Kommentare

Warum wird sich hier gefreut?

Warum wird sich hier gefreut? Es geht doch anscheinend darum Weizen genetisch zu manipulieren, um zukünftig die Erträge zu steigern.

Ein Schritt um die Weltbevölkerung

mit Weizen und somit Nahrung zu versorgen.Eine gute Sache meine ich.

Die nächste Märchenstunde

Es gab schon mal ein Genom das vollständig entziffert wurde. Von dem man viel mehr weiß als vom Weizengenom.
Es gab schon mal ein ganz kleines furchtbar primitives Genom das vollständig entziffert wurde.
Die Heilsversprechen waren tausende, die blühende direkt vor der Haustür stehende Zukunft wurde vorhergesagt.
Krebs und die viele Krankheiten und Gebrechen des Menschen sind fast alle verschwunden? Man kennt alle Gene des Menschen, es sind erstaulich wenige, und man hat trotzdem praktisch nichts davon verstanden wie sie einen Menschen machen.
AIDS ist vollständig im Griff?
Aber natürlich beim Weizen ist das ganz anders. Da hat man es mit hunderten fast gleichen Varianten eines Gens zu tun und muss die Wirkungsweise und überhaupt die Funktion der Vielfalt verstehen. Sicher kein Problem. Eben Märchenstunde.

Vielleicht verstehe ich

ja jetzt irgend etwas falsch, das bedeute im Enddefekt das der gute Brotweizen gentechnisch verändert werden soll ?.
Wäre es nicht einfacher wieder über Fruchtfolgen und Bewässerung nachzudenken, und darüber ob man wichtigen Ackerboden für Biogas und Biosprit verschleudern muss.
Ackerflächen sind zur Lebensmittel Erstellung vorgesehen, für nichts anderes.

Das mit dem Weizen finde ich jetzt nicht gut.

Paradoxität de Tuns.

In Europa werden – neben den üblichen Produktionssubventionen – u.a. Bauern dafür bezahlt, Nutzfläche in Brachfläche zu verwandeln. Auch Lebensmittelvernichtung ist Realität. Da kann man sich ja schon mal ausrechnen, was weitere Ertragssteigerungen dann bringen werden ...

"Überschüssiges" Getreide kommt niemals bei den hungernden Menschen an, das Wirtschaftssystem verhindert dies. Wer kein Geld hat, ist eh für dieses System unsichtbar.

Die "Innovationen" sorgen nur dafür, dass sich Marktanteile verschieben werden und letztendlich Subventionen umgeschichtet werden müssen.

Was hier zum tragen kommt ist das typische westliche fragmentierte Denken, das in Einzelbereichen zwar erstaunliche Ergebnisse zum Vorschein bringen kann, jedoch das Bewusstsein für Zusammenhänge verloren hat.

Jetzt stehen nur noch die Vorurteile im Weg

Falls man der Bevölkerung klar machen könnte, dass gezielte gentechnische Veränderungen im Gegensatz zu den aktuellen Züchtungen, bei denen die Veränderungen per Zufall bzw. durch chemische oder radioaktive Mutation der Samen hervorgerufen werden in der tat positiv zu bewerten sind wäre viel gewonnen.
Die Ängste der Deutschen gegen Gentechnik scheinen mir ähnlich irrational wie die einstige Furcht der Kirchen vor der Evolutionstheorie. Keiner hat ne Ahnung aber jeder verteufelt es.
Sehr schade, dass der Fortschritt dadurch massiv gebremst wird und auch die Natur mehr leiden muss da mehr Pestizide, Fungizide, Anbauflächen, Bewässerung usw. benötigt wird.

Sorry, aber mir graust nur noch

vor diesen "Entschlüsselungen" von irgendwas. Nur noch Gentechnik ... ist jetzt angesagt.

Letztendlich geht es darum, die Herrschaft a) über alle Menschen b) über die Erde c) über das gesamte Universum zu etablieren.

Punkt a & b sind meines Erachtens bereits erfolgt. Zwar noch nicht vollständig; aber die Wege sind längst geebnet. Und so geht es weiter. Wer dagegen ist hat schon verloren.

Das ist der Weg, dahin geht es - nicht um Mitbestimmung.

Arche Noah

Weizen gentechnisch manipulieren um der Ertrag zu steigern. Ja, genau !Das Erbgut wird verändert. Das Entstandene ist dann Privateigentum von ... und kann nach allen Regeln der Kunst ertagsteigernd für den Besitzer eingesetzt werden. Tolle Errungenschaft ... Die Entwicklung der Natur wird in die Obhut privater Unternehmen übertragen. Die ganze Menschheit und deren Ernährung wird abhängig von profitorientierten Unternehmen. James Bond lässt grüßen. Ich erinnere mich da immer an den Religionsunterricht in der Grundschule - Noah hat auch an dieser Schwelle gestanden.
Irrsinn was da abgeht ...

Leider wurde gerade vom EuGH

Leider wurde gerade vom EuGH die crisp Methode zur Erzeugung von klimaunempfindlicheren Pflanzen, auch Weizen, ad Absurdum geführt. Sehr schade für Europa. Aber kein Hinderungsgrund für den Rest der Welt.

Ja, der Superweizen wird es

Ja, der Superweizen wird es bringen.

Aber was?

Mehr Gewinn? Ja.
Weniger Sorten? Ja.

Hört sich gut an, oder nicht?

Gott sein Dank ...

... dass ich nur noch weizenfreies Brot esse (z.B. Bio-Dinkel vom Aldi oder Bio-Roggen-Vollkorn von Kaufland) - es findet sich in jedem Supermarkt weizenfreies Brot.

Ansonsten ist nun der Weg zu mehr Macht der Konzerne im Format einer "Evil Company" wie Monsanto bzw. nun Bayer geebnet. Da wird mir echt Angst um die Zukunft!

"Damit sind stabilere Erträge

"Damit sind stabilere Erträge auch bei Klimaschwankungen möglich."
Das ist eine steile These. Die Entschlüsselung des Genoms ist zuerst einmal nur das - Kenntnis des Genoms einer weiteren Nutzpflanze. Herumpfuschen im Genom - auch mit der vielgelobten Crispr-Methode - ist eine gewagte Angelegenheit. Viele gentechnisch veränderte Sorten anderer Nutzpflanzen zeigen mit der Zeit ihre Nachteile, etwa eine erhöhte Dürreanfälligkeit. Die neusten Studien zur Crispr-Methode andererseits zeigen, dass der Eingriff zu Veränderungen am Genom auch anderswo führt, mit unbekannten Folgen.
Generell lässt sich sagen; eine Pflanze ist ein Lebewesen und damit ein überaus komplexes System, das die Menschen nach wie vor nicht genügend gut verstehen. Bei normaler Züchtung übernimmt die Natur den grössten Teil der Arbeit. Bei genetischer Einflussnahme ist der Mensch auf sich allein gestellt. Das ist beim heutigen Wissenstand mehr als prekär.

@Adel Ante - Was unterscheidet Zucht von Gentechnik?

19:26 von Adel Ante:
"Warum wird sich hier gefreut? Es geht doch anscheinend darum Weizen genetisch zu manipulieren, um zukünftig die Erträge zu steigern."

Weizen ist bereits das Ergebnis einer solchen Manipulation. Er ist durch die Selektion zufälliger Mutationen eines natürlich vorkommenden Grases entstanden.

Gentechnik tut dasselbe wie die Zucht. Auch sie verändert das Erbgut, überlässt die Mutationen aber nicht dem Zufall.

Kann diese "Abkürzung" der Grund sein, diese Technik zu verteufeln? Oder ist die Ablehnung psychologischer Natur, weil Menschen Angst vor dem Unbekannten haben?

Weizen

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren, Wissenschaftler, die etwas Neues entdecken, sind nicht in der Lage, die Konsequenzen zu überdenken. Das müssen sie auch nicht. Sie haben jahrelang eine Auftragsforschung abgearbeitet, und nun sind sie erfolgreich ! Sie klatschen sich ab, gehen einen Saufen, hoffen auf den Nobelpreis, sind total enttäuscht über negative Äußerungen.............
Aber: der Entscheidende ist der Auftraggeber, wie geht er damit um.... Er hat Miriaden von Talern in dieses Projekt gesteckt und soll nun zusehen, wie es untergeht?.... Nö. Wichtig ist es doch nur, aufzuklären. Was würde verändert, ist das Produkt Weizen wirklich noch Weizen, oder VVEeeyyyssszen ! Das ist wirklich wichtig , wenn wir ein Weizenbier trinken möchten. Im übrigen kann sogar ich die ersten Sequenzen der DNA- Struktur des Weizens aufschreiben. Das kann jeder, der die 10. Klasse (vor 10 Jahren jedenfalls im Osten)
abgeschlossen hatte...... Die Doppelhelix......

@GeorgeMcRettich - Angst?

20:53 von GeorgeMcRettich:
"Das Entstandene ist dann Privateigentum von ... und kann nach allen Regeln der Kunst ertagsteigernd für den Besitzer eingesetzt werden."

Für welche Erfindung gilt das denn nicht? Ist Forschung und Fortschritt deshalb schlecht?

Was Sie vergessen:
a) Patente sind zeitlich begrenzt.
b) Die bisherigen Weizensorten werden fortbestehen.

Es gibt also kein Grund zur Sorge!

@21:15 von ohnein2004

„... dass ich nur noch weizenfreies Brot esse (z.B. Bio-Dinkel vom Aldi“

Ich will Ihnen Ihren glauben nicht nehmen, aber Dinkel ist mit Weizen genetisch sehr eng verwandt und durch genetische Veränderungen aus dem Ur-Weizen (Einkorn, Emmer) entstanden. Googeln Sie mal „Polyploidie“. War 1981 eine meiner Abi-Aufgaben im Bio-LK
Der Mensch verändert seit tausenden von Jahren das Genom von Nutztieren und -pflanzen. Entweder zufällig durch Züchtung oder gezielt neuerdings durch Gentechnik.
Nicht falsch verstehen-es gibt genug, was man an Gentechnik kritisieren kann. Aber sicher nicht die Tatsache, dass das Genom verändert wird. Das tut man auch, wenn man 2 Arten kreutzt, die das von Natur aus nie täten.
Theoretisch ist das Risiko bei diesem zufälligen Versuch und Irrtum von Züchtung und Kreuzung sogar größer.

@traurigerdemokrat - Ihr "Superweizen" ist Unsinn.

21:10 von traurigerdemokrat:
"Ja, der Superweizen wird es bringen. Aber was? Mehr Gewinn? Ja. Weniger Sorten? Ja."

Wie kommen Sie darauf? Es kann keinen "Superweizen" geben, da das der "eierlegenden Wollmilchsau" entspräche: Er wäre für jede Anwendung passabel, aber schlechter als die eigens dafür gezüchtete Sorte.

@21:30 von Nachfragerin

... a) Patente sind zeitlich begrenzt. ...

Dann frag ich mich, für was Bayer 65 Mrd. auf den Tisch gelegt hat?

@19:30 von schiebaer45 - Ihr O-Ton,...

...Ein Schritt um die Weltbevölkerung
mit Weizen und somit Nahrung zu versorgen.Eine gute Sache meine ich.

---
Solange mir die Produzenten versichern können, daß der Weizen nicht gentisch verändert wird oder falls doch das daraus keinerlei Schaden an Mensch und Tier erfolgen kann,
stimme ich Ihnen zu.

Aber ich möchte informiert sein, ob Produkte
mit manipulierten Weizen hergestellt worden sind.
Denn darauf kann und werde ich verzichten.

Ich bevorzuge beim heimischen Bäcker (der letzte Kleinbäcker bei uns in der Kleinstadt, der noch selber backt) lieber die Sorten die mit Dinkel, Emmer und/oder Einkorn gebacken werden.

@ohnein2004 - Dinkel & Roggen

21:15 von ohnein2004:
Gott sein Dank ... dass ich nur noch weizenfreies Brot esse (z.B. Bio-Dinkel vom Aldi oder Bio-Roggen-Vollkorn von Kaufland) - es findet sich in jedem Supermarkt weizenfreies Brot."

Dinkel ist eine Weizenart. Und bei den anderen Broten sollten Sie sich mal die Zutatenlisten durchlesen. Da ein reines Roggenbrot die Konsistenz eines Ziegelsteins aufweisen, wird fast immer auch etwas Weizen beigemischt.

Grundsätzlich sollte der überängstliche Verbraucher aber jegliche landwirtschaftlichen Erzeugnisse meiden, da überall die Entschlüsselung des jeweiligen Genoms droht. ;)

Und bei den anderen Broten

Und bei den anderen Broten sollten Sie sich mal die Zutatenlisten durchlesen.

Genau das tue ich, im Bio-Brot wird kein Weizeneiweiß als Kleber verwendet. Ansonsten gibt es eine Menge Gründe um auf Weizen zu verzichten.

@Nachfragerin um 21:20

Der Unterschied von zufällig (Mutation) und willkürlich (gentechnischer Eingriff) bedeutet, daß es sich hier nicht um "dasselbe" handeln kann.

Die Ablehnung von Gentechnik insbes. zur Nahrungsmittelerzeugung muß durchaus nicht aus "Angst vor dem Unbekannten" resultieren, sondern es kann dafür sehr gute Gründe geben.

Im übrigen meine ich, die Regierungen und weltweiten Konzerne sollten uns besser nicht mit Unbekanntem überraschen wollen, dessen spätere Folgen noch gar nicht absehbar sind. Sie sollten konzentriert vielmehr an den längst bekannten Ursachen z.B. von Elend, Hunger und Armut arbeiten.

Sequenzieren ist nicht entschlüsseln

Ich glaube, man sollte betonen, dass die Forscher einen fast vollständiges Referenzgenom vorgelegt haben, aber das nicht mit "entschlüsselt" gleichzusetzen ist.

Ein Genom ist gewissermaßen die Gesamtheit der gespeicherten Information eines Organismus, aber verschiedene Zelltypen nutzen unterschiedliche Teile davon. Gleichwohl erleichtert ein Referenzgenom ungemein die Arbeit an der regulatorischen Ebene, auch kann man Abweichungen zwischen verschiedenen Weizensorten besser verstehen.

Mit der Frage ob irgendwas patentierbar ist (laut EuGH sind CRISPR-Cas9 wie Gentechnik einzustufen und damit patentierbar) hat das rein gar nichts zu tun. Weizen reiht sich damit ein in eine mittlerweile recht umfangreiche Gruppe von Organismen, für die es Referenzgenome oder zumindest große sequenzierte Abschnitte gibt.

Wer mag, kann ja mal die Suchmaschine nach nach "NCBI Genome" suchen lassen und dann auf "Browse by organism" klicken...

@21:54 von Nachfragerin Re.@ohnein2004 - Dinkel&Roggen...

...Dinkel ist eine Weizenart.
---
Ja Dinkel, wie auch Emmer oder Einkorn sind Weizenarten.
Aber der Kleinbäcker um die Ecke wird einen Teufel tun und seinen Kunden mit möglicherweise manipuliertem Dinkel-, Emmer- oder Einkornbrot zu versorgen.
Zumindestens tut das meine Hausbäckerei so.
-
Die Produktion von Einkorn & co. in Deutschland ist gegenüber dem übl. Weizen geringer,
auch wenn die Nachfrage nach solch alten Sorten stetig wächst.
Oft werden auch gerade diese Kornarten auf BIO-Höfen angebaut.
-
Ich glaube auch, daß eine Manipulation dieser Getreidearten den Bäckern das Geschäft versauen könnte.
Die meisten Kunden, die ich beim Bäcker antreffe, wollen jedenfalls kein manipuliertes Korn.

Nein, Gentechnik macht

Nein, Gentechnik macht Produkte nicht giftig und es will auch niemand irgendwelche Brunnen vergiften, bevor hier wieder Hexenjägerstimmung aufkommt. Desweiteren sind nicht die bösen Konzerne schuld, sondern der Konsument, wenn er unethische Kaufentscheidungen trifft.

@ohnein2004

21:46 von ohnein2004:
"Dann frag ich mich, für was Bayer 65 Mrd. auf den Tisch gelegt hat?"

Für Monsanto. Deren Patent auf Glyphosat bestand von 1974 bis 2000. Soweit ich mich erinnere ist es nicht so einfach, auf Pflanzen überhaupt ein Patent zu erhalten. Falls es gelingt, sind diese jedenfalls auch nicht für die Ewigkeit. (Aber bis dahin lassen sich gute Gewinne damit machen.)

@Biocreature - Worin besteht das Problem?

22:12 von Biocreature:
"Ich glaube auch, daß eine Manipulation dieser Getreidearten den Bäckern das Geschäft versauen könnte. Die meisten Kunden, die ich beim Bäcker antreffe, wollen jedenfalls kein manipuliertes Korn."

Das weiß auch Ihr Bäcker und deshalb wird er bei den alten Sorten bleiben.

Nur worin besteht das Problem? Diese alten Sorten existieren, obwohl es neue gibt. Glauben Sie, dass sich das - trotz steigender Nachfrage - ändern sollte? Falls ja, warum?

Übrigens waren diese alten Sorten irgendwann auch mal "neu". Nur konnten sich die Menschen damals nicht solchen Luxusproblemen hingeben. Sie waren froh, überhaupt etwas zu haben.

21:48 von Biocreature

"" Ich bevorzuge beim heimischen Bäcker (der letzte Kleinbäcker bei uns in der Kleinstadt, der noch selber backt) lieber die Sorten die mit Dinkel, Emmer und/oder Einkorn gebacken werden.""
#
Da stimme ich Ihnen völlig zu,auch ich liebe die Brotsorten die ich bei meinem Bäcker hier um die " Ecke " kaufen kann. Es ist auch noch ein " Kleinbäcker " der nicht von den Großbäckereien beliefert wird. Aber zurück zum Gen manipulierten Weizen ,es ist nur ein kleiner Schritt auf dem Wege die Weltbevölkerung zu ernähren.Noch besser wäre es wenn die Weltbevölkerung nicht ständig wachsen würde denn da sehe ich große Probleme mit der Ernährung in Zukunft.

@22:13 von Nachfragerin

... Für Monsanto. ...

Der einzige Wert von Monsanto sind deren Patente, mit denen die weltweit die Lebensmittelproduktion an sich reißen und beherrschen. Und offenbar ist es in immer mehr Ländern einfach, auf genetisch manipulierte Pflanzen Patente zu bekommen, sonst wäre Monsanto nicht so erfolgreich damit.

Ich habe das Gefühl, glaube es bei Ihnen aber nicht, sie hätte heute zum ersten Mal von Monsanto gehört!?

Bayer zahlt auf jeden Fall keine 65 Mrd. für Firmengebäude und/oder abgelaufene Patente!

@Biocreature: Keinerlei Schaden an Mensch und Tier

Diese Messlatte ist sehr hoch gelegt, denn praktisch nichts in unserem Alltag verursacht keinerlei Schaden an Mensch und Tier: Automobile oder Elektrizität akzeptieren wir aber, weil sie doch so ungemein praktisch sind. Der Nutzen von resistenterem Weizen oder Glyphosat ist dagegen releativ abstrakt, solange wir im Supermarkt vor Regalen voller Überfluss stehen.

Trotzdem wurde auch "normaler" Weizen manipuliert, denn er ist eine hochgradig künstlich gezüchtete Pflanze. Und auch ohne Gentechnik können dabei Sorten entstehen, die nicht für jedermann bekömmlich sind - "non celiac wheat sensitivity" ist das Fachwort dazu. Weizen hat sogenannte ATI-Proteine, die die Pflanze vor Insektenfraß schützen sollen, aber im Verdacht stehen von manchen Menschen nicht gut vertragen zu werden. Gerade in der Biolandwirtschaft, wo manche Insektizide verboten sind, werden bevorzugt Sorten mit hohem ATI-Gehalt angebaut. So kann ironischerweise der Bioweizen unbekömmlicher sein als normaler.

Fortschritt

„Erbgut des Weizens entschlüsselt“

Glückwunsch. Wissenschaftliche Durchbrüche sind grundsätzlich immer zu begrüßen, weil sie die Menschheit als Ganzes ein Stück weiterbringen können. Weil sie neue Möglichkeiten erschließen.

Ob diese aber sinnvoll - d.h. im Sinne der Allgemeinheit - genutzt werden, d.h.: Ob die neuen Möglichkeiten sich tatsächlich positiv auswirken können - oder aber (diese Gefahr besteht natürlich auch immer) vorwiegend für die Durchsetzung von Einzelinteressen missbraucht werden, hängt entscheidend davon ab, ob ein politisches System gegeben ist, das die aktive Mitsprache aller Bürger - insbesondere durch Gewährleistung deren ungehinderten Zugangs zu a l l e n Informationen, die Grundlage für das Treffen jeglicher Entscheidungen von öffentlichem Interesse (kurz: „politischer“ Entscheidungen) tatsächlich ermöglicht.

Nur volle Transparenz und eine entwickelte Diskussionskultur - d.h. echte Demokratie - bauen Ängste ab und bringen die Gesellschaft insgesamt voran.

@ohnein2004 - Laufzeit von Patenten

22:24 von ohnein2004:
"Ich habe das Gefühl, glaube es bei Ihnen aber nicht, sie hätte heute zum ersten Mal von Monsanto gehört!?"
> Ihr Glaube ist richtig, ihr Gefühl nicht. Aber woher kommt es?

"Bayer zahlt auf jeden Fall keine 65 Mrd. für Firmengebäude und/oder abgelaufene Patente!"
> Nur weil ich schreibe, dass Patente zeitlich begrenzt sind, sollten Sie nicht daraus schlussfolgern, dass diese abgelaufen wären!

Bayer wollte mit der Übernahme seine Führungsposition am Weltmarkt sicherstellen bzw. ausbauen.

"Damit sind stabilere Erträge

"Damit sind stabilere Erträge auch bei Klimaschwankungen möglich."

Vielleicht sollte man gegen Klimaerwärmung und die daraus resultierenden Folgen etwas tun?

@22:55 von Nachfragerin

Ich drück mich mal kurz aus: Monsanto ist das Paradebeispiel dafür, wie Gentechnik von Konzernen zum Nachteil der Menschheit ausgenutzt wird und Bayer will von diesem Zukunftsmarkt, oder wie ich es nenne "Zukunftshorror", auch seinen Teil abhaben.

@Adel Ante - Was spricht dagegen?

22:08 von Adel Ante:
"Die Ablehnung von Gentechnik insbes. zur Nahrungsmittelerzeugung muß durchaus nicht aus 'Angst vor dem Unbekannten' resultieren, sondern es kann dafür sehr gute Gründe geben."

Bei Tieren steht das außer Frage. Aber können Sie am Beispiel des Weizens auch einen dieser Gründe benennen? Das Risiko einer Durchkreuzung mit anderen Sorten lässt sich durch räumliche Trennung vermeiden.

Der menschlichen Verdauung ist es doch völlig egal, ob eine Pflanze durch Züchtung oder gentechnische Veränderung entstanden ist. Dasselbe gilt übrigens auch für Menschen, die Hunger leiden.

Fortschritt (korrigierte Version)

„Erbgut des Weizens entschlüsselt“

Glückwunsch. Wissenschaftliche Durchbrüche sind grundsätzlich immer zu begrüßen. Weil sie die Menschheit als solche ein Stück weiterbringen können, weil sie neue Möglichkeiten erschließen.

Ob diese aber sinnvoll - d.h. im Sinne der Allgemeinheit - genutzt werden, genauer: ob die neuen Möglichkeiten sich tatsächlich positiv auswirken können - oder aber (diese Gefahr besteht natürlich auch) vorwiegend für die Durchsetzung von Einzelinteressen missbraucht werden, hängt entscheidend davon ab, ob ein politisches System gegeben ist, das die aktive Mitsprache aller Bürger - insbesondere durch Gewährleistung deren ungehinderten Zugangs zu a l l e n Informationen, die Grundlage für das Treffen jedwelcher Entscheidungen von öffentlichem Interesse (kurz: „politischer“ Entscheidungen) sind - tatsächlich ermöglicht.

Nur volle Transparenz und eine entwickelte Diskussionskultur - d.h., echte Demokratie - baut Ängste ab und bringt die Gesellschaft insgesamt voran.

Gentechnik

Die Gentechnik finde ich im Ackerbau eine gute Sache, wenn Forschung und Landwirtschaft mit Augenmaß geschieht.

@ohnein2004

22:02 von ohnein2004:
"Genau das tue ich, im Bio-Brot wird kein Weizeneiweiß als Kleber verwendet."
> Zuletzt habe ich gelesen, dass die kurzen Gärzeiten der Großbäckereien das Problem der (realen) Gluten-Unverträglichkeit sind. Hinzu kommen natürlich die zahlreichen eingebildeten Fälle, die jeder Nahrungshype mit sich bringt. (In meiner Jugend war es das Cholesterin.)

"Ansonsten gibt es eine Menge Gründe um auf Weizen zu verzichten."
> Aber Sie wollten keinen einzigen nennen?

Wer sich ausgewogen ernährt, muss auf nichts verzichten... meine Meinung.

@ohnein2004 - Wer wird benachteiligt?

23:03 von ohnein2004:
"Monsanto ist das Paradebeispiel dafür, wie Gentechnik von Konzernen zum Nachteil der Menschheit ausgenutzt wird"

Bitte klären Sie mich auf: Wer wurde denn benachteiligt? Es steht doch jedem Bauern frei, sein Saatgut nicht bei Monsanto zu kaufen, oder irre ich mich?

Ein Nachteil für die Menschheit hieße ja auch, dass die Erträge durch den Einsatz von Gentechnik zurückgingen. Aber das genaue Gegenteil ist der Fall!

Hunger bekämpfen mit Gentechnik

Es braucht, wenn überhaupt jemals, noch lange keine Gentechnik um den Hunger auf der Erde zu bekämpfen. Seid Jahrzehnten werden global weit über den Bedarf Lebensmittel produziert. Das Problem des Hungers (von dem skandalöser Weise über eine Milliarde Menschen bedroht sind) ist ein Verteilungsproblem.

Tatsächlich ist davon auszugehen, dass wenn aus den neu gewonnenen Erkenntnissen marktreife Produkte geworden sind, kein hungernder Mensch dadurch vor den Folgen des Hungers gerettet werden wird.

Und noch eine Anmerkung: Die Zuchtmethoden stellen keine Zufallsprodukte her sondern basieren auf einer gezielten Auswahl. Wohingegen die Gentechnik zur Zeit (und wohl auch noch lange Zeit) in ihren Auswirkungen noch nicht ganz verstanden wird und somit wohl eher (wenn auch nicht umfassend) mit dem Begriff "Zufall" in Verbindung zu setzen wäre.

Wozu

reißt man sich zu dem Thema Gentchnik eigentlich noch den A... auf?
Es ist besiegelt. In Beton gemeißelt, dass KEIN Mensch mehr dagegen sein kann, da Genpflanzen auf allen Erdflächen sich versteuen, ausbreiten.

Oder gibt es Mauern dazwischen (s. DDR/ BRD)?
Also, Leute, fügt euch endlich ein in den Einheitstrott - China bzw. Japan sind unsere neuen Führer. Nein, nicht mehr die USA! Wir lassen uns jetzt gerne von Japan an der Nase herumführen.

Wenn es denn für unsere Führungsetagen Gewinne einbringt, ist das doch klasse. Und Kolleteralschäden gibt es ja immer in den unteren Etagen. Das muss man hinnehmen.

Also: Gentechnik muss halt abgenickt werden, sonst ...

Das muss mir bitte in einem Vortrag der Biologie genau erklärt

werden.

Nur weil ein Genom in einem Zellkern einer Pflanzenzelle eines Weizenkorns nun entschlüsselt wurde, soll das auch Fortschritt bringen?

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