Ihre Meinung zu: Finnland: Sozialdemokraten knapp vor Rechtspopulisten

14. April 2019 - 23:35 Uhr

Bei der Wahl in Finnland sind die Sozialdemokraten zur stärksten Kraft geworden. Knapp hinter ihnen landete die rechtspopulistische Partei "Die Finnen". Das "Zentrum" von Regierungschef Sipilä verlor deutlich.

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Kommentare

Die zweite Partei im finnischen Parlament

Die rechtspopulistische und explizit xenophobe Partie „die Finnen“ zu nennen beleidigt meine Staatsbürgerschaft und die ganze finnische Nation. „Perus“ im Bezeichnung der Partei heißt elementar, primitiv oder eigentlich, grundsätzlich.

"Eine Koalition des

"Eine Koalition des Mitte-Rechts-Blocks mit der Finnen-Partei hätte hingegen eine Mehrheit."
-
Auweia.

Paradoxes und ungerechtes Wahlsystem

Das Wahlsystem in Finnland ist sehr paradox & ungerecht gegenüber kleinen Parteien:
Obwohl die 3 bisher regierenden Parteien Keskusta, PeruS & KOK nur von 13,8+17,5+17,0=48,3 % der Wähler gewählt wurden
(https://tulospalvelu.vaalit.fi/EKV-2019/en/tulos_kokomaa.html) & diese 3 Parteien allesamt Wähler verloren haben (7,3+0,2+1,2=8,7 %punkte!), hat diese Koalition trotzdem immernoch eine Mehrheit im Parlament (31+39+38 = 108 von 200 Sitzen). Das liegt am Wahlsystem: Finnland ist in 13 Wahlkreise eingeteilt, in denen völlig getrennt voneinander sehr unterschiedliche Anzahlen an Kandidaten gewählt werden - einen landesweiten Verhältnisausgleich gibt es nicht. Manche Wahlkreise wählen nur sehr wenige Abgeordnete, insb. Lappland (7) & Åland (1). Alle Parteien, die in Lappland weniger als ca. 1/(7+1)=12,5% der Stimmen bekommen, bekommen wschl keinen Sitz; Stimmen für diese Parteien sind dann defakto wertlos. In Åland reicht relative Mehrheit (zB 30%); die restlichen 70% sind dann wertlos!

Angst vor der Gesundheitsreform der Liberalen Mitte (Keskusta)

Ich denke, die Menschen in Finnland haben Angst vor den Veränderungen im Gesundheitssystem, die die Liberalen (Keskusta, Zentrumspartei) durchsetzen wollten mit ihrer Gesundheits-Reform. Daran ist bereits die Mitte-Rechts-Regierung in Finnland zerbrochen. Die Menschen in Finnland befürchten eine Privatisierung und Verschlechterung im Gesundheitssystem so wie in Deutschland, deshalb haben sie die Liberalen abgewählt: minus 7,3-Prozentpunkte, 18 Sitze hat KESK voraussichtlich verloren (https://tulospalvelu.vaalit.fi/EKV-2019/en/tulos_kokomaa.html)! Das staatliche Gesundheitssystem in Finnland ist zwar aufgrund der überalterten Gesellschaft teuer, aber eines der effizientesten und besten weltweit , da kann man auch mal sozial-konservative Parteien wie die Sozialdemokraten SDP wählen: "konservativ" kommt von "bewahren" - das derzeitige Gesundheitssystem soll bewahrt/beibehalten werden (bzw. nur in kleinen Schritten verändert werden). Deshalb haben die Sozialdemokraten gewonnen.

Aha, die Eurokritiker also

Aha, die Eurokritiker also mit guten Ergebnis. Schön

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