Ihre Meinung zu: Boeing-Absturz in Äthiopien: "Klare Ähnlichkeit" zu Lion-Air-Fall

17. März 2019 - 21:57 Uhr

Die Auswertung der Blackbox-Daten der äthiopischen Boeing-Maschine steht noch am Anfang - trotzdem spricht Äthiopiens Regierung schon von erkennbaren "Ähnlichkeiten" zum indonesischen Unglück im Oktober.

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Kommentare

Das Kind bei seinem Namen nennen

Boeing hat mit der Modifikation der 737 zur 737 MAX ein Kind mit angeborener "Gehbehinderung" zur Welt gebracht: Die Aerodynamik des Flugzeugs wurde durch die - designbedingte - erhöhte Tendenz zu Strömungsabrissen im Steigflug verschlechtert. Ein absolutes Unding: Neue Modelle haben stets sicherer zu werden, nicht unsicherer.

Um dieses Manko (Instabilität oder "Fallneigung") zu kompensieren, hat die MAX eine "Krücke" verpasst bekommen: Das MCAS. Nicht ausgereift, nicht redundant abgesichert und nicht (ausreichend) kommuniziert/dokumentiert, denn sonst hätte man die Kunden direkt mit der Nase auf das zugrundeliegende Problem gestoßen. Zweites bis viertes, mindestens grob fahrlässiges Unding.

Das Aerodynamik-Problem war Boeing von Anfang an bewusst, aber es wurde in Kauf genommen und darauf vertraut, dass sich ein Konstruktionsfehler durch Software beheben oder zumindest ausreichend kontrollieren ließe.

Und darauf hoffen sie weiterhin...

Ich kann einfach nicht verstehen

warum erst eine zweite Maschine mit vielen Menschen abstürzen musste. Die haarsträubende Entstehungsgeschichte mit unpassenen Triebwerken, nichtredundaten Sensor für den Anstellwinkel und verheimlichter Korrektursoftware ist einfach nicht zu glauben. Ich hoffe das die zuständigen Ermittlungsbehörden alles bei Boeing durchsuchen und Beweismaterial sichern. Ich kann mir nicht vorstellen das diese eklatanten Fehler unwissentlich entstanden sein können. Das Grandfahtering-Prinzip scheint maximal ausgereizt zu sein. Allen Piloten, Besatzung und Passagieren dürfte es ziemlich schwer fallen überhaupt noch mit Boeing-Maschinen zu reisen da man nicht sicher sein kann ob bei anderen Flugzeugtypen ähnliche oder gar neue Probleme durch das Grandfahthering entstanden sind.

Peinlich. Deutschland kann nicht einmal Flugschreiber auslesen

Zum Glück ist Frankreich dazu in der Lage.
Hoffentlich können aus den Daten Rückschlüsse zur Flugsicherheit gezogen werden.
Es wäre wünschenswert, wenn diese Daten auch veröffentlicht werden.

Moderne Zeiten

Dass der Glaube, zum wirtschaftlichen Erfolg sei es notwendig, immer schneller neue Produkte auf den Markt werfen zu müssen, irgendwann tödliche Konsequenzen haben muss, sollte niemanden verwundern.

Wer sich angesichts von immer mehr Produktwarnungen zu Lebensmitteln, permanenten Sicherheitslücken bei Smartphones und Computern, Rückrufen bei Autos und ähnlichen Späßen da noch Illusionen macht...

Für die Unternehmen ist es effektiver, uns erst mal das Geld für mangelhafte Waren oder Dienstleistungen abzunehmen und es vielleicht, im absoluten Ausnahmefall auch mal wieder zurückzugeben. (Oder auch nicht, VW...)

Und falls man mal richtig ins Klo greift, wie jetzt offensichtlich Boeing, und es entsprechend teuer wird, werden halt zuerst Arbeitsplätze gekürzt, dann Standorte geschlossen, Staatshilfen gefordert usw. während Vorstände und Aktionäre sich mit ihren Abfindungen und Dividenden einen schönen Urlaub gönnen. Natürlich nicht mit einer 737 Max 8.

re träumensollte

" Ein absolutes Unding: Neue Modelle haben stets sicherer zu werden, nicht unsicherer."

Das ist Quatsch. Jeder Typ muss konstruktiv maximal sicher sein. Und maximal ist nicht steigerungsfähig.

"Das Kind bei ...". Das was Sie sagen gibt offensichtlich dend

aktuellen Kenntnisstand wieder. In der Online-Zeitung https://www.express.de/news/panorama/boeing-737-max-8-die-dram...... ist das auch gut erläutert. Dort spricht man von einem Designfehler und das die Produkthaftung greifen wird bzw. dass eine "Multimilliardenstrafe" resulieren wird.
Ein dt. Experte sagte, „Sie (Boing) haben riskiert, dass ein weiterer Absturz passiert, und da sind US-Gerichte ganz ungnädig“.
Das hilft den zu Tode gekommenen Menschen (auch in Indonesien!) und ihren geschockten Angehörigen wenig.
Und noch eins: Mit dieser US-Regierung wird es auch keine "exorbitanten" Strafen geben. Schließlich ist Boing DAS Aushängeschild der USA und muss "first" sein und bleiben! Umso mehr müssen wir und Andere diese offensichlich SKRUPELLOSE Firma bzw. sein "Management" abstrafen!

Wer mehr wissen will

Leider liefert auch die Tagesschau kaum Hintergrundinformationen. Dabei gibt es sie, und sie erscheinen mir nicht spekulativ.

Die "Seattle Times" ist nah dran:

https://www.seattletimes.com/business/boeing-aerospace/failed-certificat...

Mehr gibt es dazu bislang wohl kaum zu sagen.

Ursachenforschung

"Zwischen den Flugschreiber-Daten der am vergangenen Sonntag abgestürzten Ethiopian-Airlines-Maschine und denen des im vergangenen Oktober verunglückten indonesischen Lion-Air-Fliegers gibt es nach Worten der äthiopischen Verkehrsministerin deutliche Parallelen. Nach den bisherigen Erkenntnissen aus den gesicherten Daten gebe es eine "klare Ähnlichkeit" zwischen beiden Fällen, sagte Dagmawit Moges. Was das genau bedeutet, ließ sie offen."

Aussagen von Politikern zu technischen Untersuchungen sind mit Vorsicht zu genießen.

Elchtest in der Luft

Das klingt mir sehr nach der Erfahrung mit der A-Klasse von Mercedes, als das neue Modell beim Elchtest umkippte, wenn es nicht mit dem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) nachgerüstet wurde. Auch hier wurde nur digital ausgebessert. In dem Auto-Beispiel kann es kritisch werden, wenn das ESP ausfällt.

Das Drama bei Boeing ist dagegen, dass die Software für den elektronischen Ausgleich im eingeschalteten Zustand möglicherweise selbst für Probleme sorgt. Und dann ist es untragbar, wenn die Piloten nicht einmal wissen, dass es dieses Programm braucht und wie man damit umgeht, wenn es Mist baut.

dem Laien darf sich aber schon

die Frage aufdrängen, warum ein Pilot ein Assistenzsystem bei Ausfall oder offensichtlicher Fehlfunktion nicht ausschalten kann um die Kontrolle des Fliegers wieder „von Hand“ zu übernehmen?

Glaube auch an Sicherheitsmängel, aber nicht leichtfertig

Ich glaube nicht, dass Boing leichtfertig Sicherheitsmängel riskiert. Wohl ist die 737 Max Serie ein Billigflugzeug und dazu wurde die seitherige 737 umgebaut, aber es werden Billigflugzeuge bestellt und der Flugzeugbauer kann nur das bauen was auch bestellt wird. Aber sicherlich hat Boing das Flugzeug auf Sicherheit getestet, da habe ich überhaupt keinen Zweifel. Ich glaube nicht dass Boing darauf hofft, dass das Flugzeug trotz des aerodynamischen Fehlers durch die Software voll funktionstüchtig ist, sondern sie sind sich sicher, dass dies so ist. Man bedenke – es ist doch heutzutage überall so. Die Computer sind heutzutage so wesentlich dass sie alles beherrschen. Sollte Boing tatsächlich auf Kosten der Sicherheit den Absatz von Flugzeugen oder Gewinne anstreben? Ich will nicht pessimistisch sein. Es war eine Panne.

Seit Jahren auf meinen Flügen wird für eine Teil-Strecke

ein Airbus eingesetzt, für die längere Teil-Strecke eine Boeing, mit einem unguten Gefühl, da seit Jahren Unglücke überwiegend bei den Boeings aufgetreten sind. Aber was will man machen, wenn die Airline keine andere Wahl läßt. Bessere Kontrollen beim Bau neuer Modelle wäre anzuraten.

Skandal mit großen Folgen

Eine Fehlkonstruktion zu riskieren und nachträglich mit einem MCAS aufzuhübschen, in der Hofnung, es wird schon gut gehen, erinnert fatal an den Diesel-Skandal. Nur dass diesmal Menschen sterben mussten.

Wenn sich das alles konkretisiert, was im Raum steht, werden die Finanzstrafen der US-Gerichte den Weltkonzern Boeing in die Insolvenz steuern.

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