Ihre Meinung zu: Pfleger sein soll attraktiver werden

28. Januar 2019 - 19:13 Uhr

Die Zahl der zu pflegenden Menschen wächst. Aber der Pflegeberuf ist nach wie vor wenig attraktiv. Die Bundesregierung stellte nun Maßnahmen vor, wie dies verbessert werden soll. Von Andreas Josef.

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Kommentare

Herr Spahn

Möchte dass sich die Tarifparteien beim Geld bewegen. Wie naiv. Da passiert ohne Druck vom Staat null.

hier wird ihnen geholfen

oder auch nicht! Denn die Grundlage jeglichen Handelns ist eine Analyse der Ursachen, die zum unerwünschten Zustand geführt haben. Dies findet aber nicht statt, denn dann müßte man - vor allem in Form von Union und SPD - sich mit der Frage beschäftigen, ob die "Hungere dich satt"-Politik, die dem Staat die glorifizierte "Schwarze Null" beschert hat, nicht gleichzeitig die Wurzel allen Übels ist. Das würde dann natürlich umgehend dazu führen, daß man praktisch jeden Schritt in Richtung Arbeitsmarktliberalisierung und Schwächung des Arbeitnehmers als falsch klassifizieren und zu allererst sämtliche Lobbyvertreter vor die Bundestagstür setzen müßte. Dazu wird es nicht kommen, denn dazu fehlt der Wille. Entsprechend werden hier nur Luftnummern rauskommen, die keine wirkliche darstellen. Wer etwas anderes erwartet, kann die Enttäuschung schon einplanen!

Ausland

Wie will man den ausländische Fachkräfte ködern? Mit deutschen Gehältern, Dienstplänen und Sozialleistungen? Wenn ich in der Schweiz als diplomierter Rettungssanitäter oder Fachkrankenpfleger mit top Ausbildung, für deutsche Verhältnisse unglaubliche Kompetenzen, starken Sozialleistungen und einer 38h Woche weit über €7000,00 (netto! und €, nicht SFR) verdiene stellt sich mir die Frage nicht wo ich arbeiten mag. Dies gilt genau so für Holland und Skandinavien.

Verlogenheit

Woher kommt das Geld für Tarifeehöhungen???
Alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen(Pfleger, Schwestern, Arzthelferinnen/helfer und auch superböse Ärzte im Krankenhaus oder in den Praxen) würden sich sehr freuen wenn auch der Politik endlich ein Lichtlein aufgehen würde...

Mehrleistung heißt mehr Personal &Geld...
Das Honorarbudget... ist seit 20Jahren gedeckelt - Was ist eigentlich Inflation. Ebenso das Medikamentenbudget.
Achtung: Die Beitragseinnahmen sind auf Rekordniveau, die Rücklagen der Kassen auch, Pharma& Medizinproduktekonzerne-Gewinne ebenso..
NUR in unserer Versorgung kommt das Mehr an Geld schon seit 20 Jahren nicht mehr an. (Inflationsbereinigt sinken Honorarbudgets seit 20 Jahren)
warum gibt es keinen ???
Niemand geht da freiwillig hin !
Die heutige Versorgung wird nur noch durch Aufopferung

Honorarbudget!

So ein Quatsch. Werden Pfleger nach Honorarabrechnung bezahlt?

Da guckt einer den falschen Film.

Was nötig wäre...

... ist tatsächlich eine bessere Honorierung pflegerischer Leistung in der Klinik, in Altenheimen und der ambulanten Pflege. In der Klinik muss dafür das Bezahlsystem der DRGs weg, in der Altenpflege einheitliche Tarifverträge her. Der Hauptgrund für die Unzufriedenheit (und ich kenne sehr viele PflegerInnen) sind aber die Arbeitsbedingungen. Hierfür braucht es auch klare Regeln, in Tarifverträgen und durch Grenzen für die Patientenzahlen pro Fachkraft, die wirklich dem Bedarf entsprechen. Dann wird es auch attraktiver. Wer eines der "Bündnisse für mehr Personal im Krankenhaus" Unterschriften sammeln sieht sollte auch im eigenen Interesse unterschreiben!

Plötzlich wieder eine

Plötzlich wieder eine Kampagne der Regierung? Is ja auch bald Fasching! Dem Bürger soll aber vermittelt werden, dass die da oben jetzt wirklich etwas für's Volk tun wollen. Liegt wohl an den baldigen Wahlen. Nur, mit den nun 'verbesserten' Programmen, die auch potentiellen Pflegekräften in Aussicht gestellt werden, verteuert sich auch die Pflege für unsere Alten noch weiter in einem Maaße, das sich die Leute hier immer weniger leisten können. Unsere tolle Regierung muss daher endlich entsprechende Programme auflegen, die einen Großteil der nötigen Mittel aus Steureinnahmen finanziert, statt wie jetzt nur wieder den Bürger vor den anstehenden Wahlen mit kosmetischen Retouschen zu veralbern. Die Alten auch mit öffentlichen Mitteln zu unterstützen, wird es doch auch in den uns einst immer als Beispielstaaten genannten Skandinavier gemacht. Die helfen doch tatsächlich gerne erst mal ihren eigenen Leuten, die alles aufgebaut hatten statt alles Geld lieber in der Welt zu verteilen.

Ob ich das noch erlebe?

Nach über 35 Jahren seit Ausbildungsbeginn und 31 Jahren Arbeit in der geschlossenen Psychiatrie geht es mir in erster Linie nicht ums Geld sondern um mehr Köpfe pro Schicht..
Solange berufsfremde BWL-Absolventen und Vorgesetzte ohne Patientenkontakten aus finanziellen Zwängen die Höchstbesetzung pro Schicht bestimmen dürfen,werde ich in den letzten 8-10 Jahren bis zur Rente keine Änderung mehr erleben..

Matthias,56

Pflege - die Unendliche

1. In Deutschland gilt Tarifautonomie.

2. Schon seit Jahren erhalten die Pflegedienste "Ausbildungszuschüsse", die auf die Kundschaft umgelegt werden. Und was an Nachwuchs präsentiert wurde und wird, na, da habe ich, der auf Hilfe angewiesen ist, so meine Zweifel an deren Motivation und Qualifikation.
3. Gleiches gilt für Pflegeheime.

4. Und das mit den ausländischen Pflegekräften.... diese
Nummer ist auch nicht neu.

Fakt ist: Seit die Pflege in Deutschland privatisiert wurde bestimmt der Mammon, wo's langgeht. Und so benimmt sich auch das Personal: Oft, zu oft, empathielos.... allein das reicht schon, sich persönlich nach Alternativen umzusehen.
Vor allem, sich trotz Krankheit so lange wie möglich unabhängig zu machen, um die Hilfe auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Gilt nicht für Heime, die vordergründig an höhergestuften Kunden interessiert sind. So ab Pflegegrad IV und V und Beatmung rollt der Rubel, und die Aussicht, dass dieser Zustand der Kundschaft bleibt wie er ist.

Kampagne der Regierung:Pfleger sein soll attraktiver werden...

Aber was bedeutet das ? Um wie viel sollen Pflegekräfte besser bezahlt werden ?
Und welcher Schlüssel Pflegepersonal zu Patienten wird angestrebt ?
So wie in den meisten westeuropäischen und nordeuropäischen Ländern mit 1 zu 3,5 bis 5,5 ?
In der Bundesrepublik beträgt der Personalschlüssel gegenwärtig 1 zu 9 und mehr.
Leider stehen im Artikel keine Zahlen.

Ich erwarte von der Regierung

Ich erwarte von der Regierung und Grünschnäbeln wie Herrn Span wenig bis nichts, schliesslich war es die selbe Regierung die die letzten Jahre die Situation in der Pflege in diese Schieflage gebracht hat.

Da ich selbst in der Pflege

Da ich selbst in der Pflege arbeite, hier mein Scherflein als Beitrag zur Diskussion: Mehr Geld ist immer gut, weniger Arbeitsbelastung aber wesentlich besser. Wer nach 10 Jahren im Beruf körperlich und psychisch auf der Schnauze liegt, dem helfen auch ein paar Euronen mehr nichts. Eigentlich ist Pflege in puncto Arbeitsplatzsicherheit und sozialem Ansehen ja gar nicht so schlecht. Aber wir brauchen Hilfe. Von mehr Mitstreitern und -streiterinnen. Also alles unterstützen, was Leute dazu bringt zu sagen: Naja, warum nicht?

Kampagne der Regierung: Pfleger sein ....

Ob das nicht auch wieder in die falsche Richtung geht? Nicht das es genug Pflegekräfte gäbe, aber das gilt für Erzieherinnen, Ärzte, Blechschlosser wie Feuerwehrleute etc..... Da muss man sich also andere Lösungen einfallen Lassen, als Geld - das allein tut es nicht.
Es braucht einer weiter Entlastung der Pflege von Pflegefremden Tätigkeiten (Dokumentation etc.). Dann braucht es vielleicht endlich einen höheren Automatisierungsgrad bei körperlichen Tätigkeiten - Betten sollten inzwischen auch die dümmsten Roboter beziehen können... etc., etc.
Abgesehen davon, gibt es so viele, die sich auf Biegen und Brechen selber zu helfen Versuchen, solange sie noch in ihrem Zuhause bleiben können - vielleicht brauchen insbesondere Heime noch mehr Aktivierungsanreize (Jobcentermitarbeiter) o. ä.

zur Altenpflege

Es wird immer wieder behauptet, dass die „Privatisierung“ der Pflege an allem Schuld sei - wissen eigentlich die Schreiber solcher Thesen, dass die überwiegende Mehrzhal der Anbieter frei-gemeinnützige Wohlfahrtsverbände sind? Ein Flächentarifvertrag soll allen eine bessere Bezahlung bringen - wenn es der Politik ernst wäre, hätte sie bereits im Frühjahr den Vorschlag eines privaten Trägerverbandes aufgreifen können und diese Regelungen längst über den Mindestlohn Pflege, in dem bisher nur die Untergrenze für Pflegekräfte, jedoch nicht für Fachkräfte und auch kein Mindesturlaub benannt ist, festschreiben können. Verdie fordert für Sicherheitspersonal am Flughafen (3 Monate Ausbildung) 20 EUR und setzt mit Streiks 19 EUR Stundenlohn durch. Für die Pflege fordert die gleiche Gewerkschaft für Fachkärfte einen Einstiegslohn von 16 EUR (3 Jahre Ausbildung) - soviel zum Thema Wertschätzung der Gesellschaft für unsere Berufsgruppe.

@ kein weltbürger

"Automatisierung / Robotereinsatz taeten hier not.
Japan macht vor, wie das geht...."

Also, Umgang mit Menschen ist jetzt definitiv einer der Bereiche, in dem Sie mit Automatisierung und Robotern nicht weiter kommen. Mein Kollege Mathias von weiter oben aus diesem Thread wird Ihnen das sicherlich bestätigen. Wir brauchen nach wie vor mehr Menschen - nicht Maschinen.

19:18 von OlliH

darin ist er aber perfekt und offenbar gerne gesehen

Realitätsfremd

Willkommen in der Wiklichkeit:
Diskussion mit den Kosenträgern und Behörden, keine Beratung, eher stupiedes Arbeiten an Paragrafen und Auflagen. Es zählt nicht der Mensch der geflegt wird, es zählt die Statistik und Kosten (wenig zahlen, viel Gewinn)
Die Bürokratie wird nicht bezahlt. Die Zeit, die Menschlickeit wird nicht bezahlt, da ist im Leistungskatalog kein Platz.

Pfleger/innen, Krankenschwester etc. haben ein schlechtes Ansehen in der Bevölkerung, die wenigstens wissen, was diese Menschen täglich leisten, ob Stationär oder Ambulant.
Der Job muss junge Leute begeistern und sie müssen davon gut leben können.
Auch kleine Betriebe müssen die Möglichkeit haben, weiter ausbilden zu können. (Altenpfelgeumlage in NRW fällt 2020 weg.)
- an dieser Stelle muss die Politik ran, gute Ansätze weiter verfolgen.

Pflege muss für alle Menschen zugänglich, verstanden und gewertet werden können!
Pfleger sind Leistungsträger unser Gesellschaft.

Die Beitragssätze in der

Die Beitragssätze in der gesetzlichen Pflegeversicherung sind ab diesem Jahr um fast 20% angehoben worden. Das sollte ja wohl für eine Verbesserung der Pflegeberufattraktivität reichen.

@ rumpelstielz

"Dann braucht es vielleicht endlich einen höheren Automatisierungsgrad bei körperlichen Tätigkeiten - Betten sollten inzwischen auch die dümmsten Roboter beziehen können... etc., "

Au ja! Das will ich sehen, wie Sie ein Bett, in dem ein durchschnittlicher deutscher Demenzkranker liegt, von einem Roboter beziehen lassen wollen! Sorry ,Ihre Beiträge sind ja sonst meistens ganz OK, aber hier sind Sie im falschen Film.

@ kein

@ kein Weltbürger

Robottereinsatz in diesen Pflegefällen? Was haben Sie denn nur schon Schlimmes mitgemacht, um auf solche Ideen zu kommen? Können sie sich vorstellen, was ein vielleicht nur halbwegs wacher Pflegefall erlebnen muss, wenn er irgendwann oder zwischen seinen Pflegeabläufen feststellt, dass da ein Robotter um ihm herum ist? Der weiß ja ganr nicht mehr, wie ihm geschieht. Da wünsche ich mir, dass sie und ihresgleichen nie in weisende Positionen in der Gesundheitspolitik kommen und wenn doch, ich mich, kurz vor Ihrer Positionseinnahme, schützend über den Jordan zurückziehen kann.

Solange Krankenhäuser und Pflegeheime mehr und mehr

von großen ausländischen Hedgefonds privatisiert werden, wird Profit und n i c h t Qualität mit leistungsgerechter Bezahlung und gut ausgerüsteten Einrichtungen stehen. Hier zeigt sich wieder einmal in erschreckender Weise eine Gesellschaftspolitik der Unfähigkeit und Verkommenheit in diesem reichen Land auf Kosten der Allgemeinheit. Statt die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen,daß Krankenhäuser und Pflegeheime unter Landes- und Kommunalaufsicht auf Selbstkostenbasis arbeiten und nicht Profit orientiert sind, macht sich hier mehr und mehr ein kapitalistisches Ausbeutersystem breit, mit der Folge eines moraden Pflegezustands mit gravierendem Arbeitskräftemangel. Da kann noch so viel Geld reingeschüttet werden, es ist nur zum Vorteil einer unsäglichen Finanzmafia.

Danke Karwandler

Natürlich gibt es Budgets
Ob in Kliniken Praxen und Heimen.

In die Tasche Lügen hilft nicht.

Und genau von denen werden Gehälter bezahlt!!!!

Nicht von Gewerkschaften oder Politikern.

Also Verwaltungsstellen streichen zugunsten der Leistungserbringer/Pflege.

Alles andere ist Augenwischerei.

Am 28. Januar 2019 um 19:27 von Dr. Biastoch

"soviel zum Thema Wertschätzung der Gesellschaft für unsere Berufsgruppe."

Sie haben natürlich Recht.
Man kann die Arbeit von Pflegekräften überhaupt nicht genug
weeeertschäääätzen!

Das Problem ist aber, wenn die Eltern im Altersheim sind, ist es schwierig für die Kinder, noch schwieriger für 1 Kind, das zu bezahlen.

Und das trotz ordentlicher Rente und Altersvorsorge der Eltern und Pflegeversicherung.

Man hat schon jedes Jahr wieder Angst, dass die Kosten steigen, aber das Familieneinkommen und die Rente der Eltern eben nicht.

Das Sozialamt kennt keine Gnade.

Trotzdem hoffe ich, daß meine Eltern 100.. Jahre alt werden und alle Achtung für die aufopfernde Leistung der Pflegekräfte, von denen ich hier einige noch aus der Schulzeit kenne.

19:27 von Dr. Biastoch

Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Wenn es unsere Regierung ernst meinen würde, müsste sie den "gemeinnützigen" Organisationen klar machen, dass Gemeinnützigkeit auch eine fähre Bezahlung der Mitarbeiter bedeutet und dies, in Zukunft, an die Gemeinnützigkeit geknüpft wird. Keine angemessene Bezahlung, keine anerkannte Gemeinnützigkeit.

re ooooohhh

"Danke Karwandler

Natürlich gibt es Budgets
Ob in Kliniken Praxen und Heimen.

In die Tasche Lügen hilft nicht.

Und genau von denen werden Gehälter bezahlt!!!!"

Wenn Tariflöhne erhöht werden kriegen die Arbeitnehmer mehr Geld. Weder ein staatliches noch ein privates Unternehmen kann mit "Schade, ist unserem Budget nicht vorgesehen" das ändern.

Wenn das Sicherheitspersonal, auf Flughäfen

20Eur die Stunde bekommt, müssen Pflegekräfte das Doppelte bekommen, ich weis wovon ich rede.

Ziemlich naiv

sind die Vorstellung alles mit Geld zu regeln.
Die wenigsten werden in die Pflege gehen auch wenn Spitzenlöhne bezahlt werden, Wochenend- und Feiertagsarbeit sind nicht beliebt.
Im Büro mit Kaffeemaschine ohne Körperliche Belastung ist wesentlich attraktiver, oder in der Industrie mit 35 Stundenwoche wie bei den Autofirmen.
Und wer von den Alten kann das bezahlen ?, geht heute für die Meisten schon nicht mehr, was wird dann ?.
Unausgegorene Ideen, auch bei der Pflege sind Privatfirmen unterwegs, und dort geht es um Gewinn machen, an Alten und kranken Menschen.

Dort ist der Punkt der geändert werden muss.

@Defender411

das Sicherheitspersonal auf Flughäfen bekommt aber nicht 20 € pro Stunde

Herr Spahn sollte besser erst

Herr Spahn sollte besser erst einmal nachsehen, wo das Geld jetzt schon verschwindet.
Man sollte sich erst einmal die Rechnungen der privaten Altenheime vornehmen!
Da stehen Posten, die da nur mit Billigung der Regierung stehen können. Miete und Investitionskosten.
Ich wünsche allen Politikern die für diese Entscheidungen, der Privatisierung von Pflegeheimen und Krankenhäusern, verantwortlich sind, ein sehr, sehr langes Leben mit vielen kleinen und großen Gebrechen. Und das aus dem Grund, das sie dann eventuell auch die Früchte ihrer Arbeit erleben können.

Pflege nicht Gewerbe, - sondern Berufung

Die Pflege ist naturgemäß - und historisch - kein Gewerbe, - sondern eine Berufung.

Die Pflege entstammt dem frühmittelalterlichem Hospiz-Dienst; und hatte vor allem einen seelisch-spirituellen Ursprung in der Arbeit für andere zum eigenen Seelenheil.

Man übernahm den Dienst der Hospitalen dann in den Sozial-Dienst der Städte, Feuerwehren und Rettungsdienste.

Die Bundesregierung irrt, wenn sie glaubt, den Pflegedienst als "attraktive" Gewerbetätigkeit für Arbeitnehmer anzupreisen.

Auch der Versuch, Migranten für diesen "interessanten Job" zu gewinnen (teilw. schon zu penetrieren) dürfte -langfristig- fehlschlagen.

Ich kenne einen jungen Afghanen, den man in die "Pflege" förmlich gesteckt hat. -Mir sagte er, er will das eigentlich gar nicht machen.

Wir haben ein -eigentliches- Gesellschaftsproblem der Generationen.

- Daran muss man ansetzen
-

Krankenpfleger der bald aufhört

Ich bin 51, Krankenpfleger seit 30 Jahren. Ich werde demnächst aus der Pflege aussteigen. Seit Jahren höre ich von besserer Bezahlung, auch in diesem Artikel. Das ist schön.

Wann und wieviel es geben wird, das wird nicht verraten. Wie immer. Genau deshalb höre ich auf!

In den Arbeitgeberdiktaturen

In den Arbeitgeberdiktaturen der sogenannten „christlichen“ Kirchen ist eine Gewerkschaft so gut wie gar nicht vorhanden und bei den öffentlichen und den privaten Einrichtungen wird Verdi um lächerliche 1% Lohnerhöhung pro Jahr „kämpfen“!
Eine gesetzliche Absenkung der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeiten für alle(!) Schichtarbeiter, frühere und höhere Rentenansprüche und eine Pflegeplatzgarantie für alle Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten, könnten tatsächlich Wunder bewirken.
Alleinerziehende sollten nur auf halben Stellen arbeiten müssen, aber trotzdem ein volles Gehalt bekommen. Überall
Und eine Garantie für den alten Arbeitsplatz in der Pflege für alle, die in den Mutterschutz oder ins Babyjahr gehen.
Doch das wird mit Verdi nicht zu machen sein.
Hoffentlich bildet sich noch eine Spartengewerkschaft für die Pflegeberufe!

@ um 20:23 von Mischa007

Die werden alle mindestens privat Zusatzversichert sein und ihr Leben in großzügig ausgestatteten sanatorienähnlichen Einrichtungen beenden.
Oder sich privates Pflegepersonal leisten können.
In den hässlichen und armseligen Niederungen der normalen Alters - und Pflegeheime werden Sie die nicht sehen können.

eine berufung?

nein!

denn genau das ist das problem! der pflegeberuf darf nicht wie eine berufung behandelt werden! denn dies führt dazu, dass die arbeit die geleistet wird, nicht mehr richtig anerkannt wird! es sollte klar sein, dass der pflegeberuf einer der anstrengendsten, verantwortungsvollsten berufe unserer zeit ist - und eine entsprechende entlohnung verdient! wie kann es sein, dass der müllmann/frau mehr geld bekommt als der/die altenpfleger/in?

eben weil immer noch viele meinen, dieser beruf sei eine berufung - die leute wollen ja helfen..

natürlich mögen pfler/innen ihren beruf - genauso wie der ingenieur eben auch! es darf nicht sein, dass man sich zu diesem beruf "berufen" fühlen muss, um ihn überhaupt zu machen! ja man sollte ihn gern machen und mit verantwortungsbewusstsein - aber man sollte eben auch entsprechend entlohnt werden!

Die Pflegekräfte

leisten fast schon Übermenschliches. Und das bei mäßiger Bezahlung. Wir sollten Ihnen Respekt und Dankbarkeit entgegenbringen und ihren Kampf für bessere Bezahlung und Anerkennung unterstützen. Es kann ja nicht angehen, dass angelerntes Sicherheitspersonal am Flughafen für Taschenkontrollen mehr verdient

@vox memorandi und dongo333..

Pflegeroboter..
ersetzen kein mitfühlendes Personal..auch die im TV ab und zu gesehenen Puppen, Plüschkatzen, etc. sind höchstens eine Ergänzung für Höchstdemente..
Meine depressiven und wahnhaften Patienten würden auf sowas nicht reinfallen.

Dongo..schade, dass Sie aufhören...
Es geht nicht nur um Geld, sondern auch um zuviel Zeit, die durch Dokumentation und immer mehr Formulare am Patienten fehlt

@18:44 von oooohhhh

"Niemand geht da freiwillig hin !"

Nach 45 Jahren Krankenhauserfahrung rate ich auch jedem ab, sich das anzutun.

Pfleger*innen bitte.

Pfleger*innen bitte.

@18:33 von marciaroni

"Denn die Grundlage jeglichen Handelns ist eine Analyse der Ursachen, die zum unerwünschten Zustand geführt haben. Dies findet aber nicht statt, denn dann müßte man - vor allem in Form von Union und SPD - sich mit der Frage beschäftigen, ob die "Hungere dich satt"-Politik, die dem Staat die glorifizierte "Schwarze Null" beschert hat, nicht gleichzeitig die Wurzel allen Übels ist."

Ich denke, die Ursachen des Personalmangels in der Pflege dürften auch unseren Politiker hinreichend bekannt sein. Sooo blöd können die nicht sein! Aber die halten anscheinend ihre Mitbürger für so blöd.

@Freiherr von Eggburg

nein, Pflege ist keine Berufung, auch wenn sie viel Empathie und Einfühlungsvermögen. erfordert. Die Pflegekräfte sollten zumindest vernünftig von ihrem anstrengenden Beruf leben können.
"Auch der Versuch, Migranten für diesen "interessanten Job" zu gewinnen (teilw. schon zu penetrieren) dürfte -langfristig- fehlschlagen.
Ich kenne einen jungen Afghanen, den man in die "Pflege" förmlich gesteckt hat. -Mir sagte er, er will das eigentlich gar nicht machen"

Erstens sind gute Sprachkenntnisse unabdingbar und dann eben schon auch Empathie. Wie soll Jemand, der aus religiösen nd kulturellen Gründen keine Frauen pflegen will, als Pfleger arbeiten? Da geht ja schon kein Job in der Gastronomie wegen Schweinefleisch oder Alkohol.

@91541matthias

"Solange berufsfremde BWL-Absolventen und Vorgesetzte ohne Patientenkontakten aus finanziellen Zwängen die Höchstbesetzung pro Schicht bestimmen dürfen,..."

Sie sprechen eins der größten Probleme an. Früher kam man ganz ohne diese überbezahlten "Manager" aus. Die bestimmen auch noch, mit welchen Schrottmateralien man seine Arbeit zu machen hat und dass man in Klamotten zu arbeiten hat, die drei Nummern zu groß sind und in denen man sich halb totfriert, weil außerdem auch beim Heizen gespart werden muss. (Wer sonst läuft denn im Winter im Sommerschlafanzug 'rum?)

re Freiherr von Eggburg

"Wir haben ein- eigentliches Gesellschaftsproblem der Generationen".

Worin sollte dieses Generationenproblem denn bestehen ? Warum besteht es offensichtlich in einigen Nachbarstaaten mit besseren Verhältnissen in der Pflege dieses Problem nicht ? Personalschlüssel-Verhältnis
Pflegekräfte zu Patienten oder auch Bezahlung.

@Anna-Elisabeth und alle anderen

>>"Niemand geht da freiwillig hin !"
Nach 45 Jahren Krankenhauserfahrung rate ich auch jedem ab, sich das anzutun.<<

Was sind wir für eine Gesellschaft geworden?
Gibt es hierzulande noch einen Menschen, der sich das antut, und einfühlsam, gleichsam ohne Eigennutz berechnende, sondern mehr (mit)empfindende Gefühle, einem seiner Mitmenschen, oder sogar Verwandten, (uneigennützig) Hilfe leistet?
Diese Leistungsgesellschaft, zu der wir im Laufe der letzten Jahrzehnte geworden sind, ist nur noch abstoßend!

Toller Beruf - aber Geld ist der falsche Ansatz

Der Pflegeberuf erscheint weiterhin unattraktiv für den Nachwuchs obwohl es ein faszinierender und vielschichtiger Beruf ist.
Als Pflegekraft und Lehrer für Pflege sehe ich nicht das Gehalt als den kritischen Faktor! Was Pflegekräfte aus dem Beruf triebt und den für Nachwuchs abhält ist die geringe Freizeit bei gleichzeitigem Arbeiten im Schichtdienst!
Eine Lösung wäre die Arbeitszeit anzupassen, 90% Arbeitszeit bei 100% Gehalt. Dann würden Pflegekräfte bleiben und den Beruf nicht verlassen.
Der Pflegeberuf ist fordernd und gleichzeitig spannend, daher brauchen Pflegekräfte mehr Zeit sich zu erholen.
Das Arbeitszeitgesetz, das Verküezungen der Ruhezeit erlaubt ist dabei absolut kontraproduktiv. Hier ist ist Politik gefragt das Gesetz zu ändern und die Ruhezeiten z.B. nach dem Nachtdienst drastisch zu erhöhen!
Mehr Zeit zur Erholung würde den Beruf attraktiver machen als jede Gehaltserhöhung!

@ kein weltbürger 20:56

Ich kann bestätigen, dass Pflegekräfte verstärkt mit Rückenproblemen zu tun haben. Technische Hilfsmittel können da hilfreich sein. Die allein nützen aber nichts, wenn ich mit Unterbesetzung eine ganze Station pflegebedürftige Menschen betreuen muss. Da wünsche ich mir eher ein paar mehr kompetente Kolleginnen.

@19:05 von avshalom

"Fakt ist: Seit die Pflege in Deutschland privatisiert wurde bestimmt der Mammon, wo's langgeht. Und so benimmt sich auch das Personal: Oft, zu oft, empathielos...."

So ist es - leider. Ich möchte hinzufügen, dass vor allem in Pflegeheimen sehr viel Personal arbeitet, dass nur angerlernt wurde und keine Alten- oder Krankepflegeausbilung hat. Die einjährige Ausbildung zum Krankenpflegehelfer wurde ja aus unerfindlichen Gründen abgeschafft.

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