Ihre Meinung zu: Lyriker, Sexsymbol, Drogenwrack - Jim Morrison wäre heute 75

8. Dezember 2018 - 9:23 Uhr

Auch Jahrzehnte nach seinen Tod hat Jim Morrison weltweit viele Fans. Sein Aufstieg war steil - aber auch bergab ging es schnell, bis er jung in Paris starb. Heute wäre er 75 Jahre alt geworden. Von Nicole Markwald.

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Kommentare

Parties, Drogen, Alkohol.... gestorben mit 27

Sein Leben damals in den 60ern glich dem der 2011 verstorbenen Amy Winehouse.

Auch Sie führte ein exzessives Leben mit Alkohol, Drogen und Parties. Auch Amy Winehouse war nicht zu helfen. Trotz Therapie und Entziehungskur glitt sie wieder ab.
Von daher wäre die Ansage an Jim Morrison: "Jim, Du musst was machen. Du musst mit dem Saufen aufhören. Du brauchst eine Entziehungskur - sonst wirst Du sterben" keine Garantie, dass daraus etwas wird.

Beide gehören wie z.B. auch Jimi Hendrix, Janis Joplin, Kurt Cobain und eine ganze Reihe weiterer Künstler zum Klub 27 in dem alle Mitglieder mit 27 verstorben sind.

Andere Künstler, die eine ähnliche Partie-Karriere gemacht haben, haben noch rechtzeitig die Kurve gekriegt. Keith Richard von den Stones war ja auch kein Kind von Traurigkeit, um nur ein Beispiel zu nennen.

Ja die besten traten den 27

Ja die besten traten den 27 Club bei. Wir haben ihn und die anderen vermisst.
The End.......

Das ist das Ende,
schöner Freund
Das ist das Ende,
mein einziger Freund Das Ende

Live fast, die Young

Weil Jim Morrison jung gestorben ist, wurde er zum Symbol seiner Jugend. Wie Janis Joplin oder Jim Hendrix starb er jung mit 27.

Heute zu Tage würde Morrison wahrscheinlich an seiner künstlerischen Arbeit gehindert. Die Kulturindustrie und die politische Korrektheit funktionieren wie eine Zensur. Platter Kommerz und ein aufgezwungener Lebensstil führen zu einer privaten Rentenversicherung und immer gleicher Oberflächlichkeit.

Der Exzess und der Drogenrausch waren für Morrision Inspiration, Hedonismus und Lebenspraxis. Das kulturelle, musikalische und poetische Werk ist tiefgreifend, innovativ und vielschichtig. Leider wird die musikalische Bedeutung in dem Kommentar zu Jim Morrisions 75 Todestag völlig ausgeblendet. Das ist leider sehr oberflächlich und primitiv.

bin immer wieder überrascht

wie die Medien drogenabhängige Stars unterstützen. Hier kommt zum Glück gleich in der Überschrift das passende Wort "Drogenwrack" vor. Die Songs von Amy Winehouse wurden z.b. bis zum Schluss von den öff. Rundfunksendern gerne gespielt. Das hätte man auch boykottieren können - vielleicht wäre das ein Hinweis an die Sängerien und auch an die Plattenfirma gewesen.

@Ja die besten traten den 27 Club bei 9:50 von Posbi

Daher bevorzuge ich mehr seinen Spruch, dem er selbst ironischerweise unterlag.
- im Bezug auf Alkohol &.Co.

'Setze dich deiner tiefsten Angst aus.
Danach hat die Angst keine Macht mehr über dich
und die Angst vor Freiheit schrumpft und verschwindet.
Du bist frei.'

@ um 10:14 von vweh

Weil die Medien, ebenso wie die Musikindustrie und auch die betreffenden Künstler selbst, Unmengen an Geld damit verdienen. Ein exzessives Leben benötigt exzessiv viel Geld.
Als Harz4-Empfänger halten sich die Exzesse in ganz engen Grenzen.
Das Problem des Künstlers, der Künstler an sich, ist nebensächlich, die Geschichte dazu aber nicht.
Denn auch schlechte Publicity ist gute Werbung für den Verkauf.
Und letztendlich ist der Künstler selber Schuld. Denn der hat seinen Weg selbst gewählt.

10:14, vweh

>>bin immer wieder überrascht
wie die Medien drogenabhängige Stars unterstützen. Hier kommt zum Glück gleich in der Überschrift das passende Wort "Drogenwrack" vor. Die Songs von Amy Winehouse wurden z.b. bis zum Schluss von den öff. Rundfunksendern gerne gespielt. Das hätte man auch boykottieren können - vielleicht wäre das ein Hinweis an die Sängerien und auch an die Plattenfirma gewesen.<<

"Die Medien"...

Amy Winehouse war eine großartige Sängerin, Harald Juhnke war ein toller Entertainer, Dylan Thomas war ein grandioser Schriftsteller, Charlie Parker hat aus guten Saxophonisten schlechte Saxophonisten gemacht, indem sie versuchten, so zu spielen wie er, nicht zu vergessen Lord Byron und das Morphium...

10:09, Initiative Neue...

>>Heute zu Tage würde Morrison wahrscheinlich an seiner künstlerischen Arbeit gehindert. Die Kulturindustrie und die politische Korrektheit funktionieren wie eine Zensur. <<

Meinen Sie?

Warum?

>>Der Exzess und der Drogenrausch waren für Morrision Inspiration, Hedonismus und Lebenspraxis.<<

Bei "Lebenspraxis" gebe ich Ihnen Recht. Exzessiver Alkoholkonsum ist allerdings eher wenig inspirierend, und was Hedonismus damit zu tun hat, sehe ich auch nicht so richtig.

Light my fire, Riders on the

Light my fire, Riders on the storm, Break on through the other side, Lieder aus unserer Jugend. Viele von uns waren Freaks. Keine Hippies. Das ist lange her. Meine Güte, was war ich geschockt und traurig als die Nachricht von seinem Tod kam. Oder die von Jimi oder von Janis.

@ von vweh

"bin immer wieder überrascht wie die Medien drogenabhängige Stars unterstützen."

???

Hier handelt es sich um einen Nachruf auf einen längst verstorbenen Künstler. Jim Morrison - der heute als psychisch krank gelten dürfte - war ein Sprachrohr seiner Generation. Seine musikalisch und textliche "Eigenarten" hoben sich wohlwollend von dem damaligen Mainstream ab wo nur über Jungs und Mädels in dusseligen Dur Akkorden gesungen wurde.
Ein ganz wichtiger Musiker der bis heute und auch noch in zig Jahren die Musik beeinflusst.
Kann man abstreiten wie zum Beispiel auch den Klimawandel - ist aber so.

Jim Morrison....

erlangte Bekanntheitsgrad, als es noch keine Kätzchenvideos auf Youtube gab. Er war der Stachel im Auge der amerikanischen Politik.
Kein Zufall, dass es bei jedem Konzert der Doors zu Kollisionen mit der Polizei kam, Tränengas auf die Bühne geschossen wurde. Morrison wurde regelmässig mit fadenscheinigen Begründungen verhaftet.
Er hatte die CIA und das FBI auf den Fersen, war wegen Entblössung, obszöner Lyrics, Aufruf zur Gewalt angeklagt. Mit seiner Reise nach Frankreich verstiess er gegen Kautionsauflagen. Er wusste, dass eine Rückkehr nach Amerika im Gefängnis enden würde, die Unterstützung des Labels ungewiss. Er hatte seinen Zenit überschritten, die Lage aussichtslos.
Ob ihm Heroin als Kokain verkauft wurde, oder inwiefern Agenten des CIA bei seinem Tod involviert waren, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Es gab keine Obduktion.
Das Grab auf dem Pere La Chaise Friedhof ist heute ein Wallfahrtsort.

I am the lizard king, I can do anything

Oliver Stone hat Jim in seinem Film "The Doors" gut beschrieben, und Val Kilmer hat ihn perfekt gespielt in all seiner Zerrissenheit.
Der Besuch seines Grabs in Pere Lachaise hat mich bewegt.
R.I.P. Jim

@nie wieder spd/vweh

Man "wählt" nicht den Weg eines Künstlers, man ist es oder nicht. Und es liegt auf der Hand, dass jemand mit einer extremen Begabung auch exentrisch in anderen Belangen sein kann. Das war nicht nur in den 60ern so, das galt auch für Mozart.
.
Leidenschaft ist meist "extrem", weicht von der Norm ab. Sie ist oft unvernünftig, schwierig, nimmt sich Raum, wo eigentlich keiner ist, ist nicht rational. Mein Beileid für den, der sie nicht kennt.

11:12, r0lt0

>>Ob ihm Heroin als Kokain verkauft wurde, oder inwiefern Agenten des CIA bei seinem Tod involviert waren, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Es gab keine Obduktion.<<

Heroin und Kokain sehen sehr unterschiedlich aus. Das eine ist braun ("Brown Sugar"), das andere weiß. Heroin lässt sich auch kaum pulverisieren. Es ist nicht kristallin, sondern eine zähe Masse.

Unverwechselbar.

Verschwörungstheorien gibt es in solchen Fällen immer viele. Es ist aber eine Tatsache, daß Jim Morrison schon lange vor seinem Ableben dem Tode näher als dem Leben war.

11:22, lamusica

Kluge Worte.

Danke.

Für mich ist Morrison ein Lyriker und Poet!

So sehr ich Linken und Hippies kritisch gegenüberstehe und ihnen viele Lebenslügen darlege, war ich immer schon von Jim Morrison fasziniert.

Kein anderer verband Poesie, Philosophie und Rock-Musik wie er. Ein Kind seiner Zeit.

Ob nun William Blake, Charles Baudelaire und Arthur Rimbaud, bei Jim Morrison finden sich spiritualistisch-metaphysische Strömungen und Künstler wieder.
Dass Morrison ebenso Philosophen und Existentialisten wie Kiergegaard, Nietzsche oder auch Sartre ihn stark beeinflussten, sollte nicht unerwähnt bleiben.

Jim Morrison war für mich Anlass, mich mit diesen Philosophen und Poeten eingehender zu beschäftigen.

Für mich ist Morrison ein Lyriker und Poet!

Ich denke nicht

dass Kreativitaet, ausserhalb der Box oder Norm leben und Exzentrik ( ausserhalb der Mitte), Drogen oder Alkohol benoetigt.

11:58, IBELIN

>>Ich denke nicht
dass Kreativitaet, ausserhalb der Box oder Norm leben und Exzentrik ( ausserhalb der Mitte), Drogen oder Alkohol benoetigt.<<

Natürlich nicht.

Es ist aber eine Tatsache, daß viele Künstler mit Alkohol und anderen Drogen große Probleme hatten und haben.

Manche Menschen sind eben derart sensibel, daß sie die Welt nüchtern nicht ertragen.

Man kann es als Versuch der Selbstmedikation begreifen.

Der Held meiner fruehen Jugend!

Oh, show me the way to the next whisky bar......Das waren revolutionaere Zeiten. Leider wird grad wieder alles zunichte gemacht . Bleibt die Hoffnung Paris. Die Franzosen haben wenigstens Eier und stellen sich den neoliberalen Friedensfeinden in den Weg. Vive la revolucion! Es wird mal wieder Zeit!

Damals soff , drogteund kiffte ....

man um anders zu sein und sich von den Spiessern abzuheben. Heute um das Elend dieser inhumanen Systeme und der Hilflosigkeit und Zukunftsangst zu entkommen . Leider

Jim Morrisson

war ein Poet und als Sänger eine Art Schamane. Ganz eigenartige Kompositionen gehen von ihm und den Doors aus, eine ganz einzigartige Musik. Riders on the Storm, "Oh tell me the way to the next Whiskey Bar"
wir haben damals einige Songs von the Doors gespielt, das kam immer gut an. Er starb viel zu jung wie auch der ewige Gitarrengott Jimi Hendrix.

@fathaland slim

"Es ist aber eine Tatsache, daß viele Künstler mit Alkohol und anderen Drogen große Probleme hatten und haben.

Man kann es als Versuch der Selbstmedikation begreifen."

Kann man, muss man aber nicht. Klingt für mich sehr euphemistisch. Ich denke eher, dass es sich dabei um sehr ungefestigte Persönlichkeiten handelt, die für ihre Person zu viel Ruhm und zu viel Geld zur falschen Zeit mit viel zu wenig Hilfe hatten.

"Manche Menschen sind eben derart sensibel, daß sie die Welt nüchtern nicht ertragen."

Finden Sie wirklich? Ist für mich schon immer eine ganz schlechte Ausrede für Süchtige gewesen.
Ich glaube nicht, dass die Beatles von den Drogen wieder losgekommen sind, weil sie weniger sensibel gewesen wären, sondern weil sie so gefestigt waren, dass sie zeitig genug gemerkt haben, dieses Zeug gar nicht zu benötigen.

Das alles übrigens unbenommen der Tatsache, dass es viele großartige Kunstwerke gibt, die ohne Drogen und/oder Alkohol niemals entstanden wären. Strawberry Fields z.B.

@Agent apple

"Damals soff , drogteund kiffte man um anders zu sein und sich von den Spiessern abzuheben. Heute um das Elend dieser inhumanen Systeme und der Hilflosigkeit und Zukunftsangst zu entkommen ."

Nun ja, das scheint mir aber nun eine wirklich sehr oberflächliche Analyse zu sein.
Das "Elend der inhumanen Systeme", die Hilflosigkeit und die Zukunftsangst waren damals mit Sicherheit genau so groß wie heute.

Damals wie heute geht es beim Saufen und Kiffen eher um (falsche) Stressbewältigung, schlechte Vorbilder (familiäres Saufen), (in meinen Augen seltsamen) Spaß und um Bewusstseinserweiterung.

Dem Artikel nach könnte es bei Jim Morrison der erste und der letzte der von mir genannten Punkte gewesen sein, aber das ist bloße Spekulation.

Live Fast, Love Hard, Die Young

„Lebe schnell, liebe heftig, stirb jung“- genau diesem Motto aus dem Country-Song von Faron Young aus dem Jahr 1955, folgten viele Künstler und Künstlerinne der Hippie, 68-er und Woodstock-Generation.
Schaut man in die Geschichte der Menschheit, so sterben Rebellen/innen gegen die verkrusteten Strukturen einer Gesellschaft recht selten in hohem Alter und im Bett - eher am Kreuz, durch Enthauptung, durch Erschießung, durch Einsperren in Gullags und in der neusten Zeit - weil die vorgenannen Arten mit den denen sich das Establishment seiner Kritker entledigte, etwas aus der Mode gekommen ist - mehr durch Drogen.
Da wir alle sterben müssen, ist es irgendwie auch egal.
Wichtigt ist, was wir hinterlassen und ob sich damit etwas langsam zum Guten, zur Freiheit in Verantwortung geändert hat und die geistige und reale Steinzeit immer weiter hinter uns bleibt.
Schaut man sich allerdings das menschliche Handlen an, könnte man auch heute noch echt verzweifeln.

12:47, DrBeyer

>>Ich glaube nicht, dass die Beatles von den Drogen wieder losgekommen sind, weil sie weniger sensibel gewesen wären, sondern weil sie so gefestigt waren, dass sie zeitig genug gemerkt haben, dieses Zeug gar nicht zu benötigen.<<

Die Beatles waren keine Suchtpersönlichkeiten.

So etwas gibt es nämlich.

Ich bin auch keine. Denn sonst wäre ich längst tot.

>>Das alles übrigens unbenommen der Tatsache, dass es viele großartige Kunstwerke gibt, die ohne Drogen und/oder Alkohol niemals entstanden wären. Strawberry Fields z.B.<<

Das ist ein LSD-Lied. LSD ist keine Suchtdroge.

Bedeutung als Musiker

Leider wird in dem Artikel viel zu wenig auf seine Bedeutung als Musiker und Lyriker eingegangen, sondern nur wieder die dusseligen Drogenexzesse aufgewärmt. Mr Mojo Risin' ist einen Märtyrertod gestorben, um der Welt wundervolle Musik zu hinterlassen.

@fathaland slim

Zitat: "Es ist aber eine Tatsache, daß Jim Morrison schon lange vor seinem Ableben dem Tode näher als dem Leben war." Aha. Sie möchten also andeuten, Morrison habe Suizid begangen? Wohl kaum. Es ist vielmehr eine unleugbare Tatsache, dass Morrison von der amerikanischen Politik perfide verfolgt wurde. Seine Konzerte wurden von Polizeikräften zielgerichtet gestört, oft vorzeitig beendet. Deswegen gingen grosse Veranstalter das Risiko erst gar nicht ein. Dass sich Jim Morrison im französischen Exil befand, wegen Verstosses gegen Kautionsauflagen eine Verhaftung anstand, ebenfalls belegt. Todesursache - bis heute ungeklärt. Asthma- Anfall, Zusammenbruch. Wodurch dies ausgelöst wurde? Gute Frage. Es gab keine Obduktion. Die Behauptung, er sei lebensmüde gewesen, soll kaschieren dass es einen Fremdeinfluss gab. Morrison war, das wird heute gerne vergessen, Staatsfeind Nr1. Er wurde beschattet, verfolgt, zielgerichtet benachteiligt und wahrscheinlich - ermordet.

Ein wenig Hintergrund Info

“If the doors of perception were cleansed every thing would appear to man as it is, Infinite. For man has closed himself up, till he sees all things thro' narrow chinks of his cavern.” William Blake
Das ist der Grund, warum "The Doors" der Bandname ist. Morrison hat Blake bewundert, wollte wegen Blake als Dichter gelten.
Man bemerke den Inhalt: "Wären die Tore der Wahrnehmung gesäubert, erschiene alles so wie es ist, unendlich ..."
Und wie kriegt man denn das "säubern" wohl hin? Die Methode ist also Teil des Programms.
Aldous Huxley hat ein Essay geschrieben: "The Doors of Perception" - und es vorgemacht und sich alles eingepfiffen, was möglich war. Ist trotzdem nicht als "Wrack" gestorben. "Brave New World" ist Schulstoff, das genannte Essay wird (in Schulen) nie erwähnt, trotz des unmittelbaren Bezugs. Warum? Tja.
Hat Morrison es geschafft, Blake-Niveau zu erreichen? Nein. Aber er war meistens besser als die 60s Konkurrenz. Die Einschränkung (meistens) wg. der Beatles.

14:01, r0lt0

>>@fathaland slim
Zitat: "Es ist aber eine Tatsache, daß Jim Morrison schon lange vor seinem Ableben dem Tode näher als dem Leben war." Aha. Sie möchten also andeuten, Morrison habe Suizid begangen? <<

Nein, das möchte ich nicht.

Man kann allerdings schweren Alkoholismus als Suizid auf Raten bezeichnen.

>> Morrison war, das wird heute gerne vergessen, Staatsfeind Nr1. Er wurde beschattet, verfolgt, zielgerichtet benachteiligt und wahrscheinlich - ermordet.<<

Staatsfeind Nr.1?

Zu Zeiten der Black Panther Party, Abbie Hoffmans, John Sinclairs?

Nun machen Sie doch mal halblang.

Die Doors....

Ich habe sie damals geliebt und höre sie heute noch ab und zu. Früher war klar das solche genialen Musiker.... Hendrix und Co, am Rande der Psychose leben und nur mit Drogen den Druck aushalten. Und mit dieser Wahsinnsmusik konnten wir gegen unsere Eltern protestieren, die völlig konservativ und verbohrt waren. Schön wars.

@Initiative Neue...

"Heute zu Tage würde Morrison wahrscheinlich an seiner künstlerischen Arbeit gehindert. Die Kulturindustrie und die politische Korrektheit funktionieren wie eine Zensur. Platter Kommerz und ein aufgezwungener Lebensstil führen zu einer privaten Rentenversicherung und immer gleicher Oberflächlichkeit."

Dem ist man vor allem ausgeliefert, wenn man in mainstream-Genres aktiv ist.

Auch heute liefern Subkulturen wie metal, goth, ebm sehr viel Raum, auch exotischste Kreativität auszuleben.
Dabei wird man allerdings selten reich und man hört sich selbst nicht im (Netz)Radio.

Vermutlich wäre "Jimmy 2000" heute irgendwo in diesen Szenen zu finden.

Reichtum und Prominenz

Leider wird der Reichtum bzw. die Prominenz vielen zu viel oder aber man will in eine andere Welt untertauchen, seine Ruhe mal haben und auf neue Ideen kommen. Da sehen Drogen viele als Hilfsmittel, allerdings führt dieser bis zum Tod, wenn man damit über treibt.

@fathaland slim

Ich meine das man nicht unbedingt Drogen nehmen muss, um gute Musikwerke aufzustellen, könnte bei abstrakten Ideen helfen, aber das Risiko der Nebeneffekte ist zu groß, daher sollte man das sein lassen. Haben Sie schon mal welche gesehen, die auf LSD "hängen geblieben" sind? Wenn nicht sollten Sie mal, dann über legt jeder dreimal, ob man sowas zu sich nimmt. Hatten Beethoven oder Mozart auch Drogen genommen? Ist also keine muss, um musikalisch gut zu sein. Man sollte sich nicht dessen machen, was Mensch von Tier unterscheidet: Der Verstand.

11:22 von lamusica

"Leidenschaft ist meist "extrem", weicht von der Norm ab. Sie ist oft unvernünftig, schwierig, nimmt sich Raum, wo eigentlich keiner ist, ist nicht rational. Mein Beileid für den, der sie nicht kennt."

In der Musik der Doors fand ich die explosive Leidenschaft und Sehnsucht meiner jungen Jahre gespiegelt. Die Musik hab ich exzessiv - durchaus auch mit anderen Sachen -aufgesogen, ... es war ein Rausch.

Was der privat machte, interessierte mich wohl weniger, ich wusste auch nichts weiter, er war wohl kein Vorbild aber bei der Musik hab ich mich verstanden gefühlt, obwohl ich selber eher wenig verstanden habe... es war das Gefühl und das war gigantisch.

Die Doors war die einzige Combo als denen damaligen Fan ich mich bezeichnen würde.

14:27, Hackonya2

>> Haben Sie schon mal welche gesehen, die auf LSD "hängen geblieben" sind? Wenn nicht sollten Sie mal, dann über legt jeder dreimal, ob man sowas zu sich nimmt. <<

Ich kenne so einige.

"Hängengeblieben" ist allerdings der falsche Ausdruck. Es ist eher eine manifest gwordene Psychose.

LSD, Psilocybin, Mescalin u.ä. sind keine Spaßpartydrogen. Sie öffnen Türen ins Unterbewusste. Deswegen der Buchtitel "The Doors of Perception" von Aldous Huxley, woher übrigens der Bandname "The Doors" stammt. Daß dies nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist, ist unmittelbar einsichtig. Trotzdem gehen Leute mit diesen Drogen immer noch um, als ob es sich um Feierstoff handeln würde.

@fathaland slim

Alkohol ist genauso gefährlich wie andere Drogen auch, nur hat dieser sich gut etabliert, weil der Konsum nicht so schlimm aussieht: Da trinkt jemand was in meist schöner Farbe. Dann ist es kulturell wohl das am mit längsten und verbreitetste und leicht herzustellen. Was Alkohol allein aber dauerhaft an Schäden an der Leber und am Gehirn hinterlassen kann, das scheint vielen nicht mal bewusst zu sein.

Staatsfeind Nr 1 @ fathaland slim

"Nun machen Sie mal halblang." Stimmt. Heute, im Jahr 2018 machen wir halblang. 1969 jedoch waren die Doors eine Band mit einer politischen Botschaft. Über Nixon äusserte sich Morrison auf der Bühne: "..... we gonna get him!" Das FBI organisierte mit Unterstützung von Nixon Anhängern die „Kundgebung für den Anstand“ um Eltern dazu zu bewegen Doors Platten zu boykottieren. Morrison wurde aufgrund eines FBI Ersuchs, während er im Urlaub war, steckbrieflich gesucht.
Wegen"Tatbestand der vulgären Sprache in der Öffentlichkeit" wurde er zu neun Monaten harter Arbeit im Florida Dade County Strafvollzug verurteilt. Ein Arbeitslager für Schwerverbrecher also. Morrison bezeichnete dieses Urteil völlig korrekt als "öffentliche Kreuzigung".
In 16 Bundesstaaten erhielten die Doors auf Betreiben des FBI Auftrittsverbote. Man grub der Band das Wasser ab. Und als sich Morrison in Frankreich der Strafe entzog, erlag er zufälligerweise einem Asthmaanfall.
Tja. Und nun mache ich mal halblang.

trotzdem war die musik grossartig

oder deshalb. joe cocker war auch nicht immer klar

14:11 von Miezekatze

so isses! ich lausche jetzt the end 11.47 entgegen

@ Initiative Neue

"Heute zu Tage würde Morrison wahrscheinlich an seiner künstlerischen Arbeit gehindert. Die Kulturindustrie und die politische Korrektheit funktionieten wie eine Zensur."

Hä? Es gab noch nie so viel Freiheit wie heutzutage, sich künstlerisch auszuleben. Schon allein wegen der vielen neuen Medien. Jimmy hätte heutzutage wohl eher das Problem, überhaupt wahrgenommen zu werden in unserer überlauten, überdrehten, überhektischen Zeit, da er
ein eher leiser, nachdenklicher Künstler war - nach heutigen Maßstäben.

Nix hat sich verändert

In dem Artikel beschreibt der ehemalige Tourmanager, dass man heute anders damit umgehen würde, wenn ein Künstler sich in aller Öffentlichkeit mit Drogen und Alkohol selbst zerstört.

Stimmt nur in so weit, dass man heute auch damit noch Geld machen würde.
Früher mag man das, wie der Mann beklagt, die Sauferei klein geredet haben. Heute ergötzt man sich daran. Damit jedes kleine Lichtlein sich ein klein wenig besser fühlen kann, als dieser Künstler.

Sonst hätte keiner eine völlig zugedröhnte, orientierungslose Amy Winehouse auf die Bühne gestellt.

Das Hauptproblem ist: in der Musikindustrie ist kein Platz für Künstler. Denn die Welt will das Aussergewöhnliche - aber nur als Ergebnis und ist nicht bereit, das Aussergewöhnliche in seiner Gesamtheit zu akzeptieren.

Ungewöhnliches produzieren - aber dann bitte wieder hübsch angepasst sein.

Daran zerbrachen und zerbrechen Künstler.
Die Industrie - verscherbelt die Kunst und verbrennt die Künstler.

Brüche

...viele gute Musiker, Maler, Schriftsteller versuchen das unsagbare auszusprechen, stumme Schreie in kreischende Gitarren, hämmernde Bässe und mystische Lyric umzusetzten. Diese Menschen machen Kunst aus ihrer Biographie heraus und nicht wie heute oft für Ruhm oder Moneten...mir gefallen diese Kunstwerke, vielleich weil ich selbst Brüche in meiner Biographie habe? Drogen sind oft der Versuch einer Selbstmedikation, weil die Schmerzen der Seele qualvoll sind...diese Mischung ergibt oft Inspiration für solch einzigartige Musik wie von Jim Morrison und damals galt es auch als chic Drogen zu nehmen. Heute sind Drogen eher Tabu und das ist gut so, denn Sie führen nicht zu der Lösung, sondern enden in der Psychiatrie, im Knast oder auf dem Friedhof! Und viele Künstler haben gezeigt das Sie auch clean produktiv sein können, wie z.B. David Bowie....

@ peter04

"Auch heute liefern Subkulturen wie metal, goth, ebm sehr viel Raum, auch exotischste Kreativität auszuleben."

Oje, dazu müssten wir erst einmal versuchen zu definieren, was heutzutage Subkultur ist. Metal und Goth glaube ich eher nicht. Zumindest glaube ich nicht, dass zu "Subkultur" ein Megaevent wie "Wacken" passt. Ich höre auch bevorzugt Metal - aber exotischst komme ich mir nicht dabei vor. Da müsste ich schon auf Schlager-Liebhaber treffen, um subkulturell wahrgenommen zu werden.

Erst wollte ich ja schreiben:

"Ernsthaft? Der 75. Geburtstag eines Menschen, der seit 48 Jahren tot ist, soll eine Nachricht sein?"

Nun habe ich aber die Vielzahl der Kommentare gelesen, die meinen Vorwurf der Irrelevanz Lügen strafen.

Wie selten zuvor bekomme ich hier vor Augen geführt, wie subjektiv Problemwahrnehmung sein kann.

Bleibt zu wünschen, dass die Kommentatoren die heutigen Probleme nicht vergessen, die zwar subjektiv weniger wichtig sein mögen, aber doch objektiv deutlich dringlicher sind.

Nun wende mich verwundert kopfschüttelnd wieder anderen Dingen zu.

Drogen helfen nicht um

Drogen helfen nicht um kreativer zu sein. Definitiv nicht. Sie helfen nur sich abzukanzeln gegen die Umwelt, die Plattenkonzerne beuten einen aus, querschen einen aus wie eine Zitrone. Die Erwartungshaltung der Fans, der Erfolgsdruck. Natürlich ist man stärker wenn man noch jung ist aber man so schnell wie Club 27 zu Ruhm und Reichtum kommt bekommt man immer wieder einen. ausgegeben, hier ein Pfeifchen, dort ne Line, dort einen Drink. Das schlaucht, macht kaputt.

r0lt0 das ist nicht richtig

"Das eine ist braun ("Brown Sugar"), das andere weiß. Heroin lässt sich auch kaum pulverisieren. Es ist nicht kristallin, sondern eine zähe Masse.

Unverwechselbar."

Heroin gibt es sehr wohl als pulver oder als stein zu kaufen und kann auch weiss sein, was sie meinen mit der zähen masse ist opium....

People are strange

Einige Kommentare hier auch.

@ r0lt0: Zitat: "Morrison war, das wird heute gerne vergessen, Staatsfeind Nr1."

Wow. Ich glaube das wußte selbst damals niemand.

Ok. Jim hat sich nicht unbedingt beliebt gemacht, dabei wollte er doch nur mal sehen, wie sein kleiner Freund im Scheinwerferlicht aussieht. Aber "Staatsfeind Nr 1" ist wohl mehrere Nummern zu hoch gegriffen.

@ fatha: "No one remembers your name. When you're strange ..."

John Sinclair ?

"It ain't fair, John Sinclair
In the stir for breathing air..."

Kuugel mal den Namen John Sinclair, Du wirst Dein blaues Wunder erleben, das Ergebnis ist wirklich nicht fair.

@ alle anderen: Um Informationen über John Sinclair zu erhalten, vervollständigen Sie bitte die Suchanfrage um das Stichwort "Anarchist", sonst landen Sie im Groschenroman.

Gruß, zopf.

Drogenkonsumenten

finden sich in der Gosse, in der Highsociety, in der Politik, im Film-und Musikgeschäft. Eigentlich überall, besonders da, wo man es am wenigsten vermutet.

Musiker aus dem 18. Jahrhundert haben auch Drogen genommen. Damals waren Drogen noch legal zugänglich.

Bewusstseinserweiternde Stoffe

@Hackonya2 , am 08. Dezember 2018 um 14:27
Natürlich helfen bestimmte Medikamente der Kreativität auf die Sprünge. Man sollte aber Vor- und Nachteile abwägen.
Ihre Musikerbeispiele sind schlecht gewählt: Mozart war geistesgestört, was ihm offensichtlich einen Zugang zu noch kreativeren Denken gab, und Beethoven war schwerer Alkoholiker.

15:03, r0lt0

Sie wissen, daß Rock'n Roll generell als Untergang des Abendlandes bezeichnet wurde?

Selbst der harmlos-naive Elvis Presley wurde zur Bedrohung der bürgerlichen Ordnung stilisiert.

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