Ihre Meinung zu: Rückblick: Wie Polen die Mauer (mit)kippte

30. September 2019 - 15:23 Uhr

Ungarn oder Tschechien sind Fixpunkte beim Erinnern an den Mauerfall. Polen taucht dabei eher selten auf. Dabei hat die Demokratiebewegung dort maßgeblich zur politischen Wende 1989 beigetragen. Von Olaf Bock.

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Kommentare

Rückblick:Wie Polen die Mauer....

Auf dem Bild zahlreiche Flaggen der Solidarnosc.
Allerdings heute-da spielt Solidarnosc nicht gerade eine herausragende Rolle bei Streiks:Beim kürzlichen Lehrerstreik eher als Streikbrecher.Und beim Amazon-Streik schickte Solidarnosc einen ablehnenden Brief an die Belegschaft.

Es stimmt übrigens....

...dass Polen sehr viele ukrainische Flüchtlinge aufgenommen hat. Zudem fehlt in Ihrem Heldenepos die Haltung von Walesa zur Flüchtlingsthematik von heute. Wenn sich verschiedene politische Strömungen in einem Land auseinandersetzen, ist das möglicherweise ein Teil demokratischer Willensbildung und Zeichen von lebendiger Demokratie. Die Grabesruhe, die in Deutschland herrscht, wenn 85% Wählerstimmen den Parteien außerhalb der AfD zufließen und die dann als Zustimmung zur Politik der Kanzlerin und als besonders weltoffene Haltung zelebriert werden, könnte vielleicht später mal als zufriedenes Wegdämmern der Wählerschaft gedeutet werden. Mir ist die polnische Auseinandersetzung allemal lieber als die deutsche Ausgrenzung von 15% Andersdenkenden.

16:42 von Bernd Kevesligeti

Anders als Ihr post vermuten lässt geht es in dem Artikel nicht um die heutige solidarnosc, sondern um die Rolle, die diese erste freie Gewerkschaft im kommunistischen Polen gespielt hat. Und im Gegensatz zu Ihrem Genörgel können wir alle Solidarnosc nur dankbar sein, weil sie lange vor der friedlichen Revolution in der DDR gezeigt hat, dass der Kommunismus überwindbar ist. Die Rolle, die Polen vor Gorbatschow (!) gespielt hat, ist an Bedeutung kaum zu überschätzen. Die tapferen polnischen Arbeiter unter der Führung Lech Walesas haben der Welt die Lebenslüge des sog. real existierenden Sozialismus aufgezeigt. Und wir sollten auch nicht vergessen, dass die DDR damals versuchte, sich vor den sog. "polnischen Verhältnissen" zu schützen, glücklicherweise ohne Erfolg. Für mich gilt, wir müssen Solodarnosc und Polen dankbar sein für ihre Vorreiterrolle!

re frank-1021

" Wenn sich verschiedene politische Strömungen in einem Land auseinandersetzen, ist das möglicherweise ein Teil demokratischer Willensbildung und Zeichen von lebendiger Demokratie. Die Grabesruhe, die in Deutschland herrscht, wenn 85% Wählerstimmen den Parteien außerhalb der AfD zufließen und die dann als Zustimmung zur Politik der Kanzlerin und als besonders weltoffene Haltung zelebriert werden"

Dass im politischen Spektrum von der Linken bis zur CSU Grabesruhe herrscht und sich diese politischen Strömumgen nicht auseinandersetzen ist ein Befund, der wohl in einem Paralleluniversum getroffen wurde.

Merkwürdig

aber vielleicht bin ich ja zu Jung als Rentner, oder liegt am Blick von welcher Seite man schaut. Die Polen haben zwar gerne im Land gearbeitet, das wohl auf beiden Seiten, das sich jemand aber nach Polen gerichtet hat, ist mir nicht erinnerlich. Weder damals noch heute war man mit bestimmten Polnischen Gegebenheiten oder wie immer man es nennen möge, sehr zufrieden und wollte es nachahmen.
Aber wie gesagt, es liegt wohl am Blickwinkel, und ich war 10 Jahre mit einem Polnischen Kollegen ein Team, täglich.

re von Peter Meffert 16:59

Ist aber bestimmt selten,daß Sie sich auf Arbeiter berufen.Besonders dann nicht wenn die streiken gehen.
Ansonsten fühlen Sie sich mit Ihrem Kommentar wie ein Profiteur einer bestimmten Entwicklung an.

16:50 von Frank_1021

>...Wenn sich verschiedene politische Strömungen in einem Land auseinandersetzen, ist das möglicherweise ein Teil demokratischer Willensbildung und Zeichen von lebendiger Demokratie. Die Grabesruhe, die in Deutschland herrscht, wenn 85% Wählerstimmen den Parteien außerhalb der AfD zufließen und die dann als Zustimmung zur Politik der Kanzlerin und als besonders weltoffene Haltung zelebriert werden, könnte vielleicht später mal als zufriedenes Wegdämmern der Wählerschaft gedeutet werden. Mir ist die polnische Auseinandersetzung allemal lieber als die deutsche Ausgrenzung von 15% Andersdenkenden.<

Wenn Sie 85% der Wähler über einen Kamm scheren, grenzen Sie sich mit Ihren 15 Lieblingsprozent höchstselber aus. Egal, ob andere wegdämmern oder schimpfen. Sie zimmern sich Ihr Weltbild eigenverantwortlich und teilen unser Land in genau 2 (unzutreffende) Lager ein. Mehr lassen Sie nicht gelten. Schon gemorken, oder?

Immerhin, eine elegante Kurve von Polen zu dieser deutschen 15% - Partei.

Damals fand ich Polen

Damals fand ich Polen toll.
Mit Lech Walesa begann so ungefähr meine politische Wahrnehmung. Vielleicht kommt sogar ein wenig daher meine heutige politische Richtung.

Schlimm, wenn man sieht, was heute Polen regiert und was aus der `Demokratie´ dort derzeit gemacht wird.
Hoffentlich erreichen die Polen wieder einen solchen Grad an gesellschaftlicher und politischer Reife wie damals.

17:27 von Bernd Kevesligeti

Können Sie mir auch eine sachliche Antwort geben oder warum werden Sie persönlich? Warum gehen Sie nicht auf die historische Rolle der Solidarnosc ein? Finden Sie vielleicht, dass ein Regime wie damals in Polen damals besser war ? Und ja, ich profitiere wie fast alle Menschen vom Zusammenbruch des "real existierenden Sozialismus" und weine ihm keine Träne nach.

re von Peter Meffert 18:43

Ja,eine sachliche Antwort.Aber warum erzählen Sie dann nicht mal sachlich,wie Sie denn profitieren ? Und "wie fast alle Menschen".Das sind aber große Worte.

re bernd kevesligeti

"re von Peter Meffert 18:43

Ja,eine sachliche Antwort.Aber warum erzählen Sie dann nicht mal sachlich,wie Sie denn profitieren ?"

Es ist eine Obsession von Ihnen, je nach den Äußerungen eines users zu unterstellen, er äußere sich so, weil er als Großunternehmer, Aktienbesitzer, Börsenspekulant oder sonstiger Plutokrat "profitieren" wolle.

@ Bernd Kevesligeti

Versuchen Sie besser gar nicht erst, das kommunistische Regime in Polen zu relativieren oder zu rechtfertigen. Das kann nicht glaubwürdig enden.

Polen ist mehr als die Rechtspopulisten

@ Silverfuxx:
Damals fand ich Polen toll.

Bitte finden Sie es immer noch toll. Die Rechtskonservativen sind (wie hoffentlich auch in Russland) nicht ewig an der Macht. Es kommen auch wieder andere Zeiten.

@Bernd Kevesligeti

"Aber warum erzählen Sie dann nicht mal sachlich,wie Sie denn profitieren ? Und "wie fast alle Menschen".Das sind aber große Worte."

Finden Sie? Es dürfte aber der Wahrheit entsprechen.

Ein kleines Einzelfallbeispiel: Mein Vater war einer der Millionen, die im Zuge des Zusammenbruchs des "real existierenden Sozialismus" von heute auf morgen arbeitslos wurden, und der auch einige Jahre arbeitslos war. Und obwohl die Familienkasse regelmäßig leer war und er trotz verschiedener Versuche kein Bein in irgendwelche Türen bekommen hat, ist ihm immer klar gewesen, dass es ihm trotz allem immer noch deutlich besser geht als vor der Wende.

Allein schon deswegen, weil er jetzt sagen durfte, was ihm alles nicht gefällt ...

18:15 von Silverfuxx

"" Damals fand ich Polen toll.
Mit Lech Walesa begann so ungefähr meine politische Wahrnehmung. .""
#
Sehe ich genau so.Mit Lech Walesa begann der politische Frühling in Polen. Ein Demokratisierung Prozess. Leider sieht es heute in Polen nicht mehr so gut aus.

re von karwandler 20:32

Da haben Sie recht.Und an der Obsession,da wird sich nichts ändern.Sie können sich darauf verlassen.

20:42 von Sergeј @ Silverfuxx

"Bitte finden Sie es immer noch toll. Die Rechtskonservativen sind (wie hoffentlich auch in Russland) nicht ewig an der Macht. Es kommen auch wieder andere Zeiten."

Ja, bitte.
Es gab zu dieser Zeit mal so eine Art Witz-Wahl-O-Mat.
Da hatte ich brav alle Fragen beantwortet und auf "Ergebnis anzeigen" geklickt.
Da stand dann in fetten Buchstaben:

DU BIST POLEN.

@ Frank 1021

Die Grabesruhe, die in Deutschland herrscht, wenn 85% Wählerstimmen den Parteien außerhalb der AfD zufließen ...

Verstehe ich nicht. Welche Grabesruhe? Machen Sie die AfD dafür verantwortlich?

Walesa und der Papst

Wir können Polen dankbar sein. Walesa selbst hat zudem immer auf die bedeutende Rolle von Papst Joh Paul II hingewiesen. Im Folgejahr nach seinem ersten Besuch 1979 in Polen ist Solidarnosc entstanden. In Polen entstand damals eine große Hoffnung. Siehe z. B. auch nachstehnde Aussage von Walesa:

https://www.n-tv.de/politik/dossier/Walesa-kippt-Gorbatschows-Rolle-arti...

von Sergej 20:40

Relativieren ? Gucken Sie sich mal wirtschaftliche Abhängigkeiten an.Polen war seit den 1970er Jahren bei westlichen Banken hoch verschuldet(48 Milliarden $).Bis Ende der 80er Jahre wurden 52 Milliarden $ zurückgezahlt,trotzdem blieben durch gestiegene Zinsen Schulden von 49 Milliarden $.

21:20 von Anna-Elisabeth

Nun, dem Argument kann ich nichts entgegnen: Ich mag Polen !

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