Ihre Meinung zu: Die komplizierte Suche nach einem Atommüll-Endlager

16. Januar 2019 - 18:01 Uhr

Bis 2031 soll ein Standort für ein atomares Endlager für Deutschland gefunden sein. Schon jetzt können sich Behördenvertreter informieren - der Andrang ist allerdings alles andere als groß. Von Jenni Rieger.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
4.714285
Durchschnitt: 4.7 (7 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Die komplizierte Suche nach einem Atommüll-Endlager

"Bis 2031 soll ein Standort für ein atomare Endlager für Deutschland gefunden sein."
Jedes Bundesland, das Atommüll produziert, sollte auch für die Lagerung zuständig sein. Dafür könnten die still gelegten AKW bestimmt genutzt werden.

Aus den Augen, aus dem Sinn

"Bis 2031 soll ein Standort für ein atomare Endlager für Deutschland gefunden sein. Schon jetzt können sich Behördenvertreter informieren - der Andrang ist allerdings alles andere als groß."

Wundert das irgendwen?

Man muss sich doch nur den Weltspiegel-Beitrag "Südafrika: Kohle für Deutschland" ansehen (daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/suedafrika-kohle-fuer-deutschland-100.html), um die ganze Perversität des Prinzips zu erfassen, auf dem unser globales Wirtschaftssystem derzeit beruht: Aussaugen und Wegschmeißen.

Offensichtlich herrscht allgemein die Einstellung vor:
"Sollen doch unsere Nachkommen / die Bewohner weit genug von uns entfernter Regionen zusehen, wie sie mit den von der heutigen Generation / den "entwickelten" Industriestaaten hinterlassenen bzw. geschaffenen Problemen fertigwerden."

Ewig wird das nicht gutgehen, soviel ist sicher. Im Falle der ausgebeuteten Menschen in Entwicklungsländern sind die Folgen ja heute schon offensichtlich.

Wieviel Geld fließt in eine

Wieviel Geld fließt in eine Suche die keine wirklich langfristig brauchbaren Ergebnisse bringen kann?

Die komplizierte Suche nach einem Atommüll ...

Nun eines zumindest ist doch einfach - will man den Schrott im Wasser haben, kann man ihn auch gleich versenken, ansonsten muss man ihn ungefähr 150 m über dem Meeresspiegel einlagern (also in einem ordentlichen Hochregal), weil wir nicht wissen was der Klimawandel bringt. Alles andere wäre inkonsequent.
Viel Spaß beim Suchen und durchsetzen.

Ach ja

Jetzt haben ja die Steuerzahler die Kosten dank unserer fähigen Politik .Nun können wir ran an die Sache,
Börsen werden ja nicht mehr geschädigt ... Danke
Geldversenken vom Steuerzahler nenne ich es da die Verursacher mal wieder ..

Wer ist denn wir?

Vermutlich möchte niemand die A-Karte ziehen und das E-Lager haben. Wer wollte nochmal die Kernreaktoren? Bitte mal die Hand heben.

Ein Problem bei der erneuten Endlagersuche

ist der Transport aus Gorleben zu dem möglichen neuen neuen Endlagern.
Die Proteste bei diesen Transporten werden solche Transporte unmöglich machen.

nur gemach

es ist ja noch viel zeit

@ 18:25 von pkeszler

"Jedes Bundesland, das Atommüll produziert, sollte auch für die Lagerung zuständig sein. Dafür könnten die still gelegten AKW bestimmt genutzt werden."

Und wie soll an den AKW-Standorten das ganze "Zeugs" (O-Ton Winfried Kretschmann) über Jahrtausende/Jahrmillionen sicher gelagert werden?

Die Lösung kann nur ein zentrales Endlager sein, indem der Atommüll tief in der Erde sicher hermetisch verschlossen lagern kann.

Irgendwann wird es mit unserer Zivilisation wie wir sie kennen zu Ende sein - sei durch eine anrthropogenen, sei durch einen natürlichen Klimawandel. Das "Zeugs" wird immer noch strahlen und gefährlich sein, auch dann, wenn die nächste Eizeit vorbei sein wird!

An den AKW-Standorten gibt es nur Zwischenlager - es bleibt zu hoffen, daß sich ein Endlager finden läßt, damit nicht diese Zwischen- zu verkappten Endlagern werden.

Das Atomzeitalter endet in Deutschland jedenfalls nicht schon 2022, sondern erst, wenn alle CASTORen sicher endgelagert sind.

Endlager

Egal welchen Ort die Kommission irgendwann mal vorschlagen wird, es wird ärger geben. Selbst die größten AKW-Lobbyisten in der CSU haben schon verkündet, dass es Bayern nicht wird. Und andere werden folgen.
Selbst die, die uns jetzt Jahrzehnte erzählt haben, wie sauver, sicher und billig die Atomkraft ist.

Warum vermischt man die

Warum vermischt man die Abfälle nicht mit Erdreich, solange bis die Aktivität sich auf dem Niveau der natürlichen Radioaktivität befindet und verfüllt es dann in Bergwerksstollen ? Die Angst vor Radioaktiver Strahlung scheint in Deutschland heillos übertrieben. So beträgt z.B. die Reichweite von Alpha- und Betastrahlung in Luft lediglich ein paar cm und lässt sich bereits mit einem Blatt Papier aufhalten. Und die alten Röhrenfernseher funktionierten alle mit Beta-Strahlung...

1. Hat collie recht ich

1. Hat collie recht ich erinnere mich an Bilder wo Bagger Fässer Schächte runterfallen lassen

2. Ich bin kein Aktivist aber sollte im neuen Plan nicht eine Entnahme möglich sein, sofern die Flut kommt Wasser ein bricht, godzillas ei nebendrann entdeckt wird

3. Keiner will es bei sich haben, fragt mal die Bewohner von Gorleben die Antwort ist sicher nicht hier, fragt die Demonstranten, wird es sicher woanders, bei dem Vorschlag ihres Wohnortes ist die Antwort dort geht es nicht

Es kann kein sicheres Endlager geben

Das sagen einem die Halbwertszeiten und der gesunde Menschenverstand. Und das schon seit Beginn der Debatte. Auf der Erde gibt es keinen wirtschaftlichen Ort, der verspricht, an ihm diesen Müll liegen zu lassen, ohne das zukünftige Generationen die nächsten 20000 Jahre, oder so, darauf aufpassen müssen. Und dieses "aufpassen" lässt sich nicht erwarten, nein, es kann nicht funktionieren. An dieser Stelle hätte die ganze Frage nach der friedlichen Nutzung der Kernkraft zur Energieerzeugung vor ca. 70 Jahren, nach ungefähr 10min enden können. Denn länger dauert es nicht, dass zu begreifen.

Lösungsansätze für eine Endlagerstätte.

Bei der Auswahl und Bau der Atomkraftwerke ist man ja sehr sorgfältig vorgegangen. Man sollte diesen Sorgfalt und Auswahlkriterien wieder anwenden. Ein Auswahlkriterium ist das die bisherige AKW Standorte den meisten Anlieger wirtschaftliche Vorteile gebracht hat, da kann man jetzt auch wohl einige Nachteile in Kauf nehmen. Des weiteren sind viele AKW Standorte in Grenznähe gebaut, ist ja klar warum, auch dies wäre ein guter Standort für eine Endlagerstätte. Und so kommt man schon deutlich schneller zu einer Lösung.
Makaber, wo und wie soll es da eine Lösung geben....

Es

gibt doch schon Endlager.
Philippsburg baut gerade eins, auch wenn das die Zuständigen noch nicht zugeben.
Es heißt jetzt Zwischenlager, aber da sich die Bundesländer danach drängen den Müll zu übernehmen, wird er dort wohl liegenbleiben.
In ein paar Jahren(zehnten) ist der Müll garantiert gesuchter Rohstoff, denn die technische Entwicklung bleibt ja nicht stehen. Der Rest kann für Trilliarden Jahre in diesen Burgen lagern, ähnlich den Pyramiden.

Offenbar

Ich lese immer wieder "Endlager".
Was genau "Ende" bedeutet scheint dabei von Atomlobby und Politik frei interpretierbar zu sein und rangiert irgendwo im Bereich "später".
Offenbar dämmert es immer noch nicht, dass es keine endgültig sichere Lagerung über das Zeitalter der Menschheit hinaus geben wird.
Das Zeug soll/muss ja 1 Millionen Jahre sicher verwahrt werden.
Wie bekloppt muss man sein, sowas zu produzieren oder die Produktion zuzulassen.

pkeszler 18.25

"Dafür könnten die still gelegten AKW bestimmt genutzt werden."

Die werden aktuell ja als Zwischenlager genutz. Für die dauerhafte Endlagerung sind sie nicht geeignet. Außerdem sollen sie ja abgerissen und entsorgt werden. Sie erinnern sich?

Am 16. Januar 2019 um 18:35

Am 16. Januar 2019 um 18:35 von Rumpelstielz
Die komplizierte Suche nach einem Atommüll ...
ansonsten muss man ihn ungefähr 150 m über dem Meeresspiegel einlagern

nn n n

Der Meeresspiegel soll also um bis zu 150 Mtr. steigen ?
Wo haben Sie denn das her ?
Wenn der Meeresspiegel so hoch steigen würde, daß 43% von Deutschland unsichtbar werden würde, wäre das Atommüllproblem das kleinste unserer Probleme.

Keine Sorge; im SPIEGEL stand auf den vorderen Seiten irgendeiner Ausgabe, der Meeresspiegel würde sich erhöhen wg. nasiewissenschon, und auf den mittigen Seiten stand der MS würde sinken, wegen Verwerfung/Ausgrabung Tektonischer Platten. Man darf gespannt sein.

@ofarrill

"Was genau "Ende" bedeutet scheint dabei von Atomlobby und Politik frei interpretierbar zu sein und rangiert irgendwo im Bereich "später"."

Meines Wissens gibt es inzwischen einen Anforderungskatalog an ein Endlager.

@ 19:50 von dannk

"Es kann kein sicheres Endlager geben. Das sagen einem die Halbwertszeiten und der gesunde Menschenverstand. Und das schon seit Beginn der Debatte. Auf der Erde gibt es keinen wirtschaftlichen Ort, der verspricht, an ihm diesen Müll liegen zu lassen, ohne das zukünftige Generationen die nächsten 20000 Jahre, oder so, darauf aufpassen müssen. Und dieses "aufpassen" lässt sich nicht erwarten, nein, es kann nicht funktionieren. An dieser Stelle hätte die ganze Frage nach der friedlichen Nutzung der Kernkraft zur Energieerzeugung vor ca. 70 Jahren, nach ungefähr 10min enden können. Denn länger dauert es nicht, dass zu begreifen."

Volle Zustimmung! Nur leider hat vor 70 Jahren sich niemand diese 10 min. Zeit genommen. Und "irgendwo muß das Zeugs ja hin"!!! (Winfried Kretschmann)

Es gibt kein sicheres

Es gibt kein sicheres Endlager. Die einzige Möglichkeit wäre der Erdkern und das ist technisch die nächsten 1000 Jahre nicht machbar.

Wir sollten jetzt auch schon ein Endlager für.....

unsere Akkus der Elektroautos suchen, die werden das nächste Problem in unserer sauberen Welt darstellen.

The Show must go on

@collie4711

"Ein Problem bei der erneuten Endlagersuche ist der Transport aus Gorleben zu dem möglichen neuen neuen Endlagern.
Die Proteste bei diesen Transporten werden solche Transporte unmöglich machen."

Nicht unbedingt. Bisher war ein großer Anteil der Proteste nicht konkret gegen den Transport gerichtet, sondern gegen die Atomenergie als solche.
Damit ist in Deutschland ja aber bald Schluss.

@ 19:36 von AYN: Drei Fragen

Zitat: "Also ran an die Weiterentwicklung und den Bau schneller Brüter, die die Risiken des atomaren Abfalls minimieren. China, Australien, u. a. eilen uns schon längst voraus, ..."

Werter user, ich hätte da 3 Fragen:

1.) Wieviele AKW betreibt Australien zur Stromproduktion ?

2.) Wieviele sind in Bau ?

3.) Wieviele sind in Planung ?

Die Antwort auf alle drei Fragen lautet: 0.

Und in China wächst der Ausbau der EE erheblich schneller als der Zubau von AKW.

Gruß, zopf.

@ 19:55 von friedrich peter...

"Bei der Auswahl und Bau der Atomkraftwerke ist man ja sehr sorgfältig vorgegangen. Man sollte diesen Sorgfalt und Auswahlkriterien wieder anwenden. Ein Auswahlkriterium ist das die bisherige AKW Standorte den meisten Anlieger wirtschaftliche Vorteile gebracht hat, da kann man jetzt auch wohl einige Nachteile in Kauf nehmen. Des weiteren sind viele AKW Standorte in Grenznähe gebaut, ist ja klar warum, auch dies wäre ein guter Standort für eine Endlagerstätte...."

Wichtigstes Kriterium für die Standortwahl, war ein Fluß, der direkt am AKW vorbeifliesen mußte - wegen dem Kühlwasser.

Vorteile für Anlieger: Ja, Gewerbesteuern für die Gemeinde, Arbeitsplätze für die Bevölkerung. Nachteile: Verlust der Heimat und allem Hab und Gut beim GAU (siehe Pripijat), teilweise schon erhöhte Leukämieraten in der Umgebung bei Normalbetrieb (Krümmel!)

Grenznähe: Sofern der Fluß die Grenze bildet, ja. Es gibt aber auch AKW-Standorte weit weg von einer Grenze (Gundremmingen, Grafenwöhr).

@19:42 von raenef: Fässer in Schächte

"1. Hat collie recht ich erinnere mich an Bilder wo Bagger Fässer Schächte runterfallen lassen"

Berichte aus dem Atommülllager Schacht Asse zeigen genau diese Bilder. Dort hat man Atommüll in Fässern quasi abgekippt und dann zugeschüttet.

Heute hat man riesige Probleme damit, weil man nicht weiss wie man den ganzen Müll aus dem undichte Lager herausholen soll.

Überall sickert Wasser in den Salzstock und bildet zusammen mit dem Salz eine agressive Lauge, die die Fässer angreift.

Die Kosten der Bergung der ca. 126000 Fässer aus der Asse werden auf ca. 5 Milliarden Euro geschätzt.

Obwohl dort nur schwach- und mittelaktiver Müll lagern sollte, geht man davon aus, dass auch 10 bis 100g Plutonium in der Asse liegen.

Plutonium ist nur radioaktiv, sondern auch sehr giftig. Die tödliche Dosis liegt im zweistelligen mg-Bereich. Wenn das Plutonium frei werden sollte, besteht die große Gefahr, dass sich Menschen vergiften.

@19:33 von Werner40

>... Reichweite von Alpha- und Betastrahlung in Luft lediglich ein paar cm und lässt sich bereits mit einem Blatt Papier aufhalten.<
Das ist viel zu einfach gedacht und leider auch falsch.
Alpha- und Betastrahlung sind Teilchenstrahlungen, die bei dem radioaktivem Zerfall entstehen. Alphastrahler sind hochenergetische Strahler, deren Energie leicht absorbiert werden kann. Hier stimmt es mit dem Papier. Aber gelangt der Strahler z.B. oral in den menschlichen Körper, wirkt die hohe Energiedichte zerstörerisch bis tötlich. Betastrahlung kann noch in ca. 10m Abstand zur Strahlenquelle gemessen werden. Hier brauchen Sie etwas mehr als nur Papier, z.B. spezielle Folien oder Aluplatten.
Dann gibt es auch noch die elektromagnetische Strahlung bei radioaktivem Zerfall, die Gammastrahlung. Sie ist langwellig und durchdringt einfach alles, auch den Menschen. Dieser dauernde ungebemste Beschuss kann Zellen beschädigen, die sich dann mutagen verändern.

Wie war das noch mal mit der "billigen Atomkraft" ?

Schon in den Anfängen war absehbar, das es für die Lagerung der Abfälle keine zeitnahe Lösung geben würde, es wurde einfach nach dem Motto "Nach uns die Sintflut" gebaut.
Und natürlich ohne die kommenden Kosten einzuberechnen oder gar den Bürgern ehrlich zu erklären, was auf sie zukommt.
Zukünftige Generationen werden uns noch verfluchen für das, was wir ihnen aufbürden.

Wasser und Luft ...

enthalten Sauerstoff. Dieser führt zu Oxidation, in Verbindung mit Metall zu Rost/Korosion.

Deswegen müssen die Fäser absolut luftdicht und trocken über Jahrmillionen gelagert werden. Dies geht nur in einem unterirdischen Endlager, welches nach dem Einlagern des letzten Fasses entsprechend verschlossen wird. Die Asse zeigt gerade, wie man es nicht machen sollte!

Sicherster Ort wäre wirklich der Erdkern. Allerdings ist es nicht möglich, die Fässer so zu lagern, das sie über die Kontinentaldrift automatisch in den Kern gezogen und dort aufgeschmolzen werden.

Einerseits würde dies sowieso viel zu lange dauern, und andererseits sind die Kontinentalplatten leichter als der Meeresboden, weswegen nur dieser Subduziert und aufgeschmolzen wird.

Darstellung: