Ihre Meinung zu: Erdogan-Besuch: Ein Anfang, aber wohl kein Durchbruch

28. September 2018 - 5:00 Uhr

Die kritischen Stimmen zum Besuch Erdogans sind laut - doch viele halten den Dialog gerade in schwierigen Zeiten für wichtig. Trotzdem dämpft auch Außenminister Maas die Erwartungen. Von Angela Ulrich.

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Kommentare

Demokratisch gewählt, Freundschaften überdauern Regierungen

Erdogan wurde demokratisch gewählt, genauso wie Trump. Man muss sich in solchen Zeiten auch zusammenraufen und Dialog ist immer besser als Schweigen. Es sind ganz viele Dinge, die man an Erdogan kritisieren kann, das ist keine Frage, man muß aber auch bedenken, dass die Türkei direkt an einem Kriegsgebiet liegt, es in den vergangenen Jahren sehr viel Terror im Land gab und die Bürger dort eine strenge Führung bevorzugen, zumindest zur Zeit. Wir sollten den Wählerwillen der Türken respektieren und uns nicht moralisch erheben; es wird in der Türkei und auch in den USA wieder andere Regierungen geben. Der Freundschaft zwischen zwei Völkern darf es nicht schaden, wenn es einmal unterschiedliche politische Standpunkte gibt, Freundschaften überdauern Regierungen, so sollte es zumindest sein!

Na klar

Muss man miteinander reden. Zum guten diplomatischen Ton gehört aber auch ,sich ernsthaft zu entschuldigen. Ob Erdogan das macht, da kommen mir erhebliche Zweifel. Solange er das nicht macht, weis ich nicht, warum man irgendetwas zum Wohle seines Staates machen sollte. Zum reinen Urlaub ( und damit meiner Finanzhilfe)machen in der Türkei schmeckt mir das Umfeld leider nicht .

Super Frau Dagdelen!

Für mich ist Erdogan auch unerträglich. Obwohl ich mit den Linken nichts am Hut habe, gebe ich bei Erdogan der Linken - Abgeordneten DAGDELEN völlig recht, daß "man mit so einem Menschen nicht an einem Tisch sitzen möchte".
Überhaupt fand ich die Argumente Dagdelens gegen Erdogan und seiner Türkei-Politik am besten, wenn ich Vergleiche mit anderen Politikern ziehe.
Man kann nur hoffen, daß unsere Politiker einen klaren Kopf bewahren und diesem äußerst unsympathischen Machtmenschen so wenig wie möglich Zugeständnisse machen, am besten keine.

Gegen Gespräche spricht nichts ...

... aber gegen finanzielle Unterstützung spricht alles.

Ich hoffe, dass es keinerlei finanzielle Zugeständnisse gegenüber E gibt. Wer sich uns gegenüber so verhält wir er, hat überhaupt kein Anrecht irgendetwas von uns (Deutschland oder EU) zu fordern.

Hier äußert sich ein Ex Außenminister,

der genug Probleme durch sein Verhalten und als Politiker erzeugt hat. Sein „Schmusekurs“ hat uns nur weitere Probleme mit der Türkei gebracht. Wir müssen mit der Türkei, mit Erdogan reden, keine Frage. Aber ein solcher Staatsempfang rührt noch mehr auf und hat zur Folge, dass die Menschen dass nicht verstehen und tolerieren. Hat man aus der Maaßen Sache nichts gelernt? Wer die Bürger ignoriert, darf sich nicht wundern, wenn sie dann ihre Gefolgschaft verweigert. Denn es interessiert die Politik auch scheinbar die Bürgermeinung nicht.

An der Stelle, an der dieser

An der Stelle, an der dieser "Präsident" den Muslimbruderschaftsgruß gezeigt hat, hätte er SOFORT wie der aus dem Land ausgewiesen werden müssen. Staatsperson hin oder her!
Mit solchen "Leuten" kann man nicht reden.

Moralische Bedenken

Es gibt viele Länder, mit denen Deutschland Geschäfte macht oder Vereinbarungen trifft und die gleichzeitig die Menschenrechte missachten, z. B. USA, China, Russland, ...
Da ist die Türkei also in bester Gesellschaft!
Im deutschen und europäischen Interesse ist eine stabile Türkei, die die Bürgerkriegsflüchtlinge aus ihrem Nachbarland Syrien aufnimmt und sie an einer Weiterreise hindert. Dafür fließt bereits Geld und wird auch weiterhin Geld fließen müssen!

Erdogan in Berlin

Auch wenn ich nicht begeistert bin über diesen pompösen Besuch, ein Arbeitsbesuch hätte auch gereicht, so ist es dennoch wichtig, dass Gespräche wieder aufgenommen werden. Probleme gibt es genug, wie wir alle wissen.
Es ist verständlich, dass viele das sog. "Staatsbankett" absagen. Zeichen sollen und müssen gesetzt werden. Aber auch ein Zeichen, das Herr Özdemir setzt, obwohl er ein entschiedener Erdogan-Kritiker ist. Ich habe seine Argumetation, soweit es mir möglich war, verfolgt und mit türkischen Bekannten besprochen. Wir finden dies sehr mutig und es ist auch ein Zeichen von Zivilcourage.

'Ein Anfang, aber wohl kein

'Ein Anfang, aber wohl kein Durchbruch' lautet die Überschrift des Artikels.
Wann ist denn nach Ansicht von tagesschau.de ein Durchbruch erreicht? Wenn ein Autokrat, der in seinem Land keine freie Religionsausübung von Kirchen etc zulässt, deutsches Steuergeld erhält?
Dann ist ein Durchbruch des Deichs gegeben.
Warum sollte uns die Türkei näher stehen als unsere eigenen maroden Brücken und Schulen?

keinesfalls Erdogan unterstützen

Deutschland täte den Türken einen Bärendienst, wenn es das System Erdogan unterstützen würde.

Die derzeitigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten bieten die Möglichkeiten, dass das System implodiert und Platz macht für einen demokratischen Neuanfang.

Mit einem

Autokraten "im Gespräch zu bleiben" bringt rein gar nichts. Siehe die Appeasement-Politik der Briten vor dem zweiten Weltkrieg.
Nur das unmittelbare Klarstellen "Bis hierhin und nicht weiter" hilft bei solchen Typen. Kein Anbiedern irgendeiner Art, das ermutigt Autokraten nur zum weitermachen und Austesten, wieweit er gehen kann.

Och schaut mal...

...wie lieb der Erdogan lächeln kann, wenn es darum geht seine eigene Haut zu retten, denn da ist ihm wohl jedes Mittel recht oder glaubt auch nur einer hier das er so brav wäre, wenn er durch den wirtschaftlichen Druck nicht hätte kommen müssen?
Ich jedenfalls nicht.

Mehr Erkenntnis und Toleranz ist gefordert!

Herr Erdogan ist ein gewählter Staatsmann,
vertritt legal die Türkei, damit ist der Rahmen geliefert! Besonders wir Deutsche sind gehalten, uns nicht mit Lapalien uam aufzuhalten, sondern die Verständigung, den Ausgleich nach Vorne zu bringen! Es ist völlig unangebracht, dass die "Freie Presse" mehr über Demonstrationen und anderen Kleinkram publiziert, als die notwendige und Reale Politik, die auch unsere Präsident vertritt! Positiv denken und wenn möglich auch danach handeln!

Türkei hat Deutschland in der Hand

Präsidenten Erdogan besucht Deutschland um die bisher größte Moschee zu eröffnen. Diesen Festakt verbindet er mit einem protokollarischen Besuch in Berlin. Erdogan weiß dass er Deutschland komplett in der Hand hat. Über seine Glaubensbehörde diyanet kontrolliert er bereits einen beträchtlichen Teil der Moscheen in Deutschland und die muslimischen Türken , egal ob sie nun einen deutschen, türkischen Pass oder gleich beide haben. Fast alle hier lebenden türkisch-stämmigen reisen mindestens einmal Jahr in die Heimat und können dort als Geiseln inhaftiert werden. Erdogan wird sicherlich „reich beschenkt“ Heimkehren.

Boykott

Warum haben Linkspartei und AfD den Erdogan Besuch mit dem Empfang boykottiert? Das finde ich nicht richtig.

Türkische App

Um Erdogankritiker dem türkischen Geheimdienst zu melden, kann bei Googleplay und im AppStore runtergelaufen werden. Diese Apps müssen schnellstens aus den Stores verschwinden. Dadurch wird Denunziantentum propagiert. Erdogan muss auf diese Apps angesprochen werden. Vergessen sind auch nicht die Beleidigungen, die Erdogan über Deutschland von sich gegeben hat. Nichts hat er bisher davon zurückgenommen. So wird das nichts mit einer Normalisierung der Beziehungen.
Ich betrete keinen türkischen Boden, solange die Türkei nicht zu rechtsstaatlichem Handeln zurückgefunden hat.

Herr Erdogan wird uns weiterhin für Dumm verkaufen

Herr Erdogan besucht "seine" deutsche Provinz, in der zwischenzeitlich Millionen seiner (!) der Türkei treu ergebenen Staatsbürger leben.
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Nein. Er kommt nicht als "Bittsteller". Und wenn er freundlich tut, dann nur um seiner eigenen Agenda zu folgen.
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Im Gegensatz dazu gibt es von Seiten der deutschen Politik keine "Agenda". Die wurschtelt, wie bei allen Themen, nur so von Tag-zu-Tag dahin. Keine großen Ziele, keine Perspektiven.
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Schauen wir doch nur mal auf die geplante Eröffnung der Groß-Moschee. Wer der deutschen Förderer wurde denn zur Feier eingeladen? Der Bürgermeister a.D., ohne den es wohl nie zu diesem Prachtbau gekommen wäre? Fehlanzeige.
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Mein Eindruck in Bezug auf Türkei, Ditib & Co. ist völlig eindeutig: Bis die Ziele erreicht sind gibt es einen netten Umgang.
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In den Zeiten dazwischen wird das wahre Gesicht gezeigt. Dann sind die deutschen Rassisten, Nazis, "Feinde des Türkentums", …
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Ja. Die Integration funktioniert - aber nur in der anderen Richtung.

Mitverantwortung

Ich finde, dass die dt. Regierung, die EU und auch die NATO mitverantwortlich für die Entwicklungen in der TR sind. So wurde Erdogan nicht nur nicht gebremst, sondern gar hofiert und D. leistete gar Wahlkampfhilfe aus lauter Panik. Endlich zu unseren Werten stehen. Apropos Altmeier: Ein "bleibt" iist schin fast unverschämt!

Mit Erdogan - KEINE - Partnerschaft

Erdogan ist Islamist, hat den türkischen Rechtstaat geschliffen und ist nun Präsident einer undemokratisch-islamistischen Türkei. Seine Aggressionen gegenüber ganz Deutschland (Nazi) sind unvergessen. Seine angeblichen Gülen-Verhaftungen sind eine Farce. Die Justiz ist von "seinen Gnaden" abhängig. Und und und.
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Diese Türkei ist weder Freund noch Partner. Und dabei interessieren mich die Befindlichkeiten der hier lebenden herzlich wenig. Es gibt keinen Grund, unsere Werte und Demokratie nicht auch gegen Feinde zu verteidigen, die unser Land spalten wollen. Erdogan tut genau dies.
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Flüchtlingsdeal gegen Bezahlung. Und das wars. Mehr "Gemeinsamkeiten" braucht die Bundesrepublik Deutschland nicht. Und die CDU ist gut beraten, auf Norbert Rötgen zu hören.

Grenzen aufzeigen

Es sollten bei dem Staatsbesuch klare Grenzen aufgezeigt werden, damit deutlich wird, dass man in Deutschland nicht alles nach Belieben tun darf : Auspionieren von Bürgern, Indoktrination von Bürgern in von fremden Staaten finanzierten Moscheen, Reden zur Beeinflussung von Teilen unserer Bevölkerung. Das widerspricht den fundamentalen staatlichen Interessen Deutschlands und kann daher untersagt werden. Das es doch passiert, ist ein Skandal.

Ein Schelm....

.....der Böses dabei denkt, dass Herr E. jetzt, wo die türkische Wirtschaft in freiem Fall ist gerne einen "Neustart" der deutsch-türkischen Beziehungen hätte. Und in ein paar Wochen ist das auch schon wieder vergessen und er poltert wieder vor johlenden Anhängern und zieht Nazi-Vergleiche.....

Wenn ein den Wolfsgruß beim Staatsbesuch zeigender...

Nationalist hier Lebende als "Nazis" bezeichnet, ist es unangemessen, solche Typen mit militärischen Ehren zu empfangen. Das ist nicht "Miteinander reden", das ist Unterwürfigkeit und an Zeichen an die Gegner Erdogans, daß man ihnen nicht helfen will.
Ach, Maas dämpft? Wo denn?

Geschäftsmodell

Wohin driften die Sozialdemokraten? Bundespräsident Steilmeier (SPD) lädt Erdogan zum Staatsbesuch ein und ehrt ihn vor aller Welt und zu ihrem Entsetzen mit mitilitärischen Ehren und offiziellem Bankett. Keinem seiner Vorgänger hätte ich solch einen Mißgriff zugetraut.

Grabriel als Außenminister a.D. (SPD) sollte eigentlich wissen, daß uns ein Präsident auch ohne höchste Ehrbezeugungen besuchen kann: Zu Arbeitsgesprächen zum Beispiel. Wußte er halt nicht.

Außenmimister Maas (SPD) sieht noch keinen Durchbruch, bereitet uns damit also genau auf einen solchen vor: Milliarden an deutschen Geldern zur Rettung Erdogans. Begründen wird Maas es sicher mit seinem heiligen Kampf um die dt. Geiseln in türk. Haft. Ein Geschäftsmodell, das beide Seiten, deutsche wie türkische, sicher ausbauen werden.

Und Merkel? Sprechen wir nicht drüber ...

Die Empörung aller Oppositionsparteien wie auch des Auslandes teile ich uneingeschränkt und hoffe auf ein baldiges Ende dieses unerträglichen Spiels.

Unhöflichkeiten

Wenn es keinen wirklichen Durchbruch bei den wichtigen (sehr wichtigen) Beziehungen zur Türkei gibt, so sind auch die vielen Unhöflichkeiten einem Staatspräsidenten dran schuld. Zum Glück gibt es die Freunde der Türkei, die alljährlich die Türkei besuchen.

Respekt für Özdemir, der sich nicht wegduckt

Autokraten muss man mit Haltung & einer eindeutigen Strategie entgegentreten.

Das gilt für dubiose den islamistischen Fundamentalismus fördernde Regime wie Saudi-A. (dem Rechtsaußen-Darling Trump gerade Waffen über 150 Mrd $ verscherbelt) oder für rechtsdrehende Nationalisten wie Putin, Orban, Kaczynski oder eben Erdogan.

Der braucht klare Ansagen. Der Wink der Bundesregierung mit den ggf. blockierten Hermesbürgschaften für dt. Investitionen in der Türkei war ein diplomatischer Wirkungstreffer. Bleibt zu hoffen die Bundesregierung einigt sich mal auf eine einheitliche Linie.

Cem Özdemir geht heute bewusst als aufrechter Demokrat zum Staatsbankett, nicht um sich satt zu essen, sondern als anerkannter Mahner für Demokratie & Menschenrechte. Die sozialen Medien laufen unter Türken & Deutsch-Türken bereits heiß. Dass er hingeht und sich dem (AfD-artigen) Shitstorm der rechtsnationalen AKP-Fanboys aussetzt beweist Özdemirs Haltung.

Hoffe langfristig auf Besserung der Beziehungen.

Diplomatie

Auch Deutschland sollte an der Verbesserung der Verhältnisse zur Türkei interessiert sein, zumindest im Interesse der vielen Touristen aus Deutschland, die alljährlich dies schöne Land besuchen.

Zuallererst

sollte Erdogan die Beleidigungen gegen Deutschland bei DIESEM Besuch zurücknehmen und bedauern. War da nicht ein Nazivergleich genannt worden? Übler kann eine Beleidigung auf Regierungsebene doch wohl nicht sein.

RE; um 06:09 von Heidemarie Bayer. Eigenartig

Eigenartig.
Wieso die Jenigen , die die Aussagen von Dagdelen gut finden, sich aber immer direkt zur Klarstellung von den Linken distanzieren.

Endlich ehrlich

D. und der gesamte Westen trägt meiner Ansicht nach Mitverantwortung an der Entwicklung. Auf Samtpfoten besuchten höchste Politiker Erdogan, dies gar kurz vor den Wahlen. Aus Kalkül blieb man leise, aus Angst wurden alle Augen zugedrückt. Wehret den Anfängen galt nie. Hört auf mit dem falschen Lächeln, die Lage ist zu ernst. Jetzt muss sich die Bundesregierung ebdlich ehrlich machen und entscheiden, was unsere Werte wert sind!

RE: um 06:37 von kritsche Stimme, Muslimbruderschaftsgruß

Muslimbruderschaftsgruß...
Hat Ihnen wer erzählt, dass der Gruss zu den MuslimBrüder gehört ?

Meinen Sie die Muslim-Brüder haben das Rabia-Zeichen für sich gepachtet.

(Einmal selbst schauen, was das Rabia-Zeichen ist)

Auf einer Friedensdemo machen die Leute das
Victory-Zeichen . Die IS benutzt auch das Victory-Zeichen. Und was jetzt ?

RE: um 06:55 von Norddeutscher22

"..der in seinem Land keine freie Religionsausübung von Kirchen etc zulässt"

Erst kürzlich war Erdogan persönlich bei mehrere Kirchen-Neueröffnungen in der Türkei.
Übrigens mit Staatsgeldern saniert/restauriert.
Auch mal über den Tellerrand schauen.

Wer sich etwas vom Besuch erhofft

1. Erdogan. Er kann sich daheim als international anerkannter Staatsmann präsentieren. Das System Erdogan wird stabilisiert.

2. Rüstungsproduzenten wie z.B. TDW und Rheinmetall. Die Raketen der bewaffneten Drohnen des türkischen Militärs sind vom deutschen Waffenproduzenten TDW entwickelt und die Produktionslizenz an die Türkei verkauft worden.

Ein Arbeitsbesuch wie mit Putin praktiziert hätte genügt, um "ins Gespräch zu kommen".
Aber es geht ja um mehr (s.o.).

Zweierlei

"doch viele halten den Dialog gerade in schwierigen Zeiten für wichtig."
Dialog kann man übers Telefon haben.
Ein Empfang mit militärischen Ehren ist genau das, eine Ehrung!

Ich verstehe jeden, der auf Dialog setzt...

aber wer die türkische Mentalität so wie ich kennt weiß, dass Türken in gehobener politischer oder geschäftlicher Position dem Gegenüber nicht entgegen kommen, wenn sie dafür nicht etwas Gleichwertiges erhalten. Im Falle Erdogans dürfte dies in erster Linie Wirtschaftshilfe bedeuten, in welcher Form auch immer. Zu glauben, dass er seinen diktatorischen Kurs hin zu mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ändert, ist naiv. Er kann nicht mehr zurück ohne sein Gesicht zu verlieren. Natürlich sollte man mit ihm im Gespräch bleiben, und damit mit der Türkei als Ganzes; aber man muss seitens der deutschen Politik dem Mann auch mal Grenzen aufzeigen und ihm klarmachen, dass seine, wenn auch unausgesprochene, Erpressung mit 3.5 Mio. Flüchtlingen nicht länger zieht. Denn das ist das Pfund mit dem er wuchert, sonst nichts. Zu glauben, dass er ggf. aus der NATO ausschert und sich Russland zuwendet ist Unsinn. Putin wird einen Teufel tun und sich wegen Erdogan mit dem Westen überwerfen.

Erdogan-Besuch:Ein Anfang,aber kein Durchbruch....

Was für ein Durchbruch soll das denn werden ? Und welche "Erwartungen" dämpft Maas ?
Da kommt doch eine Tendenz bei manchen Politikern zum Ausdruck:Um den Preis von Zugeständnissen an den Despoten,die Türkei unbedingt in der Nato halten.

Reden ist Silber, schweigen ist Gold

heisst es so schön und der Satz birgt viel Wahrheit.

Ja, man muss auf offener Weltbühne (UN) mit und über die Türkei mit diplomatischem Geplänkel reden, um so den Druck auf das Land zu erhöhen.

Deutschland mag wichtig sein für die Türkei, als Geldesel (Investor) aber auch für seine Gefolgsleute - die hierhin geflüchtet sind weil die Türkei ihnen keine Perspektive bieten konnte.

Das diese Gefolgsleute ihn wählen, entzieht sich meinem Verständnis - weil sie wohlwissend einen Autokraten wählen.

Seinen Gruss aus dem Auto will ich mal unkomentiert lassen.

Ich sehe Deutschland als meine Wohnung an, wenn ich folgenden Vergleich ziehe:

Will sich jemand mit mir treffen um zu reden, der mich in der Vergangenheit abgrundtief beleidigt hat, so treffe ich ihn auf neutralen Boden aber nicht bei mir zu Hause.

Diese Selbsteinladung hätte niemals angenommen werden dürfen!

@Exillant, 08.37h

Was ist daran eigenartig?
Ich bin auch kein Freund der Linken und trotzdem gehöre ich nicht zu denen, die alles schlecht finden, nur weil es von einer nicht genehmen Partei kommt.

So kann ich ausdrücken, dass ich Frau Dagdelen recht gebe, auch wenn ich keine Linker bin.

@Exxillant, 09.09h

Der Neubau christlicher Kirchen und die Priesterausbildung sind in der Türkei verboten.

Die meisten Kirchen stammen noch aus byzantinischer Zeit und aus den Anfängen der Ata-Türk- Ära.

07:40, GeKo69

>>Nein. Er kommt nicht als "Bittsteller". Und wenn er freundlich tut, dann nur um seiner eigenen Agenda zu folgen.
.
Im Gegensatz dazu gibt es von Seiten der deutschen Politik keine "Agenda". Die wurschtelt, wie bei allen Themen, nur so von Tag-zu-Tag dahin. Keine großen Ziele, keine Perspektiven.<<

Sie haben aber schon mitbekommen, daß Herr Erdogan sein Land gerade in Grund und Boden wirtschaftet und mit dem Rücken zur Wand steht?

Da sind mir die fehlenden großen Perspektiven unserer Bundesregierung doch lieber als Erdogans trotziger Größenwahn.

Und der Despot droht schon wieder...

...mit Absage der Pressekonferenz, falls der regierungskritische Journalist Can Dündar daran teilnimmt. Darin zeigt sich einmal mehr die absolute Kritikunfähigkeit Erdogans. Ich plädiere dafür, im Gegenzug sämtliche geplanten Veranstaltungen des Staatsbesuchs ebenfalls abzusagen, falls die Pressekonferenz platzt. Der türkische Präsident möge dann bitte abreisen!

Wenn ich mir hier die

Wenn ich mir hier die Kommentare durchlese hat eigentlich niemand ein Interesse an einer Intensivierung der Beziehungen (unsere türkischstämmigen Foristen anscheinend eher).
Klar sollte man miteinander reden. Auch wenn es nichts bringt. Höchstens der Türkei.
Ein Arbeitsgespräch mit einer Tasse Tee hätte da aber gereicht.
.
Es ist schon sehr bezeichnend, wie viele unserer gewählten Abgeordneten erst gar nicht mit diesem Mann reden wollen.
Aber man ist gespannt über die Einweihung der Kölner Moschee und die Rede Erdogans.
.
Ich möchte mich da der "Welt" von heute anschließen: "Die Feier lehrt vor allem eins: Wer würdige Gotteshäuser für Muslime will, sollte sich andere Partner suchen als den türkischen Staat."
.
Quelle: https://www.welt.de/regionales/nrw/article181686750/Erdogan-feiert-in-Ko...

09:45, Bernd Kevesligeti

>>Erdogan-Besuch:Ein Anfang,aber kein Durchbruch....
Was für ein Durchbruch soll das denn werden ? Und welche "Erwartungen" dämpft Maas ?
Da kommt doch eine Tendenz bei manchen Politikern zum Ausdruck:Um den Preis von Zugeständnissen an den Despoten,die Türkei unbedingt in der Nato halten.<<

Es dreht sich nicht immer alles um die NATO.

Und man sollte Erdogan doch bitte nicht mit der Türkei gleichsetzen. Er wird wahrscheinlich früher weg vom Fenster sein, als viele hier hoffen oder fürchten.

Viele Kritiker hier im Forum sagen Erdogan und meinen die Türken.

Was ich Ihnen nicht unterstelle.

@ um 08:05 von Schneewolf

genau so ist es.
Dieses Tamtam ist ein Schlag ins Gesicht der Menschen die in der Türkei im Knast sitzen.

Gespannt

Wer Erdogan Beitrag gelesen hat, merkt schnell, wie "flexibel" dieser Herr sein kann. Nun also der nette Präsi von nebenan. Ich bin sehr, sehr gespannt, welche Antwort er bekommen wird. Jetzt zeigt sich, ob wir bereit sind für unsere Interessen all das, worauf wir zu Recht stolz sind, zu verkaufen. Bitte tut das nicht, liebe Bundesregierung!

@ 10:11 von ralliknalli

"Und der Despot droht schon wieder...
...mit Absage der Pressekonferenz, falls der regierungskritische Journalist Can Dündar daran teilnimmt."
.
Mesale Tolu und Deniz Yücel wären noch nett dabei!
Da könnte direkt der Chef brennende Fragen beantworten. Und seine Ideen über Terroristen, Gülen-Anhänger und Jornalismus erläutern.

@fathaland slim

Für den starken Absturz der türkischen Lira ist nicht Erdogan verantwortlich, sondern die "Investoren" (Spekulanten), die ihre Gelder aus der Türkei abziehen.
Das gleiche Schicksal teilt zurzeit die Türkei mit Argentinien und das ist ein Phänomen, welches schon oft bei Schwellenländern aufgetreten ist (siehe dazu die Erklärungen von Prof. Heiner Flassbeck, der lange Zeit für die UN gearbeitet hat).

@ fathaland slim

„Da sind mir die fehlenden großen Perspektiven unserer Bundesregierung doch lieber als Erdogans trotziger Größenwahn.“

Anstatt viel Pest nimmt man dann lieber wenig Cholera...
Oder um es mit anderen Worten zu sagen:

Schlimmer geht es immer.
Nur sollte sich Deutschland damit zufrieden geben, dass es auf der Welt an dem ein oder anderen Ort noch schlimmer ist. Aus meiner Sicht sollten unsere Ziele andere sein, aber die verlieren wir aus den Augen.

Die beste Bildung, die beste Wirtschaft, die beste soziale Absicherung, ein homogenes und zufriedenes Volk

In unserer Regierung fühlt es sich gerade so an, als würde man über jeden dankbar sein, der schlechter ist als wir, damit man dann im Vergleich zu diesen Ländern positiv auffällt.

Ja, wir sind besser als der Irak, Afghanistan, Solmalia und Erritra, aber ja, wir verlieren immer weiter an Boden zu Norwegen, Dänemark, Niederlande, Schweiz, Island.

Optimisten orientieren sich nach oben, Pessimisten orientieren sich nach unten.

re von fathaland slim

Nun,bei der Hofierung von Erdogan durch deutsche Politiker,da geht es sicher einmal um die Nato und zum anderen um den "Flüchtlingsdeal".
Und die Chance,daß er bald weg vom Fenster ist,verringert sich natürlich wenn er von hier Zugeständnisse bekommt.

Re kritische Stimme

Nur mal als Info das ist kein Gruß der muslimbrüderschaft !
Ich bin kein Erdoğan Anhänger, sie sollten lieber recherchieren bevor sie sowas in die Welt setzen. In der Türkei ist das der Gruß von Rabia.

10:15, NeutraleWelt

>>Wenn ich mir hier die Kommentare durchlese hat eigentlich niemand ein Interesse an einer Intensivierung der Beziehungen (unsere türkischstämmigen Foristen anscheinend eher).<<

Was mich immer wieder wundert.

Denn gerade unsere zahlreichen AfD-Foristen müssten ihn doch eigentlich lieben. Er müsste doch ein Mann nach ihrem Geschmack sein. Dieser Bruder im Geiste von Trump, Orban und Salvini.

Aber leider, leider hat er wohl die falsche Religion. Da übersieht man dann all das Verbindende...

@Exillant 09:06

"Muslimbruderschaftsgruß...
Hat Ihnen wer erzählt, dass der Gruss zu den MuslimBrüder gehört ?

Meinen Sie die Muslim-Brüder haben das Rabia-Zeichen für sich gepachtet."
.
... Der Gruß wurde von den Muslim-Brüdern aber als Erkennungszeichen bekannt gemacht. Kennt man Äußerungen Erdogans kann man das auch deuten.
.
Zudem: Selbst wenn er für die Kameras und seine Landsleute "nur" das Victory-Zeichen gemacht hätte: Auch dann hätte ich mich gefragt: Welcher "Freund" kommt hier an und zeigt den Kameras dass er siegen wird? Wenn hat oder will er besiegen?

Mehr Rücksicht auf Erdogan-kritische Stimmen hier im Land

Zum Glück gibt es auch hier im Land lebende Menschen mit türkischen Wurzeln die erkannt haben dass Erdogan mit seinem autokratischen Regierungsstil der Türkei und dem türkischen Volk auf Dauer eher schadet als es voranzubringen. Und für die ist ein Staatsempfang Erdogans mit allen Ehren eher ein Schlag ins Gesicht, erst recht, wenn sie vielleicht zu Unrecht inhaftierte Verwandte oder Bekannte in der Türkei haben. Die Argumentation der deutschen Regierung, den Empfang mit allen Ehren auch aus Rücksicht bzw. Wertschätzung der hier im Land lebenden Menschen mit türkischen Wurzeln ausgerichtet zu haben, trifft dann also nur für diejenigen zu, die ein autoritäres, antidemokratisches System in der Türkei befürworten. Und da finde ich es mehr als fraglich, ob man auf diese mehr Rücksicht nehmen sollte, als auf die Menschen mit türkischem Hintergrund , die unser freiheitlich-demokratisches System hier zu schätzen wissen und dementsprechend mit dem Erdogan-Regime nichts 'am Hut haben'.

@smirker 10:43

"Für den starken Absturz der türkischen Lira ist nicht Erdogan verantwortlich, sondern die "Investoren" (Spekulanten), die ihre Gelder aus der Türkei abziehen."

...und weswegen werden Gelder aus der Türkei abgezogen? Wegen Erdogan!

10:43, smirker

>>Für den starken Absturz der türkischen Lira ist nicht Erdogan verantwortlich, sondern die "Investoren" (Spekulanten), die ihre Gelder aus der Türkei abziehen.<<

Bei weitem nicht jeder Investor ist ein Spekulant.

Warum ziehen die wohl Gelder aus der Türkei ab, bzw. investieren nicht mehr?

>>Das gleiche Schicksal teilt zurzeit die Türkei mit Argentinien und das ist ein Phänomen, welches schon oft bei Schwellenländern aufgetreten ist (siehe dazu die Erklärungen von Prof. Heiner Flassbeck, der lange Zeit für die UN gearbeitet hat).<<

Ich glaube nicht, daß Herr Flassbeck, den ich sehr schätze, die Probleme Argentiniens mit denen der Türkei vergleichen würde.

Boykott

Warum die Linken den Empfang boykottiert haben wurde von ihren Vertretern oft genug klar und nachvollziehbar dargelegt.

Warum die AfD den Empfang für ihren Bruder im Geiste boykottiert hat verstehe ich allerdings auch nicht, muss wohl daran liegen, dass dieser zufällig Moslem ist...

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