Ihre Meinung zu: Nach Urteil in Frankreich: Koma-Patient Lambert gestorben

11. Juli 2019 - 9:56 Uhr

Der Streit um den Koma-Patienten Vincent Lambert hat in Frankreich jahrelang die Justiz beschäftigt. Nachdem das oberste Gericht entschieden hatte, dass die Ernährung eingestellt werden durfte, ist er nun gestorben.

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Kommentare

der mann ist also..

verhungert? nein, wahrscheinlich verdurstet. keine schoener tod, wahrscheinlich auch fuer einen wach-koma-patienten.

warum so ein grosser unterschied zwischen aktiver und passiver sterbehilfe gemacht wird, ist angesichs solcher beispiele eine berechtigte frage, waere doch der tod dieses patienten durch eine ueberdosis eines schlafmittels bei weitem humaner gewesen.

ob die gesellschaft im 21 jahrhundert endlich einen weg vom christlichen zum humanen finden wird? es waere uns allen zu wuenschen.

heisst

"Wachkoma", dass der Arme alles mitbekommen hat, also auch die Abschaltung der Geräte und die Schmerzen danach? Dann fände ich das schon ganz schön krass, um nicht zu sagen verbrecherisch, ihn praktisch verhungern zu lassen.
Ausserdem, auch nach so langer Zeit bestehen Chancen, wieder ganz aufzuwachen.

Menschenrechte

Ich muss immer wieder feststellen, dass ich die christlich-abendländische Werte-Tradition diesbezüglich in vielerlei Hinsicht nicht teile. Das Recht auf Selbsttötung wie auch das Recht auf Sterbehilfe sind nach meinem Empfinden elementare Menschenrechte und sollten auch als solche international anerkannt werden.

Hier sollte das Empfinden jedes Einzelnen aus meiner Sicht viel stärker gewichtet werden als der (vergebliche) Versuch, eine allgemeine Moral für alle zu deklarieren. Sprich, jeder entscheidet für sich selbst wie er behandelt werden möchte, sei es die Freiheit so lange wie möglich leben zu dürfen oder die Freiheit selbstbestimmt aus diesem Leben zu scheiden.
Höchste Zeit für eine internationale Debatte und humanere Gesetze!

Schwieriges Thema - was man daraus lernen sollte

Ein sehr schwieriges Thema, bei der die Familie Lambert wohl gespalten wurde und sein wird.

Was sollte man daraus lernen?

Jede Person ab 18 Jahren sollte eine Patientenverfügung haben und auch eine Vorsorgevollmacht, damit ihre Vorstellungen umgesetzt werden können, wenn sie sich nicht mehr äußern kann.

Gibt es u.a. beim Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz auf der Webseite.

Endlich...

... durfte er gehen. Sein Leid hat endlich ein Ende.

R.I.P

Wer soll das bezahlen?

Wenn jemand so viele Jahre im Wachkoma liegt, gilt:
1. das kostet pro Monat 30.000 Euro, also für 10 Jahre 3,6 Millionen.
2. die Wahrscheinlichkeit einer Wiederherstellung ist nicht gegeben.
So sehr die Gefühle der Angehörigen nachvollziehbar sind, so steht aber auch die Frage der Finanzierung durch die Allgemeinheit verbunden mit Einsparungen an anderer Stelle im Raum. So kommt es, dass arme Rentner ihre Inkontinenzwindeln nicht von der Kasse bezahlt bekommen, wenn sie die KK-Marke nicht vertragen können oder deren Zahnersatz nicht genehmigt wird.

Er möge in Frieden ruhen

"" Ihr Mann habe sich nie gewünscht, dass sein Leben künstlich verlängert werde, sagte Rachel Lambert vor einigen Jahren. Eine entsprechende Patientenverfügung von Vincent Lambert gab es allerdings nicht.""
#
Auch wenn es keine Patientenverfügung gab, sollte man den Wunsch den Lambert mündlich geäußert hat, respektieren.

Ein sehr schweres und

Ein sehr schweres und trauriges Thema.
Ich kann die Haltung der Eltern nachvollziehen.
Natürlich ist es immer sehr traurig, wenn man das eigene Kind beerdigen muss. Sich aber noch an jeden Strohhalm klammern kann keine Lösung sein.
Auch ich stand mal vor der gleichen Entscheidung. Intubieren, Magensonde? Die Situation wird sich nicht verbessern, aber der Patient wird künstlich am Leben erhalten.
Das macht vielleicht eine Zeit lang Sinn und mag auch medizinisch indiziert sein.....
.
Ich möchte die Situation in diesem konkreten Fall nicht beurteilen.
.
Aber es muss auch möglich sein friedlich zu sterben. Und man muss auch bereit sein, jemanden gehen zu lassen.
.
Ich habe aus dem Artikel gelernt, dass ich eine Patientenverfügung erstellen werde.

Möge er in Frieden ruhen

Aber vielleicht hat er das schon vorher getan - wir werden es nie wissen. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass es ein Leben ist, im Koma zu liegen und künstlich ernährt zu werden - sehe es eher als Dahinvegetieren an. Ist das erstrebenswert in einem solchen Fall? Ist das die Liebe der Eltern? Oder eher das Dogma der katholischen Kirche? Da ich ausgetreten bin, weiß ich letzteres nicht so genau, aber ich denke, wir kommen hier an den gleichen Punkt wie beim Thema Abtreibung.
Nun wünsche ich dem jungen Mann, dass es einen Himmel gibt, und er dort glücklich sein kann.

War es wirklich der Wunsch des Patienten, zu sterben?

Komapatienten nehmen ihre Umgebung wahr und können durch bestimmte Zeichen ihre Gedanken verraten. Ich habe das selbst vor kurzer Zeit bei einem solchen Fall erfahren. Wir haben ihm einige Briefe vorgelesen und ihm einiges erzählt und dabei gemerkt, dass er zugehört und reagiert hat. Er konnte auch durch bestimmte Zeichen Fragen beantworten. Warum hat man nicht bei Vincent Lambert versucht, zu erfahren, ob er lieber weiterleben oder sterben möchte?

Wachkomapatienten sind in

Wachkomapatienten sind in ihrer eigenen Welt, die mit unserer nichts zu tun hat. Sie reagieren nicht auf ihre Umwelt, nicht auf Ansprache, nicht mal, wenn man ihnen das eigene Neugeborene auf die Brust legt. Sie starren die Wand an. Sie sind gefangen in ihrer Welt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie wieder zurück kommen ist nur in den ersten 2 Jahren überhaupt gegeben und auch nur dann, wenn sie eine Familie haben, die mit unglaublicher Geduld und Zeit versucht, die Erinnerung zurück zu bringen. Deswegen steht in meiner Patientenverfügung, dass das Wachkoma die einzige Erkrankung ist, bei der ich eine sofortige Therapieeinstellung wünsche. Ich will nicht jahrelang sabbernd dahinvegetieren, hoffend, dass ich nochmal aufwache. Nein, Danke!!!

Viel Glück im Himmel, Vincent!

Die Vernunft hat gesiegt.

Ich hoffe, dass auch die Eltern des Patienten nun ihren Frieden finden.

@ 10:11 von Sparer: Wachkoma

Sie verwechseln wohl Wachkoma mit locked-in-Syndrom. Beim locked-in-Syndrom bekäme der Patient mit, was mit ihm geschieht, könnte sich aber nicht bemerkbar machen.
Bei Wachkomapatienten ist jedoch der größte Teil des Großhirns so stark geschädigt, dass dort keine Funktionen mehr nachweisbar sind.
Ich hatte vor einigen Jahren mit einem Wachkomapatienten zu tun. Die EEGs zeigten da bei keiner Untersuchung etwa an. Der Mann lebte noch, weil sein Kleinhirn noch funktionierte. Nach 9 Monaten im Wachkoma verstarb er, nachdem es Komplikationen mit der Magensonde gegeben hatte.
Alle Betroffenen empfanden es als Erlösung für ihn und auch für sich selbst.

@Sparer - Chancen

10:11 von Sparer:
"'Wachkoma', dass der Arme alles mitbekommen hat, also auch die Abschaltung der Geräte und die Schmerzen danach?"
> Wie kommen Sie darauf, dass der Patient irgendetwas mitbekommen hat? Und woher nehmen Sie die Informationen, dass irgendein Gerät abgeschaltet und keine Medikamente gegeben wurden?

"Dann fände ich das schon ganz schön krass, um nicht zu sagen verbrecherisch, ihn praktisch verhungern zu lassen."
> Da aktive Sterbehilfe leider verboten ist, blieb ja nur dieser Weg. Ein Verbrechen kann ich aber trotzdem nicht erkennen.

"Ausserdem, auch nach so langer Zeit bestehen Chancen, wieder ganz aufzuwachen."
> Diese Chance von rund Null ist eine denkbar schlechte Rechtfertigung, um viele Menschen auf gut Glück weitere Jahre zu quälen.
Wie sollen die Angehörigen Abschied nehmen, wenn der Mensch seit 10 Jahren "tot" ist, aber sein Körper noch am Leben gehalten wird?

Wenn das Leben keins mehr ist, soll es auch enden dürfen.

@ Sparer, um 10:11

“...Ausserdem, auch nach so langer Zeit bestehen Chancen, wieder ganz aufzuwachen.“

Ich glaube aber nicht, dass ein Patient nach so langen Jahren aufwacht, sich räkelt und sein Leben fortführt wie vorher. Er wird weiterhin eine Schwerstbehinderung haben, über die er und seine Angehörigen womöglich noch unglücklicher sind.
Und dann...?

Meine Patientenverfügung ist diesbezüglich klar abgefasst, aber das sollte jeder selbst entscheiden.
Sollte, und zwar unmissverständlich und rechtzeitig.

10:11 von Sparer

Ausserdem, auch nach so langer Zeit bestehen Chancen, wieder ganz aufzuwachen.
.
natürlich
nichts ist unmöglich ....

10:35 von DeHahn

Wenn jemand so viele Jahre im Wachkoma liegt, gilt:
1. das kostet pro Monat 30.000 Euro, also für 10 Jahre 3,6 Millionen.
.
ein Thema das sehr unpopulär ist, anzusprechen
in Afrika muß ein Kind sterben, weil 2 Euro für Durchfalltabletten fehlen
hierzulande leistet man sich 1 ... 2 wie viel Millionen auch immer für ein "Leben"

11:04 von Bergschneider

Warum hat man nicht bei Vincent Lambert versucht, zu erfahren, ob er lieber weiterleben oder sterben möchte?
.
wer sagt ihnen, dass das nicht gemacht wurde ?

10:11 von Sparer

"Wachkoma", dass der Arme alles mitbekommen hat,
.
woraus schließen sie, dass er alles mitbekommen hat
beim Wachkoma geht man davon aus: der Patient ist nicht bei Bewußtsein,
weil das Großhirn entsprechend geschädigt ist
wissen tut man es letztendlich aber nicht !
ebenso wenig wie bei klinisch Toten, denen die Organe entnommen werden

@ 10:35 von DeHahn

"Wer soll das bezahlen?
Wenn jemand so viele Jahre im Wachkoma liegt, gilt:
1. das kostet pro Monat 30.000 Euro, also für 10 Jahre 3,6 Millionen."
.
Die Facharbeiter?
.
Aber im Ernst, das war jetzt wirklich das Letzte woran ich bei dem Thema denken würde......

@DeHahn vom 11. Juli 2019 um 10:35 "Wer soll das bezahlen?"

Wenn jemand so viele Jahre im Wachkoma liegt, gilt:
1. das kostet pro Monat 30.000 Euro, also für 10 Jahre 3,6 Millionen.
Frage:Wie kommen Sie auf die Aussage: kostet pro Monat 30.000 Euro ?

Woher haben Sie das Wissen das die Pflegekosten, für einen Komapatienten, in Frankreich pro Monat 30.000 Euro kosten?

Ist Ihnen bekannt warum " arme Rentner ihre Inkontinenzhosen nicht von der Kasse bezahlt bekommen, können Sie sich vorstellen warum die Qualität der Inkontinenzprodukte nicht berauschend sind ?

Nur zur Info: Die Krankenkassen bezahlen nur eine Pauschale für Erwachsenenwindeln die, meinem Wissen nach, deutlich unter 40Euro/Monat liegt.
Für einen so geringen Preis können keine brauchbaren Produkte ausgeliefert werden.

Der Rest Ihres Kommentars erinnert mich,in ihrer Quintessenz,leider an das Unwort des Jahres 1998.
Kosteneinsparung sollte und dürfte nie ein Grund für eine Einstellung einer Behandlung sein.

14:13 von NeutraleWelt

Aber im Ernst, das war jetzt wirklich das Letzte woran ich bei dem Thema denken würde......
.
natürlich nicht
wir haben es ja ... Geld ist unendlich vorhanden
dann nehmen sie mal statt Geld Arbeitszeit
da ist ein Arzt der kann 1 Wachpatienten behandeln
oder in der Zeit 100 Menschen das Leben retten
ist das vielleicht Verständlicher was die mögliche Prioritätensetzung anbelangt

Ich kann mich dieser Entscheidung nach wie vor nicht anschließen

hey zusammen,

Dass dieser Lambert gestorben ist, ist einfach nur traurig. Denn ich selbst kenne aus anderen deutschen Medien berichte von Wachkoma-Patienten die nach mehr als 20 Jahren aus dem Koma aufgewacht sind und alles was in der Zeit passiert ist, mitbekommen haben.

Und von daher denke ich, dass auch dieser Lambert alles mitbekommen hat und ich bin nicht sicher ob dieses Beenden der Ernährung und sonstigen Lebenserhaltungsmaßnahmen wirklich die richtige Entscheidung war. Und ich bin mir nicht sicher, ob der nicht doch gelitten hat dabei.

Von daher kann ich mich dieser Entscheidung nach wie vor nicht anschließen. Denn er hätte eine Chance gehabt, aus dem Koma aufzuwachen.

Frage: warum wurde diese UN-Entscheidung nicht abgewartet??

Außerdem frage ich auch mal, warum diese UN-Entscheidung nicht abgewartet wurde??

https://www.tagesschau.de/ausland/lambert-107.html

Zuvor hatten mehrere Gerichte in diesem Sinne entschieden. Lamberts Eltern waren jedoch vor das Pariser Berufungsgericht gezogen. Das hatte angeordnet, dass eine Entscheidung des UN-Ausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderung abgewartet werden müsse.

Warum haben sich die französischen Gerichte hier ueber die UNO gestellt?? Diese Entscheidung abzuwarten, wäre richtiger gewesen.

Ich kann die Entscheidung der Anwälte verstehen

Von daher kann ich auch diese Entscheidung der Anwälte des Toten verstehen:

https://www.tagesschau.de/ausland/lambert-107.html

Die Anwälte von Lamberts Eltern drohten zuletzt, sie würden den behandelnden Arzt wegen Mordes vor Gericht bringen, sollte er die Ernährung einstellen. Auch Minister würden zur Rechenschaft gezogen werden, sollten diese nicht die Entscheidung des UN-Gremiums abwarten.

Von daher ist dass hier eine glatte Missachtung dieses UN-Gremiums und damit eine glatte Missachtung der UNO. Und da muss die UNO leider jetzt gegen Frankreich durchgreifen und sich wehren.

Sorry werte französische Regierung und werte Justiz, aber das wird nun Folgen haben. Denn wir wissen nicht, wie sehr Lambert während seines Sterbens gelitten hat. Denn sowas hat auch nichts mit begleitetem Sterbefasten zu tun.

Dieser Fall zeigt ein unlösbares ethisches Problem auf.

Er habe "gegen seinen Hippokratischen Eid verstoßen", der vorschreibt, Kranken nicht zu schaden.
Bei diesem Satz haben meine Gedanken sich die philosophische Frage gestellt.
"Was schadet einen Kranken?"

Weiter gedacht wird daraus die, von keinem irdischen Gericht lösbare, Frage:
>>Könnte eine Aufrechterhaltung der Körperfunktion, mit allen technischen Möglichkeiten, nicht auch einem Patienten Schaden zufügen?

Die moderne Medizin hat ein Dilemma geschaffen.
Ein Dilemma weil, wenn man den Patienten nicht selber fragen kann, jede Entscheidung unethisch sein kann.
Sowohl eine Behandlung einzustellen und der Natur seinen lauf zu lassen als auch mit allen erdenkbaren Möglichkeiten den Kreislauf eines Patienten aufrecht zu erhalten.

Aber, das ist die andere Seite, ohne moderne Medizin und deren Möglichkeiten müssten etliche Menschen sterben obwohl sie nach der gesundheitlichen Krise, in der ihr Kreislauf von Maschinen aufrecht erhalten wurde, gut leben können.

Wenn er nicht sterben

Wenn er nicht sterben wollte?

An die Möglichkeit denkt eeschreckenderweise keiner.

Weil jeder NUR von sich ausgeht.

Also, wenn er lieber hätte leben wollen, dann ist das Mord.
Und zwar eine sehr brutale Art von Mord.

@ Sisyphos3 (14:04): Organentnahme erst bei Hirntod!

hi Sisyphos3

Nein, bei Klinisch Toten (= Herztod) werden keine Organe entnommen:

ebenso wenig wie bei klinisch Toten, denen die Organe entnommen werden

Organentnahme erfolgt erst bei HIRNTOT!!

https://tinyurl.com/yxpcxqga
rp-online.de: Auch Hirntote bekommen eine Narkose (25. September 2018 um 22:00 Uhr)

Ein Hirntod bedeutet, dass grundlegende Körperkontrollfunktionen nicht mehr richtig funktionieren, und deswegen muss man beim Spenderpatienten diverse intensivmedizinische Maßnahmen ergreifen, um seine Organe am Leben zu halten. Neben der Beatmung gehört dazu die Stabilisierung auf mindestens 35 Grad, wofür die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) den Einsatz von Heizlüftern, Metallfolien und Wärmedecken empfiehlt und notfalls auch das Erhitzen der Infusionslösung, die dem Patienten verabreicht wird.

@ Sisyphos 3 (14:04): hier dazu von der Bundesärztekammer

@ Sisypos3

Dazu können Sie auch hier bei der Bundesärztekammer nachlesen:

https://tinyurl.com/y6pe8qbv
bundesaerztekammer.de: Organentnahme postmortal - Empfehlungen für die Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und Transplantationszentren bei der postmortalen Organentnahme

"Die Entnahme von vermittlungspflichtigen Organen einschließlich der Vorbereitung ... ist gemeinschaftliche Aufgabe der Transplantationszentren und der anderen Krankenhäuser ..."

"Die Transplantationszentren und die anderen Krankenhäuser sind verpflichtet, untereinander und mit der Koordinierungsstelle zusammenzuarbeiten. Die Krankenhäuser sind verpflichtet, den endgültigen, nicht behebbaren Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms von Patienten, die nach ärztlicher Beurteilung als Spender vermittlungspflichtiger Organe in Betracht kommen..." der Koordinierungsstelle mitzuteilen.

Von daher ist ihre Behauptung absolut falsch.

11:56 von harry_up "Meine

11:56 von harry_up

"Meine Patientenverfügung ist diesbezüglich klar abgefasst, aber das sollte jeder selbst entscheiden.
Sollte, und zwar unmissverständlich und rechtzeitig."

Keiner weiß vorher, was einen hinterher erwartet.

Das ist eine Situation, die man sich vorhee nicht vorstellen kann.
Der Lebenswille ist eine so ungeheuer starke Fähigkeit.
Ich würde sagen überhaupr von allen die stärkste mit der Anpassungsfähigkeit.

Menschen nehmen ihr Schicksal an, weil sie es annehmen können, auch Situationen, die vorher undenkbar gewesen sind.

Das kann ihnen auch passieren.

Sie erleben dieses Schicksal und nehmen es an.
Womöglich wollen sie um alles in der Welt weiterleben, egal wie!

Und dann?

Werden Sie getötet, weil jeder sie bemitleidet und weil sich keiner voratellen kann, dass ihr Lebenswille stärker ist als ihr schicksal.

DerGeneralist u.a.

Sie zeigen mit Ihrem Post ein Dilemma auf, dem ich als Fachkrankenpfleger in der Psychiatrie oft begegne..

Depressive und Wahnhafte Patienten äußern oft den Wunsch nach einer Todesspritze...wenn man dem nachgeben würde, wäre jede Menschlichkeit am Ende.

Sollen wir Menschlichkeit und Empathie nur nach Kassenlage leben, wie es hier einige andere Foristen vorbringen?

Wo fängt das an und wo hört das auf?

Und was spricht gegen die christlichen Werte,denen wir unsere Gesellschaftsgrundlagen verdanken?

@ Sisyphos3 (13:56): siehe dazu im Artikel

@ Sisyphos3

wer sagt ihnen, dass das nicht gemacht wurde ?

siehe dazu im Artikel:

https://www.tagesschau.de/ausland/lambert-107.html

Lamberts Frau Rachel und andere Familienangehörige waren hingegen für ein Ende der lebenserhaltenden Maßnahmen. Ihr Mann habe sich nie gewünscht, dass sein Leben künstlich verlängert werde, sagte Rachel Lambert vor einigen Jahren. Eine entsprechende Patientenverfügung von Vincent Lambert gab es allerdings nicht.

Durch dieses Wachkoma konnte man ihn nicht fragen, was er lieber gehabt hätte und so mussten andere entscheiden. Nur der Punkt ist: ich kenne aus etlichen Berichten Fälle, bei denen Wachkoma-Patienten nach mehr als 20 Jahren aus dem Koma aufgewacht sind:

https://tinyurl.com/y3nrboo9
BR: Frau nach 27 Jahren aus Koma erwacht (24.04.2019, 18:00 Uhr)

Aber ich kenne noch mehr Fälle.

Mindervotum des EuGH-MR: Fall Lambert ist Euthanasie

Das Mindervotum des seinerzeitigen EuGH-MR Urteils qualifiziert das Versterben lassen von Vincent Lambert als Fall der Euthanasie. Vincent Lambert hatte bereits mehrere längere Zeiträume des Nahrungsentzugs überlebt. Nach Auffassung mehrerer Gutachter hätte Vicent Lambert diese Zeiträume genutzt, um zu versterben. Daraus leiteten die erkennenden Richter ab: "Vincent Lambert is alive".
Jeder Mensch kann in jedem Gesundheitszustand einen Status von Zufriedenheit erlangen. Auch Menschen im Wachkoma zeigen Reaktionen auf ihre Umwelt. Feststeht, Vincent Lambert konnte sich in seinem Gesundheitszustand nicht eindeutig äußern. Als Gesunde würden die meisten von uns sagen: "So will ich nicht leben". Wenn das Schicksal einen dann ereilt, kann sich jedoch zeigen, dass man auch an diesem Leben festhalten will. Was passiert aber nun denjenigen, die sich nicht eindeutig äußern können? Im Zweifel müssen sie jetzt sterben. Denn wir meinen zu wissen, was "wertes" und "unwertes" Leben ist.

@ Sisyphos3 (13:56): hier ein zweiter solcher Fall nach 19 Jahre

@ Sisyphos3

Außerdem hier ein zweiter Fall aus Polen nach 19 Jahren Wachkoma:

https://tinyurl.com/y686gkv2
welt.de: Nach 19 Jahren aus Koma erwacht (am 03.06.2007 )

Ein polnischer Bahnarbeiter ist nach 19 Jahren aus dem Koma zu sich gekommen und in eine für ihn völlig fremde Welt aufgewacht. 1988 war sein Vaterland noch kommunistisch, es gab keine Handys und der Terroranschlag in New York vom 11. September ist ihm völlig fremd.

Seine Ehefrau hatte die Hoffnung nie aufgegeben und am Ende Recht behalten: Ihr Mann, ein polnischer Bahnarbeiter, erwachte nach 19 Jahren aus dem Koma. Polnische Medien berichteten, der 65-jährige Jan Grzebski mache gute Fortschritte und gewöhne sich langsam an den Alltag, der ganz anders verlaufe als im damals noch kommunistischen Polen.

@ Sisyphos3 (13:56): oder hier ein dritter Fall nach 12 Jahren

@ Sisyphos3

Oder hier ein weiterer Fall von einem Jungen der nach 12 Jahren aufwacht:

https://tinyurl.com/y6h5hs3d
welt.de: Was Martin Pistorius in zwölf Jahren Koma erlebte (am 14.01.2015)

Medizinisches Wunder oder Resultat positiven Denkens? Ein Junge erkrankt, fällt ins jahrelange Wachkoma und hört seine Mutter flüstern: „Ich hoffe, Du stirbst.“ Der Moment wird für ihn zum Wendepunkt.

Als Martin Pistorius zwölf Jahre alt war, fiel er plötzlich ins Koma. Er litt an einer Krankheit, die ihn immer schwächer und schwächer werden ließ. Dann, im Januar 1988, schaltete sich schließlich sein Gehirn einfach ab – und Martin fiel auf den Entwicklungsstand eines drei Monate alten Babys zurück. Zwölf Jahre lag Martin im Koma, verharrte in einem vegetativen Zustand – gefangen im eigenen Körper, ohne Chance, sich zu bewegen oder sprechen zu können.

15:08 von Mehlwurm Dieser

15:08 von Mehlwurm
Dieser Fall zeigt ein unlösbares ethisches Problem auf.
Er habe "gegen seinen Hippokratischen Eid verstoßen", der vorschreibt, Kranken nicht zu schaden.
Bei diesem Satz haben meine Gedanken sich die philosophische Frage gestellt.
"Was schadet einen Kranken?"

Weiter gedacht wird daraus die, von keinem irdischen Gericht lösbare, Frage:
>>Könnte eine Aufrechterhaltung der Körperfunktion, mit allen technischen Möglichkeiten, nicht auch einem Patienten Schaden zufügen?
Die moderne Medizin hat ein Dilemma geschaffen.

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Nein.

Unsere Interpretation schafft das Dilemma.

Nämlich die Interpretation,was lebenswertes Leben ist.

Und alle,was dieser Vorstellung nicht entspricht wird von vielen an sich selbst abgelehnt.

Die Tragik dabei ist, dass die eigene Interpretation auf andere Menschen übertragen wird.

Diese Person sich aber tatsächlich in einer Lebenssituation befindet,die andere in keinster Weise beurteilen können.

Aber sie wird bewertet.
Das schafft das Dilemma

@ Sisypho3 (13:56): Was wenn Lambert aufgewacht wäre

@ Sisyphos3

Sie sehen also, dass es durchaus passiert, das solche Patienten aus dem Koma aufwachen und ins völlig normale Leben zurueckkehren. Aus dem Grund hätte auch Lambert eine Chance gehabt. Was wenn Lambert eines Tages genauso aufgewacht wäre?? OK, wir wissen nicht wie lange sowas dauert. Das ist wahr. Aber wir wissen dass solche Fälle passieren und das immer wieder. Denn ich könnte Ihnen noch mehr solche Fälle zeigen.

Daher kann ich mich dieser Entscheidung nach wie vor nicht anschließen dass man ihn hat sterben lassen obwohl er vielleicht hätte gesund werden können.

Zu dem Thema kann wirklich

Zu dem Thema kann wirklich jeder sagen was er will...

nur die, die es am eigenen Leib erleben, die könnens nicht.

Außerdem hier ein weiterer vierter Fall fuer euch

Außerdem habe ich hier mal einen weiteren vierten Fall fuer euch:

https://tinyurl.com/yxc7uyta
shz.de: Carola Thimm – eine Frau kämpft sich ins Leben zurück (06. September 2015, 16:47 Uhr)

„Ich hab viel Glück gehabt im Leben.“ Carola Thimm sagt das nach kurzem Überlegen ganz ruhig. Keine Spur von Effekthascherei. Doch der Satz verschlägt einem den Atem. Die Diplom-Verwaltungswirtin aus Preetz ist 35 Jahre alt und im fünften Monat mit einem Wunschkind schwanger, als sie Pfingsten 2004 ins Wachkoma fällt. Ein Aneyrisma war in ihrem Kopf geplatzt.

Fünf Jahre später taucht sie beinahe im wahrsten Wortsinn wieder daraus auf und kaum etwas ist noch so wie vorher. Vor allem muss sie auf alles verzichten, was ihr Leben einmal reich machte. Trotzdem sagt sie „Glück gehabt“. Jetzt hat sie die Zeit im Koma und den langen Weg zurück in einem Buch festgehalten. Es ist die Geschichte eines wahren Wunders.

Man sieht also:
es hätte eine Chance fuer Lambert gegeben.

15:26 von

15:26 von 91541matthias
DerGeneralist u.a.
Sie zeigen mit Ihrem Post ein Dilemma auf, dem ich als Fachkrankenpfleger in der Psychiatrie oft begegne..

Depressive und Wahnhafte Patienten äußern oft den Wunsch nach einer Todesspritze...wenn man dem nachgeben würde, wäre jede Menschlichkeit am Ende.

Sollen wir Menschlichkeit und Empathie nur nach Kassenlage leben, wie es hier einige andere Foristen vorbringen?

Wo fängt das an und wo hört das auf?

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Das ist ein Aspekt.

Ein anderer ist:

Der Lebenswille und Überlebenswille!

Der so stark in allen von uns lebt, dass der Mensch sogar in der Lage ist, die schlimmsten Katastrophen, Gewaltverbrechen, Kriege, Misshandlungen, Nöte, Elend und Vereisamung zu überleben!

Diese Lebenssituation kann man da mit aufführen, muss es aber nicht.
Denn die Menschen sind geliebt, umsorgt, sie LEBEN.
Sie leben auf einer anderen Ebene.
Womöglich kann es sein, dass man glücklich sein kann.

Von sich auf andere zu

Von sich auf andere zu schließen, ist schon riskant.
Aber wenn es dazu führt, dass Menschen ihr Leben deshalb verlieren, dann ist die Grenze weit überschritten.

Sehr traurig, ruhe in Frieden

@StöRschall- hätten Sie den ganzen
Artikel gelsen, dann hätten Sie gelesen, was seine Frau Rachel dazu gesagt hat.
Er wollte nicht künstlich am Leben erhalten werden. Nur das zählt, alles andere ist fehl am Platz. Die Eltern waren streng katholisch, mag sein, aber nicht christlich. In der Bibel steht etwas von Erlösung.

Mitleid

Hat eigentlich auch einer Mitleid mit dem Mann, wenn er noch leben wollte ....

Mitleid, weil er jetzt tot ist?

Mir tut er es leid, wenn er noch hätte leben wollen.

Mir tut es leid, wenn er noch hätte Hoffnung gehabt.

DAS tut mir leid.

Denn die Hoffnung stirbt immer zuletzt.

15:32 von Ascend Mindervotum

15:32 von Ascend
Mindervotum des EuGH-MR: Fall Lambert ist Euthanasie
Das Mindervotum des seinerzeitigen EuGH-MR Urteils qualifiziert das Versterben lassen von Vincent Lambert als Fall der Euthanasie.

---

Weil ich es so sehe, wie ich es sehe, muss ich Ihnen da Recht geben.

16:08 von Harnisch Sehr

16:08 von Harnisch
Sehr traurig, ruhe in Frieden
@StöRschall- hätten Sie den ganzen
Artikel gelsen, dann hätten Sie gelesen, was seine Frau Rachel dazu gesagt hat.

---

Ich hab den Artikel gelesen.

Das hat seine FRAU gesagt.

Aber nicht ER !

16:08 von Harnisch Unser

16:08 von Harnisch

Unser Dilemma ist, dass wir so von uns überzeugt sind, dass wir uns keine andere Lebensform vorstellen können.

Das ist ein Zeichen sozialen Unvermögens.

Könnten wir das , könnten wir uns auch vorstellen auf eine andere Weise zu leben, als wir es tun.

Und ERST wenn Sie oder ich oder er tatsächlich in eine solche Lebenslage kommen, dann wissen Sie, wie Sie empfinden. Und sie erleben, was Lebenswille ist.

Das können Sie vorher nicht. Und ich kann es auch nicht.

Ich konnte mir, bevor ich mein Kind hatte auch nicht mal ansatzweise vorstellen, was Liebe ist. Jetzt weiß ich es.

16:08 von Harnisch Sehr

16:08 von Harnisch
Sehr traurig, ruhe in Frieden
@StöRschall- hätten Sie den ganzen
Artikel gelsen, dann hätten Sie gelesen, was seine Frau Rachel dazu gesagt hat.
Er wollte nicht künstlich am Leben erhalten werden. Nur das zählt, alles andere ist fehl am Platz.

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Seine Frau behauptete das.

Und selbst wenn es so gewesen sein sollte.

Wie gesagt, Menschen reden viel, wenn sich nicht in der Situation sind. Und wenn sie aber in so eine Situation kommen, greifen Mechanismen, die sie am Leben halten.

Deshalb vorsicht, mit voreiligen Schlüssen.

Sonst würden sich massenweise Menschen töten, weil sie krank, dement, gelähmt, arm, in Not und Elend leben.....

Wie gesagt, der Überlebenswille und Anpassungsfähigkeit sind stärker als offensichtlich Vorstellungskraft.

16:08 von Harnisch

Die Eltern waren streng katholisch, mag sein, aber nicht christlich. In der Bibel steht etwas von Erlösung.
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selbstmord - und auf das läuft das hinaus
ist in der Bibel eine Todsünde
nur mal zu ihrer Orientierung

und was die Frau gesagt hat oder auch nicht ... also bitte ...
Behauptungen aufstellen kann jeder,
es gibt nichts beweisbares, das ist das Problem

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