Ihre Meinung zu: 365-Euro-Jahresticket: Wie Wien Pendlern das Auto abgewöhnt

5. September 2019 - 17:10 Uhr

In München müssen Pendler bis zu 700 Euro für ein Jahresticket berappen. In Wien kostet ein vergleichbares Abo für den Nahverkehr nur 365 Euro. Die Stadt lässt sich diesen Tarif einiges kosten. Von Srdjan Govedarica.

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Kommentare

Schön für Wien

Tatsächlich schön für Wien aber was lernen wir daraus?

Wenn österreichische Grüne und Sozialdemokraten denken, kann auch gerne mal was Tolles rauskommen. In Deutschland habe ich diese Hoffnung lange schon verloren.
Wenn ich so die Zusammensetzung der städtischen Gremien betrachte, fällt mir öfter mal eine grüne oder rote Vorherrschaft auf. Was ich aber in den Städten dann sehe sind Fahrverbote, teuere ÖPNV und unzureichende P+R Möglichkeiten. Scheint tatsächlich an der Kompetenz zu liegen...

Wien ist mit

Berlin oder sonstiger großen Stadt in Deutschland nicht vergleichbar.
Die Mieten sind moderat und die Renten fast 700 Euro höher als in Deutschland, das ganze Umfeld ist völlig anders als bei uns.
Und man redet wieder nur von den großen Städten, auf dem Land ist es auch in Österreich etwas anders, aber bei weiten nicht so schlimm wie bei uns auf dem Land wo der Bus nur 2-3 mal am Tag fährt.
Außerhalb und in den Bergen werden große Diesel gefahren, was bei Bergen ja auch Sinn macht.
Da ich nur im Sommer dorthin fahre, kann ich auch nur über die Saison berichten, Winter ist wohl mehr durch die Skifahrer.

Österreich lässt sich nicht mit einer deutschen Stadt vergleichen.

Erfahrung

"In München muss man für ein vergleichbares Ticket zwischen 590 und 700 Euro bezahlen. "

Hier in Leipzig kostet das Abo 720 Euro/Jahr, aber nur wenn man sich vertraglich für mind. 1 Jahr bindet.
Die normale Monatskarte, ohne Vertragsbindung kostet 950 Euro/Jahr, wenn man sie jeden Monat kauft.
Dafür gibt´s dann unpünktliche/unzuverlässige Verkehrsmittel. Habe mir auch mal vorgenommen das Auto stehen zu lassen und das 1 Monat lang getestet.
Ergebnis: Trotz großzügiger Bemessung der Zeiten 5x zu spät auf Arbeit gekommen (Nacharbeit). Das ganze für 78,90Euro den Monat.
Wer zeitig auf Arbeit muss oder spät nach Hause kommt, hat Glück, wenn überhaupt noch was fährt.
So wird das nix.

Eine halbe...

Milliarde....welche Stadt in DE soll das denn zuzahlen? Viele Verkehrsbetriebe können sich jetzt schon keine neuen Fahrzeuge leisten. Wenn ich an die halbe Milliarde und dann gleich an Berlin denke, könnte ich vor Lachen brüllen.

Am Preis liegt es nicht

Der Grund dafür, daß die Leute mit dem Auto fahren, sind doch nicht die Kosten für die Fahrkarten, die sind immer günstiger als das Auto. Mit dem Auto fahre ich die 15 km in ca. 20 Minuten, das habe ich bei den öffentlichen Verkehrsmitteln schon an Wartezeit beim Umsteigen. Für 700 EUR bekomme ich gerade einmal das Benzin für das Auto, Anschaffung, Werkstatt, Versicherung, usw. ist da noch gar nicht berücksichtigt.

rer Truman Welt

Das ist ein moderner und soweit ich weiß auch nicht nur in Wien, sondern auch in anderen Ländern gewählter Ansatz. Während in Deutschland immer noch versucht wird, den Nahverkehr kostendeckend zu bepreisen, sind andere Länder, die wirklich z. B. im Nahverkehr was bewegen wollen bereits viel weiter und eben zukunftsorientierter. Die Stadt, die Gemeinde, der Kreis, das Land und der Bund haben in erster Linie den Bürgern mit von ihnen gezahlten Steuergelder zu unterstützen. Dazu gehört der Nahverkehr dringlicher als eine Sanierung der Oper. Letzteres kann über Spenden erfolgen von denen, die sie nutzen. Kein Geld für den Nahverkehr zu haben, aber für Millionen Prestigeobjekte durchzuführen ist ein No-No! Infrastruktur, Kitas, Schulen, Universitäten, sozialer Wohnungsbau, wirtschaftliche Investitionen für wettbewerbsfähige Arbeitsplätze, Forschung, etc. gehen in einem notwendigen und angemessenen Rahmen immer vor! Ist dafür schon kein Geld da, gibt's für anderes auch kein Geld!

In Grund und Boden schämen

Die Regierung der BRD kann sich in Grund und Boden schämen, dass sie nicht in der Lage ist, dem Beispiel von Wien zu folgen und den Nahverkehr für einen Euro pro Tag anbietet. Eine Koalitionsregierung ist ein Fluch, denn die Parteien mit der Mehrheit dem C im Logo verhalten sich alles andere als christlich. Das Ausland betrachtet die BRD in vielen Dingen als unmenschlich, dazu zählt auch die Debatte um Mietendeckelung und günstigen Wohnraum. 365 Euro im Jahr für ein Nahverkehrsticket wäre jetzt das richtige Signal. Ansonsten sieht es aus, als würden die Politiker nur hohle Reden schwingen. Dieser Eindruck hat sich während der Klimadebatte eingestellt. Dies gibt doch sehr zu denken über die Handlungsfähigkeit der Regierung der BRD.

Wien - ein Vorbild?!

man kann über Österreich denken, politisch wie jeder es bräuchte, aber in Verkehrspolitik und Wohnen, sind die Wiener uns um Lichtjahre voraus.
Und nicht nur dort? die Renten reichen zum Leben und die Pflege der Alten funktioniert.

Im Ruhrgebiet, Großraum Köln

Im Ruhrgebiet, Großraum Köln und Berlin hat der Nah- und Regionalverkehr seine Kapazitäten erreicht. Das Ruhrgebiet ist so dicht besiedelt da kann man nicht mal eben ein paar Bahnhöfe vergrößern, da kann man nicht mal eben ein parr zusätzliche Gleiise verlegen. Insgesamt nutzen ca. 7 % den öffentlichen Nahverkehr. Bei 10 % würde im Ruhrgebiet vieles zusammenbrechen. Im Gegensatz zu Wien gibt es hier im Nahverkehr ungefähr 100 Verbindungen im Regionall und Nahverkehr Zug und S Bahnverkehr, das läßt sich mit Wien gar nicht gleichsetzen.

Übrigens, Studierende dürfen in ganz NRW kostenlos fahren und trotzdem kommen die meisten im PKW.

Wien/Berlin nicht vergleichbar?

Sie monieren, dass Wien und Berlin nicht vergleichbar wären, weil in Wien die Mieten moderat und die Renten im Schnitt 700 Euro höher wären.

Ich würde noch hinzufügen wollen, dass auch das Lohnniveau höher und die Besteuerung geringer ist als in Deutschland. Aber dies ist ja in einigen EU Staaten so.

Was aber hat dies mit dem 365-Euro-Ticket zu tun, das sich fast eine Million Wiener angeschafft haben und für welches beispielsweise in München das Doppelte zu bezahlten wäre?

ich

bin mehrmals im Jahr für länger geschäftlich in Wien und finde den Nahverkehr absolut vorbildlich. Auch preislich für ein Wochenticket völlig in Ordnung.

Mein Stiefsohn geht seit diesen Sommer in ein Gymnasium hier in der Pfalz ca. 20 km vom Wohnort entfernt. Als ich das Nahverkehrsticket kaufen wollte, bin ich rückwärts auf den Allerwertesten gefallen. Knapp über 1.000 € im Jahr für ein Schülerticket. Ich hab da erstmal völlig geplättet am Schalter gestanden und mir fehlten 10 Minuten die Worte, was sonst nicht so oft in meinem Leben vorkommt.

Das ist 1. Verkehrspolitik, 2. Bildungspolitik und 3. Klimaschutzpolitik par excellence.

Wie lange ist die SPD schon in der Regierung ? Fällt ihnen früh ein, hier was zu ändern.

Jahreskosten München € 700

Jahreskosten München € 700 ?
.
Diese Zahl aus dem Artikel kann ich nicht nachvollziehen. Eine Monatskarte ( 8 Ringe ) kostet € 127,80 bei 16 Ringen € 225,60. Das ergibt im " günstigen Pendlerfall " bereits über € 1500 im Jahr. Selbst bei 4 Ringen kommt man schon auf knapp € 1000 im Jahr.

Falscher Preis

Für 700 Euro darfst in München den Bahnsteig betreten. Unsere Tochter zahlt für ihr Jahresticket 1.785 Euro. Das ist für 13 Ringe das Günstigste. Da geht aber noch was. Wer von noch weiter draußen rein muß liegt schnell mal bei über 2.000 Euro.

Frankfurt ist wohl teurer?

873 Euro in Frankfurt am Main !

Hab noch was vegessen

Für alle Nichtmünchner. Wenn ihr versucht auf der Stammstrecke in oder durch die Stadt zu kommen, dann plant schon mal die notorischen Ausfälle, Verspätungen und sonstigen Vorkommnisse ein. Das ist nur mit bayrischer Gelassenheit zu ertragen.

In München 590 - 700 Euro

Wer in Zorneding (München) wohnt und in Puchheim (München) arbeitet - etwa 40km Entfernung und mit der S-Bahn ohne Umsteigen in einer knappen Stunde zu erreichen, zahlt für die "Isar Card" im Jahr 1.244,40 Euro.

@ednew - Lebensqualität darf etwas kosten!

17:46 von ednew:
"Eine halbe Milliarde....welche Stadt in DE soll das denn zuzahlen?"

Was darf eine Steigerung der Lebensqualität Ihrer Meinung nach maximal kosten?

Bedenken Sie auch, dass in einer autofreien Stadt die Instandhaltungskosten von Straßen sänken und Behandlungskosten von manchen Erkrankungen wegfielen.

Außerdem werden die Verkehrsbetriebe sowieso schon bezuschusst, was letztendlich auch nichts anderes ist als ein Subventionsprogramm der Wirtschaft. (Denn das Geld verschwindet ja nicht.)

Was kann ein Deutscher nicht?

1. Ein gutes Haar an einer ausländischen guten Lösung lassen.
2. Eine solche Lösung übernehmen.

BSP Schweiz: Alle zahlen in die RV ein
-> Renten sind höher
Man gibt viel mehr Geld für die Bahn aus
-> Taktung und Zuverlässigkeit sind besser

um 18:09 von Werner40, Jahreskosten München € 700

und wie weit kommst mit 4 Ringe? Von der Oper zum Stachus. - Übertrieben - Aber viel geht damit nicht.

700 € ? schlecht rerechiert

Vielleicht sind die Redakteure dieses Beitrags nicht in Hamburg ansässig, kommen in den Genuss eines HVV-Jobtickets oder benutzen andere Verkehrsmittel, um zur Arbeit zu kommen.
Für mein HVV-Jahresticket im Abo muss ich 1.074 € zahlen. Zwar kann ich die Kosten steuerlich geltend machen, aber ich würde mich, wie Menschen, die das nicht können über günstigere Preise des ÖPNV in Hamburg sehr freuen!

@DeHahn

Treffend formuliert

;-)

Das "rote" Wien mit kommunistischer Beteiligung.

@17:55 von Longjogger
Richtig!
Wie haben die das geschafft?
– Wohnungen: Die Stadt hat gezielt eigene Wohnungen gekauft. D. hat Sozialwohnungen nach ein paar Jahren dem freien Markt übergeben mit den üblichen Erhöhungen.
Die Durchmischung in Wien hat auch Auswirkungen auf den "freien" Markt
– Eine bessere öffentliche Verkehrsplanung kommt offensichtlich auf Dauer auch nicht viel teurer als das Herumgestopsel in anderen Städten.
– Renten: Die Durchschnittsrente ist ca. 800 € höher als in D.
Grund: Alle sind beteiligt, sogar Kapitaleinkünfte, Abgeordnete werden herangezogen ...

Was nutzt mir ein Ticket für

Was nutzt mir ein Ticket für 1€ am Tag, wenn nichts fährt? Und das in der Grenzregion zwischen Rhein Neckar und Rhein Main.
Das ist ja auch nur eine der reichsten und geschäftigsten Regionen, in der Mitte Deutschlands.

München: 4 Ringe sind die ganze Stadt.

@18:50 von klaus-ed, @Werner40
"https://www.mvv-muenchen.de/fileadmin/mediapool/03-Plaene_Bahnhoefe/Tarifplaene/MVV_Tarifplan_Zeitkarten_Innenraum.pdf"

Für ein Jahresabo müssen nur 10 Monate bezahlt werden.

700€ in München können nur

700€ in München können nur ein Witz sein! Meine Kinder müssen in die Stadt und zum nächstgelegenen Gymnasium, einmal 15 und einmal 11km, wenn man direkt fährt. Das tut der Bus natürlich nicht, es gibt die halbe Landkreisrundfahrt gratis, ist nun mal so, irgendwie muss der Bus ja voll werden.
Das kostet dann knapp schlappe 1200€ pro Nase.

Jobticket

Bedienstete im öffentlichen Dienst des Landes Hessen erhalten ein Job-Ticket für das gesamte Nahverkehrsnetz. Es gilt sogar am WE auch für den Partner und die Kinder.

Beide Seiten sehen

@ DeHahn:
BSP Schweiz: Alle zahlen in die RV ein -> Renten sind höher

Alle, die einzahlen, kriegen auch aus der RV raus -> Renten sind doch nicht höher

@ Gytha

Meine Kinder müssen in die Stadt und zum nächstgelegenen Gymnasium [...]
Das kostet dann knapp schlappe 1200€ pro Nase.

In Hessen zahlt das Land die Fahrtkosten der Schulkinder.

@Peter Goge Ich weiß nicht,

@Peter Goge

Ich weiß nicht, wie das in Hessen läuft, aber in NDS zahlt man ab Gymnasium selbst, ebenso für die schulische Ausbildung nach 10. Klasse.

Ungerechtigkeit

Wenn Menschen in den Städten für 365 Euro im Jahr auf das Auto verzichten können ist die Landbevölkerung klar benachteiligt, denn letztendlich zahlen sie auch ungewollt für den günstigen Tarif mit obwohl sich nix davon haben

Der Preis ist das eine - der Ausbau und die Dauer das andere....

Ich würde sehr gerne die Pendelstrecke (45 km einfach) mit dem Zug fahren, wenns nicht so elend langsam wäre und inkl. Fußwegen (man muss ja erst mal zum Bahnhof kommen und vom Zielbahnhof ins Firmengelände.....) nicht 3x so lange dauern würde (1,75 Std. vs. 35-45 Min. mit dem Auto).
Dabei wäre ein "Pendler-Express" von 06:00 bis 09:00 und von 15:00 bis 18:00, der nicht in jedem Kuhkaff und Rangierbahnhof (warum DAS denn überhaupt...??) hält auch nur 1 Std. unterwegs.
Dann würde ich das Auto sau gerne stehen lassen und den Komfort-Verlust im Winter bei Minusgraden und bei Sturzregen in Kauf nehmen. Oder den Zoo an Viren und Bazillen im Zug.
Dafür müsste noch nicht mal irgendwas an "Hardware" ausgebaut werden.....
Ich hoffe, dass das bald ein lokaler Bahn-Konkurrent übernimmt - denn vom zerstörten Ex-Staatsunternehmen erwarte ich rein gar nix.
Aber 1,5 Std. pro Tag verbringe ich lieber zu Hause anstatt im Zug.

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