Ihre Meinung zu: Konflikt in Libyen: General befiehlt Vormarsch auf Tripolis

5. April 2019 - 7:17 Uhr

Zuletzt brachte der libysche General Haftar mit seinen Truppen mehrere Ölquellen unter Kontrolle. Jetzt folgt der Marsch auf Tripolis. Die internationale Gemeinschaft fürchtet eine Eskalation des Konfliktes.

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Kommentare

Interessant

"Als wichtigste Kontrahenten stehen sich Haftar und die international anerkannte Regierung von Fayez al-Sarraj in Tripolis gegenüber. [...] Haftar unterstützt mit seinen Truppen eine Gegenregierung, die im Osten Libyens herrscht. Unterstützt wird er von Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Russland."

Interessant.
Mag meine Schuld sein, aber darüber habe ich hier noch nicht gelesen und bin erfreut darüber, dass ich nun mehr Informationen bekomme.

Jetzt wundert mich nicht, dass das Land seine Grenzen nicht sichern kann. Andererseits wundert mich, dass ausgerechnet Libyer trotz des Chaos nicht aus ihrem Land fliehen. Es scheint, als ob es nur um Machtverhältnisse gehen würde und die Bevölkerung tatsächlich nicht zerrieben wird.

Jedenfalls scheint die Regierung in Tripolis nur begrenzt international anerkannt zu sein.

Ich hoffe, es wird kein weiterer Stellvertreterkrieg.

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wenn man es so bezeichnen will, ist das man erst die Machtverhältnisse wegfegt, ein Macht-Vakuum hinterlässt, eine Regierung unterstützt die eigentliche keine ist und nicht anerkannt ist.
Dann regt man sich auf, das jemand Fakten schaffen will, der offensichtlich in der Lage dazu ist.
Man hat offenbar immer noch nicht gelernt das, Macht von Machbarem kommt. Und das Militär durch seine Schlagkraft eine militärische Ordnung im eigenen Land herbeiruft, wenn es prinzipiell keine zivile Ordnung mehr gibt.
Dieses Faktum ist seit es Militär gibt gegeben, also so alt wie die Zivilisation.

Wenn man Werte will die wir m.M. hier in den westlichen Demokratien anstreben, helfen nur drei Dinge. Allgemeinbildung, Allgemeinbildung, Allgemeinbildung!

Wer die Weiße Flagge...

Mir fehlen die Worte. Hierbei zeigt sich die tierische Seite des Menschen äußerst deutlich. Wenn ein Soldat also eine Frau in Tripolis vergewaltigt und die Bevölkerung sich wehrt, dann haben diese "Aufrührer" etwas zu befürchten? Wenn die Soldaten Geschäfte plündern, Banken ausrauben und sonstwas nachsinnen, wie politische Gegner zu ermorden, dann sollen sich die Leute nicht wehren?

Wenn es denn nur ein Kampf um die Macht wäre. Es ist viel mehr ein Machtkampf (der Unterschied kommt mit Nachdenken), der sich auf die untersten Ränge der Soldaten ausweiten wird. Kein General kann seine Soldaten für ihre Vergehen bestrafen, wenn er nicht um seinen Einfluss bei ihnen fürchten will. Und Haftar sieht mir nicht nach einer Eisernen Hand aus.

Das die NATO Gaddafi gestürzt hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit an seinem Tod beteiligt war ist nicht zu verzeihen. Gaddafi hat man ideologische Morde vorgeworfen und selber begeht die NATO selbige.

Und jetzt ist Tripolis in Gefahr, dank der NATO!

General Haftar ist schon

General Haftar ist schon etwas......sagen wir suspekt.
Ende der 60er mit Gadaffi den König gestürzt, dann Karriere in der Armee.
Ende der 80er mit Hilfe der CIA in die USA abgesetzt und amerikanischer Staatsbürger geworden. In Libyen zum Tode verurteilt.
Mitte der 90er Putschversuch gegen Gadaffi.
2011 Rückkehr nach Lybien, erneuter Putsch.
Dann Oberbefehlshaber der Streikräfte.
Erneute Putschvorwürfe.
"Selbsternannter Feldmarschal".
Jetzt guter Freund Russlands.
.
Wirklich, ein sehr bewegtes Leben.

@COJO

"Wenn man Werte will die wir m.M. hier in den westlichen Demokratien anstreben, helfen nur drei Dinge. Allgemeinbildung, Allgemeinbildung, Allgemeinbildung!"
Am 05. April 2019 um 09:06 von COJO
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Fragt sich nur wer gebildet werden soll.
Die Libyer aben sich nicht selbst in die Steinzeit gebombt.

Geduldig abwarten

Wir sollten nicht zu kritisch sein. Sowohl Haftiar als auch die lybische Regierung sind lybier. Insofern haben beide die gleichen Rechte um die Kontrolle im Land zu streiten. Dass diese Dinge kulturell bedingt ein wenig anders als bei uns passieren, sollte nicht gleich zu moralisierenden Protesten führen.
Also geduldig abwarten, ich finde Haftiar sieht auf den Bildern durchaus zivilisiert aus.

9:47 NeutraleWelt

"General Haftar ist schon etwas suspekt......"

Ja er scheint eine schillernde Persönlichkeit zu sein und ob er der Heilsbringer für Libyen ist lässt sich noch nicht sagen.
Tatsache aber ist, dass die "Friedens- und Demokratisierungsmissionen" des "Wertewestens" das Grauen und Elend für die Menschen in den Ländern stets vergrössert haben und von Frieden und Demokratie weiter entfernt sind als je zuvor.

Schrecklich....

......scheint für den Westen vor allem die Tatsache, daß es da einen erfolgreichen General gibt, der nicht vom Westen gepammpert wird.Man stelle sich vor, der Mann könnte die Kontrolle übers Öl erlangen.

9:06 COJO

"Wenn man Werte will wie in den westlichen Demokratien hilft nur Bildung, Biildung, Bildung......."

Und weil wir, also die westlichen Demokratien, so hoch gebildet sind wissen wir, dass wir die ungebildeten Länder in die Steinzeit zurück bomben müssen damit dort ganz sicher Demokratien entstehen nach unserem Vorbild oder so ähnlich.
Ich persönlich glaube aber eher, dass es bei der Bombardierung der diversen Länder nie und nimmer um Demokratie geht sondern um knallharte Geopolitik, Macht und Einluß und dabei spielen Menschenleben keine Rolle.

Und wer dreht wieder im

Und wer dreht wieder im Hintergrund die Rädchen? So ein 'General' ist doch nicht plötzlich mit Mann und Armee o.ä. aus dem Boden gewachsen, zumindest brauchts da doch jemand der dort die entsprechenden Zähne in den Boden eingepflügt hat. Dafür fallen mir doch gleich wieder zwei, drei Namen ein. Ich hätte da ein Testvorschlag: einfach die üblichen Verdächtigen mit Umfeldern mal abschalten und beobachten, was dann passiert. Wenn sich herausstellen würde, dass, was schwer zu glauben ist, ausnahmsweise doch ganz andere da mitspielen, wäre der Verlust der ersteren, für unsere Welt bestimmt leicht zu verschmerzen. Also dann Versuch macht kluch!

Warum besorgt um Libyen. Die

Warum besorgt um Libyen. Die Westmächte haben die Büchse der Pandora geöffnet. Bei Gaddafi war alles besser. Man hat nur die Tyrannen ausgetauscht.

.... aber Hauptsache die NATO

.... aber Hauptsache die NATO hat ein Land zerstört und einen unsagbaren Despoten verjagt.....mit dem man zwei jahre vorher noch in die Kameras gegrinst hat, weil er so leckeres Öl zu verkaufen hatte.

Die NATO - ein Garant für den Frieden

"In dem nordafrikanischen Land herrscht seit der Militärintervention der NATO und dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi Chaos."

Die NATO - ein Garant auch für den Krieg.

"Die USA und mehrere Verbündete warnten vor einer militärischen Eskalation und drohten mit Konsequenzen."

Die USA drohen mit Konsequenzen für die Konsequenzen der Militärintervention der NATO. Ist das logisch?

First we take Tripolis, then we take the rest...

..............Haftar und al-Sarraj hatten sich mehrfach zu Wahlen bekannt, zuletzt im Februar bei eine Treffen in Abu Dhabi. Die UN sprachen von einem Termin in diesem Jahr, ein konkretes Datum gibt es aber bisher nicht............

Vermutlich erst, wenn Tripolis eingenommen ist. Das ist ja auch irgendwie vernünftig. Und wenn die Wahlen dann tatsächlich kommen, dann wäre das auch nicht schlecht. Also lassen wir den Mann "arbeiten"...

@ 12:02 von Superschlau

".... aber Hauptsache die NATO hat ein Land zerstört und einen unsagbaren Despoten verjagt"
.
Die "NATO" hat da überhaupt nix zerstört!
Richten Sie Ihre Kritik an USA, GB und FR.
Und informieren Sie sich, wer da alles nicht teilgenommen hat.
Und worum es da überhaupt ging!

Super fortschrittliches Erbe des "arabischen Frühlings"

- Ironie Ende -

Konflikt in Libyen:General befiehlt Vormarsch auf Tripolis....

Libyen-ein failed state seit 2011.Der Intervention durch Frankreich,Italien,die USA und Großbritannien folgten Krieg und Bürgerkrieg,der bis heute anhält.
Früher hatte das Land mal den höchsten Lebensstandard Afrikas.
Was war der Hintergrund der militärischen Intervention im Jahre 2011 ? Warum tat sich Sarkozy da so hervor ? Hat es mit ökonomischen- und Währungsfragen zu tun gehabt(geplanter Golddinar/Franc-Zone in Afrika) ?

@Neutrale Welt

Ist das nicht schlimm genug, das manche Länder meinen ohne NATO Mandat immer in der Ferne mitmischen zu müssen/können? Dieser Chaos war nach einem Gaddafi Sturz, gar eigentlich für Blinde vorher zu sehen? Jetzt erkämpft sich irgendwer wieder mal die Macht und freie Wahl = Fehlanzeige.

@Der Golem

Warum muss man erst was einnehmen, wenn man per Wahlen nachher dort vielleicht ehe nichts zu melden haben dürfte? Logik?

@ 14:34 von Bernd Kevesligeti

"Was war der Hintergrund der militärischen Intervention im Jahre 2011 ?"
.
Na da hatten GB, FR und USA Probleme........
Anschlag in Lockerbie (GB) auf ein amerikanisches Linienflugzeug (270 Tote) (wofür Gaddafi Entschädigung gezahl hat, war ein Versehen......) und Unterstürzung der IRA (gegen den britischen Imperialismus).
Abschuß des französischen Linienfliegers über dem Niger (170 Tote) (wofür auch Syrien oder der Iran verantwortlich gewesen sein könnten).
Und Unterstützung verschiedener islamischer und dschihadistischer Gruppen.
Also?

international anerkannt

"Als wichtigste Kontrahenten stehen sich Haftar und die international anerkannte Regierung von Fayez al-Sarraj in Tripolis gegenüber. [...] Haftar unterstützt mit seinen Truppen eine Gegenregierung, die im Osten Libyens herrscht. Unterstützt wird er von Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Russland."

Dann sagen sie damit, dass auch Haftar als Herrscher international anerkannt ist, von Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Russland (und wahrscheinlich noch mehreren).

Was verstehen Sie - als öffentlich rechtliche - genau unter "international anerkannt"? Solange es nicht "anerkannt durch die UN" bedeutet, ist es wohl eine lehre Floskel, die in so einem Beitrag nichts zu suchen hat.

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