Ihre Meinung zu: China-Afrika-Gipfel: Der Wettlauf auf dem Kontinent

3. September 2018 - 8:56 Uhr

China hat sich zu Afrikas bedeutendstem Handelspartner gemausert. Aber auch Großbritannien und Deutschland wollen auf dem Wachstumsmarkt Fuß fassen. Haben sie noch eine Chance? Von Marc Dugge.

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Kommentare

Die meisten Länder

und erst recht die afrikanischen Ländern, haben keinen Bock auf die Verknüpfung von Wirtschaft und Gesinnung.
Mir gefällt, dass den Moralaposteln mal die Grenzen aufgezeigt werden.
Ich mag zwar die chinesische Art nicht, denn sie ist hemmungsloser Kapitalismus und Ausbeutung.
Aber die europäische Art anderen die eigene Moralvorstellung aufzuzwingen mag ich ebenfalls nicht.
Ich würde eine Hilfe ohne Ausbeutung und Zwangsübernahme von Moralvorstellung bevorzugen.
Vielleicht bewirkt die Flüchtlingswelle doch noch eine positive Entwicklung für Afrika, denn jetzt wird es schon als Vorteil gesehen, wenn die Afrikaner bleiben wo sie sind.
Jetzt müssen wir nur noch aufhören unsere Moralvorstellung (die übrigens auch in Deutschland Gegenwind hat) zwangszuexportieren.
Was China angeht, so werden wir sicher in absehbarer Zeit erleben, dass China mit Gewalt seine "Rechte" in Afrika durchsetzen wird, so wie es zuvor schon die USA in Nordafrika taten.

"Denn während afrikanische

"Denn während afrikanische Staatschefs oft in Richtung China schauen würden, zögen viele aus dem Volk lieber das westliche Lebensmodell vor"

Inwieweit unterscheiden sich beide heutzutage? Klingt nach alten Kalter Krieg parolen. Luxus und Wohlstand im Westen, karges leben im Osten.

Ist das so?

Dass viele Afrikaner englisch oder französisch sprechen muss nicht zwangsläufig ein Vorteil für die Europäer sein. Wenn ich mich recht erinnere war die Unabhängigkeit vieler dieser englisch oder französisch sprechenden Kolonien nicht unbedingt von Zeichen brüderlicher Zusammenarbeit begleitet.

Ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass viele dieser Staaten lieber auf Augenhöhe mit Chinesen verhandeln, die sprechen in der Zwischenzeit übrigens auch ganz brauchbar englisch, als sich das unterschwellige Überlegenheitsgefühl der ehemaligen Kolonialmächte anzutun.

Von den Deutschen mal ganz abgesehen, die bringen ja zurzeit in Chemnitz ihre Verbundenheit mit afrikanischen Staaten unmissverständlich zum Ausdruck.

Kalküle über die Ärmsten...

...wie man sie noch ärmer machen kann.

traurig?

da hauptsächlich

privatwirtschaftlich, werden Investition aus Europa nur dort getätigt, wo es einigermaßen stabile politische Verhältnisse und keinen Bürgerkrieg gibt. Das ist in vielen afrikanischen Ländern nicht der Fall. Anders als bei den staatlich organisierten chinesischen Investitionen kann die europäische Wirtschaft ja nicht gezwungen werden zu investieren. Folglich muss der erste Schritt sein, auf demokratische Strukturen hinzuwirken. Alternativ bleibt sonst nur noch, dass Europa auch staatlich gesteuert investiert, mit der Gefahr dass die Investition durch Bürgerkrieg o.ä. verloren geht. Dies war bei Entwicklungshilfeprojekten schon oft der Fall.

Hier ist der Punkt

" Denn während afrikanische Staatschefs oft in Richtung China schauen würden, zögen viele aus dem Volk lieber das westliche Lebensmodell vor. "

Den der Westen ständig macht, China beutet aus ohne etwas vorzuschreiben.
Es mag ja gut sein Westliches Leben in die Welt zu tragen, aber das hat immer was von Bevormundung.
Das muss man auch mal begreifen, nicht jeder mag und will das.

Entwicklungszusammenarbeit Modell VR China

Die VR China investiert in Krankenhäuser, Häfen, Flughäfen, Eisenbahnlinien, Straßen oder Busse. Das klingt erst einmal positiv. Bedarf, also Relevanz, ist sicherlich gegeben. Allerdings vergibt China die Gelder als Darlehen und nicht als Zuwendung. Um so mehr ist daher zu fragen, wie es um die Nachhaltigkeit der geförderten Projekte steht. Wie passen diese Projekte zu den langfristigen staatlichen Entwicklungs- und Finanzierungsplänen? Wie sind die chinesischen Interventionen koordiniert, abgestimmt mit den Projekten der vielen anderen Organisationen staatlicher und privater Entwicklungszusammenarbeit? Können die Empfängerländer der chinesischen Investitionen die Folgekosten stemmen: Bereitstellung von qualifiziertem Personal, Erhaltung- und Betrieb, Leisten von Zinsen und Tilgung? Was sind die Folgen für (arme) Bevölkerung, Umweltbelastung und Klima? Spannend ist, dass China gerne dort Straßen baut, wo die Staatskonzerne großzügig Land besitzen, für Rohstoffabbau und Plantagen.

Als Bürger kann man nur abwarten.

Ich bin sehr darauf gespannt, ob China aus den Fehlern Anderer gelernt hat und darauf achtet, dass beide Seiten deutliche Vorteile aus dieser Handelsbeziehung haben.

Sollte dies der Fall sein, wird es schwer für die europäische Industrie in Afrika ihre Positionen zu halten oder gar auszubauen.

PS: Ich gehe davon aus, dass sehr viele Afrikaner schon heilfroh wären, wenn sie wenigstens das chinesische Lebensstilniveau erreichen.

Gemischte Gefühle

Mein Eindruck bei meinen (nicht wirklich vielen) Besuchen in Afrika: viele Afrikaner bringen den Chinesen gegenüber überhaupt keine positivien Gefühle entgegen.

China drängt mit Macht nach Afrika und schnappt sich die Rohstoffe gegen Aufbau von Infrastruktur, zwar schnell aber auch billig gemacht. Kontakte zur Bevölkerung gibt es nicht, die Chinesen leben zumeist in streng isolierten "Lagern". Interesse an Afrika ist ansonsten nicht vorhanden.

Wenn Europäer an fairem Handel interessiert sind, haben sie also durchaus Chancen gegen die wenig beliebten Chinesen.

Wettlauf mit China um Afrikanische Ressourcen

Eigentlich schade, dass die EU und ihre Mitgliedsstaaten in erster Linie auf die größten Kuchenstücke von der Torte "Billiglohn und Ressourcen" der Entwicklungsländer schielen, die andere wegschnappen könnten!

Dabei geht es nach wie vor primär um Profite und wirtschaftliches Wachstum. Vor allem aber um Handeln wider besseres Wissen von der Endlichkeit irdischer Ressourcen.

"Hauptsache Wachstum!". Na geht es noch??
Kontinuierliches Streben nach wachsenden Bruttosozialprodukten- und Handelsüberschüssen auf Kosten anderer ist aus ökologischer- und sozialer Sicht blanker Wahnsinn und führt in eine Sackgasse!
Die Einkommensschere geht nicht nur national, sondern auch global immer weiter auseinander!

In welche Richtung die Geldströme fliesen ist ja wohl eindeutig vorprogrammiert! Jedenfalls nicht in die Taschen derjenigen, die Arbeit und Bodenschätze zur Verfügung stellen. Sicher ist das Problem hier vereinfacht dargestellt. Aber wie lange kann das noch gut gehen???

@um 09:16 von Duisburg

Ganz Ehrlich, ich Verstehe ihren Kommentar nicht.
Was meinen Sie mit Verknüpfung zwischen Hilfe und "Zwangsübernahme von Moralvorstellung"?
Was konkret? Was sind überhaupt europäische Moralvorstellungen?

@um 10:11 von MyNung

"zwar schnell aber auch billig gemacht"
Da fragt man sich doch glatt was besser ist.
Ein Flugplatz im Dschungel innerhalb von 14 Tagen gebaut und Einsatzbereit oder ein Flugplatzausbau seit nun mehr 9 Jahren und die Neueröffnung steht noch in den Sternen, von Kosten mag man da gar nicht erst reden.
Oder ein Loch in der Strasse, repariert über Nacht (China) oder wir können ja nach einem Jahr langsam mal Anfangen zu planen (A20 D's).
Bsp. gibts ne Menge wo die Mentalität hier in D's zum kot... ist.

Wen die Afrikaner

Wen die Afrikaner präferieren, ist doch offensichtlich. Wie viele fliehen ins ach so tolle China?
Unsere werte sind eher hinderlich. Und verlogen noch dazu.
Mal ganz abgesehen davon, wer ist "unsere"? Wir haben 5 Parteien im Bundestag. Die haben nicht die gleichen Werte. Und Franzosen mögen lieber wein, als Bier. Wieder kein uns. In GB gibts keine mediterane Küche, etc. Wer ist also wir?
Den Chinesen ist das egal. Bevormundung? Die Kasse muss klingeln. Der rest ist privatsache.

Gleiche Werte

03. September 2018 um 12:37 von Superschlau

"Wir haben 5 Parteien im Bundestag", schreiben Sie. Zählen Sie die AfD bereits nicht mehr mit? (Die Linke, Büdnis90/Die Grünen, SPD, CDU, CSU, F.D.P., ...?) Immerhin haben die demokratischen Parteien insofern eine gemeinsame Wertvorstellung, als dass sie sich den Grundsätzen und Werten der Verfassung und der Regeln des Deutschen Bundestages verpflichtet fühlen.
Ach ja, Stichwort "Afrikaner". Afrika ist ein sehr großer Kontinent mit einer großen kulturellen Vielfalt, einer Vielzahl von Ländern, Menschen, Menschengruppen und Möglichkeiten. Pauschale Annahmen zu Zielen, Träumen und Wertvorstellungen sollten praktisch nicht möglich sein. Zuschreibungen, Konnotationen zu nationalen Eigenschaften, Vorlieben und besonderen Befähigungen sind ohnehin schon längst überholt und als wissenschaftlich nicht belegbar erkannt. Was viele Regionen in Afrika miteinander verbindet, sind traumatische Erfahrungen aus Versklavung, Ausbeutung und Kolonialismus.

Wie immer

,viel zu spät. Erkennt Europa, dass man durch sinnvolle Investitionen in die Industrialisierung den Flüchtlingsstrom hätte reduzieren können.
Nur sog. Entwicklungshilfe, d.h. massig Geld verbrennen, wirkt nicht wirklich.
Jetzt wird das so oder so nichts. Denn bis alle deutschen Bedenkenträger sich erleichtert haben, haben die Chinesen alles im Griff.
"Wir schaffen das", nicht.
Weil die Industrie es nicht möchte.

Am 03. September 2018 um 12:37 von Superschlau

Zitat:
"Wen die Afrikaner präferieren, ist doch offensichtlich. Wie viele fliehen ins ach so tolle China?"

Könnte das nicht auch rein praktische Gründe haben? Wie wollen Sie von Afrika aus mit den dort vorhandenen bescheidenen Mitteln bis nach China kommen?

@Schalk01: Schnell aber billig

Stimmt schon, in D klappt auch nicht alles wie wir uns gerne im Ausland verkaufen. Aber gerade chinesische Straßen sind in Afrika auch nicht der Renner: in Tanzania (wenn ich mich recht entsinne) mussten die Chinesen eine wieder abtragen und neu bauen, weil sie zu schlecht war. Für afrikanische Verhältnisse, wohl gemerkt.

@ 12:37 von Superschlau

China akzeptiert keine Flüchtlinge und es ist nahezu unmöglich die chinesische Staatsbürgerschaft zu bekommen wenn man nicht als Chinese geboren wird.

...und wir haben es...

wieder einmal verpennt.
Sowohl Deutschland als auch die EU. Denke wir sind noch nicht mal zweiter im Rennen um einen Kontinent, der dringend qualifizierte Hilfe statt Entwicklungsalmosen benötigt hätte.
Werde wohl Chinesisch lernen; da sehe ich Zukunft.

Vermutlich wird man Deutschland und Europa erlauben ...

... die Scherben aufzukehren.
.
China geht in Afrika völlig Rücksichtslos zu Werke. Es gelten einzig Chinesische Interessen. Die positive Entwicklung des Kontinents interessiert in China niemanden.
.
Man erinnere sich: Wenn eine Deutsche Firma irgendwo in Afrika etwas baut, bringt sie ein paar Ingenieure mit und gibt Afrikanern Arbeit. Wenn eine Chinesische Firma in Afrika etwas baut machen das Chinesiche Arbeiter mit Chinesischen LKW und Maschinen.
.
Europa hat das Problem mit dem öffentlichen Gewissen, das solche Umstände anprangern und verurteilen würde. China nicht.
.
Alos: Nein! Europa oder Deutschland haben da leider keine Chance gegen China.

Tolles Bild mit passender

Tolles Bild mit passender Überschrift...

Tja...
Der Westen hat den Anschluss verpasst.
Als in Deutschland zB viele Lehrer arbeitslos waren, man glaubt es kaum, hätte man vielleicht einige zum Lehren nach Afrika schicken können um weitere Verbindungen zu knüpfen.
Oder Ingenieure etc p.p..
Man hat lieber Diktatoren und deren kleine Clique Waffen geliefert, diese haben im Endeffekt mit Rohstoffen bezahlt,dadurch wurde die einheimischen Bevölkerung um ihr Vermögen gebracht. So lief das die letzten 6-7 Jahrzehnte vorallem seit den Unabhängigkeitskriegen.
Nun scheint dieses System am Ende.
Wer von westlicher Doppelmoral redet hat das westliche System in Afrika nicht verstanden.
Es gab gar keine Moral.
Sondern nur Lügen für die eigene Bevölkerung hier in Deutschland. Das selbe passiert gerade im arabischen Raum.
Es ist ein Versagen unserer Eliten .
Die Afrikaner versuchen nun ihr Glück mit den Chinesen.
Zumindest haben die Chinesen in den letzten 10 Jahren mehr Infrastruktur erschaffen .

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