Ihre Meinung zu: Proteste in Chile: "Die Leute werden keine Ruhe geben"

2. November 2019 - 8:59 Uhr

Zehntausende haben in Chile erneut für grundlegende Reformen demonstriert. Dabei kam es am Ende wieder zu Krawallen. Die Regierung zog unterdessen die geplante Kürzung der Unternehmenssteuer zurück. Von Ivo Marusczyk.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
2
Durchschnitt: 2 (3 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Eigentlich.....

ist es egal. ob man Chile nimmt oder ein anderes südamerikanisches Land. Die Unzufriedenheit, die sich manchmal in Unruhen äußert, sind letztlich der Beweis für die Verweigerung von Kompromissen. Sowohl die "bösen" Kapitalisten, Großgrundbeseitzer oder Minen - und Viehbarone waren und sind nicht bereit auf die maximale Rendite zu verzichten und die politischen Gruppierungen, NGO und Gewerkschaften sind nicht bereit von ihren utopischen Maximalforderungen abzurücken. Da werden sogar wirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten negiert, aber vom Ausland Investoren gelockt und man wundert sich, was diese wohl verschreckt!

Die Chilen*innen nehmen zu

Die Chilen*innen nehmen zu 30000 und 40000 ihr Grundrecht auf Demonstration wahr, weil sie mit der desolaten und desaströsen Wirtschafts-, Finanz-, Bildungs- und Sozialpolitik ihrer Regierung unzufrieden sind. Erste Erfolge der Proteste zeigen sich in der Rücknahme einzelner politischer Entscheidungen.
Die Berichterstattung und auch die Kommentierung hier sollte die berechtigten Interessen der Bürger*Innen nicht durch eine zu starke Fokussierung weder auf die Ausschreitungen weniger noch auf die Polizeigewalt überlagern: Es geht um Grundsatzfragen gesellschaftlicher Teilhabe und um die Zukunft einer ganzen Generation.

man wundert sich

in Chile gibt es doch freie Wahlen
weshalb wählt man dann erst so einen Präsidenten

Neoliberalismus versus utopisch Forderungen

Hallo H. Faltermeier, genau das findet jetzt hoffentlich statt (-> Finden neuer Kompromisse, wie Sie es bezeichnen!). Dass sich die Bevölkerung mehr basisdemokratisch organisiert und damit der Regierung eine bessere Richtschnur vorgeben möchte, ist offensichtlich erforderlich! Es geht um eine gleiche Verteilung des Wohlstandes. Investoren aus dem Ausland können hier helfen, aber diese müssen akzeptieren, dass ihre Rendite hinter den Maximalerwartungen deutlich zurückbleibt.
Das ist ein "hartes Brot" für einen Unternehmer, der z.B. mit minimalstem Aufwand Lithium in der Atacama-Wüste abbauen möchte.

Viel politische Unruhe in Südamerika ist

Nicht nur in CHI. Auch in BRA unter der Amtsführung von Bolsonaro.
In BOL Proteste auf den Straßen nach der kürzlichen Wiederwahl von Evo Morales. Von VEN hört man momentan wenig, "besser" wurde es dort aber nicht. Präsidentenwechsel nach Wahlen in ARG, bei nicht guter Wirtschaftslage. Millionen von Flüchtlingen aus VEN in den Nachbarländern. Was ja auch nicht ohne Auswirkungen bleibt.

Prinzipiell sehr verständlich, dass sich die Chilenen gegen eine Verfassungs- und Wirtschafts-Realität wenden, die ihre Grundlagen noch in der Verfassung von 1980 zu Zeiten von Pinochet haben. Zwar 2005 "in größerem Maß reformiert".

Nicht aber das Wahlrecht. 120 Abgeordnete im Parlament.
Nur Direktwahl in 60 Wahlkreisen, 2 Abgeordnete / WK.
Parteien können Wahlbündnisse eingehen.

Holt das stimmenreichste Bündnis (die Einzelpartei) mehr als 2x so viele Stimmen wie der 2. Platzierte. Fallen beide Plätze im Parlament dem Wahlsieger zu.

Schon (oder auch nicht ?) erstaunlich, dass man dies nie änderte …

Die Welt wird

irgendwie nicht so richtig besser, an ganz vielen Stellen gehen Menschen auf die Straße und bringen ihren Unmut Ausdruck, aus unterschiedlichen Gründen.

"
Regierung kippt geplante Steuererleichterung

Angesichts der anhaltenden Proteste gegen soziale Ungleichheit im Lande will die Regierung ihre Pläne zur Kürzung der Unternehmenssteuer zurücknehmen. Das gab das Finanzministerium am Abend bekannt. "

Der Satz ist auch interessant, irgendwas hab ich diese Woche auch gelesen, in dieser Richtung, aber nicht vom zurücknehmen, sondern vom einführen.

Wahlen und Qualität der politischen Arbeit

Hallo H.Sisyphos3, Sie treffen den Nagel auf den Kopf, die Chilen sind jetzt aufgewacht, weil sie merken, dass der eigene Wohlstand etwas mit der politischen Arbeit jedes einzelnen zu tun hat. Ich bewundere den Mut, einen Paradigmenwechsel einläuten zu wollen. Demonstrationen sind hier ein Baustein.

Korruption und

Verfall der Institutionen sind das Grab Südamerikas. Klassenkampf auf allen Ebenen, der ewige Kampf. De facto hilft aber nur das sich an die eigene Nase fassen. In keinem Land gibt es einen wirklichen Rechtsstaat, der mit seinen Institutionen dafür sorgt, dass die Leute sich daran halten. Die Korruption untergräbt alles, die Frustation wächst, und...Mensch sucht nach Kompensation für das eigene Versagen. Dann werden Steine geworfen...leider ist dieses Muster überall gegenwärtig. Solange bis man keine Steine mehr hat und merkt, jetzt muessen wir wieder aufräumen, was wir zerstört haben. Wirtschaftssystem? Na was wollen sie denn? Sozialismus, Kommunismus? Ok, probiert es damit. Wie lange geht das dann gut?Naja, Beispiele gibt es genug. Die haben nur auch nichts Gutes gebracht, oder?

Am 02. November 2019 um 09:40 von andererseits

"Die Berichterstattung und auch die Kommentierung hier sollte die berechtigten Interessen der Bürger*Innen nicht durch eine zu starke Fokussierung weder auf die Ausschreitungen weniger noch auf die Polizeigewalt überlagern:"
#
#
Aus dem Artikel.
Holzkreuze am Rand des Platzes erinnern an die Menschen, die bei den Unruhen der vergangenen beiden Wochen getötet wurden. Ein Teil vermutlich durch Polizeigewalt, die meisten aber bei Bränden oder Plünderungen.
-
-
Scheinbar sind für Sie Menschen die durch "Ihre" Demonstranten sterben nicht erwähnenswert. Oder wie kann man sonst Ihren Satz verstehen?
Die ts schreibt darüber nur in einem Nebensatz, aber für Sie schon zu viel.

In vielen Dörfern,

in jedem Stadtviertel haben sich solche Komitees gegründet.
.
scheint ja zu sein wie in Bolivien
einem bevölkerungsmäßig total anderen Land

man versteht als Außenstehender (Tourist) kaum, warum in Argentinien/Uruguay/Chile
das Zusammenleben und die Wirtschaft nicht klappt
allein es auf die Regierung zu schieben, ist sehr einfach - zu einfach
nur ein kleines Beispiel
oben im Norden (Serena) mußte man klingeln um tagsüber! ins Hotel eingelassen zu werden
im äußerten Süden (es war Puerto Natales) war das Hotel immer offen, die Rechnung für ein Frühstück ebenso wie für ne Übernachtung zahlte ich erst nach Tagen, als ich von ner Wanderung zurück kam - der Besitzer meinte: zahlen sie es eben wenn sie wieder zurückkommen .... habe keine Zeit
(übrigens auch die Tasse Kaffee die ich ne Woche vorher beim Reservieren trank)
und ich hatte nicht mal Gepäck als Sicherheit dort

09:47 von Sisyphos3

«man wundert sich
in Chile gibt es doch freie Wahlen
weshalb wählt man dann erst so einen Präsidenten.»

Egal welchen Präsidenten die Bevölkerung in CHI wählt.

Er / sie hat eine in der Verfassung von 1980 vorgegebene "extrem" heraus gehobene Position im poltischen System des Landes. Er / sie alleine ernennt / beruft alle Mitglieder des Kabinetts. Die Regierungsmitglieder sind nur dem Präsidenten gegenüber verantwortlich, nicht dem Parlament. Dieses kann in keiner Weise erwirken, dass ein Regierungsmitglied wieder abberufen wird. Kann alleine nur der Präsident entscheiden.

Die Unzufriedenheit der Menschen in CHI "geht weit tiefer", als nur Kritik am aktuellen Präsidenten zu sein. "In CHI kostet alles". Gute Bildung an Schulen + Unis derart viel. Einkommensschwächere Schichten der Bevölkerung können sich das für ihre Kinder schlicht nicht leisten.

"Zementiert" Ungleichheit in der Bevölkerung für Generationen.
Bei Gesundheitskosten prinzipiell das gleiche Ungleichgewicht …

Freie Wahlen hatten einen Sozialisten an die Macht gebracht.

an einem 9-11 wurde Salvador Allende gewaltsam mit US-Hilfe gestürzt.
@ 09:47 von Sisyphos3
Und dann kam der faschistische Diktator Pinochet an die Macht, und mit ihm wieder die Geldelite, ein "neoliberaler" Wirtschaftskurs, wenn ich mich richtig erinnere auch entsprechende Verfassungsänderungen.

@09:47 Sisyphos3

Auch bei uns gibt es freie Wahlen, und man wundert sich, was manche am rechten Rand so wählen trotz erwiesener politischer Unzulänglichkeit statt programmatischer Differenzierung...
Und in Demokratien gibt es Proteste nicht als Gegensatz von Wahlen, sondern als unveräußerliches Grundrecht vor und nach Wahlen.

man staunt nur noch

immer mehr regierungen weichen vor dem mob auf der strasse zurück. erst der wunderbare franz. präsident und nun seine kollegen/innen/diverse in südamerika

Steine fliegen NICHT gegen Polizisten

sie werden von sogenannten "Demonstranten" GEWORFEN. Diese verharmlosende Erzählweise ärgert mich sehr. Wenn Geschäfte geplündert und angezündet werden und in dem Feuer Leute verbrennen sind die Plünderer selbst schuld. Oder wer sonst hat die Feuer gelegt? Dass viele der Forderungen berechtigt sind bestreite ich nicht.

@Sisyphos3

Vielleicht hat man nicht wirklich eine gute/bessere Auswahl?

09:34 von karlheinzfaltermeier

«Eigentlich ist es egal. ob man CHI nimmt oder ein anderes südam. Land. Die Unzufriedenheit, die sich manchmal in Unruhen äußert, sind letztlich der Beweis für die Verweigerung von Kompromissen.»

Ja - das sehe ich auch so.

«Sowohl die "bösen" Kapitalisten, Großgrundbesitzer oder Minen - & Viehbarone waren und sind nicht bereit auf die maximale Rendite zu verzichten …»

Das ist in div. Ländern des Kontinents (sehr) unterschiedlich. Nicht alle Großgrundbesitzer sind "nimmersatt". Nicht überall sind Bergbau-, Minen- & Erdöl-Aktivitäten in Privathand. Die Situation in BRA ist nicht für ganz S-AME gültig.

«… und die politischen Gruppierungen, NGO und Gewerkschaften sind nicht bereit von ihren utopischen Maximalforderungen abzurücken.»

Was verstehen Sie unter "utopischen Maximalforderungen"?
Auch hier ist das, was gefordert wird / werden könnte in div. Ländern unterschiedlich. In CHI momentan sind es gar keine "Utopien".
Aber etwas, das in EUR (EU) "selbstverständlich" ist …

„Abspeisen“ ohne demokratische Verfassung klappt nicht mehr

"30 Jahre nach der Diktatur trauern wir wieder", hat eine Frau Anfang 50 (...) "Wir wollen einfach ein gerechteres Land, mit Chancen für alle", erklärt sie ihre Teilnahme. "Meine Tochter hat studiert. Und jetzt ist sie auf die nächsten 20 Jahre verschuldet"

Ein solches System beruht de facto auf nichts anderem als Schuldknechtschaft: de.wikipedia.org/wiki/Schuldknechtschaft

Folglich verlangen die Protestierenden (zu Recht) den Rücktritt der „Herren des Geldes“, also das Ende der Plutokratie und an deren Stelle die Installation einer Demokratie.

Was sie dabei aber nicht übersehen dürfen, ist, dass das Geld in seiner heutigen Form (über das die gesamte Wirtschaft ja „gesteuert“ wird) dann zügig durch ein auf Transparenz und auf demokratisch vereinbarten „Bewertungsmaßstäben“ und -mechanismen beruhendes zeitgemäßes Instrument auf digitaler Basis ersetzt werden muss.

Und dass sie sich bei ihren Bürgerinitiativen auch um diese (auf „lokaler Ebene“ nicht lösbare) Aufgabe kümmern müssen.

re Sisyphos3: Wundern

>>man wundert sich
in Chile gibt es doch freie Wahlen
weshalb wählt man dann erst so einen Präsidenten<<

Sie wundern sich zu Recht und Sie haben damit ein großes Dilemma besonders der letzten 30 Jahre angesprochen.

Wahlen und vielfältige Formen der Bürgerbeteiligung sind notwendige Bestandteile einer offenen und sich entwickelnden Gesellschaft.

Aber sie verhindern nicht, dass ein Land schlecht oder illiberal oder oligarchisch oder oder ... regiert wird. Mehrheitsentscheide sind notwendig, aber sie sind kein Qualitätsbeweis. Letztlich geht es immer um die Macht und die empfundene Beteiligung an der Macht.

An Chile zeigt sich beispielhaft, dass es in den letzten 30 Jahren ein Grundgedanke der Demokratie kaum mehr an die Oberfläche geschafft hat: Den der Gesellschaftsentwicklung. Man dachte - und auch die Wähler dachten- jetzt wird alles von alleine, d.h. auch ohne staatliche und damit gesellschaftliche Intervention funktionieren und alles nützt ab jetzt allen!

Ein großer Irrtum!

10:30 von Hackonya2

@Sisyphos3

Vielleicht hat man nicht wirklich eine gute/bessere Auswahl?
///
*
*
Selbst das theoretisch beste linke System hat einen Fehler, es lässt sich mit Menschen nicht verwirklichen.
*
Die Gleicheren "können" überall nur mit kapitalistisch erwirtschaftetem Geld.

Warum demonstrieren die Leute?

Sie haben doch Demokratie und Meinungsfreiheit und trotzdem gehen sie auf die Straße.
Kann es sein, dass andere Bedürfnisse wichtiger sind?
Wie ist denn die soziale Lage der Mehrheit der Bevölkerung von Hongkong?

10:15 von Sisyphos3

«man versteht als Außenstehender (Tourist) kaum, warum in Argentinien/Uruguay/Chile
das Zusammenleben und die Wirtschaft nicht klappt»

Besser als in jedem anderen Land in S-AME "klappt es" in URU. Zusammenleben, Demokratie, gesellschaftlicher Frieden, Gleichberechtigung, Gelassenheit der Menschen, relativ die niedrigsten Kriminalitätsraten.

«… oben im Norden [CHI] (Serena) mußte man klingeln um tagsüber! ins Hotel eingelassen zu werden
im äußerten Süden (es war Puerto Natales) war das Hotel immer offen.»

Liegen ca. 4.000 km Entfernung dazwischen.
Patagonien ist auch "im heiß-blütigen ARG" eine Oase der Ruhe + Sicherheit.

Solche Unterschiede finden Sie in fast allen Ländern des Kontinents. Quito in ECU ist "mit Vorsicht zu genießen". Guayaquil mit viel Vorsicht. In Bergdörfern der Anden kann man sein Gepäck an Bushaltestellen stehen lassen. "Wir haben ein Auge drauf", sagen die Einheimischen, "es wird nix passieren".

Solche Unterschiede finden Sie auch innerhalb von DEU …

um 10:51 von Boris.1945

>>
Selbst das theoretisch beste linke System hat einen Fehler, es lässt sich mit Menschen nicht verwirklichen.
*
Die Gleicheren "können" überall nur mit kapitalistisch erwirtschaftetem Geld.
<<

Ich denke, gerade in diesen Vereinfachungen liegt ein entscheidendes Hemmnis für eine gesellschaftliche Entwicklung, wie sie der Forist "teachers voice" weiter oben angesprochen hat. Analysen, die bereits voller Vorurteilen stecken, sind wertlos. "Linke Systeme" und "Gleichere" sind lediglich Kampfbegriffe, die eine produktive Kommunikation verhindern sollen. G-max des einzelnen Kapitalbesitzers führt nun mal für jeden ersichtlich nicht zum größten gesellschaftlichen Nutzen. In der Wissenschaft findet die Forschung zu Letzterem so gut wie nicht mehr statt.

@PS

Was nutzt Demokratie, wenn der Staat keine Chancengleichheit kennt oder anstrebt ?

wenn die Qualität von Krankenversorgung, öffentlichen Gütern und insbesondere der Bildung von der Dicke des Geldbeutels abhängen.

Wenn das Wahlrecht von den Militärs darauf ausgelegt wurde, das es zu keinen signifikanten Änderungen kommt.

Und die gegen das Volk eingestellt Armee darüber wacht, das Sich möglichst nichts ändert.

Ohne eine Behebung dieser Mängel ist die Demokratie in Chile wertlos.
Über allem schwebt der Geist des Massenmörders Augusto Pinochet.

Deswegen gehen die Leute auf die Strasse.

10:51 von Boris.1945

«Selbst das theoretisch beste linke System hat einen Fehler, es lässt sich mit Menschen nicht verwirklichen.»

Und dabei geht es in CHI gegenwärtig gar nicht vorrangig um links / rechts.
Aber um demokratische Strukturen, um bessere Teilhabe der Menschen am gesellschaftlichen Leben durch weniger finanzielle Ungleichheit.
Hat erst einmal prinzipiell mit rechts oder links eher weniger zu tun …

«Die Gleicheren "können" überall nur mit kapitalistisch erwirtschaftetem Geld.»

Tja - "die Gleicheren".
Nicht zu verwechseln mit "den Reicheren".
Oder mit denen, die gleich erst noch kommen werden.

Geld muss in jedem Wirtschaftssystem erwirtschaftet werden.
Nirgendwo wächst es auf Bäumen.
"Möglichst gerechte Verteilung des Geldes" ist das Zauberwort.
Scheint ja im CHI "der Ungleicheren" nicht besonders gut zu funktioneren.

Sonst würden ja nicht immer die Gleichen auf die Straßen zum Protestieren und Fordern gehen …

Die Stromversorgung von

Die Stromversorgung von Santiagos U-Bahn-System soll 2018 auf erneuerbare Energien umgestellt worden sein. Welchen Einfluß hatte denn das auf die Ticket-Preise?
Chile hat schon 2014 eine CO2-Steuer eingeführt, als erstes Land in Lateinamerika, wie hat denn die sich bis heute auf die Lebenshaltungskosten ausgewirkt? Hat sich da was aufgeschaukelt?

Mir fehlt dieser Aspekt in der Berichterstattung.

11:21 von Klärungsbedarf

um 10:51 von Boris.1945

>>
Selbst das theoretisch beste linke System hat einen Fehler, es lässt sich mit Menschen nicht verwirklichen.
*
Die Gleicheren "können" überall nur mit kapitalistisch erwirtschaftetem Geld.
<<

Ich denke, gerade in diesen Vereinfachungen liegt ein entscheidendes Hemmnis für eine gesellschaftliche Entwicklung, wie sie der Forist "teachers voice" weiter oben angesprochen hat. Analysen, die bereits voller Vorurteilen stecken, sind wertlos. "Linke Systeme" und "Gleichere" sind lediglich Kampfbegriffe, die eine produktive Kommunikation verhindern sollen. G-max des einzelnen Kapitalbesitzers führt nun mal für jeden ersichtlich nicht zum größten gesellschaftlichen Nutzen. In der Wissenschaft findet die Forschung zu Letzterem so gut wie nicht mehr statt.
///
*
*
Warum hat es denn nach Ihrer Meinung gehapert, das dieses Segenreiche, selbst mit Gewalt durchgesetzt, noch nirgendwo das Füllhorn über die Welt ausschüttet?

Es sind halt die Gesetze der Ökonomie

Seit dem 11.09.1973 läßt sich in Chile mit Macht und Willen eine höhere Rendite aus den arbeitenden Menschen pressen und auch als größere Freiheit und Wirkung von Wirtschaftsgesetzen belegen.

Soziale Unruhen

einerseits nachvollziehbar, dass die Chilenen gegen die Ungleichheit demonstrieren. Allerdings auch hier wieder die unverhältnismäßigen Krawalle vermummter Randalierer mit Plünderungen und Brandstiftung, die eine weitere Eskalation bewirken und für die Sache kontraproduktiv sind. Übrigens sprechen statistische Daten, was die Ungleichheit der Einkommen angeht, eine andere Sprache als die Behauptung im Artikel. Da ist die Spreizung in andern Ländern Südamerikas gräér.

@10:12 tagesschlau2012

Sie schreiben "Scheinbar..." und dann kommt eine pure Unterstellung: Warum machen Sie das?
Mein Kommentar hat eindeutig zum Thema, die inhaltlich wesentlichen und verständlichen Themen der 30-40000 friedlich Demonstrierenden hinter den Ausschreitungen von Gewalttätigen und Polizei nicht zu kurz kommen zu lassen. Nicht mehr und nicht weniger.

@10:23 Karl Napf

Sie bezeichnen Vierzigtausend friedlich für ihre Grundrechte auf Bildung und Teilhabe demonstrierende Menschen als Mob? Man ist ja einiges von Ihnen an Häme in den Kommentaren hier gewohnt, aber das schlägt m.E. dem Fass den Boden aus.

10:15 von Sisyphos3

"man versteht als Außenstehender (Tourist) kaum, warum in Argentinien/Uruguay/Chile
das Zusammenleben und die Wirtschaft nicht klappt
allein es auf die Regierung zu schieben, ist sehr einfach - zu einfach
nur ein kleines Beispiel"
Ihr Beispiel ist natürlich erschreckend,die Menschen scheinen Touristen zu vertrauen.

um 11:45 von Boris.1945

>>
Warum hat es denn nach Ihrer Meinung gehapert, das dieses Segenreiche, selbst mit Gewalt durchgesetzt, noch nirgendwo das Füllhorn über die Welt ausschüttet?
<<

Die nächsten Schlagworte ... und es wird überhaupt nicht klar, worüber Sie reden möchten ? Über Produktionsmittel ? Über Einkommensverteilung ? Über Solidarität mit Bedürftigen ? Sie unterliegen einem Schwarz-Weiß-Schema (wie viele andere auch), das schon vom Ansatz her nicht lösungsgerecht sein kann. Die Maximierung des Zufriedenheitsempfindens von Gesellschaften ist eine nahezu unlösbare Aufgabe. Aber die Näherung ist möglich.

andererseitz

Sie sollten sich einmal die Liste der Umsturzversuche /Putsche der USA seit 1887 anschauen: Über 30 an der Zahl! Von Samoa bis Vietnam, von Hawaii bis Irak und Ukraine!!. - Initiiert in den meisten Fällen durch Milliarden Dollars des CIA, um die sog. Opposition zu unterstützen. Notfalls mit Gewalt. Bestes Beispiel Ukraine - Maidan (Kerry gab sogar die Milliarden zu)
Fazit: Man sollte äußerst vorsichtig sein, von "friedlich für ihre Grundrechte auf Bildung .." zu reden! Ich könnte auch noch Venezuela /Syrien anführen, wo es mit Sicherheit nicht der letzte Versuch der USA war...
Übrigens: Hämie verbreiten leider Sie.

@ 13:22 Bagheria

Was hat denn Ihre opulente Aufzählung mit meinem Kommentar zu tun? Haben Sie sich mit der Lebenssituation der Chilen*innen denn so gar nicht beschäftigt - oder warum fabulieren Sie hier über Putsche? Nochmal: Ich habe darauf hingewiesen, dass es für die Demonstrationen der 40000 Bürger*innen Gründe gibt, die in einer verfehlten Wirtschafts-, Finanz-, Bildungs- und Sozialpolitik liegen. Vielleicht beziehen Sie sich einfach mal auf das, was ich schreibe, wenn Sie meinen, antworten zu müssen und interpretieren da nichts rein.
Übrigens: Belegen Sie mir doch bitte mal, wo ich "Hämie verbreite", wie Sie es nennen. Meinerseits kann ich nur sagen: Auch die permanente Falschschreibung meines Usernamens kann man als Häme bezeichnen.

Proteste in Chile:"Die Leute werden keine Ruhe geben"...

Warum sollten sie auch ? Während Unternehmenssteuern gesenkt werden sollen,bleiben Renten(unter Pinochet wurde das Rentensystem privatisiert) niedrig,werden Kosten für Gesundheit und Energie teurer,daß Bildungssystem fast unbezahlbar.
Spätestens bei den nächsten Wahlen wird ähnliches wie in Argentinien passieren:Ein neoliberaler Multimillionär abgewählt.
Ist der Neoliberalismus in der Krise ?

Schön

Die Menschen sind nicht Sklaven von geschaffenen Zwängen sondern sich ihrer selbst bewusst. Selbst im Tierreich verliert der Oberaffe seinen Einfluss, wenn die Gruppe nichts mehr zu fressen findet.

Warum der so viel intelligentere Mensch so lange braucht um wenigstens das nachzufolgen...er lässt sich halt oft einfach ziemlich schnell bequatschen doch ruhig und zufrieden zu sein mit dem, was er bekommt.

Ruhig und zufrieden ist ja schön und gut doch dafür muss es gerecht einhergehen. Nicht wirtschaftlich, nicht politisch oder gesetzlich, MENSCHLICH!

12:39 von patzie

ich glaube sie haben mein Beispiel mißinterprätiert

wie ich in meinem Beispiel zeigen wollte
wie sind die Menschen im äußersten Norden wie im äußersten Süden
scheinen wohl unterschiedliche Erfahrungen gesammelt zu haben

13:22 von Bagheria

«Fazit: Man sollte äußerst vorsichtig sein, von "friedlich für ihre Grundrechte auf Bildung .." zu reden! Ich könnte auch noch Venezuela /Syrien anführen, wo es mit Sicherheit nicht der letzte Versuch der USA war...»

Aus welcher Motivation heraus sollten denn die USA einen "Putsch / Umsturz" gegen die eher (oder gänzlich) wirtschafts-liberal-markt-konforme gegenwärtige Regierung in CHI betreiben …?

Ist nicht "wie damals" unter der Regierung Allende Sozialismus.
"Der in CHI grassiert" …

11:40, Deliciabc

>>Die Stromversorgung von Santiagos U-Bahn-System soll 2018 auf erneuerbare Energien umgestellt worden sein. Welchen Einfluß hatte denn das auf die Ticket-Preise?
Chile hat schon 2014 eine CO2-Steuer eingeführt, als erstes Land in Lateinamerika, wie hat denn die sich bis heute auf die Lebenshaltungskosten ausgewirkt? Hat sich da was aufgeschaukelt?

Mir fehlt dieser Aspekt in der Berichterstattung.<<

Die Atacama-Wüste in Chile ist die sonnenreichste Gegend der Erde. Der Solarstrom, der dort hergestellt wird, ist konkurrenzlos billig.

Chile hat keine Kohle und nur wenig Erdöl. Das muss also alles importiert werden.

13:22, Bagheria

>>andererseitz
Sie sollten sich einmal die Liste der Umsturzversuche /Putsche der USA seit 1887 anschauen: Über 30 an der Zahl! Von Samoa bis Vietnam, von Hawaii bis Irak und Ukraine!!. - Initiiert in den meisten Fällen durch Milliarden Dollars des CIA, um die sog. Opposition zu unterstützen. Notfalls mit Gewalt. Bestes Beispiel Ukraine - Maidan (Kerry gab sogar die Milliarden zu)
Fazit: Man sollte äußerst vorsichtig sein, von "friedlich für ihre Grundrechte auf Bildung .." zu reden! Ich könnte auch noch Venezuela /Syrien anführen, wo es mit Sicherheit nicht der letzte Versuch der USA war...
Übrigens: Hämie verbreiten leider Sie.<<

Sie meinen also, hinter den Unruhen in Chile steckten die USA, bzw. die CIA?

Oder wie soll ich Ihren Kommentar verstehen?

@ karlheinzfaltermeier,

@ karlheinzfaltermeier, andererseits, schabernack

Danke für Ihre Kommentare. Ich denke auch, dass in der Verweigerung von Kompromissen und in einer verfehlten Wirtschafts-, Finanz-, Bildungs- und Sozialpolitik eine Hauptursache für den geringen Wohlstand der allgemeinen Bevölkerung liegt.

13:59, Bernd Kevesligeti

>>Proteste in Chile:"Die Leute werden keine Ruhe geben"...
Warum sollten sie auch ? Während Unternehmenssteuern gesenkt werden sollen,bleiben Renten(unter Pinochet wurde das Rentensystem privatisiert) niedrig,werden Kosten für Gesundheit und Energie teurer,daß Bildungssystem fast unbezahlbar.
Spätestens bei den nächsten Wahlen wird ähnliches wie in Argentinien passieren:Ein neoliberaler Multimillionär abgewählt.
Ist der Neoliberalismus in der Krise ?<<

Das, was Sie Neoliberalismus nennen, heißt Kapitalismus. Und wenn ich mir anschaue, daß überall stinkreiche Profiteure des Systems regieren und sich auch noch ein Anti-Establishmenteliten-Mäntelchen umhängen, während die gefühlten oder echten Verlierer ihnen zujubeln, dann entdecke ich leider wenig Krise.

Chile und Argentinien sind die Ausnahme, da haben es die Oligarchen übertrieben.

von fathaland slim 14:34

Krise,aber zumindest in Lateinamerika.In Ecuador dampft es auch.Wegen der sozialen Folgen von IWF-Auflagen für Kredite.Präsident "Lenin" Moreno in Nöten.
Und Chile war schon unter Pinochet Spielwiese der Hayek/Friedman-Ökonomen.Und nach 1990 haben die verschiedenen Regierungen nichts davon zurückgenommen(Frei,Bachelett).

Dank für den Hinweis auf die

Dank für den Hinweis auf die Atacama 14:22 von fathaland slim . Ist das allerdings so, wenn man alle Kosten einrechnet,bis man den Strom in Santiago hat?
Wenn ja, was ist denn dann der Kostentreiber? Die CO2-Steuer?

14:58, Bernd Kevesligeti

>>Und Chile war schon unter Pinochet Spielwiese der Hayek/Friedman-Ökonomen.Und nach 1990 haben die verschiedenen Regierungen nichts davon zurückgenommen(Frei,Bachelett).<<

Michelle Bachelet tun Sie hier definitiv Unrecht. Schon allein dadurch, daß Sie sie in einem Atemzug mit Eduardo Frei Jr. nennen.

14:58 von Bernd Kevesligeti

«Krise,aber zumindest in Lateinamerika.In Ecuador dampft es auch.Wegen der sozialen Folgen von IWF-Auflagen für Kredite.Präsident "Lenin" Moreno in Nöten.»

Den Vornamen "Lenin" Moreno muss man nicht in Anführungszeichen schreiben. Ist der "Given Name" von den Eltern. Kein "Spitzname" oder Pseudonym, den / das sich Señor Moreno selbst (in Anspielung …) verlieh …

15:08, Deliciabc

>>Dank für den Hinweis auf die Atacama 14:22 von fathaland slim . Ist das allerdings so, wenn man alle Kosten einrechnet,bis man den Strom in Santiago hat?
Wenn ja, was ist denn dann der Kostentreiber? Die CO2-Steuer?<<

Jede Art von Strom wird nicht vorwiegend da verbraucht, wo sie hergestellt wird.

Die CO2-Steuer gibt es seit 2014, der Strompreis sollte nächstes Jahr erhöht werden. Was ja jetzt zurückgenommen wurde.

Es handelt sich offensichtlich um eine ausschließlich politische Entscheidung.

re von fathaland slim 15:15

Gemeint waren die Privatisierungen,die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Militärjunta.Nichts davon wurde von den nachfolgenden Regierungen zurückgenommen.

von schabernack 15:17

Aber den Namen trägt er doch zu Unrecht.Sieht man an seiner Politik.Er hat Julian Assange die Staatsbürgerschaft aberkannt und ihn ausgeliefert.Und ein Weltbankkredit wurde aufgestockt.
Eher müßte er sich Jelzin Moreno nennen.

15:08 von Deliciabc

«Dank für den Hinweis auf die Atacama 14:22 von fathaland slim . Ist das allerdings so, wenn man alle Kosten einrechnet,bis man den Strom in Santiago hat?
Wenn ja, was ist denn dann der Kostentreiber? Die CO2-Steuer?»

"Sind so um die" 2.000 km Luftlinie zwischen "Atacama Central" und Santiago de Chile. Weitere ca. 2.200 von SDC ganz in den Süden des Landes.

"Extrem lang + extrem schmal", das Land Chile.
Durchschnittliche Breite < 200 km. Zwei Kordilleren der Anden.

Aufwändig + kostspielig, in einer derartigen Topographie jede Art von Infrastruktur zu errichten + zu unterhalten. Sehr aufwändig …

15:29 von Bernd Kevesligeti

«Aber den Namen trägt er doch zu Unrecht.Sieht man an seiner Politik.Er hat Julian Assange die Staatsbürgerschaft aberkannt und ihn ausgeliefert.Und ein Weltbankkredit wurde aufgestockt.
Eher müßte er sich Jelzin Moreno nennen.»

Was sagen sie das mir …?
Wenden Sie sich besser an seine Eltern …!

Die nannten ihn, nicht er sich …

Es geht gegen haarsträubende Ungerechtigkeiten

Ob nun in Chile, Ekuador, Venezuela, Rumänien oder sonstwo auf der Welt: in der Regel geht es um haarsträubende Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft.
Vielen Menschen geht es schlecht, und sie müssen zusehen, wie eine kleine Clique in Saus und Braus lebt und sich mit Korruption, Ausbeutung, Unterdrückung, Vetternwirtschaft usw. die Taschen füllt.
War es bis vor etwa fünf bis zehn Generationen die Klasse der Aristokraten, von denen zu viele glaubten, sie hätten einen von Gott gegebenen Anspruch auf leistungslos erworbenen Reichtum, so ist im Kapitalismus an deren Stelle der Unternehmer und der Investor getreten. Von denen sind viele sicher nicht zu kritisieren, weil sie eine vernünftige Gemeinwohlorientierung besitzen. Aber der andere Teil besitzt diese Gemeinwohlorientierung nicht, lebt stattdessen seine Macht skrupellos aus.
Ob die letztgenannten ein Gespür dafür haben, wann das Maß voll ist und die rohe Gewalt sich Bahn bricht? Ich hoffe es, denn 1789 sollte sich nicht wiederholen.

Was Chile braucht ist dringend Reformgeist

Was Chile bei der Lage dringend braucht, ist Reformgeist. Beispiel: Renten

https://www.tagesschau.de/ausland/chile-proteste-121.html

Und manche müssen mit winzigen Renten leben, die Mindestrente hier in Chile liegt knapp über 100 Dollar. Was soll man damit machen?"

Diese Rente von 100 Dollar ist viel zu niedrig. Aber: Mindestrente heißt, dass die Untergrenze bei der Rente bei 100 Dollar liegt und nicht weniger bezahlt werden darf als diese 100 Dollar, sondern viel mehr. Aber auf jeden Fall muessen die Renten rauf. Nur: dabei muss aufgepasst werden, dass es fuer die jungen Generationen bezahlbar bleibt.

nicht passende thema, sorry!

Der Wohlstand einer Gruppe von Menschen wird die Armut einer anderen Gruppe verursachen.
Wir müssen endlich verstehen, dass der Kapitalismus weder eine Wirtschaft noch eine Philosophie ist, sondern eine Krankheit. Diese Art von Obsession beinhaltet alle Arten von Krankheiten, wie Opportunismus, Rassismus, Nationalismus, Patriotismus und alles, was die Gruppe von Menschen gegen andere abstempelt.
Ungleichheit von Geburt an !!
Freitags für die Zukunft, wo diese Kinder solche idiotischen Gedanken lernen.
Solange ein Kind vor Hunger stirbt, hat die Existenz dieses Planeten und des gesamten Universums selbst Gott keinen Sinn.

Darstellung: