Ihre Meinung zu: Moskau: Bewährung statt Straflager für Schauspieler Ustinow

30. September 2019 - 15:56 Uhr

Am umstrittenen Schuldspruch gegen den russischen Schauspieler Pawel Ustinow ändert sich nichts. Ein Berufungsgericht hat nun aber die dreieinhalb Jahre Straflager in eine Bewährungsstrafe umgewandelt.

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Kommentare

Unrecht bleibt Unrecht

"Ein Berufungsgericht hat nun aber die dreieinhalb Jahre Straflager in eine Bewährungsstrafe umgewandelt"

Da hat er ja Glück gehabt. Und nicht nur für ihn ist das natürlich erfreulich.

An der Umstrittenheit des Schuldspruchs selbst ändert dieses wohl dem Druck der Öffentlichkeit geschuldete "taktische Zurückweichen" der Staatsmacht allerdings nichts.

An der Welle der Empörung hoffentlich auch nicht.

Öffentliche Empörung

Ohne öffentlichen Druck wäre Ustinow einfach für dreieinhalb Jahre "verschwunden"...
im Kreml hat man wohl eingesehen, daß die ultraharte Linie ein Fehler war..selbst die russisch-orthodoxe Kirche hat interveniert. So mußte die gelenkte Justiz zurückrudern...Putin kann sich nicht mehr alles erlauben.

Ustinow

Ich hoffe Er kommt bald ganz frei,und die Menschen wachen noch mehr auf, und zeigen der gelenkten Justiz das es so nicht weitergehen kann!

Wie in Deutschland.

@17:23 von Nettie
Ich erinnere mich an einige Fälle zu Unrecht verurteilter Demonstranten.
Oft kommt es dann in der Revision noch zum Freispruch.

In München machte ein Fall Schlagzeilen. Die Polizei nahm wohl unter Erfolgsdruck einen Unbeteiligten, der zufällig an einer Demo in der Innenstadt vorbeikam als gewalttätig fest. Der Richter war drauf und dran, ihn zu verurteilen. Da tauchte von dritter Seite ein Video des gesamten Ablaufs auf, das zeigte, dass der Beamte völlig willkürlich einen Unbeteiligten festnahm.

Das ist natürlich nicht gut - ob bei uns oder in Russland.
Und der Druck der Öffentlichkeit hilft hier wie dort manchmal.

Wo ist das Video des Vorfalls?

Wer in Deutschland einen Vollstreckungsbeamten angreift, muss mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren rechnen. (§114 StGB) Die Strafe wäre also gerechtfertigt, wenn es diesen Angriff gab.

Im Netz ist ein Video von Ustinows Festnahme zu finden: Es zeigt eine leichte Abwehrreaktion Ustinows, bei der ein Polizist zu Boden geht.
Handelt es sich dabei um die verurteilte Tat? Falls ja, wäre das Urteil auch in meinen Augen ein Fall von staatlicher Willkür.

@Nachfragerin (20:43)

Wo ist das Video des Vorfalls?
Wer in Deutschland einen Vollstreckungsbeamten angreift, muss mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren rechnen. (§114 StGB) Die Strafe wäre also gerechtfertigt, wenn es diesen Angriff gab.
Im Netz ist ein Video von Ustinows Festnahme zu finden: Es zeigt eine leichte Abwehrreaktion Ustinows, bei der ein Polizist zu Boden geht.
Handelt es sich dabei um die verurteilte Tat? Falls ja, wäre das Urteil auch in meinen Augen ein Fall von staatlicher Willkür.

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Die bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe gibt es in Deutschland übrigens auch, wenn man am Ende eines Demonstrationszugs ist, an dessen Anfang Polizisten angegriffen wurden. Ob man selbst handgreiflich wurde, ist dabei irrelevant. Wenn einer aus dem Zug Polizisten angreift, dann sind alle dran. Und da reicht als Beweis auch das Video von dieser einen Person.

@landart - Zombiestaat Russland?

17:23 von landart:
"So mußte die gelenkte Justiz zurückrudern...Putin kann sich nicht mehr alles erlauben."

Hinter praktisch allen Vorgängen in Russland stets nur den bösen Putin sehen zu wollen, zeugt von Ihrer Einfallslosigkeit.

Putin hat Ustinow weder festgenommen, noch verurteilt. Also bitte tun sie nicht so, als wären die knapp 150 Millionen Russen nichts als willenlose Marionetten, deren Fäden alle bei Putin zusammenlaufen. Selbständiges Denken und Handeln gibt es auch dort. Und das hat bekanntlich so viele Facetten, wie es Menschen gibt.

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