Ihre Meinung zu: #MeToo in Wissenschaft: "Das will ich für mich nicht mehr"

25. Oktober 2019 - 7:27 Uhr

Berliner Wissenschaftlerinnen berichten von jahrelanger sexueller Belästigung durch einen Forscher. Eine Vorgesetzte soll die Frauen gedrängt haben, zu schweigen. Von Tina Friedrich und Jan Wiese.

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Kommentare

Das ganze ist eine riesen

Das ganze ist eine riesen Sauerei. Ganz klar. Und so wie es männliche Schweine gibt, sind die Frauen zu ängstlich. Wenn irgendwas nicht stimmt, sagt man seine Meinung ohne an Konsquenzen zu denken. Das wäre schon 1900 gegangen. Immerhin reden wir von 50% der Bevölkerung. Und von ganz wenigen Schweinen.

eine schwierige Situation

wenn man zu hause sitzt und wartet dass einer klingelt
und fragt geschah ihnen Unrecht
"Wo kein Kläger da kein Richter"
das mag vielleicht platt klingen aber die Klappe halten und nichts tun,
ist auch nicht der Weg ein Übel zu beseitigen

Warum handeln die Betroffenen nicht?

Wenn ich am Arbeitsplatz ernsthaft bedraengt oder belaestigt werde, muss ich die Konsequenzen ziehen und entweder den Taeter anzeigen und ggf. den Arbeitsplatz wechseln. Ich verstehe nicht, warum man so etwas dauerhaft uebergehen laesst, wenn es wirklich so schlimm sein sollte.

Andererseits gilt grundsaetzlich die Unschuldsvermutung und nach vielen Beispielen vom Schlage Kachelmann und Gina-Lisa Lohfink sollte es doch inzwischen im gesellschaftlichen Bewusstsein angekommen sein, dass es durchaus Frauen gibt, die solche Anschuldigungen fabrizieren, um sich Vorteile zu verschaffen. Es gilt nach wie vor "in dubio pro reo".

die Methoden der Täter

werden perfiderweise auch von Mittäterinnen angewandt: durch Androhung von Nachteilen erzwungenes Schweigen. Frauen setzen Frauen unter Druck. Wem können die Opfer noch vertrauen?
Und natürlich Leitungsebenen, die völlig ahnungslos waren und kaum glauben können, dass es in ihrem Unternehmen sowas wie sexuelle Belästigung gibt.
Die Täter werden minimalst sanktioniert, fast wie bei der Versetzung von geistlichen Funktionsträgern an eine andere Kirche, und können an neuer Position ihr schändliches Tun weitertreiben.
Unfassbar.

Belästigung !

Es ist eine Schande, was sich so manche Männer immer wieder leisten. Dass aber weibliche Vorgesetzte dies auch tolerieren, ist noch mehr zu verurteilen. Das hat nichts mit der Stellung in einem Betrieb oder Institut zu tun, sondern mit Achtung und Respekt. Beides sollte immer, auch wenn die Hormone jucken, an erster Stelle stehen.
Leider ist unsere Gesellschaft anscheinend mit nichten bereit, dies zu leben und endlich sich ein zu gestehen, dass es genauso viele Frauen wie Männer gibt und diese die gleichen Rechte haben.
Zu oft denken Männer, sie sind das Non plus Ultra, nur stimmt dies so nicht. Sie mögen kräftiger und schneller sein, aber im Kopf und in ihrer geistigen wie psychischen Entwicklung hinken sie den Frauen Jahre hinterher.
Das ist traurig und beschämend für die gesamte männliche Hemisphäre und hoffentlich in sehr wahrscheinlich vielen Jahren mal kein Thema mehr.
Diese Zeilen kommen von einem Mann !

Belästigung !

Leider ist dies immer wieder ein Thema, das an verschiedenen Orten auftaucht.
Und leider dauert es überall viel zu lange, bis es in den Köpfen von Chefs und Vorgesetzten mal richtig klingelt, dieses Thema auf die Agenda zu setzen und die endlich notwendigen Vorschriften und Gesetze zu erlassen, um dieses furchtbare und unmögliche von Hormonen Überschuss gesteuerten schweinischen Männern zu bremsen und mal richtig hart sanktionieren und ihnen vor Augen führen, was sie mit ihren Taten anderen Menschen antun.
Noch immer gibt es Männer, die glauben, sie können sich alles erlauben. Zum einen wegen ihrer Position, zum anderen sie ihr Ego nicht im Griff haben und keine Achtung und kein Respekt vor Frauen.
Leider helfen aber auch die "guten" Männer auch nicht dabei, sie schauen oft weg und treten dem "Schwein" nicht auf die Füße.

Testosteron

Klar, dass Männer, die aggressiv ihrem Geschlechtstrieb folgen, ihre Gene über Jahrtausende erfolgreicher weiter gegeben haben als Exemplare, die Wert auf Gegenseitigkeit legen. Oxytocin und nicht Testosteron würde auch auf anderen Gebieten helfen. Frauen unattraktiv machen wie die Moslems, bringt es auch nicht. Wer seine Libido nicht selber in den Griff kriegt, sollte die Medizin fragen.

Es kommt immer wieder vor

das Männer sich solche Sauereien gegen über Frauen am Arbeitsplatz rausnehmen. Sollten die belästigten Frauen ihren Betriebsrat melden.

Nicht nur MeToo!

@Sisyphos3: Was Sie da schreiben ist, wie Sie selbst schreiben, platt. Es ist für Nicht-Wissenschaftler kaum vorstellbar, welche Zustände im Wissenschaftsbetrieb, gerade an Hochschulen herrschen.

Das Problem der Abhängigkeit von Gruppenleitern / Professoren betrifft genau so Wissenschaftler mit Doktortitel (sog Postdocs). Es geht auch nicht nur um sexuelle Belästigung, vielmehr finden sich viele Wissenschaftler extremem Druck und Mobbing ausgesetzt. Da fast alle Arbeitsverträge befristet sind und, wie im Bericht korrekt beschrieben, die persönliche Referenz durch den Chef entscheidend für die Karriere ist, stehen viele Wissenschaftler schutzlos da und erdulden Erniedrigungen und Machtmissbrauch schweigend. Erfolgsdruck und beständiger Kampf um Forschungsgelder werden als Rechtfertigungen für diese Ausbeutung angeführt und Institutsleitungen drücken lieber beide Augen zu, wenn doch mal Vorwürfe gegen einen Kollegen mit großem Forschungsetat auftauchen. Dieses Problem gibt es weltweit!

Frau kann sich wehren....

ich denke, wenn man mit der Belästigung nicht einverstanden ist kann man sich wehren. Schweigen erzwungen....
lies man sich vielleicht darauf ein um Kariere machen zu können?
Und warum geht man erst jetzt an die Öffentlichkeit.
Ich verurteile auf jeden Fall, sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz. Ich war diesen vor Jahren auch ausgesetzt, habe der Person (Abteilungsleiter) die Grenzen aufgezeigt und das ich das nicht möchte, das hat genützt.
Notfalls den Arbeitsplatz wechseln.
Ich finde man muss sich sofort wehren und den Tätern es nicht zu leicht machen. Was bei erwachsenen Frauen sicher einfacher ist, als bei jungen Mädchen.

.....übrigens, habe ich an meinem Arbeitsplatz auch erlebt wie sich Frauen sich anbiedern.. besonders bei Betriebsausflügen...da sind es nicht immer die Männer provozieren.

Die Sprüche...

... da kann man nur das Gesicht in den Händen begraben.

Deutschland Arbeitsland der Frauen! Paygap und Sexuelle Belästigungen.
Ich denke wir sollten auch alle auch Schämen da wir Machokulturen (dass der Mann mit Selbstbewusstsein nimmt was er will) durch Filme und Geschichten Romantisieren und es "cool" machen.

Kann es nicht sein,.......

daß sich "schweigen" oft auch rentiert hat? Das gilt für alle Bereiche! Man kann allen Männern nur empfehlen jede Äußerung, jedes Kompliment zu unterlassen, weil die Gefahr besteht, daß es mißverstanden wird! Den Männern, die sich auf dermaßen niedrigem Niveau bewegen und auch noch glauben, sie wären ein toller Hecht, kann sowieso nicht geholfen werden und die haben eine Anzeige verdient!

Mehrerlei Probleme

Neben der sexuellen Belästigung, die in dem vorliegenden Fall ja sogar schon als sexuelle Bedrohung bezeichnet werden muss ("Lass uns die Tür schließen..."), haben hier und anderswo die Betroffenen damit zu kämpfen, dass große und öffentlich geförderte Institutionen den Ball gern so flach wie möglich halten, um ja keine schlechte Presse zu bekommen. Das kann man regelmäßig bei wissenschaftlichem Fehlverhalten an Universitäten und großen Forschungseinrichtungen erleben (Datenfälschung etc.).
Die von anderen Foristen bereits thematisierte Abhängigkeit in Vorgesetztenverhältnissen kommt dazu - die ist in der Wissenschaft reichlich genau so extrem wie das Mäzenatentum in der Kunst (Musik, Theater, Film sind ja nicht umsonst Vorreiter bzgl. #MeToo).
Es braucht Ansprechpartner außerhalb der Einrichtung - die müssen dann allerdings auch kontaktiert werden, wenn es belastbare Aussagen mit Zeugen gibt. Jammern hilft nicht, 7 Jahre später schon gar nicht.

ich finde es unerträglich

dass es hier sofort Kommentare gibt, in denen unterstellt wird, die Frauen hätten die Belästigungen erfunden. Und die armen Männer seien in Wirklichkeit die Opfer.

Nicht viel besser übrigens die Ratschläge, die Frauen sollten doch einfach den Arbeitsplatz wechseln. Das sollte tatsächlich eine Maßnahme gegen diese Zustände sein?

Beides zeigt, wie wenig Bewusstsein es in unserer Gesellschaft immer noch gibt, was - in keiner Weise zu tolerierende - sexuelle Übergriffe angeht.

@ Superschlau (09:03): korrekt das ist eine Sauerei

hi Superschlau

Das ganze ist eine riesen Sauerei. Ganz klar. Und so wie es männliche Schweine gibt, sind die Frauen zu ängstlich. Wenn irgendwas nicht stimmt, sagt man seine Meinung ohne an Konsquenzen zu denken.

Korrekt, das ist eine gewaltige Sauerei was da gelaufen ist und eventuell noch läuft. Und solche Betroffenen sollten direkt zur Polizei gehen. Solchen Opfern sollte man Mut machen, diese Straftaten anzuzeigen.

Aber bei dieser Frage:

Und von ganz wenigen Schweinen.

wäre ich mir nicht so sicher. Ich denke eher, dass es da viel mehr solche Schweine gibt.

Dass hier ist eine riesige Sauerei!!

Dass hier:

https://www.tagesschau.de/investigativ/rbb/metoo-111.html

"Sie gab mir die Schuld"

Erst Jahre später melden sich weitere Betroffene, der Vorstand des Max-Delbrück-Centrums wird eingebunden. "Wir haben im Mai 2018 zum ersten Mal von den Belästigungen erfahren", sagt Thomas Sommer, damals wissenschaftlicher Direktor, heute kommissarischer Direktor des MDC.

Dann habe das Mobbing durch die Arbeitsgruppenleiterin begonnen, erzählt Anna*. "Sie gab mir die Schuld, ich hätte seine Komplimente einfach falsch verstanden. Sie erinnerte mich auch daran, dass ich hier sei, um zu arbeiten, und nicht, um kindische Vorfälle zu melden. Ja, so nannte sie es." Später soll die Arbeitsgruppenleiterin Anna* gebeten haben, dem Direktor nicht zu viel zu erzählen. "Ich solle vorsichtig sein, was ich sage, weil ich damit seine Karriere zerstören könnte."

ist gelinde gesagt eine riesige Sauerei!! Diese Arbeitsgruppenleiterin hat eine Schutzpflicht!!

Diese Arbeitsgruppenleiterin gehört in dem Fall mit angezeigt!

Wenn diese Arbeitsgruppenleiterin ihrer Schutzpflicht fuer die ihr unterstellten Mitarbeiterinnen nicht nachkommt, dann gehört die wegen Billigung dieser Straftaten bzw. als Mittäterin und Mitwisserin ebenfalls angezeigt:

https://www.tagesschau.de/investigativ/rbb/metoo-111.html

Dann habe das Mobbing durch die Arbeitsgruppenleiterin begonnen, erzählt Anna*. "Sie gab mir die Schuld, ich hätte seine Komplimente einfach falsch verstanden. Sie erinnerte mich auch daran, dass ich hier sei, um zu arbeiten, und nicht, um kindische Vorfälle zu melden. Ja, so nannte sie es." Später soll die Arbeitsgruppenleiterin Anna* gebeten haben, dem Direktor nicht zu viel zu erzählen. "Ich solle vorsichtig sein, was ich sage, weil ich damit seine Karriere zerstören könnte."

Null Pardon bei sowas!! Außerdem gehört die dann fristlos entlassen!! Dann weiterhin: warum wurde die Charité nicht vor diesem Beschuldigten gewarnt?? Auch dass geht so nicht.

Weiterhin geht auch dass hier so nicht - Beweissicherung??

Weiterhin geht auch dass hier so nicht:

https://www.tagesschau.de/investigativ/rbb/metoo-111.html

Die Frauen haben auch diese Vorwürfe der Institutsleitung gemeldet. Konsequenzen: keine. Angesprochen habe man die Professorin zwar darauf. "Aber hier sind viele Gerüchte im Spiel. Der Fall ist nie zur Anzeige gekommen und auch nicht gerichtlich untersucht worden", sagt Direktor Sommer. Arbeitsrechtlich hat die Professorin nichts zu befürchten.

Der beschuldigte Wissenschaftler bekam nach einer offiziellen Beschwerde Hausverbot, wenig später unterschrieb er einen Auflösungsvertrag. Die sexuelle Belästigung muss dann im Arbeitszeugnis nicht erwähnt werden. Arbeitsrechtliche Konsequenzen für den Mann bleiben aus.

Da muss es auf jeden Fall Konsequenzen setzen und das muss untersucht werden!! Gibt es nachträglich Möglichkeiten fuer Beweissicherung?? Solche Straftaten dueren nicht toleriert werden. So nicht!!

Me too!

"Er sagte, er benutze große Buchstaben, weil er einen großen Schwanz habe."

Habe ich (als Mann) auch erlebt:

Eine Kollegin erzählte mir ungefragt, dass sie ihre Pullover immer zwei Nummern größer kaufe, weil "sie so große Titten" habe.

Ich war erschüttert. Die Abteilungsleiterin stand direkt daneben und hat gelacht. Folgen hatte das keine.

09:03 von Superschlau

"Das ganze ist eine riesen Sauerei. Ganz klar. Und so wie es männliche Schweine gibt, sind die Frauen zu ängstlich."

Männer sind genauso ängstlich, wie bekannt ist.

Wenn eine Frau oder ein Mann eine Familie zu versorgen hat, ist alles nicht so einfach.

Bei Frauen kommt hinzu, dass ihnen gerne unterstellt wird, dass sie selber schuld sind, wenn sie die Männer verlocken.
Darum schweigen sie vielleicht lieber, um nicht als Hure zu gelten.

Von der Charité erwarte ich Suspendierung von diesem Typ

Außerdem fordere ich die Charité eindeutig auf, diesen Wissenschaftler bis zur Klärung dieses Sachverhalts zu suspendieren:

https://www.tagesschau.de/investigativ/rbb/metoo-111.html

Die Frauen empfinden das als Affront. Sie haben gehört, ihr Peiniger soll nun an der Charité seine Forschung fortsetzen. Ein Anruf beim entsprechenden Institut ergibt: Der Mann arbeitet tatsächlich dort und ist auch in der Lehre tätig.

Es ist Aufgabe von Polizei und Staatsanwaltschaft, dem nachzugehen und wenn da was gewesen ist, dann erwarte ich Durchgreifen von Seiten des Arbeitgebers und auch von Seiten der Justiz!!

Diese Frau sollte kuendigen und dieses MDC verklagen

Darueber hinaus:

wenn dieses Wissenschaftzentrum nichts dagegen unternimmt:

Zweieinhalb Jahre lang teilte sich Caroline* ein Büro mit einem Wissenschaftler am Max-Delbrück-Centrum (MDC) in Berlin-Buch.

dann wuerde ich an der Stelle von dieser Frau den Arbeitsvertrag sofort kuendigen und dieses Max-Delbrück-Centrum verklagen auf

a) Abfindung
b) Schmerzensgeld!

Was die sich erlaubt haben, geht entschieden zu weit!!

Abhängigkeit in der Wissenschaft

@dito: Das Problem ist, dass ein Arbeitsplatzwechsel bedeuten würde, sein Projekt nicht beenden zu können - an dem manchmal 6 - 8 Jahre gearbeitet wurde. Das wäre so, als würde man einen gemobbten Elftklässler sagen: Dann wechsel doch die Schule, du musst halt nur in der 5.Klasse wieder anfangen.

@ultrawhitestar : Absolute Zustimmung. Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz hat das ganze Problem noch verschlimmbessert. Die Leute dürfen nur maximal 6 Jahre befristet bezahlt werden. Ist das Projekt bis dahin nicht beendet oder der Chef noch nicht zufrieden, arbeitet man unbezahlt mit Gastwissenschaftlervertrag weiter. Teilzeitjob, um über die Runden zu kommen und dazu noch 30-50h unbezahlt an der Uni.

@alle: Sexuelle Belästigung ist nur eine Seite - das System fördert auch Mobbing, Datenklau, Datenfälschung und setzt einfach völlig falsche Anreize. Außerdem wird Chef, wer gut forscht und publiziert. Personalführung ist leider kein Kriterium.

Ich denke, dass es viele

sexuelle Uebergriffe gibt. Ich denke auch, dass Mobbing eines der groessten Probleme unserer Gesellschaft ist.

Viel , viel Erziehungsarbeit und Sensibilisierung muss geleistet werden.

Ich glaube aber auch an die Unschuldsvermutung, an den Rechtsstaat und die Gefahr, dass jemand "hingehaengt" wird, aus welchen Motiven auch immer.

Ich bin skeptisch, wenn mir anstelle eines ordentlichen Verfahrens , denn das sollte in der Schwere des vorliegenden Falls moeglich sein , ein Zeitungsartkel oder Internetartikel presentiert wird, mit vagen Beschuldigungen und Namen geschwaerzt.

Ich bin nicht sicher, ob das die Situation verbessert.

Das Wissenschaftssystem benötigt umfassende Strukturveränderung

@ultrawhitestar: Sie haben absolut Recht. Was im Wissenschaftssystem passiert, ist für alle außerhalb dieses Systems kaum verständlich. Arbeitsrechte sind gesetzlich beschränkt und dort, wo Rechte greifen, wird eine Wirkung durch Machtabhängigkeiten und befristete Arbeitsverträge begrenzt.
Für die drei Frauen tut es mir sehr leid, diese Erfahrung machen zu müssen. Es sind aber tatsächlich nicht nur sexuelle Belästigungen, sondern insgesamt vielfältige Problembereiche, die wahrscheinlich in der freien Wirtschaft keinen Bestand hatten. Bedingt durch das Wissenschaftszeitgesetz und der damit regelmäßigen "Erneuerung" des wissenschaftlichen Mittelbaus können leider auch keine ernsthaften Instanzen geschaffen werden, um Missbrauch zu unterbinden. Hinzu kommt, dass Führungspersonen (vor allem Professoren, Gruppenleitern und Direktoren) Führungskompetenzen fehlen, sicherlich auch bedingt durch Aufstiegsmechanismen in der Wissenschaft.

Richtig laut werden hilft

"Über mindestens sieben Jahre hinweg soll der Mann mehrere Frauen sexuell belästigt, sie ungewollt gestreichelt und massiert, ständig Komplimente gemacht haben. "Ein Nein hat er einfach nicht akzeptiert", sagt Birgit*, die, so wie alle betroffenen Frauen, nicht will, dass jemand ihren richtigen Namen kennt"

Ich kann jeder Frau nur raten, gegenüber Männern, die ihre Grenzen nicht kennen (oder nicht akzeptieren wollen) und sie hartnäckig "verfolgen" oder ihnen gar "auf die Pelle" rücken alle Hemmungen fallen zu lassen und richtig LAUT zu werden. Peinlich ist das nämlich nur für die Männer. Sich eine Trillerpfeife zuzulegen könnte auch helfen.

Es ist immer wieder verblüffend festzustellen, wie schnell solche Typen dann plötzlich wie vom Erdboden verschluckt sind.

Was für ein armer Wicht,

der das nötig hat ...

Liebe Frauen, es hilft

Liebe Frauen, es hilft nichts, über geringere Bezahlung oder Sexismus zu jammern. Da muss Aktion her. Und wenn es sein muss, Arbeitsniederlegung. Bis hin zur Kündigung. So wird gekämpft. Dann macht euren job wer anders? Dass ich nicht lache. Angeblich haben wir fachkräftemangel. Wie sollen da millionen frauen ersetzt werden? Wir Arbeiter haben die Macht. Manager und Aktionäre sind nur kleine Lichtlein.

Dr. Oktopus

Es scheint mir wichtig, den Namen der angesprochenen kriminellen Gruppenleiterin zu veröffentlichen, damit diese bei zukünftigen Arbeitsverhältnissen von den Entscheidern gleich im Vorfeld als Bewerberin aussortiert werden kann und ihre Karriere im Interesse der Gesellschaft beendet wird.

Wieso soll übrigens der erarbeitete Verhaltenscodex erst ab dem Kalenderjahr 2020 gelten und nicht umgehend? Ist das als "Übergangszeit" für sexuelle Belästigung gedacht?
Das Max-Delbrück-Centrum sollten wir alle ab sofort auf dem Radar behalten!

Verbesserungsvorschläge

Das Problem wird sich nicht lösen lassen, ohne dass das Wissenschaftssystem komplett umgestaltet wird, um die Machtkonzentration an einigen Stellen zu reduzieren:

1.) Professoren von der Funktion der Personalführung zu entlasten.

Pro Institut ist die Position eines hauptamtlichen HR-Managers schaffen, sodass Einstellungen, Vertragsverlängerungen und Konflikte zwischen Mitarbeitern von einer kompetenten Person mit Coaching-Skills bearbeitet werden.

Forschung ist sehr international, da gibt es z.B. auch kulturelle Konflikte und mancher Prof. hat einfach die Empathie einer Dampfwalze.

Über eine Vertragsverlängerung würde dann nicht mehr nur der Professor entscheiden, sondern es würden auch Beurteilungen von Kollegen mit einbezogen werden.

Die ganze Forschungskultur huldigt dem Rationalen und Ergebnisse müssen auch objektiv sein.

Aber ihre Produktion ist eben hoch emotional und psychisch belastend, weil Unvorhersehbares dauernd passiert - das gilt es zur Kenntnis zu nehmen.

@Traumfahrer

Das wird auch nicht aufhören, solange die Betroffenen keine Anzeige erstatten. Wir reden hier von einer Straftat, nicht von irgendwelchen Brüchen der Hausordnung.
Der Chef hat da im Grunde garnichts zu suchen, hat nicht die nötigen Kompetenzen. Der Beschuldigte gehört schließlich, bei erwiesener Schuld, strafrechtlich sanktioniert und sollte nicht einfach den Job verlieren.
Wenn mir eine Angestellte solche Übergriffe meldet werde ich den Teufel tun und selbst ermitteln. wie denn auch. Das geht zur Polizei. Die ist dafür da.
Nicht ich, Twitter, die Tagesschau oder dieses „Forum“ hier
Kann doch ansich nicht so schwer sein

@ IBELIN (11:03): Nein so ein Zeitungsartikel macht keinen Sinn

hi IBELIN

Mit dem hier:

Ich bin skeptisch, wenn mir anstelle eines ordentlichen Verfahrens , denn das sollte in der Schwere des vorliegenden Falls moeglich sein , ein Zeitungsartkel oder Internetartikel presentiert wird, mit vagen Beschuldigungen und Namen geschwaerzt.

Ich bin nicht sicher, ob das die Situation verbessert.

haben Sie recht. Nein das macht keinen Sinn. Denn damit kommen die Schuldigen wieder davon. Was aber Sinn macht ist eben:

1. Anzeige bei Polizei und Staatsanwaltschaft
2. den Laden auseinander nehmen zu lassen durch Polizei und Staatsanwaltschaft
3. Anzeige durch diese Arbeitsgruppenleiterin
4. so ein Verhaltenskodex der deutlich enthalten muss, dass solche Straftaten nicht toleriert werden und zur Anzeige gebracht werden.
5. in diesem Fall auch Anzeige gegen diese Arbeitsgruppenleiterin wegen Mitwisserschaft bzw. Mittäterschaft
6. Kuendigung des Arbeitsvertrages und Einklagen von

a) Abfindung
b) Schmerzensgeld

Grenzziehung

Schwierig ist auch die Unterscheidung zwischen einer Zote oder einen Übergriff. Ich hatte mal in einer Firma gearbeitet an dem es einen "Hormonmontag" gab, indem sich jeder überboten hat mit seinen absichtlichen Sprüchen. Da hat es aber jeder als Spaß aufgefasst. Es hat sich aber nie einer beschwert, sodass man ausgehen konnte das alles i.O. ist. Wenn sich das Opfer aber nicht traut etwas zu sagen, wird es aber auch nicht als übergriffig wahrgenommen. Ein sehr schwieriges Feld, indem es keine Patentlösung gibt, nur Aufklärung zur Aufklärung.

Fehlende Reaktion Arbeitgeber.

Der Arbeitgeber sollte hier deutlicher und sofort reagieren. Sowohl im Arbeitsvertrag als auch in der sofortige Reaktion. Daran fehlts auch.

@ mlz (11:28): dass hier kann man zusätzlich machen

hi mlz

Dass hier:

Pro Institut ist die Position eines hauptamtlichen HR-Managers schaffen, sodass Einstellungen, Vertragsverlängerungen und Konflikte zwischen Mitarbeitern von einer kompetenten Person mit Coaching-Skills bearbeitet werden.

kann man zusätzlich machen. Weiterhin wäre es wichtig dass es in solchen Instituten zusätzlich auch

eine Rechtsabteilung

gibt, an die man sich wenden kann und die auch fuer solche wissenschaftlichen Arbeiten mit zuständig ist, damit da nicht gepfuscht wird wie bei den Doktorarbeiten (Ghostwriting, usw.) auch. Diese Rechtsabteilun kann sich auch mit darum kuemmern welche wissenschaftlichen Sachen zulässig sind und welche nicht (Embryonen-Kloning wie in China sind bei uns nicht erlaubt).

Weiterhin braucht es eine Verwaltungsabteilung die sich um die Verträge (Verwaltungskram) kuemmert, damit sich die Professoren komplett auf die wissenschaftliche Arbeit konzentrieren können.

An euch Wissenschaftler: Frauen sind KEIN Freiwild!!

Deswegen von mir ganz deutlich und im Klartext an alle männlichen Wissenschaftler in solchen Instituten:

merkt euch mal bitte, dass eure weiblichen wissenschaftlichen Kolleginnen kein Freiwild fuer euch sind!! Kriegt mal euren Geschlechtstrieb unter Kontrolle!!

Da muss in diesen Instituten ein kompletter Kulturwandel einziehen. Frauen - egal in welchen Firmen auch immer - sind keine billigen Flittchen an denen ihr euch vergreifen könnt!! Die Frau entscheidet selbst, ob sie was von euch will oder nicht.

Es liegt an jedem selbst,

Es liegt an jedem selbst, wie er sich seinem Gegenüber zu verhalten hat. Zum Beispiel eine gute Erziehung seitens des Elternhauses und durch Einfluss der Gesellschaft , Respekt und Anstand vor seinen Mitmenschen auch zum weiblichen Geschlecht zu haben. Es zeigt uns immer wieder die Fehlentwicklungen unserer Gesellschaft auf.

was tun!

Es gibt zuviele Pfeifen unter den Maennern, die die Frauen im Regen stehen lassen. 'Sollen doch streiken', "anzeigen" etc... als ernstgemeinter Vorschlag? Wie waers mal damit den Machos im Bekannten und Kollegenkreis eins auf's die 12 zu geben? Geht nicht? Angst? Vielleicht u soft geworden? Wann ist ein Mann ein Mann? Da liegt Klaerungsbedarf.

"Noch immer gibt es Männer,

"Noch immer gibt es Männer, die glauben, sie können sich alles erlauben. Zum einen wegen ihrer Position, zum anderen sie ihr Ego nicht im Griff haben und keine Achtung und kein Respekt vor Frauen."

Ich empfinde ihren Kommentar als zutiefst männerfeindlich, da diese Dinge genauso auf Frauen zutreffen. In dem Beispiel hat eine Frau ihre Machtposition ausgenutzt. Gegenüber einer Frau. Genauso gut hätte sie es gegenüber einem Mann tun können. Und Männer sind genauso Opfer sexueller Belästigung wie Frauen. Das macht die Sache nicht besser, aber man sollte schon differenzieren. Machtmissbrauch und Sexismus sind keine reinen Männerprobleme, sondern menschliche Probleme.

12:17 von Grandloser

"Ich hatte mal in einer Firma gearbeitet an dem es einen "Hormonmontag" gab, indem sich jeder überboten hat mit seinen absichtlichen Sprüchen. Da hat es aber jeder als Spaß aufgefasst."

Da wuerde ich kuendigen. Khartasistherapie ist sowas von wiederlegt, nebenbei. Antrainieren von Verhaltensweisen durch Wiederholung funktioniert hingegen. Warum macht man keinen "Meditations- und Achtsamkeitstag?" in der Firma? Kann auch Spass machen. Ist aber sinnvoller.

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