Ihre Meinung zu: Tropensturm "Florence": Der Regen ist das Problem

16. September 2018 - 10:10 Uhr

Der Sturm "Florence" in den USA hat sich weiter abgeschwächt - er bringt aber weiter sintflutartige Regenfälle. Die Behörden warnen vor Überflutungen und Erdrutschen, Hunderttausende Haushalte sind ohne Strom.

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Kommentare

Der Regen ist das Problem

Als Problem sehe ich die Ignoranz zu vieler Betroffener.
Wenn das wissenschaftliche Establishment über die mainstream Medien die Warnungen herausgibt wird einfach nichts mehr geglaubt. Da muss man Darwin zitieren, auch wenn es zynisch sein mag: survival of the fittest...

ach dort ist unser Regen

und hier ist weiterhin Dürre

///Knapp eine Million

///Knapp eine Million Haushalte und Firmen sind ohne Strom. Wind und Regen hatten die oberirdischen Stromleitungen abgerissen///
.
Eine gute Gelegenheit die Leitungen endlich mal unterirdisch zu verlegen ( oder sollen die auch die nächsten 100 Jahre noch an Holzmasten hängen....).

12:04 von Werner40

«Eine gute Gelegenheit die Leitungen endlich mal unterirdisch zu verlegen ( oder sollen die auch die nächsten 100 Jahre noch an Holzmasten hängen....).»

In Regionen, die immer wieder von Starkregen, Überschwemmungen, Erdrutschen, Erdbeben, Tsunamis bedroht sind, ist es i.d.R. nicht sinnvoll, Stromleitungen unterirdisch zu verlegen.

Die Infratruktur in den USA mag vielerorts marode sein. Die in Japan ist es nicht. Und dennoch gibt es dort nirgendwo unterirdische Stromleitungen.
Alles an Masten, Pfosten, Pfählen, außen an Häusern.

Ist im Schadensfall schneller, einfacher, billiger zu ersetzen …

re schabernack

"In Regionen, die immer wieder von Starkregen, Überschwemmungen, Erdrutschen, Erdbeben, Tsunamis bedroht sind, ist es i.d.R. nicht sinnvoll, Stromleitungen unterirdisch zu verlegen."

Meines Wissens kommt es in Deutschland auch zu Starkregen und Überschwemmungen, ohne dass unterirdische Stromleitungen Schaden nehmen. Und Hurrikanregionen sind auch nicht mit Erdbebengefährdung identisch.

12:57 von karwandler

«Meines Wissens kommt es in Deutschland auch zu Starkregen und Überschwemmungen, ohne dass unterirdische Stromleitungen Schaden nehmen. Und Hurrikanregionen sind auch nicht mit Erdbebengefährdung identisch.»

Ich weiß nicht, ob Sie jemals in Gegenden der Welt waren, die von tatsächlichen Naturkatastrophen bedroht sind, und heimgesucht werden.

Alle Starkregen und Überschwemmungen, die es in Deutschland seit den Zeiten der Römer gegeben hat, sind dagegen laue Landregen und kleine Pfützen.

Denken Sie doch mal nach, bevor Sie schreiben:

Selbstredend nehmen unterirdische Stromleitungen keinen direkten Schaden, wenn's darüber kräftigst regnet. Wenn aber Wassermassenmassen Erdmassen verschieben, dann fragt man sich evtl.:

«Wo waren jetzt die Stromleitungen noch mal genau? Wie kommen wir denn da jetzt wieder dran, um die ganzen Häuser, die wir neu bauen müssen, jetzt daran anzuschließen?"

«Verdammter Dreck, hätten wir die doch besser oberirdisch an Masten verlegt!»

@Werner40

je nach Region liegen die unterirdisch. Dazu muss die Region halbwegs dicht besiedelt sein und genug Land im Besitz der Öffentlichkeit sein, damit das wirtschaftlich ist.

Das nützt aber nichts, wenn die lokalen Kraftwrrke absaufen und die großen Überlandleitungen gekappt sind.

Das sie riesige Überschwemmungsgebiete und kaum Deiche haben, trifft sie halt hart, wenn der Wasserstand mal etwas höher wird. Uns trifft es dafür hart, wenn unsere Deiche durchweichen, weil wir kaum Überschwemmungsgebiete haben. Das wissen wir, ändern daran aber genausowenig wie die Amerikaner ihre Probleme.

Es ist halt nicht einfach zu lösen, wenn alles Land verteilt ist. Weder hüben wie drüben wollen die Leute ihre Grundstücke aufgeben, auf denen ihre Familien teilweise seit Generationen leben.

Erhöhung von Stärke und Wahrscheinlichkeit durch den Klimawandel

Dass auch dieser Hurrican durch die globale Erwmung (auch vor allem des meers, aus dem Wirbelstürme ihre Enreguie beziehen) stärker wurde, sucht man wie immer vergeblich in der Berichterstattung.
Es gibt Berechnungen, dass die Hälfte des Regens, der fällt, durch die globale Erwmung zusätzlich dazugekommen ist. https://www.sciencenews.org/article/how-climate-change-fueling-hurricane...

re schabernack

"Selbstredend nehmen unterirdische Stromleitungen keinen direkten Schaden, wenn's darüber kräftigst regnet. Wenn aber Wassermassenmassen Erdmassen verschieben"

Erdrutsche kommen nur bei bestimmten topografischen Gegebenheiten vor. Mitten in amerikanischen Städten z.b. äußerst selten. Und in den Plains des mittleren Westen auch nicht.

Selbst da, wo mal ein Erdrutsch ein Erdkabel unterbrechen kann, ist der Schaden örtlich eng begrenzt und die Schadenswahrscheinlichkeit gering gegenüber der 100% Sicherheit, dass jeder schwere Sturm die Strommasten umknickt.

Unnötige Diskussionen

Die USA und Deutschland lassen sich nicht vergleichen. Schon allein deshalb, weil dort ca. 40 Einwohner/km2 leben, bei uns ca. 400. Das hat dann schon Einfluss, wie Infrastruktur bereit gestellt werden kann. Deswegen Vorsicht mit Besserwisserei.

Kleiner privater Beitrag zum Artikel: Ich kenne eine Amerikanerin, die auch schon längere Zeit in D lebt und deswegen Vergleichsmöglichkeiten hat. Die findet Infrastruktur bei uns immer beneidenswert gut. Vor allem, dass bei uns fast nie der Strom ausfällt.

@15:27 von facepalm

"Dass auch dieser Hurrican durch die globale Erwmung (auch vor allem des meers, aus dem Wirbelstürme ihre Enreguie beziehen) stärker wurde, sucht man wie immer vergeblich in der Berichterstattung."

Ist auch richtig so, wenn man sachlich bleiben will. Schließlich berichtet der Artikel über das momentane Geschehen. Es ist kein Bericht über den Klimawandel. Es wäre auch gewagt, zu suggerieren, dass es ohne den Klimawandel diesen Sturm nicht in dieser Stärke geben würde.

Man kann den Klimawandel sowieso nicht durch Einzelereignisse belegen. Das ist wie bei einem gezinkten Würfel: auch eine Folge von Sechsen ist kein Beleg für das Zinken, wie auch eine Reihe von Einsen kein Gegenbeweis ist. Beides gibt es auch bei ungezinkten Würfeln. Erst die statistische Häufung, nach sehr vielen Würfen, gibt einen Hinweis, dass was nicht stimmt.

(Bevor mich jemand falsch versteht: ich halte den Klimawandel für eine Tatsache, nur beweist dies nicht alleine dieser Sturm.)

@15:54 von vox moderandi

(Stabilität der Stromnetze)
"Die findet Infrastruktur bei uns immer beneidenswert gut. Vor allem, dass bei uns fast nie der Strom ausfällt."

Das ist wirklich ein überraschender Kontrast! Interessanterweise fällt den Amerikanern dadurch die Umstellung auf regenerative Energien leichter. Viele kleine Stromerzeuger verkomplizieren die Netzstabilisierung und die verwöhnten Europäer sehen dadurch fast ihre Kultur in Gefahr. Die Amerikaner sind anderes gewöhnt und sehen das lockerer.

re vox moderandi

"Die USA und Deutschland lassen sich nicht vergleichen. Schon allein deshalb, weil dort ca. 40 Einwohner/km2 leben, bei uns ca. 400. Das hat dann schon Einfluss, wie Infrastruktur bereit gestellt werden kann. Deswegen Vorsicht mit Besserwisserei."

Es stellt sich bestimmt keiner vor, dass meilenweit ein Erdkabel verlegt wird, um ein Hinterwäldlerdorf mit Kirche, Drugstore und 8 Häusern anzuschließen.

Wenn hier Fotos von kaputten Stromleitungen nach Stürmen gezeigt werden, sind die aber allemal innerhalb der Städte aufgenommen.

15:54 von karwandler

«Erdrutsche kommen nur bei bestimmten topografischen Gegebenheiten vor. Mitten in amerikanischen Städten z.b. äußerst selten. Und in den Plains des mittleren Westen auch nicht.»

In den Plains des Mittleren Westens gibt es auch keine Hurricanes.
Regelmäßig Tornados, in einer sehr dünn besiedelten Landschaft.

Es müssen auch keine Erdrutsche sein, die größer flächig und nachhaltig die Topografie verändern. New Orleans hat überhaupt keine Berge, dennoch hat der Hurricane Katrina 2008 dort die Küstenlinie deutlich verändert, ganze Stadteile unbewohnbar gemacht, Infrastruktur unwiederbringlich zerstört. Hätten dort Erdkabel gelegen, wäre es denen auch so ergangen.

Ist auch alles eine Frage der Kosten und der staatlichen Investitionsbereitschaft, wie der Staat, die Bundesstaaten, die Städte Infrastruktur bereit stellen wollen.

Ich sage nicht, Masten und Pfosten seien der letzte Schluss der Weisheit für alle Gegenden der USA. Aber unterirdische Leitungen sind es genau so wenig …

re schabernack

"New Orleans hat überhaupt keine Berge, dennoch hat der Hurricane Katrina 2008 dort die Küstenlinie deutlich verändert, ganze Stadteile unbewohnbar gemacht, Infrastruktur unwiederbringlich zerstört. Hätten dort Erdkabel gelegen, wäre es denen auch so ergangen."

Wir reden hier nicht über die Zerstörungen von Jahrhndertkatastrophen, sondern über die ganz banale Frage, ob irgendwo nach einem schweren Sturm die Leute noch Strom haben oder nicht haben.

Und woran es wohl liegt, dass sie nicht haben Und woran, wenn sie haben.

Falls Sie sich mal von Katrina auf ganz schlichte normale Verhältnisse herabbemühen würden.

15:54 von karwandler

«Erdrutsche kommen nur bei bestimmten topografischen Gegebenheiten vor. Mitten in amerikanischen Städten z.b. äußerst selten. Und in den Plains des mittleren Westen auch nicht.»

Ihr "Denkfehler" ist, dass sie "Erdrutsche" (landslides) auf Berg- oder Hangrutsche reduzieren.

Es wird auch von landslides gesprochen, wenn Wassermassen (Regen/Flutwellen) z.B. ebenerdige Straßen, Schienen und Brückenfundamente unterspülen.
Das ist genau die Situation, vor der u.a. die NOAA schon bereits bei jedem regenintensiven Tiefdruckgebiet warnt (life threatening floods and landslides), ohne dass überhaupt ein Tropensturm oder gar Hurrikan vorliegen muss:
Massive Regenfälle auf wassergesättigtem Boden können auch ohne Gefälle einen z.T. erheblichen, gefährlichen, strömungsbedingten Erdabtrag bewirken.

Gruß aus einem Hurrikan-Land

@Werner40 - Leitungen unterirdisch

Bringt wohl bei den Regenmengen auch nix wenn die Verteiler absaufen.
Bestes Beispiel waren wohl die Abwasserpumpen von New Orleans.
Übrigens wissen Sie das die Farmen ihren Strom mittels Windrädern selbst produzieren.
Da ist die Stromleitung bis zum Briefkasten öfters über 10km lang :-)

17:48 von karwandler

"Wir reden hier nicht über die Zerstörungen von Jahrhndertkatastrophen, sondern über die ganz banale Frage, ob irgendwo nach einem schweren Sturm die Leute noch Strom haben oder nicht haben.
Und woran es wohl liegt, dass sie nicht haben Und woran, wenn sie haben."

Eine schlichte Antwort auf Ihre Frage vermag dieser Artikel zu geben:
https://www.sueddeutsche.de/politik/raetsel-der-woche-warum-verlaufen-us...

Könnte man sich allerdings auch so denken...:
Die (häufig versicherte) Reparatur von sturmbedingten Leitungsschäden ist weitaus kostengünstiger als die Investition in eine flächendeckende, unterirdische Verlegung von Stromkabeln.

Daran wird sich auch in absehbarer Zeit sicher nichts ändern.

Korrektur

Ich habe mich bei der Zahl der Einwohnet pro km2 vertan. Es sind bei uns in D nicht 400, sondern nur 232. Also ganz so dicht gehen wir uns doch nicht auf die Nerven.

Darstellung: