Ihre Meinung zu: Rote-Khmer-Anführer wegen Völkermordes verurteilt

16. November 2018 - 9:40 Uhr

Rund 40 Jahre nach der Herrschaft der Roten Khmer in Kambodscha sind erstmals Anführer des Regimes wegen Völkermordes verurteilt worden. Unter den Roten Khmer waren zwei Millionen Menschen ums Leben gekommen.

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Kommentare

Und die Westliche-Werte-Welt

Und die Westliche-Werte-Welt hat m.W. zugeschaut. Auch wenn das ganze Ausmaß der Massenmorde erst nach Beendigung der Kmer-Herrschaft zu überblicken war - es war schon Vieles vorher bekannt.

@collie

wie kommst du den darauf, wir sind doch die guten.

Was haben denn....

die Roten Khmer anderes gemacht als die europäischen Einwanderer im angeblich leeren Amerika oder die Briten in ihren Kolonien oder Stalin etc.? Die Deutschen sind da außen vor, denn sie waren die einzig Doofen, die als Begründung eine schwachsinnige Rassen-Ideologie als Grundlage benutzten. Sowohl unter Stalin, als auch unter den Roten Khmer wurden tatsächliche oder angebliche politische Gegner als Begründung für millionenfachen Mord benutzt. Vermutlich ist das eine Aufgabe für Philosophen, den "qualitativen" Unterschied festzustellen und zu werten, wenn ein Massenmord aus religiösen, kulturellen, politischen oder rassenideologischen Gründen erfolgt. Es sieht zumindest so aus, als ob Massenmord aus politischen Gründen fast schon teleriert würde, weil man sich dann umso mehr über die anderen Massenmorde ereifern kann?

09:49 von collie4711

>>Wann kommt eine Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen die Natur wegen des Versprühens von Agent Orange?<<

Das hieße aber eine Klage gegen den Befreier und Beschützer dieser Welt der nie nie etwas unrechtes tut (Ironie aus).
Eine Klage gegen das US-Militär hätte bei der derzeitigen Weltpolitischen Lage keine Chance. Entweder sind die zuständigen Gremien von den USA abhängig oder die USA erkennen ein Urteil einfach nicht an.

Ideologisiserter Wahn

Die "Roten Khmer" wurden gefördert von der Volksrepublik China unter ihrem Großen Vorsitzenden Mao Tse Tung und Nordkorea. Die "Roten Khmer" entstanden als Ergebnis ideologischer Konkurrenz zwischen der UdSSR und der VR. Diese Konkurrenz führte zu einer Bindung des zunehmend erfolgreich siegenden Nord-Vietnams an die UdSSR und die Länder Ost-Europas, weshalb die VR China nach einem Bündnispartner in der Region suchte.
Den "Roten Khmer" gelang die Machtübernahme, als Kambodscha hineingerissen war in den Vietnam-Konflikt, zerbombt von den USA und Süd-Vietnam, bei einer hilflosen Staatsführung. Im ideologischen Wahn wollte die Führungsriege der "KR" Chinas Vorbild in einem bereits traumatisiertem Land übertreffen: "Großer Sprung" und "Kulturrevolution" in einem mittels "Agrarkommunismus". Die Folge: ein humanitäres Desaster. Allein Vietnam gelang 1979 die Intervention.
Ehemalige Führer der "KR" bilden trotzdem seit Jahrzehnten die Regierung von Kambodscha. Die Aufarbeitung ist schwierig.

Die Foristen haben ja im Grundsatz Recht.

Dennoch ist es richtig, dass Massenmörder nicht in Freiheit sterben - mindestens für die Hinterbliebenen, die lieber nicht so genau wissen wollen, wie ihre Familienangehörigen konkret ums Leben gekommen sind, jedoch auch für die Gesellschaften als Grundlage zur Aufarbeitung von Unrecht und zu einer Versöhnung zwischen den Volksgruppen).
Dass solche Aufarbeitungen bei den Russen oder Amerikanern immer wieder nicht funktionieren und deren Mörder im Nachhinein auch noch zu Helden umstilisiert werden (wie man es heute in Russland mit dem Gedenken an den ehrenwerten Josef Stalin ebenso erleben kann wie bei den Amerikanern mit den sogenannten Helden des Vietnamkrieges), darf kein Anlass sein, derartige Verbrechen zu tolerieren.

endlich - entsetzlich bleibt das "westliche Wohlwollen"

jede Verurteilung der verbrecherischen "Roten Khmer" weckt in mir Genugtuung und Trauer

SEHR schlimm fand und finde ich das "westliche Wohlwollen" gegenüber diesem Massenmord-Regime

reichte es, dass die Khmer Feinde/Gegner gegen alles waren, was mit der Sowjetunion verbunden war? Frage ich wie früher jetzt weiterhin mit Bitterkeit

Ich war damals noch sehr jung, aber unvergessen bleibt mir die zynische "westliche" heuchlerische Empörung, als ENDLICH Vietnam in Kamdodscha dem unfassbar-grausamem Massenmord der Khmer ein Ende gesetzt hat.

Da waren den USA, war GB u.a. - jeweils Führung, Geheimdienste, Militär - längst bekannt, dass Massenmorden in Kamdodscha von den Khmer praktiziert worden ist

Und in der 68er Studentenbewegung, die gewiss ihre historischen Verdienste auf anderem Gebiet hat, wurden von Vertretern Maoistischer Gruppen (nicht allen) die mit China teil-verbündeten verbrecherischen Khmer "verteidigt"!!!

Westliche Werte-Welt

16. November 2018 um 10:09 von Quakbüdel

Ja und Nein. Die Staaten des "Westens" waren zu Beginn der 70er Jahre erleichtert, endlich einen Weg aus dem blutigen, teuren, verwirrenden und ideologisiserten Vietnam-Konflikt gefunden zu haben. Die Industriestaaten waren vielmehr besorgt um die Öl- und Wirtschaftskriese sowie den weiter andauernden "Kalten Krieg" mit der Drohung eines Nuklearkriegs.
Daher unterblieb eine Intervention in das rasch sich ab 1975 entwickelnde humanitäre Desaster im kleinen und wirtschaftlich unterentwickelten Kampuchea mit seinen etwa 8 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern. Die westlichen Staaten wollten eine Pause von den Prozessen im unverständlichen Süd-Ost-Asien.
Erst als Vietnam 1979 Kambodscha eroberte, als Reaktion auf eine Kriegserklärung der Roten Khmer, reagierte der Westen. U.a. die CIA schickte Geld und Waffen zu den Roten Khmer im Grenzgebet "Goldenes Dreieck". Geschädigt werden sollten durch einen Guerillakrieg Vietnam und die UdSSR, was gelang.

10:09 von Quakbüdel

Nicht nur zugeschaut. Nachdem die Vietnamesen den Khmer Rouge den Garaus gemacht hatten wurden Pol Pot und Konsorten einerseits von China, andererseits von Thailand bzw über Thailand auch von den USA unterstützt um ihren Terror weiterzuführen bzw Vietnam "in Schach zu halten". Übrigens, Hun Sen war bis zu seiner Flucht nach Vietnam (1975) ebenfalls bei den Khmer Rouge.

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