allermeisten interessiert und dafür engagiert, auch wenn für manche die Flucht/Ausreise persönlich die erste Option war.<<

Danke für Ihre authentischen Schilderungen der Ereignisse.

Ich denke, „Flucht“ ist für niemanden niemals „die erste Option“. Immer die Letzte und damit ist eine Entscheidung zur Flucht immer auch eine verzweifelte Entscheidung. Etwas, was Viele heute nicht sehen können oder wollen.

Bemerkenswert ist auch, dass 1989 die „Wiedervereinigung“ noch gar nicht in die Vorstellungswelt hier wie dort passte; daher die damals zahlreich und leidenschaftlich diskutierten „Optionen“.

Aus meiner Sicht war das Unglaublichste, dass die SU diese Wiedervereinigung schlicht erlaubte. Das konnte sich einfach niemand vorstellen.

Ich find's schon sehr

Ich find's schon sehr intressant wem alles für den Mauerfall gedankt wird. Also mein Dank gehört Gorbatschow der mit seinem nicht einmischen sicher vielen das Leben gerettet hat. Danken muss ich auch den vielen ehemaligen DDR Bürgern die mutig jeden Montag friedlich auf die Straße gegangen sind. Den vielen Menschen die durch ihren Ausreiseantrag das Systhem zum Einsturz gebracht haben. Ich weiß wovon ich rede ich war dabei. Liebe Tagesschau und Liebe Bundesregierung noch leben einige Ehemalige also wartet noch ein wenig mit der Geschichtsknitterung.

@12:56 von Bigbirl

"Die sog. Wiedervereinigung ist schlichtweg gescheitert."

Finde ich nicht. Die Leute haben heute mehr Freiheiten als hinter der Mauer und koennen Entscheidungen treffen, was man vorher nicht konnte. Ich denke, dass es auch wirtschaftlich wesentlich besser geht.

Ich finde Deutschland auch nicht gespalten. Es ist normal , dass Leute, die aus verschiedenen Erfahrungen und Geschichten kommend, Dinge anders beurteilen.

Unterschiede empfinde ich als Chance und nicht als Problem.

@Karl Napf

Das klingt doch eher nach einer Nacht Wrestlemania als nach einer ernsthaften Lagebeschreibung dieser hochkomplexen Ära, in der natürlich auch versucht wurde, alles wie üblich von oben zu regeln. Aber gerade heute geht es eben um die vielen Persönlichkeiten auf der Straße, die viel riskiert haben, während man sich im Westen noch gerne als freier Verbraucher gefiel, dem die Bemühungen im Osten eher egal waren, wenn er nicht gerade Verwandte hatte dort.
Ich weiß nicht an welchen Stammtischen man mit solch einfachen Herleitungen Hoheit gewinnt, aber es wäre sicher besser gewesen, sich stattdessen draußen mit den Bürgerrechtlern zu solidarisieren.

re sausevind

"Man hätte den Pioniergruß nicht mitmachen müssen.
Man war nicht gezwungen, Junger Pionier zu sein."

Natürlich drohte nicht Karzer und Prügelstrafe. Aber man wußte den "Unangepassten" reichlich Steine in den Lebensweg zu legen.

Insofern ist mir Ihre Aussage viel zu kurz.

Es geht die Mähr .....

"Man hätte den Pioniergruß nicht mitmachen müssen. Man war nicht gezwungen, Junger Pionier zu sein." @Sausewind
-
Nee, Sie "Experte"! Wenn man das Pioniertuch nicht umhatte, gab´s einen Eintrag ins Klassenbuch. Beim Marschieren im Sportunterricht gab´s dafür Noten. Und beim Schulsportfest musste man auf eine Scheibe schießen, wo ich aus Nervosität schlecht traf. Sagte der Vöpö: "Gib mal her, da wärsch dir n paar reinsetzen!". Die Schießscheibe kam mit Namensangabe in die Schulakte. Aber natürlich hatte ich dem als Kind völlig freiwillig zugestimmt! Hieß ja auch Dämögradische Völksrebubliek Deutschland.

@12:45 von fathaland slim

"Die BRD war das Land, wo Milch und Honig floss, die Schattenseiten des Landes wollten viele DDR-Bürger nicht sehen. Arbeitslosigkeit, Armut, Obdachlosigkeit, der Radikalenerlass, alles solche Sachen, von denen viele meiner DDR-Gesprächspartner absolut nichts hören wollten"

Absolut verstaendlich, erst kommt das Essen und spaeter vieles andere. Was ist da nicht zu begreifen?

"Umso größer war dann natürlich später die Enttäuschung."

Was meinen Sie damit? Die Enttaeuschung, dass man eine eigene Meinung aeussern durfte oder die Ernuechterung, dass Milch und Honig nicht von alleine flossen.

14:51, DrBeyer

>>Worauf ich hinauswollte: Möglicherweise war den DDR-Bürgern, die Sie kennengelernt haben, die Einschränkung der Grundsicherung wichtiger als die 100%ige Grundsicherung selber. Was eine Erklärung für die rosa Brille sein könnte.

Möglicherweise haben aber auch einfach die Bilder von Bananen und Melonen die anderen Gedanken verdrängt.<<

So bitter wie es ist, ich tippe eher auf Letzteres.

Denn diejenigen DDR-Bürger, die ich kennenlernte, denen das Materielle nicht so überaus wichtig war, waren differenzierten Diakussionen entschieden aufgeschlossener. Darunter übrigens viele überzeugte Sozialisten, die an der Realität des real existierenden verzweifelten. Meiner Wahrnehmung nach waren das diejenigen, die der Staats- und Parteiführung am suspektesten waren.

14:40 von Karl Napf

«gorbaschow hat nix eingeleitet. reagan hat die russen einfach pleite gerüstet. und gorbi hat erkannt, daß er die ddr gut zu geld machen konnte.»

"Ist was dran" an dem, was Sie schreiben.
Aber ganz so simpel-kausal ist es dann auch nicht.

Gorbatschow war in der auch selbst zu Ende gehenden UdSSR nicht derart unumstritten + allmächtig, als dass seine Haltung zum Ende der DDR nicht auch energische Widerstände in der UdSSR gehabt hätte.

Gorbatschow "machte aus der DDR Geld".

Auch nicht unrichtig. Machte er aber auch nicht als Führer eines Staates, dem es wirtschaftlich gut ging. Ging es der UdSSR sehr mies. Und so viel Geld, wie die UdSSR damals gebraucht hätte, konnte nie wer aus der DDR machen.

Trotz allem war Gorbatschow als nicht-militanter "Reform"-Verfechter der Ex-Kommunismus-Ost-Ideologie auch in argumentativer Hinsicht jemand, der in wichtigem Maß zum Umbruch in der DDR betrug.

Sein Beitrag ist nicht zu glorifizieren.
Aber auch nicht so gering, wie Sie es darstellen …

mauerfall-gedenken-in-europa-zu-unserem-glueck-vereint

Lieber teachers voice, Sieschreiben u.a.:"Wörter sind nur soviel wert, wie der gegenüber die versteht bzw. aufnehmen kann."<<

Was viele nicht wissen, Genscher war ein großer Freund von politischen Witzen und erzählte solche gerne in kleiner Runde.

Beispiel : Gleich nach dem Mauerfall sitzen sich in einer Kneipe zwei Männer gegenüber. Ein Ost-Deutscher und ein West-Deutscher.
Sagt der West-Deutsche begeistert über die Wiedervereinigung :..."Wir sind doch - ein - Volk !"
Antwortet der Ostdeutsche trocken: Hm, wir doch oooch !"

@Margareta K.

" 14:25 von DrBeyer
In meinem Kommentar hatte ich nicht geschrieben, dass Herr Steinmeier die Herren Kohl und Reagan gewürdigt hat. Lesen Sie bitte richtig."

Doch, Sie hatten sehr wohl Herrn Steinmeier persönlich angesprochen. Können Sie nachlesen.

Und Herrn Steinmeier dafür zu verurteilen, dass er Gorbatschow nicht gewürdigt hat, wo doch sooo viele Reportagen Reagan und Kohl gewürdigt haben, wäre mindestens unanständig.

Vereint???

Nie standen sich so große Teile der deutschen Bevölkerung so verständnislos und unversöhnlich gegenüber wie heutzutage!

Woran das wohl liegen könnte?

Meine Empfehlung zum Zugewinn von Ehrlichkeit.

Ich fände es sinnvoll und notwendig, daß alle Einheitsjubler sich die Sendung "Die Anstalt" von 5. November dieses Jahres in der ZDF-Mediathek anschauen würden.

Hier wurde an Hand von Fakten die Aufgabe der Treuhand und die wahre Absicht der damals handelnden westlichen Politiker und Konzerne aufgezeigt und die Chancenlosigkeit der damaligen Bevölkerung der DDR, eine Gesellschaft in Ihrem Sinne zu verwirklichen, gut dokumentiert.

Mein Prädikat: ABSOLUT EMPFEHLENSWERT und Hilfe für ein realistisches Geschichtsbild!!!

@Shuusui

"Wenn Sie politisch links wären, würden Sie diese massenhaften Privatisierung energisch kritisiern und sie als wesentlich ursächlich für heutige Situation in Ostdetschland erkennen."

Sie sind aber nicht wesentlich ursächlich für die heutige Situation.

"Ergebnis war auch die Treuhandanstalt und damit verbunden die Ausplünderung Ostdeutschlands durch Multi-Millionäre und Milliardäre."

Die es so pauschal einfach nicht gegeben hat. Das ist nur eine Mär.

"Wenn Sie das ausblenden, können Sie die Menschen in Ostdeutschland nie verstehen."

Dann verstehe ich als Ostdeutscher die Ostdeutschen also deshalb nicht, weil ich nicht blind und undifferenziert einer Mär aufgesessen bin? Interessant..

wir gewinnen, sie verlieren." Genau die richtige Einstellung.

Erinnert mich doch sehr stark an den "Starinvestor" Warren Buffet. Nur sind bei ihm mit den "Gewinnern" seine eigene Zunft gemeint und deren Restesammler. Und "sie" - das sind wir natürlich, der Rest der Welt. Nur damit Sie mal eine Reflexion erhalten über die Motive, sich mit Brachialstrategien dieser Art zu verbünden. Um aus einer 'Position der Stärke' etwas Sinnvolles zu machen muß man auch stark sein und nicht nur mächtig, weil man der gerissenste Zocker ist oder als B-Movie-Actor gelernt hat markige Sprüche markig auszusprechen.

15:32, IBELIN @12:45 von fathaland slim

>>"Die BRD war das Land, wo Milch und Honig floss, die Schattenseiten des Landes wollten viele DDR-Bürger nicht sehen. Arbeitslosigkeit, Armut, Obdachlosigkeit, der Radikalenerlass, alles solche Sachen, von denen viele meiner DDR-Gesprächspartner absolut nichts hören wollten"

Absolut verstaendlich, erst kommt das Essen und spaeter vieles andere. Was ist da nicht zu begreifen?<<

In der DDR hat niemand gehungert.

>>"Umso größer war dann natürlich später die Enttäuschung."

Was meinen Sie damit? Die Enttaeuschung, dass man eine eigene Meinung aeussern durfte oder die Ernuechterung, dass Milch und Honig nicht von alleine flossen.<<

Eigene Meinungen habe ich in der DDR von Vielen gehört. Man nahm da kein Blatt vor den Mund, was mich durchaus überraschte.

Enttäuschung wohl eher darüber, daß sich das idealisierte Bild der Bundesrepublik nicht mit der Wirklichkeit deckte und daß die Nestwärme des repressiven, aber fürsorglichen Staates fehlte.

@15:05 Shuusui

Wenn Sie den Verlauf hier verfolgen, dann wissen Sie, wie kritisch ich die Arbeit der Treuhand sehe und dass ich überzeugt bin, dass hier noch vieles an Skandalen und Missbrauch aufgearbeitet gehört. Passt nicht immer alles in einen einzigen Kommentar.

Naja, in den 1980er Jahre, als ich schon..

..bei der Bundeswehr war, haben wir bei NATO Stabsrahmenuebungen für einen möglichen Verteidigungsfall unsere Ossies noch kräftig mit Atomwaffen beworfen!

Und glauben Sie ja nicht, das die NATO das in einem Ernstfall ohne jegliches Zögern nicht tatsächlich auch GENAU SO und nicht anders, in die Realität tatsächlich auch umgesetzt hätte!

@13:45 von DrBeyer@fathaland slim

"...während die DDR nun einmal ein Gefängnis war, ein sehr großes und sehr schönes zwar, aber doch ein Gefängnis."

In solchen Gefängnissen, so zumindest mein Eindruck, blüht aber auch der schwarze Humor besondes gut - wohl auch, weil der Vieles erträglicher macht. Ich hoffe Sie nehmen es mir nicht übel, wenn ich hier beispielhaft einen alten Witz wiedergebe:

Ein Mann wird von Freunden gewarnt, dass er bei der Stasi angezeigt wurde, weil sein Papagei immer sagt: "Pieck und Grotewohl verrecke." In seiner Verzweiflung wendet sich der Mann an den Pfarrer. "Was soll ich nur tun, der Vogel hält doch den Schnabel nicht." Der Pfarrer sagt: "Lass uns unserer Papageien für eine Weile tauschen." Gesagt - getan. Die Stasi kommt tatsächlich. Der Papagei schweigt. Die Stasi-Männer wiederholen immer wieder vor dem Käfig stehend: "Pieck und Grotewohl verrecke." Schließlich sagt der Papagei: "Dein Wille geschehe."
(Aus Platzgründen leicht gekürzt)

15:34 von schabernack

ich wollte ihm ja auch nur den heilgenschein nehmen und den wichtigeren, bush s. nicht komplett unterschlagen. und bin der ard dankbar, daß ich das heute an diesem wichtigen tag hier sagen durfte

15:45 von Helmut_S.

«Hier [Sendung "Die Anstalt" von 5. November 2019] wurde an Hand von Fakten die Aufgabe der Treuhand und die wahre Absicht der damals handelnden westlichen Politiker und Konzerne aufgezeigt und die Chancenlosigkeit der damaligen Bevölkerung der DDR, eine Gesellschaft in Ihrem Sinne zu verwirklichen, gut dokumentiert.»

Muss man sich ganz sicher anhand von (weit) mehr Infos, Büchern, Berichten, Dokus, … über die Rolle der Treuhand informieren, als aus 1 Mal 60 Minuten bei "Die Anstalt".

Nicht, dass das, was dort zur Treuhand dargestellt wurde, nicht (auch) in einzelnen Aspekten den Tatsachen entspricht. Viel zu schulmeisterlich, viel zu sehr im Anspruch des allgemeingültigen Allwissens - diese Art von kabarettistischer Anstalt …

15:21 von kemalata2

sicher, könnte ich. aber unsere hiesigen hochgeschätzten linken sprechen doch von jedem andersdenkenden als rechten und neokapitalisten. deshalb bezerzige ich zusammen mit denen weiterhin den klassenkampf. in dem sinne ho-ho- und so weiter

mauerfall-gedenken-in-europa-zu-unserem-glueck-vereint

Liebe Margareta K., Sie schreiben (auch ganz in meiner Überzeugung) : "Ohne Herrn Gorbatschow aber, gäbe es diese Wiedervereinigung aber vielleicht garnicht."
Sie haben völlig recht, - ohne Gorbatschow gäbe es keine Wiedervereinigung.......
Aber was bisher (meist) verschwiegen wird : Kohl gab dem schwer Alkohol-abhängigen Jelzin 6Milliarden DM aus dem Kanzleretat für den russischen Wahlkampf..
Dem Gorbatschow aber gab Kohl....==>nichts !
Wie =>anders wäre die gesamte Nachkriegs-Geschichte verlaufen, wenn Gorby die Wahl gewinnen hätte können.
Aber das hat Kohl tatkräftig verhindert ! Hier erkennt man den sogenannten "Weitblick des Historikers Kohl....!"

@14:25 von fathaland slim 13:45, DrBeyer

"Man konnte, im Gegensatz zur BRD, in der DDR nicht ins Bodenlose fallen, wenn man einigermaßen brav und folgsam war.

Aber wehe, man war das nicht."

Mein Partner war nicht brav und folgsam und wurde von vermeintlichen Freunden verpetzt. Echte Freunde hatten ihm das 'gesteckt'. Er ist dann mit gefälschten Papieren nach Westberlin gereist und von dort nach Hannover, wo er vorübergehend in einer Art Auffanglager wohnte. Er hat also "rübergemacht". Ich bin diesen Verrätern irgendwie dankbar, hätte ich doch andernfalls niemals diesen wunderbaren Menschen kennengelernt.

Die auch so gute DDR

Wo ist eigentlich das Vermoegen der Rentenversicherung, das der ach so soziale Staat der DDR fuer seine Buerger f deren Altersversorgung angespart hatte, geblieben? Der kapitalistische Westen finanziert noch immer nach 30 Jahren das Rentenniveau aller ex DDR Buerger u dennoch wird noch immer auf diesen Western geschimpft? Leute , kommt endlich in die Gaenge u versteht, dass man Eigenverantwortung hat u was rein tun muss bevor bevor bevor man Ansprueche stellt. Der Westen hat nicht nur Pakete in den Osten geschickt sondern sogar der Sovietunion Milliarden fuer den Fall der Mauer bezahlt. Oder etwa nicht?! Was werden nicht nur die Rufe WIR SIND DAS Volk. Da war die Sache schon entschieden!

Bedankt euch....

...nicht nur beim lieben Gorbi und den Osteuropäern.

Bedankt euch auch ein wenig bei Ronald Reagan und den Saudis :

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13517759.html
Es gibt durchaus Meinungen, die hier Vereinbarungen zwischen den Saudis und den USA für möglich halten.

Fakt ist, das die Russen in den 80ern die Energiepreise für die soz. Bruderschaften stark erhöht haben.
Was den Gärungsprozess in diesen eh schon schlecht funktionierenden Staatswesen akut beschleunigte.

Zusammen mit dem Afgahnistan - Krieg, der Reaktorkatastrophe von Chernobyl genug Gründe, die SU und deren Satteliten in eine tiefe Krise zu bringen.

Als sozialisierter DDR -

Als sozialisierter DDR - Bürger kann ich über die vielen Jubelarien ,welche gerade heute getätigt werden , nur lachen. Wer die DDR von Anfang und bis zum Ende erlebt hat , der wollte solch ein System der alten BRD nicht haben. Die meisten Menschen in der DDR wollten ein System , was nicht durch die alte SED-Garde geschaffen wird. Kohl hat die Chance der Wiedervereinigung gesehen und genutzt und dann wurde uns einfach das System der alten BRD übergestülpt und die Treuhand wurde zu einer Abwicklungsmaschine , welche gerade die Konkurrenzbetriebe dicht machte . Diese Treuhand war in meinen Augen keine Hilfe , denn gerade diese Treuhand ist doch mitverantwortlich , dass der Osten heute noch so eklatant hinter der westdeutschen
Entwicklung hinterher hinkt. Viele der DDR -Bürger könnten ein Buch schreiben , was die Arroganz der westl. Gesellschaft gegenüber den ehem. DDR -Bürgern anbelangt. Das System , was nur den " grünen Pfeil " aus der DDR übernommen hat,das System ist auch Krank.

re Lutz Jüncke: Angst

>>Mittlerweile wurde die Parteidoktrin durch die harmlosere politische Korrektheit ersetzt.

Die Angst, abweichende Meinungen zu äußern, ist häufig geblieben; nur sind die Konsequenzen viel subtiler und natürlich weniger drastisch oder augenfällig.<<

Sie sprechen da ein ganz großes Missverständnis oder auch Problem an. Dadurch, dass die Menschen in der DDR abweichende Meinungen nicht äußern durften, verbanden viele die BRD mit einem falschen Gegenentwurf:

Freiheit der Meinungsäußerung bedeutet natürlich nicht, dass Meinungsäußerungen ohne Konsequenzen blieben. Jedem, der dies zu Ende denkt, wird die Widersinnigkeit einer solchen Freiheit sofort klar. Aber eben nur Demjenigen, der diesen Gedanken zu Ende denkt.

Real: Es ist ein lebenslanger Lernprozess für jeden Menschen, seine Meinungen so entwickeln und äußern zu können, dass hieraus etwas „erwachsen“ kann. Das nennt man ganzheitliche Bildung.

Eine konsequenzlose Meinung ist keine Meinung. Die hat jeder zu allem! Langweilig!

@ 15:50 DrBeyer @ Shuusui

Dreißig Jahre nach dem Mauerfall ist es eine spannende Frage, wen man denn als "ostdeutsch" definiert: Sind es nur diejenigen, die "damals" schon dort lebten und in ihrer Heimat geblieben sind? Sind es diejenigen, die nach der Öffnung in den Osten gezogen sind und seitdem dort leben? Was ist mit denen, die im vereinten Deutschland geboren sind; macht da die Bezeichnung noch Sinn? Und was ist mit den vielen, deren Partnerschaft und Familie aus Ost-West besteht, aus Guben und Goslar, aus Kiel und Erfurt, aus Münster und Torgau, aus Kyritz und Köln?
Mein Verdacht ist, dass manche mit dem Begriff "Ostdeutsche" versuchen, ganz andere Spaltungen in unseren Tagen zu verfestigen.

@1A Polyglott

Ihren Worten möchte ich mich uneingeschränkt anschließen.

Gestern bedankte ich mich noch einmal bei meinem Onkel, dafür, dass er meinen Bruder und mich (damals 20 Jahre alt) am Abend des Mauerfalls anrief und forderte, "wir müssen nach Berlin, die Mauer fällt gerade". Und so kam es, wir fuhren von Hamburg zu dritt nach Berlin, wurden Teil der Geschichte und erlebten einen der eindrucksvollsten Momente meines Lebens. Ich bedanke mich heute bei all meinen Mitbürgern, die mit ihrem Mut und mit ihrem Willen diese Wiedervereinigung ermöglicht haben, obwohl sie damals sicherlich auch große Angst vor dem System empfanden.

Das viele dieser Deutschen der politischen Klasse heute sehr skeptisch gegeüber stehen, ist für mich mehr als verständlich. Denn das Misstrauen gegenüber diesen selbsternannten "Edel-Moralisten und echten Demokraten" wächst ja ebenfalls im alten Westen der Republik derzeit rasant.

Wünsche allen ein schönes Wochenende !

15:08 von Barbarossa 2 14:40 von Karl Napf

"Niemand, auch Gorbi nicht, konnte wissen, wie die DDR- Führung auf die Situation reagierte. Es standen nebst der NVA auch genug Kampfgruppen- Einheiten in den Startlöchern um die Demonstrationen blutig nierschlagen zu können. Wenn es nach Mielke gegangen wäre, wäre der Verlauf ein Anderer gewesen."

Ich gehe eher davon aus, dass auch Mielke ohne das "Amen" des großen Bruders, das nicht gewagt hätte. Die DDR-Spitzenpolitiker waren letztlich nur Marionetten.

In manchen Kreisen als Verschwörungtheorie abgetan

und doch etwas Wahres daran.
Die Folgen der Wiedervereinigung.
Dr. Daniele Ganser: NATO-Osterweiterung (Leipzig 21.8.2018)
https://www.youtube.com/watch?v=MTYUFi_gD-0

16:20 von Trampelchen

Viele der DDR -Bürger könnten ein Buch schreiben , was die Arroganz der westl. Gesellschaft gegenüber den ehem. DDR -Bürgern anbelangt.

---

"Arroganz" "der" westlichen Gesellschaft?

Geben Sie dafür mal bitte ein Beispiel.

Und ich meine nicht wie EINZELNE sich bereichert haben.

Dass es im Westen möglich war Eigentum zu besitzen und sich Wohlstand zu erarbeiten war nun mal Systembedingt möglich. Im Gegensatz zur DDR.
Da war es nicht möglich (bis auf ein paar Ausnahmen) Eigentum zu besitzen und sich Wohlstand zu erarbeiten. Das war SYSTEMBEDINGT nicht möglich!

Das als "Arrognz" zu verwechseln wäre nicht nur grundfalsch, sondern auch unverschämt.

In der DDR gab es durch die Wiedervereinigung VIELE Gewinner.

Es gab auch viele Verlierer.
Die gibt es aber im Westen auch !

Ohne die Wiedervereinigung wäre es den Gewinnern nicht möglich gewesen Gewinner zu werden.

Und nur in einer Demokratie ist es möglich so zu handeln, dass die Verlierer nicht allzuderb abgehängt sind.

@15:02 von Traumfahrer Wiedervereinigung !

"Was bringt da eine große Einheitsfeier, das ist nur Kosmetik, mehr nicht!"

Ich kann eine gewisse Verbitterung auf manchen Ebenen verstehen. Dennoch ist vermutlich eine nicht zu verachtende Mehrheit glücklich über die Wiedervereinigung. Ich finde schon, dass das ein Grund zum Feiern ist. Vor allem aber: Niemand ist gezwungen, bei dieser Feier mitzumachen oder Jubel vorzutäuschen.

in stasi-land Auch mir gehen

in stasi-land
Auch mir gehen diese Jubelarien auf die Nerven , denn die meisten von diesen Jublern haben weder was mit der friedlichen Revolution , noch mit den vielen Menschen , welche damals auf der Strecke geblieben sind , etwas am Hut. Ihre verschwundene Mauer hat aber eine Mauer wieder aufgebaut , welche heute so unüberwindlich geworden ist . Diese Gesellschaft ist so gespalten und wenn diese Spaltung weiter fortschreitet , dann werden solche Jubelfeiern ganz schnell ins Gegenteil verkehren. Mit diesen Feiern möchte man doch heute nur noch über die jetzigen Probleme in diesem Land ablenken und dann wird nur mit dem Finger auf den Staat DDR gezeigt. Nicht einmal zum 20. Jahrestages des Mauerfalls wurde so ein Theater veranstaltet , wie es heute der Fall ist. Als ehem. DDR - Bürger kann ich feststellen , dass die Unzufriedenheit mit dem heutigen System auch immer mehr zunimmt . Je mehr diese Unzufriedenheit wächst , umso mehr wird die DDR als letztes Land vor der Hölle hingestellt

mauerfall-gedenken-in-europa-zu-unserem-glueck-vereint

Lieber artist22, Sie schreiben ganz in meinem Sinn : Man sollte bei aller Freude auch eine Person nicht vergessen.
Ein Nichtdeutscher, der seinenTeil dazu beigetragen hat, dass keine 'chinesische Lösung' stattfand:
=>Michail Gorbatschow."
Ja, dessen Mitwirkung wird von etlichen "Historikern" nicht gewürdigt. Warum nicht ?

Michail Gorbatschow sagte einmal =>"er sei Kommunist und wünsche sich einen Kommunismus mit menschlichem Antlitz!"

Zu dieser Zeit galt ein "Kommunist" als schlechter Zeitgenosse.
Man kannte in Politikerkreisen noch nicht den Begriff von politischer Toleranz......, wie er heute doch so =>selbstverständlich ist, ....mit politisch (oder religiös) Andersdenkenden ist..... (Sarkasmus aus !)
Erstaunlicherweise war Gorby nur beim Deutschen Volk beliebt, (vox populi - vox dei !)...nicht bei Politikern wie Kohl.

Freude

Ich als Wessi, der genau im Monat des Mauerbaus geboren ist bin froh über die Wiedervereinigung. Meine Jugend bestand aus der typischen Atmosphäre des kalten Krieges inkl. der Unterweisung, beim Fall einer A- Bombe unter den Tisch zu krabbeln.

Und die Menschen in der DDR sind ja nicht unter Risiko auf die Straße gegangen, weil der Staat so toll war.

Hätte man es besser machen können? Bestimmt, aber es gab kein Handbuch dafür. Ein Merkmal des Kapitalismus ist leider, dass sich sofort Leute finden, die sich ohne Rücksicht auf Andere die Taschen voll machen. Das haben auch Wessis erfahren, die sich Ostimmobilien haben aufschwatzen lassen (von anderen Wessis).

Viele sind auch zu gerne auf den Schnack von den „blühenden Landschaften“ reingefallen. Lafontaine war der Spielverderber.

Welche DDR- Betriebe zu retten gewesen wären kann ich nicht beurteilen. Aber auch Ostdeutsche hätten wohl erst mal keine Trabants mehr bestellt und eine LPG kann man eben mit 10% des Personals bewirtschaften.

StöRschall Schon die Tatsache

StöRschall
Schon die Tatsache , dass nur solche Dinge von der DDR übernommen wurden , wie der " grüne Pfeil oder das Ampelmännchen " das ist an Arroganz nicht zu überbieten. Das die Treuhand damals die Konkurrenzbetriebe für nen Appel und nen Ei an die Westdeutschen verschleudert haben , das interessiert Sie wohl nicht ? Wenn Sie mal das mitgemacht hätten , was ich als ehem. Dipl.-Berbauingenieur nach der Wende durchgemacht habe , dann würden Sie hier nicht solch eine Frage nach einem Beispiel gestellt haben . Viele der sogen. Patrioten von damals schreiben alle ein Buch. Warum wohl ? Diejenigen , welche damals mit zum Fall der Mauer beigetragen haben , aber nicht das BRD-System übergestülpt haben wollten , die werden gar nicht erst bei Umfragen gefragt , weil die auch etwas anderes erzählen könnten , was man aber in der jetzigen BRD gerne negieren möchte. Wenn Sie hier etwas von " unverschämt " schreiben , dann haben Sie wohl diese Wende nicht mitgemacht.
Jubeln Sie ruhig weiter

15:01 von DrBeyer

«… da die SU dermaßen groß war, dass sie gar nicht hätte pleitegehen können, bzw. eine Pleite ihr aufgrund der Größe nicht allzu sehr geschadet hätte, da sie im schlimmsten Fall auch ohne äußere Hilfe irgendwie wieder auf die Beine hätte kommen können.»

Die UdSSR war dermaßen groß, weil zum damaligen Staatsgebiet viele Regionen gehörten, die inzwischen eigenständige Staaten sind.

"Von den kleinen Balten", über die Ukraine, bis zu Kasachstan.
Heute der flächenmäßig 8. größte Staat der Erde (vor ARG).

"Pleite gehen" konnte die UdSSR durchaus. Tat sie auch.
Pleite ging sie erst in finanzieller Hinsicht. Schlechte Versorgungslage.
Pleite ging sie anschließend in ideologischem + machtpolitischem Rahmen.

Nicht länger wollten "die Rand-Republiken" Teile der UdSSR sein.
Die UKR, KAS, Weißrussland waren die ersten 3 "nicht mehr" …

War zwar alles erst nach Ende der DDR.
Aber der Niedergang vom Machteinfluss der UdSSR in ganz Ost-EUR war (sehr) mit Ausschlag gebend für alle Entwicklung …

@16:37 von Trampelchen

"Als ehem. DDR - Bürger kann ich feststellen , dass die Unzufriedenheit mit dem heutigen System auch immer mehr zunimmt ."

Wie schon gesagt, ich kann einen Teil des Frusts gut nachvollziehen. Aber

"Diese Gesellschaft ist so gespalten und wenn diese Spaltung weiter fortschreitet , dann werden solche Jubelfeiern ganz schnell ins Gegenteil verkehren."

Es liegt aber auch an jedem Einzelnen von uns, die Mauern in den Köpfen wieder einzureißen. Das Problem ist natürlich, dass man die Mauer im eigenen Kopf nicht so deutlich wahrnimmt.

mauerfall-gedenken-in-europa-zu-unserem-glueck-vereint

Lieber Frank von Brökel, sie schreiben fragend : Vereint???
Nie standen sich so große Teile der deutschen Bevölkerung so verständnislos und unversöhnlich gegenüber wie heutzutage!
Woran das wohl liegen könnte?"

Es ist wie bei Migranten : erst die =>nächste Generation (die hier geboren ist, =>ist hier "zu Hause". Die vor dem Mauerfall geborenen sind meist nicht fähig zum Gemeinschaftsgefühl : "Wir"!
Das gilt übrigens für beide Seiten der "Mauer"!

@schabernack um 15:34Uhr

Danke für Ihren Kommentar, der sich für mich sehr wohltuend vom gegenseitigen Lob bestimmter Foristen abhebt. Ich finde auch Ihre Korrekturen hinsichtlich Gorbatschow richtig. Das große Verdienst von Gorbatschow war, zu erkennen, daß die UdSSR in volkswirtschaftlichem Sinn vor dem Konkurs stand und nicht mehr die Forderungen erfüllen konnte, welche die Politik und immer unzufriedenere große Teile der Bevölkerung erhoben. Wie ein kapitalistischer Konzernboss stieß er seine "Tochterfirmen" ab oder bot sie zum Kauf an. Das "Verdienst " von Kohl und Teltschik war das Aushandeln der Ablösesumme, die entgegen aller Vesprechungen nicht aus der Portokasse zu leisten möglich war. Ich halte es auch für wenig zielführend, wenn alle unzufriedenen DDR-Bürger als Intellektuelle im geistigen Kerker geschildert werden. Ich glaube, die Unzufriedenheit betraf viel profanere Bereiche, über die aber heute geschwiegen wird. Oder waren die Teilnehmer an den Montags-Demos in Leipzig alles Pianisten ?

@melancholiker, 14:12 Uhr - die Freiheit verteidigen

Die Gehälter und Renten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Letztes Wochenende war ich in London, einer reichen Stadt mit vielen Prunkbauten und Luxus. Da fallen die vielen Obdach- und Mittellosen besonders auf. Im öffentlichen Dienst ist die Treuepflicht zum Staat essentiell. Deshalb ja auch die Diskussion, ob
AFD-Funktionsträger in diesem Bereich arbeiten können, wenn sie sich mit nazistischen Gruppen zusammentun und agitieren. Der Osten Deutschlands hatte keine Meinungsfreiheit, die Meinungsfreiheit im wiedervereinigten Deutschland muss durchaus verteidigt werden - gegen Hass- und Hetze, gegen Gewalt und Fremdenhass.

Bigbirl Ich gebe Ihnen

Bigbirl
Ich gebe Ihnen vollkommen recht. Diese Jubelfeiern lenken nur von den heutigen Problemen in der jetzigen BRD ab und diese Probleme werden tgl. größer. Wer die Einheit so hochjubelt und dabei die Spaltung vergißt , welche heute mehr denn je durch die Gesellschaft geht , der wird sich eines Tages wie die " alte Garde der SED " wundern , wenn
immer mehr Menschen mit diesem System unzufrieden sind und ihre Unzufriedenheit auf der Strasse auch zeigen. Nicht alle Unzufriedenen sind Nazis und Faschisten.
Ich habe die Entwicklung der DDR auch mit gemischten Gefühlen durchlebt , weil ich 5 Jahre alt war , als dieser Staat gegründet wurde. Heute kann ich mir ein Urteil über beide Systeme erlauben , ob das manchen hier gefällt oder auch nicht . Mein Fazit zu beiden Systemen . >> Ich bin vom Regen in die Jauche gekommen << , denn dieses System ist nicht besser als der " Sozialismus " ala DDR. Wer nicht erkennt wohin der Weg dieses Landes hinführt , der sollte mal seine Augen aufmachen.

@schabernack um 16:51Uhr

Da sind Sie mir zuvor gekommen! Ich habe auch gerätselt,seit wann die geographische Fläche eines Staates einen Konkurs verhindern kann, wie es @Dr.Beyer behauptet. Da kann ich nur hoffen, daß der akademische Titel nicht echt ist!

15:01 von DrBeyer

ich hatte hauptsächlich die unsäglichen aussagen unseres linken musikers im kopf. und mielke und krenz hätten es nie gewagt, ohne moskaus ja, den schiessbefehl zu geben. dafür alle zusehr apparatschicks!

@Trampelchen@StöRschall

"Dass es im Westen möglich war Eigentum zu besitzen und sich Wohlstand zu erarbeiten war nun mal Systembedingt möglich. Im Gegensatz zur DDR.
Da war es nicht möglich (bis auf ein paar Ausnahmen) Eigentum zu besitzen und sich Wohlstand zu erarbeiten. Das war SYSTEMBEDINGT nicht möglich!"

Diese aus allen Bezügen kullernde Belehrung über etwas, was garnicht zur Debatte stand, gibt Ihnen doppelt recht, was das mit der Arroganz betrifft. Daß ich nach dieser langen Zeit noch erfahren darf, was der Unterschied ist zwischen Kap und StaMoKap...

Anna-Elisabeth Schon Ihr

Anna-Elisabeth
Schon Ihr letzter Satz zeigt nur , dass Sie nichts verstanden haben.
Wissen Sie was das Problem in diesem Land ist , warum die Mauer in den Köpfen noch immer da ist ?
Ich glaube nicht , dass Sie das wissen.
Nicht die Menschen alleine bauen Mauern auf , welche sich tgl. sehen ,egal wo und wann ,oder auch nicht pers.kennen.
Nein , es sind die Mächtigen ,weil nur ein Volk , was sich nicht einig ist ,auch besser kontrolliert und gelenkt werden kann.
Man muss dies nur mal für sich selber begriffen haben. Ihr Satz , der ist für mich einfach nichtssagend und könnte für Alles oder Nichts gesagt werden.

14:51 von Oldtimer

"Ich empfehle einen Besuch des Hbf. Frankfurt, für mich ist es beschämend in einem Land zu leben in dem so viele Menschen Flaschen sammeln müssen um zu existieren."

Man muss keine Flaschen sammeln, um "existieren" zu können.

Aber die, die es tun, verdienen sich ein Zubrot.

@16:20 von teachers voice re Lutz Jüncke: Angst

"Real: Es ist ein lebenslanger Lernprozess für jeden Menschen, seine Meinungen so entwickeln und äußern zu können, dass hieraus etwas „erwachsen“ kann. Das nennt man ganzheitliche Bildung."

Das klingt wirklich schön. Ich habe aber dennoch den Eindruck, dass es nur noch wenigen Menschen gelingt, sich ausreichend Zeit zur Meinungsbildung zu nehmen und für das notwendige Wissen unterschiedliche Quellen in ausreichender Zahl heranzuziehen. Im Gegenteil. Ich habe sehr oft den Eindruck, dass es nur ums recht behalten geht und viele gar nicht mehr bereit sind , zu prüfen, ob die gegnerische Meinung nicht auch ein Körnchen Wahrheit enthält. Und mit der Akzeptanz anderer Meinungen scheinen auch immer mehr Menschen Probleme zu haben.
Natürlich kann da auch ein Fehler in meiner Wahrnehmung sein. Aber wer will das beurteilen?

Wie ich damals den Mauerfall erlebt habe

Zu dem Mauerfall erinnere ich mich noch, wie ich damals zuhause vor dem Fernseher saß. Meine Eltern waren weg und ich saß davor und es war einfach nur unglaublich.

Die Bilder von den sich öffnenden Toren, die Menschen die sich in die Arme fielen, teilweise Grenzer die einfach nur schlecht gelaunt waren und denen die Pässe ungueltig gemacht haben weil die nicht wollten dass die Menschen endlich frei waren.

Und dann auch diese Bilder von Genscher in der Botschaft mit diesem legendären Satz...

Von daher finde ich, dass die Wiedervereinigung eigentlich am 9. November und nicht am 03. Oktober gefeiert werden sollte.

Außerdem ist es noch immer so, dass in jener Nacht eigentlich beide damaligen Staaten - sowohl die ehemalige DDR sowie auch die damalige BRD aufgehört haben zu existieren weil aus zwei Ländern eines wurde.

die diversen Veranstaltungen und Feiern

der DEUTSCHEN Wiedervereinigung erscheinen mir irgendwie komisch. Es fühlt sich an wie ein sehr nationalistischer Event obschon es diese Wiedervereinigung ohne viele und entscheidende Einflüsse aus dem "Ostblock" überhaupt nicht gegeben hätte.

Man sollte also Solidarność nicht vergessen, die Tschechoslowaken, die Ungarn und inbesondere muss man natürlich M. Gorbatchow erwähnen. Das kommt mir alles viel zu kurz und wenn immer darüber gesprochen wird, dass es eine wirtschaftliche Ungleichheit zwischen West-D und Ost-D gibt (lächerliche 95-96%), dann sollte man mal darüber nachdenken, dass die anderen Ostblockländer KEINEN grossen & reichen Bruderstaat hatten.

Vielleicht sollte man mal die Renten in der Ostslowakei oder in Südostpolen mit denen aus Ost-Brandenburg vergleichen.

Der Ostblock war insgesamt ein diktatorisches Unrechtsystem, wirtschaftlich haben aber alle dortigen Staaten versagt. Ich glaube, die Polen, Slowaken oder Rumänen hätten sich auch gerne einen Soli gewünscht.

Antisemitismus ist auch gegen andere als "nur" Juden

Aber zu Merkels Worten zum Antisemitismus möchte ich nochmal sagen, dass ich da nicht so ganz mitgehe.

Denn fuer mich ist Antisemitismus nicht nur Antisemitismus gegen Juden, sondern auch zusätzlich dazu Antisemitismus gegen ALLE Menschen, ganze egal aus welcher Bevölkerungsgruppe, welcher Religion und aus welchem Land auch immer und ganz egal welche Sprache sie sprechen.

Antisemitismus ist damit auch Antisemitimus gegen Muslime, Hinduisten, Buddhisten und alle anderen.

Deswegen ist der Begriff Antisemitismus zu eng nur auf Juden gefasst und muss erweitert werden, ist meine Meinung.

fathaland slim >> Mir fehlt

fathaland slim
>> Mir fehlt leider oft die Geduld,und ich werde dann leicht ungehalten. Ich muss da noch an mir arbeiten.>>
Ich gebe Ihne ja sonst nicht recht und bemängle oft Ihre Art , ohne Argumente hier zu posten , aber in diesem Fall haben Sie vollkommen recht und dazu gebe ich Ihnen beide Daumen nach oben.
Da merkt man , dass Sie ein Musiker sind und
auch zur Selbstkritik noch fähig sind.
Alle Achtung !

@ rimitino (14:11): warum Genscher zu erwähnen ist

@ rimitino

Warum Genscher erwähnen??
Antwort: weil er der eigentliche Architekt der Einheit war und nicht Helmut Kohl. Erinnern Sie sich an diesen legendären Satz in der Botschaft. Außerdem lese ich in anderen Quellen, dass er es war mit Gorbatschow der dafuer gesorgt hat dass an der Berliner Mauer in jener Nacht nicht geschossen wurde.

@17:02 von Adeo60 @melancholiker

Lieber Adeo,

auch wenn es nicht zum Thema gehört, kann ich Ihr ständig wiederholtes

"Die Gehälter und Renten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen."

so nicht stehen Lassen.

Der SOVD schreibt im November 2011 u.a. :

"...dass hohe Einkommensgruppen von den steigenden Kapital- und Unternehmenseinkommen profitiert haben. Die unteren 40 Prozent haben dagegen deutliche geringere Zuwächse erzielt. Die ärmsten zehn Prozent hatten Ende 2016 real sogar weniger Einkommen zur Verfügung als 2010."

Gruß
A-E

Karl Napf Sie haben noch

Karl Napf
Sie haben noch nicht einmal heute Ihre Arroganz abgelegt , wenn Sie die DDR , als Ostzone bezeichnen.
Gerade solche Leute wie Sie , werden nie dafür sorgen , dass das dt. Volk sich einig sein wird , denn mit Ihrer Bezeichnung schmälern Sie die Biografie aller ehem. DDR - Bürger. Die Arroganz mancher " DEMOKRATEN " kennt keine Grenzen und ist einfach nur lächerlich .

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