Ihre Meinung zu: Zum Tod Kinkels: Der bedächtige Außenminister

5. März 2019 - 13:26 Uhr

Visionäres war ihm fremd - sein Amt als Außenminister füllte Kinkel bedächtig und ruhig aus. Wichtig war ihm der enge Kontakt zu den USA, auch aus persönlichen Gründen. Ein Nachruf von Horst Kläuser.

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Kommentare

Das Sterben der Außenminister

2016 starben mit Scheel, Genscher und Westerwelle gleich drei FDP-Außenminister. Kinkel war der letzte von ihnen und derjenige, der maßgeblich die Neuordnung Europas nach dem Zusammenbruch des Ostblocks vorangetrieben hat. Und das immer auf Augenhöhe mit Russland, nicht so, wie das heute der Fall ist.

Unvergessen

Leider konnte ich ihm nie verzeihen, dass er 1995 die Khata (den weißen Schal) vom Dalai Lama verweigert hat.
Damit hat er nicht nur sich, sondern auch seine Landsleute blamiert.

Zum Tod Kinkels:Der bedächtige Außenminister....

Auf der einen Seite,die Militäreinsätze im Ausland,zu seiner Zeit gab es sie noch nicht.
Auf der anderen Seite allerdings kamen von ihm schon 1992 solche Aussprüche wie "Serbien in die Knie zwingen"(Der Spiegel).Und laut Erich Schmidt-Eenbooms
Buch "Der Schattenkrieger",Econ-Verlag,soll er sich als BND-Chef schon in den 1980er Jahren mit kroatischen Nationalisten getroffen haben(Unterstützung der Auflösung Jugoslawiens).
Also bewußt für die "Neuordnung" des Balkans.

13:56 von nikioko

wie soll denn auch der heutige aussenminister mit Labrow auf augenhöhe sprechen?

das Sterben der

das Sterben der Außenminister
2016 starben mit Scheel, Genscher und Westerwelle gleich drei FDP-Außenminister. Kinkel war der letzte von ihnen und derjenige
.
vermuten sie da jetzt aber keinen Zusammenhang ?
(Sergej Skripal in Salisbury, oder so)
:-)

um 14:45 von Karl Napf

>>
wie soll denn auch der heutige aussenminister mit Labrow auf augenhöhe sprechen?
<<

Substanzlose Hetze ohne Themenbezug. Wer soll provoziert werden ?

Bedächtig und ruhig

als Außenminister, das ist nicht das Schlechteste. Besser als ohne jede Beweise Schnellschüsse aus der Hüfte, weil man automatisch den USA oder GB folgen muss wie der aktuelle AM. Kinkel war auch vor seiner Zeit nicht mit herabwürdigenden Sprüchen gegen Präsidenten aufgefallen. Ein bescheidener Mann, der sich selbst nicht so wichtig nahm wie aktuell der Heiko Maas.

Der bedächtige Außenminister......

Sicherlich war Kinkel ein bedächtiger Außenminister, ob er jedoch den Jugoslawien Krieg und seine Folgen gut durchdacht hat, ist zweifelhaft. Gerade hier wäre eine mehr durchdachte deutsche Position notwendig gewesen.

@14:45 Karl Napf

Wie soll denn auch der heutige Karl N. auf Augenhöhe angemessen etwas zum Tod des ehemaligen Außenministers Kinkel sagen? Beschämend, dass sie selbst Berichte mit der Würdigung eines Verstorbenen mit billigen polemisch-rhetorischen Kommentaren zu ihren üblichen Feindbildern versehen müssen.

RIP Herr Kinkel

Sie waren ein aufrechter Politiker.

Auf welcher Augenhöhe soll das denn sein?

Zu Kinkels Zeit als Außenminister, war die Welt noch übersichtlicher, es gab nur die USA als großen Weltpolizisten und der Warschauer Pakt und die Sowjetunion war am untergehen. Heute ist die Welt sehr viel komplexer aufgestellt, viele Länder in Nahost sind am zerfallen oder werden von Islamisten unterwandert, denen Opfer im Krieg und Terror egal sind, die ganze Länder durch Bürgerkrieg zerstören (siehe Irak und Syrien, Lybien,Jemen), dann die vielen kreuz und quer Verbündeten. Jetzt lebt in Rußland der Militarismus und Nationalismus wieder auf, angestachelt vom Kreml, weil man innenpolitisch nichts geregelt bekommt, es seit dem 1. Weltkrieg nicht schafft, Rußland zu modernisieren und eine funktionierende Wirtschaft aufzubauen außer für Rohstoffe, das hier verdiente Geld wandert allerdings auch zu großen Teilen in große Taschen.
Dann siehe Indien und Pakistan, USA und China. Also auf welcher Augenhöhe soll man mit wem verhandeln?

Kinkel war angenehm weil kein Aufschneider.

Mein Beileid an Herrn Kinkels Familie.

Herr Kinkel hat einen guten Job gemacht, nun soll er in Frieden ruhen. Kritik finde ich, angesichts des Todes, für nicht angebracht.

Herzliches Beileid Herrn Kinkels Hinterbliebenen

Ich wünsche Ihnen, daß Sie über Ihren Verlust eines Tages hinwegkommen.

Ich halte Herrn Kinkel für einen unserer besten Außenminister. Er arbeitete ruhig und sachlich und kam ohne Polemik aus, und er äußerte sich nicht abfällig über Präsidentschaftskandidaten anderer Nationen.
Er genoß in aller Welt einen guten Ruf.

Mit Herrn Kinkel verläßt ein Großer die Weltbühne.

@Frettaskyrandi

"Leider konnte ich ihm nie verzeihen, dass er 1995 die Khata (den weißen Schal) vom Dalai Lama verweigert hat.
Damit hat er nicht nur sich, sondern auch seine Landsleute blamiert."

Abgesehen davon dass ich Kritik hier deplatziert finde, wundert mich die Aussage, da das Bild der Tagesschau Fotostrecke das Gegenteil aussagt ("1995 empfing Klaus Kinkel als erster deutscher Außenminister trotz des Widerstands aus China das Oberhaupt der Tibeter - den Dalai Lama - in Bonn und nahm von ihm einen seiner weißen Seidenschals entgegen. ")...einer hat hier Unrecht, wobei ich mich an das Skandälchen auch zu erinnern meine... hatte Kinkel es nicht damit begründet keine Geschenke annehmen zu dürfen?

Unabhängig davon finde ich es idiotisch es ihm nicht zu "verzeihen", war es doch der erste Aussenminister der den Dalai Lama überhaupt gegen chin. Widerstand empfangen hatte...

Es....

geht wieder ein Mensch meiner geliebten Bonner Republik. Jetzt kann Herr Kinkel mit den Herrn Heuss, Mende, Scheel, Genscher und Westerwelle mit dem Petrus liberale Politik machen. Bin in Gedanken bei der Familie Kinkel.

Ich wette die Hälfte derer

Ich wette die Hälfte derer die da über den Verstorbenen herfallen, haben Herr Kinkel noch icht mal politisch gekannt. Aber wer nich von der AFD kommt, kann ja nur schlecht sein, nicht wahr?
Mein Beileid an die Familie und Freunde,
das macht man so in Deutschland... Kultur usw... jaja... *schweig*

14:44, Bernd Kevesligeti

>>Zum Tod Kinkels:Der bedächtige Außenminister....
Auf der einen Seite,die Militäreinsätze im Ausland,zu seiner Zeit gab es sie noch nicht.
Auf der anderen Seite allerdings kamen von ihm schon 1992 solche Aussprüche wie "Serbien in die Knie zwingen"(Der Spiegel).Und laut Erich Schmidt-Eenbooms
Buch "Der Schattenkrieger",Econ-Verlag,soll er sich als BND-Chef schon in den 1980er Jahren mit kroatischen Nationalisten getroffen haben(Unterstützung der Auflösung Jugoslawiens).
Also bewußt für die "Neuordnung" des Balkans.<<

Die Parteinahme Deutschlands bei den Zerfallskriegen Jugoslawiens fand eindeutig unter Genscher und Kinkel statt.

Der deutsche Militäreinsatz unter Schröder war ein Resultat davon.

re fathaland slim

Zustimmung zu Ihrem Kommentar(kommt ja sonst nicht oft vor).

Und der deutsche Militäreinsatz unter Schröder war ein Resultat davon.Unter der heftigen Befürwortung der früher pazifistischen Grünen.Von "nie wieder Krieg zu nie wieder Krieg ohne uns".So ist das mit der Karriere.

17:05, Bernd Kevesligeti

>>Und der deutsche Militäreinsatz unter Schröder war ein Resultat davon.Unter der heftigen Befürwortung der früher pazifistischen Grünen.Von "nie wieder Krieg zu nie wieder Krieg ohne uns".So ist das mit der Karriere.<<

Eine sehr unterkomplexe Betrachtung.

Die Situation in Jugoslawien war derart, daß jede Entscheidung eine falsche sein musste.

Es drohte ein Völkermord.

Die Grünen haben das Thema damals hochkontrovers diskutiert und wären fast daran zerbrochen.

Und da kommen Sie daher und unterstellen Karrieregeilheit als Motiv.

Bedächtig?

Kinkel mag ja viele Eigenschaften gehabt haben, als "bedächtig" habe ich persönlich ihn aber nicht erlebt. Im Gegenteil: Vor Publikum nach seiner Haltung zu Rüstungsexporten befragt, rastete er geradezu aus und warf dem Fragesteller alles mögliche vor.
Durchaus nachzuvollziehen, betätigte er sich doch oft und gern als Lobbyist großer Industrie- und Rüstungsunternehmen.

re von fathaland slim

Aber die Grünen haben auch nach dem Jugoslawienkrieg 1999,die anderen Militäreinsätze befürwortet.
"Zerbrochen" sind die daran übrigens nicht.
Warum wohl nicht ?
Da spielen serbophobe oder auch russophobe Haltungen sicher auch eine Rolle.Im übrigen kam von denen inhaltlich herzlich wenig zu der Neuordnung des Balkans seit Anfang der 1990er Jahre.

17:37, Bernd Kevesligeti

>>Da spielen serbophobe oder auch russophobe Haltungen sicher auch eine Rolle.<<

In solchen Kategorien denken vernünftige Menschen nicht.

re von fathaland slim

Da haben Sie recht.Aber sagen Sie das mal Harms,Fücks oder Obersdorf.

@michiu, 15.14h

Danke für Ihren unaufgeregten und durchdachten Beitrag.

@Joe-Muc, 16.53h

Ich komme nicht dahinter, was Sie sagen wollen.

@Sisyphos3 (14:49)

das Sterben der Außenminister
2016 starben mit Scheel, Genscher und Westerwelle gleich drei FDP-Außenminister. Kinkel war der letzte von ihnen und derjenige
.
vermuten sie da jetzt aber keinen Zusammenhang ?
(Sergej Skripal in Salisbury, oder so)
:-)

____

Nein, natürlich nicht. Sie alle hatten ihr Alter bzw. ihre Krankheit. Dieser kurze zeitliche Abstand ist trotzdem beängstigend.

Es sterben so viele! Wie wäre es mit einer Extra-Seite?

Ich mit Jahrgang 1949 und mir fällt aktuell auf, dass kein Tag vergeht wo die TS nicht eine Todesnachricht eines Prominenten verkündet!
Mich belastet dieses! Ich möchte nicht immer an den Tod erinnert werden!

Wie wäre es online mit einer Extra-Sparte? Dann kann jeder wer will, nachlesen wer just gestorben ist.
Ansonsten werden in Zukunft die online-Seiten nur noch grau!

Ich möchte den

Ich möchte den Hinterbliebenen mein herzliches Beileid wünschen und Trost in diesen schweren Stunden.
Und wieder ist ein Großer für immer gegangen.
RIP

Machen wir alles richtig?

An alle, die ihm vorwerfen er hätte den Dalai Lama beleidigt oder in Bezug auf den Kosovo bzw. Serbien Fehler gemacht. Wer macht im Leben schon alles richtig? In 82 Jahren hat man viele Entscheidungen zu treffen und Fehler zu machen gehört zum Menschsein mit dazu. Was mir bei den Todesfällen der letzten Jahre in meiner Familie auffällt, der letzte Fehler scheint aber immer der gleiche zu sein und zwar man hat viel zu viel Vertrauen in die moderne Medizin. Solange man gesund ist, kann man natürlich leicht reden.

@frettaskyrandi

Nicht nur Sie persönlich übersehen bei ihrer Bewertung des Herrn Kinkel etwas absolut Entscheidendes:

Der Bundesaußenminister repräsentiert als Person ausschließlich(!!) die außenpolitische Staatsräson(!!) der Bundesrepublik Deutschland, ABER ausdrücklich NICHT die persönlichen außenpolitische Wünsche und Vorstellungen des Ministers Herrn Kinkel als Privatperson!

Als Privatperson hätte Herr Kinkel damals bestimmt liebend gerne diesen Schal vom Dalai Lama überreicht bekommen, aber als außenpolitischer Repräsentant der Staatsräson der Bundesrepublik Deutschland, konnte er diesen Schal schlichtweg einfach nicht annehmen!

Denn insbesondere die Außenpolitik ist eben ausdrücklich NICHT eine reine Privatangelegenheit des jeweils amtierenden Außenministers!

Kinkel war halt ein äußerst fähiger Technokrat..

..ohne feste ideologische Ansichten, der persönlich tatsächlich auch was konnte!

Und denk ich heutzutage an den Bundestag in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht!

Er hätte beim BND bleiben sollen

Meiner Meinung nach war die Außenpolitik eine Nummer zu groß für ihn. Vor allem seine unkritische USA-Einstellung fand ich schon damals "sehr merkwürdig", um es mal freundlich zu beschreiben.

Er war der klassische Befehlsempfänger, ohne Ecken und Kanten und voll berechenbar. Also bestens geeignet als Beamter für die Schreibstube.

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