Ihre Meinung zu: Was syrische Flüchtlinge von einer Rückkehr abhält

15. Juli 2019 - 8:18 Uhr

In vielen Teilen Syriens scheint der Krieg vorbei zu sein. Die Rückkehr in die Heimat ist für Flüchtlinge trotzdem riskant. Anne Allmeling hat mit Syrern gesprochen, die sie gewagt haben - und solchen, die Angst davor haben.

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Kommentare

Zurück? Das sagt sich so

Zurück? Das sagt sich so leicht. Aber da ist nichts mehr. Das haben die "gemäßigten Rebellen" super hinbekommen. Die haben das komplette Land auf dem Gewissen. Spätestens 2 Tage nach ihren Aufständen hätte klar sein müssen, das das Unterfangen nicht richtig ist und nicht funktionieren kann. Leider wurden sie vom Westen mal wieder missbraucht. Ohne den Aufstand hätte sich isis dort nie festsetzen können.

Hoffentlich nehmen all die,

Hoffentlich nehmen all die, die vollmundig von allen eine sofortige oder baldige Rückkehr nach Syrien fordern, wahr, was Menschen wie Spiro sagen, dass es nahezu unmöglich ist, "ein einfaches und würdiges Leben zu führen, dass man Kleidung und Essen hat. Und ein bisschen Vorrat für die nächsten fünf oder sechs Monate." Und junge Männer werden von schwadronierenden Milizen aufgegriffen, so dass man nicht weiß, ob sie verschleppt oder umgebracht wurden. In Syrien drohen weiter Verschleppung und Mord: Das ist traurige und blutige Realität.

Wie hat eigentlich Deutschland den Wiederaufbau gemeistert?

Immerhin waren die Zerstörungen wirklich erheblich, speziell die männliche Bevölkerung arg ausgedünnt.
Ja klar gab es Hilfe aus den USA. War die ein entscheidender Faktor oder doch mehr Motivation? Welche Rolle hat vielleicht ein Technologie- und Management-Transfer aus den USA gespielt?

Für meine Begriffe könnte eine genaue Analyse vielleicht auch beim Wiederaufbau in Syrien nützlich sein.

Vielleicht...

Wenn die Menschheit...

... es nicht schafft, ihre Bürgerkriege und egoistischen Verhaltensweisen zu überwinden und gemeinsam die Probleme der Welt anzupacken, dann wird es weiterhin Flüchtlinge geben, die ihre Heimat verlassen müssen und unglücklich werden, sich nicht mehr selber versorgen können, oder in Ruinen ihr Dasein fristen müssen. Immer agieren alle gegeneinander und nicht miteinander.
Ich hoffe, dass alle in Syrien bald wieder friedlich und glücklich leben können. Und dass alle wieder angstfrei zurückkehren und in ordentlichen Häusern leben können.
Leider haben Regierungen und Rebellen immer noch diese egoïstischen Denkmuster, wir oder Ihr. Das hilft keinem Menschen.
Ich hoffe, dass... vielleicht vergebens, aber Hoffnung stirbt zuletzt.

Das wird sich nicht bessern,

solange Syrien im Kriegszustand ist. Die Menschen wären ja doof in ein Kriegsland zurückzukehren.
Kann man übrigens in allen Kriegsgebieten in der Welt beobachten.

Verschiedene Perspektiven

Der Bericht von Frau Allmeling lässt mich rätselnd zurück. Hat sie selber mit den Leuten gesprochen? Nach Ost-Aleppo sind hunderttausende Syrer zurück gekehrt, so berichteten es Journalisten der ARD, ebenso über die dortigen Hilfsprogramme für Kinder, bei denen die Bundesregierung jede Hilfe verweigert. Leute, die im Regierungsauftrag plötzlich verschwinden und dann tot sind, kenne ich bisher nur aus Saudi-Arabien, wie bei Herrn Kashoggi. Was an dem Bericht auffällt: Kein Wort über die Greueltaten der sogenannten "Rebellen" und ihren Granaten auf christliche Ortschaften rund um Idlib. Vor kurzem soll es wieder Köpfungen durch die dortigen "Aufständischen" gegeben haben. Auch leider nichts von Frau Allmeling zur Lage in Afrin unter türkische Besatzung. Gibt es dazu keine Berichterstattung?

Achselzuck....

die meisten jungen Maenner, die nach D weg sind, haben sich der Wrhrpflicht und dem Einsatz im krieg entzogen.

Sie sind also auch Fahnenfluechtige.

Da sind Probleme vorprogramiert.

Ausserdem wird der wiederaufbau Syriens viele Jahre brauchen.
Und Entbehrungen fordern.
Diese werden diejenigen gleichfalls scheuen.
In D - selbst mit Sozialhilfe - lebt es sich besser.

Und ich kann mir nicht vorstellen, das Assad diese Leute zurueck will.

Das Land duerfte kaum in der Lage sein, die im Land befindlichen und die Exilanten zu versorgen.

Nebenher haben die Exilanten den hoehren Lebensstandard in Europa sowie die Freiheitsrechte gesehen.

Und koennten in einem Wunsch dies auch fuer Syrien erreichen zu wollen, fuer neuerliche Unruhe sorgen.

Der Grossteil der Syrer bleibt uns erhalten.
Fuer immer.

Aufbauhilfe

Die Aufbauhilfe ist kaum vorhanden. Klar kann niemand in Trümmern leben! Und wie in Deutschland will auch dort niemand mehr in Dörfern leben, allein schon wegen der Sicherheit aber auch wegen der Zukunft. Ist nicht nur in Deutschland so, dass das Land stirbt, weil die Politik der Wirtschaft hinterher rennt und die macht es sich natürlich so einfach wie möglich.

Was am Schlimmsten aber ist sind die Vorbehalte der Dortgebliebenen gegenüber den Geflüchteten. Ähnlich war das auch im Kosovo. Da sind die Geflüchteten mit viel Geld zum Aufbau zurückgekommen und haben sich benommen wie die Könige.
Die Dortgebliebenen werden selbstverständlich nicht nur Neid und Missgunst zeigen, es hat sehr wahrscheinlich auch einen politischen Hintergrund. Leute sind ja damals nicht nur vor dem IS geflohen sondern auch vor Assad. Das ist ein buntes Gemisch! Mit Sicherheit sind auch IS-Anhänger vor dem Krieg geflohen. Vor Ort weiß man das und das Feinddenken ist natürlich stark ausgeprägt,..Bürgerkrieg halt.

Lösung angemahnt!

Dies ist mehr als unverständlich. Die internationale Staatengemeinschaft muss für eine Lösung sorgen - auch wenn ich hier leider nicht zuversichtlich bin, dass dieses geschieht. Es ist kein hinzunehmender Zustand wenn Parallelgesellschaften in Deutschland entstehen. Langfristig wird es die deutsche Gesellschaft nicht aushalten, dass mehrere Millionen (Wirtschafts-)Flüchtlinge in Deutschland - oder auch in Schweden und Dänemark leben, wobei die beiden zuletzt genannten Staaten, inzwischen deutlich begrenztere Regeln gegenüber Flüchtlingen definiert haben. Es wäre doch relativ einfach, die bereit gestellten Mittel für Flüchtlinge - insbesondere aus Syrien - die bei ca. 30 Mrd Euro jährlich liegen, umzuleiten und Präsident Assad zukommen zu lassen - dann wäre das Thema hoffentlich in 3-5 Jahren beendet - und Deutschland könnte sich endlich auch um relevante Themen - Bildung, Einheitliches Gesundheitssystem, Veränderung durch digitalen Wandel und Klimawandel - kümmern.

Da fehlt doch was?

Sehr geehrte Frau Anne Allmeling, das Regime haben Sie als Fluchtursache benannt, auch der IS wird "erwähnt" ,aber da fehlt doch noch was! Die Waffenlieferung und finanzielle Unterstützung der TERRORISTEN seit 2011, auch durch die Verbündeten der Bundesrepublik Deutschland, die da wären Türkei, Saudi-Arabien, USA, UK, Frankreich und und und... es fehlen die Namen der Gruppierungen der "moderaten Rebellen", wer liefert denen bis heute Waffen, Pickups, Drohnen, Panzer, Raketen und Granatwerfer? Wer kaufte denen das geraubte syrische Öl ab? Es fehlt auch die Nennung der mörderischen Sanktionen durch die EU gegen die einfachen syrischen Menschen und was wird eigentlich sanktioniert. Durch den Wertewesten wird Öl, Baumaterial, Nahrung, Industrieausrüstung für Wasser - und Elektrizitätswerke sanktioniert. Ihr Bericht nennt an der "Spitze" das Regime als "Fluchtursache" aber die halbe Wahrheit ist die schlimmste aller Lügen, denn die Handlungen des Westens verschweigen Sie völlig.

Eine Regierung sucht sich ein Volk aus

Das syrische Regime nützt die Lage, um eine regimetreue Bevölkerung etablieren. D.h., ein großer Teil der Menschen, die aus Syrien geflohen ist, wird nicht mehr dorthin zurückkehren.
Ein Schritt dazu war die Neuregistrierung der Grundstücke. Wer nicht treu zum Regime stand oder geflohen war, wurde enteignet.

"""Was uns daran hindert,

"""Was uns daran hindert, wieder nach Hause zurückzugehen, sind die Milizen, der IS, die Iraner, die Afghanen und all diese Gruppen""
Wie es scheint, ist da mit Wahlen und unseren Vorstellungen von Demokratie nichts auszurichten. Etwas Sicherheit und etwas normales Leben, wird es nur unter einem totalitären Staatsgefüge geben, wie es vor dem Krieg vorhanden war.

Ich sage es einfach mal mit

Ich sage es einfach mal mit den Worten unserer BK:

„Wir erwarten, dass, wenn wieder Frieden in Syrien ist, wenn der IS im Irak besiegt ist, sie mit dem Wissen, das sie bei uns erworben haben, wieder in ihre Heimat zurückkehren“

Dazu sollten wir aber auch den Aufbau vor Ort unterstützen, das haben "wir" vor 75 Jahren mit Hilfe auch geschafft.

Keine unrechtmäßigen Enteignungen.

@09:32 von Carlos12
Sondern die Standards waren wie bei uns. Enteignungen nur, wenn nach einer Frist niemand aufzufinden ist, der einen Anspruch geltend machen kann.
Auch Geflüchtete konnten ihr Eigentum beanspruchen.

Syrische christliche Bischöfe gegen Sanktionen.

@09:31 von DerLinksliberale
Ein Dutzend syrischer Bischöfe verschiedener Konfessionen haben einen offenen Brief an die EU geschrieben mit der Bitte die Sanktionen aufzuheben. Sie träfen gerade auch die Christen, während den Islamisten Ausnahmeregelungen eingeräumt wurden.
Vgl. Petition auf change.org, Syrien, Embargo.

Solange die USA und die Verbündeten, also

auch Deutschland dafür sorgen, dass Terroristen unterstützt werden, wird es auch keine Sicherheit in Syrien geben. Es ist bezeichnend, dass unsere Medien gezielt Interviewpartner aussuchen, die gegen die gewählte Regierung sind. Wie wäre es, wenn hier in Deutschland nur Gesprächspartner zu Wort kommen, die gegen die Regierung sind?

@Fanreisender 08:49

Der Unterschied ist offensichtlich: In Deutschland herrschte Frieden. Die Sicherheit der Bevölkerung wurde von den Siegermächten garantiert. Ebenso die nötigsten Bedürfnisse.
Wenn man nicht täglich ums überleben kämpfen muss baut sich so ein Land wesentlich einfacher wieder auf (wobei es natürlich auch in Deutschland viel kraft und Engagement gekostet hat).
In Syrien kann man sich nie sicher sein ob der Konflikt nicht vielleicht durch irgendwelche mobilen Milizen wieder aufflammt, ob man vom Regime als Verräter gebrandmarkt und eingesperrt und gefoltert wird oder ob man irgendwo bezahlte Arbeit, geschweige denn regelmäßig etwas zu essen findet.
Zusammengefasst: Die Situation im Nachkriegsdeutschland war im Vergleich zu Syrien quasi paradiesisch.

Wiederaufbau Nahost/Syrien & Co

Ja, auch wenn es kaum einer hören möchte, fordere ich unsere Regierung in Deutschland (und die EU) auf, einen "Marshallplan" für alle Länder rund um Syrien, Libyen, Libanon etc. zu verwirklichen. Wahrer Frieden fußt auf Eigenversorgung der Menschen in Ihrer Region und dazu braucht es eine rege Infrastruktur, Wirtschaftliches Wachstum, Arbeit und natürlich Nahrungsmittel sowie Wohnraum für „alle“…
Ein Marshallplan wäre genau die Initialzündung: Also viel, viel Geld und „Materialien“, wie Geräte, Maschinen und Werkzeuge verleihen zu Minimalkonditionen oder teils „Spenden“.
Uns und Europa sowie vor allem der USA hatte das viel gebracht.
Angeblich wollen alle die Fluchtursachen bekämpfen, das wäre so ein Mittel.

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