Ihre Meinung zu: Leben in Ägypten: Brutaler als unter Mubarak

25. Januar 2019 - 11:45 Uhr

Seit sechs Jahren ist der ägyptische Präsident al-Sisi an der Macht. Doch wer das System kritisiert, kommt ins Gefängnis und wird brutal gefoltert. Von Martin Durm.

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Kommentare

Leben in Ägypten: ... wer will das schon?

Das dramatische an der ganzen Sache sind ja neben den kleinen Dramen im Zentrum, all den gefolterten, den getöteten, den verarmten, das es alles nichts hilft. Wenn das Regime eines Tages zusammen bricht, gibt es doch keinen Moslembruder, keinen Eiferer weniger. Und all die anderen, die Friedliebenden, die Demokratiehungrigen, die Freiheitssüchtigen leiden unter den Bedingungen sicher mehr, als das organisierte Potential der religiösen Eiferer.

Es gab keinen Aufschrei..

..als der 2012 gewählte Präsident Mursi vom Militär abgesägt wurde, niemanden der die Demokratie in dem Moment verteidigen wollte, die Verwunderung nun scheint unangebracht.

Es gab keinen Aufschrei..

..als der 2012 gewählte Präsident Mursi vom Militär abgesägt wurde, niemanden der die Demokratie in dem Moment verteidigen wollte, die Verwunderung nun scheint unangebracht.

Es ist alles mit einem Satz erklärt

Es ist unser Diktator, also ist alles in Ordnung.

Es ist die einzige Definition, nach der wir der "Westen" auch die brutalsten Machthaber als offizielle Regierung anerkennen und diese ohne Konsequenzen agieren können, wie es denen beliebt.

Die Alternative heißt Gottestaat

Pest oder Cholera.

Nach Abwägung gilt:
Lieber al-Sisi als Mursis sunnitische Moslembrudertruppe, deren mörderische Kraken überall hin, auch nach Deutschland reichen.

Al-Sisi oder Muslimbrüder?

Ihr Artikel ist leider an Einseitigkeit und Lückenhaftigkeit kaum zu überbieten.
Der von Ihnen wie in den westlichen Medien schöngeredete "arabische Frühling" 2011 führte geradewegs in ein Terrorregime der Muslimbruderschaft, unter dem Andersdenkende und -gläubige massiv zu leiden hatten, insbesondere Christen.
Bei allem, was man dem Präsidenten-General al-Sisi anlasten mag – unter seiner Regierung erfährt zumindest die von der Ausrottung durch Islamisten bedrohte koptische Kirche in Ägypten wieder angemessenen Schutz.
Auch das gehört zum Gesamtbild.

Dieses Regime in Ägypten wird

Dieses Regime in Ägypten wird nicht nur von ausländischen Regierungen geduldet und unterstützt, sondern auch von Touristen aus aller Welt. Das wollen wir mal nicht vergessen.

Tolle Sicherheit

Sicheres Herkunftsland, sagen unsere politischen Träumer aus Berlin.

Kein 2. Syrien und Libyen

Bei Syrien und Libyen begann der Krieg/Bürgerkrieg auch mit dem Anprangern von Menschenrechtsverletzungen. Wir wissen, wie der Westen angeführt von Obama in beiden Länder die Regime stürzen wollte. Leider führte dies zu nachhaltiger Zerstörung und dem Tod Zehntausender und Vertreibung von Millionen. Dieses Szenario sollte für Ägypten vermieden werden. Es ist zwar traurig aber das Regime in Ägypten sollte nicht gestürzt werden, solange es keine Alternative gibt. Statt mit Mubarak sollte man Ägypten mit dem Zustand von Syrien und Libyen vergleichen.

Arabischer Frühling

Ägypten ist dann wohl das beste Beispiel was der sogenannte arabische Frühling der arabischen Region gebracht hat.
Neben Syrien, wo der Westen und an erster Stelle die USA und Saudis dazu beigetragen haben um die Flamme der Rebellion und somit den geplanten Sturz Assads weiter anzufeuern und somit den grauenvollen Krieg und die Flüchtlingskrise die daraus resultierte zu verantworten haben und die Erstärkung des IS, ist dann auch oder eben Ägypten ein gutes Beispiel dafür, was durch einen solchen Sturz eines im Westen nicht geduldeten oder beliebten odere unnützlichen Machthabers dann schlussendlich resultieren kann.
Die westliche Welt täte gut daran ihre interventionistische Politik in verschiedenen Regionen der Welt in Frage zu stellen und weitestgehend zu überdenken und sich sogar auf vielen Feldern zu entschuldigen, um letztendlich freundschaftliche Beziehungen wieder aufzubauen und an erster Stelle das Vertrauen.

Gute Kunden

Gute Kunden für allerlei Waffen waren in Deutschland schon immer willkommen
auch wenn sie kein Geld haben um diese zu bezahlen.
Wer interessiert sich in Deutschland schon dafür wer damit umgebracht wird.
Hauptsache die Waffenschmieden haben Arbeit.
Dass die Christlichen Parteien das auch noch gut finden ist eine Schande hoch drei.

Mubarak

stand einer Militärregierung vor, war westlich orientiert, hat Ägypten politisch und wirtschaftlich modernisiert und nach vorne gebracht. Seine falschen Freunde im Westen und in den USA haben ihn ohne Grund und Not fallen lassen in der Inszenierung "Arabischer Frühling". Dann wurde gewählt. Leider falsch, aus Sicht des Westens, nämlich eher radikal islamisch. Nicht gut. Wen wundert es dann, wenn der Westen und die USA den nun folgenden Militärputsch und Militärregierung gut fanden und finden. Hauptsache willfährig. Menschenrechte und Demokratie sind hohle Phrasen, die der Westen gerne als Begründung für sein geldinteressengesteuertes Handeln heranzieht (siehe auch Ukraine, Irak, Iran, Libyen, Venezuela usw.) Was bleibt sind Unmoral und Profitgier-die Lebenselexiere unseres verdorbenen Systems.

Brutaler als unter Mubarak

Was ist mit den Frauen passiert, die für Freiheit und Menschenrechte demonstriert haben?
Diese Frauen wurden nicht nur von den Ägyptern verraten, sondern auch vom sogenannten Westen!
Obama und Clinton waren mit Mursi sofort einverstanden und versprachen ihm große finanzielle Hilfen.
Dass das für die Frauen keine Freiheit bringen konnte, war ihnen ziemloch egal!
Einen Moslembruder hatten die Frauen sich nicht gewünscht!

Wohin?

Ägypten hat derzeit knapp 100 Millionen Einwohner.
Vor 60 Jahren waren es 30 Millionen.
Bevölkerungswachstum derzeit um 2,4 %.
Die besiedelbaren Teile des Landes sind extrem dicht bevölkert.
Der Beitrag beschreibt, ob Ägypten ein sicherer Staat ist.

Um seine Meinung äußern zu dürfen, ein Lebensperspektive zu haben oder überhaupt nur zum schieren Überleben. Wohin werden die Menschen gehen?

Menschenrechte .... Demokratie

wenn man derlei Errungenschaften zu schätzen weiß

Staatsgläubigkeit und Erkenntnis - ein Lernprozess

Staatsgläubigkeit bzw. der Glaube an den Staat ist grundsätzlich - so meinen manche - der gefährlichste Glaube oder Aberglaube überhaupt. Und damit das eigentliche Grundübel.
Das zeigt sich natürlich auch hier. Der ägyptische Staatsapparat - die Staatsmacht mit ihren Machthabern - unterdrückt ihre Kritiker. Kann man an diesen Staat glauben?

Frau Merkel - unsere Staatsmächtige - lobt den ägyptischen Staatspräsidenten und unterstützt wirtschaftliche Verbindungen und Interessen. Glauben wir oder sollen wir glauben, daß unsere Kanzlerin hier wirklich gut und moralisch handelt und agiert?
Und tut sie das denn?

Gute Abschreckung

Ich werde rot vor Scham, wenn ich mich in gewissem Sinne über jeden Diktator freue, der seine Bevölkerung schlecht behandelt. Der wird in wenigen Jahren selber vertrieben. Aber es ist so: der Trend geht weg von demokratischen Systemen, wie unseres eines ist. Überall tauchen Links- oder Rechtspopulisten auf, die anfangs sogar erfolgreicher sind als demokratisch legitimierte Regierungen, denn die fragen niemanden. Was befohlen wird, wird getan, und wer nicht folgsam ist, wird eingesperrt und gefoltert.

Es gibt nur einen Weg, solche Diktaturen zu verhindern. Der Normalbürger braucht mehr Bildung, damit er hinter die Zusammenhänge blicken kann. Aber das wird wohl nie passieren...

Wie erklärt es sich

Wie erklärt es sich eigentlich, daß in unmittelbarer Nachbarschaft zu Europa so viele Despoten zu finden sind?Demokratie scheint deren Ding nicht zu sein. So weit sind die wohl alle noch nicht.

Brutaler als unter Mubarak

Aha es wird Zeit, dass die Wertegemeinschaft intervenirt. Eventuell durch die Unterstützung der Opposition (auch mit Waffen), durch einen von aussen gesteuerten Putsch oder auch mit einem direkten militärischen Angriff selbstverständlich um den Menschen Demokratie, Menschenrechte und freie Presse usw. zu bringen.
Und geht nicht gibts nicht was bei den einen nur recht und billig ist muss für die anderen doch auch gelten. Oder?

Tja, es ist immer wieder traurig so etwas lesen...

...zu müssen!

---

Ja, richtig gelesen. Lesen müssen.
Denn wenn ich über solche Artikel einfach hinwegsehe mache ich mich mit schuldig.
Ich persönlich kann leider nicht viel ausrichten, außer hier z.B. darüber zu schreiben.
Es ist einfach nur Willkür gegenüber denen, die dem Staatsorgan gefährlich erscheinen.

Menschen werden zerbrochen u. zerstört.
Und weshalb? Wegen des Machterhalts.

Leider hat Ägypten keine große Bodenschätze wie Erdöl oder Erdgas.
Wäre dem so würden evtl. die westl. Staaten anders handeln.
Nicht anders denken, nur handeln.

Denn die Menschen dort sind den verantwortlichen Politiker doch völlig egal.

Der Mensch an sich ist ja sowas von pervers.
Man muß sich schämen zu dieser Spezies dazu zugehören.

Arabischer Frühling - statt Menschenrechten nur Elend

@12:33 von Jean-Baptiste
"Arabischer Frühling
Ägypten ist dann wohl das beste Beispiel was der sogenannte arabische Frühling der arabischen Region gebracht hat.
Neben Syrien, wo der Westen und an erster Stelle die USA und Saudis dazu beigetragen haben um die Flamme der Rebellion und somit den geplanten Sturz Assads weiter anzufeuern und somit den grauenvollen Krieg und die Flüchtlingskrise die daraus resultierte zu verantworten haben und die Erstärkung des IS, ist dann auch oder eben Ägypten ein gutes Beispiel dafür, was durch einen solchen Sturz eines.... Machthabers dann schlussendlich resultieren kann.". Vollkommen richtig!
Die westliche Welt sollte erkennen dass das Konzept eines auf Menschenrechten basierenden Staates im muslimischen Kulturraum nicht funktioniert. Ganz einfach, weil Islam und zB Gleichberechtigung der Frau sich gegenseitig ausschließen. Deshalb: China und Russland dort machen lassen, deren politische Systeme passen besser in die Region.

12:38 Vielfahrer1

"Dass die christlichen Parteien das auch noch gut finden ist eine Schande hoch drei..."

Sie sind offensichtlich noch sehr jung aber ich versichere Ihnen die christlichen Parteien waren und sind immer an vordertster Front wenn es um Waffen und Kriegsgeschrei geht.
Wurde auch immer schön mit Zuwendungen bedacht von der Waffenlobby.

Wohlkalkuliertes Wegsehen

„Nach der Auffassung von Aida Seif al-Dawla lügt die Regierung: "Die Berichte der Opfer stimmen durchweg überein. Zum Beispiel, wie sie unabhängig voneinander die Ankunft in den Haftanstalten beschreiben: Wenn die Transportvans ankommen und sie aussteigen und reingehen müssen. Sie nennen das Taschrifa - Empfangsfeier."“

Die Tatsache der Übereinstimmung solcher Berichte von Regimeopfern sollte der Weltöffentlichkeit (und zwar einschließlich der jeweiligen Regierungsverantwortlichen) eigentlich schon aufgrund deren „schieren Masse“ als Anhaltspunkt und Grundlage für die strategische Planung ihres weiteren politischen Vorgehens völlig ausreichen.

Warum tut sie das nicht???

Auf was für „Beweise“ warten die "Regierungsverantwortlichen" denn noch???

Das hier wäre zumindest ein Anhaltspunkt für eine mögliche Erklärung: "Ägypten zählt zu den Top-Empfängern deutscher Wehrtechnik außerhalb der EU, erst vor wenigen Wochen hat der Bundessicherheitsrat (...)"

Money makes the world go round...

Aus eigener

Anschauung: Ja, Ägypten wird quasi despotisch regiert, aber es ist immerhin ein orientalisches Land, in dem einem nicht ständig die Kugeln um die Ohren fliegen. Und ohne diesen "Frieden" hätte Ägypten keine Chance, wirtschaftlich irgendwann wieder auf gesunde Füße zu kommen. Das Verschrecken von Investoren und Touristen war leider ein unheilvoller Nebeneffekt des bei uns so gelobten "arabischen Frühlings". Der Masse der Ägypter geht es augenblicklich ziemlich dreckig.

Ägypten hat keine Zukunft...

Ägypten kann seine stark angewachsene Bevölkerung nicht ernähren; ist abhängig von Lebensmittelimporten (primär Getreideimporten); es herrscht eine sehr hohe Arbeitslosigkeit und damit Perspektivlosogkeit besonders junger Leute; die Regierung ist abhängig von ausländischen Geldern (USA und SaudiArabien) - ohne diese ständigen Zuschüsse wäre die Regierung handlungsunfähig. Die Willfährigkeit gegenüber diesen Hauptsponsoren ist die Folge. Es gibt keine Idee, kein Konzept der Regierung, wie eine die Lage verbessernde Politik aussehen könnte. Die Unzufriedenheit im Land ist sehr hoch, speziell bei jungen halbwegs Gebildeten, es gibt aber auch in diesen Kreisen keine überzeugende Idee, wohin Ägypten sich entwickeln sollte. Hinzu kommt die sehr hohe Geburtenrate, die alles noch verschlimmert. Ägypten wäre ohne den Diktator Sisi und seine ausländischen Geldgeber ein Failed-State. Das weiß Europa, das wissen die USA. Ägypten ist verloren, so oder so. Vielleicht demnächst ein zweites Somalia.

Bereits während des arabischen Frühlings,

der von den westlichen Demokratien so überschwänglich gefeiert wurde, stellte sich mir die Frage, was danach kommt. In Ägypten setzten sich die Muslimbrüder demokratisch durch. Daraufhin fand der Westen, dass das ja wohl etwas zu viel Demokratie ist. Und aus diesem Grund wird nun weggeschaut, denn Al-Sisi handelt im Sinne des Westen, indem er religiöse Eiferer von den Machtzentren fernhält. Mubarak- Al-Sisi, ich kann keinen gravierenden Unterschied erkennen. Beide brutale Machtpolitiker, die zum Zwecke des Machterhalts über Leichen gehen. Eigentlich niemand, mit dem man als Demokrat zu tun haben sollte. Wenn da nicht die unerwünschten Alternativen wären...He's a bad Boy, but he's ours.

Was wäre die Alternative?

Ein beinhartes islamistisches Regime der Moslembrüder. Frauenunterdrückung, Koptenverfolgung, Verfolgung Andersgläubiger und säkulärer Ägypterinnen und Ägypter inklusive. Die demokratischen Kräfte sind zu schwach und unorganisiert

Brutaler als Mubarak? Warum

Brutaler als Mubarak? Warum musste dieser denn dann gehen? Es kommt mir so vor, als gäbe es für die arabische Welt überhaupt kein Konzept.

Der Politische Islam ist verantwortlich

Solange Extremistische Islambrüderschaft an die Macht kommen wollen,solange hat die Bürgerliche Gesellschaft das Recht und die Pflicht sich zu verteidigen.Sissi macht alles richtig.Was passiert wenn man den Islamisten den Staat überlässt kann man ganz gut in der Türkei beobachten.

So wie gerade in Venezuela

So wie gerade in Venezuela muss sich in Ägypten nur jemand finden, der sich zum Übergangspräsidenten erklärt.
Dann wird ihm die Unterstützung der westlichen „Werte“gemeinschaft sicher sein.
Das wäre auch für Frankreich eine Lösung!

Ist das jetzt Absicht?

Einen Vergleich Mubarak- Sisi kann man ja schnell herstellen. Warum fehlt hier aber das Interregnium der Moslembrüder, der jetzt ach so Verfolgten? Weil unter deren Herrschaft in Ägypten heute alle Christen tot oder geflohen wären. Man feierte noch den "demokratischen" Wahlsieg dieser Brüder, als in Kairo schon die ersten Kirchen brannten, und Christen starben. War damals allerdings nicht opportun, als CDU-Mitglied so etwas öffentlich zu sagen! Und beim Waffenexport hier D hervorzuheben, bei der Kritik! Hat nicht Frankreich Hubschrauberträger, die Russland schon bezahlt hatte, lieber an Ägypten geliefert? Schon irgendwie bigott, das alles jetzt zu kritisieren.

Leben in Ägypten brutaler als Mubarak

Wenn die Regierung nicht so hart zugreifen würde...würde das Land bald von Islamisten überrollt...dann hat keiner mehr was zum Lachen! Ich finde es gut dass Al Sisi diese Gefahr schon im Keim erstickenden will.
Ich liebe Ägypten und wünsche allen ein freies Leben und Normalität. Irgendwo muss die Regierung anfangen den Weg dafür zu regeln. Mit extremen Islamismus ist das unmöglich!

von kölner1

>Dieses Regime in Ägypten wird nicht nur von ausländischen Regierungen geduldet und unterstützt, sondern auch von Touristen aus aller Welt. Das wollen wir mal nicht vergessen.<
Na und?! Ist das bei totalitären und autoritären Staaten wie China, Türkei, Russland, etwa anders?
Wer den Kontakt ganz abbricht verliert jeden politischen Einfluss auf Änderungen.
Wer den Tourismus boykotieren will liegt genauso falsch, da darunter hauptsächlich die Arbeitsplätze und Einkommen der Bevölkerung leiden würden.

Der Politische Islam ist verantwortlich ...

14:34 von Reginald … Ach, so schön das klingt, so vereinfacht ist das auch.
Die soziale Lage macht alle guten Ansätze zunichte - die Flut der Armen und Perspektivlosen ist jeder Entwicklung im Wege. Die Schwäche der sozialistischen Idee/ Realität ist die Stärke der ganze religiösen Bewegungen - wo keine Alternative im Diesseits zu suchen ist, da kommt automatisch der Verweis aufs Jenseits. Die Festgefahrene Lage um Israel, das zweite, nachkoloniale Trauma der arabischen Welt, zerrüttet jegliches Verhältnis zur Westlichen Welt und macht diese zum Negativum. Es gäbe noch vieles dazu zu sagen, jedenfalls ist es zu komplex um es auf eine kurze Formel zu bringen.

@ Reginald 14:34

Das ist aber nicht sehr demokratisch. Wenn das Volk dies durch freie Wahl so bestimmt, dann hat sich die unterlegene Minderheit zu fügen, ob es ihr passt oder nicht. Sie hat natürlich das Recht, auf demokratische Weise einen Fehler zu korrigieren. Und wer soll den die bürgerliche Gesellschaft sein. Das Volk wählt in seiner Gesamtheit und da hat jeder zum Glück die gleiche Stimme, egal zu welcher Gesellschaftsschicht er gehört.

@B. Goldmann

>Vielleicht demnächst ein zweites Somalia<
Die gesamte Situation in Somalia war und ist glaube ich nicht mit Ägypten gleichsetzbar.
Ein Militärregime möchte jegliche Oppostion und Widerstandsgruppen wie die Tutzis oder Kurden von vorneherein gewaltsam unterdrücken und ausschalten.
Die Bundesregierung und EU sollten Aufträge und Unterstüzungen mehr von der Einhaltung der MR abhängig machen.

Alle die hier die Geschichte faelschen:

Erste Amtshandlung Mursis: Freie Presse!
2. Entlassung aller politischen Gefangenen.
Aber das wollt ihr Luegner und Indoktrinierten ja gar nicht hoeren! Dann hat Sisis Armee Stom unterbrochen und Brot verknappt (die Armee kontrolliert praktisch alles)und es Mursi in die Schuhe geschoben. Macht euch kundig bevor ihr so viel Mist hier abwerft.
Massenmoerder Sisi kann NUR mit Hilfe des Westens bestehen. Widerwaertiger Fakt!

Unterdrückung oder Chaos

Natürlich trifft diese Repression auch Unschuldige. Würde man es aber so nicht machen, würde Ägypten im Chaos versinken, mit Hunderttausenden von Toten und einem endlosen Flüchtlingsstrom in Richtung Europa bzw. Deutschland.

14:20 von Chili58

In Ägypten setzten sich die Muslimbrüder demokratisch durch. Daraufhin fand der Westen, dass das ja wohl etwas zu viel Demokratie ist.

Das fand' man wohl kaum, jedoch gab die Politik von Mursi Anlass zu berechtigten Bedenken, wie man mit Ägypten auf internationaler/bilateraler Ebene umgehen sollte. Es gab außerdem Bedenken, ob Ägypten unter den Muslimbrüdern demokratisch bleiben würde.

Und aus diesem Grund wird nun weggeschaut, denn Al-Sisi handelt im Sinne des Westen, indem er religiöse Eiferer von den Machtzentren fernhält.

Das mag sein. Ob das nun nur im Sinne des Westens ist, dass Ägypten ein funktionierender Staat und im sicherheitspolitischen Kontext eine stabile und berechenbare Größe bleibt - oder ob davon am Ende nicht die ganze Region und auch Ägypten selbst profitiert, würde ich mal dahingestellt lassen.

Sind denn die Zustände z.B.

Sind denn die Zustände z.B. in der Türkei, in Russland, dem Iran, China besser?

Supershlau

Schicken wir doch einmal die Amis hin: Die bringen mit Sicherheit Demokratie und Wohlstand!

12:56, Wegelagerer34

>> Was bleibt sind Unmoral und Profitgier-die Lebenselexiere unseres verdorbenen Systems.<<

Es sind Konstanten der menschlichen Geschichte, aber nicht ihr Lebenselixier. Sie finden kein System auf dieser Erde, egal wo, das nicht von ihnen bestimmt wird.

Lesen Sie Bücher, gehen Sie ins Theater. Es geht dort um nichts anderes. Mindestens seit griechisch-klassischen Zeiten.

Folteropfer auch hier

Ein befreundeter Therapeut hat ägyptische Flüchtlinge in Behandlung und erzählt mir von deren Leidenswegen. Horror pur!

Wer in Ägypten Urlaub macht, hält dieses Regime am Leben und macht sich mitschuldig.

politischer Islam als gangbare Alternative

Der politische Islam wäre eine realistische Alternative. Aber der Westen (!) war schon unter dem demokratisch gewählten Mursi (der z.B. Frauen erlaubte - nicht: zwang - , im staatlichen Fernsehen Kopftuch zu tragen! Klar: extremistisch!...) nicht dazu bereit und schützte hingegen durch seine schweigende Zustimmung die Militärputscher, die Mursi absetzten und al-Sisi an die Macht brachten. Mursi hat viel Mist gemacht, aber die Ägypter hätten das Recht gehabt, ihn ebenso demokratisch abzuwählen. Aber das war dem Westen schon zu heikel...

Das Militär in Ägypten hat seit Jahrzehnten eine enorme wirtschaftliche, aber auch politische Macht. Mursi hätte an deren Stuhl gesägt. Also: Putsch. Und der Westen schwieg...

Exil-Ägypter beschreiben die Zustände unter al-Sisi seit Jahren. Aber im Westen braucht es nur das Schreckgespenst eines islamistischen Staates und/oder eines instabilen Staates... dann hören die einfachen Leute - und erst recht die Politiker - gern weg.

Ja, Ägypten ist eine brutale

Ja, Ägypten ist eine brutale Militärdiktatur. Sisi ein brutaler Militärdiktator. Als Mursis legitime Regierung weggeputscht wurde, hat man im Westen Beifall geklatscht. So wie man jetzt Beifall klatscht zum regime change-Versuch in Venezuela.

Völkerrecht sollte man immer beachten, nicht nur, wenn es politisch in den Kram passt. Völkerrechtlicher Relativismus im Dienst der vermeintlich guten Sache führt zu Ergebnissen wie in Ägypten.

14:55, Rumpelstielz

>> Die Schwäche der sozialistischen Idee/ Realität ist die Stärke der ganze religiösen Bewegungen - wo keine Alternative im Diesseits zu suchen ist, da kommt automatisch der Verweis aufs Jenseits.<<

Ja, so ist es.

Es gab mal Leute wie Nasser oder Sadat in Ägypten. Zu Zeiten, als es noch starke linke, sozialistische Bewegungen im arabischen Raum gab. Aber dann kam die Förderung der Islamisten durch die USA (siehe Operation Cyclone) als Mittel im kalten Krieg. Als die UdSSR diesen dann verlor, führte dies zur weltweiten Diskreditierung der sozialistischen Idee, und die Saat ging auf. Es gab wirklich hoffnungsvolle Ansätze im Nahen Osten, ich hatte in den späten 70ern/frühen 80ern zahlreiche Kontakte zu arabischen Sozialisten. Es war eine hoffnungsvolle Zeit. Und dann: der reaktionäre Rollback, der Rückzug ins Religiöse. Ich kann mich noch deutlich entsinnen, wie Saddam Hussein und Gaddafi plötzlich mit dem Koran wedelten, was ich damals nicht verstand.

Jetzt verstehe ich es.

schwarzweiß? - es gibt mehr als al-Sisi & Extremisten!

"Man feierte noch den 'demokratischen' Wahlsieg dieser Brüder, als in Kairo schon die ersten Kirchen brannten, und Christen starben." (Bernd39, 14.42)

Steile These, zumal Sie insinuieren, daß Mursi dafür verantwortlich gewesen sei - bitte Quellen anführen.

Das Forum hier ist jedenfalls erschreckend einseitig:

Es gibt nicht nur "die" (extremistischen) Moslembrüder oder das Militär.

Mursi z.B. war wohl nicht der Fähigste, aber er war kein Extremist - dafür gab es zumindest keinerlei Anzeichen (ansonsten bitte Quellen dafür! Behauptungen reichen nicht).

Es gibt auch moderaten politischen Islam - der muß übrigens dem Westen nicht einmal gefallen, nur den Ägyptern. Wenn wir Demokratie unterstützen würden.

15:27, Heißer Schnee

>>Unterdrückung oder Chaos
Natürlich trifft diese Repression auch Unschuldige. Würde man es aber so nicht machen, würde Ägypten im Chaos versinken, mit Hunderttausenden von Toten und einem endlosen Flüchtlingsstrom in Richtung Europa bzw. Deutschland.<<

Was für eine arrogante Sicht auf andere Menschen und ihre Lebensverhältnisse.

Können Sie sich eigentlich vorstellen, daß ein Ägypter ein Mensch ist, ganz genau wie Sie?

Danken Sie Ihrem Schicksal jeden Morgen auf Knien, daß Sie nicht in Ägypten geboren wurden?

Sie sollten es tun.

Ja,ja

Ein brutaler Regime hier, ein Kinderfresseder Diktator dort. Werden wir langsam auf einen nächsten Regime Change vorbereitet?

Wer Kontakte

nach Ägypten hat, wusste das bereits ein Jahr nach der “Wahl“. Immer wenn Ägypten zu kommentieren war, schrieb ich das. Herr Kerry sagte zu diesem Zeitpunkt, dass sich Ägypten mit Al-Sisi auf einem guten Weg in die Demokratie befindet. Bei dieser Aussage wurde mir fast übel.
Vergangenen Oktober war ich für drei Wochen dort unterwegs (nicht als Tourist). Ich kann nur sagen, die Angst der Menschen ist greifbar.
Und alle die meinen, dass Al-Sisi besser ist als die Muslimbrüder: woran machen Sie das fest? Leben Sie dort um das beurteilen zu können? Schlimmer hätte auch die Regierung von Mursi nicht sein können. Der hat den Saudis nicht gepasst. Al-Sisi aber ist ein Vasall Saudi-Arabiens.
Zur Info: Al-Sisi hat die Verfassung 1:1 von den MB übernommen und sogar noch (z.B. Frauenrechte) “verfeinert“.

Hoch lebe der "arabische Frühling"...

... oder auch nicht.

Nur ein paar weitere vom Wertewesten unterstützte Umstürze, die krachend gescheitert sind und die betroffenen Länder in Elend, Zerstörung und Tod zurücklassen.

15:43, NeutraleWelt

>>Sind denn die Zustände z.B. in der Türkei, in Russland, dem Iran, China besser?<<

Nicht ganz so entsetzlich und nicht ganz so verzweifelt und hoffnungslos.

Ägypten ist momentan wirklich die Hölle. Relativierungen sind unangebracht.

Al-sisi bester Freund vom Gauck

Ich erinnere mich noch an das Foto wo die Arm in Arm lachend über die Verhaftung der demokratischen gewählten Regierung plauderten.
Und der damaliger Aussenminister schwärmte sogar von Ihm.
Das ist die Doppelmoral, die Deutschland an Tag legt wenn es um den Umgang mit Diktatotoren angeht.
Haupsache Geschäfte laufen gut.

Danke Herr Soros

"Danke" Herr Soros für das Sponsoren des Arabischen Frühlings. Überall wo sich dieser Herr einmischt werden die Zustände eher schlimmer und Menschen sterben.( Siehe auch Ukraine) Statt mit Herrn Altmeier zu frühstücken sollte man dieses Individuum besser verhaften und vor den IGH zitieren.

Ägypten_ al-Sisi

Man mag die Sprechblasen unserer Politiker, Eliten und 'Staats'medien in punkto 'westlicher Werte', u. a. angeblich auch Demokratie und Meinungsfreiheit, nicht mehr hören. Die 'Werte' die bedingungslos verteidigt werden sind 1. Profit 2. Profit und 3. Profit. Da werden die mörderischsten Regimes unterstützt solange sie nur unsere Waffen kaufen und anwenden (Verbrauch erhöht die Nachfrage)! Dafür nimmt man unzählige Opfer billigend in Kauf. Menschenleben zählen in diesem Profitstreben nicht.
Es ist unglaublich menschenverachtend!
Man wendet sich mit Grausen. Für dieses Land unter diesen Politikern kann man sich nur noch schämen!

Karlpeter Ahrens
Kapitän i.R.

13:07 Pummi

Sie haben aber schon überrissen, dass es hier um das Terrorregime von Al-Sisi geht?
Und dieser “gute Mann“ hat die Verfassung der Muslimbrüder ohne Änderungen übernommen. Und dann - ganz in seiner Einstellung Frauenrechten gegenüber - gleich ordentlich beschnitten.
Hat die Regierungen der westlichen Demokratien leider nicht interessiert.

Ich verstehe nicht, warum man sich über die Al-Sisi-Regierung so wundert. Welcher Art der Regierungsstil sein würde, war - wenn man sehen wollte! - schnell klar.

Ägypten

da redet man über Demokratie und Menschenrechte ...

in einem Land die nicht mal wissen, wie man unsere Vorstellung Frauenrechte, buchstabiert
87 % in diesem Land sind beschnitten - von Frauen spreche ich, nicht Männer
und zwar bei Christen wie Muslimen

14:34 Reginald

Nachdem Sie ja offensichtlich der Meinung sind, dass Al Sisi alles richtig macht, könnten Sie mir erklären, warum die Angst der Ägypter dort mit Händen greifbar ist. Danke!

15:59, nehciezreeL

>> Mursi hat viel Mist gemacht, aber die Ägypter hätten das Recht gehabt, ihn ebenso demokratisch abzuwählen. Aber das war dem Westen schon zu heikel...<<

Mursis Ziel war die Abschaffung der Demokratie mit demokratischen Mitteln.

um 15:17 von Agent apple

Ihre Wahrheit wurde in Syrien und Libyen zu Grabe getragen. Als der von Mursi ernannte Provinzgouverneur Adel al-Chajat gefragt wurde, was werde er jetzt als erstes unternehmen, antwortete dieser, er werde als erstes die Anbetung der heidnischen Sphinx beenden und diese abreißen lassen. Als ich das hörte, wusste ich, das ist das Ende von Mursi. Dieser Gouverneur war übrigens Gründer der Terroristengruppe Gamaa Islamija, die 1997 in Luxor ein Massaker an ausländischen Touristen verübten. Innerhalb eines Monats war Mursi abgesetzt.

14:42 Bernd39

Frankreich hat nicht “lieber“ an Ägypten geliefert. Frankreich wurde schlicht von der EU (USA) gezwungen, nicht! an Russland zu liefern. Sie erinnern sich: Sanktionen war das Thema.
Also geben Sie dafür nicht die Schuld an Frankreich.

Schade um Ägypten, Chance für Venezuela

Solche schlimmen und grausamen Zustände sind auch in Venezuela zu erwarten, wenn die USA+EU es tatsächlich schaffen sollten eine Marionetten-Regierung nach ihren eigenen Bedürfnissen zu installieren, wie bereits in Ägypten geschehen. Dann werden die eigentlich legitimen Probleme der Bevölkerung um ein Vielfaches anwachsen und man wird sich in der dunkelsten Diktatur wieder finden, die nur treu zum Westen ist, aber nicht zur eigenen Bevölkerung. Ich kann nur hoffen das Venezuela nicht den selben schlimmen Fehler wie Ägypten macht und seinen eigenen Weg geht, ohne die Einflussnahme der USA und seiner ergebenen europäischen Vassallen. Alles gute an Venezuela und schade um Ägypten, die sich haben so verführen lassen.

14:43 von Manuela Simola

Aha. Ihrer Meinung nach sind/waren alle inhaftierten, gefolterten und auch getöten (z.B.) Journalisten Islamisten?
Auch der von der Al-Sisi-Regierung zu Tode gefolterte italienische Student - ein Islamist?
Sie machen es sich ganz schön einfach.

@DLGPDMKR

„Nach Abwägung gilt:
Lieber al-Sisi als Mursis sunnitische Moslembrudertruppe, deren mörderische Kraken überall hin, auch nach Deutschland reichen“

Eine Realität die im wohlmeinendem Deutschland, gerade und erst Recht im Bezug auf sunnitische Terroristen, nicht erkannt wird. Sisi kennt die Sprache der Fanatiker, naive Ratschläge aus Deutschland zeigen nur die beharrliche Realitätsverweigerung.

16:01, pnyx

>>Als Mursis legitime Regierung weggeputscht wurde, hat man im Westen Beifall geklatscht. So wie man jetzt Beifall klatscht zum regime change-Versuch in Venezuela.<<

Wen meinen Sie mit "man"?

Wen wollen Sie in Venezuela mit Mursi, und wen mit Al Sisi gleichsetzen?

15:27 von Heißer Schnee

“Natürlich trifft diese Repression auch Unschuldige“

Nicht “auch“. Mehrheitlich trifft es wohl eher. Vorallem Journalisten, Schriftsteller, Musiker...

15:30 von Phonomatic

“Es gab außerdem Bedenken, ob Ägypten unter den Muslimbrüdern demokratisch bleiben würde.“

Wann war denn Ägypten demokratisch?

@deutlich

„Was wäre die Alternative?
Ein beinhartes islamistisches Regime der Moslembrüder. Frauenunterdrückung, Koptenverfolgung, Verfolgung Andersgläubiger und säkulärer Ägypterinnen und Ägypter inklusive. Die demokratischen Kräfte sind zu schwach und unorganisiert“

Eine Überlegung die den „gerecht Empörten“ vollkommen abgeht.

Arroganz ja. Aber wessen...

Permanent muss man hier bei wirklich jedem außenpolitischen Thema über die vermeintliche Arroganz des „Wertewestens“ lesen. Kern: Für alles tatsächlich oder vermeintlich Schlechte gibt es immer nur die eine Ursache: Verdeckte oder offene Einmischung des sogenannten Westens, der arroganten Demokraten.

Ich sehe hier hinter eine ganz andere Arroganz: Die gegenüber der „armen“, „muslimischen“, „ungebildeten“, „verführbaren“, „idealistischen“ Bevölkerung.

Die Menschen dort sind aber genau die gleichen Menschen wie wir auch. Es ist eben keine Veranlagungssache, ob ich ägyptischer Muslim oder deutscher Katholik bin.
Und damit gelten dort auch die gleichen humanitären Standards. Und diese einzufordern hat nichts mit „regime change“ oder „Einmischung“ zu tun, sondern mit der Glaubwürdigkeit sich selbst gegenüber.

Damit sind wir Alle auch für Alles mitverantwortlich. Aber schuldig sind immer nur die Täter. Und das ist Sisi und sein Regime.

Und nicht der Westen, die oft letzte Zuflucht.

@Bernd39

„Einen Vergleich Mubarak- Sisi kann man ja schnell herstellen. Warum fehlt hier aber das Interregnium der Moslembrüder, der jetzt ach so Verfolgten? Weil unter deren Herrschaft in Ägypten heute alle Christen tot oder geflohen wären. Man feierte noch den "demokratischen" Wahlsieg dieser Brüder, als in Kairo schon die ersten Kirchen brannten, und Christen starben. War damals allerdings nicht opportun, als CDU-Mitglied so etwas öffentlich zu sagen!„

Sie kennen die Situation in Deutschland. Die Kirchen predigen lieber den Islam als Teil Deutschlands anzuerkennen.

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Sehr geehrte User,
die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Alle wesentlichen Argumente sind genannt. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen die Kommentarfunktion zu schließen.

Die Moderation

@pnyx 16:01

>Als Mursis legitime Regierung weggeputscht wurde, hat man im Westen Beifall geklatscht. So wie man jetzt Beifall klatscht zum regime change-Versuch in Venezuela.<
Das stimmt so nicht aus meiner Sicht!
Die USA und EU haben den Putsch damals bemängelt.
Doch die Moslembrüder waren keine Waisenknaben und so demokratisch wie eigentlich gedacht. Frauen wurden nicht gleichgestellt, Christen und Opposition unterdrückt, die Sharia sollte als Rechtsgrundlage gelten.
Doch vor allem lag die Wirtschaft am Boden, Autofahrer mussten Schlange stehen für etwas sprit, hohe Nahrungspreise,Währungsverfall etc.
Somit fast so desolat wie das heutige Venezuela,wo Maduro mit verbissener Machtlust gegen die Bevölkerung sein Land in den Abgrund gewirtschaftet hat.

14:37 nie wieder spd

"so wie gerade in Venezuela....."
dann wird ihm die Unterstützung der Wertegemeinschaft sicher sein."

Aber Hallo in Ägypten braucht sich der Amtsinhaber doch keine Sorgen machen wegen Putschc usw. er hat doch schon von Beginn an die Unterstützung der Wertegemeinschaft.

16:36, Rebel-Lion

>>"Danke" Herr Soros für das Sponsoren des Arabischen Frühlings. Überall wo sich dieser Herr einmischt werden die Zustände eher schlimmer und Menschen sterben.( Siehe auch Ukraine) Statt mit Herrn Altmeier zu frühstücken sollte man dieses Individuum besser verhaften und vor den IGH zitieren.<<

Die arabischen Menschen sind also Marionetten von George Soros.

Was für ein Menschenbild sich hier offenbart, ist schon erschütternd.

um 16:54 von fathaland slim

Ich will selbstverständlich niemanden mit niemanden gleichsetzen. Es geht nicht um die beteiligten Personen. Das sollte aus meinen Formulierungen eigentlich hinlänglich klar werden.

von Jean-Baptiste um 12:33

Ich bin absolut Ihrer Meinung!
Ich hoffe sehr, dass der Westen nicht wieder eine politische/militärische Aktion in der Region plant. Diese Interventionspolitik unter dem Schlagwort " Demokratisierung" nimmt keine Ende, obwohl sie so viel Unheil gebracht hat.

15:59 von nehciezreeL

Der politische Islam wäre eine realistische Alternative.

Fragt sich für wen ...
Außerdem ist das eine Illusion.

14:42 Bernd39

"Irgendwie bigott das alles zu kritisieren....."

Ich denke viele Menschen kritisieren nur die Heuchelei und Bigotterie der "Wertegemeinschaft".
Das Schicksal der Christen hat wenn es um Geopolitik geht uns doch noch nie interessiert Nicht im Irak und nicht in Syrien. Als die USA im Irak einmarschierte sind viele Christen geflohen, viele nach Syrien und nach dem "Assad muss weg" Regime-Change-Versuch mussten wieder viele Christen fliehen aber nicht vor dem Assad-Regime sondern vor der von uns gesponserten "gemäßigten Opposition".

18:28, pnyx

>>um 16:54 von fathaland slim
Ich will selbstverständlich niemanden mit niemanden gleichsetzen. Es geht nicht um die beteiligten Personen. Das sollte aus meinen Formulierungen eigentlich hinlänglich klar werden.<<

Dann wundert es mich, wie Sie beim Thema Ägypten auf Venezuela kommen. Ich sehe hier keinerlei Vergleichbarkeit.

18:32 Werneranerin

"Ich hoffe sehr, dass der Westen nicht wieder eine politische/militärische Aktion in der Region plant...."

Keine Sorge Al Sisi ist schon unser Ziehkind da passiert nichts.
Als nächstes steht der Iran auf der Liste alle anderen sind schon abgearbeitet (und zwangsdemokratisiert).

18:36, jukep

>>Das Schicksal der Christen hat wenn es um Geopolitik geht uns doch noch nie interessiert Nicht im Irak und nicht in Syrien. Als die USA im Irak einmarschierte sind viele Christen geflohen, viele nach Syrien und nach dem "Assad muss weg" Regime-Change-Versuch mussten wieder viele Christen fliehen aber nicht vor dem Assad-Regime sondern vor der von uns gesponserten "gemäßigten Opposition".<<

Das Schicksal der Christen hat "uns" immer genauso oder genauso wenig interessiert wie das anderer Menschen. "Wir" unterscheiden da nicht nach Religionszugehörigkeit. Die Christen in Syrien fliehen nicht vor irgendwelchen von "uns" gesponserten Gruppen, sondern vor den Islamisten und vor Assads Geheimdiensten. Denen ist es nämlich ebenfalls herzlich egal, ob es sich um Christen, Sunniten, Schiiten oder was auch immer handelt. Die interessiert lediglich, ob jemand loyal zum Regime steht. Wenn nicht, dann hat man schlechte Karten. Egal welcher Religion man anhängt.

19:01, jukep

>>Keine Sorge Al Sisi ist schon unser Ziehkind da passiert nichts.<<

Unser Ziehkind?

Meins nicht.

Allerdings ist das ägyptische Militär immer schon mit dem amerikanischen eng verbunden gewesen.

Aber auch mit dem russischen.

Verwirrend, nicht wahr?

Aber nur, wenn man einfachen Weltbildern anhängt.

re jukep: Bigotterie

„Ich denke viele Menschen kritisieren nur die Heuchelei und Bigotterie der "Wertegemeinschaft". Das Schicksal der Christen hat wenn es um Geopolitik geht uns doch noch nie interessiert“

Pardon, aber Ihre wirklich permanenten Pauschalisierungen machen es mir sehr schwer, mich von Ihrem „uns“ angesprochen zu fühlen.

Wenn Sie aber von sich sprechen sollten, dann widersprechen Sie sich selber. Dann gehören Sie nämlich selber dieser nach Ihrer festen Meinung nach für alles Schlechte auf dieser Welt verantwortlichen „Wertegemeinschaft“ an.

Sollten Sie aber tatsächlich die demokratische Wertegemeinschaft meinen, dann erkennen ich dort keine Bigotterie. Allenfalls Hilflosigkeit, die aus einer schlichten Machtlosigkeit resultiert. Und Wut gegenüber denen, die diese Machtlosigkeit mit schier grenzenlosem Zynismus ausnutzen.

von teachers voice um 17:12

"Die Menschen dort sind genau die gleichen wie wir auch..."
Nicht einmal in einem Familienkreis sind alle gleich, nicht mal in der Nachbarschaft und schon gar nicht Menschen aus verschiedenen Ländern, die politisch, wirtschaftlich, religios und kulturell Jahrhunderte /Jahrzehnte sehr unterschiedliche Wege gegangen sind. So beurteilen die Menschen über vieles unterschiedlich, empfinden unterschiedlich, haben unterschiedliche Prioritäten, unterschiedliche Toleranzgrenzen und unterschiedliche Lebensvorstellungen. Verlassen Sie doch Europa für längere Zeit und gehen Sie in ein Land mit einer gegensätzlichen Kultur - Sie werden da mit vielem schwer klarkommen, so wie viele in Deutschland lebende ausländische Mitbürger ihre Anpassungsschwierigkeiten haben.

@17:15 von privat23

"Die Kirchen predigen lieber den Islam als Teil Deutschlands anzuerkennen" ?
könnten sie diesen Satz nochmals so gestalten, dass auch ich den Sinngehalt ihrer Worte erfassen kann?...

19:12 fathaland slim

"Aber nur wenn man einem einfachen Weltbild anhängt..."
Mit Verlaub das einfache Weltbild scheint mir eher bei ihnen verortet zu sein "wir die Guten die bestimmen können wer die Bösen sind".

Ich kenne die Geschichte Ägyptens es war immer ein Spielball der "Großmächte" da verwirrt mich gar nichts.

Ich beziehe mich aber auf die letzten Jahre und da wurde von unserer Seite ganz schön mitgemischt. Plötzlich musste Mubarak weg weil ein Despot (Mubarak war nie was anderes als ein Despot) dann anerkannte freie Wahlen und Mursi wurde gewählt (Demokratie schön und gut aber doch nur wenn die Richtigen gewählt werden) also muss ein Militärputsch her und siehe da Herr Mursi weg und alles wie gehabt und die Wertegemeinschaft die mit Mubarak und mit Mursi ein Problem hatte hat mit Herrn Al Sisi (obwohl ein Despot) überhaupt kein Problem.

Ägypten kaum in den Nachrichten

Ägypten, Saudi-Arabien und andere Diktaturen des Nahen-Ostens sind kaum Thema in unseren Medien. Zufall?

Alle diese Länder gehören zum Wertewesten, sind pro amerikanisch und pflegen ein konstruktiv-gutes Verhältnis zu Israel. Vielleicht zählen die deshalb zu den "Guten".

Eine Diktatur wie Saudi-Arabien braucht keine Angst vor Sanktionen seitens der USA haben. Im Gegenteil, die Amerikaner sind sogar die treuesten Partner dieses Landes. Da spielen Diktatur, Frauenrechte, Kashoggi-Mord offenbar kaum eine Rolle. Hauptsache die Öleinnahmen fließen in die richtigen Kanäle.

19:22, Werneranerin

>>"Die Menschen dort sind genau die gleichen wie wir auch..."
Nicht einmal in einem Familienkreis sind alle gleich, nicht mal in der Nachbarschaft und schon gar nicht Menschen aus verschiedenen Ländern, die politisch, wirtschaftlich, religios und kulturell Jahrhunderte /Jahrzehnte sehr unterschiedliche Wege gegangen sind. So beurteilen die Menschen über vieles unterschiedlich, empfinden unterschiedlich, haben unterschiedliche Prioritäten, unterschiedliche Toleranzgrenzen und unterschiedliche Lebensvorstellungen. Verlassen Sie doch Europa für längere Zeit und gehen Sie in ein Land mit einer gegensätzlichen Kultur - Sie werden da mit vielem schwer klarkommen, so wie viele in Deutschland lebende ausländische Mitbürger ihre Anpassungsschwierigkeiten haben.<<

Seltsam.

Ich bin wirklich ein wenig herumgekommen und habe herausgefunden, daß sich die Menschen in all ihrer Unterschiedlichkeit überall gleichen, wenn man hinter die erst mal fremden Sitten blickt. Die sind nur die Oberfläche.

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