Ihre Meinung zu: Nach Kurz-Sturz in Österreich übernimmt zunächst Löger

28. Mai 2019 - 8:17 Uhr

Österreichs Kanzler Kurz ist gestürzt. Bis eine Übergangsregierung übernimmt, soll Vizekanzler Löger die Amtsgeschäfte führen. Die Parteien schalten bereits in den Wahlkampfmodus. Von Clemens Verenkotte.

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Kommentare

Kurz wird aus dieser Geschichte

gestaerkt hervorgehen. Die Zeit der Sozialdemokraten, die sich nicht um das angestammte Klientel kuemmern , ist vorbei, in Deutschland wie in Oesterreich.

Es wird spannend mit wem Kurz diesmal koaliert. Viel Auswahl hat er ja nicht.

Nach der parlamentarischen

Nach der parlamentarischen Abwahl von Kurz beginnt nicht nur der Wahlkampf, sondern auch der Kampf um die Geschichtsdeutung: Kurz selber hat 2017 einen rechtspopulistischen Wahlkampf geführt und die FPÖ, deren Vorsitzender Strache und etliche andere Führungsköpfe bekanntermaßen langjährige Verbindungen ins völkisch-nationale und rechtsextreme Milieu hatten und pflegen, ins Regierungsteam gehievt. Er hat politische Anschläge von Strache und Co auf Pressefreiheit etc. lange vor dem Strache-Video zugelassen (Bsp. ORF-Wolf); da kam die Reißleine deutlich zu spät: Kurz war und ist nicht Teil der Lösung sondern Teil des Problems.

Ich traue den Österreichischen Wählern zu,

dass sie selbst die das politische Geschehen der letzen Woche analysieren können. Besserwissende Piefke brauchen sie dazu nicht.

Da geht es leider um persönliche Beleidigtheiten

und Empfindlichkeiten – das ist das einzige, worum es geht und das ist eine Sauerei, dass es so ist", sagt ein Passant in Wien. - Und recht hat er. Lieber wird die Regierung taktisch lahmgelegt statt mal regiert, wofür die Politiker aller Parteien eigentlich da sind. Ich würde ja lachen, wenn die SPÖ bei der nächsten Wahl wieder auf die Schnauze fällt.

Im September wird der Wähler

Im September wird der Wähler in Österreich Kurz mit überwältigender Mehrheit wieder ins Amt wählen. Der Bürger wird nicht vergessen, dass

1. Kurz nach der Ibiza-Affäre völlig richtig und alternativlos gehandelt hat

2. die Sozialdemokraten, in dem Wissen, dass mit den Rechten, die auf Rache auswaren, ein Misstrauensvotum erfolgreich sein könnte, nicht die richtige Entscheidung / Sache unterstützt haben, sondern dem Herrn Kurz von hinten das Messer in den Rücken stecken

3. die Rechten und die Sozialdemokraten gemeinsame Sache gemacht haben, gegen einen Bundeskanzler, der in dem Moment der Ibiza-Affäre völlig richtig gehandelt hat.

Die Sozialdemokraten haben sich in Österreich ihr eigenes Grab geschaufelt, weil man die Chance genutzt hat, mit den Rechten in Rachelust ins Bett zu steigen

08:42 von andererseits

Sie werden nicht müde, immer und immer wieder die Vergangenheit von Kurz zu wiederholen und festzuklopfen.

Aber kann ein Mensch sich nicht ändern? Kann er nicht neue Erkenntnisse gewonnen haben?

So sehr ich Sie und ihren Einsatz hier schätze und oft auch bewundere:
hier kann ich Ihnen nicht folgen.
Mir fällt bei Ihrer Beurteilung oder Verurteilung von Herrn Kurz immer der Satz von Max Frisch ein: "Du sollst dir kein Bildnis machen" und dazu seine Deutung:
«Wir sind es, die dem Freunde, dessen Erstarrtsein uns bemüht, im Wege stehen, und zwar dadurch, dass unsere Meinung, er sei erstarrt, ein weiteres Glied in jener Kette ist, die ihn fesselt und langsam erwürgt. Wir wünschen ihm, dass er sich wandle, o ja, wir wünschen es ganzen Völkern! Aber darum sind wir noch lange nicht bereit, unsere Vorstellung von ihnen aufzugeben. Wir selber sind die letzten, die sie verwandeln.»

Kurz

Ist ein Politiker um den nicht nur rechte Wähler Österreich beneidet. Die Entscheidung der SPÖ gestern war ein Riesenschritt zum politischen Selbstmord. Ich würde mich nicht wundern wenn Kurz im September nach der Wahl keinen Koalitionspartner mehr braucht.

Geht es noch

um Politik, also gutes und vernünftiges Handeln für die Bevölkerung, oder nur noch um persönliche Befindlichkeiten?

Mit Kurz haben die Parlamentarier einen der fähigsten Kanzler in der EU abgeschossen. Aber offensichtlich akzeptieren Politiker nur noch Mittelmaß. Weshalb eigentlich? Ich wüßte da einige Gründe, auf die ich hier aber nicht eingehen möchte, weil dafür die begrenzte Anzahl der Zeichen nicht ausreicht.

Es ist schade, daß Österreich offenbar politisch genauso im Mittelmaß versinkt wie Deutschland.

betreuen - betrauen

Würde die alte Regierung nach ihrer Enthebung noch bis zu den Neuwahlen die Amtsgeschäfte führen, wäre es in der Tat beruhigend zu wissen, dass sie von einem so klugen und integren Kopf wie Präsident Van der Bellen dabei betreut wird. Glücklicherweise betraut er die alte Regierung unter Vizekanzler Löger nur für wenige Tage mit der Fortführung der Amtsgeschäfte. Man wünscht Österreich, zur Vernunft zu kommen und dass die Amtzeit des Kanzlers Kurz so kurz bleibt. Dieser Mann, der die Neonazis im Land erst hoffähig gemacht hat und ihren Politikern, die nun für alle offen erkennbar das Gegenteil von Patrioten sind, mit ihren wirren und gefährlichen Ansichten das Mitregieren ermöglichte, hat sich eigentlich für jedes politische Amt für immer disqualifiziert.

Demokratie pur

Österreich zeigt derzeit, wie Demokratie gelebt werden kann.
Konsequent und schnell.
Dazu gehört auch, Herrn Strache gegen den Willen seiner Parteigremien ins EU- Parlament wählen zu können.
Bei uns darf der Wähler nur von ihm nicht mitbestimmte Listen wählen.

@A.G. um 08:55Uhr

Ich glaube nicht, daß es überwiegend um persönliche Beleidigtheiten geht, sondern eher um parteiliche Beleidigtheiten. Erstainlich ist nur, daß dieses k9ndische Verhalten, besonders der SPÖ, vom Kommentator Herrn Ozsvath als "Sternstunde der Demokratie" bezeichnet wird. Oder glaubt er wirklich, daß ein Mißtrauensantrag ein paar Monate vor Neuwahlen auf Gewissensentscheidungen ruht und staatspolitisches Bewußtsein beweist? Besonders, wenn der Mißtrauensantrag ausgerechnet von der bisherigen Koalitionspartei, wenn auch aus ganz anderen Gründen, unterstützt wird?

@09:13 Sausevind

Danke für Ihre differenzierte kritische Rückmeldung. In der Tat habe ich noch zu wenig Belege für einen Wandel bei Kurz: Warum hat er in der Krise nicht die Oppositionsparteien in die Lösungssuche einbezogen?

Beleidigte Fans von S. Kurz

Kurz geht in eine Koalition mit Rechtsextremen. Dann sagt davon jemand Wichtiges was er so demokratiefeindliches denkt. Dann löst Kurz plötzlich die ganze Koalition aus Angst vor Kritik auch an seiner Person. Wo sehen seine Fans jetzt genau Kurz "großartige Fähigkeiten als Kanzler"? Die bleiben mir völlig verborgen. Und Kurz hätte an der Stelle zurücktreten müssen, wenn er die Regierung hätte retten wollen. Machtverzicht ist aber für ihn keine Option. Toller Kanzler.

Nach all dem entzieht das Parlament Kurz das Vertrauen. Nun sehen Kurz-Fans die Schuld bei der SPÖ. Aha. Wenn das so ist, dann geh ich morgen in ein Cafe. Essen, trinken, pöbeln, die Zeche prellen. Wenn ich dann Hausverbot bekomme, dann gebe ich den Angestellen die Schuld.

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