Ihre Meinung zu: Griechenland verlässt Rettungsschirm: Am falschen Ende gespart

20. August 2018 - 0:16 Uhr

Heute endet das letzte Rettungsprogramm für Griechenland - nach mehr als acht Jahren Spar- und Reformpolitik. Doch der griechischen Wirtschaft geht es kaum besser. Von Wolfgang Landmesser.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
2.142855
Durchschnitt: 2.1 (7 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Falscher Ansatz von Anfang an!

Zuerst: Ja die Sparmaßnahmen waren richtig und wichtig, wer solche Geldsummen anderer Leute und Länder empfängt muss alles notwendige tun, damit das Geld nicht einfach versickert und Transferleistungen nicht zum Dauerzustand werden.

Aber das allein reicht nicht aus, Griechenland hätte den Euro verlassen sollten (das sollte es m.E. weiterhin), damit es eine Währung hat, die zu seiner Wirtschaftskraft passt. Eine überbewertete Währung hat noch keiner Wirtschaft genutzt.

Dann hätte das Land mit Hilfe ausländischer Berater seine Strukturen reformieren müssen.

Und schließlich hätten sie viel wertvolles Geld gespart, wenn nicht gegen jede einzelne notwendige Maßnahme riesige Demos und Streiks losgetreten worden wären.

Griechenland wird mit dem Euro niemals wettbewerbsfähig sein

Der griechischen Wirtschaft geht es deshalb nicht besser, weil Griechenland mit dem Euro - einer für das Land viel zu starken Währung - unmöglich wettbewerbsfähig werden kann.

Es gibt grundsätzlich drei Optionen:

1. Man spart das Land weiterhin kaputt. Das bedeutet noch mehr Leid für die griechische Bevölkerung und wird die europafeindlichen Kräfte weiter stärken.

2. Man führt eine europäische Transferunion ein, in der der Norden dauerhaft den Süden subventioniert. Das würde zwar leidlich funktionieren, aber langfristig nur die Ressentiments auf beiden Seiten erhöhen. Zudem ändert es nichts an der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit des Südens, sondern zementiert diese.

3. Man erlaubt Griechenland einen kontrollierten Austritt aus dem Euro, damit es zur Drachme zurückkehren, abwerten und auf diesem Weg wieder wettbewerbsfähig werden kann.

Die 3. Option wäre ebenfalls mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden - eine schmerzfreie Lösung gibt es nicht! -, aber sie ist noch die beste.

Realismus

Die Schäuble-Doktrin hat ein kaputtes Land noch endgültig zerdeppert. Ein Grossteil der ambitionierten Jugend hat längst das Weite gesucht. Zurück bleiben frustrierte weil enteignete Alte. Dazu noch die utopischen Vorgaben stetiger Primärüberschüsse bis 2060. Und das bei einem Schuldenstand, der höher ist als je. Wer schwarz sieht, ist Realist.

"Doch der griechischen

"Doch der griechischen Wirtschaft geht es kaum besser."

Wer hätte das gedacht ? Nun stellt sich die Frage wann ein neues Rettungspaket für Griechenland aufgelegt werden muss.

Deutschland hat 2-3

Deutschland hat 2-3 Milliardengewinne gemacht wegen diesem sogenannten "Rettungsschirm". Aber 700 Milliarden wurden ausgegeben, und noch nicht alles zurückgezahlt. Der Euro aufgebläht mit Anleihenkäufe. Also wer glaubt, das sei zu ende: ABWARTEN auf die nächsten Jahre.

Spardiktat

Die Feststellung die Spar- bzw. Kürzungsmaßnahmen haben nicht zu einer stärkeren Wirtschaft oder gar zu einem besseren Leben der Menschen in Griechenland geführt ist richtig.
Jedoch sei dabei nicht zu vergessen, wer die Maßnahmen, welche neben der griechischen Wirtschaft und dem Arbeitsrecht auch das Gesundheits- und das Sozialsystem zerstört haben, vorgeschrieben hat.
An die Umschuldung von privaten Gläubigern (z.B. Banken) auf die EZB (Was euphemistisch und verdrehend als "Rettungsschirme" bezeichnet wird), waren Bedingungen ebendieser Troika geknüpft.
Die griechische Wirtschaft und staatliche Unternehmen, wie auch die Infrastruktur und die staatliche Souveränität wurden willentlich durch und zugunsten vor allem eines Staates der EU demontiert. Führend im Diktat der thematisierten Maßnahmen war die deutsche Politik und es ist die deutsche Wirtschaft, welche massiv von der sog. Griechenland-Krise profitiert hat.
Griechenland wurde zu einer prekären Sonderwirtschaftszone !gemacht!.

Das kann ja wohl nicht wahr sein

Ich habe kein Verständnis dafür das die wesentlichen Reformen nicht umgesetzt wurden. Auch nicht dafür, dass die EU und auch die BRD nicht darauf eingewirkt haben das diese Reformen gemacht werden. Und auch nicht dafür, dass neben den Sparzwängen nicht Investitionsanstrengungen stattfanden. Das sollte eigentlich Standard für alle wirtschaftsschwachen Regionen innerhalb der EU sein und zwar fortlaufend.

Rettungsprogramm GR

Der Beitrag ist so nichtssagend wie die pseudo "Rettungsaktion", diente doch diese dazu den Absturz etlicher Banken zu verhindern, stuerzte viele Griechen, alt wie jung, ins Elend, die wirtschaftlichen Aussichten im Agrar- und Tourismusland sind unsicherer denn je, das Gesundheitssystem einmal mehr vor dem Kollaps. Also was soll das Oekonomen bla, bla. Hohe Preise, kein Geld, kein Inlandkonsum, Hotels und Gastronomie rueckstaendig, teurer als Spanien oder Tuerkei, also Aufschwung Wunschdenken. Notwendig waere Schuldenschnit gegen die Schuldenfalle und Chance fuer echte Reformen. Dazu wird aber eisern geschwiegen . . .

Darstellung: