Ihre Meinung zu: Moldau: Verfassungsgericht ordnet Neuwahlen an

9. Juni 2019 - 12:26 Uhr

Seit 1991 ist Moldau unabhängig - und befindet sich seitdem in einer Art Dauerkrise. Nun entzog das oberste Gericht dem Präsidenten vorübergehend Vollmachten. Ministerpräsident Filip löste das Parlament auf.

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Kommentare

ja die Demokratie

so ganz ruckelfrei scheint die nicht zu laufen
wobei man ja auch bei uns verschiedenste Ansichten darüber haben kann,
was Demokratie ist und wie weit die gehen darf

Moldau:Verfassungsgericht ordnet Neuwahl an...

Auch ein gebeuteltes Land:Früher mal in der Eurasisches Wirtschafts-und Zollunion,wickelte daß Land 80 % seines Handels mit Russland ab.
Der Kurswechsel Richtung EU-Assoziierung brachte nicht nur dort einen Einbruch.In der Landwirtschaft gibt es jetzt Raps-Monokulturen,die zur Treibstoffversorgung in der EU dienen.Und die den Boden schädigten.

Das Parlament Moldawien`s

Das Parlament Moldawien`s schafft es in der vorgegebenen Frist nicht eine neue Regierung zu bilden. Und ausgerechnet
an dem Tag an dem die Frist abgelaufen ist gelingt es?(mit der Hilfe einer prorussischen Partei) Der
prorussische Präsident, der sich noch vor einiger Zeit geweigert hat prowestliche Minister zu vereidigen, vereidigt ausgerechnet jetzt eine prowestliche Ministerpräsidentin, obwohl er wissen müsste, dass sie nie eine Chance hat zu regieren. Ich hoffe ich bin nicht der Einzige dem das merkwürdig vorkommt. Das Verfassungsgericht hat richtig gehandelt.

Westliche Wahleinmischung war bisher die Regel.

Die Bevölkerung könnte ja die "falsche" Wahl treffen.

Ist ja auch kein Wunder

Was ist Moldavien? Moldavien ist jener Teil Rumäniens, der nach dem 2. Weltkrieg als Moldauische SSR an die UdSSR angeschlossen und in der Folgezeit von Russen besiedelt wurde. Nach dem Ende der UdSSR wollte die rumänische Bevölkerungsmehrheit eine Annäherung an das Mutterland, während die Russen im Land dies zu verhindern versuchten und in Transnistrien Ärger machten. Oder in Südossetien. Oder in Abchasien. Oder jüngst im Donbass und auf der Krim.
Oder um es kurz zu machen: überall, wo der sowjetische Plan, die einheimische Bewvölkerung zur Minderheit zu machen, aufgegangen ist, gibt es jetzt starke pro-russische Bewegungen und etsprechende Konflikte. Die baltischen Staaten sind derhalb froh, dass sie in der EU sind, weil das relativen Wohlstand bedeutet und die russische Bevölkerung im Land ruhig hält.

Dauerkrise

"Die frühere Sowjetrepublik befindet sich seit ihrer Unabhängigkeit 1991 in einer Dauerkrise."

Woran liegt das und welche positive Veränderung könnte eine Neuwahl nach 27 Jahren Krise bewirken?

@ Bernd Kevesligeti

Der Kurswechsel Richtung EU-Assoziierung brachte nicht nur dort einen Einbruch.In der Landwirtschaft gibt es jetzt Raps-Monokulturen,die zur Treibstoffversorgung in der EU dienen.Und die den Boden schädigten.

Das ist trotzdem kein Vergleich zur Umweltverschmutzung zu Sowjet-Zeiten. Der Kurswechsel und die Orientierung nach Westen bringt aber auch Hoffnung auf ein Rezept gegen die allgegenwärtige Korruption.

@ krittkritt

Westliche Wahleinmischung war bisher die Regel. Die Bevölkerung könnte ja die "falsche" Wahl treffen.

Sie glänzen wieder mal durch Hörensagen.

re krittkritt: Wahleinmischung

„Westliche Wahleinmischung war bisher die Regel.“

Ja sicher. „Wie bekannt“ hat sich „der Westen“in alle Wahlen im „Osten“ eingemischt und nur in die Wahlen „im Westen“ mischt sich niemand ein usw. usw. usw.

Entschuldigung, aber das ist doch primitivster Propagandasprech derjenigen, die überhaupt keine Wahlen brauchen, weil sie ja immer genau wissen, was „das Volk“ will.

Zur Sache: Es gibt keine einzige Wahl auf der Welt, die diesen Namen verdient, in die sichnniemand eingemischt hätte. Das liegt in der Natur freier Wahlen.

Problematisch wird es nur, wenn diese Einmischung verdeckt und/oder betrügerisch abläuft. Dafür gibt es im „Westen“ Wahlgesetze und Kontrollinstanzen und vor allem den Rechtsweg. Damit man nicht mit bloßen Behauptungen auf „Wahleinmischungen“ Bauernfängerei betreiben kann. Und damit Wahlen insgesamt und pauschal verunglimpft.

„Die Bevölkerung könnte ja die "falsche" Wahl treffen.“
Wer hat denn davor Angst? Der „Westen“?

15:18 von nikioko

Was ist Moldavien? Moldavien ist jener Teil Rumäniens, der nach dem 2. Weltkrieg als Moldauische SSR an die UdSSR angeschlossen und in der Folgezeit von Russen besiedelt wurde. Nach dem Ende der UdSSR wollte die rumänische Bevölkerungsmehrheit eine Annäherung an das Mutterland, während die Russen im Land dies zu verhindern versuchten und in Transnistrien Ärger machten.
---------------------------------
Ihre Darstellung der Geschichte von Moldavien ist Ihre eigene Interpretation, was der wahren Geschichte des Landes nicht entspricht.
Jeder kann es sogar bei Wiki überprüfen.

Überfremdung

Man kann darüber streiten, ob es eine kluge Strategie des Stalinismus war, in den Randgebieten die Ansiedlung russischer Bevölkerung voran zu treiben und die einheimische, nichtrussische Bevölkerung zu dominieren. Siehe Moldawien oder Ukraine.

Jetzt ist es eben so und die Menschen verschiedener ethnischer Herkunft sollten versuchen friedlich miteinander klar zu kommen. Das wäre human. Ich würde mir eine Orientierung nach Westen wünschen, eine Integration in die EU und ein friedliches Miteinander der Ethnien. In Ex-Jugoslawien gelingt das ja auch.

@nikioko - Transnistrien

15:18 von nikioko:
"Moldavien ist jener Teil Rumäniens, der nach dem 2. Weltkrieg als Moldauische SSR an die UdSSR angeschlossen und in der Folgezeit von Russen besiedelt wurde."
> Diese Besiedlung setzte bereits 1792 ein, als das heutige Konfliktgebiet vom Osmanischen Reich an Russland abgetreten wurde. Die Bevölkerung setzt sich heute zu annähernd gleichen Teilen aus Moldauern, Russen und Ukrainern zusammen. (In der Gesamtrepublik Moldau stellen Ukrainer mit 6,6% die größte Minderheit.)

"Die baltischen Staaten sind derhalb froh, dass sie in der EU sind, weil das relativen Wohlstand bedeutet und die russische Bevölkerung im Land ruhig hält."
> Das klingt nach erfolgreicher Unterdrückung. Und wenn ich das BIP der baltischen Staaten mit dem Weißrusslands vergleiche, ist da kein positiver EU-Effekt zu erkennen.

15:52 von teachers voice

„Die Bevölkerung könnte ja die "falsche" Wahl treffen.“
Wer hat denn davor Angst? Der „Westen“?
-------------------------------
Ja, Angst hat der Westen.
Deshalb auch all diese Berichte über die Einmischung Russlands in ALLE möglichen Wahlen im Westen, sein es die EU Wahlen oder Wahlen in Frankreich, Schweden, Deutschland, USA und so weiter...

14:08 @Bernd Kevesligeti

"Der Kurswechsel Richtung EU-Assoziierung brachte nicht nur dort einen Einbruch.In der Landwirtschaft gibt es jetzt Raps-Monokulturen,die zur Treibstoffversorgung in der EU dienen.Und die den Boden schädigten."

www.bice.md:
"Die äußerst fruchtbaren Böden Moldawiens bieten eine gute Basis für den Anbau von Obst, Wein, Gemüse, Tabak und Rosenöl. Diese sind zugleich die bedeutendsten Exportartikel der Landwirtschaft. Andere Erträge, wie beispielsweise die Gewinnung von Weizen, Mais, Zuckerrüben und Sonnenblumen sind für den Eigenbedarf bestimmt."

re Sisyphos3: Demokratie

„ja die Demokratie
so ganz ruckelfrei scheint die nicht zu laufen
wobei man ja auch bei uns verschiedenste Ansichten darüber haben kann,
was Demokratie ist und wie weit die gehen darf“

Da haben SIe vollkommen Recht, „ruckelfrei“ läuft eine Demokratie niemals und dazu ist sie auch nicht gedacht. Im Gegenteil, dieses „Ruckeln“ ist sozusagen ihr Lebenselixir und das aktuelle Problem scheint mir zu sein, dass vor allem in den jüngeren Demokratien dies schlicht noch nicht begriffen wird. Demokratie gewinnt seine Stabilität durch den permanenten Ausgleich unterschiedlicher Kräfte, die Autokratie durch die Unterdrückung aller gegengerichteter Kräfte. Demokratie ist also das Gegenteil von Ruhe, aber auch das Gegenteil von Gewalt.

Im Übrigen: Es bleibt immer etwas diffus, was Demokratie wirklich ist. Man fühlt aber ganz deutlich, wenn sie nicht mehr da ist.

Problem: Sie kommt nicht so schnell wieder zurück!

re von Foren-Proll

Ökologisch hat die Orientierung auf die EU aber herzlich wenig gebracht,im Gegenteil.Ökonomisch wohl auch nichts.Und gegen Korruption ?
Aber Hauptsache antirussisch.

@Ihre Darstellung der Geschichte ... 15:53 von alex66

"ist Ihre eigene Interpretation,
was der wahren Geschichte des Landes nicht entspricht."
zu @@15:18 nikioko

Tja, mit korrekten Geschichtsdaten haben es die Wenigsten hier, da haben Sie Recht.

Mein ehemaliger Schachtrainer ist moldawischer IM
und hat mir Einiges beigebracht. Auch Russisch.

Nachdem Alexander Lebed - auch inzwischen 'eliminiert'
den jahrzehntelangen Bürgerkrieg etwas befrieden konnte,
hat aber Moldawien nie so richtig in die Spur gefunden.
Solange selbsternannte Demokraten, siehe auch Ungarn,
die Macht usurpieren und nicht mehr abgegeben wollen,
wird sich das auch nicht ändern.

@Foren-Proll - Haben Sie was gegen die EU?

15:53 von Foren-Proll:
"Ich würde mir eine Orientierung nach Westen wünschen, eine Integration in die EU [...]"

Sehen Sie den Untergang der EU herbei oder woran liegt es, dass Sie ihr einen weiteren Problemfall herbeiwünschen?
Und dass die traditionell tief verankerte Korruption keinesfalls durch eine politische Umorientierung abnimmt, ließ sich an der Ukraine sehr gut beobachten. Das kann nur von innen heraus passieren und eben nicht durch das Überstülpen einer anderen Ideologie.

Transnistrien

Anders als im Text des Artikels angegeben, liegt Transnistrien aber östlich des Dnjestr.

16:14 von 1986

Anders als im Text des Artikels angegeben, liegt Transnistrien aber östlich des Dnjestr
------------------------------
Leider nehmen die Autoren der Berichterstattung bei TS in sehr vielen Fragen es nicht immer genau...

@teachers voice - Demokratie

16:06 von teachers voice:
"Im Übrigen: Es bleibt immer etwas diffus, was Demokratie wirklich ist. Man fühlt aber ganz deutlich, wenn sie nicht mehr da ist."

Sind Sie sich da sicher?
Der Übergang zur Post-Demokratie ist kein Bruch, sondern ein stetiger Prozess. Das fängt bei der politischen Meinungsbildung an, die Veränderungen schon im Keim ersticken. Der Wahlgang als solcher wird jedenfalls nicht abgeschafft werden. Schließlich vermittelt er dem Bürger ein Gefühl von Mitspracherecht, auch wenn das Ergebnis immer dasselbe ist.

re von Foren-Proll 15.53

Sie und für "friedliches Miteinander der Ethnien" ? Aber nur wenn die schön geschmeidig Richtung "Westen" blicken.
Und in Ex-Jugoslawien,da funktionierte doch eher was anderes:Die Bombardierung 1999 und der sich nicht selbst finanzierende "Staat" Kosovo.Den müßten Sie eigentlich ablehnen wenn Sie gegen Korruption sind.

isolierte Ministaaten wie

isolierte Ministaaten wie Moldau sind in einer globalisierten Welt kaum Überlebensfähig.

re werner40

"isolierte Ministaaten wie Moldau sind in einer globalisierten Welt kaum Überlebensfähig."

Die Größe eines Staates ist das unwesentlichste Kriterium für seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.

Singapur!

@Am 09. Juni 2019 um 16:14 von 1986

>>
Anders als im Text des Artikels angegeben, liegt Transnistrien aber östlich des Dnjestr.
<<

Hallo 1986,

völlig richtig.

So ist es, wenn man voneinander oder von Presseagenturen abschreibt. Auf Spiegel Online gibt es denselben Fehler.

Schlimmer aber als eine solche offensichtliche Verwechslung finde ich in unserer Presselandschaft aber etwas anderes: Wenn durch die Art und Weise der Verwendung der Worte "russlandfreundlich", "moskaufreundlich" suggeriert wird, dass dies gleichbedeutend mit "europafeindlich" sein muss.

Durch diese toxische Art der Prägung von Worten, werden auf Generationen Gehirne vergiftet und die Wurzeln für künftige oder das Fortbestehen gegenwärtiger Probleme gelegt. Das kann eigentlich in Niemandes Interesse sein.

Situation in Moldau

Die Situation ist komplizierte als dargestelt wurde. Im Parlament gibt jetzt 3 Parteien. Prorussische Sozialisten(35), demokratische eu-orientierte Opositionsbündniss (26) und Demokratische Partei, angeführt von einem Oligarchen (30). Ziel des Zweckbündnisses zwischen Sozialisten und eu-orientirte Opposition ist den Oligarch von der Macht zu lösen. Weil er kontroliert gerade die Regierung und den Verfassungsgericht. Und dieses Gericht hat Neuwahlen ausgerufen um zu verhindern, dass die Demoratische Partei von der Macht abgelöst wird.
Was auch nicht gesagt wurde, die Ablösung des Oligarchen von der Macht wird von Russland, EU und USA unterstützt. EU hat die neue Regierung schon akzeptiert. Russland auch.

Orientierung

Ich bin gerade in Moldawien und Transnistrien und habe viel Kontakt zur Bevölkerung. Mein Eindruck: die wollen sich weder nach dem Westen noch nach Russland orientieren sondern ganz einfach in Ruhe gelassen werden. Vor allem der Westen soll sich nicht einmischen in die innermoldawischen Angelegenheiten!

@16:01 von Nachfragerin

>>
[...] Und wenn ich das BIP der baltischen Staaten mit dem Weißrusslands vergleiche, ist da kein positiver EU-Effekt zu erkennen.
<<

Was meinen Sie genau?

Wenn ich das BIP pro Kopf vergleiche, liegt es im Baltikum nominell zwischen 15-20 kUSD, und bei Weißrussland nur knapp bei 6 kUSD (also fast ein Faktor 3). Kaufkraftbereinigt sind es im Baltikum 28 - 32 kUSD und in Weißrussland 19 kUSD (also immer noch ein Faktor 1,5).

Auch wenn die baltischen Staaten bereits relativ arm sind, der Abstand nach unten zu Weißrussland ist immer noch beträchtlich.

Letztlich ist die EU den Beweis schuldig geblieben,...

...dass die Länder, die man mit schwer
einzuhaltenden Versprechen aus dem
eurasisch/russischen Wirtschaftsraum
Richtung EU ziehen wollte, auch nur den
Hauch einer wirtschaftlichen Verbesserung
erlebten, der bei der BEVÖLKERUNG auch
tatsächlich angekommen wäre!
Was hat man der Ukraine für den Bruch
mit Janukowitsch nicht alles versprochen!?!
Die bittere Realität ist, dass das Land erst
Recht in einem Sumpf von Korruption
und Oligarchen-Vetternwirtschaft versank
und sich das BiP nahezu halbiert hat!
Und zu welchem Preis...?!?
Die teure Sturheit, mit denen man solche
künstlichen Ministaatengebilde wie
Moldawien, oder auch das Kosovo mit aller
Macht dem Einflußbereich Russlands zu
entreißen versucht, ist kontraproduktiv
und letztlich zum Scheitern verurteilt!
Besser wäre es endlich einzusehen, dass
EU und eurasische Wirtschaftsunion
problemlos nebeneinander existieren
können, als weiter politisch unabsehbare
Konflikte heraufzubeschwören, nur weil
man die eigene Sicht für besser hält!!

Illegale Wahlfinanzierung = Einmischung.

@15:52 von teachers voice
Angefangen bei Jelzin: Er lag in Umfragen hoffnungslos zurück bei zeitweise 5%.
Mit unglaublichen Summen aus den USA und professioneller, aber illegaler Wahlbeeinflussung wurde der Sieg der Kommunisten verhindert.
Beim Gegenkandidaten wurden Störer in die Versammlungen geschickt, Hotels abbestellt. D.h. die "Geldelite" hat "ihren" Kandidaten am Ende zum Schaden der Bevölkerung durchgebracht.

Ähnlich die Wahl Poroschenkos: Im Bundestag kam zur Sprache, wie aussichtsreiche Gegenkandidaten behindert wurden:
Büros oppositioneller Parteien wurden in Brand gesetzt, deren Mitglieder getötet, Wohnungen von Oppositionellen in Brand gesetzt sowie Abgeordnete zusammengeschlagen.

Oleg Anatoljewitsch Zarjow, RADA-Mitglied seit 2002, als Präsidentschaftskandidat für die Wahlen am 25.5.2014 Konkurrent von Poroschenko, wurde von den Schlägern der Putschregierung mehrmals tätlich angegriffen und verletzt. Sein Haus wurde von nationalistischen Kräften angezündet. usw.

@ krittkritt

Was hat der Bundestag mit Jelzin oder Poroschenko zu tun? Ich glaube, Sie sind hier ziemlich am Thema vorbei.

@ Nachfragerin

Sehen Sie den Untergang der EU herbei oder woran liegt es, dass Sie ihr einen weiteren Problemfall herbeiwünschen?

Ich teile Ihre ablehnende Haltung gegen Moldawien, die Ukraine oder Russland nicht. Falls Sie das meinen.

@ Bernd Kevesligeti

Sie klammern sich immer noch an die Konflikte von 1999 auf dem Balkan und glauben dem Westen daraus noch Vorwürfe zu konstruieren.
Ich richte meinen Blick auf die heutige Entwicklung unter dem Dach der EU oder auf dem Weg in die EU. Unter dem europäischen Dach werden die Gemeinsamkeiten der Ethnien frei und demokratisch gestärkt. Im kommunistischen Jugoslawien war der Zusammenhalt nur gewaltsam möglich.

@Gogolo - Orientierung

"Ich bin gerade in Moldawien und Transnistrien und habe viel Kontakt zur Bevölkerung. Mein Eindruck: die wollen sich weder nach dem Westen noch nach Russland orientieren sondern ganz einfach in Ruhe gelassen werden."

Soso....
Ich reise ebenfalls nach Moldawien, geschäftlich und seit vielen Jahren.
Mein Eindruck ist, dass man durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und steigende Löhne sehr wohl westlich orientiert ist. Und ich kenne viele Moldauer welche hier ihr Heil suchen.
Mit egal welchem Bürger ich mich dort bislang unterhalten habe, dieser sieht selbst in den wenigen grösseren Städten keine Zukunft. Und westliche Firmen siedeln sich nicht zuhauf an.
Und diejenigen welche bleiben sind froh um einen Job.
Was hat der russische Einfluss dagegen in den letzten Jahrzehnten geschafft?

@ Bernd Kevesligeti

Aber Hauptsache antirussisch.

Ich sehe bei Ihnen nur ein Mantra: Hauptsache antiwestlich.

@isolierte Ministaaten wie Moldau sind in 17:01 karwandler

"einer globalisierten Welt kaum Überlebensfähig."
zu @@werner40

Der Einwand Singapur ist wenig überzeugend.
Wäre das nicht das etwas glaubwürdigere 'Kasino' wie die 'Caymans'
noch dazu mit 'unklaren' Bankverbindungen an China
wäre dieser Ministaat längst Geschichte.

In Europa haben wir auch so etwas wie etwa Malta oder Zypern.

re von Foren-Proll 17.49

Mit der "Entwicklung unter dem Dach der EU",da scheint es ja nicht weit her zu sein.
Jedenfalls gab es da vor einiger Zeit doch schon Konferenzen und Warnungen der EU-Granden vor der Teilnahme dieser Länder am Seidenstraßen-Projekt.
Und Sie kennen sich ja unheimlich aus über "das kommunistische Jugoslawien".

re von Foren-Proll 17.51

Sie schreiben über "Mantra" ?
Klingt wie herrische reiche Deutsche erklären der Welt,was gut für sie ist.Egal ob Brexit,Balkan,Moldawien.

Genauer lesen. @17:38 von Foren-Proll

"Im Bundestag kam zur Sprache, wie aussichtsreiche Gegenkandidaten behindert wurden".
D.h. ich zog Bundestagsdebatten als Informationsquelle heran.

re alex66: Angst?

>>Am 09. Juni 2019 um 16:04 von alex66
15:52 von teachers voice
„Die Bevölkerung könnte ja die "falsche" Wahl treffen.“
Wer hat denn davor Angst? Der „Westen“?
-------------------------------
Ja, Angst hat der Westen.
Deshalb auch all diese Berichte über die Einmischung Russlands in ALLE möglichen Wahlen im Westen, sein es die EU Wahlen oder Wahlen in Frankreich, Schweden, Deutschland, USA und so weiter...<<

Ich glaube Ihnen sogar, dass Sie das wirklich glauben. Nur sind Sie dann hier noch nicht richtig angekommen.

Konkret: Russland kann sich einmischen, soviel es will - kein Problem. Absolut demokratiekonform.

Skandalös sind die Ziele, Partner und Methoden dieser Einmischung. Putin könnte doch laut sagen „Wählt alle die AfD“ und niemand würde sich über die „Einmischung“ empören. Nur würde dann die AfD auf 4 % absacken. Vor allem aber würden die wahren Ziele russischer Politik deutlich. Nämlich die westlichen Demokratien zu schwächen.
Und das würden auch Russen gar nicht gut finden

re krittkritt: Wahleinmischung

„Illegale Wahlfinanzierung = Einmischung.
@15:52 von teachers voice
Angefangen bei Jelzin: Er lag in Umfragen hoffnungslos zurück bei zeitweise 5%.
Mit unglaublichen Summen aus den USA und professioneller, aber illegaler Wahlbeeinflussung wurde der Sieg der Kommunisten verhindert.“

Spricht das jetzt gegen die Wahl oder gegen die Umfragen?

17.51 von 321gast123 - Moldawien Orientierung

Die Feststellung ist richtig die moldawische Bevölkerung schaut mit dem Herzen nach Europa und nicht nach Moskau. Regiert wird das Land jedoch von den Oligarchen, die weitestgehend von Moskau abhängig sind, zu mehr ein wesentlicher Export Anteil nach Moskau geht. Und vor allem, nicht zu vernachlässigen, viel Moldauer arbeiten in Russland zu besseren Gehälter als in der Heimat. Ohne Moskau und die Oligarchen wäre das Land pleite. So einfach ist das. Hier hat die EU geschlafen. Denn die Situation war mal besser. Übrigens die Russen haben immer, auch in der Zarenzeit die Hand auf Moldawien gehalten.

re nachfragerin: Demokratie

2019 um 16:23 von Nachfragerin
>>@teachers voice - Demokratie
16:06 von teachers voice:
"Im Übrigen: Es bleibt immer etwas diffus, was Demokratie wirklich ist. Man fühlt aber ganz deutlich, wenn sie nicht mehr da ist."

Sind Sie sich da sicher?
Der Übergang zur Post-Demokratie ist kein Bruch, sondern ein stetiger Prozess. Das fängt bei der politischen Meinungsbildung an, die Veränderungen schon im Keim ersticken...“

Ja, ich bin mir ganz sicher und ich bin mir auch ganz sicher, dass jeder Kommentator hier genau spürt, dass er in einer Demokratie lebt. Sofern er hier lebt.

Sich über die Schwächen der aktuellen Politik mokieren zu können ist nämlich der beste Beweis für das Funktionieren einer Demokratie.

Nur glauben besonders viele derjenigen, die noch wenig Erfahrung mit demokratischem Leben haben, es müsste sich um ein Rundumglücklich-Paket handeln und die „Politik“ müsste immer das machen, was man selber für richtig hält.

Genau das ist Demokratie nicht. Schimpfen schon!

18:02 @artist22

"@isolierte Ministaaten wie Moldau sind in 17:01 karwandler
"einer globalisierten Welt kaum Überlebensfähig."
zu @@werner40

Der Einwand Singapur ist wenig überzeugend.
Wäre das nicht das etwas glaubwürdigere 'Kasino' wie die 'Caymans'
noch dazu mit 'unklaren' Bankverbindungen an China
wäre dieser Ministaat längst Geschichte."

Singapur ist ein hervorragendes Vorbild für Moldawien. Industrie, beste Universitäten, sehr viel Forschung, hervorragende Bildung. Sehr gutes Sozialsystem. Viel Freizeitwert. Starke Gewerkschaften! Multikulturell, wunderbares Essen. Kasinos erst nach 2000. Marina Bay Sands heute eines der größten vor Las Vegas. Aber dort auch Wissenschafts- und Kunstmuseum, Theater, Sport...Nur etwas wenig Demokratie und teuer.
Sie verwechseln Singapur mit Macau.

Im übrigen gibt es noch Luxemburg und Monaco, die Schweiz, Lichtenstein...

Ein leichter widerlegbares Argument als "Kleinheit" eines Landes lässt sich schwer finden.

Seitdem der Balkan zur EU gehört,

siegt dort die Demokratie an allen Fronten. Oder die Korruption, wie man es auch bezeichnen will, es bleibt ja (nicht nur) dort das gleiche. Demokratie für diese Länder, das heißt "Ihr dürft nun richtig wählen, früher war das ja nicht möglich." Also wird immer mal wieder gewählt, was rauskommt, ist egal, denn diejenigen, die sich danach die Taschen füllen, sind die gleichen, wie vor der Wahl. Und so lassen wir die Kinderlein spielen, verlässlich bleiben sowieso nur jene, die im Dunkeln seit jeher Daumen und Zeigefinger reiben und das Geschehen in "unserem" Interesse regulieren.

19:23 von Al Ternativ

Seit wann liegt Moldawien auf dem Balkan? Seit wann ist Moldawien in der EU? Ihre Vorurteile sollten Sie mal überdenken, auch, was den Balkan betrifft.

@Im übrigen gibt es noch ... 19:21 von Marcus2

"Luxemburg und Monaco, die Schweiz, Lichtenstein..."

Genau, die vergass ich noch in meinem Beispiel.
Und was haben die alle gemeinsam?

Das Kasino von Monte Carlo ist weltberühmt.
Der 'Goldkeller' in der Schweiz ist legendär.
Und last but not least die Steuerpolitik von Liechtenstein und Luxemburg ist unschlagbar..

Einen grösseren Knieschuss eines Kommentars habe ich noch nicht erlebt.
Tut mir leid ;)

@alex66 15:53

Nein es ist keine Interpretation. Schauen Sie mal nach dem Begriff Großrumänien. Moldawien gehört zu Rumänien. War immer so und bleibt auch so. Man spricht die gleiche Sprache und es sind Geschwister. Daran ändert auch Stalins Landraub nichts und der Versuch Leute anzusiedeln um eine Wiedervereinigung zu verhindern. Früher oder später werden sowieso beide Länder wiedervereinigt! Bevor Sie also anderen Geschichtsverfälschung vorwerfen sollten Sie die Geschichte Moldawiens studieren!

@ Bernd Kevesligeti

Mit der "Entwicklung unter dem Dach der EU",da scheint es ja nicht weit her zu sein.

Das anti-EU-Mantra soll doch nur unsere eigene Seite schlecht reden.

19:47 von Magfrad

Man spricht die gleiche Sprache
.
und das erklärt die Zugehörigkeit ??
welche Sprache wird auf der Krim hauptsächlich gesprochen#
Welche Sprache spricht man in Österreich (in Südtirol, im Elsass, Eupen Malmedy) Teilen der Schweiz wobei letzteres kann ihnen ja wurscht sein, haben ja einen Pass der Eidgenossen

@Nachfragerin 16:01

Falsch die Besiedlung setzte mit Stalin nach dem zweiten Weltkrieg ein. Vorher gehörte Moldawien zu Rumänien. Historisch gehören beide Länder zusammen. Daran ändert auch nicht dass von russischer Seite massive Geschichtsfälschung betrieben wurde und wird. Wenn man in Moldawien ein Referendum macht würden über 70% für die Wiedervereinigung mit Rumänien stimmen!

19:53 von Sisyphos3

sagte er. er war ja auch im festkommitee zur wahl der akk, sagte er

Lage ganz klar

Hier gibt es Übereinstimmung zwischen Russland und der EU. Beide erkennen die neue Regierung an und haben Igor Dondon gebeten Realitäten anzuerkennen und die Macht abzugeben. Er will die alleinige Macht, gottseidank schiebt da das Verfassungsgericht einen Riegel vor. Neuwshlen sind die richtige Lösung

@Sysiphos3 19:53

Die Zugehörigkeit erklärt die Geschichte. https://de.wikipedia.org/wiki/Großrumänien
Die Karte erklärt alles und die Geschichte auch. Hier wurde von sowjetischer Seite ein Verbrechen begangen ein Land zu teilen. Klar wird dies hier den kremltreuen Foristen nicht passen, aber es sind Fakten.
Rumänien könnte morgen Moldawien besetzen und niemand im Kreml dürfte den Mund aufmachen nachdem was man in der Ostukraine getrieben hat!

19:33 @artist22

"Das Kasino von Monte Carlo ist weltberühmt.
Der 'Goldkeller' in der Schweiz ist legendär."

Das Thema war Moldawien und ein Vergleich mit Singapur.

Wenn Sie schon auf thematisch unpassendes ausweichen, dann bitte mit nachvollziehbaren Zahlen statt Wertungen.

Wiki Monaco:
"Zu Beginn des wirtschaftlichen Aufschwungs stand das Glücksspiel, welches wiederum den Tourismus gesteigert hat. Heute stehen Finanzdienstleistungen im Vordergrund"

Wiki Schweiz:
"Der Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt BIP) der Banken und Versicherungen beträgt in der Schweiz 10,5 %[33]. Dieser Anteil beträgt zum Vergleich in Deutschland 3,6 % und in Grossbritannien 6,8 %."

Darstellung: