Ihre Meinung zu: Rohingya in Bangladesch: Ein Jahr nach der Flucht

25. August 2018 - 13:44 Uhr

Vor einem Jahr begann die Flucht der Rohingya aus Myanmar nach Bangladesch. Inzwischen leben rund eine Million Rohingya im Nachbarland Bangladesch im größten Flüchtlingslager der Welt. Von Silke Diettrich.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
1
Durchschnitt: 1 (4 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Was?

Und was tut unsere Bundesregierung, was gibt die EU dort an Unterstützung?

Wenn wir hier in Deutschland für wenige Flüchtlinge viele Milliarden Euro im Jahr ausgeben, dann schaffen wir unter den weltweit verteilten Flüchtlingen weit mehr als eine Zweiklassengesellschaft: wir erzeugen unglaublichen Frust und unglaubliches unnötiges Leid. Nur eine gleichmäßig verteilte Hilfe ist eine gute Hilfe. Einseitige Hilfe schadet mehr, als sie bringt.

Flüchtlinge

Ob diese Leute nun in Indien sitzen , in Afrika oder sonst wo ! Es wird sich nur kurzfristig aufhalten lassen denn wenn wir noch weniger Regen haben werden auf der Erde, und die Flucht dann nicht mehr materielle Gründe hat,
dann erst geht es richtig los und ist auch nicht aufzuhalten ! Daran muss die Politik denken aber die sehen so etwas nicht weil nur der 4-Jährige Zeitschritt zählt.

Myanmar

Diese Menschen hätten einen Status bekommen müssen und nicht vertrieben werden, da die schon eine lange Zeit dort lebten.

Bezeichnung als Rohingya 

Warum werden die örtlichen Muslime dort konsequent mit einem gesonderten Begriff 'Rohingya' bezeichnet?

Es gibt historisch kein solches Volk. Es ist eine Erfindung der letzten Jahre.

Auch zur Vorgeschichte, warum es durch Zusammenstöße in Zusammenhang mit diesen örtlichen Muslimen zu erheblichen Auseinandersetzungen und dann zu den Ausweisungen kam, könnte mal berichtet werden

Zukunft der Rohingya

25. August 2018 um 15:55 von Peter Kock

Die geflüchteten Rohingya haben nur ein Ziel: sie wollen zurück in ihre Städte und Dörfer, die sie in Myanmar verlassen mussten. Auf dieses Ziel muss die Weltgemeinschaft hinarbeiten.
Um zurück kehren zu können, müssen die Geflüchteten ein Recht auf eine Staatsbürgerschfat erhalten und ihren einstigen Besitz zurück bekommen inklusive einer wirtschaftlichen Starthilfe. Viel Versöhnungsarbeit wird notwendig sein, dazu der Aufbau rechtstaatlicher demokratischer Strukturen in diesem seltsamen Land.
2011 durchbrachen die USA unter President Obama die enge Orientierung des autokratisch regierten Landes an die VR China: "Öffnung". Einzug hielten Hilfsgelder, Investoren, Touristen und Smartphones. Das Land der Rohingya erhielt plötzlich einen besonderen materiellen Wert, was die Vertreibungen, die schon vor 2011 begannen, intensivierte und schließlich durch gesteurte Hetze in den sozialen Medien angefeuet einen Höhepunkt an Gewalt erreichen ließ.

@Peter Kock

daran muss die Politik denken, und da wir in einer Demokratie leben heißt das: Daran muss der Wähler denken.

Auch in Bangladesch und

Auch in Bangladesch und Indien gilt: Die Forderung von Rebellengruppen, einen muslimischen Staat aus einem souveränen Staat auszugründen, führt an verschiedenen Stellen der Welt zu Konflikten. Kein Staat lässt sich das auf Dauer bieten

@Norddeutscher22

Sie sprechen hier nur den harten Kern an: Wen einem Null Rechte zugesteht werden, dann gar ermordet und vertrieben wird, dann entstehen mitunter solche Rebellen. Denke das die wenigsten was dagegen hätten, wenn zwei bewaffnete Parteien sich bekämpfen wollen, aber Alte, Frauen und Kinder vertreiben und ermorden, das alles ausbaden lassen, genau darum gehts und das darf nicht sein.

Rohingya: kurz gefasst

Der Islam in Südostasien ist Ergebnis einer friedlichen Durchdringung der Region duch Händler und Seefahrer aus dem arabischen Raum. Kleine (Burma, Vietnam, Philippinen) und größere (Malaysia, Indonesien) Handelskolonien entstanden, aus denen sich Fürstentümer und Königreiche entwickelten. Gemeinsame Trias aus Recht, Religion und Sprache förderten für alle den Handel.
Erst ab dem 19. Jahrhundert brachten die neuen europäischen Kolonialherren die Idee nationaler Kategorisierung in die Region: gute Völker mit exotischer Kultur und Religion versus "mindere" Ethnien und vorurteilbehafte Religionen. Der Ruf nach Trennung und Säuberung folgte. Gleichzeitig förderte das riesenhafte britische Kolonialreich die Binnenmigration.
All das zählt zur Geschichte und damit Identität von Myanmar, Birma oder Burma. Wie jedes Land, muss sich auch hier die Bevölkerung ihrer Prägung, Traumata, Entwicklung, Einflüsse bewusst sein. Unterdrückung und Vertreibung dürfen mit Geschichte nicht begründet werden.

16:47 von wie-

Unterdrückung und Vertreibung dürfen mit Geschichte nicht begründet werden.
...
War die Geschichte jemals anders ?
sie wurde immer durch Vertreibung gepraegt, Unterdrückung
Soll doch bloß keiner glauben, wir schaffen das ab/erschaffen den göttlichen Menschen

Am 25. August 2018 um 16:12 von Norddeutscher22

Wiki:
" Als Rohingya wird eine Ethnie in Myanmar (Birma) bezeichnet, deren Mitglieder als Muttersprache eine Varietät des indoarischen Chittagong sprechen, das zum bengalischen Zweig des Ostindischen gehört. Fast alle Rohingya sind sunnitische Muslime. "

" Gemäß dem Staatsbürgerschaftsgesetz von 1982 gelten die Rohingya nicht als eine der 135 einheimischen Bevölkerungsgruppen und haben damit keinen Anspruch auf die myanmarische Staatsbürgerschaft. "

Jetzt stellt sich die Frage wer hat das damals beschlossen und warum so.
Es muss ja einen Grund geben warum Sie nicht den Status einer Volksgruppe bekommen haben, konnte ich bis jetzt keine Antwort finden.

Stadt bauen

Wie der Artikel ja schon sagt, sieht es nicht danach aus als ob die Menschen in absehbarer Zeit zurueck ziehen werden. Also macht es wohl am ehesten Sinn, die Situation in dem Lager zu verbessern und, wo leider der vorher dort stehende Wald nun schon mal abgeholzt ist, eine Stadt daraus zu machen. Die Behausungen sind ja nun auch nicht soo viel stabiler als ihre frueheren Haeuser, denn auf Fotos sah man da auch nur offene Pfahlbauten auf Sand. Ausserdem liest man immer wieder dass es in den Doerfern vorher gar keine Schulen gab, waehrend jetzt in dem Lager laengst Schulen bestehen wo die Kinder und auch manche Erwachsene zum ersten Mal lesen und schreiben lernen.

16:47 von wie-

Na dann sind wir ja wieder schuld, oder wie?

Nein, Rassismus muss auf einen fruchtbaren Boden fallen und das andere ist: ist Ihnen nicht aufgefallen, dass sich die Kulturen dort nicht vermischt haben, sondern nur nebeneinander existierten? Parallelgesellschaften eben.

Die Menschen wollen ihre Kulturen nicht vermischen, es ist offensichtlich gegen ihre Natur - anders ist es nicht zu erklären.

In der UdSSR wurde eine Vermischung unter massiver Gewalteinwirkung versucht, wobei es eigentlich eine Auslöschung der verschiedenen Kulturen war. Überall sonst übernahm eine Kultur die Macht und löschte andere aus (oder beinah).

Und das passiert nicht erst seit dem Ende des Mittelalters.

Eine Ansatz das Problem zu lösen wird es nicht geben, solange das nicht berücksichtigt wird. Man kann einem Fisch nicht beibringen Luft zu atmen.

@Ritchi, 14.50h

Ich habe Ihren Beitrag aufmerksam gelesen, komme aber beim besten Willen nicht zu einer Lösung.

Können Sie mir Ihre Vorstellungen erläutern?

Kulturvermischung

25. August 2018 um 17:39 von Tada

Leider ist Ihr Kultur- bzw. Zivilisationsbegriff zu korrigieren. Menschen unterschiedlicher Herkunft schließen sich immer zu größeren Gruppierungen mit dann natürlich neuer, gemischter Organisationskultur zusammen, wenn sie:
a) einem neuen, größeren Ziel folgen können und dadurch zu einer neuen, übergeordneten gemeinsamen Identität finden können,
b) alle Beteiligte Vorteile für sich aus einem größeren gemeinsamen Ganzen realisiert sehen, insbesondere wirtschaftliche Vorteile oder eben ein Mehr an Sicherheit bzw. Schutz,
c) die Beteiligten Gleichberechtigung, Freiwilligkeit, Mitwirkungsmöglichkeiten gewahrt sehen.
Sehen Sie die erfolgreichen Gegenbeispiele: Europäische Union, Vereinigte Staaten, Republik Indonesien, oder auch nur das förderale demokratische moderne Deutschland, das sich mit der Reichsneugründung 1871 aus einem multikulturellem Vielvölkerstaat heraus entwickelt hat.
Samuel Huntingtons Theorie ist schon lange widerlegt.

Die Rohingya ...

... sind eine Volksgruppe, die von ca 1891 bis 1971 in das Gebiet des heutigen Myanmar eingewandert sind (Quelle:Wikipedia).

Myanmar war Teil der britischen Kolonie Britisch Indien, das zudem die heutigen Staaten Indien, Pakistan und Bangladesch umfasste.

Die Rückansiedelung der Rohingya in ihrem Herkunftsgebiet des heutigen Bangladesh sollte von der internationalen Gemeinschaft logistisch und finanziell unterstütz werden im Zuge eines Un Resettlement Programms.

60 Geburten pro Tag. Viele

60 Geburten pro Tag. Viele internationale Hilfsorganisationen sind in dem Lager taetig, leisten auch medizinische und psychologische Hilfe. Koennten die nicht auch Fragen der Familienplanung ansprechen? Zumal es fuer Familien in Behelfsunterkuenften die auf Lebensmittelhilfen angewiesen sind doch noch wichtiger als anderswo ist, zumindest in dieser Zeit weitere Geburten nach Moeglichkeit zu verhindern.

re norddeutscher22

"Auch zur Vorgeschichte, warum es durch Zusammenstöße in Zusammenhang mit diesen örtlichen Muslimen zu erheblichen Auseinandersetzungen und dann zu den Ausweisungen kam, könnte mal berichtet werden"

Vertreibung und Mord verschönern Sie mit dem Begriff "Ausweisungen"?

Erst in den 1990er Jahren

Erst in den 1990er Jahren gingen englischsprachige Medien dazu über, die Selbstbezeichnung, die die islamischen Rebellengruppen mittlerweile zum Sammelbegriff für die muslimischen Bewohner der birmanischen Provinz zu machen suchten, zu übernehmen

Flüchtlingselend

25. August 2018 um 18:06 von tirilei

Diese Menschen haben alles verloren und leben unter erbärmlichen Bedingungen. Und da sollen diese Menschen auch noch das Recht verlieren, Kinder zu bekommen?
Sollte der Einsatz aller nicht dafür sein, dass die Kinder in Frieden und Sicherheit und mit Hoffnung auf eine gute Zukunft in der Heimat ihrer Eltern und Großeltern aufwachsen dürfen?

Quelle: Wikipedia

25. August 2018 um 18:04 von Einfach Unglaublich

Wikipedia ist als seriöse Quelle ungeeignet. Sie stützen Ihr Argument auf eine einzige Quelle, die nur in der deutschsprachigen Wikipedia zitierenswert ist. Der Autor ist wenig bekannt. Doch schon die Diskussionsseite zu diesem Lemma ist mit ihrem Disput zu diesem Thema sehr aussagekräftig. Das gleiche Lemma in der englischsprachigen Variante hat dazu eine völlig andere Darstellung. Hier reicht die Kontinuität der Geschichte der Rohingya bzw. des Islam in der Region des heutigen Myanmar mehr als 1.000 Jahre zurück. Welche Version, welches Narrativ, geschrieben von wem mit welcher Intention stimmt nun?

18:04 von Einfach Unglaublich

«Die Rohingya sind eine Volksgruppe, die von ca 1891 bis 1971 in das Gebiet des heutigen Myanmar eingewandert sind (Quelle:Wikipedia).

Die Rückansiedelung der Rohingya in ihrem Herkunftsgebiet des heutigen Bangladesh sollte von der internationalen Gemeinschaft logistisch und finanziell unterstütz werden im Zuge eines Un Resettlement Programms.»

Da können die UN auch gleich ein zweites Resettlement-Programm auflegen, mit dem (die Nachfahren aller) Europäer, die zwischen 1891 und 1971 in die USA eingewandert sind, in die jeweiligen Heimatländer repatriiert werden …

17:30 von wenigfahrer

" Gemäß dem Staatsbürgerschaftsgesetz von 1982 gelten die Rohingya nicht als eine der 135 einheimischen Bevölkerungsgruppen und haben damit keinen Anspruch auf die myanmarische Staatsbürgerschaft. "

«Jetzt stellt sich die Frage wer hat das damals beschlossen und warum so.
Es muss ja einen Grund geben warum Sie nicht den Status einer Volksgruppe bekommen haben, konnte ich bis jetzt keine Antwort finden.»

Beschlossen hat es die 1982 in Myanmar amtierende Regierung. Deswegen, weil die Rohingya "der falschen" (der muslimischen) Religion angehören.

Und weil sie als "Eindringlinge" eingestuft werden, obwohl sie (teilweise) schon seit Jahrhunderten in der Region lebten, bevor es den Gedanken des territorialen Nationalstaats dort überhaupt gab.

Myanmar ist eines der Länder in Süd-/Ostasien, die sehr "von der einen einzigen Staatsreligion Buddhismus" geprägt sind. Im Gegensatz zu den anderen (Thailand, Japan) in ganz anderer geographischer Lage "zu muslimischen Nachbarn" gelagen.

Reflexartig

Wenn es um Muslime geht, die vertrieben, vergewaltigt und ermordet werden, heisst es reflexartig: die sind selbst schuld - sind ja alles Terorristen!

Manchmal kann man nur noch vor Wut auf den Tisch hauen, wenn man sieht, wie verroht die Menschen sind.

18:06 von tirilei

«60 Geburten pro Tag. […] Koennten internationale Hilfsorganisationen nicht auch Fragen der Familienplanung ansprechen? Zumal es fuer Familien in Behelfsunterkuenften die auf Lebensmittelhilfen angewiesen sind doch noch wichtiger als anderswo ist, zumindest in dieser Zeit weitere Geburten nach Moeglichkeit zu verhindern.»

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen in Flüchtlingslagern "in auswegloser Situation" im Umsorgen von den eigenen Kindern "einen Lichtblick" in der Hoffnunsgslosigkeit sehen, der ihnen zeigt, das das Leben weiter geht.

Rational-erklärend aus der Entfernung schwer zu fassen.
Aber psychologisch nicht unverständlich.

Sie haben nicht Unrecht mit dem, was Sie sagen.
Aber wir alle leben auch nicht in der psychologischen Ausnahmesituation, in der die Rohingya leben müssen (wie viele andere Flüchtlinge in anderen Lagern auch, wo die Situation, und Geburten ganz ähnlich sind) …

Begrifflichkeiten

Warum wird in dem Artikel im Wechsel mal der Begriff "Flüchtlinge" und mal "Migranten" gebraucht? Man sollte bitte an einem Terminus festhalten - zumal hier auch rechtlich ein erheblicher Unterschied besteht.

20:44 von wie-

«Wikipedia ist als seriöse Quelle ungeeignet.»

Ich halte Wikipedia "als Einstieg" in ein Thema immer für seriös und geeignet.

Aber Sie haben im Fall des Eintrags zu den Rohingya schon sehr recht mit Ihren Ausführungen über unterschiedliche Sichtweisen und Darstellungen.

Je weiter entfernt die Thematik von "harten" (naturwissenschaftlichen) Fakten entfernt ist, und je weiter sie sich "weichen" (gesellschaftspolitischen) Gegebenheiten annähert, desto wichtiger wird es, "tiefer zu bohren", und neben Wikipedia andere Quellen zu befragen.

Alle Debatten um die Rohingya sind ein "ausgezeichnetes" Beispiel dafür, in welche Sackgassen man sich verrennen kann, wenn man nur an der Oberfläche kratzt …

Darstellung: