Kommentare

Optimist

Alexander Gerüst ist beseelt von einem unerschütterlichen Optimismus und einem Glauben an die Machbarkeit der Technik. Hut ab, diese Haltung ist es, die uns groß gemacht hat und uns weiter bringt. Ein tolles Vorbild für unsere Jugend.

Ich finde, er könnte eher ein

Ich finde, er könnte eher ein Vorbild sein, weil er und seine Kollegen nicht der Perfektion der Technik vertrauen - sondern sich der Risiken bewusst sind und deshalb auch für Plan B und C trainieren.

Überdies wäre es für uns alle vermutlich ein Gewinn, wenn es möglich wäre, z. B. Staatsoberhäupter auf ein paar Runden in den Orbit zu schicken. Wenn sie die Erde aus der Perspektive von Astronauten sehen könnten - wunderschön, ohne Grenzen, aber stark ramponiert - dann fiele es ihnen eventuell leichter, wie die Astronauten zusammenzuarbeiten, anstatt sich immer wieder auf die einzulassen, die ständig ihr Revier abpinkeln müssen.

Mitverantwortlich

Gerst sieht leider nicht, dass die Entwicklung in der Raumfahrt mitverantwortlich für den Klimawandel ist. Seit Beginn der Raketenforschung wurden Megatonnen von CO2 in die Atmosphäre eingebracht, und das in Höhen, die für die Ozonschicht absolut tödlich sind. Und nicht zuletzt wurden alle Forschungsergebnisse der Raumfahrtindustrie für die heutige Verkehrsfliegerei benötigt. Jedes Flugzeug, das heute den Boden verlässt, trägt in hohem Maß zur Klimakatastrophe bei. Gerst verkennt die Situation, weil er die Raumfahrt als notwendig erachtet. Dabei war sie der Auslöser der Massenfliegerei mit Düsenflugzeugen. Jeder Mensch, der ein Flugzeug betritt, ist mitverantwortlich für den dramatischen Klimawandel. Ich hoffe, das wird irgendwann JEDEM bewusst.

Die Technik funktioniert

Auch die Weltraumtechnik wird immer zuverlässiger, und der mißlungene Start der Sojusrakete hat sehr Eindrucksvoll bewiesen, das die Rettungssysteme funktionieren.

Wären doch alle Menschen so vernünftig wie er...

Mehr braucht man nicht zu sagen.

Verschwindend geringer Einfluss

@ planetearth:
Seit Beginn der Raketenforschung wurden Megatonnen von CO2 in die Atmosphäre eingebracht, und das in Höhen, die für die Ozonschicht absolut tödlich sind.

Das ist nach meinen begrenzten Kenntnissen der Physik der Atmosphäre nicht richtig, denn CO2 führt nicht zum Abbau der Ozonschicht. CO2 hat allerdings andere Auswirkungen und die Raumfahrt hat daran sicherlich einen Anteil, der vermutlich aber eher in der Größenordnung von Millionstel liegen dürfte.

Ein Relikt aus der Zeit des

kalten Krieges, die bemannte Raumfahrt. Man muss es sich leisten können. Auf der Erde lässt man die Infrastruktur verrotten und schafft noch nicht mal das Minimum der Daseinsvorsorge.

Falscher Zusammenhang

@ planetearth:
Gerst verkennt die Situation, weil er die Raumfahrt als notwendig erachtet. Dabei war sie der Auslöser der Massenfliegerei mit Düsenflugzeugen.

Sorry, da sehe ich keinen Zusammenhang. Bitte fair bleiben.

Quatsch

@FritzF: im Gegenteil: in der ISS werden alle Grenzen überwinden, die es leider auf unserer Erde gibt - ideologisch, politisch, wirtschaftlich, ... wir haben im Moment nur unseren Planeten und verhalten uns, als ob der problemlos ersetzbar ist, statt gemeinsam über unsere Zukunft nachzudenken und Lösungen zu entwickeln.

Ohne bemannte Raumfahrt und der Vision, unsere Erde auch verlassen zu können, werden wir mittelfristig nicht als Menschheit überleben.

Vielleicht ist ein Flug zum Mars

in ein paar Jahrzehnten doch keine Zukunft Vision. Durch die Ergebnisse der heutigen Raumfahrt ist man schon ein gutes Stück auf diesem Weg weiter gekommen.

@ FritzF

Und immer wieder das Kostenargument.

Ja, bemannte Raumfahrt ist teuer. Laut einer NASA Studie kostet der Aufenthalt einer Person auf der ISS pro Tag 7,5 Millionen Euro, das heisst, die 6 Monate, die Alexander Gerst an Bord der ISS ist, kosten die ESA 1,35 Milliarden.

Trotzdem: In dem gerade herausgekommenen Film "First Man" sagt Neil Armstrong: "Erst vom All aus habe ich begriffen, wie verletzlich unsere Erde ist. Ich weiss nicht, ob unser Aufwand sich lohnt, um etwas neues über das Weltall zu erfahren. Aber ich weiss, dass unser Aufwand nötig ist, um mehr über uns selbst zu erfahren."

Diese Erfahrung ist meiner Ansicht nach unbezahlbar!

Die oben erwähnten 1,35 Milliarden für Alexander Gersts Raumflug sind 2,63 Euro pro EU-Bürger. Bitte nennen Sie mir ein beliebiges Projekt, in dem Sie Ihr Geld besser angelegt sehen, als in der bemannten Raumfahrt und ich übernehme gern Ihren Anteil und überweise 2,63 Euro and das Projekt Ihrer Wahl.

@ Kokolores2017

"Wenn sie die Erde aus der Perspektive von Astronauten sehen könnten ..."

Hundertprozentige Zustimmung! Auf einer Pressekonferenz nach dem Sojus-Apollo-Flug von 1975 wurden die Kommandanten Alexej Leonow und Thomas Stafford gefragt, wie diese Zusammenarbeit mitten im Kalten Krieg möglich war. Die Antwort war simpel: "Weil man von dort oben keine Grenzen sehen kann." Die Freundschaft zwischen Leonow und Stafford führte unter anderem einige Jahre später dazu, dass Stafford zwei russische Kinder adoptierte.

Die Sojus-Apollo Mannschaft hätte damals einen Friedensnobelpreis verdient. Ich hoffe immer noch, dass die ISS irgendwann diesen Peis erhält - und ich hoffe inständig, dass wir alle irgendwann auf der Erde genauso gut zusammen arbeiten können, wie im Weltall.

Alexander Gerst!

Immer wieder schön zu sehen und zu hören was er sagt. Mit Verantwortung und Respekt.

Gerechtigkeit und Freiheit sind für alle Menschen lebenswichtig. Die größte Freiheit geht immer mit der größten Verantwortung einher. Freiheit ohne Verantwortung ist nur Egoismus und bringt/produziert immer Ungerechtigkeit.

Wir sollten darüber nachdenken wie wir es schaffen können, Gerechtigkeit und Freiheit für alle Menschen sicher zu stellen.
Das ist sicherlich eine Systemfrage. Mit dem aktuellen sozialökonomischen System ist das ausgeschlossen.
Der Kapitalismus/Neoliberalismus verlangt nach unbegrenzten Ressourcen und alles unterliegt dem Gesetz des Stärkeren, des Mächtigeren und Gierigsten. Es zählt nur der maximale Profit.

Falls wir Gerechtigkeit wirklich ernst nehmen müssen wir auch bereit sein die Verantwortung dafür zu tragen. Mit einem System, das uns süchtig nach Konsum macht und scheinbare endloser Freiheit verspricht, ohne die Verantwortung dafür zu übernehmen/tragen, werden wir versagen

@ FritzF

Ich hatte den 10-Euro pro Jahr Kommentar von Alexander Gerst in dem Artikel übersehen. Also etwas mehr, als ich hochgerechnet hatte. Macht aber nix: Ich erhöhe mein Angebot gern auf 10 Euro an die Organisation Ihrer Wahl.

Pro Jahr zwei Cappucinos weniger zu trinken und dafür einen Augenzeugenbericht über die Verletzbarkeit unsere Planeten zu erhalten, ist es alle Male wert!

Weihnachten 1968 fotografierte die Besatzung von Apollo 8 auf dem Weg zum Mond die Erde in ihrer ganzen Schönheit und Verwundbarkeit. Es war nicht das erste komplette Foto der Erde aus dem All (das kam 1966 von einem sowjetischen Molniya Satelliten), aber das erste, das weltweit publiziert wurde. Das Foto wird von vielen Umweltbewegungen überall auf der Welt heute als das einflussreichste Umwelt-Foto aller Zeiten angesehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Earthrise

Wie wollen Sie so etwas mit einem Preisschild versehen?

20:50 von Sasquatch

«Und immer wieder das Kostenargument.
Ja, bemannte Raumfahrt ist teuer. Laut einer NASA Studie kostet der Aufenthalt einer Person auf der ISS pro Tag 7,5 Millionen Euro, das heisst, die 6 Monate, die Alexander Gerst an Bord der ISS ist, kosten die ESA 1,35 Milliarden.»

So genaue Zahlen wie die, die Sie nennen, kannte ich bisher nicht.

"Aus der Hüfte" weiß ich auch nicht, wie viele Staaten der ESA angehören (welche genau?). Kann daher auch nicht das Militärbudget für 2018 dieser Länder aufsummieren. Wenn ich mich nicht grob irre, liegt das der USA bei knapp 700 Mrd. US-$ in 2018.

Wenn es um Kostenersparnis "bei den ganz dicken Fischen" geht.
Könnte man dort abknapsen (nicht nur in den USA).

Ich verdopple Ihre 2,63 Euro für den besseren Zweck als die bemannte Raumfahrt. Zahle gerne meinen Beitrag für einen, der sein Steuergeld dort nicht investiert sehen möchte.

Sogar unter der Prämisse, dass es dann wohl mehr als 5,26 € / Halbjahr wären.
Weil nicht alle bei der ESA dabei sind …

@20:47 von TW65974

"Ohne bemannte Raumfahrt und der Vision, unsere Erde auch verlassen zu können, werden wir mittelfristig nicht als Menschheit überleben."...
warum sollte die Menschheit mittelfristig nicht auf dieser Erde überleben können?
Was wäre denn so wünschenswert langfristig menschliches Leben in die Weiten des Weltalls zu verlagern?

Lichtblick

Egal wie aufwendig die Technik ist - mit Alexander Gerst schauen sogar meine Kinder zum Himmel um die ISS zu sehen. Er hat durch seine Art der Berichterstattung das ISS Projet sehr populär gemacht - sogar unsere Kleine kennt seine Beiträge in der Sendung mit der Maus.
Die Raumfahrt bietet heute spezifische Forschungsfelder, die für die Wissenschaft und Menschheit immer noch wichtig sind. Warum sich nicht mal für was begeistern und sich daran erfreuen? Endlich funktioniert mal was: die Technik und die internationale Zusammenarbeit über viele früher undenkbar zu überwindende Grenzen hinweg.
Wenn ich in der ISS App die Sonnenaufgänge sehe - das ist mal was und wenn ich sie am Himmel vorrüberziehen sehe - dann erst recht.
Solange man sich einen toten Flughafen und einen überflüssigen Bahnhof leisten kann - dann bleibt auch was für ein so tolles Projekt wie die ISS übrig (und nun nicht neidisch werden in Berlin: die ISS funktioniert).

Echte (= ernst zu nehmende) Autorität

„Der Blick von oben auf die Erde zeige Gerst vielmehr, wie zerbrechlich der Planet sei. Der Astronaut berichtete von Überschwemmungen, schmelzenden Gletschern und gerodeten Flächen im Regenwald. Der Anblick eines verdörrten Europas in diesem Sommer habe ihm den Klimawandel vor Augen geführt.“

Dass Herr Gerst, was das Thema Klimawandel angeht, den vollen Durchblick (bzw. „Überblick“) hat, wird doch wohl keiner ernsthaft bestreiten wollen, oder?

Also, was folgert ein vernunftbegabter Mensch jetzt daraus?

Raumfahrt als Auslöser der Massenfliegerei mit Düsenflugzeugen??

Was ist denn das für ein Vergleich? Raumfahrt ist (noch) was völlig anderes als ein 50€ Trip mit der Billigfluglinie in den Urlaubsort. Die Verkehrsfliegerei profitiert von der Raumfahrt aber andere industrielle und vor allem wissenschaftliche Forschungen und Anwendungen auch. Viele Erkenntnisse der Fliegerei kommen aber wegen dem unterschiedlichen Kontext eben nicht mehr von der Raumfahrt (z.B. Aerodynamik, Turbinendesign, Radar- und Verkehrsleitsysteme - braucht man nicht gleichartig in Raketen). Also: keine Äpfel mit Birnen vergleichen, auch wenn beide auf Bäumen wachsen. Es steigen vermutlich pro Jahr weniger Raketen auf wie täglich Flugzeuge mit bis zu 550t Abflug-Gewicht durch die Gegend fliegen.

re schiebaer45

"Vielleicht ist ein Flug zum Mars

in ein paar Jahrzehnten doch keine Zukunft Vision. Durch die Ergebnisse der heutigen Raumfahrt ist man schon ein gutes Stück auf diesem Weg weiter gekommen."

Sehe ich nicht. Welche "Ergebnisse der heutigen Raumfahrt" in Erdumlaufbahnen haben denn mit einem Flug zum Mars zu tun?

20:49 von schiebaer45

..............Vielleicht ist ein Flug zum Mars,.....

.......bald noch die einzigste Alternative, wenn die Erde unbewohnbar ist!

Sie Chancen dafür stehen gut

Profis am Werk

Egal wie man zu Sinn und Zweck der bemannten Raumfahrt stehen mag, das professionelle Auftreten von Kosmo- und Astronauten, insbesondere den bisherrigen und amtierenden Kommandanten der ISS, sollten Politikern und anderen "Erdlingen" in Führungspositionen ein Vorbild an Ausdruck und Souveränität sein. So macht man das!

@21:02 von Sasquatch

"Die Sojus-Apollo Mannschaft hätte damals einen Friedensnobelpreis verdient. Ich hoffe immer noch, dass die ISS irgendwann diesen Peis erhält - und ich hoffe inständig, dass wir alle irgendwann auf der Erde genauso gut zusammen arbeiten können, wie im Weltall."

Da hoffe ich mit Ihnen.

Ansonsten: Möge dem Menschen niemals der natürliche Forscherdrang abhanden kommen.

Der Blick auf die Erde.....

Ist sicher sehr aufschlussreich.
Aber was soll der Mars, oder andere Planeten uns bringen?? Wäre es nicht viel sinnvoller unseren schönen Planeten zu erhalten? Die Natur, die Tiere, das Klima? Doch ich finde schon, wir können nicht alles zerstören und zum nächsten übergehen, das ist zu einfach. Aber wir sind zu gierig um das zu begreifen. Bei der Raumfahrt geht es doch auch nur um Ressourcen.

@23:17 von Allahkadabra

"...das professionelle Auftreten von Kosmo- und Astronauten, insbesondere den bisherrigen und amtierenden Kommandanten der ISS, sollten Politikern und anderen "Erdlingen" in Führungspositionen ein Vorbild an Ausdruck und Souveränität sein. So macht man das!"

Ihren Kommentar sollte man in sämtlichen Räumen des Bundestages und Führungsetagen aufhängen. Natürlich in Postergröße und gerahmt.

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