Ihre Meinung zu: Friedensnobelpreis: Kämpfer gegen sexuelle Gewalt gewürdigt

10. Dezember 2018 - 15:58 Uhr

Die jesidische Aktivistin Murad und der kongolesische Arzt Mukwege haben den Friedensnobelpreis entgegengenommen. Sie wurden für ihren Einsatz gegen sexuelle Gewalt in Konfliktregionen ausgezeichnet.

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Vielleicht sollte man noch erwähnen,

dass auch bei den Jesiden nicht alles Gold ist was glänzt.
Die unglücklichen Frauen, die von dem IS in die sexuelle Sklaverei gezwungen wurden und das Pech hatten schwanger zu werden, müssen ihre Kinder zurücklassen, wenn sie in ihre Glaubensgemeinschaft zurückkehren wollen.
Es wird nicht den Frauen überlassen ob sie ihre Kinder behalten wollen oder nicht, mit Kind ist die Rückkehr nicht nur unmöglich, die Kinder werden sogar mit dem Tode bedroht.

Glückwunsch!

Nach so manchen durchaus umstrittenen Entscheidungen in der Vergangenheit kann man hinter dieser Preisverleihung wieder uneingeschränkt stehen. Was bleibt, ist, Frau Murad und Herrn Mukwege alles Gute zu wünschen. Was für ein ungebrochener Einsatz! Was für ein unfassbarer Mut, den vor allem auch Frau Murad verkörpert! Ein wahrhaft positives Zeichen in Zeiten, in denen Missbrauch, Unterdrückung und Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung erneut immer salonfähiger zu werden scheinen - und das nicht nur in gefühlt weit entfernten Ländern, sondern leider auch bei uns.

@Bruchpilot

Ja, trotzdem verdienen die Preisträger die Auszeichnungen. Denn sie kämpfen für die Frauen.

(Man muss auch ehrlich sagen, dass Frauen in wenigsten Fällen Kinder aus Vergewaltigungen behalten möchten. Teils wollen sie nicht an das Schreckliche erinnert werden, teils wollen sie ihre Frust darüber nicht an dem Kind auslassen. Mütter kommen auch an ihre Grenzen. Da hilft nur noch Waisenhäuser zu unterstützen. Die Eltern der Waisenkinder sind halt unbekannt und keiner muss irgendwelchen Rachegelüste am Kind auslassen.)

@Bruchpilot 15.26 Ja, aber...

Auch unter den Jesiden mag es unbelehrbare und verstockte Fundamentalisten geben. Das sollte allerdings in keiner Weise die unbestrittenen Verdienste von Frau Murad schmälern, die man nie hoch genug einschätzen kann!

Zwei würdige Preisträger.

Ich bin sehr froh darüber, dass diesmal zwei Menschen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet würden, die ihn sich im wahrsten Sinne des Wortes “verdient“ haben.
Des öfteren habe ich bedauert, dass gerade diese Auszeichnung aus eher politischer Motivation bestimmten Personen oder -gruppen zuerkannt wurde.

Verletzungen...

"Der Experte für die Behandlung von Verletzungen durch Gruppenvergewaltigungen setzt sich seit Jahren gegen die Straflosigkeit sexueller Gewalt in Kriegen ein."

Ich habe die Reportage dazu gesehen.
Mit "Verletzungen" ist es nicht beschrieben. Die Frauen im Alter zwischen 10 und 60 Jahren (jüngere und ältere überleben die Misshandlungen nicht), die der Arzt selbst behandelt brauchen eine eine OP, um die zerstörten inneren Organe halbwegs zu flicken, zu entfernen oder künstlichen Darmausgang zu legen.
Alle anderen Frauen mit leichteren Verletzungen werden von anderen Angestelten nur bisschen getröstet, genäht und mit paar Pillen nach Hause geschickt, da das Krankenhaus ZU KLEIN ist und GELD FEHLT. HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten (die alle zu Missbildungen Ungeborener führen) können nicht behandelt werden. Die vergewaltigten Frauen werden von ihren Männern aus Angst vor Krankheiten verstoßen.
Abtreibungen sind in den Ländern auch nach Vergewaltigungen verboten.

wird denn jetzt durch diese beiden

der nobelpreis gewinn für obama geschmälert? er war doch gerade für uns deutsche der herr, der alles zum besseren machen wollte nach den kriegstreibern bush

15:26 von Bruchpilot

dass auch bei den Jesiden nicht alles Gold ist was glänzt.
.
wird eben auch gelegentlich vergessen

Beispiel Aung San Suu Kyi, eine glühende Patriotin und Verteidigerin der Freiheit ihres Volkes, aber mit ihrer Meinung eben nicht immer auf der Linie unserer Vorstellungen
hoffentlich bedenkt man das auch bei der Nadia Murad, sollten sich ihre Handlungen mal nicht mit unserem Denken in Übereinstimmung bringen

16:10 von Karl Napf

«wird denn jetzt durch diese beiden der nobelpreis gewinn für obama geschmälert?»

Wurde durch den Meistertitel in der Fußball-Bundesliga von 2018 der Titelträger von 2009 "geschmälert"?

Die ewigliche Anti-Obama-Mania lässt grüßen wie das tägliche Murmeltier.
Auf ein Neues bei jeder weiteren Preisverleihung …

Ja, Nadia Murat und Denis Mukwege haben sich den Titel des Preises in 2018 definitiv mehr verdient, als es Obama in 2009 hatte.

Aber die immerwährenden Anti-Obama-Murmeltiere vergessen nur zu gerne und selbstgefällig, dass kein Friedensnobelpreisträger sich je den Preis selbst verliehen hat …

toll

mal wieder eine sinnvolle Auswahl.
mit meetoo hat das hoffentlich nichts zu tun - denn die beiden haben es wirklich verdient.

@ um 16:10 von Karl Napf

Der Friedensnobelpreis taugt schon mindestens seit 1973 nichts mehr, als der US-Außenminister Kissinger ihn bekommen hat, der damals als US-Warlord fungierte.

15:54 von harry_up

«Zwei würdige Preisträger.
Ich bin sehr froh darüber, dass diesmal zwei Menschen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet würden, die ihn sich im wahrsten Sinne des Wortes “verdient“ haben.
Des öfteren habe ich bedauert, dass gerade diese Auszeichnung aus eher politischer Motivation bestimmten Personen oder -gruppen zuerkannt wurde.»

Gerade "in den neueren Jahren", scheint mir, wird der Preis stärker an Einzelpersonen verliehen, die sich durch die Stärke ihrer Persönlichkeit um Aufklärung, Verbesserung, Versöhnung, … verdient gemacht haben.

Der Friedensnobelpreis von 2014 "hatte eine ähnliche Richtung", als die Pakistani Malala Yousafzai und der indische Kinder- und Bildungsrechts-Aktivist Kailash Satyarthi ausgezeichnet wurden.

Eine gute, würdige

Eine gute, würdige Nobelpreis-Verleihung an engagierte Menschen, deren Arbeit und Projekte breite Anerkennung und Wertschätzung und Unterstützung verdienen.

Das kann man unterschreiben

zwei wirklich würdige Preisträger, die ein gutes Beispiel geben.

Ich würde mir wünschen,......

wenn auch die TS nicht einfach immer pauschalieren würde! Nach allem, was bekannt ist, verdienen diese beiden Personen mehr als andere diese Auszeichnung, Aber man sollte sich hüten, nun "die" Jesiden und deren Kultur mit einem Heiligenschein zu versehen und alle Kongolesen zu Philantropen zu machen!

@karlheinzfaltermeier

Sie haben Recht! In meinem Leben habe ich bislang folgende Erfahrung gemacht: In jeder Gesellschaft bzw. in jedem Volk gibts gute und böse Menschen, da kann man nicht pauschalisieren. Ich lese allerdings nirgends dieser Vorwürfe, mit welchem Sie die TS warnen, das die irgendwo pauschalisieren.

Sexuelle Gewalt als Mittel im Krieg

Der Friedensnobelpreis ist zur Ehrung und Herausstellung des Engagements von Frau Murad und Herrn Mukwege gerechtfertigt. Die Berichte stellen aber nur den überwiegenden Großteil der Realität dar.
Richtig ist, zahlenmäßig sind Frauen und Mädchen Opfer sexueller Gewalthandlungen und das nicht nur in kriegerischen Konflikten. Doch auch Männer sind Opfer von Vergewaltigung - in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle durch andere Männer. Ziel ist die Demütigung, "Entmännlichung", Scham, die moralische Zerstörung des Männlichkeitsbildes und die Verunglimpfung der gegegnerischen Kriegspartei durch Aufzeigen von absoluter Machtdominanz. So geschehen in Bosnien und Herzegowina, Afghanistan oder im Irak.
Die Chance, auch auf die Problematik sexueller Gewalt hinzuweisen, die Männer in kriegerischen Konflikten hinnehmen müssen, bleibt auch Ende 2018 damit als wichtige, noch zu leistende Aufgabe. Die Zeit ist aber reif, aufgeklärt ein vollständiges Bild von sexueller Gewalt in Kriegen zu zeichnen.

Sexuelle Gewalt

ein sehr schwieriges Thema

angefangen bei

angefangen bei A wie Antilopen über Löwen bis Z wie Zebras
der Sieger bei deren Konflikten kriegt als "Beute" die Weibchen
da fragt man sich gelegentlich schon inwieweit ist der Mensch noch Tier

Wer protestiert eigentlich ...

... gegen die jesidische Kultur, die Endogamie vorschreibt und Frauen aus der Gemeinschaft und ihren Familien verstößt, die z. B. einen deutschen Mann heiraten?

@ sisyphos3

Dass der Mensch sich selbst über die Tiere stellt, ist ein bedauernswerter Anachronismus.

@ Einfach Unglaublich, um 19:55

Ich bin entschieden der Meinung, dass man angesichts der Beweggründe, gerade diesen beiden Menschen den Friedensnobelpreis zuzuerkennen, jeden Versuch der Politisierung und damit der Schmälerung ihrer Verdienste unterlassen sollte.
Wer lange genug sucht, findet vielleicht auch noch bei Herrn Mukwege oder seinen Verwandten oder Vorfahren... noch irgendetwas, das seine Verdienste herabwürdigen könnte.
Es geht hier nur und ausschließlich um diese beiden Persönlichkeiten.

Gratuliere

Die beiden haben es verdient und das richtige Signal ist es auch.

@ um 21:23 von harry_up

Es geht ja auch gar nicht darum, die Leistungen des Herrn Mukwege oder der Frau Murad zu schmälern oder zu diskreditieren!
Man kann sich allerdings sehr wohl die Frage stellen, ob es Sinnvoll ist, Menschen, die tatsächlich Wichtiges für die Menschheit vollbringen, in eine Reihe mit tatsächlichen Mördern und Kriegsverbrechern zu stellen?
Das haben zB die heute Geehrten wahrlich nicht verdient!

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