Ihre Meinung zu: Wahl in Irakisch-Kurdistan: Wichtig für den ganzen Irak

30. September 2018 - 14:27 Uhr

Das bisherige Parlament von Irakisch-Kurdistan hatte wegen Streits lange nicht mal mehr getagt. Heute wählt die autonome Region ein neues. Björn Blaschke erklärt, warum die Wahl für den gesamten Irak sehr wichtig ist.

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Kommentare

Demokratie-Notstand allerorten

„Das scheidende Parlament gilt vielen als unfähig; in den vergangenen Jahren ist es wegen verschiedener Streitigkeiten nicht einmal mehr zusammengetreten.“

So weit ist es mit den meisten Parlamenten (u.a. dem hierzulande) zwar noch nicht gekommen; das ändert aber nichts am immer Offensichtlicheren:

Die sogenannte parlamentarische Demokratie „hat fertig“.

Und das überall auf der Welt.

13 mal "Irakisch-Kurdistan"

In dem kurzen Bericht kam das Wort "Irakisch-Kurdistan" insgesamt 13 mal vor. Das fiel mir direkt auf. Hat das eine Bedeutung?

Clanstruktur

Die kurdische Gesellschaft ist in Clans strukturiert. Ganz ähnlich der kurdisch-libanesischen Clans die wir aus verschiedensten deutschen Großstädten kennen. Wie soll Demokratie dort funktionieren? Vermutlich wird die Zahl der Parlamentssitze nicht für alle Clans ausreichen. Wie soll die unterschiedliche Größe der Clans berücksichtigt werden? Nein, Demokratie ist ein denkbar ungeeignetes politisches Modell für diese Weltregion.

re nettie

"Die sogenannte parlamentarische Demokratie „hat fertig“.

Und das überall auf der Welt."

Mal davon abgesehen, wie wahr oder falsch dieses Statement ist:

Was schwebt Ihnen denn stattdessen vor?

re pxslo

"In dem kurzen Bericht kam das Wort "Irakisch-Kurdistan" insgesamt 13 mal vor. Das fiel mir direkt auf. Hat das eine Bedeutung?"

Was soll die Frage?

Es ist der Name der automen Region, in der die Wahlen stattfinden. Steht so laut und deutlich im Artikel.

Interessant!

Ich konstatiere: freie demokratische Wahlen dort, aber kurdisch-irakische Asylsuchende hier.

Wer einen Widerspruch findet, der darf den gerne behalten...

@um 16:59 von pxslo

Als Kurdistan wird das Siedlungsgebiet von Kurden bezeichnet. Es gibt Gebiete in Türkei, Syrien, Iran und eben auch im Irak.

Dass Sie da entsprechend empfinden liegt wohl eher daran dass man in der Türkei seit Jahrzehnten die Angst verbreitet, äußere Mächte würden nichts mehr wollen als die Zerteilung der Türkei. Bleiben Sie unbesorgt.

Mission accomplished!

In Irakisch-Kurdistan hat der Westen sein Ziel ja wohl erreicht! Eine kleine, irgendwie schon aber doch nicht so richtige, staatliche Einheit, mit schwacher (da zerstörter) Wirtschaft, in keiner "bösen" Organisation, wie OPEC oder sowas, und schwachen, sich selbst blockierendem Parlament. Ein solches Gebilde kann man wunderbar nach Belieben gegen die Wand spielen. Es ist abhängig vom Verkauf von Öl, zu jedem beliebigen Preis. Den Preis für das billige Öl bezahlen die Menschen vor Ort, die seit 17 Jahren in einem kriegsähnlichen Zustand leben. Für den Westen eine Vorbild für den gesamten arabischen Raum, hier hat sich der Regime Change gelohnt! Es fehlt nur noch, dass man sagen kann: Die Russen waren's und sind schuld!

Die Zustände im Irak sollten eine Warnung an alle Araber sein! Der Westen ist kein Freund, er handelt nach: The West first!

re zöpfchen

"Ganz ähnlich der kurdisch-libanesischen Clans die wir aus verschiedensten deutschen Großstädten kennen."

In welcher Stadt gibt's denn einen kurdisch-libanesischen Clan?

Im Gegensatz zu anderen

Volksgruppen haben die Kurden die Weltgemeinschaft nicht mit Flugzeug-Entführungen oder anderem Terror erpresst. Da gibt’s dann auch leider keine Befürworter für einen eigenen Staat und kein eigenes UN-Hilfswerk...

Wegen eines Streits tagt nicht mehr die Legislative?

Da wird ja suggeriert, es handle sich dabei um einen internen Parlamentsstreit. Die irakischen Militärs vor der Haustür, die die nahen Ölquellen (zurück-)erobert hat, ist wohl eher ein Grund das Reden zu lassen.

Der Staat der irakischen Kurden befindet sich noch in seiner Bildungsphase. Und dabei erhält weder der Staat noch das Volk der Kurden wirklich internationale Unterstützung. Dabei wäre ein Staat Kurdistan wirklich hilfreich zur Befriedung des Nahen Ostens. Durch die Neubildung der Grenzen würden althergebrachte Gesellschaftsstrukturen erneuert werden, die zuvor durch den britischen, französischen und amerikanischen Kolonialismus gesprengt wurden. Warum sich allerdings Nationen immer durch Blut bilden müssen, ist eine wahre Verwerfung der menschlichen Zivilisation. Scheiß Machtsgedöns!
Besser eine Welt vieler kleiner Nationen als eine Welt im ständigen Kampf. Die Technik hebt alle Vorteile eines Einheitsstaates wieder auf. Warum also noch darauf bestehen?

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