Ihre Meinung zu: Vatikan-Missbrauchskonferenz: Papst-Vorschläge sorgen für Diskussion

22. Februar 2019 - 10:47 Uhr

Die Teilnehmer des Missbrauchsgipfels im Vatikan gehen vorsichtig optimistisch in den zweiten Tag. Der überraschende Vorstoß von Papst Franziskus könnte einen entscheidenden Impuls geliefert haben. Von Jörg Seisselberg.

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Kommentare

was soll das immer wieder?

Alle paar Jahre wird dieses Thema neu hochgekocht, meist folgt gleich darauf ein Hype der Berichte des Missbrauchs ausserhalb der Kirche.
Schweinehunde gibt es in allen Bereichen!
Missbrauch ist nach bürgerlichen Gesetzbuch strafbar, egal ob Priester, Lehrer, Polizei oder Millionär. Also sollte diese Gesetzt auch angewendet werden "Ohn Ansehn der Person".
Die Strafen für Kinderschänder kann gar nicht hoch genug sein, dazu muss man aber auch nicht den Kardinal oder Papst um Erlaubnis fragen.
Von Erwachsenen Missbrauchsopfer kann man erwarten das sie diesen Missbrauch auch zur Anzeige bringen, und das nicht erst nach 30 Jahren! Bei Kindern ist das etwas schwieriger.

Organisierte Kriminalität!

Wenn man bedenkt, dass auf Kinder in unserer Gesellschaft noch nicht lange besondere Rücksicht genommen wird, und der hemmungs - und rücksichtslose Zugriff auf Kinder durch Religionspersonal auf fast 2000 Jahre Kirchengeschichte hochgerechnet werden muss, kann man nur konstatieren, dass solche sogenannten „religiöse“ Organisationen nahezu ausschließlich mit der Absicht gegründet wurden, in großem Stil und durch und durch organisiert Kinder zu missbrauchen.
Egal, ob sie mit religiösem Zuspruch in Kriege gehetzt wurden oder den Organisatioren sexuell dienlich sein mussten.
Unfassbar, dass da auch nur ein einziger Mensch weithin Mitglied ist, unfassbar, dass diese Verbrecher noch immer Einfluss in Politik und Gesellschaft ausüben dürfen.

rechtsfreie Räume?

das ist nur die Spitze vom Eisberg. Der Fisch stinkt vom Kopf her. Es dürfen keine rechtsfreie Räume geben in einer Demokratie.

Kirchliche Vereinigung bei Kindern und Jugendlichen

Da gibt es eine Institution, die systematisch über Jahrzehnte den eigenen sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen verschleiert hat. Obwohl seit den ersten Berichten des Boston Globe im Jahr 2002 inzwischen weit mehr als ein Jahrzehnt verstrichen ist, sollen im Rahmen des Missbrauchsgipfels jetzt Taten statt schöner Worte folgen. Immerhin: Es sollen ... Ein paar Bauernopfer gab es immerhin schon.
Nach deutschem Recht fällt diese Institution leider nicht unter den § 129 StGB (Bildung krimineller Vereinigungen).
"Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte." (Max Liebermann)

Wer`s glaubt...

Und wieviel Täter sitzen jetzt in den Reihen vor dem Papst? Nach aussen hui, nach innen pfui! Nach Jahrzehnte langem Schweigen und Vertuschen erwarte ich nichts mehr von der katholischen Kirche. Sie hat fertig...

Ich wünsche.....

Papst Franziskus die Kraft, das alles durchzustehen! Vielleicht verstehen jetzt auch manche Kritiker, warum Papst Benedikt zurückgetreten ist. Ich vermute, er wußte, was alles in der katholischen Kirche schief läuft, ahnte den Widerstand bis hinunter zu den Bischöfen etc. und erkannte, daß er dazu nicht mehr die Kraft hatte. Deshalb gilt meine Anerkennung und mein Respekt beiden Päpsten und ich hoffe Benedikt wird Franziskus stets ermutigen und ermuntern!

"Das ist doch etwas ganz anderes" ?

Im Laufe der menschlichen Geschichte und auf der gesamten Erde hat es immer sexuelle Praktiken gegeben, welche nicht den gerade üblichen Vorschriften entsprachen.
(Hier brauchen wir nicht besonders weit bzw. zurück zu denken).
Manche dieser "Abweichungen" waren streng verboten und wurden teilweise mit dem Tode bestraft. Inzwischen werden wir aber etwas toleranter.
Im Moment haben wir uns auf die weit verbreitete Pädophilie zu konzentrieren und diese mit Abscheu abzulehnen.

Schon wieder eine Alibi-Verantstaltung der kath. Kirche..

.. " Die Chefs aller Bischofskonferenzen weltweit, wurden zum Auftakt des Treffens mit den Schilderungen der Opfer konfrontiert "

Was soll das ? Wer hat denn Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte, die grausamen Verbrechen der kath. Kirche gedeckt, damit es nicht an die Öffentlichkeit kommt ? Nach unter großen Druck der Öffentlichkeit ( Medien ) wurde immer nur das zugegeben, was nicht mehr geleugnet werden konnte.

Wenn es die kath. Kirche wirklich ernst meint, müssen sie Ihre Archive öffnen und eine unabhängige Kommission ermöglichen zu forschen. Opfer, die noch leben, eine Entschädigung zahlen, die angemessen ist und nicht mit ein paar tausend Euro, ohne Anerkennung einer Schuld, billig abspeisen.

Leider wird zu befürchten sein, dass Vorgenanntes nicht geschehen wird. Den Medien und Opfer werden wieder viel " Sand in den Augen gestreut.." Ich möchte von der kath. Kirche Taten sehen, sodass es nicht mehr viele neue Opfer, diese Leiden durchmachen müssen.

Oh Gott ;)

Ich könnte immer wieder lachen ( wenn es nicht so traurig wäre) und weinen; so ist doch dieser Verein mit Namen Kirche immer wieder in aller Munde; weil er verbotene Früchte in den Mund nimmt.
Sich der Frau und Liebe per Zölibat zu verschließen, treibt seit Jahrhunderten immer wieder wilde Blüten bei manchem professionellen Gottesanbeter.

Oh Gott ;)

Eigentlich

gibt es nicht viel zu diskutieren. Jeder Missbrauchsfall gehört vor ein weltliches Gericht mit allen Konsequenzen.

Doppelmoral der Kirchen

Seit ich letztes Jahr aus der Kirche ausgetreten bin, fühle ich mich dermassen befreit, all der Doppelmoral entkommen zu sein. Die Kirchen sind dermassen anmassend, insbesondere die katholische Kirche, Stellvertreter Christi auf Erden zu sein usw. Was die Kirchen den Menschen an Leid zugefügt haben ist unfassbar. Ich kann nur jedem empfehlen, den Kirchen den Rücken zuzukehren, ohne von dem Leitsatz der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe abzurücken. Menschen sollten sich der Indoktrinierung von Religionen abwenden und sich dem Leben wieder zuwenden. Religiosität ist eine Gefahr und immer von Intoleranz und begleitet und erstickt die Vernunft im Keim.
Was zählt ist Respekt, Barmherzigkeit und die Bereitschaft zur Reflektion. Sobald dieser allgemein verbindliche Kondex akzeptiert würde, bräuchten wir keine Religionen mehr.

Vorschläge sind schon mal gut

Es ist schon mal gut, dass die Kirche sich des Themas jetzt so prominent annimmt, anstatt es, wie in der Vergangenheit zu vertuschen. Entscheidend für die Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit wird aber die Umsetzung im Alltag sein.
Dass es in einer Riesenorganisation wie der kath. Kirche schwarze Schafe gibt wird nie zu verhindern sein. Selbst wenn der Zölibat abgeschafft würde. Schließlich gibt es Missbrauch auch ohne Zölibat (Schulen, Sportvereine, Familien, Campingplätze). Da helfen auch psychologische Tests von jungen Priesteranwärtern wenig, da die ja ein ganzes Leben in dem Amt vor sich haben.
Entscheidend wird sein, ertappte Sünder konsequent aus ihrem Job zu entfernen (juristische Aufarbeitung sowieso), anstatt sie nur zu versetzen.
Opfer zu ermutigen, Straftaten auch anzuzeigen ist auch außerhalb der Kirche schwer.
Aber immerhin wird jetzt nicht mehr so getan, als gäbe es das alles gar nicht.

Umsetzung der Vorschläge

Einige der Vorschläge sehe ich positiv. Ob jedoch weltweit wirklich unabhängige Anlaufstellen in Ortskirchen umsetzbar sind, bezweifele ich.
Nach welchen Kriterien
können angehende Priester psychologisch
überprüft werden, um
späteren Missbrauch tatsächlich auszuschlie- ßen? Wesentlich wäre m. E. eine verstärkte
Schulung von Priestern
im psychologischen Bereich und ein sehr konsequentes Vorgehen
der Kirche in jeglichem
Fall von Missbrauch.
Vertuschungen und die
Versetzung bekannter
Täter müssen ausgeschlossen sein!

Konsequenz

wäre, wenn der Staat der Kirche die Pistole auf die Brust setzt.

Räumt euren Sauladen auf, übergebt die Täter und Helfer der Justiz und leistet angemessene Wiedergutmachung an die Opfer.
Andernfalls hat es sich mit Kirchensteuer und Steuerfreiheit erledigt.

Anders kann man diesem verkrustetem Apparat der Unmenschlichkeit nicht beikommen.
Es wird immer Nächstenliebe gepredigt aber von Bischof aufwärts geht es nur um Geld und den Status quo.

Aber machen wird Papa Staat nix, unsere Politiker sind weder in der Lange noch willens größere Veränderungen anzustreben.
Es wird einfach solange an Bestehendem rumreformiert, bis man zwar den kleinsten Nenner gefunden hat, aber das Gesamtsystem den Bach runter gegangen ist.

Der Umgang von Kirche und Staat mit diesem Thema ist ein Trauerspiel das einen das Vertrauen in Beide verlieren lässt.

Linda Ghisoni

"Dazu wird erstmals in der Konferenz auch eine Frau sprechen: Die Theologin Linda Ghisoni, seit vergangenem Jahr Konsultorin der Glaubenskongregation. Ihr Thema vor den 180 Männern unter den 190 Teilnehmern: Gemeinsam handeln."

Eine Frau die "Ehebandverteidigerin" der Kirche war.
Ein Amt das wie Kindermissbrauch für die übergriffige Macht der Kirche steht: "Diese Ermittlungen werden von den Betroffenen bisweilen als belastend empfunden, insbesondere wenn einer der Ehegatten selbst kirchenfern oder nicht katholisch ist und/oder die Notwendigkeit eines solchen Verfahrens nicht einsieht." Wikipedia

Kein rechtsfreier Raum

Die Kirche ist kein rechtsfreier Raum. Es gibt zwar, wie bei vielen Arbeitgebern ein internes „Dienstrecht“, aber für alle Menschen gelten die jeweiligen Gesetze der Länder. Die Dienstverfehlung kann intern geahndet werden, die Straftaten nicht. Werden Missbrauchsfälle festgestellt, liegt es nicht im Belieben von Kirchen, wie sie damit umgehen. Die Taten müssen den Behörden gemeldet werden. Wer das deckt, und vertuscht, begeht u.U. Beihilfe zu Straftaten und muss dafür strafrechtlich und ggf. auch zivilrechtlich ( Schadenersatz/Schmerzenzgeld )zur Rechenschaft gezogen werden. Das gilt auch für höchste Repräsentanten der Kirche.

Richtig,

Nichts war gut in der DDR außer dem Atheismus.

@nie wieder spd

Naja vielleicht etwas drastisch.
Damit meine ich den teil das Kindesmissbrauch die Gründungsidee gewesen wäre.
Ihre These das die heutige katholische Kirche eher eine Mafia ist, als irgendwas anderes, unterstütze ich vollumfänglich.

Die Menschen die noch Mitglieder sind, sind das wohl kaum, weil man das Führungspersonal so sehr als moralische Instanz ansehen kann.

Ich würde sie eher in 2 Lager aufteilen:
Die einen, aus schlichter Gewohnheit, weil es halt schon immer so wahr.

Die Anderen, weil sie sich mit den eigentlichen christlichen Grundwerten identifizieren und das Gemeinschaftsgefühl schätzen, was ja, trotz der vielen protektionierten Päderasten, die Breite Masse der Basis ausmacht.

Die kath. Kirche ist wie ein heruntergekommenes Fachwerkhaus.
Es liefert zwar ein Dach für die die im trockenen stehen wollen, aber die tragenden Teile sind verrottet bis in den Kern.

Diese Konferenz droht ein

Diese Konferenz droht ein großer Flop zu werden, denn schon am ersten Tag versucht man Selbstverständlichkeiten als "Durchbruch" zu verkaufen: Zusammenarbeit mit Stafverfolgung, Entfernung von Tätern aus dem Dienst, psychologisch fundierte Auswahl von Bewerbern für den priesterlichen Dienst - alles pure Selbstverständlichkeiten, genau wie eine - weltweit - angemessene Würdigung der leidvollen Erfahrungen Betroffener und eine angemessene Form von Entschädigungen. In mir steigt Zorn auf, wenn ich sehe, wie Kardinal Marx im Tagesthemen-Interview genau das macht, was Papst Franziskus vorher als "inakzeptables Geschwafel" bezeichnet hat: "demütiger und achtsamer werden..." Das heißt übersetzt: "Ja nichts strukturell verändern." Mit solchen Führungsfiguren wie Marx kommt die Kirche nur stärker in eine existentielle Krise - und da kann man auch als engagierter Christ nur sagen: Und das ist dann auch wohl notwendig... da muss noch mehr zusammenbrechen an verkrusteten klerikalen Machtstrukturen

@werner1955

es muss ja nicht gleich ein aufgezwungener Atheismus sein, wie in der DDR.

Aber es muss eine säkuläre Struktur mit einer messerscharfen Kante sein.
Der Kirche darf nicht das aller kleinste Quäntchen politische Macht zugestanden werden.

Denn wenn die Kirche ihre eigenen Grundsätze wirklich leben würde anstatt sich mit politischer Einflussnahme und Kommerz zu beschäftigen...
Dann wäre sie eine fantastische Heimat für alle die Trost und moralischen Beistand in einer Gemeinschaft suchen.

Momentan klammern sich die Ewiggestrigen Kardinäle an ehemalige politische Macht und vergessen dabei, dass sie durch dieses nicht nachvollziehbar störrische, uneinsichtige Verhalten den Abstieg der Kirche in die Bedeutungslosigkeit mit Volldampf voranbringen.

Das finde ich schade, denn eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig beschützt und unterstützt, finde ich großartig.
Vielleicht ist es einfach an der Zeit dies unter einem anderem Dach zu tun.

Ist jeder Unverheiratete ein Kinderschänder?

Der Kardinal hat gut und konsequent geantwortet. Die Verbindung von Missbrauch und Zöllibat, den die Moderatorin behauptet hat, ist unsinnig (und beleidigt einen großen Teil der Bevölkerung)
Ich bin auch (bisher) unverheiratet. Bin ich deshalb ein Kinderschänder? Was sollte dieser Kommentar von der Moderatorin? Jeder weiß doch, dass auch Missbrauch in Familien ein großes Thema ist. Und wenn Leute sich aus Liebe zu Gott für die Ehelosigkeit entscheiden, warum sollen die das nicht dürfen?
Ich bitte die Tagesschau Redaktion solche unangebrachten Äußerungen künftig zu unterlassen!

Der Zwangszölibat ist nicht

Der Zwangszölibat ist nicht in direkter Linie ursächlich für sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen - aber der Zwangszölibat zieht bis heute unreife junge Männer, die sich mit ihrer Sexualität nicht auseinandersetzen wollen (und gerade deshalb oft gefährlich triebgesteuert sind), magisch an, weil sie ihre Unreife unter einem pseudoreligiösen Deckmantel verstecken wollen und können. Das wissen eigentlich genügend verantwortungsvolle kompetente Frauen und Männer in der Kirche - es wird höchste Zeit, dass diese Gruppe sich durchsetzt. Die Kirche wird in 20 Jahren verheiratete und unverheiratete hetero- wie homophile Menschen in verantwortungsvollen "entklerikalisierten" Ämtern haben - oder sie wird nicht mehr sein.

@ 10:41 von Schaumal

"Opfer, die noch leben, eine Entschädigung zahlen, die angemessen ist und nicht mit ein paar tausend Euro, ohne Anerkennung einer Schuld, billig abspeisen." Soll das auch für Sportvereine gelten, wo Trainer Kinder missbraucht haben? Oder gehen die Opfer dort leer aus, weil der Sportverein kein Geld hat und die Mitglieder, die viele Jahre weggesehen haben, kein Geld geben wollen? Warum soll meine Tochter, die als Nonne multipel schwerstbehinderte Kinder pflegt, für die Verbrechen einzelner aufkommen? Einzelner, die es in der Kirche genauso wie auch überall sonst in allen sozialen Schichten und allen Organisationen gibt? Wieviel haben missbrauchte Schüler in staatlichen Schulen erhalten? Wieviel bekommen Kinder, wenn der eigene Onkel der Täter war? Recht muss gerecht sein. Wir stehen vor einem gesamtgesellschaftlichen Problem, nicht einem Problem spezifisch der Kirchen (auch in der evangelischen Kirche gibt es Missbrauchsfälle, ganz ohne Zölibat - und in der DDR gabs die auch).

Zölibat

Man wird leider nicht darauf hoffen können,
dass die katholische Kirche das Zölibat abschafft. In dem Falle müsste sie konsequenterweise auch weltweit gleichgeschlechtliche Partnerschaften anerkennen. Das wird nach der katholischen
Lehre nicht umsetzbar
sein.

Und warum jetzt erst?

Es war seit Jahrhunderten bekannt, dass durch Vertreter insbesondere der katholischen Kirche sexueller Missbrauch Schutzbefohlener stattfindet. Und dies mit Wissen der Kirchenoberen. Des Problems vor Ort entledigte man sich durch Versetzung der Täter an einen fernen Ort bis zum nächsten Mal.
Keine Strafverfolgung durch die weltliche Justiz. Denn das könnte ja dem Ansehen der Kirche schaden.
Jetzt, nachdem das Vertrauen in die Institution Kirche bis zum Anschlag geschädigt ist und immer mehr Menschen sich abwenden, soll endlich Transparenz geschaffen werden? Daran glauben vermag ich nicht.
Erst wenn die ersten Täter vor dem weltlichen Richter stehen, bin ich bereit, der Kirche eine neue Chance zu geben. Bisher wurden die Verbrecher ja durch die Kirche geschützt. Nur Taten werden es zeigen. Bis jetzt bin ich mehr als skeptisch, ob das ganze Brimbamborium nicht nur ein Placebo zum Schutz der Institution ist. Wer glaubt denn, dass es um die Opfer geht? Ich nicht.

@11:23 Eagle_A

Niemand setzt "unverheiratet" mit "Kinderschänder" gleich. Wenn Sie sich aber mit den konkreten Verhältnissen etwas näher befassen, dann könnten Sie wissen, dass es eben nicht nur "hehre lautere" Motive für den Zölibat gibt, sondern auch "schräge unlautere" Motive, nämlich die Entwicklung einer reifen sexuellen Identität zu verhindern und Unreife mit dem Deckmantel des Zwangszölibates zu verstecken.

Eine sinnlose Veranstaltung

ist das !
Solange am Zölibat festgehalten wird, so provoziert man geradezu diese unhaltbaren Zustände !

Fasade bröckelt

Papst fordert "konkrete Maßnahmen" gegen Kindesmissbrauch - Ich auch - die Opfer kennen die Namen - einfach öffentlich machen , auch wenn der Schänder schon nicht mehr lebt - soll doch die Fassade im nachhinein noch bröckeln - keine Verjährung von solchen Straftaten. - Supido

Superkonkret.

"Es müssen halt auch konkrete Aktionen beschlossen werden."

Mir immer wieder schleierhaft, was den Leuten, die "konkrete Aktionen" fordern, eigentlich vorschwebt.

Konkret, was das Konkrete sein soll, wird irgendwie keiner.

@11:23 von Eagle_A

"Ich bin auch (bisher) unverheiratet. Bin ich deshalb ein Kinderschänder?"

Natürlich nicht, aber dieser Umkehrschluss hinkt stark. Erstens bedeutet unverheiratet zu sein nicht automatisch kein Sexualleben zu haben und zweitens ist auch nicht jeder, der im Zölibat lebt ein Kinderschänder. Und nicht jeder Priester hält sich an den Zölibat, verstößt aber im strafrechtlich erlaubten Sinn dagegen.

Ich weiß gar nicht, ob Missbrauch in der Kirche häufiger ist, als in der Allgemeinbevölkerung. Zum Beispiel in vergleichbaren Einrichtungen, in denen Erwachsene Kontakt zu Kindern haben (Sport, Internate). Wie sieht es in Glaubensgemeinschaften ohne Zölibat aus? Aber wenn es so ist, dann hat es etwas damit zu tun, welche Menschen sich zum Dienst in der kath. Kirche samt ihrer Sexualmoral entschließen. Der Zölibat ist ein Teil davon. Aber sicher nicht die einzige Erklärung.

@11:28 Autograf

Was wir sicher nicht brauchen, ist eine Ablenkungsdebatte "die anderen machen's auch nicht (besser)". Hier geht es nun mal um sexuelle Gewalt an Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch Täter, die in der kath. Kirche in perverser Form ihr religiös begründetes Vertrauensverhältnis schamlos ausnutzten. Wir stehen vor einem Problem, dass es in der Tat auch in anderen Einrichtungen, Organisationen und auch Familien gibt - aber das darf eben nicht in einem Verschiebebahnhof der Verantwortung enden.

Papstvorschläge.

Die Vorschläge des Papstes gehen auf jeden Fall in die richtige Richtung. Insbesondere die vermehrte Thematisierung des Missbrauchsthemas in der Priesterausbildung gefällt mir sehr gut.

Weniger sinnig finde ich, wenn sich die Kirche vom Urteil staatlicher Justiz abhängig machen will. In vielen Staaten ist der staatlichen Justiz nun einmal nicht zu trauen.

Die katholische Kirche tut gut daran, sich nicht "pauschal" weltlichen Urteilen zu unterwerfen, sondern sollte dies immer im individuellen Fall prüfen.

Den Niedergang kann man nicht aufhalten

Wenn ich richtig gesehen habe, sitzen bei all den "Rotkäppchen" ganz vorne auch zwei Vertreter der Orthodoxen Kirche. Kindesmissbrauch scheint in den Religionen also international zu sein.
Doch bei dem heutigen Bewußtsein der breiten Schichten, zumindest in der westlichen Welt, dürfte dieses Thema zunächst zum weiteren Niedergang der christlichen Kirchen beitragen.
Da sich diese Kirchen leeren und zusätzlich auch aus der Fläche immer weiter zurück ziehen, ist es mit Blick auf den demographischen und den damit verbundenen kulturell-religösen Wandel, nur eine Frage der Zeit, bis der letzte Glockenturm durch andere Fallussymbole ersetzt sein wird.
Wird es dadurch besser?
Sicher nicht, denn Menschen sind überall auf der Welt gleich gestrickt und Religion als Herrschaftsinstrument ist immer noch en vogue.
Es wird dann halt wieder einige Jahrhunderte dauern, bis das entsprechende Bewußtsein wieder neu im Volk entsteht.
Doch der Niedergang von Religionen ist nicht aufzuhalten.

Man kann noch tiefer gehen

Das Geistige und das Seelische verhalten sich wie Yin und Yang bei dem im weißen Bereich ein schwarzer Fleck ist und im schwarzen Bereich ein weißer Fleck - im Geistigen gibt es also ein "Konzept der Liebe" und das ist so rein und macht keine Angst, so verwundert es nicht, dass Viele ihre Gefühle, die gelebt und ausgedrückt werden wollen, wegdrängen und nach dem Unschuldigen und Reinem suchen.
~
Aber unsere Realität ist eben anders, wir sind geistige und seelische Wesen, wird ein Teil unserer Realität aus unserem bewussten Handeln verdrängt so sucht sich u. U. mit Gewalt eine Ausdrucksmöglichkeit.
~
Die Kirche muss in ihrer Sprache, in ihrem Handeln und in ihrem Wesen weiblicher werden und sich intensiv und positiv mit den Gefühlen beschäftigen, anstatt sie zu unterdrücken.

@dr.bashir

sie sagen es der Umkehrschluss das alle Unverheirateten Kinderschänder sind hinkt.

Was jedoch ein trauriger Fakt ist, ist dass sollte ein Päderast beschließen seine Neigungen auszuleben, dann kann er das nirgends so einfach und vor allem straffrei tun wie in der katholischen Kirche.

Daher sind Päderasten in der kath. Kirche so überrepräsentiert, sie mögen schwer gestörtes Sexualverhalten haben, dumm sind die meisten aber wohl des wegen nicht.

Würde sich die Kirche frei machen von dieser Vertuschungshaltung, würde die Zahl der Päderasten in ihren Reihen auch zurückgehen, da sie so ihre Sogwirkung auf diese Leute verlieren.

Missbrauch

Mir ist es im Grunde egal welche Regeln sich die ungleichen Religionen geben, mit oder ohne..
Es geht aber nicht Kinder und Nonnen zu missbrauchen.
Ob diese Instanz es jemals schafft sich das Unrecht einzugestehen und die Opfer ohnen wenn und aber zu entschädigen?
Daher verlange ich von jedem Politiker, Richter, Polizist alles dafür zu tun das diese Menschen bestraft werden, auch ohne den Segen des Papstes.
Ob nun das Zölibat Schuld ist interessiert nur am Rande. Wer eigentlich missbraucht kleine Jungs mit Vorliebe?

Schade,......

daß auch hier wieder "Äpfel mit Birnen" verglichen werden! Ich habe nicht Theologie studiert und behaupte auch nicht, daß ich die verschiedenen Versionen der Bibel auswendig kenne! Aber soviel ich mich erinnere, forderte Jesus nur, daß die Apostel unverheiratet seien, oder? Alles was dann danach kam und von Päpsten oder Kardinälen erdacht, interpretiert unterstellt oder angeblich vom "Heiligen Geist" diktiert wurde, diente allen möglich weltlichen und politischen Zwecken, aber hatte keinesfalls einen religiösen Hintergrund. Luther erkannte das und ich wette, daß er auch von Pastoren wußte, die in mancherlei Hinsicht vom "rechten Weg" abkamen! Letztlich ist doch die Frage, warum man einem zölibateren Mann mehr glauben soll, als einem Verheirateten? Aber die katholische Kirche tat sich schon immer schwer, uralte, überholte Ansichten auf den Misthaufen der Geschichte zu entsorgen! In diesem Punkt unterscheidet sie sich fast nicht vom Islam!

Die katholische Kirche muss nichts...

...beraten und besprechen, nein, sie muss in jedem einzelnen Fall vor Gericht gezerrt und verurteilt werden... was ist daran so schwer? Bestraft diese kinderschänder und Vergewaltiger endlich in einem weltlichen Verfahren mit unserer staatlichen Justiz und verdonnert diese mistketle endlich zu Knast, Sozialstudien oder was auch immer... die quatschen und beraten sich von Jahr zu Jahr und Jahrzehnt zu Jahrzehnt weg von der Realität und nix passiert außer noch mehr Missbrauch und Vergewaltigung...

Ach ja...

... und jeder Missbrauch in der katholischen Kirche durch Priester oder wem auch immer sollte neben Haft mit Berufsverbot zusätzlich bestraft werden...

@ 11:28 von Autograf

Warum machen Sie hier ein neues Fass auf mit Ihrem Hinweis auf Sportvereine und Schulen? Lassen Sie doch die katholische Kirche eine Lösung für die Fälle in ihrer Zuständigkeit finden! Vielleicht taugt sie ja auch für andere Institutionen als Vorbild.

Allgemeines Schuldbekenntnis reicht nicht!

Ich vermisse Bischöfe die persönlich zugeben, dass sie Missbrauchspriester wohlwissend versetzt, und Straftaten vertuscht haben ... und darum um Vergebung bitten! Ohne diese Bekenntnisse der Verantwortlichen kann es keinen glaubwürdigen Neuanfang in der katholischen Kirche geben, und übrigens auch keine österliche Bußzeit 2019!

@ :nie wieder spd

".., unfassbar, dass diese Verbrecher noch immer Einfluss in Politik und Gesellschaft ausüben dürfen."
Nun, glauben Sie wirklich, dass in unserer Poilitik und Gesellschaft nur die "Guten" aggieren?
Wer regieren will, hat auch den Willen zur Macht. Und wer den Willen zur Macht hat, braucht ein gewisses Quantum an "dunkler Energie", vom dem das Universum, wie uns die Astrophysik lehrt, mehr als genug hat.
Derzeit haben wir die Kirchen am Kanthaken. Doch Gewalt und Missbrauch zieht sich über den gesamten Globus.
Wie sang noch die Knef?: "Der Mensch(Mann) an sich ist feige!" - und daher hält er sich an die Schwächsten - Kinder und Frauen und nicht nur im Christentum!

Es geht hier um die kath. Kirche und um deren Vertuschung...

..von schwere Verbrechen an Kinder und Jugendliche. Warum sollte die kath. Kirche keine Entschädigung zahlen in angemessener Höhe ? Die kath. Kirche ist sehr reich und nur wenn man Ihnen ans Geld geht, wird sich was ändern... Selbstverständlich müssten auch andere Institutionen, Entschädigungen zahlen, wenn sie dazu in der Lage wären, auch einzelne Täter.

Sie sind der Meinung, weil Nonnen " multipel schwerstbehinderte Kinder pflegt.." dürfen deren "Vorgesetzte", schwerste Verbrechen verüben an Kinder und Jugendliche oder wie kann man Ihren Beitrag interpretieren ? Sie haben eine merkwürdige Art sich mit dem Thema Kindesmissbrauch auseinander zu setzen.

Ich bezweifle ganz ernsthaft...

Das der Anteil der Täter bei Missbrauch Delikten in der Kirche höher ist als allgemein in der Bevölkerung.

Bei dem einen deckt es die Familie, der Kollege, das Vereinsmitglied und bei anderen eben der "Kirchenbruder".

Die Fälle sind nur international von größeren Interesse und wenn ein Pfarrer irgendwo auf der Welt als Triebtäter enttarnt wird, dann wird das sofort mit der Organisation in Verbindung gesetz. Das zur selben Zeit hunderte Einzeltäter auffliegen interessiert im Einzelfall zwei Städte weiter keinen mehr.

Der Abgrund

Wenn "Kirchenmänner" Macht und Kinder missbrauchen, zeigen sie damit, dass sie die Heiligen Schriften als einen Dreck achten, sie diese eher dazu gebrauchen, um die eigenen Schandtaten zu kaschieren und - weil man ja geweiht ist - mit "kirchrechtlichem Fug und Recht" immer behaupten kann, auf der richtigen Seite zu stehen.
Diese scheinheiligen Männer scheint selbst das Wort Jeus niemals erreicht zu haben, das er über religiöse Führer sprach:
"Mt 23,27 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr gleicht übertünchten Gräbern, die von außen zwar schön scheinen, inwendig aber voll von Totengebeinen und aller Unreinheit sind."
Glaubt ihr da in den Religionen wirklich, dass dieses Wort nicht auch an euch gerichtet sei, nur weil euch Menschen geweiht haben und ihr Kutten, glänzende Gewänder und Ringe tragt?
Aber das ist euer Dilemma!
Wort und Tat; dazwischen ein Abgrund, den niemand von euch überwinden kann, selbst wenn er wollte.

Wann kommt der Staatsanwalt standardmäßig

zu kirchlichen Kinderschändern und Vergewaltigern? Dann könnten sich diese Personen keine Hoffnung mehr machen, in Kichenämtern eine Duldungszone für ihre Neigungen zu finden.

@tobeorwhat, 11:49

"Doch der Niedergang von Religionen ist nicht aufzuhalten."

Das glauben Sie (oder wünschen es sich vielmehr).

Meine Wahrnehmung ist anders, die religiöse Bindung (und teilweise auch der Fanatismus) nehmen auf unserer Welt eher zu.

Auf der anderen Seite gibt die ebenfalls fanatischen Jagdfiebrigen, für die katholische Kirche das nächste, große Kaninchen ist, das "erlegt" werden soll.

Wird nicht gelingen.

@ 12:25 von Axtos

Da liegen Sie völlig richtig!
Polizeistatistiken und sozialwissenschaftliche Untersuchungen zeigen da ein erschreckendes Bild.
Man könnte sagen:
Der ganzjährig hormongesteuerte Trieb zum Sex ist eine Geißel der Menschheit, die sich hauptsächlich an den Schwächsten austobt!

@andererseits 11.21

Respekt, dass Sie das als Katholik so deutlich benennen! Sie haben das Problem benannt, das in Teilen des Klerus, u.a. Kardinal Marx, wieder klein geredet wird. Es ist höchste Zeit, dass nicht mehr Alles kirchenintern geregelt, verschwiegen und vertuscht wird, sonst ändert sich auf Sicht auch nichts

@Eagle_A um 11:23

"Ich bin auch (bisher) unverheiratet. Bin ich deshalb ein Kinderschänder?"

Ich bin auch unverheiratet und fühle mich überhaupt nicht angesprochen. Im Gegenteil, ich teile die Kritik am Zölibat und unterstütze es, daß es thematisiert wird. Also bitte fordern Sie nicht von Medien diese Frage nicht zu stellen, nur weil Sie sich grundlos bedrängt fühlen.

Niemand behauptet, daß Enthaltsamkeit zu Kindesmissbrauch führt. Aber aufgrund des Zölibats hatte die Kirche eine hohe Professionalität entwickelt, Fehltritte ihrer Priester zu vertuschen. Und sie differenzierte nicht zwischen normalen Fehltritten (Priester trifft Frau) und strafrechtlichen relevanten Vorkommnissen.

Die Kirche wird auch zukünftig die normalen Fehltritte unter den Teppich kehren und schnell ist man dabei auch Grenzfälle wieder zu verheimlichen. Und das lockt dann wieder Männer an, die glauben sie können sich innerhalb dieser Strukturen austoben.

@karlheinzfaltermeier 11:58

"Aber soviel ich mich erinnere, forderte Jesus nur, daß die Apostel unverheiratet seien, oder? "

Eigentlich nicht. Petrus hatte eine Schwiegermutter: Jesus verließ die Synagoge und ging in das Haus Simons. Dessen Schwiegermutter lag mit hohem Fieber im Bett, und die Leute im Haus baten Jesus, ihr zu helfen (Lukas 4,38).
Paulus spricht davon, dass er auch ein Recht hätte verheiratet zu sein wie die anderen Apostel: Hätte ich nicht das Recht, eine Christin als Ehefrau auf meine Reisen mitzunehmen, wie es die anderen Apostel tun und die Brüder des Herrn und auch Petrus? (1. Korinther 9,5).

Man könnte das Problem

Man könnte das Problem dadurch lösen, in dem man einfach die katholische Kirche auflöst, und die Gebäude verschenkt.

Desweiteren sollte verboten werden, Kindern einer religiösen Gehirnwäsche auszusetzen. Kirche ab 18, dann gibt's auch keine Übergriffe mehr. Da gäbe es Backpfeifen zurück.

@Axtos um 12:25

"... das der Anteil der Täter bei Missbrauch Delikten in der Kirche höher ist als allgemein in der Bevölkerung. Bei dem einen deckt es die Familie, der Kollege, das Vereinsmitglied und bei anderen eben der "Kirchenbruder".

Ich zweifle nicht daran, dass er größer ist. Ein "Kirchenbruder" wird eher ebenfalls Täter sein, als Familienmitglieder oder atheistische/evangelische Kollegen. Das klingt nach Vorurteilen und vorschneller Pauschalisierung (bestimmter Gruppen) - wie heute so gerne dieser Begriff verwendet wird. Ich bin dieser Überzeugung, weil der äussere Zwang und die Selbstkasteiung, z.Bsp. der jedem Menschen von der Natur gegebenen Lüste zu entsagen, in der strengen/fundam. Kirche viel zu groß ist! Mißbrauch findet sich ja auch vermehrt in strengen muslim. Kreisen/Familien wieder, insbesondere an minderj. Mädchen (Zwangsehen z.B.). Und das Patriarchat der kat. Kirche dürfte unbestritten sein. Bei z.B. Nudisten mit mehr natürl. Freiheiten wird fast gar kein Missbrauch stattfinden.

@Superschlau 12:56

"Desweiteren sollte verboten werden, Kindern einer religiösen Gehirnwäsche auszusetzen. Kirche ab 18"
Kinder haben genau so wie Erwachsene das Recht auf Religionsfreiheit.
Artikel 14 UN-Kinderrechtskonvention
Artikel 14
(1) Die Vertragsstaaten achten das Recht des Kindes auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit.

(2) Die Vertragsstaaten achten die Rechte und Pflichten der Eltern und gegebenenfalls des Vormunds, das Kind bei der Ausübung dieses Rechts in einer seiner Entwicklung entsprechenden Weise zu leiten.

Der Religionsunterricht in der Schule ist übrigens in unserem Grundgesetz verankert.

Die einfachste und effektivste Lösung ist wieder nicht gut genug

Anstatt die Tatsachen klar zu benennen wird seit ewigen Zeiten nur um den heißen Brei herum geredet und an einer Lösung herumgedoktert, die doch niemals eine sein wird. Fakt ist, die Kirche war schon immer ein Zufluchtsort für Homosexuelle oder Pädophile. Die eigene Familie war ggf. sogar stolz auf den Sohn und stellte keine Fragen wenn der Beruf Pfarrer eingeschlagen wurde. Das Thema Familiengründung war in dem Moment vom Tisch, da Pfarrer nunmal keine Familie gründen und man war einfach fein aus der Misere. Natürlich ist jemand mit einer homosexuellen oder pädophilen Veranlagung nicht automatisch ein Verbrecher, aber das Konstrukt Kirche, welches ein Biotop für solche Leute geschaffen, Vergehen immer nur unter den Teppich gekehrt hat und Schutzbedürftige auf dem Tablet liefert, hat u.a. damit die Hemmschwelle zur Tat immer wieder massiv gesenkt! Das Zölibat abschaffen ist die einzige Lösung!

Ist es denn so schwierig?

@so manchen hier

Ist es denn zu schwierig, zwischen einer Organisation zu unterscheiden, die sich kriminellen Handlungen verschrieben hat, und einer Organisation, die sich dem Guten (Seelenheil) verschrieben hat, einige von deren menschlichen Mitgliedern aber - aus welchen niederträchtigen Gründen auch immer - kriminell handeln.

Woran liegt es, dass manche diese recht einfache Unterscheidung nicht hinkriegen und die Kirche gebetsmühlenartig als eine kriminelle Organisation einstufen?

Sexueller Missbrauch in allen Schichten und Kulturen

Natürlich ist es besonders bitter, wenn Hauptverantwortliche, die in religiösen Diensten stehen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene sexuell mißbrauchen. In jedem Fall müssen hier strafrechtliche Konsequenzen folgen, da ja kirchenrechtlich eine Zusammenarbeit mit dem weltlichen Strafrecht verlangt wird. Leider wurden schon immer in den Kirchen solche Verbrechen geleugnet, vertuscht und verharmlost. Dennoch muß man die Thematik "Sexueller Missbrauch" in allen Kulturen, Ländern und Schichten umfassender als bisher thematisieren. Im Werkzyklus "Sexualität und Wahrheit" versucht u.a. der bereits 1984 verstorbene Michel Foucault den Exzess zu brandmarken...wohl ein Hinweis auf die Komplexität der ungenügenden sexuellen Erziehung und Bildung der Menschen.

@12:43 deutlich

Danke für Ihre Anmerkungen. Wer die kath. Kirche differenziert wahrnimmt, erkennt auch die deutliche innerkirchliche Kritik und Reformbewegung. Leider kommt das in den Medien manchmal zu kurz - die wollen oft nur die Purpurträger vorm Mikrofon...

10:00 von Schalk01

"Von Erwachsenen Missbrauchsopfer kann man erwarten das sie diesen Missbrauch auch zur Anzeige bringen, und das nicht erst nach 30 Jahren! "

Nein, kann man nicht.
Ein wenig mehr Empathie wäre angebracht. Mißbrauch steckt man nicht so leicht weg wie einen Diebstahl oder eine Prügelei. Manche schaffen es ein Leben lang nicht darüber zu reden. Es ist immer eine große Leistung als Betroffener darüber zu sprechen ohne Unterschied ob nach 1 Woche oder nach 50 Jahren.

12:25 von Axtos

Das der Anteil der Täter bei Missbrauch Delikten in der Kirche höher ist
als allgemein in der Bevölkerung.
Bei dem einen deckt es die Familie, der Kollege, das Vereinsmitglied
und bei anderen eben der "Kirchenbruder".
.
um genau das dreht es sich
aber es scheint ja besonders populär zu sein, über die Kirche,
die immerhin 55 % Mitglieder hat herzuziehen
und ich habe noch keinen Schulleiter gehört,
der zugibt ein Drogenproblem an seiner Schule zu haben
und auch da werden Lehrer versetzt, oder torgeschwiegen,
bevor man sie wegen sexueller Übergriffe vor Gericht zu stellen

@12:56 von Superschlau

"Kirche ab 18, dann gibt's auch keine Übergriffe mehr."

Dazu braucht es kein Gesetz, das kann jeder selbst entscheiden. Man wird in D nicht zwangsweise bei der Kirche angemeldet, sondern indem die Eltern ihre Kinder taufen lassen. Es sind also die Eltern, die diese Entscheidung treffen, wie so manche andere, bevor das Kind 18 ist.

Vielleicht ist das einigen Leuten nicht klar, aber Taufe ist keine Pflichtveranstaltung und wer nicht getauft ist braucht auch keinen Religionsunterricht zu besuchen. Dafür gibt es heute "Ethik".

Re: karlheinzfaltermeier 10:31

Danke für ihren Kommentar, der nicht in die gleiche Hetze einfällt, wie man ihn leider so oft lesen muss. Auch ich wünsche dem Papst die Kraft, diesen Dschungel zu lichten und die Institution Kirche zu reinigen. Ich glaube zwar unverbrüchlich an einen Gott, aber der Glaube an seine Institution auf Erden ist erschüttert. Ich frage mich, was die Priester und auch Nonnen (ich war vor 60 Jahren in einem katholischen Kindergarten, wurde zwar nicht sexuell mißbraucht, aber ein Rohrstock gehörte zum täglichen Leben) eigentlich noch glauben, wenn sie ihre Untaten begehen. Sie müßten doch ganz genau wissen, dass diese Sünden sind und nicht gottgewollt. Glauben sie überhaupt noch an Gott? Oder glauben sie an die immerwährende Güte Gottes, oder meinen sie, ich gehe danach zur Beichte, mein Kollege vergibt mir und alles ist wieder gut?

Abschaffen

@12:56 von Superschlau
So einfach, wie sie sich das vorstellen, geht das mit dem Auflösen oder Abschaffen der katholischen Kirche nicht. Dann müßten sie auch die religiösen Grundbedürfnisse der Menschen abschaffen, natürlich auch den Islam, den Hinduismus, die Naturreligionen usw.. Und wenn sie alles abgeschafft haben, bleiben ihnen dann doch die Menschen mit ihren sexuellen Grundbedürfnissen...und wenn sie dies auch abschaffen würden, gäbe es am Ende keine Menschen mehr. Wollen sie ihren Beitrag nicht doch noch überarbeiten?

@ 12:56 Superschlau

Es dürfte klar sein, dass ich zu den scharfen Kritikern des mangelnden Reformwillens in der kath. Kirche gehöre und klare eher revolutionierende strukturelle und systemische Entscheidungen für längst überfällig halte. Den Religionsunterricht als "Gehirnwäsche" zu bezeichnen, zeugt allerdings einerseits von zumindest kenntnisfreier Meinungsäußerung (der Religionsunterricht ist ein Fach, dass zu autonomem Denken, Entscheiden und Handeln anregt, genau wie der Ethikunterricht für nicht kirchlich gebundene Schüler*innen - dieses Mindestmaß an Kenntnis setze ich eigentlich voraus) und weckt andererseits den Verdacht, dass es Ihnen hier gar nicht mehr um das Thema der sexuellen Gewalt durch Kirchenvertreter geht. Mit solch überzogenen Forderungen erweisen Sie auch den von sexueller Gewalt Betroffenen in meinen Augen eher einen Bärendienst.

11:58 von karlheinzfaltermeier

Aber soviel ich mich erinnere, forderte Jesus nur, daß die Apostel unverheiratet seien, oder?
.
man ist sich ja nicht mal sicher ob Johannes sein Lieblingsjünger, nicht ne Frau war !

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