Kommentare

Ein Problem, das es vor jahren in diesem Umfang nicht gab

Mich an Europa noch vor 3 Jahrzehnten erinnernd gab es diese Art von Terrorismus damals kaum.

Das wesentliche durch rechte angerichtete Attentat - das Oktoberfestattentat - war nicht zielgerichtet auf eine bestimmte Gruppe.
Und somit anders als das, was wir nicht erst seit Breivik sehen.

Die fortschreitende Globalisierung und Entgrenzung ueberfordert offensichtlich viele junge Menschen mit Rechtsdrall.

Und auch viele aeltere, die die tranformation der europaeischen Laender wegen negativer Begleiterscheinungen kritisch beaeugen.

Will man Dinge wie diese verhindern, muss Migrationzu einer posiven Erfahrung auch fuer Kritiker werden.

Sie muss selektiv sein sowie aktiv und geschickt vom Staat moderiert werden.

Kanada macht vor, wie's geht.
Und hat auch den Schneid, Leute wieder nach hause zu schicken.

Man sollte versuchen, davon zu lernen.

@Autochon: Kanada ist kein Vorbild...

Kanada will nur Fachkräfte und keine "Asylanten", die dem Land nicht helfen. Das Motiv der kanadischen Einwanderungspolitik ist daher strikter Eigennutz.

Um ausländische Fachkräfte schlagen sich dabei alle Industrienationen - es gibt nahezu keine Industrienation, die ihre Grenzen vor Fachkräften aus anderen Kulturkreisen schließt.

Das Problem mit der Massen-Migration ist aber eben, dass ein großer Teil davon keine "benötigten Fachkräfte" sind - und die nun alle zurück nach Syrien oder in den Iran zu schicken ist keine Lösung...

Natürlich, den syrischen Hochschulabsolventen will jedes Land - der ist i.d.R. leicht zu integrieren (siehe z.B. die relativ geglückte Integration der damals vor Khomeini geflohenen persischen Oberschicht), aber diese Menschen "brauchen" kein Asyl, weil sie auch regulär einwandern können.

Asyl ist ein Menschenrecht und der Westen ist leider - damals wie heute - Haupt-Verursacher der Fluchtgründe vor ort, sei es durch EU-Kolonialismus oder US-Weltpolizeitum.

Jede Art von Terrorismus muss geächtet werden.

Zum Glück haben wir in Deutschland den Generalbundesanwalt, der über alle terroristischen Aktivitäten und die Untersuchungen darüber informiert.
https://www.generalbundesanwalt.de/de/aktuell.php

@ Autochon

"Mich an Europa noch vor 3 Jahrzehnten erinnernd gab es diese Art von Terrorismus damals kaum."

Was aber unter anderem daran lag, dass man das als individuelle Verbrechen betrachtet (und heute oft immer noch tut) und dann schnell wieder vergessen hat. Der Brandanschlag von Neonazis auf ein Haus in Mölln 1992 mit drei Toten z.B. oder der Brandanschlag von Neonazis in Solingen 1993 (fünf Tote). Oder die Morde der "Wehrsportgruppe Hoffmann" in den 80ern. Alles schon vergessen? Dachte ich mir.

Was heute anders ist, sind die Selbstdarstellungsmöglichkeiten der Täter in den sozialen Medien und die Berichterstattung in den anderen Medien und natürlich die Tatsache, dass diese Ideologie oder zumindest Bestandteile davon inzwischen viel breiter und bewußter sogar von einer Partei vertreten wird (ohne hier einen Parteinamen nennen zu wollen).

re autochon

"Will man Dinge wie diese verhindern, muss Migrationzu einer posiven Erfahrung auch fuer Kritiker werden.

Sie muss selektiv sein sowie aktiv und geschickt vom Staat moderiert werden."

So ein Quatsch. Wo es die wenigsten Ausländer gibt - in Sachsen - sind die Neonazis am häufigsten - in Sachsen.

Und der Moschee-Angreifer lebt in einem Land mit 2,7% Muslimen.

Wenn die politik immer

Wenn die politik immer linksradikaler wird, ist es kein wunder, dass rechtradikale ausflippen.
"Alle ausländer rein, wir schaffen das" ist ebenso abzulehnen, wie "ausländer raus". Man muss auch die Befindlichkeiten der einheimischen bevölkerung berücksichtigen. Wenn die sich vernachlässigt und ungehört fühlt, kommt extremusmus bei raus. Rechts oder links spielt dabei keine rolle.

@Autochon

Sie stellen die Kausalität falsch dar. Ursächlich für diesen und weitere Anschläge sind Hassprediger wie Trump, soziale Echokammern und eine Salonfähigkeit populistischer, verkürzender Darstellungen, zusammen mit der Tendenz zur Selbstbeweihräucherung der rechten Ecke.

Die Zuwanderung in Deutschland ist faktisch nicht so schlecht geregelt und gerade Dinge wie erhöhte Kriminalität oder eine Islamisierung sind gänzlich an den Haaren herbeigezogen, bzw. eben von Populisten wie der AfD herbeigeredet. Natürlich nähren tatsächliche Negativbeispiele deren Argumentation, aber wenn etwa Merkel wieder lauthals für ihre Flüchtlingspolitik kritisiert wird, weil ein in der Schweiz seit 2006 lebender Eritreer einen Mord begeht sieht man, dass da keine tiefergehende sachliche Kritik hintersteht.

Selbst wenn, wie in Norwegen, die Zuwanderung begrenzt und hervorragend läuft bilden sich noch Typen wie dieser Attentäter ein, sie könnten einen Rassekrieg gewinnen indem sie in einer Moschee rumballern.

16:26 von Superschlau

Zitat:"Wenn die politik immer linksradikaler wird,"
Ihre Definition von "linksradikal" würde ich gern mal hören. Vor allem in Norwegen, das von einer rechtskonservativen Regierung geführt wird. Die Rechtfertigungen und Relativierungen des rechtsextremen Terrors werden immer unerträglicher!

fehlende Weltanschauung

Zitat: "Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben." Alexander von Humboldt (angeblich)

... auch wenn inzwischen bekannt ist, dass es höchstwahrscheinlich nicht von ihm stammt: inhaltlich auf den Punkt!

Sehr sonderbarer Vorgang!

Wieso tötet ein mutmaßlicher Terrorist, dem es um so etwas wie einen "Rassenkrieg" geht, zuerst eine Verwandte?
Wieso geht er in eine Moschee, nachdem praktisch alle beim Freitagsgebet Anwesenden schon weg sind?
Wieso lässt sich ein schwer bewaffneter (3 Schusswaffen) und mit Schutzweste etc. ausgerüsteter Krimineller von einem älteren Mann unschädlich machen, noch bevor er irgendwas terroristisches tun kann?
Ich verstehe diesen Vorgang nicht. In anderen Fällen, hätte er also beispielsweise auf der Straße Leute ermorden wollen, würde man vermutlich einfach von einem psychisch Gestörten ausgehen, der durchgedreht hat. Nicht von einem Terrorversuch.

15:52 von Autochon

"Die fortschreitende Globalisierung und Entgrenzung ueberfordert offensichtlich viele junge Menschen mit Rechtsdrall."

Das scheint mir der wirklich entscheidende Punkt zu sein.
Überfordert sind ja sogar viele ältere Mitbürger.

"Will man Dinge wie diese verhindern, muss Migration zu einer positiven Erfahrung auch fuer Kritiker werden."

Genau das wäre die Lösung.
Denn die Globalisierung ist nicht abstellbar.

Und der Mensch ist von Haus aus befähigt, sich neuen Notwendigkeiten zu stellen, ohne dass die eigenen Urbedürfnisse geopfert werden müssen.

Immerhin haben wir es ja auch hingekriegt, dass Hamburger in Schwaben leben können und umgekehrt, ohne einander abzufackeln.

Deutschland als Einheit gibt es ja auch erst mal knapp über 150 Jahre.
Und die Kriege zwischen den deutschsprachigen Provinzen haben auch aufgehört.

Und es gibt viele Deutsche, die für immer im Ausland leben.
Es ist also keineswegs gegen die menschliche Natur und das menschliche Wohlbefinden.

Schlechtes Gedächtnis

@Autochon: "Ein Problem, das es vor jahren in diesem Umfang nicht gab.
Mich an Europa noch vor 3 Jahrzehnten erinnernd gab es diese Art von Terrorismus damals kaum."

Ich denke, da sollten Sie mal Ihr Gedächtnis justieren. Die Jahre 1992 und 1993 sind mittlerweile schon fast 30 Jahre her. Und das Oktoberfestattentat liegt fast 40 Jahre zurück.

Nur zur Erinnerung:

17.-27. September 1991: Ausschreitungen in Hoyerswerda, Angriffe auf Wohnheime von Vertragsarbeitern und Flüchtlingen. Polizei greift nicht ein.

22.-26. August 1992: "Übergriffe" in Rostock-Lichtenhagen, incl. Brandanschlag und Behinderungen von Polizei und Feuerwehr. Wie durch ein Wunder keine Toten.

23. November 1992: Mordanschlag von Mölln. Brandanschläge auf 2 Wohnhäuser mit türkischen Familien. 3 Tote, 9 zum Teil schwer Verletzte.

29. Mai 1993: Mordanschlag von Solingen. Der Brandanschlag kostete 5 Menschen das Leben.

@ karwandler um 16:26

Sie schrieben:
""Will man Dinge wie diese verhindern, muss Migrationzu einer posiven Erfahrung auch fuer Kritiker werden.

Sie muss selektiv sein sowie aktiv und geschickt vom Staat moderiert werden."

So ein Quatsch. Wo es die wenigsten Ausländer gibt - in Sachsen - sind die Neonazis am häufigsten - in Sachsen.

Und der Moschee-Angreifer lebt in einem Land mit 2,7% Muslimen."
Ihre Ansicht ist doch der selbe Unsinn! Nach ihrer Argumentation dürften sich Menschen, die nicht in Sichtweite eines AKWs wohnen, nicht für den Ausstieg aus der Kernenergie engagieren.
Sie sagen jetzt: ja, aber die haben doch in Japan gesehen, was da passieren kann! Und ich sage Ihnen dann: der "Ossi" hat es an den Beispielen London, Paris, Mannheim und Pforzheim gesehen.

Bitte keine Relativierung von Verbrechen

"Will man Dinge wie diese verhindern, muss Migration zu einer posiven Erfahrung auch fuer Kritiker werden."

Das ist sie wieder, die Relativierung. Schuld ist also die Einwanderungspolitik, nicht die Verhaltensstörung einiger Mitmenschen.

"Kritiker" mit solch einer Gewaltbereitschaft lassen sich nicht durch "positive Erfahrungen" therapieren.

Überall in der EU liegt das Gewaltmonopol beim Staat. Wer das missachtet, stellt sich außerhalb dieser Grundordnung. Die Gesinnung und eine mögliche Motivation durch bestimmte Wahrnehmung politischer Entscheidungen dürfen bei dieser Beurteilung keine Rolle spielen.

Für mich sind solche Leute keine Europäer, keine Landsleute. Sie sind geduldet, weil sie zufällig in der EU geboren wurden. Wenn alle Außengrenzen luftdicht verschlossen wären, würden diese Typen immer noch Hasstaten vollbringen.

Statt die Verantwortung für deren Handeln der Politik zuzuschreiben, bin ich für gesellschaftliche Ächtung: "Ihr gehört nicht zu uns!"

@ Superschlau

"Wenn die politik immer linksradikaler wird, ist es kein wunder, dass rechtradikale ausflippen."

Bei Leuten, die die aktuelle Politik wirklich für linksradikal halten, frage ich mich immer, was sie von unserem Grundgesetz halten mögen. Da stehen ja so unerhörte Sachen drin wie "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich"... Wohlgemerkt "Menschen", nicht "Deutsche". Ist das dann linksextremistisch? Aber ja, die ganze Konzeption der BRD von Anfang an ist wohlüberlegt antifaschistisch und das aus sehr guten Gründen. Und das ist auch gut so.

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