Ihre Meinung zu: Junge tot aus Schacht geborgen: Spanien trauert um Julen

26. Januar 2019 - 13:43 Uhr

Alle Rettungsbemühungen waren vergeblich: In Spanien ist der zweijährige Julen tot in einem 110 Meter tiefen Brunnenschacht gefunden worden. Nun gibt es Kritik an den Rettungsdiensten. War der Einsatz falsch geplant?

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Kommentare

Rettungseinsatz?

Wer 100 Meter tief fällt, ist tot.
Zu „retten“ wird es nichts mehr gegeben haben.
Allenfalls kann man die Aktion als Bergung bezeichnen.
Es war völlig Verantwortungslos von Medien und anderen Beteiligten den Eltern einzureden, dass ihr Junge zu retten war.
Aber mit dem Unglück von Kindern lässt sich herrlich Quote machen.
Es wäre ja nicht das erste mal.

Die Sache wäre einfach

nur das Zeug wieder einfüllen, welches hochgeholt wurde. Oder einen grossen Stein, den niemand einfach wegbewegt und den es sicherlich in nächster Umgebung gibt, darauf legen. Damit ist das Loch hinreichend gesichert.

Eine sehr tragische

Eine sehr tragische Geschichte.
Aber eine Frage müssen sich auch die Eltern stellen: Wie kann ich auf meinem Grundstück ein 110m tiefes, ungesichertes Bohrloch haben und meinen 2-jährigen Sohn unbeaufsichtigt rumlaufen lassen?
Ein paar einfache Bretter hätten dieses Unglück verhindern können.

Rettungskräfte schuld?!

Wie kann man den Rettungskräften die Schuld zuweisen, wenn man nicht weiß, wann und wodurch der Tod eingetreten ist? Wenn ferner von den Kritikern jemand wirklich die Kompetenz besäße, es besser zu machen, wäre er doch sicher längst hochbezahltes Mitglied einer der Körperschaften (Staat, Bohrfirma, ...), die er bekrittelt.
Man solle eher dort suchen, wo der Staat, Gesetze, Schutzvorrichtung verachtet wird und es als Menschenrecht angesehen wird, eine Million Brunnenlöcher von Pfuschern bohren ... und bestehen zu lassen, aus Gewinnsucht und ohne irgend ein Konzept eines Wasserhaushalts.

@ nie wieder spd

Glauben Sie wirklich, Sie können das aus der Ferne besser beurteilen als die Experten vor Ort? Angesichts der Tragödie wäre meiner Meinung nach mehr Zurückhaltung geboten.
Aber mal davon abgesehen, wurde diese Frage in den spanischen Medien in den ersten Tagen ausgiebig diskutiert. Natürlich haben Sie Recht, dass man einen 100 m tiefen "Fall" nach menschlichem Ermessen nicht überleben kann. Die Rettungskräfte hatten aber darauf gehofft, dass der Junge aufgrund der Enge des illegalen Brunnenschachts von ca. 25 cm mehr gerutscht als gefallen sein könnte. Das hätte natürlich auch Verletzungen verursacht, aber diese hätten nicht unbedingt tödlich sein müssen. Und woran und wann der Junge gestorben ist, wird man erst nach Abschluss der Autopsie wissen. Schlimm genug für die Eltern ist es ohnehin.

Tragisch

Das ist absolut tragisch und die Hölle für die Eltern. Respekt vor den Helfern, die nicht aufgegeben haben. Allerdings ist es nicht fair, nun dem Brunnenbauer alles anzulasten. Was ist denn mit der Aufsichtspflicht der Eltern??? Besonders bei einem zweijährigen Kind???

Vorgehensweise

Ich betrachte es als abscheulich nun den Rettungskräften den schwarzen Peter zu geben.
In der Berichterstattung wurde mehrfach aufgezeigt, daß die Rettungskräfte weder Mühen noch ihr Eigenleben geschont hatten.
Ich danke den Einsatzkräften, verneige mich aber auch vor Julen.

@13:00 von nie wieder spd - Ihr O-Ton bzw.

Ihre Aussage:
...Rettungseinsatz?
Wer 100 Meter tief fällt, ist tot.

---

Kann ich so nicht gelten lassen.

Ich habe gestern in einem Zeitungsartikel gelesen, daß ein Fachmann folgende Aussage gemacht hat.
Er meinte, daß der Junge höchstwahrscheinlich nicht im freien Fall in einem Rutsch bis zum Boden des Schachtes fiel.
Viel wahrscheinlicher ist die Möglichkeit, daß Julen den Schacht heruntergerutscht ist.
Zum einen trug der Junge eine Bekleidung, die an den Wänden des Schachtes gerieben hätten.
Auch würde auch ein so junger Mensch instinktiv die Arme ausbreiten.
Auch ist der Schacht nicht kerzengerade und Wurzeln von Pflanzen, Steinvorstöße etc. würde ein natürliches Hindernis bilden.

Somit kann man schon von einer Rettungsmission sprechen.

Das ist meine Meinung.

@nie wieder spd

Wie kommen sie zu dem Schluss das ein Sturz in soch einem kleinen Durchmesser zwangsläufig tötlich ist? Haben sie persönliche Erfahrung in diesem Bereich, oder sich gesondert informiert?
Falls nicht, könnte fast der Eindruck entstehen, das sie selbst eher daran interesiert waren hier im Forum "Quote" zu machen, als einen qualitativ hochwertigen Betrag zu leisten.

@ 13:48 von Rolf_US

"Glauben Sie wirklich, Sie können das aus der Ferne besser beurteilen als die Experten vor Ort?"
.
Ich glaube das kann jeder beurteilen.
Es ist egal, ob der Junge gefallen oder gerutscht ist.
Wie würde es denn Ihnen gehen, nach einem 100m-Rutsch und dann 13 Tage ohne einen Tropfen Wasser?
Eine Autopsie sollte man sich daher auch für die Eltern sparen.
Dieser Unfall ist schon schlimm genug.

Bei aller Anteilnahme

und dem Hoffen das Julen noch lebend geborgen werden kann,stelle ich mir die Frage warum so ein Brunnen Schacht nicht mit einer Platte oder großen Stein wieder verschlossen worden ist, nachdem dort kein Wasser gefunden wurde. Das gibt mir Rätsel auf.

@nie wieder spd

"Es war völlig Verantwortungslos von Medien und anderen Beteiligten den Eltern einzureden, dass ihr Junge zu retten war." Am 26. Januar 2019 um 13:00 von nie wieder spd

Ist ja auch total komisch, dass Eltern auf "Experten", wie Sie einer sind nicht gehört haben.

Gebet und Mitgefühl.

Mein Gebet und mein Mitgefühl gelten den Eltern und Angehörigen des verstorbenen Jungen. Es bleibt zu hoffen, dass die Menschen in der Region künftig derartige Bohrlöcher sorgfältiger sichern.

Dies ist als allererstes

Dies ist als allererstes keine gerechte Diskussion da diese Situation so noch nie zuvor aufgetreten ist und die Rettungskräfte engagiert und unermüdlich unterwegs waren.

Zunächst sollte die Zeit für eine ehrliche Trauer im Vordergrund stehen.

Eine Frage die man viel eher stellen kann ist, darf ich auf meinem Grundstück eine ca. 100 Meter tiefe Fallgrube haben?

@nie wieder SPD

Soweit ich sehen kann, hat niemand den Eltern etwas eingeredet, sondern Rettungsspezialisten haben versucht, so schnell wie möglich herauszufinden, wo der Kleine sich befindet und dann zu ihm zu kommen.
Es ist so tragisch ausgegangen, wie zu befürchten war. Und man mag sich gar nicht vorstellen, wie es dem Kleinen ergangen ist.

Gerade deshalb war es wichtig, ihn zu finden und Gewissheit zu haben, dass er nicht mehr lebt. Sonst würden sich seine Eltern noch viel länger und unerträglicher quälen, als das sowieso schon der Fall sein wird.

Lassen Sie doch jetzt mal Anschuldigungen gegen alles und jeden, besonders gegen Menschen, die sich rund um die Uhr bemüht haben.

Das ist so traurig

mein Beileid den armen Eltern und den vielen Helfern, deren Einsatz leider nicht zu einem guten Ausgang führte.

@ Skinny Norris

Den Eltern eine Mitschuld geben ? Von wegen.

Das Loch war eher schmal und nicht unbedingt sofort sichtbar. Und da es illegal gebohrt wurde, dürfen Sie auch von fehlenden Warnschildern und einer Absperrung ausgehen. Warum sollten die Eltern dann von einer solchen Gefahr ausgehen, abgesehen davon das dass Kind stolpern etc. könnte ?

Eine Schuld der Eltern würde ich nur dann in den Raum stellen, wenn das Gebiet abgezäunt oder mit Warnhinweisen versehen gewesen wäre.

Die Eltern werden sich auch schon ohne wirkliches Verschulden die größten Vorwürfe machen, da braucht nicht noch in die Kerbe zu hauen...

Nun gibt es Kritik ... natürlich, die gibt es doch immer...

zuerst sollte es Kritik an dem Brunnen-/ Loch-Besitzer geben, es hätte ja auch was anderes als der kleine Junge da rein fallen können und weder Katz noch Kaninchen haben dergleichen verdient. Und dann gilt Kritik der Aufsichtsperson, die auch wenn sie nix von dem Loch gewußt hat, hätte aufpassen müssen, dann würden auch die "Gepflogenheiten" Kritik verdienen, die es möglich machen, das dergleichen Löcher einfach in der Gegend herum liegen ... Es gäbe so schrecklich viele Kritikpunkte, das man aufhören sollte sie alle bedienen zu wollen.

@ Neutrale Welt

Die Frage, wie es mir gehen würde, stellt sich nicht, da ich kein zweijähriges Kind bin. In den ersten acht bis zehn Tagen hatten die Experten - von denen ich nach wie vor glaube, dass Sie mehr Ahnung haben als wir in diesem Forum - tatsächlich noch Hoffnung, da sie der Meinung waren, der Junge könne im günstigsten Fall so lange überleben, d. h. wenn er nicht gefallen sein und es dort unten genug Sauerstoff und Feuchtigkeit geben sollte. Laut Auskunft der Ärzte können kleine Kinder unter solchen Umständen länger überleben als Erwachsene.
Das alles konnte man in allen Details in den spanischen Medien verfolgen, so dass ich nach wie vor der Meinung bin, wir sollten uns mit Ferndiagnosen zurückhalten.
Was die Autopsie angeht, bin ich zwar Ihrer Meinung, aber sie wird sich schon wegen der strafrechtlichen Ermittlungen gar nicht vermeiden lassen. Das ist in Spanien nicht anders als in Deutschland: Bei dem Verdacht auf eine nicht natürliche Todesursache muss eine Autopsie gemacht werden.

Nicht die Retter ...

... sind hier in irgendeiner Weise zu kritisieren, sondern AUSSCHLIESSLICH diejenigen, die illegale und obendrein ungesicherte Brunnen gebohrt haben!!
Es ist nicht das erste Mal, daß Menschen dort hineingefallen sind - aber für ein Umdenken (bzgl. der Richtigkeit von Vorschriften) Muß es offenbar immer erst Tote geben - egal, wo ...
Auch hierzulande überall zu beobachten!!

So traurig es ist..

.. wer glaubt dass ein 2-jähriger einen 100 m Sturz in einen Tunnel überlebt, ist schlicht naiv.
Obgleich es nachvollziehbar ist, dass man den Jungen da raus holen möchte, mindestens damit er ein würdevolles Begräbnis bekommt, darf man nicht verkennen, dass nach einem solchen Unfall - offen gesagt - nicht mehr viel übrig bleibt.
Jetzt den Rettungsdiensten einen Vorwurf zu machen ist nun wirklich etwas unangebracht. Den Eltern meinetwegen, oder denjenigen die die Baustelle nicht gescheit gesichert haben.

@ Kampfkanin, um 15:50

Das ist sicher richtig, doch was nutzen die besten Vorschriften, wenn sie nicht eingehalten werden?

Kritik ist unberechtigt

"Nun gibt es Kritik am den Rettungsdiensten. War der Einsatz falsch geplant?"
Sicherlich sollte man sich fragen, was kann man in so einem Fall besser machen und aus Fehlern lernen.

Aber die Kritik am Rettungsteam ist in diesem Fall völlig gegenstandslos, da der Junge schon durch den Aufprall gestorben war (lt. Printmedium Rheinpfalz, heute).

Die Verantwortung für den Tod hat meiner Meinung nach der Grundstücksbesitzer, da er das Loch nicht gesichert hat (Abdeckung z.B. mit Vorhängeschloss hätte genügt).

Vorwürfe an die Retter

Ich war in meiner Jugend bei der Feuerwehr, habe mich mit etlichen anderen jungen Leuten dann aber abgemeldet, als im Nachbarort die Einsatzkräfte nach einem missglückten Rettungseinsatz sehr heftig kritisiert wurden.

Ein ordentliches Grab

Auch wenn es viel Geld kostet, das jetzt sicher die Eltern mit einem Darlehen zahlen müssen, die Leiche des Kindes musste doch geborgen werden um es ordentlich zu beerdigen.

So eine Rettung Aktion

in einem harten Gesteinsboden hat es doch in dieser Form wohl noch nicht gegeben,deshalb meine ich hier ist jede Kritik falsch am Platze. Man wird hierbei Kenntnisse erworben haben die bei einem ähnlichen Fall in Zukunft hilfreich sein können.

Meine Anteilnahme!

Verehrte Mitleser,

für mich ist angesichts einer solchen Tragödie beschämend, wie sich während der gesamten Situation und auch nun im Nachhinein an vielerlei Stellen darüber geäußert wird.

Niemand kann für einen anderen Menschen wirklich so umfassend nachvollziehen, wie stark Belastungen und Selbstvorwürfe gerade in einem fast 14-tägigen zur Tatenlosigkeit verdammten Ausharren und wie wichtig vielleicht das Klammern an den noch so kleinsten Schimmer einer Hoffnung sind, um innerlich nicht zu zerreißen.

(Leider muss ich kürzen.)

Wir können helfen, begleiten und auch zeigen, dass es keine Frage von rein regionalem oder nationalem Interesse ist oder weiter sinnlos lamentieren.
Mich würde es freuen, wenn Leser, Organisationen und auch die Medien ihre menschliche Seiten mit Taten erkennen lassen, wie sie selbst oder durch weitere Initiativen eine Hilfe in dieser schweren Zeit für Julens Eltern und betroffene Angehörige sein können: psychologisch, finanziell und im Alltag (z. B. Jobs).

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