Ihre Meinung zu: BVerfG erlaubt Adoption von Stiefkindern ohne Trauschein

2. Mai 2019 - 11:55 Uhr

Bisher war es nicht möglich, als Paar ohne Trauschein das Kind des Partners zu adoptieren. Das ist verfassungswidrig, entschied nun das Bundesverfassungsgericht. Klaus Hempel erklärt die Hintergründe.

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Kommentare

Anstatt sich zu freuen, das

Anstatt sich zu freuen, das die Kinder versorgt werden, muss Vater Staat hier erst wieder durch das BVG auf Spur gebracht werden. Das ist inakzeptabel, wie wir regiert werden.

Superschlau

Es wäre so schön, wenn sich hier nur vernünftige Menschen äußern würden und die ärgerlichen Besserwisser hielten sich zurück

Recht auf Gleichbehandlung?

Ohne Trauschein sind beide NICHT verheiratet, also kann das Kind auch kein Stiefkind sein, also kann auch nicht von dem Lebenspartner adoptiert werden. Es besteht keinerlei verwandschaftliche Beziehung. Das Grundgesetz schützt ausdrücklich die FAMILIE (durch HEIRAT und Geburt) und nicht irgendwelche bunt zusammengewürfelte "Wohngemeinschaften"/Partnerschaften.

Besser als ins Heim

Nachdem ich nun weiß, das Kinder zu Pflegefamilien selbst nach Osteuropa gegeben werden (ohne deren Sprache zu sprechen) - weil es so schöne Gewinne für die Pflegeheime bringt, finde ich jede Alternativlösung in Deutschland besser.

"Außerdem müsse man berücksichtigen, dass sich die nichteheliche Familie in den vergangenen Jahren neben der ehelichen Familie immer mehr in der Gesellschaft etabliert habe"

Erstens das. Und zweitens muss das Wohl des Kindes grundsätzlich wichtiger sein als bürokratische "Formalitäten".

Adoption von Stiefkindern ohne Trauschein?

Was sagt denn der leibliche Vater oder die leibliche Mutter dazu?
Hat der leibliche Elternteil kein Mitspracherecht mehr?
Und wie sieht es bei der Trennung des unverheirateten Paares aus?
Wird die Adoption dann rückgängig gemacht?
Wie viele Adoptionen kann man einem Kind zumuten?

Nach meinen Informationen...

... hat jedes Kind einen biologischen Vater.

Interessant, dass der in diesem Artikel gar nicht vorkommt.

Das Urteil hört sich erst einmal gut an, nimmt dem biologischen Vater jedoch die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt das Sorgerecht zu erreichen! Oder soll ein Kind (rechtlich) zwei Väter haben?

Insofern finde ich das Urteil durchaus seltsam.

Schwarzweißdenken

Pauschalkritiker an "Vater Staat" sollten sich mit den Details beschäftigen, welche politischen Kräfte seit Jahrzehnten an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbeiregiert haben.

Ich darf daran erinnern, dass es die gesellschaftlichen Kräfte links von der CDU/CSU waren (also von den Resten der ehemaligen Bürgerrechtspartei FDP über SPD, Grüne und Linke), die sich für gesellschaftliche Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen, Kindern, Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen, für Transsexuelle, für Schwule und Lesben engagiert haben.

Gesellschaftlicher Fortschritt ist ein mühsamer, langsamer Prozess. Er musste auf vielen Feldern gegen die Union erkämpft werden (es sei hierbei an die durchgesetzte Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe erinnert).

Auch auf dem Gebiet der Adoption wird dank BVerG Gerechtigkeit gegen rechte Widerstände durchgesetzt. Gut so!

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Vaeter und Namen

Es ist gut, ein Eingehen auf Einzelfaelle zu ermoeglichen. Gleichzeitig sollte jedoch der biologische Vater nicht uebersehen werden. Den Drang allen Kindern in einem Haushalt denselben Nachnamen zu geben finde ich manchmal zu stark und kenne Menschen die als junge Erwachsene ihren Namen wieder geaendert haben weil ihr geerbter Geburtsname mehr ihrer Identitaet entsprach.

Kinds-Adoption ohne Trauschein...

Obwohl ich mir als Nichtjurist keine fachliche Wertung erlauben kann ... und bei allem Verständnis einer justiziablen Angleichung an Modernitäten ... entspricht doch diese Entscheidung des BVerfG nicht meinem persönlich-bürgerlichem Rechtsempfinden im Umgang mit der Fragestellung / Problematik.
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Schon die Voraussetzungen für verheiratete Ehepaare, und das Procedere einer "normalen" Adoption, sind eingehend und aufwändig - und das aus guten Gründen (Stichwort = Kindswohl). Wobei der Staat (aus Erfahrung) zugrundelegt, daß in solchen (Adoptions-) Fällen auch die Ehegemeinschaft ganz überwiegend stabil bleibt. Was erfahrungsgemäß in heutigen, modernen Zweierbeziehungen ohne Trauschein = Lebensabschnittsgemeinschaften nicht mehr die Regel ist...
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Im möglichen (einfachen) Trennungsfall von Unverheirateten ergeben sich insofern ganz ungeahnt neue Probleme auch für Adoptivkinder... zusätzlich zur eh latenten Herkunftsproblematik...
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ERGO ans BVerfG: Gut gemeint = schlecht gemacht..!

re tirilei

"Den Drang allen Kindern in einem Haushalt denselben Nachnamen zu geben finde ich manchmal zu stark"

Ich bezweifle aber sehr, dass es bei dem Adoptionswunsch darum geht, allen Kindern in einem Haushalt denselben Nachnamen zu geben.

Eine Adoption hat einige wichtigere rechtliche Folgen als das.

13:07 von Klabautermann 08

"Ohne Trauschein sind beide NICHT verheiratet, also kann das Kind auch kein Stiefkind sein, also kann auch nicht von dem Lebenspartner adoptiert werden. Es besteht keinerlei verwandschaftliche Beziehung. Das Grundgesetz schützt ausdrücklich die FAMILIE (durch HEIRAT und Geburt) und nicht irgendwelche bunt zusammengewürfelte "Wohngemeinschaften"/Partnerschaften."

Unsinn. Wenn der Stiefvater die Mutter des Kindes heiratet und dann das Kind adoptiert, dann besteht zwischen dem Stiefvater und dem Kind ebenfalls kein verwandtschaftliches Verhältnis. Es geht darum, dass einem verheiratetem Stiefvater die Adoption erlaubt wird, dem Lebenspartner einer Mutter diese aber verwehrt wird.
Und technisch gesehen sind die Partner in Ehen auch bunt zusammengewürfelt.

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