Ihre Meinung zu: Türkei: Wie eine Stiftung Journalisten an den Pranger stellt

8. Juli 2019 - 17:11 Uhr

Im Umfeld des türkischen Präsidenten Erdogan versucht die einflussreiche Seta-Stiftung, ausländische Journalisten zu diffamieren. Ein Dossier über Pressevertreter erinnert an Steckbriefe. Von Oliver Mayer-Rüth.

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Kommentare

Mal wieder!

Man hat sich ja schon an solche Sachen gewöhnt und regt sich kaum noch auf. Ist halt so. Schade, ich möchte eigentlich immer noch an die Türkei glauben. Es fällt aber immer schwerer.

Ja, es ist traurig, wie die AKP alle Bereiche

versucht zu beherrschen. Ich baue auf das türkische Volk, dass sie sich nicht länger von Erdogan und seinen Fans veräppeln lassen.

Journalisten in Listen öffentlich zu defamieren,

erfüllt den Tatbestand der Volksverhetzung. Was, wenn der erste Journalist umgebracht wird? Wollen wir dann immer noch zusehen, wie die AKP seine Wähler gegen unbescholtene aufhetzt?

grenzenlose Naivität

Wer glaubt, daß es sog. "Denkfabriken" gibt, die nicht in irgendeiner Form ideologisch ausgerichtet sind, der glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten!

So wie es "think tanks" gibt, die der AKP wohlgesonnen sind, so gibt es diese ebenfalls im Umfeld von SPD, Grünen, Greenpeace, WWF, usw. Insofern also definitiv keine Neuigkeit. Stimmen aus diesen Ecken sind wie Stimmen aus Politik und von jeglichen Aktivisten immer mit Vorsicht zu genießen, da sie in der Regel immer einseitig argumentieren. Ohne Agenda gründet keiner eine "Denkfabrik", denn man will ja etwas damit erreichen.

Think Tanks, NGOs und

andere Meinungslenker gibt es doch weltweit....das Erscheinungsbild und die angewendete Methodik mag sich unterscheiden, aber das Ziel ist doch bei allen gleich.....die einen sollen gut dastehen bis zur schieren Heiligsprechung, die andere sollen mit Schmutz beworfen werden und in der Hölle schmoren ....

Wenn die Pressefreiheit in der Türkei nun

noch mehr eingeschränkt wird, sollte sich VW gut überlegen, in so einen Staat auch noch Arbeitsplätze zu schaffen. Ich bin für freie Presse und gegen solche dummen Repressalien. FAZ, Deutsche Welle und andere sollen und dürfen eine andere Meinung wie Erdogan vertreten, wir müssen uns ja auch kritiken anhören. Diese gehen leider oft sehr unter die Gürtellinie bis hin zu NS Vergleichen, was uns sehr verletzt!

Seta abschreiben

Seta hat sich selbst ins Knie geschossen. Natürlich darf man die Stiftung nicht in einen Topf mit den Bürgern der Türkei werfen, die, im ähnlichen Verhälnis wie im Rest der Welt, zu eigenständigen Denken in der Lage sind und nicht den Vordenkanweisungen des Regimes unterliegen.

Der Begriff Denkfabrik ist hier

nicht angebracht. Das ist eher eine inoffizielle Propagandazentrale

Diese Stiftung ist nicht unabhängig sondern AKP

Mit dem hier:

https://www.tagesschau.de/ausland/tuerkei-thinktank-101.html

Seta sei unabhängig und unparteiisch, heißt es dort. Seta-Mitarbeiter machen im persönlichen Gespräch jedoch keinen Hehl daraus, dass ihre politischen Studien in den meisten Fällen Positionen der Regierungspartei AKP und des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ideologisch stützen.

zeigt sich schon, dass diese Stiftung NICHT unabhängig ist, sondern im Dienste der AKP steht und dieser verlängerte Arm der AKP bei uns muss abgeschlagen werden.

Und dass hier von dieser Stiftung ist Nonsens:

https://www.tagesschau.de/ausland/tuerkei-thinktank-101.html

Der jüngste Bericht der Stiftung mit dem Titel "Der verlängerte Arm internationaler Medienorganisationen in der Türkei" hat jedoch mit Wissenschaft kaum etwas zu tun.

Medienorganisationen sind per se unabhängig, zumindest die öffentlich-rechtlichen.

Ehrlich gesagt, ich kann die Organisation

nicht verstehen. Die AKP und Erdogan verlieren immer mehr an Zuspruch. Bei den Gesetzen, die diese Partei beschlossen hat, könnte ein Verlust der Macht gefährlich werden. Dann könnten die zu Unrecht entlassenen Staatsdiener vielleicht wieder eingestellt werden, die entlassenen Richter wieder in die Gerichte einziehen und viele Menschen aus den Gefängnissen frei kommen. Dann würden die Aktivitäten der AKP juristisch aufgearbeitet und dann könnte es eng werden. Ehrlich gesagt, genau dieses Szenario wünsche ich mir für die Türkei.

Die Macht von Herrn Erdogan schwindet ...

Wie man an solchen Aktionen deutlich erkennt, sucht er nach Strohhalmen, die ihn jedoch nur näher an sein politischen Ende bringen.

Die Lira reagierte sofort mit Abschlägen auf diese Meldung, die Bevölkerung wird ihn daher nicht mehr lange stützen.

Das Problem bei Herrn Erdogan ist zudem, dass er seine Fehler nicht erkennt. Er läuft und läuft immer in dieselbe Richtung ... und in das eigene Verderben.

Man kann nur hoffen, dass er selbst und zeitnah seinen Rücktritt verkündet und der Türkei einen Neuanfang ermöglicht.

@ Defender411 (17:40): stimmt schon teilweise

hi Defender411

Journalisten in Listen öffentlich zu defamieren, erfüllt den Tatbestand der Volksverhetzung.

stimmt schon teilweise. Ja das was Erdogan treibt, grenzt sehr hart an Volksverhetzung. Zumindest erfuellt es die Straftatbestände der ueblen Nachrede und Verleumdung und Mobbing.

Dann zu diesem Punkt:

Was, wenn der erste Journalist umgebracht wird?

Sowas darf gar nicht erst passieren. Von daher sollte dieser "Thinktank" - der fuer mich keiner ist sondern eine verbotene kriminelle Organisation - verboten und geschlossen werden, genauso wie diese Ditib. Und die klare Antwort zu dem hier:

Wollen wir dann immer noch zusehen, wie die AKP seine Wähler gegen unbescholtene aufhetzt?

ist NEIN. Und da muss diese AKP endgueltig in ihre Grenzen gewiesen werden und auch ein Parteiverbot sollte ernsthaft erwogen werden wenn das so weitergeht. Aber die Medien muessen unabhängig berichten können.

Die übliche Vorgehensweise eines Möchtegern-Diktators:

Er sucht beim Versuch, Meinungs- und Pressefreiheit auszuschalten, um sich selbst als uneingeschränkt bestimmende oberste Instanz etablieren zu können nach "geeigneten" (= willfährigen) Instrumenten. Und diese Stiftung (Seta) ist offensichtlich eins.

„Die offensive Diffamierung vieler unabhängiger türkischer Journalisten dürfte dem Ansehen der Seta-Stiftung nachhaltig schaden“

Hoffentlich zerstört es deren Ansehen komplett. Wer auf Diffamierung, Diskreditierung und was der unredlichen Methoden mehr sind setzt, hat es nicht besser verdient.

Bei der türkischen Öffentlichkeit kann diese üble Masche heute hoffentlich ohnehin nicht mehr "verfangen":
"Regierungsnahe Medien, die sich trotz großer finanzieller Unterstützung bei den letzten Wahlen für Erdogan als nutzlos erwiesen hätten, wollten die Regierung überzeugen, unabhängige Stimmen zum Schweigen zu bringen. Denn diese nehme die türkische Öffentlichkeit inzwischen stärker wahr".

SETA ist nicht pro-westlich

Dass jetzt von westlicher Seite Kritik kommt ist doch ganz verständlich. Schließlich ist SETA unabhängig und läßt sich halt nicht einspannen. Gut so!

Am 08. Juli 2019 um 17:40 von Komplex einfach

Zitat:
"...Ohne Agenda gründet keiner eine "Denkfabrik", denn man will ja etwas damit erreichen..."

Das trifft auf die westliche Wertegemeinschaft als auch Diktaturen zu.

Ansonsten verstehe ich ihren guten Beitrag als Denkanregung.

17:46, Zundelheiner

>>Think Tanks, NGOs und
andere Meinungslenker gibt es doch weltweit....das Erscheinungsbild und die angewendete Methodik mag sich unterscheiden, aber das Ziel ist doch bei allen gleich.....die einen sollen gut dastehen bis zur schieren Heiligsprechung, die andere sollen mit Schmutz beworfen werden und in der Hölle schmoren ....<<

Sie kennen den Unterschied zwischen einem "Think Tank" und einer NGO?

Ich weiß, Begriffe, gerade wenn sie fremdsprachlich sind, erschließen sich nicht leicht, vor allem, wenn man sie gern als mit negativer Bedeutung behaftete Schlagworte benutzt. Aber bitte machen Sie sich doch kundig, was sie bedeuten.

Für den Anfang:

NGO heißt auf deutsch Nichtregierungsorganisation und beschreibt einen Zusammenschluss von Bürgern, der nicht von "oben" gelenkt wird, also quasi einen Verein.

Für "Think Tank" gibt es den deutschen Begriff "Denkfabrik", womit meist parteinahe Forschungseinrichtungen bezeichnet werden. Da arbeiten Akademiker. Man nennt sie auch Akademien.

Alles überall gleich?

re @zundelheimer, @komplex einfach, Sie machen es sich wirklich „komplex einfach“, wenn Sie reflexhaft jeden Artikel nur auf seine Schlagworte - hier „think-tanks“ und die unvermeidlichen „NGOs“ - abklopfen und dann mit Textbausteinen bearbeiten, die einfach überall passen, wo man autoritäre Angriffe auf die für eine liberale Demokratie fundamentale Gewaltenteilung und Pressefreiheit anprangert.

Das „Think-tanks“ (ich mag diesen Begriff nicht) und NGOs (ich liebe diese als Keimzelle jeder Politik) eine politische Ausrichtung haben, ist ja wohl so selbstverständlich wie die Tatsache, das Politik etwas mit der Gesellschaft zu tun hat.

Deshalb müssen Sie auch eine NGO nicht gut finden. Nein, Sie können sie sogar schlecht finden.

Vor allem aber: Hier ist der genannte „Think-Tank“ das exakte Gegenteil einer „NGO“ und er wird genau deshalb hier zu Recht kritisiert.

@17:51 von Defender411

"Wenn die Pressefreiheit in der Türkei nun
noch mehr eingeschränkt wird, sollte sich VW gut überlegen, in so einen Staat auch noch Arbeitsplätze zu schaffen."

VW investiert nicht in der Türkei, um in erster Linie Arbeitsplätze zu schaffen, sondern um Geld zu verdienen. Aus gutem Grund hat man sich gegen Bulgarien (Korruption, wenig qualifiziertes Personal) aber für die Türkei entschieden. Und das obwohl in Bulgarien die Löhne nur halb so hoch sind wie in der Türkei.

Viel wichtiger als Billiglöhne ist für Investoren ist die Rechtsstaatlichkeit in einem Land. Funktioniert die Justiz? Kann ich mich auf die Sicherheitsorgane verlassen usw? All das funktioniert in der Türkei. Die Zahl der ausländischen Automobilfabriken spricht für sich. Das Land bleibt auch weiterhin attraktiv für Investoren.

Der türkische Rechtsstaat

Über die Rechtsstaatlichkeit in der Türkei mache ich mir nicht die geringsten Sorgen. Es gibt nicht nur die SETA-Stiftung. Viele Parteien haben in der Türkei ihre Stiftungen. Dies ist in einem demokratischen Rechtsstaat auch nichts außergewöhnliches.

Internationale Medienorganisationen

"Der verlängerte Arm internationaler Medienorganisationen in der Türkei"

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass internationale Medienorganisationen versuchen, die Gesellschaft in der Türkei zu beeinflussen. Das sehe ich äußerst kritisch. Deshalb finde ich es gut, dass türkische Stiftungen diesen Gruppen ganz genau auf die Finger schauen. Dafür gibt es von mir eine 100%-Unterstützung!

100% Zustimmung!

"Professor Burhanettin Duran, Leiter der Seta-Stiftung, erläutert im Vorwort, Ziel des Berichts sei es aufzuzeigen, wie die ausländische Presse die Türkei darstelle und dadurch die internationale Wahrnehmung beeinflusse."

Daran sehe ich nichts verwerfliches. Im Gegenteil, dieses Monitoring empfinde ich als absolut richtig und wichtig. Die türkischen Bürger haben nun mal das Recht auf Aufklärung.

"Eine Erklärung, warum dafür seitenweise die Namen einzelner Journalisten aufgelistet werden müssen, bleibt er schuldig."

Auch daran sehe ich nichts verwerfliches. Die Namen sind doch sowieso bekannt. Muß nicht jeder Journalist seinen Namen unter oder über seinen Kommentar schreiben? Also wo liegt das Problem? Haben Stiftungen nicht das Recht solche Listen anzufertigen, allein schon für den internen Gebrauch? Daten sammeln und archivieren gehört zu deren Handwerk. Für mich absolut nachvollziehbar.

re Freischeler: Fast!

>>Am 08. Juli 2019 um 17:40 von Komplex einfach
Zitat:
"...Ohne Agenda gründet keiner eine "Denkfabrik", denn man will ja etwas damit erreichen..."

Das trifft auf die westliche Wertegemeinschaft als auch Diktaturen zu<<

Nein, das trifft auf alle „Denkfabriken“ zu. Ja, das trifft sogar auf alles „Denken“ zu! Das ist keine Erkenntnis, das ist reine Ablenkung!

Ablenkung von der Frage, warum die türkische Regierung ausländische Journalisten nach bekanntem Muster mit ausländischen Agenten gleichsetzt.
Halten Sie zum Beispiel die FAZ für ein Regierungsorgan mit dem Ziel, die türkische Politik zu unterwandern?

Noch eins: Der von Ihnen so genannte „Wertewesten“ ist von Think-Tanks und NGOs geradezu unterwandert. Nur nennt man das hier im Wertewesten Freiheit der Wissenschaft und Forschung und Freiheit des Denkens, der Meinung und der Meinungsäußerung. Das nennt man übrigens Demokratie und diese weiß man manchmal erst zu schätzen, wenn man sie gerade abgeschafft hat.

Es ist doch nur eine logische

Es ist doch nur eine logische Konsequenz das sich die Türkei gegen äußerst negative und tendenziöse Berichterstattung erwehrt, die in vieler Hinsicht nicht immer die Wahrheit wiederspiegeln. Die Medien hierzulande werden leider immer als Waffe benutzt um Einflussnahme in der Türkei zu nehmen. Die Türkei versucht sich nur dieser Einflussnahme zu erwehren. Würden türkische Journalisten fortwährend negative über Deutschland berichten so wären diese längst verboten und des Landes verwiesen. In diesem Sinne den Ball flach halten. Gut das allmählich die Türkei erkennt das der Westen es nicht gut mit ihnen meint

Was ist guter Journalismus?

"Seitenweise zeigt das Pamphlet Tweets von Journalisten oder Screenshots von Internetseiten der Medienhäuser. "

"Pamphlet". Eine negative Wertung, ohne belegendes Beispiel ohne Definition. Würde man Beispiele anführen, bräuchte es nicht diese Wertung. Es ist Sprechvorgabe, die der Journalist den Lesern gibt, die er für unfähig hält sebst aus den Tatsachen diesen Schluß zu ziehen.

"....Beispiele sollen die aus Seta-Sicht offenbar unbotmäßige Berichterstattung belegen"

Mit Beispiel wäre auch dieser Punkt zu Ungunsten von Seta darstellbar, wenn es stimmt. So ist es reine Glaubenssache. Vertrauen in Seta gegen Vertrauen in den Autor.

Guter Journalismus. Nichts was auch nur entfernt nach Wertung aussieht, einfach 'langweilige' unemotionale Beschreibungen. Die Emotion im Leser kommt von ganz alleine.

Sich bei diesem Thema selbst dem Niveau von Seta annähern? Mangel an psychologischem Wissen, wie Glaubwürdigkeit geht?

Auftrag der SETA

"Die offensive Diffamierung vieler unabhängiger türkischer Journalisten dürfte dem Ansehen der Seta-Stiftung nachhaltig schaden."

Dass Journalisten angeblich diffamiert werden, kann ich nirgends erkennen. Ein Journalist ist keine "unfehlbare Person". Es gibt ehrlich Journalisten, die ihre Arbeit Ernst nehmen, aber auch korrupte und käufliche Journalisten.

Da wo Unsinn geschrieben oder veröffentlicht wird, sollte man dies auch kritisieren dürfen. Daher sind Stiftungen wie SETA für eine funktionierende Demokratie auch sehr wichtig.

Wie eine Stiftung Journalisten an...

Man soll die Türkei lassen wie sie will, aber es wird endlich Zeit, Erdogan affine Kräfte in der Türkei zu konzentrieren und zu tun, was Europa schon seit tausend Jahren hätte tun sollen, nämlich die Grenze zwischen Europa und Asien an den Bosporus zu verlegen, wo er von Natur aus hingehört.
Über den Rest soll man sich nicht überflüssig Gedanken machen Wenn alle Dinge sauber und ordentlich gegliedert sind, so wie z. B. Din 9000 ff vorgeben, lösen sich viele Knoten wie von selbst.

Re pxlo: Überzeugung

„Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass internationale Medienorganisationen versuchen, die Gesellschaft in der Türkei zu beeinflussen.“

Ich auch! Und ich verrate Ihnen was: Ich gehöre selbst zu denen, die „versuchen, die Gesellschaft in der Türkei zu beeinflussen“. Und nicht nur dort. Und mehr noch: Jeden Tag versuche ich andere Menschen zu motivieren und damit zu beeinflussen, die Gesellschaft zu beeinflussen. Das nennt man Aufruf zu gesellschaftlicher Verantwortung und Teilhabe. In einer Demokratie eine Selbstverständlichkeit.

>>Das sehe ich äußerst kritisch. Deshalb finde ich es gut, dass türkische Stiftungen diesen Gruppen ganz genau auf die Finger schauen.<<

Ich glaube, ich verstehe Sie jetzt. Sie haben gar nichts gegen „Beeinflussung“. Sofern es eine „gute“ Beeinflussung ist. Und gut ist für Sie alles, was von der türkischen Regierung kommt. Richtig?

19:16 von quer.denker

Zitat:"Würden türkische Journalisten fortwährend negative über Deutschland berichten so wären diese längst verboten und des Landes verwiesen."

In welchem Deutschland leben Sie? Das von Ihnen beschriebene Deutschland ist eine reine Fantasievorstellung. Meinungs- und Pressefreiheit scheint bei Ihnen nicht sehr hoch im Kurs zu stehen.

@19:16 von quer.denker

"Würden türkische Journalisten fortwährend negative über Deutschland berichten so wären diese längst verboten und des Landes verwiesen."

Absolut richtig! Entweder gäbe es Berufsverbot, Sendeverbot oder direkt die Ausweisung. Irgendwelche Vorwände würden sich sicherlich finden lassen. Man erinnere sich nur an die Versuche türkischer Politiker in deutschen Veranstaltungs-Sälen Auftritte zu organisieren. Die wurden reihenweise abgelehnt mit Begründungen wie "fehlende Parkplätze" oder "mangelnder Brandschutz".

Später wurden diese Säle aber wie gewohnt weitervermietet - ohne zusätzliche Parkplätze oder neuer technischer Umbauten.

Woher wir das alles wissen? Genau deshalb sind Stiftungen wie SETA enorm wichtig. Die berichten, worüber andere gerne schweigen. Deshalb auch dieser Protest gegen ihre Arbeit.

19:16 von quer.denker

Sorry, aber was in der türkischen Presse in der Vergangenheit zu lesen war, über Deutschland und andere EU Staaten, war doch auch nicht immer freundlich oder? Egal wie die Sache hier ausgeht, Erdogan und seine Partei sind auf einem absteigenden Ast und mit deren politischen Niederlage werden sich die Verhältnisse zur EU zu den USA auch wieder normalisieren. Dann hören wir auch nicht mehr die provokanten Beschimpfungen, die dem Ansehen der Türkei sehr geschadet haben und viele türkische Familien dürfen hoffen, dass ihre Angehörigen aus den Gefängnissen wieder frei kommen. Alle Presseleute können dann, angstfrei, ihre Berichte verfassen. Das hat doch was;-)

@quer.denker um 19:16 - „negativ“ für wen?

Kein türkischer Journalist, ganz egal was er berichtet, wäre in Deutschland des Landes verwiesen oder verboten, was für ein Unsinn, und das wissen Sie auch. Die „Recherche“ der Seta-Stiftung bleibt in jedem ihrer Berichte die Beweise schuldig, dass die Türkei als Land ins negative Licht gestellt werden soll. Wodurch denn bitte? Die diffamierten Journalisten haben lediglich ihre Arbeit gemacht und aufgedeckt: die Offshore-Konten der Söhne Yildirims entsprechen der Wahrheit, die undemokratische Stoßrichtung der AKP mit ihren Verhaftungswellen gegen Oppositionelle eine unbestrittene Tatsache, und die Korruption im türkischen Regierungsapparat wäre ohne investigativer Recherchen niemals aufgedeckt worden. Solch eine Berichterstattung schadet nicht, sondern bringt dem türkischen Volk etwas, was ihm entwendet wurde.

Wenn dadurch die Nationalisten, die in schwarz-weiß-Denken hängengeblieben sind, sich brüskiert fühlen, ist es nur ein Beweis, dass ihnen die Wahrheit egal ist, sonst nichts.

19:16 von quer.denker

Bitte nennen sie uns doch ein Beispiel, wo ein kritischer Journalist in Deutschland des Landes verwiesen wurde oder diesem verboten wurde weiter zu berichten.

re pxslo: Aufklärung

>>"Professor Burhanettin Duran, Leiter der Seta-Stiftung, erläutert im Vorwort, Ziel des Berichts sei es aufzuzeigen, wie die ausländische Presse die Türkei darstelle und dadurch die internationale Wahrnehmung beeinflusse."

Daran sehe ich nichts verwerfliches. Im Gegenteil, dieses Monitoring empfinde ich als absolut richtig und wichtig. Die türkischen Bürger haben nun mal das Recht auf Aufklärung.<<

Richtig! Und genau darum sollten Sie sich für die Pressefreiheit und nicht für deren Abschaffung einsetzen. Weil Sie dann nämlich in jeder Zeitung etwas anderes lesen könnten und Sie genau die „Aufklärung“ finden würden, die Sie aus mir unerklärlichen Gründen gerne von der türkischen Regierung hätten.

Bitte vergessen Sie nicht: Keine Regierung der Welt braucht eine freie Presse, um sich vermerkbar zu machen. Die hat immer ihre eigenen Presseorgane, über die sie in aller Ausführlichkeit „Aufklärung“ betreiben.

@ pxslo

"... dass internationale Medienorganisationen versuchen, die Gesellschaft in der Türkei zu beeinflussen."
Was soll daran schlimm sein? Wer bitte darf denn die Gesellschaft beeinflussen? Dürfen Medien die Gesellschaft nicht beeinflussen? Was sollen sie denn sonst machen? Wollen nicht bestimmte Organisationen auch die Gesellschaft in Deutschland, in den USA usw. beeinflussen?
Und wieso unterstützen Sie diese seitenweise Nennung einzelner Journalisten als "unerwünschte"? Stellen Sie sich mal vor, in Deutschland würden Listen von Erdogan-treuen Journalisten so ins Netz gestellt, dass sie diffamierend wirken.

@18.43 fatahland slim

danke, ich lese ihre Beiträge auch immer gerne....

21:58 von zyklop

"... dass internationale Medienorganisationen versuchen, die Gesellschaft in der Türkei zu beeinflussen."
Was soll daran schlimm sein?"

So ziemlich alles würde ich mal sagen. Die Politik in der Türkei wird immer noch vom türkischen Wähler bestimmt und nicht von ausländischen Medienorganisationen. Ich möchte keine deutsche Einmischung. Punkt!

@19:37 von teachers voice

"Ich glaube, ich verstehe Sie jetzt. Sie haben gar nichts gegen „Beeinflussung“. Sofern es eine „gute“ Beeinflussung ist. Und gut ist für Sie alles, was von der türkischen Regierung kommt. Richtig?"

Falsch! Gute Beeinflussung in der Türkei ist alles was von türkischen Gruppen, Parteien, Institutionen kommt. Das können sowohl regierungsnahe wie oppositionelle Gruppen sein. Mir völlig egal! Was ich auf keinen Fall akzeptiere, wäre wenn ein deutsches Medienunternehmen in der Türke aktiv wäre.

@20:08 von teachers voice

"Richtig! Und genau darum sollten Sie sich für die Pressefreiheit und nicht für deren Abschaffung einsetzen."

Aus meinen Beiträgen geht hervor, dass ich auf Seiten der Pressefreiheit stehe, stand und immer stehen werde. Und der Garant dafür ist und bleibt für mich Präsident Erdogan. Ganz egal wie man das in Deutschland sieht.

Ich sage dann immer, diese Kritiker "kennen" das Land nur aus einer kulturellen, räumlichen und sozialen Distanz her. Von fehlenden Sprachkenntnissen ganz zu schweigen. Aber wollen mir immer erzählen wie es in der Türkei so sei. Also absurder geht es nun wirklich nicht.

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