Ihre Meinung zu: Kritik an Studie: Ärzte warnen vor Klinikschließungen

15. Juli 2019 - 12:42 Uhr

Eine Studie empfiehlt die Zusammenlegung von Krankenhäusern - doch Ärzte, Verbände und die Kliniken selbst üben massive Kritik. Eine wohnortnahe Versorgung sei wichtig - gerade auf dem Land.

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Kommentare

Auf der einen Seite den Ärztemangel auf dem Land zu beklagen

und im Gegenzug zu forden, dass Menschen 50-100 km bis zur nächsten Groß-Klink fahren sollen, ist eine Frechheit

Studie der Bertelsmannstiftung

Zu dem Bertelsmannkonzern gehören auch die Rhön Kliniken. Ich unterstelle dieser Studie konzerninterne Interessen.
Damit taugt die Studie super als Klopapier und mehr nicht.

Alles oder nichts

Wieder mal so ein alles oder nichts Bericht. Die Argumente beider Seiten sind ja nachvollziehbar, aber es gibt doch wohl Unterschiede bei den Operationen. Manches macht Sinn es in Schwerpunktkliniken durchzuführen, andere Operationen erfordern nicht soviel Spezialwissen und können dann eben in der Breite durchgeführt werden. Was Infrastruktur anbelangt so könnte es auch ein Stück helfen Krankenhäuser bevorzugt gut erreichbar zu machen. Medizinische Versorgung ist das eine, soziale Kontakte die andere Komponente. Bei solchen Studien erwarte ich dann schon, daß sie auf das Gesamtpaket eingehen und nicht nur wieder Bruchstücke herausgreifen oder falls das in der Studie enthalten war, daß dann auch darüber berichtet wird und nicht nur über den "spektakulären" Teil.

Herzinfarkt und Schlaganfall...

...können oftmals aufgrund mangelnder Ausstattung und Erfahrung nicht angemessen behandelt werden?
Aber jedermann auf der Straße sollte erkennen können, ob eine bewusstlose Person einen Herzinfarkt hat und diese bis zum Eintreffen des Notarztes per Herzmassage am Leben halten.
Wie geht denn das zusammen?
Gerade die Erkrankungen, die keine ausgesprochen spezialisierten Kliniken erfordern, können im “normalen“ Krankenhaus schnell und fachgerecht behandelt werden.
Da sollen zwei Drittel der Krankenhäuser geschlossen werden!
Welch ein unsinniger Vorschlag der Bertelsmann Stiftung!

Was nützt wenn es ne Klinik gibt

deren Ärzte nicht ausreichend qualifiziert sind
es müsste doch eigentlich jedem einleuchten,
dass es ner gewisser Routine bedarf, einer gewissen Anzahl von Operationen,
dass man diese auch "professionell" durchführen kann
Seinen Pilotenschein verliert man ja auch, wenn man nicht ne bestimmte Anzahl Flugstunden nachweisen kann
warum soll ein Chirurg, der gelegentlich Blindarm OP´s durchführt oder Warzen entfernt Herz OP´s durchführen dürfen oder am Gehirn rumschneiden

Die Politiker wollen mehr Ärzte auf dem Land

aber die Krankenhäuser auf dem Land machen sie platt.

Sie propagieren trotz schwierigem Transport die bessere Versorgung in großen Kliniken mit besseren Behandlungsmöglichkeiten aber sie denken nicht daran, daß auch die Ärzte diese schwierigen Fälle vom Landkrankenhaus dann überweisen können.

Die Behandlung einer Patientin in einem Großstadtkrankenhaus auf Gallensteine statt des tatsächlich vorliegenden Darmverschlusses, ist zwar ein Einzelfall, den die Patientin mit 35 Jahren nicht überlebt hat, aber spricht nicht für die bessere Versorgung in großen Häusern.
.

Ich hoffe,......

daß die ablehnende Meinung der Ärzteschaft nicht nur auf der Angst um dem Erhalt des Arbeitsplatzes oder dem sozialen Status-quo basiert, sondern überwiegend medizinische Gründe hat. Gleichzeitig würde ich mir wünschen, wenn den Betriebswirten und Statistikern der Bertelsmann-Stiftung nicht für jede "Feld-Wald-Wiesen-Studie" eine Bühne gegeben werden würde!

Es ist doch ganz einfach.

...wenn ein Patient eine OP benötigt, die nicht sofort wegen Lebensgefahr durchgeführt werden muß, muß dieser Patient in ein Spezialkrankenhaus das diese OP perfekt durchführen kann.

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Es ist nicht das Dorf u. Wiesenkrankenhaus was mir Sorgen bereitet sondern die Gesundheitsreform, die dringend einer Korrektur bedarf.

Krankenhäuser sollten und müßten einen Patienten nach deren Erkrankung bestmöglich , ohne Zusatzkosten für das Haus, behandeln u. nicht danach gehen müssen welche OP od. Behandlung für das Haus profitabel ist.

Aber nein da bekommt ein KH massig Geld für eine OP für das das KH aber garnicht ausgelegt ist.

Dasselbe gilt bei den Medikamenten.
Warum diese im Vergleich zu anderen EU Staaten hier in D so teuer sein müssen, versteht auch kein normal denkener Mensch.
Wohlbemerkt, dasselbe Medikament.

Nahezu jedes Krankenhaus kann per Helicopter angeflogen werden. So kann u. wird im Notfall d. Patient verlegt.

Es muß eben nur gemacht werden + ein paar mehr Helis

Berechtigte Kritik.

Die Kritik an den Vorschlägen der Bertelsmann-Studie ist völlig berechtigt. Die Menschen in Deutschland benötigen eine wohnortnahe Versorgung in überschaubaren Häusern, in denen der einzelne Patient mehr ist als ein anonymes Behandlungsobjekt. Zentrale Medizinfabriken mögen auf den ersten Blick billiger sein, schaden jedoch auf die Dauer der gesamten Gesellschaft.
Die deutsche Entwicklungspolitik setzt sich seit Jahrzehnten für eine dezentrale medizinische Versorgung in der Dritten Welt ein - und sollen wir in unserem eigenen Land das Gegenteil machen ?!?

und schon meldet sich die Lobby

Das nun der Lobbyverein der Krankenhäuser der Ansicht ist, dass Krankenhäuser erhalten bleiben sollten überrascht wenig. Das sie hier von einer "absolut unbelegten" Einschätzung sprechen, kann man nur als Falschaussage bezeichnen.

Erfahrungswerte und Gerät haben einen massiven Effekt auf den Behandlungserfolg.

Man muss aber unterscheiden. Es gibt viele Behandlungen, die ein Wald- und Wiesenkrankenhaus gut durchführen kann. Für eine Blinddarm-OP mag man dort sogar besser aufgehoben sein als in manchem Uni-Klinikum.

Eine gut/schnell erreichbare Basisversorgung für Akut-und Notfälle muss es überall geben.
Richtig ist aber auch, dass spezialisierte Kliniken z.B. bei Schlaganfällen die Langzeitschäden massiv reduzieren können. V.A. in strukturschwachen Gegenden muss man hier einen Mittelweg finden.

Von langer Hand planbare Fälle müssen jedoch nicht überall durchgeführt werden. Besonders hier ist Spezialisierung sinnvoll.

Leider hat die Studie recht

Grund ist aber nicht das deren Grundannahmen richtig sind, sondern die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Wohnortnahe Versorgung mit gleichbleibender medizinischer Qualität wurde in der DDR in Polykliniken durch staatliche Subvention realisiert. Im heutigen Deutschland (wie in der früheren BRD), müssen Krankenhäuser wirtschaftlich arbeiten, um überleben zu können. Diese Aspekte der „Wirtschaftlichkeit“ durchziehen das gesamte Gesundheitswesen, weshalb deutsche Ärzte vor allem beim Erstellen von Rechnungen „Spitze“ sind. Niemals hat in Deutschland mal jemand hinterfragt ob „Wirtschaftlichkeit“ nicht eventuell im Widerspruch steht zur Qualität der Patientenversorgung.

Wovon lebt die Bertelsmannstiftung?

Wer bezahlt eigentlich für die Studien?

"Überflüssige" Krankenhäuser

Wenn viele Krankenhäuser wegfallen, werden die "Fachzentren" noch längere Wartezeiten haben und verbleibende umliegende Krankenhäuser der Allgemeinversorgung (!!!) dauerhaft überfüllt sein.

Wo sind denn die Notaufnahmen leer? Ich traue Ärzten durchaus zu, Patienten in eine andere Klinik zu verlegen, wenn die eigene weniger geeignet sein sollte. Wenn es wegen der Fallpauschalen zu selten gemacht wird, muss das Prozedere geändert werden. Gesundheitsversorgung ist eine soziale Basisleistung und muss keinen Profit (dazu noch jährlich steigend) erbringen.

Eine Lösung wäre, die fehlenden Hausarztpraxen in die Krankenhäuser zu integrieren. Dazu müsste die scharfe Trennung der Bereiche aufgehoben werden. Die Pilotprojekte dazu sind positiv verlaufen. Denn man los! Nicht immer nur diskutieren und "im Prinzip" gut finden aber dann doch nicht machen!

Die sehr gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln gehört dazu!

Die Reformation des Gesundheitswesens

Klar, weil die Ärzte immer weniger Zeit für Kassenpatienten haben, gibt´s nun eine Vermittlungsstelle, wo man sagen kann, was einem fehlt, und die helfen dann, demnächst in 30 km Entfernung einen Termin zu bekommen. Nach diesem Schema werden bald nach Erweiterung der Kompetenzen der Vermittlungsstellen auch die Patienten an eine der noch vorhandenen Kliniken vermittelt.
.
Warum gibt es eigentlich keinen Klinik-TÜV, der überprüft, ob die einzelne Klinik auch die nötigen Standards erreicht? - Ach, ich vergaß: der TÜV hatte ja Brustimplantate mit Bausilikon zugelassen!

nicht gleich "NEIN" brüllen

Bei einer ernsthaften Erkrankung oder der Notwendigkeit einer Operation wäre mir die Erfahrung der Mediziner*innen wichtiger als die Nähe zum Wohnort. Eine (wissenschaftlich befürwortete) Zusammenlegung von Expertise in bestimmten medizinischen Fachrichtungen auf immer noch circa 600 Kliniken im Bundesgebiet sollte doch nicht gleich per se lauthals abgelehnt werden. Und zu den angeführten "Gleichwertigen Lebensverhältnissen": Ich denke, dass eher in Städten mit einem Überangebot angesetzt wird als die letzte Klinik in einem Landkreis zu schließen. Es geht doch lediglich darum, dass nicht JEDE Klinik ALLES anbieten soll! 600 große Spezialkliniken für die "harten" Fälle klingen doch gut. Und steigende Versicherungsbeiträge würden dadurch wohl auch schwieriger zu begründen sein.

Aktuell regen sich bestimmt auch die Leute auf, die Angst haben, kein Chefarzt mehr werden zu können.

Der Qualitätsbegriff der

Der Qualitätsbegriff der Bertelsmann-Stiftung sollte nicht entscheidungsleitend sein. Gerade die „fachlichen“ Argumentationen der BS scheinen eher betriebswirtschaftliche als medizinische Fachlichkeit aufzuweisen. Warum soll man für Diagnostik und Erstversorgung eines Herzingakts einen Topographen benötigen?

Ein Armutszeugnis für ein reiches Land

Dies ist wirklich ein Armutszeugnis für ein angeblich reiches Land :-(

Schwimmbäder werden geschlossen, Schulen werden geschlossen, jetzt Krankenhäuser!

Wie soll das den weiter gehen??

Dass man Spezialkliniken

Dass man Spezialkliniken reduziert ist eigentlich weniger das Problem, zB. eine Hüftoperation muss nicht schnell sondern ordentlich gemacht werden. Aber einfach die Zahl der Krankenhäuser zu reduzieren ist etwas anderes. Eine Unfallchirurgie z.B muss möglichst nah sein, da bei Unfällen jede Sekunde zählt. Auch die Betreuung älterer Menschen/Menschen die häufiger wegen akuter Beschwerden ins Krankenhaus müssen sollte möglichst nah sein, man kann nicht jede Woche 100km fahren (z.B. Menschen mit Nierenversagen). Deshalb Kliniken verkleiner, ok, aber nicht schließen.

Nicht nur Ärzte warnen vor Schließungen.

Experten gibt es wie Sand am Meer und es gibt so viele Studien für und gegen bestehende Strukturen. Wer ohne Not die ärztliche Versorgung vor Ort aufgeben will, der nimmt in Kauf, dass die Erstversorgung von Notfällen und nach Unfällen weg fällt. Das Argument der Spezialisierung trifft zu und sollte auf jeden Fall in den großen Kliniken und Zentren angeboten und ausgebaut werden. Dem stehen aber die kleinen Kliniken auf dem Land nicht im Weg. Aus meiner persönlichen Erfahrung werden viele Behandlungen in dem Umland der spezialisierten Klinikzentren jetzt schon an Spezialisten überwiesen. Allerdings werden vor Ort die alltäglich vorkommenden und einfachen Versorgungen durchgeführt, für die nicht immer ein Herzspezialist nötig ist. N.m.M.n. wäre die Schließung der kleineren Krankenhäuser und Kliniken aus den beschriebenen Gründen ein grober Fehler und ein schlimmer Verlust für die flächendeckende Versorgung der Menschen. Eine kleine Hausarzt - oder Landpraxis kann das nicht auffangen.

Kein Geld da

"Viele könnten lebensbedrohliche Notfälle wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall nicht angemessen behandeln."

Dann müssen sie eben damit ausgestattet werden. Die Begründung ist nicht richtig formuliert.
Die Krankenhäuser müssen geschlossen werden, weil nicht genug Personal und Geld zur Verfügung steht.
Wenn man diese Krankenhäuser noch schliesst, dann ist das ein guter Grund aus Deutschland auszuwandern.
Dieses Land ist keinem normalen Menschen mehr zumutbar.

Klinikschließungen

Evtl. sollte sich diese Stiftung ruhig mal fragen warum es ein goldene Stunde des Schocks gibt.
Beim Schlaganfall ist ebenfalls die erste Stunde maßgeblich.
Dann schließt man Kliniken und erhöht das Behandlungsfreie Intervall.
Von den Fahrzeiten und Bettensuche für den Rettungsdienst möchte ich gar nicht reden.
Die kenne ich noch aus den 1980er und 1990er Jahren.
Die Spätfolgen lassen grüßen sage ich dazu nur.
Mit freundlichen Grüßen.

Viele relevante Argumente

anscheinend gibt es zahlreiche Argumente zur Festlegung einer geeigneten Krankenhausdichte. Ich hoffe, die diskutierenden Gruppen erfassen das gesamte Spektrum.

Egal zu welchem Ergebnis die Verantwortlichen kommen, die Kapazitäten in den Krankenhäusern müssen zur angemessenen Versorgung der Bevölkerung ausreichen.

Meine Ehefrau wurde vor 4 Wochen mit einem Notfall in eine Grossklinik eingeliefert. Dort hatte sie 4 Stunden lang, unter Höllenqualen, auf eine Behandlung zu warten. In der Zeit wäre ein Transport quer durch die Republik möglich gewesen. Die geringe Nähe zur Klinik war in dem Fall irrelevant (wie in vielen anderen auch)

Zwischen Stadt und Land, zwischen Ballungsräumen und Kleinstädten ? Ja. Das Dumme ist nur, dass der Staat nur dort handeln kann wo er selbst Akteur ist. So werden Jobs geschaffen „in der Pampa“ durch Forschungsinstitute oder Verwaltungseinrichtungen, die der Bund bezahlt. Schon beim kommunalen Nahverkehr wird es schwierig. Mehr als Appelle kann der Bund nicht machen. Wie auch bei der medizinischen Versorgung (Landärzte!) dominiert auch bei der Krankenhausversorgung allein das Primat der Wirtschaft. So ist das politisch gewollt, was ich schade und falsch finde.

Klinikschließungen wegen Ärztemangel

bei steigender Bevölkerungszahl!

In Kiel gibt es selbst an der Uni manchmal eine Aufnahmestopp, obwohl diese eigentlich nicht abweisen darf.
Überfüllt ist überfüllt.
Nach einer Herz-OP lag ich auf dem Flur eines Krankenhauses, weil alle Zimmer belegt waren, obwohl meine OP angemeldet war.

Wenn ich darüber nachdenke, dass meine Tochter, in der Klinik arbeitend, jetzt schon nicht mehr die Patienten adäquat in den Ambulanzen annehmen kann ( Wartezeiten teilweise sogar für Krebspatienten von mehreren Monaten!), dann kann es nur an einem liegen:

Die Abwanderung von massiv vielen Ärzten ins Ausland.
Siehe auch Berichte des Ärzteblattes:
www.aerzteblatt.de/archiv/59565/Aerztewanderung-Das-Ausland-lockt

In Kiel müssen ganze Stationen schließen, weil Ärtzemangel vorliegt und diese gehen; und zwar nicht in Pension, sondern sie suchen sich bessere Angebote.

Die Zustände sind alarmierend.
Spahn dagegen möchte Werbung für Apps machen....das ist am Thema völlig vorbei!
Man vergrault Ärzte!

Jetzt beginnt es sich zu rächen

Das man von der DDR mit ihrer exzellenten wohnortnahen medizinischen Versorgung nur das Sandmännchen (mit Mühe!) und den Grünen Abbiegepfeil übernehmen wollte.

Beispiele in Europa.

Die viele Krankenhausschließungen in den Niederlanden haben nicht geführt zu -
-Einer Verbilligung des Gesundheitssorg für den Bürger.
-Sie haben nicht geführt zu sehr deutliche Kostenreduzierungen der Krankenhauskonzerne.
-Sie haben nicht geführt zu einer nachweislich bessere Gesundheitssorg für den Bürger.
-Sie haben wohl zur Monopolbildung im Gesundheitssorg und Versicherungswesen beigetragen.

Die Probleme sind geblieben.
Die Kommunikation für den Bürger ist schlechter geworden.

Also einfach Krankenhäuser schließen löst kein Problem.

Schwierige Situation

Erfahrungsgemäß sind kleine Krankenhäuser qualitativ schlechter als große, und eventuelle Verzögerungen durch den längeren Transportweg sind eher zu verschmerzen als Verzögerungen bei der Aufnahme. Insofern - auch wenn es hart klingen mag - macht es von der Logik her tatsächlich Sinn, kleinere Krankenhäuser aufzulösen. Ich persönlich kenne da ein oder zwei, muss allerdings auch darauf hinweisen, dass es Regionen gibt, die unter Umständen verkehrsmäßig abgeschnitten sind und deswegen ein Krankenhaus unbedingt benötigen, ob es sich nun rentiert oder nicht.

Heute, 20:15, ARD-Sendung zum Thema!

Krankenhäuser müssen
wohnortnah erreichbar
sein. Für Senioren mit
altersbedingten Erkrankungen ist es wichtig, dass Angehörige kurze Anfahrtswege haben.
Eine Grundversorgung
für Notfälle muss gewährleistet sein.
Gewinnmaximierung
darf nicht im Vordergrund stehen!
Für größere OPs können
gut ausgerüstete Zentren die bessere Wahl sein. Man darf jedoch ländliche Regionen i.a. nicht benachteiligen, wenn
sie stärker besiedelt werden sollen! Hinweis:
Heute gibt es um 20:15
eine ARD-Sendung zum
Thema!

Böse Reduzierung der Kosten

Im anderen Artikel kam von vielen gleich die Vermutung, dass man doch nur Gewinne steigern und Kosten senken wolle.

Da frage ich mich, was das Problem daran sein soll Kosten zu senken. Wir haben alle nichts zu verschenken. Die Frage ist doch: Zu welchem Preis werden Kosten gesenkt?

Das Ziel ist es, dass nicht mehr jeder alles macht. Die Leistung soll qualitativ besser werden jedoch nicht mehr überall verfügbar sein. Wir haben hier einen klassischen Zielkonflikt. Qualität gegen Verfügbarkeit.

Die Frage sollte also sein, wie wir unsere Behandlungsqualität steigern und dennoch dafür sorgen, dass die Menschen die notwendigen Behandlungen in einem angemessenem Zeitraum erhalten.
In einigen Fällen liegt der angemessene Zeitraum im Minutenbereich (ggf. auch nur für eine Akutbehandlung mit anschließender Verlegung), in anderen kann es halt auch mal Monate für den Termin und mehrere Stunden Fahrt bedeuten.

Eine lange Fahrt ist besser als ein mies eingebautes Implantat.

Gemeinnützigkeit Streichen

Streicht der Bertelsmann-Stiftung endlich die Gemeinnützigkeit. Sie glänzte in letzter Zeit häufiger durch durch sehr merkwürdige Studien (z. B. als aus der Islam-Skepsis mal eben eine allgemeine Religionsfeindlichkeit gemacht wurde, obwohl die Ergebnisse das genaue Gegenteil bewiesen) da darf sich wohl jeder „Experte“ nennen, Hauptsache die Kohle stimmt.

Studie ist nachvollziehbar

Vielleicht wäre es ein Mittelweg, kleine Akutkliniken für Herzinfarkte etc zu belassen. Geplante Operationen wie Krebsbehandlungen, Herzoperationen beispielsweise sollten aber nur wenige, dafür spezialisierte Kliniken vornehmen. Viele Operationen führen zu viel Erfahrung, dies wiederum zu bestmöglichen Ergebnissen bei nicht aktuten Operationen. Nur das sollte für die Patienten zählen.

Ärzte warnen vor Klinikschließungen ...

Sind denn derzeit die empfohlenen Wegezeiten, z. B. bei Infarktpatienten einzuhalten und sind in den Ballungsräumen, da wo größeres passiert (Loveparade, Terrorangriffe etc.) im übelsten Fall genügend Notfallbetten und leistungsfähige Notaufnahmen parat? Man kann unsere Krankenhauslandschaft nicht nur von komplizierten Spezialmaßnahmen her denken, wer sein Karzinom, seine Organtransplantation etc. zu behandeln plant, der sollte vom entsprechenden Leitsystem selbstredend zu den kompetentesten Anstalten geleitet werden.

Herzinfarkt - ein gutes Beispiel, warum der ländliche Raum auf eine qualitativ hochwertige Grundversorgung angewiesen ist: Wenn z.B. irgendwo im tiefsten ländlichen Niedersachsen zwischen Bremervörde und Uelzen jemand einen Herzinfarkt erleidet, dann hilft es ihm meist nicht, dass die Uniklinik in Hamburg-Eppendorf absolut top ist. Dann braucht er eine notfallmedizinische Versorgung vor Ort, die innerhalb von 10 Minuten mit dem notwendigen medizintechnischen Equipment vor seiner Haustür steht. Und zwar auch angesichts der seit Jahrzehnten ungeflickten Straßen in Moor und Heide, bei denen sich ein Schlagloch ans nächste reiht.

Planbare Spezialbehandlungen wie Strahlentherapien bei Krebserkrankungen oder Gelenk- und Hüftoperationen werden inzwischen doch sowieso fast nur noch in einschlägigen Großkliniken durchgeführt, da gibt´s doch überhaupt nichts mehr, was noch größeren Verlagerungsbedarf hat.

Die wirklich interessante Frage ist: Wer hat eigentlich diese Studie bezahlt?

WIN-WIN Situation für Patienten und Krankenkassen

Die geforderte Spezialisierung in wenigen Spezialkliniken ermöglicht große Kostensenkungen bei großen Vorteilen für die Patienten. Es nützt nichts, wenn sich jede Dorfklinik alles zutraut und nichts richtig hinbekommt. Dann lieber einmal in eine Spezialklinik und dort mit viel Erfahrung bestmöglich behandelt!

und da haben sie auch völlig Recht

Gesundheitsversorgung gehört zur Grundversorgung und nein es ist nicht toll in euiner Gegen zu wohnen in dert das nächste Krankenhaus 35km weg ist.

Na prima, am Ende können wir

Na prima, am Ende können wir aber mit gutem Gewissen sagen, dass wir vollkommen genügnd Ärzte und med. Personal haben, wenn auf diese Weise der Klinikbedarf um 2/3 gesenkt wird. Ist das wirklich wahr, wer erstellt solch eine Studie, das ist doch Menschenverachtend!

weitere Gründe für kleine Krankenhäuser

Eine Spezialisierung ist sicher sinnvoll.
Aber weniger und größere Krankenhäuser halte ich für gefährlich.
Wer weiß, was es noch für Super-Keime geben wird.
Und da ist ein Kontaminierung eines großen Krankenhauses
problematischer als die eines kleinen Krankenhauses.
Man hat so die Möglichkeit auszuweichen.
Weitere Vorteile sind, wie schon geschrieben: Erreichbarkeit (gerade im Notfall), ..

Zwischen Behandlungen differenzieren

Ich war selbst einige Jahre in einem ländlichen Krankenhaus der Grundversorgung tätig und bin vor kurzem an ein Universitätsklinikum gewechselt.
Es ist unbedingt notwendig, diese Frage differenziert zu betrachten: Ich kann mich der Studie insofern anschließen, dass alle elektiv durchführbaren Maßnahmen auf möglichst wenige, große Häuser zu konzentrieren sind. Prothetik, Wirbelsäulenchirurgie oder Transplantationen gehören in spezialisierte Zentren, weil sie eben nicht zeitkritisch und mit kurzen Transportwegen erfolgen müssen. Gleiches gilt für die Behandlung von seltenen (Krebs-)Erkrankungen, sehr kleinen Frühgeborenen oder Tropenkrankheiten.
Andererseits muss unbedingt eine wohnortnahe Versorgung für alle häufigen und weniger aufwändigen Bereiche vorgehalten werden: Innere Medizin, Kinderheilkunde inklusive Geburtshilfe, grundlegende Visceralchirurgie und so weiter. Und wenn ich peripher als Arzt überfordert bin, dann muss ich - aller Eitelkeit zum Trotz - in ein Zentrum verlegen.

RE: ex_Bayerndödel um 09:35 - Vorgängerthread

***Ich wäre nicht bereit, für jede Behandlung so eine Entfernung zu fahren.***

Dass müssen sie ja nicht, aber sie haben bei Fehldiagnosen und/oder falscher Behandlung die Konsequenzen zu tragen.

.
***Was machen Sie, wenn es ein akuter Fall ist, und die Behandlung sofort eingeleitet werden muss, um ein Leben zu retten? Ach ja, Sie warten dann lieber sechs Monate auf einen Termin, dann erübrigt sich auch der Rest.***

Da ich in den Kliniken schon recht bekannt bin, reicht es, wenn ich mich kurz telefonisch bei den Ärzten anmelde. Wartezeiten gibt es für mich nicht !
Falls mich aber mal der "Schlag treffen" sollte, dann wähle ich den Notruf, und werde dann in nächste Feld-Wald-und Wiesenkrankenhaus transportiert.
Ansonsten dürfen nur die Spezialisten ran, von denen es nur eine Handvoll in Deutschland gibt.

Ansonsten stimme ich ihnen zu, dass wir überall in Deutschland eine adäquate Notfallmedizin benötigen.

Gruß Hador

Eine Bertelsmann-Studie

Eine Bertelsmann-Studie empfiehlt.... Bitte welcher Auftraggeber steckt nochmal dahinter?
Aus meiner Erfahrungen weis ich, Studien gehen immer positiv im Sinne des Auftraggebers(gleich Geldgebers) aus, also alles außer unparteiisch und schon garnicht neutral.
Auch eine große Bertelsmann-Stiftung arbeitet nicht umsonst. Mit großen Krankenhäusern lässt sich sicherlich großes Geld verdienen, aber ob die regionale Versorgung so großartig wird, daß bezweifele ich.
Dann sollen sie doch gleich aus vielen Städten eine große machen, wenn es nach der Studie alle Probleme lösen würde

Ärzte warnen vor Klinikschließungen

Und sie haben recht !
Wie sieht es denn aus, in den Notaufnahmen in deutschen Krankenhäusern ?
Meist sind diese überfüllt, und die Patienten haben teils qualvolle Wartezeiten zu überstehen.
Und wenn jetzt fast 2/3 der Krankenhäuser geschlossen werden sollen, dann ist dies unverantwortlich gegenüber der hiesigen Bevölkerung.
Die Region Köln-Leverkusen ist nicht Deutschland, und ich habe den Eindruck, dass diese Studie aus dem Elfenbeinturm heraus entstanden ist.
Richtig ist aber, dass planbare Operationen am besten in Kompetenzzentren durchgeführt werden.

Gruß Hador

Es ist schon ein paar Jahre her, als ich im Rettungsdienst tätig

war, aber eins ist ganz sicher, viele Menschen hätten es nicht überlebt, wenn wir unser kleines Klinikum nicht in der Nähe gehabt hätten. Für planbare OPs und Behandlungen kann ich mir eine Zentralisierung vorstellen. Was Geburtshilfe und Notfallversorgung angeht, muss ich der Bertelsmann Stiftung widersprechen, da macht das keinen Sinn. Wenn die Studie so angenommen wird sollten die Röhn-Kliniken erst mal mit gutem Beispiel vorangehen und zwei Drittel ihrer Häuser schließen! Selig sind die Kompetenzsimulanten...

RE: Lawd um 13:58

Ein richtiger Kommentar von ihnen !
Ich möchte nur zu bedenken geben, dass so manche Uniklinik ihre Kapazitäten schon voll ausgelastet hat, und eine Vergrößerung des Uni-Komplexes nicht zu realisieren ist. Wenn jetzt kleinere Krankenhäuser ihre Patienten dorthin abgeben, dann verlängert sich nur die Wartezeit auf Kosten der Patienten.

Gruß Hador

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