Ihre Meinung zu: Ökolandwirtschaft in Ägypten: Wo die Wüste grün ist

8. August 2019 - 12:44 Uhr

94 Prozent von Ägypten sind Wüste. Biolandbau dort klingt nach einer verrückten Idee. Auf der Sekem-Farm gibt es das seit 40 Jahren. Damit das in der Wüste funktioniert, benötigt man nicht nur Wasser. Von Tina Fuchs.

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Kommentare

Nun wäre es noch interessant

zu erfahren, wie das mit dem benötigten Wasser geregelt wird.

voila geht doch

aber es passt nicht in das concept der co2klimamultis

er ha es erkannt das ein boden auch gedeit mit natürlichen ablage von compost auf natürlicger art und weise

früher hatte es der nil mit seinen überschwemmungen übernommen und die landschaft war grün, reich an agraanbau ohen chemie und doe erde wurde getränkt um die trochenheit zu übersthen.

da hat der besserwisser mensch eine katastrophale entscheidung getroffe, den staudamm.

folge mehr trinkwasser für die agrarmultis die mit pumpen strom und materialen wie rohre usw die umwelt belasten

chemische düngemittel usw

voila der mensch tut gutes aber die politik schlechtes

Demeter

"Demeter", "Biodynamisch" und "Biologisch-Dynamisch" sind geschützte Begriffe der Landwirtschaft welche zurück geht auf deren Begründung durch Dr. Rudolf Steiner im Jahre 1924 und stützt sich auf dessen Geistes-wissenschaft die Anthroposophie genannt wird. Der Begründer von SEKEM, Dr. Ibrahim Abouleish, ein gebürtiger Ägypter studierte diese in Österreich, bevor er nach Kairo zurück kehrte. Wer mehr erfahren will findet dies hier: https://www.sekem.com/de/grunder/#

Sekem-Farm gibt es das seit 40 Jahren

Warum gibts davon nicht mehr. Besonders auch in Syrien, Iran, Irak usw?

Während in den westlichen Ländern

der Wohlstand die Natur zerstört, wird in einem Land, wie Ägyptern die Rückeroberung der Wüste vollzogen, um die Bevölkerung mit Nahrung zu versorgen. Anzumerken ist, dass die Kompostierung ein wichtiger Faktor ist. Während in Deutschland nicht kompostiert werde, sondern der Speiseabfall verbrannt werde und damit auch die Emissionen hervorrufe, zeige die unverbesserliche Vernichtung von Naturrohstoffen,, gerade der Speiseabfall. Das zeigt, dass die Grundlagenforschung in den westlichen Ländern, zur Wiedergewinnung, nichts mehr dazu beitrage. Aber über Länder, wie Brasilien herziehe, weil dort Raubbau an der Natur vollzogen werde. Im eigenen Land schafft man das Gegenteil !!

Vor hundert Jahren erkannt

Dr. Rudolf Steiner hat dies schon vor hundert Jahren erkannt und die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise erfunden. Ihm ging es schon damals um Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit - als andere den Kunstdünger erfanden und massenhaft verbreiteten. Vielleicht hilft die Not, diese Art der Landwirtschaft endlich mehr anzuerkennen? Steiners weitere fruchtbare Ideen finden sich in der Waldorfschule und in der Antroposophischen Medizin. Und doch kennt fast niemand diesen Menschen mit seinem überragenden Geist, den man als Eingeweihten des Westens kennen könnte. Sein Name sollte eigentlich mindestens so bekannt sein wie Goethes.

Sekem-Farm

Ganz einfach: Die Sekem-Farm arbeitet auf der Grundlage der "Biologisch-dynamischen Wirtschaftweise", wie sie von Dr. Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposohie - vor bald 100 Jahren, im Jahre 1924 zu Grunde gelegt wurde. Diese Wirtschaftsweise ist grundlegend anders als die herkömmliche Landwirtschaft. Sie benutzt absolut keine Mineraldünger (welche ja die Ursache unserer heutigen Böden-Krise sind). Es gibt auf der ganzen Welt "Demeter-Bauern", aber die Biologisch-Dynamische Landwirtschaft wird nicht an den Regel-Universitäten gelehrt. Sekem z.B. hat eine eigene Universität, wo diese Methode des Landbaus gelehrt wird. Hier ist nicht der Platz, das Grundlegende zu erleutern, wer sich aber WIRKLICH dafür interessiert, findet hier weiterführendes:
https://www.demeter.de/

Sekem-Farm

die gewünschte Antwort finden Sie hier:

https://www.sekem.com/de/sdg-6-verfuegbarkeit-und-nachhaltige-bewirtscha...

Sekem-Farm

Man muss wissen, dass SEKEM in Ägypten "DIE" Ausnahme ist! In der Regel wird in Ägypten genau so gewirtschaftet wie sonst wo in Afrika!!! Man kann also nicht sagen, dass in Ägypten die Rückeroberung vollzogen wird, sondern man muss sagen, dass auf der SEKEM-Farm dies geschieht!!! Dass es Sekem dort überhaupt gibt, ist nur einem einzelnen Menschen zu verdanken, der erkannt hat, dass die "Biologisch-Dynamische" Landwirtschafts-Methode von Dr. Rudolf Steiner auch in Ägypten möglich ist. Dr. Ibrahim Abuleish studierte und erlernte diese Methode in Österreich und arbeitete dort mit ihr über 20 Jahre bevor er nach Kairo zurück kehrte.

"2000 Menschen arbeiten für die Firma, 400 Bauern aus ganz Ägypten haben sich der Idee von Sekem angeschlossen: eine Erfolgsgeschichte"

Also gilt es, die einzelnen Faktoren dieses Erfolgsmodells genauestens zu studieren (bzw. sie "herauszufinden").

Und die ihnen zugrunde liegenden Prinzipien dann - den jeweiligen eigenen örtlichen ökologischen und ökonomischen Gegebenheiten entsprechend - bei der Bewirtschaftung der eigenen Landflächen zu übernehmen.

Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit

Ein sehr gutes Projekt. Aber leider nur in einem kleineren Ausmaß. Aber die Idee ist vorbildlich und nachahmenswert. Für unsere profitorientierte Gesellschaft nicht geschaffen.
Aber ich persönlich bin sehr davon angetan, dass es solche Projekte gibt, die man auch im Garten in unseren Breiten anwenden kann.
Ich hatte vor ca. 5 Jahren im LK Bio eine Schülerin, die sich ein Facharbeitsthema über genau diese Problematik ausgesucht hatte. Das war zwar sehr auwändig und bezüglich der Außentemperaturen damals mit einem Risiko behaftet. Aber interessanterweise stimmten die Temperaturen im aktiven Innenbereich des Kompostes, der nach Abschluss des Experimentes auch gute chemische Parameter aufwies. Phosphat- und Nitratgehalt, sowie Natrium- und Kaliumwerte waren besser als die einer kommerziellen Blumenerde. Zur Ergänzung muss gesagt werden, dass die Familie einen Bio-Bauernhof besaß und der Bodenkoffer von der Schule ausgeliehen wurde.

Die Wasserfrage

Abgesehen vom Feuchtigkeitsgehalt des Kompostbodens steigt mit der Vegetation auch die Wahrscheinlichkeit, dass Regen fällt. Es gibt auch Systeme wassersparender Bewässerung durch Schläuche, die das Wasser an die Wurzel bringen. Ich bin sicher, dass die Betreiber der Sekem-Farm auch diese Möglichkeiten kennen und anwenden.

ja, warum nicht mehr davon

Ich finde die Frage gut und wichtig, warum es davon nicht mehr in anderen Ländern des Nahen Osten gibt. Das wären gute Investitionen und Unterstützungen der Bevölkerung. Aber unsere Regierung setzt momentan auf Flüchtlingsabwehr und Aufrüstung (das gefährliche Hochrüstungprogramm der Nato). Dabei hat Deutschland eben auch viel know-how im Biolandbau zu bieten und kann von anderen Projekten wie SEKEM lernen. Hier wünsche ich mir mehr Engagement unserer Regierung, die z.B. in Syrien noch jede Unterstützung außerhalb von Idlib verweigert. Ich finde das ist eine Schande.

Sekem

Eine gute Initiative, leider nicht die Regel. Lebensmittel (und Blumen, vor allem Rosen) aus Ägypten sind mit viel Wasser erzeugt. Das Land ist aber eher Wüste.

Die Wasserqualität ist niemals gut. Da könnte man allerdings auch Spanien und Griechenland nennen.

Bodenfruchtbarkeit ist auch bei uns ein Thema

Bodenfruchtbarkeit ist übrigens auch bei uns ein wichtiges Thema, in einem Land in dem weiterhin riesige Flächen neu versiegelt werden, für neue Autobahnen, Baugebiete, Logistikcenter, Parkplätze etc. und in dem die chemiegestützte Landwirtschaft, die Bodenfruchtbarkeit reduziert oder zerstört. Dabei könnte 1% mehr Humus weltweit das CO2 Problem lösen, weil so mehr davon im Boden gebunden würde. Aber der Trend ist klar gegenläufig.

@15:26 von Elisabeta

"Ein sehr gutes Projekt. Aber leider nur in einem kleineren Ausmaß. Aber die Idee ist vorbildlich und nachahmenswert. Für unsere profitorientierte Gesellschaft nicht geschaffen."

Das sehe ich durchaus anders. Die Arbeitslosigkeit in Ägypten ist hoch, der Verdienst äußerst gering. Und ich nehme einfach mal an, dass Wüstenböden spottbillig sind. Auch bei geringer Produktivität klingt es erst einmal so, als könnte man hier durchaus Geld verdienen.

Es mag profitablere Möglichkeiten geben, aber hier scheint sich mit billigen Ressourcen etwas sinnvolles anstellen zu lassen. Einen Markt dafür scheint es ebenfalls zu geben.

14:09 von kommentator_02

ganz einfach
Bewässerung wie seit 5.000 Jahren dort
und ein wenig Technik des 21. Jahrhunderts

@ Nettie

Sie schreiben: Also gilt es, die einzelnen Faktoren dieses Erfolgsmodells genauestens zu studieren (bzw. sie "herauszufinden").
Die einzelnen Faktoren sind schon längst bekannt! Sogar seit bald 100 Jahren. Der Erfolg basiert auf der "Biologisch-Dynamischen" Landbaumethode:
https://de.wikipedia.org/wiki/Biologisch-dynamische_Landwirtschaft

@ Elisabeta

Sie schreiben: "Für unsere profitorientierte Gesellschaft nicht geschaffen."
Schauen Sie mal hier:
https://www.demeter.de/organisation/bundesverband

Sisyphos3, 16:19

Bewässerung wie seit 5.000 Jahren dort

Die Sahara wird schon seit 5000 Jahren bewässert? Wo kann ich da mehr zu lesen?

Steiner "bio-dynamisch"

Na ja, Rudolf Steiner hat auch ziemlich viel Unsinn erzählt. Als Biologe und aufgeklärter Mensch halt ich z.B. überhaupt nichts von "Biodynamischen Präparate" mit denen Demeter-Bauern arbeiten müssen (!), z.B.

" Hornmist (P 500)

Hörner mit Kuhfladen gefüllt. Ein halbes Jahr haben sie in der Erde Zeit, kosmische Kräfte und die Energie der tierischen Hülle zu sammeln. Die wohlriechende, dunkel-erdige Masse aus den Hörnern wird dynamisiert."

Und hinterher genau eine Stunde lang in Wasser gerührt. Das ist Quatsch hoch zehn, ich wundere mich immer, warum die das nicht gleich noch homöopathisch potenzieren.

https://anthroposophie.blog/landwirtschaft/

Ich bevorzuge Bioland, die haben ziemlich ähnliche Richtlinien (viel schärfer als EU-Bio), aber machen halt nicht so einen Blödsinn wie den "Demeter Bio-Mondschein-Käse" von der Andechser-Molkerei, "Vollmondwasser" ist ja fast wie "belebtes Wasser".

Kedros

Sie scheinen sich bestens mit der biologisch-dynamischen Landwirtschaft auszukennen.
Wissen Sie eventuell auch, wie in der Wüste das notwendige Wasser bereit gestellt wird? Das scheint nämlich weder die Tagesschau, noch @Sisyphos ("Bewässerung wie seit 5.000 Jahren dort") beantworten zu können oder wollen.

16:36 von kommentator_02

Die Sahara wird schon seit 5000 Jahren bewässert? Wo kann ich da mehr zu lesen?
.
wo schrieb ich das ??
Zitat :
"Bewässerung wie seit 5.000 Jahren dort"
... warten bis der Nil über die Ufer tritt
ansonsten ein paar Bewässerungskanäle wie auch damals schon

dass die Bevölkerung von 27 Millionen im Jahr 1960
auf jetzt knapp 100 Mill gestiegen ist
entsprechend mehr Anbaufläche benötigt wird
da hätten die sich eben früher Gedanken machen sollen

@kommentator02

Es gibt einen Kanal zwischen dem Nil und dem Suezkanal, der gerade mal 200m an der Sekem Farm vorbei führt.

Mit größter Wahrscheinlichkeit wird das Wasser dort entnommen, also letztendlich aus dem Nil, wie fast überall in Ägypten.

"Wer bewirkt, daß dort, wo

"Wer bewirkt, daß dort, wo bisher ein Halm wuchs, nunmehr zwei Halme wachsen, der hat mehr für ein Volk geleistet als ein Feldherr, der eine Schlacht gewann."

Friedrich der Große

16:34 von Kedros

Danke für ihren freundlichen Hinweis.
Es wäre wirlich eine sehr gute Sache, wenn sich unsere Politik genauer damit beschäftigen und solche Projekte auch bei uns förderte. Ich habe leider die Befürchtung, dass dies noch ein langer Weg hierzulande ist. Aber ich bin ihnen für diesen Hinweis sehr dankbar.

Diese Farm ist eine Ausnahme

Diese Farm ist eine Ausnahme in Ägypten. Leben kann man hier nur im Bereich des Nils. Das Kernproblem ist das rasante Bevölkerungswachstum, das aber nicht angegangen wird.

@kommentator_02

Hier die gewünschte Antwort zur Bewässerung:
https://www.youtube.com/watch?v=aHgwLdXG11g

Sisyphos3, 16:54

wo schrieb ich das ??
Zitat :
"Bewässerung wie seit 5.000 Jahren dort"

Wenn Sie den Artikel gelesen und verstanden hätten, wüssten Sie dass "dort" in der Wüste ist.

Besser-Esser, 16:57

Es gibt einen Kanal zwischen dem Nil und dem Suezkanal, der gerade mal 200m an der Sekem Farm vorbei führt.
Mit größter Wahrscheinlichkeit wird das Wasser dort entnommen

Danke für diesen ersten Hinweis!

Kedros, 17:06

Hier die gewünschte Antwort zur Bewässerung:
https://www.youtube.com/watch?v=aHgwLdXG11g

DANKE!

@ Besser-Esser

Leider ist es nicht möglich, das Wasser aus dem Nil zu benutzen. Der Nil ist überbelastet mit Düngeübeschuss aus der konventionellen Landwirtschaft und mit Chemikalien der Fabriken.
Siehe dazu Doku des Deutschlandfunk: "Abwässer im Nil"

https://www.deutschlandfunk.de/abwaesser-im-nil-gefaehrliche-
bruehe.1773.de.html?dram:article_id=402029

The Martian

Ganz einfach. Die Ägypter haben angefangen den Marsianer zu lesen. ;-)

"Alles eine Frage des Kohlenstoff-Managements"

Wer sich wirklich interessiert für das was in SEKEM passiert, der kann hier ein Fachreferat vom Sohn des Gründers sehen/hören:
https://www.youtube.com/watch?v=DwMZQb1n-ZM

Es grünt so grün

Großartiges Projekt! Das wäre auch was für die Region "Green Hills" an der Großen Syrte in Libyen. Ich traute meinen Augen nicht, es sah aus wie Weidelandschaft in Schleswig-Holstein, nur mit Palmen und Dromedaren.

17:13 von Kedros

Leider ist es nicht möglich, das Wasser aus dem Nil zu benutzen.
.
warum
das Wasser ist doch bestens geeignet
spart man sich den Dünger

"Ökolandbau in der Wüste

"Ökolandbau in der Wüste bringt keine schnellen Gewinne. Aber darum ist es Sekem nie gegangen."
Aber genau darum geht es praktisch jedem privaten Investor. Und deshalb sieht die Landwirtschaft global eben nicht wie Sekem aus, sondern eher wie die Wüste. Wir brauchen aber dringend extrem viel mehr Sekem, Zehntausende Sekem.

Ohne intelligente Eingriffe in den Markt - in gewissen Bereichen sogar weitgehende Aufhebung des Markten - geht es nicht. Planung muss sein. Man muss ja nicht gleich ins Gegenteil der Marktanbeter verfallen und buchstäblich alles planen wollen.

um 17:49 von Sisyphos3

"warum
das Wasser ist doch bestens geeignet
spart man sich den Dünger"

Sehr witzig. Sie können sich ja gerne Nilwasser liefern lassen und damit in Ihrem Garten Gemüse anbauen. Aber laden Sie mich dann bloß nicht zum Essen ein.

08. August 2019 um 17:44 von Kedros

Vielen Dank für Ihre Informationen und einen schönen Abend.

Gruß
K. E.

18:19 von pnyx

Genau daran krank es wahrscheinlich in dieser Welt. Wir wollen immer mehr, mehr, mehr.
Wachstum um jeden Preis.
Das ist ja auch sehr schön und ein erstrebenswertes Ziel, aber ich befürchte, wir sind jetzt an einem Punkt angekommen ist, an dem wir uns entscheiden müssen.
Bekämpfung des Klimawandels wird es wohl nicht zum Nulltarif geben.
Ich sage nicht, das wir wie im Mittelalter leben sollen oder müssen, aber ein vernünftiges Maß sollte möglich sein.
Und wir müssen uns einschränken oder müssen es schaffen im Weltraum Ressourcen zu nutzen, sonst ist das einzige Vermächtnis, das die jetzigen Generationen an ihre Kinder und Enkel weitergibt eine ausgeräuberte Erde,

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