Kommentare

Wie damals so heute.

"Der Rundfunk der Tschechoslowakei stand damals auf der Seite der Reformkommunisten um Alexander Dubcek und ließ sich auch nicht durch die gewaltsame Besetzung seines Gebäudes mundtot machen."

Ist das nicht genau das Problem? Egal welche Medien aus welchem Land, stets wird mehr oder weniger eine einseitige Berichterstattung geliefert. Sowas trägt mitunter entscheident zur Gewalt bei, und wenn es "nur" eine Begründung liefert in den Krieg zu ziehn (z.B. Brutkastenlüge, etc.).

Was glauben Sie bei der Tagesschau eigentlich, warum es hier teilweise extreme Kritik an manchen Artikeln gibt? Interessanterweise sind besonders auffällig propagandistische Texte hier auf TS nicht kommentierbar.
Das mag damit zusammenhängen, dass man bereits weiss, dass erhebliche Menge an Kommentaren kommen würden, dabei nicht besonders positive und dies einen erheblichen Personalaufwand bzgl. Überprüfung darstellten würde.

Dann macht die TS Themen wie "lasst und reden" o.ä. auf.... witzlos!

wie er denn die Russen empfinde

wurde nach dem Prager Frühling ein Tscheche von Westjournalisten gefragt
als Bruder oder Freund
nach kurzem überlegen .... als Bruder, Freunde kann man sich aussuchen

In diesen Tagen denken wir an

In diesen Tagen denken wir an den Jahrestag des Einmarschs der Sowjetunion in Prag. Vor wenigen Tagen war ausserdem der Jahrestag des Mauerbaus. Der Schiessbefehl folgte. Das war die endgültige Teilung Europas. Und der Einmarsch in Prag sorgte dafür, dass es bei der Teilung Europas blieb.
Dass gewichtige CDU-Vertreter mit der Linkspartei koalieren wollen, ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die 1968 von einer Tschechei ohne sowjetischen Einfluss träumten

Welcher Riss ?

Stand 6:44h wird im Bericht nur von Befürwortern des Prager Frühlings berichtet.
Einzig über Präsident Zeman wird spekuliert, er könne als Kritiker gelten.

Also: wo konkret spiegelt das Gedenken die "politische Zerrissenheit der Menschen im Land wider"?

Dazu müsste man schon ein wenig mehr berichten, etwa über die Altkommunisten, die Teil der Regierung sind und wie sie den Prager Aufstand und die Rolle der Warschauer Pakt Staaten neu deuten wollen.

Oder soll das hier wie bei Harry Potter laufen: der Name des Bösen soll nicht genannt werden ??

Vielleicht nicht mehr lange ...

Hoffentlich ist dieser Zeman nicht mehr lange Präsident ... Dass der zum 50. Jahrestag nichts zu sagen hat, sagt eigentlich schon alles - vor allem über ihn.

Die Unreformierbarkeit des Sowjet-Kommunismus

Prag 68 war der Anfang vom Ende.

Wer immer die Hoffnung gehabt haben mag, dass sich der Sowjetblock und der Kommunismus jemals in Richtung Demokratie, Bürgerrechte und Freiheit reformieren ließe, musste an diesem Tag diesen Traum endgültig begraben. Das geht nicht zusammen !

Die westlichen Gesellschaften genossen zu diesem Zeitpunkt unter dem gegenseitigen Schutzschild der NATO alle demokratischen Freiheiten, Wohlstand und ihren Rechtsstaat.

Auch heute ist Wachsamkeit angesagt, denn der Kommunismus mag zusammengebrochen sein, aber die autokratischen Versuchungen und die Bedrohung durch das Imperium, das auch ganz aktuell noch die Auflösung der Sowjetunion als "die größte geopolitische Katastrophe" empfindet, dauern an.

Totalitäre Regime

Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings war den Menschen in Europa klar, dass es keine demokratischen Reformen und keine echte Partizipation in den kommunistischen Staaten geben wird.
Bis zur Überwindung der Herrschaftsverhältnisse sollte es noch 20 Jahre dauern.

Diese Schuld....

ja, und immer schön die Geschichte warm halten, es soll ja nichts in Vergessenheit geraten. Ja auch nicht Auschwitz. Ich warte nur auf den Tag an dem ich ganz offiziell auch mit üppigen Entschädigungen meiner ermordeten, vertrieben Verwandten gedenken darf und der 15. Millionen weiteren Deutschen die ihre Heimat, ihr Zuhause, ihre Familien verloren haben…wann darf ich das?
Das fing ja schon 1910 an, in Stanislau….

Die Seite Moskaus

Die einen finden das ganz ok, andere sehen in seinem Schweigen ein weiteres Zugeständnis an die Adresse Moskaus.

Eigentlich müsste das heutige Moskau auf der Seite des Prager Frühlings stehen. Dass es das anscheinend nicht tut, ist ein Armutszeugnis.

das war für mich ein Schlüsselerlebnis

Obwohl ich damals noch weit entfernt davon war, erwachsen zu sein, konnte ich mich den Geschehnissen nicht entziehen. Als Jan Palach sich verbrannte, als ich die Bilder von Menschen sah, die sich den Panzern in aussichtsloser Pose entgegenstellten, oder den Soldaten Blumen zuwarfen und sie in Gespräche zu verwickeln suchten: das hat mich unglaublich berührt.
Wer damals nicht realisierte, dass die Sowjets und der Warschauer Pakt (übrigens unter vasallentreuer Beteiligung der DDR-Armee) alles andere waren als Sozialisten, dem war wohl nicht zu helfen. Das hat mir übrigens auch die Augen über so manche Zeitgenossen geöffnet, die sich zuvor als "linke" ausgegeben hatten.

In der Reihe "100 Jahre Countdown" des ZDF ist dem Prager Frühling übrigens eine Folge gewidmet. Lohnt sich wirklich, die anzuschauen.

Man lernt nicht...

...Aus der Geschichte. Das Andrej Babis, der bewiesenermassen ein langjähriger StB (Geheimdienst) Agent der früheren kommunistischen Diktatur war und nun Dank der Tolerierung der kommunistischen Partei eine Minderheitsregierung erstellen konnte, grenzt gerade heute schon an eine Farce. Dazu hängt ihm ein Gerichtsverfahren wg. Veruntreuung von EU Geldern an, als Premier hat er bereits Leute, die mit der Beweisaufnahme gegen ihn im Staatsapparat arbeiten ausgetauscht, Investigativjournalisten wurden von der Polizei diesbezüglich stundenlang verhöhrt, und und. Schwarze Wolken über Tschechien. Trotzdem hat seine Partei ANO den Großteil der Wähler hinter sich?! Es gibt hier aber auch immer mehr Proteste auf den Straßen. Die Zivilgeselschafft funktioniert noch.

Der Riss kann man bis heute in Osteuropa wahrnehmen.

Ein Riss der bleibt. So ist es. Der Riss ging zwischen den kommunistischen Ländern, solche die aktiv mitmachten mit der Okkupation, wie die DDR die aktive Spitzelarbeit betrieb und solche die absolut nicht wollten , wie Rumänien, die Angst hatten selber besetzt zu werden. Der Riss ging queer durch die Ideologie der einzelnen Ländern, solche die es als Verrat an der wahre kommunistische Idee sahen und solche die einen imperialistischen Sowjetkommunismus begrüßten. Der Riss ging auch queer durch die gesamte Gesellschaft und Familien, solche die mehr Freiheit und Wohlstand wollten und solchen die absolute Gleichheit für alle vorschreiben wollten. Dieser Riss kann man bis heute in den Osteuropäischen Ländern wahrnehmen.

1968: Ein Riss, der bleibt ...

den gibt es auch bei uns, die Pöbeleien gegen die 68er hören ja auch nicht auf, dabei sind das nur die Fortsetzungen des elenden "lass die mal die Haare schneiden" etc.. 68 war halt ein Einschnitt, der bei den einen tiefer, bei anderen weniger eindrücklich war. Risse bleiben - aber dergleichen transitive Einschnitte sollten nicht unendlich prägend sein, in spätestens 25 Jahren sollten die Tschechen gefragt werden, ob sie sich noch erinnern wollen, vielleicht gibt es bis dahin anderes. Auch 68 kann nicht unendlich instrumentalisiert werden, dann könnte man auch den Fenstersturz feiern, der Europa noch immer prägt.

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