Ihre Meinung zu: Auslieferungsgesetz: Der Protest in Hongkong geht weiter

16. Juni 2019 - 8:05 Uhr

Die Regierung in Hongkong hat das Auslieferungsgesetz auf Eis gelegt, trotzdem sollen die Proteste in der Metropole weitergehen. Was treibt sie noch immer auf die Straße? Axel Dorloff hat mit zwei Hongkongern gesprochen.

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Kommentare

Ja, ich glaube, die

wissen auch weshalb. Den Prozess des Inkraftsetzens des besagten Auslieferungsgesetzes heißt ja auch eindeutig, daß beabsichtigt ist, den Prozess wieder in Gang zu bringen. Es wird also darauf gesetzt, daß zwischenzeitlich der Widerstand zusammenbricht und darauf gehofft, er sich nicht in dieser Stärke erneut formiert, wenn der Prozess wieder aufgenommen wird. Das Durchschauen die Demonstranten. Aufgeschoben ist eben nicht aufgehoben - kennen wir doch auch!

Die protestierenden Menschen

Die protestierenden Menschen auf Hongkongs Straßen haben unsere volle Solidarität verdient. Wie heißt es doch im Bericht: "Im Gegensatz zu Festland-China gibt es in Hongkong Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und ein unabhängiges Rechtssystem." Das geplante Auslieferungsgesetz ist da nur ein Baustein, das zu bedrohen. Lam und ihre Regierung scheinen kein guter Garant für Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie die Unabhängigkeit des Rechtssystems zu sein.

Was nun, Xi?

In der chinesischen Führung laufen nun die Gehirne heiß.
Ist es besser, sofort die Panzer zu schicken, die kurzzeitige Empörung der Welt abprallen zu lassen und darauf zu setzen, dass die Welt den Vorfall in drei Monaten vergessen hat? Wie würden die Briten reagieren, um deren ehemaliger Kronkolonie es sich ja handelt?
Welchen Einfluss hätte der Einmarsch auf das Seidenstraßen-Projekt?
Den Menschen in Hongkong kann man nur die Daumen drücken, dass sie nicht in den Ameisenstaat China eingegliedert werden.

Ich hoffe, es bleibt friedlich in

Hong Kong. Was ist in der Welt los? Da werden Kriege, im Nahost, vorbereitet und die Eindämmung der Menschenrechte in Hong Kong. Nicht zu glauben...

Ich verstehe das nicht

Ich habe nur gefunden, dass das Gesetzt es erlauben würde, Personen auf Ersuchen von China auszuliefern.

Es steht in allen Beiträgen "erlauben" nicht "verpflichten".

Sonst darf doch auch jedes Land Auslieferungen ersuchen und es wird geprüft, ob das gemacht werden soll, oder nicht.
Nehmen wir den Ex-Regionalpräsidenten Carles Puigdemont oder den Schriftsteller Dogan Akhanli...
Und was erst um Julian Assange los war und noch ist...

Warum ist es den Menschen in Hongkong so wichtig gegen das Gesetz zu protestieren? Sollen generell keine Leute an China ausgeliefert werden, oder an kein anderes Land?

Und wie passen da die beiden saudischen Schwestern rein, denen auf der Flucht die Flughafenmitarbeiter in Hongkong versucht haben die Pässe wegzunehmen. Die Frauen flohen vor Gewalt, sollten aber zurück nach Saudi-Arabien gebracht werden.

Was ist da los?

China als Bedrohung

Ich mag mir gar nicht vorstellen, was mit Europa passiert, wenn China das Projekt 'Seidenstraße' einmal bis nach Ungarn und Italien vorangetrieben hat. Wie weit der politische Druck Chinas auf wirtschaftlich abhängige Länder geht, sehen wir bereits in Ostasien. China zwingt die Länder, denen es Geld gegeben, Brücken und Straßen gebaut hat, bei Abstimmungen in der UNO im Sinne Chinas zu stimmen, ausgerechnet auch in Fragen der Menschenrechte.

Hongkong.....

......gehört zu China, ganz einfach. Ob selbiges einigen Menschen dort passen mag oder nicht.Sie können ja eine Sezession versuchen. Folglich werden die Rechte und Pflichten dort angepasst werden. Interessant ist dabei doch die Frage, wer hinter den Protesten steckt.....oder glauben wir an "spontane Proteste" mit vorbereiteten T-Shirts und teilweise englischsprachigen Plakaten?

Weiter so!

Wenn ich die Reaktionen der Bevölkerung in Hongkong betrachte, frage ich mich, wie es dann erst in China in den Köpfen der Menschen aussehen muss und ob die Staatengemeinschaft der freien und friedliebenden Welt nicht eine Befreieung der Chinesen von ihrem Regime in Betracht ziehen muss, um die Menschenrechte in China nachhaltig wiederherzustellen und zu schützen.

@08:25 von Meinung zu unse.

Natürlich ist es nur aufgeschoben - nix anderes wurde gesagt.

Und es ist auch gut so. Kriminelle dürften sonst nicht ausgeliefert werden und hätten sonst in HongKong einen sicheren Hafen. Wer will das schon?

Die Bürger HongKongs wissen warum ...

Die VR China unterdrückt jede nicht mit dem System konforme religiöse, weltanschauliche, wirtschaftliche Regung. Die traditionellen chin. Glaubensrichtungen Taoismus, Buddhisten und die Anhänger der konfuzianischen Lehre werden offiziell geduldet, in Wirklichkeit aber geächtet. Islamische und christliche Gläubige werden überwacht, die römisch-katholische Kirche ist in China verboten.
China hält sich nicht an die Menschenrechte. Der Staat betrachtet Bürger- und Menschenrechte als etwas, das vom Staat gegeben werden kann, dass aber auch entzogen werden kann. Das neueste ist das "social scoring". D.h., das Verhalten eines jeden Bürgers wird überwacht, gespeichert und bewertet. Je nach "Konto" hat man bestimmte Rechte oder auch nicht, Das geht so weit, dass man z.B. keine Verkehrsmittel mehr benutzen darf oder keine Wohnung bekommt.
Chin. Gefängnisse haben einen schlimmen, Ruf. Zwangsarbeit, angeblich auch Organentnahmen werden staatlich veranlasst.
Da möchte ich nicht leben müssen

@ 10:16 von LaoTuo

Nein, Kriminelle haben in Hongkong keinen "sicheren Hafen", wie Sie schreiben, denn Hongkong hat ein funktionierendes Common-law-Rechtssystem. Um politische Urteile in China zu unterbinden, ist der Protest gegen das geplante Auslieferungsgesetz notwendig und sinnvoll; alles andere wäre der Anfang vom Ende des unabhängigen Rechtssystem in Hongkong, das bei den Vereinbarungen ("ein Land, zwei Systeme") 1997 zugesagt wurde. Die Sonderverwaltungsregion Hongkong hat weitgehende exekutive, legislative und judikative Unabhängigkeit und entscheidet zum Beispiel auch selbständig über Ein- und Ausreise.

@10:04 crastro

Nein, ganz so einfach ist es eben nicht: Hongkong ist eine Sonderverwaltungsregion mit hoher Autonomie in allen Angelegenheiten mit Ausnahme der Außen- und der Verteidigungspolitik. Gültig sind z.B. auch alle internationale Menschenrechtsübereinkommen, die vor dem 1. Juli 1997 auf Hongkong bereits Anwendung fanden, auch wenn die Volksrepublik China diesen noch nicht als Vertragspartner beigetreten ist. "Hongkong gehört zu China, ganz einfach", wie Sie schreiben, ist also wesentlich differenzierter.

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